Bas van Gijzen – Wein intergalaktisch
Bas van Gijzen macht sein Weinwissen nicht klein, aber er hat die unfassbare Gabe, die Schwellen dafür klein zu halten. Zwischen Glas und Gast. Zwischen Unsicherheit und Neugier. Zwischen „Ich kenne mich damit nicht aus“ und „Davon hätte ich gern noch ein Glas.“ Keiner weiß genau, wann es begann, dass Wein snobistisch und elitär wurde. Irgendwann wurden aus Gläsern Instrumente, aus Beschreibungen Wissenschaften und aus einem Getränk eine Disziplin, in der manche lieber beeindrucken als genießen. Manchmal genügt ein einziges Wort – „Mineralik“ – und schon nicken alle wissend. Niemand möchte derjenige sein, der fragt, was damit eigentlich gemeint ist.
Bas hat etwas begriffen, woran sich erstaunlich viele Menschen vorbeiverkosten. Wein ist selten das eigentliche Thema. Das Thema sitzt auf der anderen Seite des Tisches. Der Mensch. Das Gefühl. Die Beziehung, die entsteht, wenn jemand endlich aufhört, Beeindruckung zu spielen, und einfach trinkt. Das ist vermutlich der Moment, in dem Sommellerie beginnt. Bas van Gijzen ist kein Star-Sommelier im klassischen Michelin-Restaurant-Sinne. Er wird vielleicht keine Bücher schreiben und keine großen Preise gewinnen. Er wird weiter hinter der Theke stehen, Flaschen drehen und Gäste mit seiner unfassbaren Art vom großartigsten Getränk der Welt überzeugen. Die Gäste mögen ihn. Ihn, der als kompletter Quereinsteiger sich bewusst und aus Leidenschaft für den Wein entschieden hat. Zu uns brachte er keine teuren Flaschen mit, aber Geschichten. Und die leichte Verzweiflung eines Menschen, der einfach zu viel über Zahlen und Märkte weiß. Er hat BWL studiert und war in der Finanzbranche, bevor er ausgestiegen ist und sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Das erwähnt er gelegentlich, meistens dann, wenn jemand ihn fragt, warum er so nebensächlich auf Zahlen achtet – und warum bei ihm Weinbeschreibungen dann doch ein wenig anders ausfallen. Modern und traditionell zugleich. Mit Herz. Mit Liebe zum Detail. Ohne eben das Business und das Geld in den Vordergrund zu stellen. Er spricht über Winzer, über Reisen in Weinregionen, über den Genuss von Essen und Trinken als Lifestyle, der nicht laut sein muss. Über das Gefühl, wenn eine Flasche endlich geöffnet wird und alles andere nebensächlich wird.