SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: [Musik]

00:00:13: Jochen Dreysi, Jagger. Ich bin Winzer in Rhein-Hessen.

00:00:16: Ich habe Stefan Kenninglernet auf Süd in der Sanzibar.

00:00:20: Damals als junger, total begeisterter, Weinverrückter.

00:00:23: Der Riesling, aber auch Burgunder, sehr, sehr schätzt und liebt.

00:00:27: Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, haben sehr eng zusammengearbeitet,

00:00:30: haben viele schöne Momente miteinander verbracht.

00:00:32: Ich war unheimlich traurig, als er da wegging.

00:00:35: Ich habe mich dann gefreut, dass er in die Nachbarschaft quasi in die Pfalz gegangen ist.

00:00:39: Ich glaube, da lebte er einfach seine Riesling-Leidenschaft aus, macht einen tollen Job.

00:00:45: Wie gesagt, Stefan ist ein großer, der Gertüb.

00:00:48: Ich freue mich, dass er in unserer Nähe ist. Liebe Grüße.

00:00:51: [Musik]

00:01:10: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommi",

00:01:13: die interessantesten Weinkärner unserer Zeit.

00:01:16: Mein heutiger Gast hat einen sehr amüsanten Namen, zumindest der Nachname.

00:01:20: Nichtsche.

00:01:21: Stefan Nichtsche aus dem Ketschauer Hof in Deidesheim hat eine großartige Wieter.

00:01:25: Gelernt hat er sein Kellnerhandwerk.

00:01:27: Man kann eigentlich schon sagen bei Großmeistern, bei den Kieferbrüdern damals in der Residenz in Aschau,

00:01:32: noch unter Heinz Winkler, hatte circa 10 höchst erfolgreiche Wanderjahre

00:01:38: in sehr renommierten Häusern, bevor er 2013 bis 2005 der Restaurantlater in Zommi im Restaurantlatern mehr

00:01:43: immerhin mit zwei Sternen dotiert, im Arosa in Lust auf Sylt wurde.

00:01:48: Danach restauriert er in Zommi im Einsteingormit zwei Sterne im Hotel-Einstein Zangallen,

00:01:53: 2017 bis 2021 Zommi in der legendären Sandibauf Sylt

00:01:58: und seit 2021 Chef Zommi im Hotelketschauer Hof in Deidesheim,

00:02:04: mit dem Restaurant L.A. Jordan ebenfalls mit zwei Sternen dotiert, Zommi Geschichte schreibt.

00:02:10: Und ich freue mich sehr, dass er heute hier und bei uns ist.

00:02:13: Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,

00:02:17: beides Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger,

00:02:20: segnetz Konziowini und dem Privatkundenportal Bremer Weinkolleg

00:02:23: für die kräftige, händisch- und wirtschaftliche Unterstützung bedanken.

00:02:27: Und dann Ihnen ist er heute hier. Herzlichen willkommen lieber Stefan Nietzsche.

00:02:33: Ich glaube, wir müssen eines am Anfang ganz klar vorstellen, wie bei so einer offiziellen Aufnahme.

00:02:39: Wir sind nicht verwandt, verschwiegert, verheiratet, sind wir verheiratet?

00:02:44: Gar nicht.

00:02:46: Ich habe im Laufe meines Lebens wahrscheinlich 20 Jahre niemand mit der gleichen Schreibweise kennengelernt.

00:02:52: Und für das ist total witzig, dass wir parallel in die Weinbranche reingeplumpst sind.

00:02:59: Und mit einmal waren da zwei Nietzsche.

00:03:02: Ich würde grad sagen, ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber ich weiß nicht, wie oft die schon gefragt wurde,

00:03:09: welchen verwandt- bewandtschaftlichen Verhältnis wir zueinander stehen.

00:03:13: Bestimmt 50 oder 60 Mal, also wirklich sehr, sehr häufig.

00:03:16: Und das finde ich eigentlich ganz niedlich. Also schön da.

00:03:20: Ja, finde ich toll.

00:03:22: Und jetzt in der Form, ich glaube, so ein ausführliches Gespräch haben wir auch noch gar nicht geführt,

00:03:26: wie jetzt im Augenblick.

00:03:28: Also ich weiß natürlich, wie ich in die Weinwelt kam.

00:03:31: Wie kamst du eigentlich in die Weinwelt?

00:03:33: Ich fing das bei dir an.

00:03:34: Ja gut, als Kind von Gastronomie-Eltern, beziehungsweise in erster Linie meiner Mutter,

00:03:43: die es auch aus ihrem Elternhaus mitbekommen hat, war relativ schnell klar,

00:03:48: dass mich mein Weg auch in die Gastronomie/Hotellerie führen wird.

00:03:52: Und da bekommt man ja schon ganz leufig mit dem Thema Wein in Berührung.

00:03:59: Wobei, wie bei meinen Anfängen, war lange nicht klar, war mir nicht klar.

00:04:03: Dass es in die Zommelierie irgendwann geht, hat dann das große Glück gehabt,

00:04:07: dass ich wirklich mit tollen Zommeliers zusammenarbeiten dürfen,

00:04:09: die dann auch so ein bisschen das Feuer in mir entfacht haben.

00:04:12: Und so ging es halt dann einfach weiter.

00:04:13: Und irgendwann kam ich eben an den Punkt, wo ich gesagt habe,

00:04:16: ja, Wein ist eigentlich das, was ich hauptsächlich oder fast schon ausschließlich machen möchte.

00:04:22: Und so ging es dann weiter.

00:04:23: Findest du es wichtig, dass man Vorbilder hat,

00:04:25: dass man mit ausgebildeten Leuten zusammenarbeiten, zu denen man aufschauen kann?

00:04:29: Extrem wichtig.

00:04:30: Ja.

00:04:31: Also, das hat bei mir in meiner Ausbildung angefangen.

00:04:34: Also, kann ich erzählen, also ich habe damals in der Residenz einen Zwingler

00:04:38: meiner Ausbildung machen dürfen zwischen 2002 und 2005.

00:04:42: Damals waren dann noch die Gebrüder Kiefer, meine Ausbilder,

00:04:46: sowohl als Metro als eben auch als Zommelier.

00:04:49: Und deswegen, also egal eigentlich, auf welche Station ich in meinem Werdegang

00:04:54: oder meiner Vita blicke, ich hatte immer wirklich großartige Lehrmeister,

00:04:59: zu denen ich habe aufschauen können und die teilweise bis heute auf Vorbilder geblieben sind.

00:05:04: Also, ich finde das extrem wichtig.

00:05:06: Wer hat dich am meisten geprägt?

00:05:07: Also, die Kiefer sind ja noch legendär, sind mündlich noch tätig,

00:05:11: aber glaube ich gar nicht mehr so auf dem Tablet oder auf der Bühne,

00:05:15: auf der außen wahrnehmenden Präsenz.

00:05:20: Aber so um 2000 bis 2700 oder so waren die ja so eingegen wertlich.

00:05:28: Und was die geleistet, geprägt, was die initiiert,

00:05:32: welchen Service die erlebt haben, war schon legendär.

00:05:36: Das ist richtig.

00:05:38: Und ich muss ehrlich sagen, also tatsächlich, auch wenn ich damals noch sehr jung war

00:05:44: und dann noch nicht abzusehen war, ob ich eben wirklich mal so einen Karriereweg

00:05:48: in der Gastronomie werden machen können, ist tatsächlich bis heute Fabries Kiefer,

00:05:53: also der Elter der von den beiden, der ja auch bis heute noch in der Gastronomie

00:05:57: sehr erfolgreich unterwegs ist, ist bis heute mein großes Vorbild geblieben.

00:06:02: Also, ich könnte jetzt noch klar eines für anderen nennen,

00:06:04: aber er ist eigentlich schon bis heute derjenige, der das alles so ein bisschen überstrahlt.

00:06:08: Warum? Also, was hat ihn ausgezeichnet? Was macht ihn so besonders?

00:06:13: Warum ist er dein Lehrvater, wenn man so möchte?

00:06:17: Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben.

00:06:20: Dieser Mann hat einfach so eine ganz eigene Aura gehabt,

00:06:24: dass er allein, wenn er den Raum betreten hat, das hat, wie fühlst du,

00:06:30: das hat mir einfach was gemacht.

00:06:32: Also, klar war ich damals noch sehr jung, aber ich weiß zum Beispiel,

00:06:36: es ist noch gar nicht so lange her, also immer wenn man sich mal wieder trifft,

00:06:39: klar ist es ein bisschen anders, man steht ja nicht fast erstarrt vor Erfurcht,

00:06:44: dann vor ihm, das ist nicht mehr so, Gott sei Dank.

00:06:47: Aber trotzdem, du wolltest, das war so dieses Vorbild,

00:06:54: du hast dem, weiß ich gerade nicht, wie ich es am besten beschreiben soll,

00:07:02: aber jetzt mal, das klingt jetzt vielleicht kitschig,

00:07:06: aber du wolltest so sein wie er irgendwie, das ist so...

00:07:09: Ist gar nicht kitschig, finde ich toll.

00:07:11: Das war so der Innenbegriff an Perfektion, in allem.

00:07:16: Also, das fing am äußeren Erscheinungsbild an,

00:07:20: über die Art, wie er geführt hat, wie er durch den Abend moderiert hat, am Gast,

00:07:29: und steht in jeder Situation, vollkommen egal, immer Souveränität.

00:07:36: Also, kein einziger Anflug von irgendeiner Unsicherheit oder gar nicht.

00:07:43: Aber wirklich zu jeder Zeit, immer her der Lage,

00:07:47: und das fand ich extrem faszinierend und vor allen Dingen auch inspirierend.

00:07:52: So alt waren die damals aber auch nicht um 2002?

00:07:56: Nee, die waren ja doch um die 25 oder so.

00:08:00: Renaud, glaube ich, ist der Jungere, der in erster Linie für den Wein zuständig war,

00:08:04: der dürfte da dann noch so Mitte 20 gewesen sein, Fabries war ein bisschen älter,

00:08:09: also wie ich damals in die Residenz kam, ja gut, das müsste da gewesen sein,

00:08:12: ich glaube 30 war er schon, Anfang 30, aber ja.

00:08:16: Aber trotzdem dieses fast weltmännische, was beide ausgestrahlt haben,

00:08:22: ich habe sie lange nicht gesehen, also ich habe sie das letzte Mal, ich würde sagen 2005 oder 2006,

00:08:30: 2006 habe ich sie das letzte Mal gesehen, als ich sie dort besucht habe,

00:08:33: und war eigentlich aus genau den Gründen, wie du es geziert und beschrieben hast, sehr beeindruckt.

00:08:41: Also auch diese Ruhe, die beide ausgestrahlt haben,

00:08:45: und dieses dann trotzdem eloquente, nicht abgehobene, und wie kann man das sagen,

00:08:54: über den Dingen stehen klingt immer so arrogant, aber ja, Souveräne,

00:08:57: ich glaube du hast es eigentlich richtig beschrieben, die Souveräne,

00:09:00: und dann aber eben auch auf der anderen Seite dieses extremen Fachwissen, was wir haben.

00:09:04: War das bei denen nur auf Frankreich beschränkt, oder waren die auch...

00:09:12: Aber war es schon die Vorliebe, oder? Also nicht nur durch die Herkunft mehr oder weniger,

00:09:19: sondern auch allgemein durch die Vorliebe, hätte ich gedacht, das ist also Frankreich, Österreich.

00:09:26: Ja, würde ich jetzt mal so sagen, also wenn ich, also klar,

00:09:31: als gebürtiger Elsässer, wenn man da keine Affinität zum französischen Wein hat,

00:09:35: dann wäre ja irgendwas verkehrt gelaufen, aber Deutschland war dann schon, würde ich schon sagen,

00:09:40: kam dann direkt dahinter. Also ich sage jetzt mal über See, weil es vielleicht nicht unbedingt das Thema,

00:09:47: aber klar, Frankreich, Deutschland, Österreich, würde ich eigentlich auch so sagen,

00:09:51: ja das waren so diese drei Schwerpunkte.

00:09:54: Findest du, man muss das haben als Sommi, dass man einen Schwerpunkt hat und den intensiv ausspielt,

00:10:00: oder ist das manchmal eher hinterlich, weil man sich die komplett andere, oder die ganze Welt aussperrt?

00:10:10: Ich würde es anders sagen, also ich würde nicht sagen aussperren, aber ich meine, wir alle wissen ja,

00:10:15: das Feld beim Wein oder in der Sommilärie, das ist so unfassbar vielfältig

00:10:20: und du kannst eigentlich gar nicht in jedem Bereich, in jedem Land

00:10:27: so diese absolute Crack-Schrickschricks vollproof wie sein. Also ich meine, dass wir uns alle in vielen Weinregionen der Welt gut auskennen,

00:10:36: das sollte so sein, wenn man diesen Beruf ergreift oder wenn man diesen Beruf ausübt,

00:10:41: aber ich finde schon wichtig, dass man sich so ein, zwei Schwerpunkte setzt.

00:10:45: Letztendlich ist ja auch das, was man dann in seiner Beinkarte, was ja letztendlich die Vita eines der jetzigen Sommiliers ist,

00:10:50: dann da ja auch so ein bisschen bespielen möchte, weil kein Mensch oder kein Sommelier, glaube ich zumindest mal,

00:10:56: hat die Möglichkeit so den ganzen Globus auf seiner Beinkarte in einer Tiefe abzubilden, die jeder einzelne Region gerecht wird.

00:11:03: So, ich meine, alle einen schon aus wirtschaftlichen Aspekten und deswegen finde ich, dass man sich so Schwerpunkte setzt, finde ich schon extrem wichtig.

00:11:10: Hast du Schwerpunkte? Ich meine, klar, falls auf der einen Seite logisch, du bist ja im Herzen der Fall,

00:11:15: das wäre es schändlich, wenn du es nicht intensiv lebst, aber über die Falschen hinaus, gibt es da irgendwas, was dich prägt, fasziniert,

00:11:22: begeistert, was du intensiv auslebst? Ja, absolut, also ich meine die Fals. Klar war irgendwo immer schon im Kontext des deutschen Weihens Thema,

00:11:31: aber natürlich jetzt so intensiv geworden seit diesen vier Jahren, die ich jetzt hier in den, wie du sagst, im Herzen der Falls heimisch geworden bin.

00:11:38: Aber es war schon so, ob das jetzt, wie gesagt, an den Grüdern Kiefern lag, weiß ich jetzt nicht genau,

00:11:44: aber ansonsten wäre mein Profil schon sehr francophil tatsächlich. Also es ist schon so, dass speziell Bougon,

00:11:50: Zeloar, als auch die Champagne waren das für mich schon die Schwerpunkte. Auch Österreich, da ich ja einige Jahre auch in Österreich verbracht habe,

00:11:57: in Wien und in Salzburg, auch Italien ist über die Jahre immer so ein bisschen größer geworden,

00:12:03: ein Land, das ich auch schon oft besucht habe, also ich war schon oft in Piemont, auch in der Tuscana.

00:12:08: Das sind jetzt so meine Schwerpunkte. Also gibt noch so ein paar Leidenschaften, das ist Kalifornien, das ist auch Südafrika,

00:12:16: aber wenn wir wirklich über Schwerpunkte reden, dann wäre es schon Deutschland, Frankreich und Österreich, Italien.

00:12:25: Champagne ist natürlich wahnsinnig interessant. Also nicht zuletzt, deshalb will es ja schon ein der größeren Regionen in Frankreich auch ist,

00:12:34: also auch von der Fläche selber. Aber es ist ja wahnsinnig unwohl. Also ich glaube, es gab wahrscheinlich

00:12:41: neben dessen, dass es natürlich immer für viele ein vermeintliches Luxusgetränk ist, nie so diese

00:12:47: Halbzeit, die so extrem ausgeprägt war wie im Augenblick für Champagne, oder?

00:12:54: Das stimmt. Und was das Faszinierende an dieser Region ja eigentlich ist oder an den Weinen, die dort entstehen,

00:13:03: ich glaube es gibt, klar kann man jetzt noch andere Beispiele vielleicht nennen, aber ich finde es gibt eigentlich

00:13:09: eine kleine Region, die so sehr Benchmark ist für alle anderen Weineregionen der Welt, für eine Sorte Wein, also

00:13:19: sprich Schaumbein. Eigentlich ist es egal wohin man schaut, wenn man Schaumbein produzieren möchte und sei das bei uns in

00:13:26: Deutschland, in Österreich oder wo auch immer auf der Welt, selbst in Übersee, man orientiert sich an der

00:13:31: Champagne und das finde ich schon ist in dieser Exklusivität schon eine Ausnahme-Erscheinung.

00:13:42: Also ich finde es auch krass, dass viele Länder, sei es Francia, Korte, Deutschland, Österreich sich mittlerweile

00:13:47: emanzipieren und sagen, okay, wir haben unseren eigenen Stil und produzieren eine ganz andere Art von

00:13:54: Schaumbein, die ein ganz anderes Geschmacksprofiere hatten, seitdem werden die auch besser, wenn ich an meine

00:13:59: Anfangszeiten zurückdenke, war ja so das größte Credo oder die größte Auszeichnung, wenn man sagen konnte, es ist fast

00:14:07: ein Champagner. Letztlich stellten sich ja automatisch unter diesen Schäffel, aber es gibt halt mehr oder weniger

00:14:14: diese Benchmark-Situation vor, dass es für viele das wohl außergewöhnlichste und größte Schaumbeingetränk ist,

00:14:24: dass es in der Welt gibt. Kannst du dir vorstellen, woran das liegt?

00:14:27: Naja gut, ich glaube, auch wenn man da jetzt über 100 Jahre zurückgehen muss, was ja auch mal so, dass ein

00:14:36: Schaumbein da nicht aus dieser Region stammt, sich Champagner nennen durfte und darüber hinaus.

00:14:42: Ich glaube, du hast gerade gesagt, Korteuro-Champagnoua ist ein eigenes Thema, aber ich glaube, weil diese Region steht

00:14:52: einfach für diesen Schaumbein. Also es ist nicht so wie bei uns und du hast vollkommen recht, absolut.

00:14:59: Also die deutsche Sekt-Szene, sage ich jetzt mal, dass das schon eine unfassbar dynamische Bewegung geworden ist in den

00:15:08: letzten Jahren. Aber wenn man mal ein bisschen weiter zurückdenkt und teilweise ist ja heute auch noch so,

00:15:14: ist ein Schaumbein oder eben ein Sekt, sagen wir mal, Teil eines jeden Portfolios eines Weinguts.

00:15:20: So, also lange Zeit war es ja so, man hat halt ein Sekt gemacht, damit man einen gehabt hat.

00:15:25: Aber man hat sich nicht über diese Art Wein, also sprich Schaumbein direkt definiert.

00:15:30: Es mag jetzt ein paar Ausnahmen geben, wie logischerweise Folge Romland wahrscheinlich an erster Linie zu nennen.

00:15:35: Aber ich glaube, das ist das Besondere an der Champagne vielleicht gewesen, einfach, dass sie sich genau über diesen

00:15:43: einen Stil im Moncieb definiert haben. Und das ist dann vielleicht noch über die Jahre, Jahrzehnte gewachsen.

00:15:49: Warum man jetzt über die Champagne immer mehr gesprochen hat, als beispielsweise über das Franchacorta.

00:15:54: Gute Frage, das hätte ich jetzt auch zu Art Talk keine Antwort für.

00:15:57: Vielleicht haben wir wahrscheinlich auch was Marketing etc. beperren geht, hat man in der Champagne vieles richtig gemacht.

00:16:04: Also auch so diese großen Häuser wie Moetchandon, Wefkli Co.

00:16:08: Man kann über die Qualitäten treten, wie man über Geschmack immer streiten kann.

00:16:13: Aber wenn man da mal mehr in die Tiefe geht und sich auch mit den Häusern, Winzern, Eigentümern unterhält.

00:16:21: Also da wird nicht so fast schon verächtlich über diese Häuser gesprochen, wie man es hierzulande tut,

00:16:27: weil da sehr wohl auch wahrgenommen wird und was diese Häuser eigentlich auch für Srenomé und für den internationalen Bekanntheitsgrad dieser Region gezahnt haben.

00:16:37: Und ich glaube, das ist vielleicht das, was es jetzt in anderen Regionen in der Form nicht so gab.

00:16:42: Für die Außenwahrnehmung, wenn man das geschichtlich betrachtet, finde ich total spannend,

00:16:49: einfach auch zu sehen, wie es so verschiedene Wellen oder Schübe gab, wenn es unterschiedlich veranlagte Situationen gab,

00:16:57: sei es durch Kriege, dass die Keller geplündert wurden, die Champagnen, die Welt getragen wurden oder die Weine im Allgemeinen.

00:17:02: Das ist ja manchmal oder gelegentlich ein Grund für auch die Verbreitung der Champagne.

00:17:08: Manchmal eben auch diese Marketingaktivitäten, die durch die nicht unbedingt unbekannten Könige stattfanden,

00:17:14: weil die halt wahnsinnig gefeiert haben, gesoffen haben.

00:17:17: Und durch das viele Trinkt natürlich dann teilweise eben auch einen sehr besonderen Geschmack hatten

00:17:23: und dann eben auch dieser Schaumweinausen vorstand, sei es der russische Zahr oder eben Olle Ludwig oder wie auch immer.

00:17:30: Oder eben auch die deutschen Adelshäuser, die auch diese Schaumweine dann sehr genossen haben.

00:17:37: Was durchaus Interessantes sein oder auf der einen Seite wahrscheinlich dieses Monopol,

00:17:43: dass man nur Schaumwein produziert, auf der anderen Seite die Exklusivität.

00:17:47: Ich glaube, es gibt 220 Länder in der Welt, die akzeptiert haben, dass Champagner nur aus der Champagne kommen darf

00:17:54: und von dort so bezeichnet werden.

00:17:57: Die sind auch extrem rigoros dabei.

00:17:59: Also die sind da kräftig hinterher, dass falls ein alternatives Produkt auftritt,

00:18:06: was so bezeichnet wird, dass die da sehr, sehr schnell oder Lassungsklagen aussprechen

00:18:12: und das konsequent leben, was man wahrscheinlich auch muss, also gerade in der heutigen Zeit,

00:18:16: was natürlich auch mit viel Aufwand verbunden ist.

00:18:19: Was glaubst du, muss man über die Champagne wissen?

00:18:23: Wenn man so rein die Rahmenbedingungen anschaut, muss man die Größe wissen oder ist so was eher?

00:18:29: Oder wie gehst du an so ein Gebiet ran?

00:18:31: Wenn du sagst, ich möchte mich intensiv damit beschäftigen.

00:18:34: Wusstest du, wie groß die Champagne ist?

00:18:36: Ist es für dich grundsätzlich wichtig oder ist es erstmal Sekundär?

00:18:39: Also auf dem Hektar können ich es jetzt nicht sagen, glaube ich, um die Champagne kennenzulernen.

00:18:44: Das ist glaube ich auch nicht so relevant.

00:18:47: Ich meine, wie wir es alle auch mal gelernt haben, die drei großen Rebsorten,

00:18:54: ob das jetzt der Chateau Néste, Pinot Noir oder Pinot Mognier,

00:18:57: dass die Champagne eigentlich immer aus diesen drei Sorten besteht.

00:19:00: Klar, es gibt auch noch andere, die zugelassen sind, aber die drei machen es eigentlich auch nicht aus.

00:19:04: Es geht so ein bisschen, glaube ich, um die einzelnen Regionen in der Champagne,

00:19:10: mit dem jeweiligen Schwerpunkt der Rebsorte, also ob das jetzt im Norden die Montagne de Races

00:19:14: oder Pinot Noir zu Hause ist, die Cote Blanc, wie der Name schon ein bisschen sagt,

00:19:18: wo der Chateau Néste zu Hause ist oder eben das Marntal, wo der Pinot Mognier zu Hause ist.

00:19:22: Das ist sicherlich so ein paar Dinge, die man wissen sollte und dann im Speziellen eigentlich auch,

00:19:27: dass es, gut, kommt das Klimawandel heute nicht mehr ganz so,

00:19:31: aber dass die Champagne eigentlich ja immer auch bekannt war,

00:19:35: als das nördlichste Baugebiet, was wir in Europa haben.

00:19:38: So, wie gesagt, das hat sich jetzt ein bisschen verändert.

00:19:41: Das ist mittlerweile auch, und lustigerweise auch, tolle Champagne aus beispielsweise England kommen,

00:19:46: also noch weiter nördlicher.

00:19:49: Ich glaube, das wäre so das, was mir mal am ehesten einfällt.

00:19:55: Und klar, dann kann man natürlich noch ein bisschen weitergehen,

00:19:59: was in den Herstellungsprozess angeht, mit zweiter Gärung etc.,

00:20:03: wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob man das Konsument,

00:20:06: das sind Dinge, glaube ich, über die man sich weniger Gedanken macht tatsächlich.

00:20:10: Also, wie jetzt ganz blöd gesagt, die Bubbles in die Blasche kommen.

00:20:15: Aber ja, das wäre, glaube ich, so das Erste, was ich denken würde.

00:20:20: Ich glaube aber so in der zweiten Ebene, wenn man sagt, man beschäftigt sich intensiver damit,

00:20:24: dann ist das teilweise gar nicht unwicher.

00:20:26: Also, gerade wenn du eben auch die Rebsorten zum Beispiel nimmst,

00:20:30: ist klar, man hat diese drei Hauptrebsorten, die eine gewisse Präsenz,

00:20:35: eine gewisse Ausrichtung haben.

00:20:36: Manchmal werden die Singulärangebote, was total spannend ist.

00:20:39: Aber obwohl es nur 0,3% Anbaufläche sind,

00:20:43: hast du aus den anderen vier Rebsorten mal ein Champagner probiert,

00:20:48: also sei es keine Ahnung, Pinot Blanc oder Pinogrie oder Aban oder Petit Miss Lé,

00:20:52: hast du da jemals ein Produkt konsumieren können?

00:20:56: Oder sind die so selten, dass es über...

00:20:59: Ja, also tatsächlich noch nie.

00:21:01: Es ist vielleicht auch gestehen, dass ich mich jetzt auch nicht aktiv auf die Suche gemacht habe,

00:21:05: da Erzhögenisse zu finden, die eben nur aus diesen Sorten hergestellt wurden sind.

00:21:10: Aber müsste man eigentlich mal tun, hast du vollkommen recht?

00:21:14: Also, weil in der Tat, kann ich da noch über keine Erfahrungen berichten.

00:21:18: Selbst ein Rheinpinominier zu finden, ist ja extrem selten eingebaut, das an.

00:21:21: Das schon, das schon.

00:21:24: Also, da habe ich auch bei uns im Restaurant auf der Karte tatsächlich.

00:21:28: Andre Öck zum Beispiel ist das so ein Name oder auch die haben eine Erstlinie eher.

00:21:35: Vor 1,5 Jahren hat man mit denen auch ein Champagnerabend veranstaltet,

00:21:38: weil der sich halt extrem über das Thema Pinot Mignier definiert

00:21:44: und den eben auch reinsortig in seinen Champagnon ausbaut.

00:21:47: Das schon und wie du sagst, das ist auch hoch spannend.

00:21:50: Findest du, dass die Champagne sich seit der Zeit, wo du vielleicht doch keinen so tiefen Einblick hattest,

00:21:55: also damit begonnen hast bei Winkeler in Aschau, wo der Champagner natürlich sicher auch eine gewisse Präsenz hatte,

00:22:01: bis heute, dass es da eine gewisse Bewegung und Veränderung gibt, oder gab es damals die gleichen wie heute?

00:22:11: Also die großen Marken, klar, die gab es schon.

00:22:14: Jetzt muss ich natürlich auch fairerweise gestehen.

00:22:17: Zu meiner Ausbildungszeit war ich da natürlich noch nicht so tief in der Materie drin.

00:22:21: Da gab es noch viele andere Punkte oder andere Themen, sag ich jetzt mal.

00:22:25: Aber so im Laufe der Jahre jetzt, der, der umlauft?

00:22:28: Ja, also was man natürlich merkt und was man ja auch sieht,

00:22:37: ist die Tatsache, dass es eben sehr, sehr viele kleine Häuser mittlerweile gibt,

00:22:42: das neben den großen Marken, die vielleicht vor ein oder zwei Jahrzehnten kaum Beachtung gefunden haben,

00:22:50: oder vielleicht die, die Winzer, weiß ich nicht, ob sie jetzt nicht über das finanzielle Kapital verfügt haben,

00:22:58: oder auch nicht über den, den Mut mit ihren Produkten eigenverantwortlich nach außen zu gehen und ihre Weine zu zeigen.

00:23:07: Das sieht man natürlich schon ganz extrem, was ja auch ganz eigene Geschmacksprofile sind,

00:23:12: teilweise ja wirklich weit weg von den großen Marken, über die man mal gemeint hat zu lernen,

00:23:19: was Champagner ist oder wie Champagner eigentlich schmecken sollte.

00:23:22: Also diese sogenannten Winzer-Champagner, also das ist sicherlich eine Entwicklung,

00:23:26: wenn ich da jetzt über die letzten, ein, zwei Jahrzehnte blicke, die extrem zugenommen hat.

00:23:31: Ist Wahnsinn, also wie sich das eben auch multipliziert hat. Ich glaube in den letzten 20 Jahren sind dreimal so viele Champagnerhäuser entstanden,

00:23:39: wie um die Jahrtausendwende bzw. seit 1990, also da wurde ganz, ganz viel Individualität letztlich gepflegt.

00:23:49: Es gab aber auch kaum einen Grund für viele, es gibt ja doch 16.000 Winzer dort,

00:23:56: also die im Weinbau integriert sind, die sich mit Weinbau beschäftigen und den geht es eigentlich gut.

00:24:03: Ich glaube, es gibt keine Region in der Welt, wo der Traubenpreis, wenn ich reiner Traubenproduzent bin, so enorm hoch schon immer war

00:24:11: und jetzt auch ist, wie in der Champagne, die zahlen ja teilweise zwischen 3 und 6 Euro, was enorm ist.

00:24:17: Ich glaube, an der Mosel bist du bei, in den verschiedenen Jahren,

00:24:22: natürlich auch Epochen bei 60 Cent bis 1 Euro, im Durchschnitt. Also da geht es dir schon gut.

00:24:29: Und dieser Sprung rein in die Selbstständigkeit ist natürlich in der Champagne richtig krass bis enorm,

00:24:36: weil du ja allein durch die Mindestreifezeit, die du hast, also beim Non-Winted Champagner 15 Monate,

00:24:43: beim Winded Champagner bist du ja bei 36 Monaten, die du in Vorleistung gehen musst.

00:24:48: Also nicht nur das erste Jahr oder wenn du Rehflächen neu anlegst, dass du sagst, du hast diese 4 Jahre,

00:24:54: sondern du kannst mindestens 1,5 Jahre nichts verkaufen.

00:25:00: Und das ist natürlich krass für einen jungen Winzer.

00:25:02: Und das da mittlerweile, also auf diesen, keine Ahnung, 35, 37.000 Hektar, immer 370 Weinbaubetriebe gibt.

00:25:09: Also zeigt eben, was für eine wahnsinnige Individualität dort auch gegeben ist

00:25:14: und wie viel Fall dort eigentlich auch letztlich gegeben ist.

00:25:19: Ja, das ist vollkommen recht.

00:25:21: Das ist ehrlich gesagt, es ist manchmal auch erstaunlich, weil wie du sagst,

00:25:25: und ich meine, die Häuser, die es eben auch wirklich mit Qualität halten,

00:25:31: und das werden ja Gott sei Dank eigentlich auch immer mehr,

00:25:35: die gehen natürlich weit über das, wie sagt man, über das geforderte Hilfe-Lager,

00:25:42: wie du sagst, beim Non-Bettage von 15 Monaten weit, weit darüber hinaus.

00:25:45: Also da redet man nicht über 1,5 Jahre im Prinzip kein Verdienst,

00:25:49: weil du ja noch nichts verkaufen kannst, sondern redet man eher mindestens 2, wenn nicht 3 Jahre.

00:25:53: Von daher finde ich das schon erstaunlich, wie das teilweise auch wirklich kleinst betriebe,

00:25:59: wie das wirtschaftlich schaffen.

00:26:01: Also das ist schon, da brauchst du, glaube ich, da brauchst du viel Leidenschaft,

00:26:06: da brauchst du viel Mut auch, was ich gerade schon gesagt habe.

00:26:09: Das ist schon schwer beeindruckend zum Teil.

00:26:13: Was ich extrem auffällig finde, was ich total spannend finde in der Champagne,

00:26:18: was für uns, so allein von der Kommunikation, teilweise unglaublich schwierig ist,

00:26:22: dass man anfängt, wieder mit Lagen zu arbeiten.

00:26:25: Und ich habe so das Gefühl, also bis wahrscheinlich 2010 hat man absolut das Wine-Making perfektioniert,

00:26:33: und seitdem redet man über Lagen, über Terror, über Individualität,

00:26:38: versucht eben auch sich eben nicht nur auf diese drei großen Gebiete irgendwie zu konzentrieren,

00:26:44: oder die eben auszuschöpfen, sondern einfach wieder, wie es auch vor 1960 war,

00:26:50: bevor man anfing, den gesamten Champagnerprozess zu industrialisieren

00:26:56: und eben auch immer größer zu werden, wieder kleiner zu werden und feinsinniger

00:27:01: und eben individueller eigentlich.

00:27:04: Ja gut, das Thema Individualität ist es definitiv, und dann natürlich auch klar,

00:27:09: was man jetzt auch in der Champagne immer mehr sieht, auch wenn man vor Ort ist,

00:27:14: dass eben auch das Thema Nachhaltigkeit und Biodynamie immer ein größeres Thema wird.

00:27:23: Also man hat ja immer, das fand ich persönlich, wie weiß ich nicht, wie es dir geht.

00:27:27: Ich fand das immer ganz interessant, dass man, wenn man über unsere Weine gesprochen hat,

00:27:32: oder man kann es vielleicht auch weiterspinnen, wenn man insgesamt über still Weine gesprochen hat,

00:27:36: da war irgendwie dieses Thema Bio-Nachhaltigkeit und so weiter,

00:27:40: war immer ein riesen Thema, ist auch im tagtäglichen Restaurantleben am Gast,

00:27:45: also wie oft man dann nach Bio-Weinen gefragt wurde, oder ist denn dieser Wein auch biologisch erzeugt.

00:27:51: Da bleibt mir Champagne, da wird nie einer auf die Idee kommen, diese Frage zu stellen.

00:27:56: Und vielleicht war das auch ein Grund, warum man sich, warum man lange in der Champagne geglaubt hat,

00:28:03: warum sollen wir was ändern, aber da ist definitiv, oder da hat definitiv ein Umdenken eingesetzt.

00:28:10: Also das merkt man, egal mit wem man eigentlich fast spricht, also auch die großen Genossenschaften,

00:28:16: wo mittlerweile reine Organic oder Bio-Champagne produziert werden,

00:28:22: also das ist definitiv in den letzten Jahren auch deutlich, deutlich gewachsen.

00:28:28: Also dass man da auch an einem Strang zieht, also in der Champagne hat man sich ja vorgenommen,

00:28:32: bis 2030 100% nachhaltige Bewirtschaftung komplett durchzusetzen, was jetzt auch nicht so weit entfernt ist.

00:28:39: Also das klingt halt immer 2030, das sind fünf Jahre.

00:28:42: Und so ein großes Gebiet eben komplett umzustellen und dann vor allen Dingen in dieser Situation.

00:28:47: Also natürlich gibt es Klimaveränderungen, die kommen in Gebieten wie in der Champagne natürlich extrem zum tragen.

00:28:55: Seis extrem Situationen, also die hatten schon immer natürlich Spätfröste, die hatten Hagel, die hatten nicht unbedingt viel Sonne.

00:29:04: Also keine Ahnung, ich glaube in verschiedenen Bereichen Italiens hast du deine 3000 Sonnenstunden,

00:29:11: in der Champagne hast du um die 1600, was ja nicht wirklich viel muss.

00:29:15: Ich würde gerade sagen die Hälfte, ne?

00:29:17: Und das du nicht so viel Niederschlag mit 650 Milliliter, in Deutschland haben wir glaube ich 1600,

00:29:23: also daher aber das eben gleichmäßig verteilt, was in verschiedenen Situationen

00:29:27: einen riesen, riesen Infektionsdruck dann mitbringen kann und wenn du da dann nachhaltig und bioarbeitest,

00:29:34: hast du einen enormen Aufwand.

00:29:36: Da, gemeinschaftlich an einem Strang zieht und versucht alles dann doch nachhaltig zu gestalten, finde ich großartig.

00:29:43: Kein Mainstream, keine Maskerade, nur purer Charakter.

00:30:05: Manche Weine flüstern.

00:30:07: Dieser nicht.

00:30:08: Er ist droh, ungeschlüpfen voller Ecken und Kanten und genau das macht ihn so verdammt echt.

00:30:14: Der Tinder-Barocker von Alles verloren ist kein gefälliger Mitläufer,

00:30:17: sondern er ist ein Freigeist, der sich nichts vorschreiben lässt.

00:30:20: Er passt nicht in Schubladen, er stellt keine Fragen, er ist einfach da.

00:30:23: Kompromisslos und unbeeindruckt von Erwartungen.

00:30:26: Ein Wein für die, die nicht nur nach Perfektion suchen, sondern nach Wahrheit.

00:30:31: Trinkt ihn, wenn ihr bereit seid etwas zu fühlen.

00:30:34: Im Herzen von Swatland, einer der aufregendsten Weinregionen Südafrika, liegt das Weingut "Alles verloren".

00:30:40: Alles verloren zu Deutsch, alles verloren.

00:30:43: Scheint nicht nur Tinder-Barocker,

00:30:46: ein der wichtigsten Rebsorten Südafrikas mit den ersten Anpflanzungen 1920 regerechter Longfisch gemacht hat,

00:30:52: man sagt ihn auch nach, dass sie Swatland seine Seele geschenkt haben.

00:30:56: Es gibt Weinregion mit klaren Grenzen, mit Jahreszahlen, die wie Meilensteine in die Geschichte eingemeißelt sind.

00:31:03: Swatland ist anders.

00:31:05: Hier gibt es keine alt-erwürdigen Chateaus, kein exaktgezogenen Linien zwischen Vergangenheit und Zukunft,

00:31:10: nur ein Land, das schon immer da war.

00:31:12: Weit, ungezähmt, von der Sonne verbrannt und doch voller Leben.

00:31:17: Der Sommer kommt hier mit einer Wucht, die unnachgiebig ist.

00:31:21: Heiße Tag, an denen die Sonne schwer über den Schieferböden lastet.

00:31:25: Nächte, in denen der Atlantik seine kühle Hand über die Reben legt.

00:31:29: Der Wind in Swatland ist definitiv kein sanftes Streicheln, sondern eine unermüdliche Kraft, die das Land formt.

00:31:37: Und die Reben zwingt, richtig stark zu sein.

00:31:40: Kein Wasser wird hier verschwendet.

00:31:42: Die Wurzeln, woantief, finden Nährstoffe, wo andere Längs aufgeben würden.

00:31:46: Schwarz wurde das Land genannt, Swatland.

00:31:49: Nach den dunklen Renosterbosch-Träuchern, die einst das Land bedeckten.

00:31:53: Doch unter der Oberfläche schlägt ein anderes Herz, Schiefer, der Wärmespeichert, Granit, der Struktur gibt, Sandstein, der die Eleganz bewahrt.

00:32:02: Hier geht ein Weine, die nicht nur um Allerkennung bitten, sondern sie sich nehmen.

00:32:06: Konzentriert, würzig und voller Tiefe.

00:32:09: Früher war Swatland ein Landstrich für robuste Massenweine.

00:32:13: Winzer, die nicht mehr nach Lehrbuch arbeiten, sondern nach Gefühl.

00:32:16: Die alte Buschreben entdeckten in der Trockneitschönheit, und mit Minimalintervention das Maximum mehr rausholten.

00:32:23: Heute ist Swatland keine Fußnote mehr.

00:32:27: Es ist eine Bewegung, authentisch, rau, kompromisslos.

00:32:30: Kein Ort für langweilige Perfektion, aber ein Ort für Wahrheit.

00:32:34: Und als lebendiges Denkmal für südafrikanische Weinbautradition steht seit dem 17. Jahrhundert alles verloren.

00:32:42: Die Ursprünge des Weingutes reichen zurück bis in die Zeit der ersten niederländischen Siedler, die im Swatland Fuß fassen.

00:32:49: Der Name "Alles verloren" entstand im 19. Jahrhundert als ein Vorfahre der heutigen Besitzerfamilie Mellon nach einem verheerenden Brandausrief "Alles ist verloren".

00:33:00: Doch statt aufzugehen, baute die Familie das Gut wieder auf und schuf damit ein Symbol für Behaarlichkeit.

00:33:06: Seit 1872 ist das Gut im Besitz der Familie Mellon.

00:33:10: Bis zuletzt in der fünften Generation von Danny Mellon geführt, der im September 2024 mit nur 60 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

00:33:21: Starke südafrikanische Weine hervorzubringen war für ihn als Winemaker eine Berufe und er schafft es, ja für ja aufs Neue die Qualität seiner Weine zu steiern.

00:33:31: Längst finden die Weine des Weingutes alles verloren, auch internationale Anerkennung und Dannys Frau und seine Kinder führen das Weingut in seinem Sinne weiter.

00:33:39: Unter seiner Führung wurde alles verloren zu einem Vorreiter in der südafrikanischen Weinwelt.

00:33:44: Und ein besonderes Kapitel in dieser Geschichte ist die Einführung der Tint der Barocker Rebsorte, die ursprünglich aus Portugal stammt.

00:33:52: Mellon erkannte frühes Potential dieser Rebsorten, die sich perfekt an das rauere Klimaswardlings anpasste.

00:33:57: Danny Mellon schuf mit seinem Tint der Barocker ein Erlebnis.

00:34:01: Jeder Schluck ist alles verloren, Tint der Barocker 2020 ist eine Umarsch an ihr harte Arbeit, die Leidenschaft und die Liebe, die in diesen Wein fließen.

00:34:09: Diese Rebsorte, die zu den Duro Big Five gehört, ist bekannt für ihre dunkle Farbe und ihre Fähigkeit komplexe Arumse entwickeln.

00:34:17: Die Dunschaligen Bären sind zwar anfällig für Pilzkrankheiten wie Meerton-Botritis, doch in Regionen mit trockenem Klima, wie dem Swadlet in Südafrika, gedeihen sie besonders gut.

00:34:27: Vielleicht sind es die 18 Monate Parikausbau, die diesen Wein Formen, Strukturierend, Zähm ihnen Form bringen.

00:34:34: Denn während viele südafrikanische Weinen von fruchtiger Direktheit geprägt sind, bietet der alles verloren Tint der Barocker eine vierschichtige Aromatik und eine Struktur, die an große Weine der alten Welt erinnern.

00:34:46: Und gleichzeitig bleibt er in unverkennbar südafrikanisch wilder, kraftvoller Wein voller Leben.

00:34:52: Hier etwa 100 km nördöstlich von Kapstadt zwischen 170 und 370 m über dem Meeresspiegel.

00:35:00: Auf den Ausläufern des Castellberges liegt das einzige eingetragene Weingut der Weinbauregion, Swadlet.

00:35:07: Alles verloren.

00:35:09: Und es werden Weine produziert, die nicht nur wie dieser 2020er Tint der Barocker in der Jugend schon so präsent, so perfekt, so strukturiert, so außergewöhnlich tiefsinnig sind, sondern auch 10, 20, 25 Jahre reifen können.

00:35:21: In einer Welt, in der Wein auf zur Massenware wird, erinnern uns die Weine von alles verloren daran, was Wein wirklich ausmacht.

00:35:28: Leidenschaft, Hingabe und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen.

00:35:32: Vielen lieben Dank dafür.

00:35:34: Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

00:35:49: Absolut, finde ich auch.

00:35:51: Und ich glaube, du hast ja die Herausforderungen gerade angesprochen, die sicherlich in der Champagne aufgrund der Lage etc. Topografie noch mal deutlich anspruchsvoller gewesen sind oder nach wie vor sind als jetzt bei uns beispielsweise.

00:36:06: Und trotzdem geht man diesen Weg.

00:36:08: Also wie du sagst, von daher finde ich das auch, ich finde es großartig schlussendlich, dass man das tut, trotz dieser Anstrengung, die es bedarf dafür.

00:36:16: Interessant finde ich auch die verschiedenen Entwicklungen, die es dort gibt, dass man Sachen ausprobiert.

00:36:20: Also es ist ja sehr viel zentralisiert, also dass man schon sagt, okay, oder das das Komitee sagt, ihr dürft jetzt lesen und von dann bis dann dürft ihr lesen.

00:36:27: Es wird ja noch festgelegt und man hat dann ganz, ganz klaren Ansatz.

00:36:31: Es wird festgelegt, wie der Rebschnitt zu vollziehen ist, wie gepresst wird, welchen Maximalertrag man hat.

00:36:39: Also von dem her gibt es das schon sehr, sehr starke Regulare, aber man versucht, so als Winter,

00:36:44: oder viele Winter versuchen im Kleinen immer wieder auszubrechen und allein diese Entwicklung im Dosagebereich, finde ich wahnsinnig spannend, was da seit 10 Jahren entsteht, wie auch ganz viele Learnings sind,

00:36:58: also wie ganz viele in diese Brute Zero Richtung abgedriftet sind, um vielleicht dann auch teilweise mit etwas zu kräftigen Champagnanen umgehen zu können oder eben auch das so ein bisschen auszubebalancieren,

00:37:10: wie man da wieder jetzt langsam weg rudert. Das gibt sehr viel Spiel und sehr viel Farbe in die verschiedenen Champagnerqualitäten, die man findet.

00:37:19: Hast du da Vorlieben oder hast du da Erfahrung mit, was interessant sein könnte, was man empfiehlt, was am besten zum Essen passt?

00:37:28: Ja, durchaus. Also natürlich, klar, Thema Dosage, wahrscheinlich immer schon ein großes Thema gewesen, aber das stimmt.

00:37:36: Also da, wie du gesagt hast, ging halt die Entwicklung sehr stark in Richtung extra Brüte oder eben auch Brüte Natur am Ende des Tages.

00:37:46: Ich finde, es darf halt beides geben. Also ich bin kein Freund davon, dass man, wenn man sie jetzt hinstellen würde und sagen würde, jetzt nur noch Brüte Natur oder Zero Dosage und das wäre jetzt so die einzige Wahrheit

00:38:03: oder das ist jetzt so zu sagen, so muss ein Champagner mal sein. Ich finde, es muss beides geben.

00:38:09: Also, weil letztendlich geht es ja auch so ein bisschen darum, wie ist das jeweilige Jahr, mit was für Gegebenheiten muss man klarkommen,

00:38:18: was muss man am Ende des Tages vielleicht auch ausgleichen, wenn man das so sagen kann, was das Pairing angeht.

00:38:27: Also, ich finde, als Aberitisch beispielsweise, da kann so ein extra Brüte oder Brüte Natur, das kann schon animierend sein,

00:38:37: was ja auch so ein bisschen den Speichelfluss anregt und so weiter. Das schon, ich finde es impairing, also wohl als auch.

00:38:47: Also das kommt immer darauf an. Also ich meine, klar, das haben wir ja im trockenen Bereich letztendlich ja genauso.

00:38:53: Ich meine, da darf sich ja ein Weine auch trockenen, obwohl er durchaus mit einem oder anderen Gramm Zucker daherkommt.

00:38:58: Und das ist dann immer so ein bisschen schwierig. Also, da gibt es natürlich dann irgendwo auch Grenzen,

00:39:05: weil wie wir ja alle wissen, trocken ist nicht gleich trocken, Brüte ist nicht gleich Brüte, also auf die Champagner bezogen.

00:39:11: Da ist dann schon oft weniger mehr in der Tat, aber ich würde eben, wie gesagt, nicht so weit gehen,

00:39:18: das ist jetzt zwingend nur noch Siro-Dosage und Brüte Natur sein muss, weil das oft die Dauer dann schon auch ein bisschen anstrengend sein kann.

00:39:27: Also für uns vielleicht jetzt weniger, aber für den Konsumenten dann schon.

00:39:31: Total spannend, was manchmal ein halbes Gramm ausmacht. Also da wird man sich dessen bewusst, finde ich,

00:39:38: wie letztlich der Restzucker oder die Dosage den Wein fundiert, eben eine ganz eigene Geschmackslänge,

00:39:44: eine ganz eigene auch Texturstruktur gibt, was das mit dem Wein macht.

00:39:48: Und wie es dem Wein eigentlich nur mal einen ganz eigenen Charakter gibt, eine eigene Gaumpfülle.

00:39:54: Und diese Entscheidung, wie viel gebe ich dem Wein dann letztlich mit, wie viel flüg ich bei, um dem Wein nochmal einen anderen Ausdruck zu geben

00:40:04: und das dann auch weiterzudenken in Richtung, was wird aus dem Wein?

00:40:09: Es gab ja leider auch ganz, ganz viele Brüte Zero oder extra Brüte, die nach einigen Jahren verhungert sind,

00:40:15: weil sie keinen Fundament hatten, auf uns, dass sie bauen konnten.

00:40:19: Und dann nach fünf oder zehn, man sagt natürlich immer beim Champagner,

00:40:23: sobald der freigegeben wird vom Weingut, hat er sein optimales Trinkfenster und kann perfekt getrunken werden

00:40:29: und braucht eigentlich gar nicht Reifen. Aber manchen Charmweinen tut es ja auch ganz gut,

00:40:34: wenn die mal ein paar Jährchen haben bzw. verändern, die ihr Geschmacksbild werden,

00:40:38: teilweise noch interessanter, komplexer, tiefsinniger.

00:40:41: Aber es gab eben auch einige im sehr trockenen Bereich, die dann extrem kark wurden und keinen Spaß mehr gemacht haben.

00:40:49: Ja, das ist immer so dieser Drahtzahlakt.

00:40:52: Ich meine, letztendlich muss ja, soll alles irgendwo in Balance und Harmonie sein.

00:40:56: Ich meine, deswegen, dieses weniger ist mehr, deswegen habe ich extra das kleine Wörtchen manchmal dazu gesagt,

00:41:03: weil es stimmt sicherlich nicht immer, weil wie du sagst, es macht ja gar keinen Sinn,

00:41:07: wenn man jetzt auf Teufel kommt raus, beispielsweise ein extra Brühe oder Brühtnatür jetzt produzieren möchte,

00:41:12: aber wie du sagst, diese Champagne dann eben auch wenn sie, oder wenn man das so sagt,

00:41:18: dass nach Veröffentlichung, nachdem sie auf den Markt kommen, das optimale Trinkfenster haben,

00:41:24: wenn sie aber dann nach einem bis zwei Jahren mehr oder weniger schon in die Knie gehen,

00:41:28: dann kann man sicherlich über den Entschluss diskutieren, ob es in der richtige war.

00:41:32: Also deswegen muss es am Ende des Tages, muss es beides geben und ich glaube, die Nachfrage ist nach wie vor nach beidem da.

00:41:40: Also mag sein, oder was heißt mag sein, mit Sicherheit ist die Nachfrage nach extra Brühtnatür größer geworden, definitiv.

00:41:46: Aber deswegen spielen Brühtchampagnen nach wie vor eine sehr große und auch noch tragende Rolle, würde ich mal sagen.

00:41:55: Ist die Nachfrage größer geworden oder sind wir Freaks diejenigen, die wahrscheinlich aufgrund der Übersättigung,

00:42:02: die wir manchmal beim Wein probieren haben oder beim Probieren der gängigen Qualitäten, dass wir es mehr leben.

00:42:10: Also ich halte uns schon für, nicht nur uns Sommys, sondern teilweise auch Weinhändler,

00:42:15: dafür verantwortlich, dass es gewisse Richtungen geben kann.

00:42:18: Und ich glaube, ein ganz großer ausschlaggebender Punkt in der Wahrnehmung des Champagnas ist,

00:42:24: dass wir ihn nicht mehr als Pricklwasser, sondern als Wein für uns eingeordnet haben.

00:42:30: Und dadurch bauen wir ihn auch anders ins Weinmenü ein, wenn wir jetzt irgendwie Weinmenü machen.

00:42:35: Er kommt nicht unbedingt immer am Anfang, kann sogar nach dem Rotwein kommen.

00:42:39: Er wird erster betrachtet, wird anders serviert, man nimmt andere Gläser, man karifiert ihn teilweise und so weiter.

00:42:45: Also die Gesamtbehandlung ist eine andere.

00:42:47: Und so glaube ich eben auch bei diesem extremem Trend in Richtung Brühtnatür, Siodosage, extra Brüht, etc.,

00:42:55: dass wir da schon schuldig dran sind.

00:42:58: Also wir tragen auf jeden Fall eine Mitschuld.

00:43:01: Ja, gute Frage, weiß ich gar nicht, ob man es so beantworten kann.

00:43:07: Aber klarerweise haben wir da natürlich auch einflussend,

00:43:11: wir haben da sicherlich auch unseren Teil dazu beigetragen, dass es so ist.

00:43:15: Würde uns da aber jetzt nicht in Anführungszeichen die Alleine geschuld geben.

00:43:20: Weil jetzt auch, also bei mir im Restaurant, also jetzt nicht nur ich, sondern tatsächlich auch mein Küchenchef und meine Kollegen.

00:43:30: Also wir haben fast alle eine sehr hohe Affinität für das Thema Champagner.

00:43:35: Und das sieht man in unserer Karte auch.

00:43:37: Und weiß ich jetzt nicht.

00:43:41: Also ich meine, ich habe eigentlich fast jeden Champagner eigentlich auch mit der Geschmacksrichtung ausgewiesen.

00:43:47: Aber ich könnte jetzt nicht feststellen, dass explizit danach gefragt wird.

00:43:50: Also das ist jetzt die Wahl zwischen einem Brüht und einem extra Brüht, wie es bestehen würde.

00:43:55: Und dass der Konsument, also der Gast davon abhängig macht, mehr oder weniger Zucker oder so.

00:44:01: Also das würde ich jetzt so nicht sagen.

00:44:04: Ich glaube, aber klar, da ist eben jetzt mittlerweile sehr viele andere Champagner, andere Häuser, neue Häuser,

00:44:13: gerade eben was, wenn es um Champagner angeht.

00:44:15: Und dementsprechend auch in den Karten deutlich mehr Brüht natürlich extra Brüht angeboten wird.

00:44:19: Dass ich dadurch ja vielleicht auch das Trinkverhalten oder auch die Nachfrage der Kunden der Gäste verändert hat.

00:44:27: Wie steht es bei euch mit den vergessenen Kindern?

00:44:29: Wie Sack, Demisec, Dus?

00:44:31: Also die dann im Prinzip deutlich restsüßen Champagner habt ihr da ein Febel für?

00:44:36: Habt ihr die auf der Karte?

00:44:37: Weil ich finde, man findet sie kaum irgendwo auf dem Markt.

00:44:40: Das ist richtig.

00:44:41: Also du's habe ich keinen, Demisec habe ich genau einen.

00:44:45: Witzig.

00:44:46: Also die, die keine Präsenz haben, obwohl die rein vor der Speisenbegleitung genial sind.

00:44:51: Absolut.

00:44:52: Also den einen, den ich habe, demisec von Paul Roger, den habe ich auch schon das ein oder andere Mal in den Pairing eingebaut.

00:45:00: Bin jetzt aber auch ganz ehrlich jetzt persönlich, ich habe mich jetzt auch nicht aktiv auf die Suche gemacht, eben nach mehr, nach mehr Champagner jetzt in diesem Demisec oder Gardus Bereich.

00:45:12: Also die Nachfrage muss ich jetzt, also bei uns, ich weiß nicht wie das bei unseren Kollegen teilweise ist, aber die Nachfrage ist auch nicht da.

00:45:21: Also ich habe diesen Champagner jetzt schon ein paar Jahre auf der Karte, aber in diesen knapp vier Jahren würde diese Flasche genau ein einziges Mal so als Flasche bestellt und das war ein Silvester.

00:45:33: Also das musst du dann, wenn du das hast, dann klar, wie gesagt, du musst es dann eben auch offen einbauen, du musst es ins Pairing einbauen, weil dass dir das so als Flasche bestellt wird, also wie gesagt, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, kommt eigentlich nie vor.

00:45:49: Ich hatte da ein witziges Erlebnis mit einem Champagner aus dem Hause Röderer, der da einen Händler mich angerufen und hat gefragt, bitte kannst du mir diese 24 Flaschen abnehmen, du kannst mehr oder weniger zahlen, was du möchtest oder wie finden, fairen Preis.

00:46:07: Interessanterweise kamen die Flaschen aus dem 50er Jahren, wurden damals für den amerikanischen Markt produziert, hatten eine ganz, ganz deutliche Restsüße, diese Whitefire, sie hatten ein richtiges weißes Etikett und der war so genial.

00:46:21: Also es war 2000 um 2020, 70 Jahre hat der auf dem Bucke gehabt, jede Flasche war völlig intakt, natürlich keine Perlage mehr oder nur ganz, ganz extrem gering, aber richtige Erlebnisse.

00:46:33: Daher kann ich mir vorstellen, dass wenn es Champagner mit einer gewissen Restsüße gibt, man diese Reife im Champagner mag, dann kann das eine tolle Präsentation haben.

00:46:43: Man kann Kunden damit überraschen.

00:46:45: Das ist definitiv, ja.

00:46:47: Manchmal gerade selbst, ah großartig, wir haben ein ganz anderes Geschmack, eine ganz andere Tiefe, finde ich durchaus Interessanten, würde mich freuen, wenn man die öfters auf den Karten oder beim Glas findet oder da einfach dann auch manchmal davon ein Gläser gibt.

00:47:02: Ich finde, man trinkt sie viel langsamer und bewusster, süße Animiert zwar auf der einen Seite, dass man natürlich große Schlücke nehmen möchte, aber man lässt sich mehr auf diese verschiedenen Geschmacksebenen im Champagner ein, das finde ich durchaus reizvoll.

00:47:18: Trinkst du überhaupt noch Wein oder probierst du nur?

00:47:20: Ich trinke natürlich Wein, das auch sehr, sehr gerne. Am liebsten auch in geselliger Runde, muss ich sagen. Ich bin eigentlich bis auf ganz wenige Ausnahmen, keiner der am Abend zu Hause alleine sich eine Flasche Wein aufmacht, das kann schon mal vorkommen, aber sie sind der Tat eher selten.

00:47:46: Also ich genieße es mit meiner Frau, ein gutes Glas Wein am Abend zu trinken, sei es zum Essen, sei es dann aber auch einfach solo entspannt auf der Couch oder so, bei guten Gesprächen, aber genauso eben in geselliger Runde mit Kollegen, doch das muss schon sein.

00:48:05: Nur probieren, aber auch nicht genießen im Ende des Tages, das wäre für mich jetzt keine Option.

00:48:10: Was hältst du davon, wenn man Weinchen probieren?

00:48:12: Ja, finde ich gut. Ich meine langsam wird der Graubau immer trockener, mal Zeit, nicht mehr Wein zu reden, sondern auch mal ein zu probieren.

00:48:21: Du magst ja Italien, deswegen dachte ich, können wir eventuell etwas aus Italien probieren. Ich finde es für mich eigentlich eine ganz, ganz große Überraschung gewesen, als ich mich mit diesem Weinbaugebiet das erste Mal beschäftigt habe.

00:48:33: Das größte in Italien, es hat kaum jemand auf dem Schirm zu zielen.

00:48:37: 93.000 Hektar, das ist hammer, da dreimal so groß wie Schampani, weil es vorhin das Thema war.

00:48:43: Ja, gehört hat, also ein bisschen tut man das irgendwo genau, dass es so groß ist, aber total hart.

00:48:49: Also durch, klar, Etna und Co. ist es jetzt in den letzten Jahren ein bisschen mehr geworden, aber im Prinzip hast du recht, das ist eigentlich immer noch eine Region, die noch nicht so viele auf dem Schirm haben.

00:49:02: Jetzt haben wir eine typische Rebsorte, die eigentlich, ich weiß gar nicht, ob die Autokton ist, also gibst du sie nun, Zizilien, oder hast du Nerodavola schon mal woanders herprobiert?

00:49:12: Also persönlich jetzt nicht, aber ich könnte jetzt nicht ausschließen, ob sie jetzt vielleicht auch, also quasi dann in der Spitze vom Stiefel, also weiß ich nicht, Basilikata, Apulia und so weiter, ob sie da vielleicht auch mal vorkommt, das könnte schon sein.

00:49:23: Aber persönlich habe ich jetzt, glaube ich, meine ich auch nur Nerodavola in Kombination mit Zizilien probiert.

00:49:32: Ich dachte eben auch, so weltweit gäbe es bestimmt auch die eine oder andere Region, wo das durchaus interessant sein könnte.

00:49:37: Man die irgendwie Südamerika oder so, könnte ich mir da vorstellen, teilweise Australien, also Rebsorte kann ja extrem gut mit Hitze umgehen.

00:49:44: Und eigentlich müsste sie ja prädestigniert für Australien sein, aber zumindest ist es interessant, was dort daraus wird.

00:49:52: Und hier bei dem Beispiel finde ich es halt wahnsinnig spannend, dass der relativ alkoholarm ist, 30,3 Volumen pro Zett, also eigentlich schon fast ein frischer Wein für die Gegebenheiten dort, und trotzdem ein typischer Nerodavola.

00:50:08: Wenn du so ein Wein vor dir hast, wie gehst du an den Wein ran? Also wenn ich dir jetzt den Wein vorstellen würde und ich würde gar nicht weiter kommentieren, würde was zum Haus sagen,

00:50:17: sondern du würdest den Wein selber probieren, hast du da eine Abfolge, wie du den Wein immer probierst, oder ist das unterschiedlich oder wie näherst du diesen Wein?

00:50:27: Eigentlich ist es immer gleich. Und jetzt auch gar nicht so spannend, sondern eigentlich mehr oder weniger, wie man es eben auch mal gelernt hat, dass man sich die Farbe anschaut, dass man ihnen ein bisschen Sauerstoff gibt, sprich Schwenken,

00:50:44: dann nimmt man die erste Nase, dann nimmt man die zweite, vielleicht auch noch die dritte, dann den Gaumen. Also das ist eigentlich fast immer die gleiche Abfolge.

00:50:57: Machst du es bewusst oder ist es unbewusst? Also gehst du hin und sagst, ich probiere jetzt den Wein, ich setze mich hin und ich nehme die Ruhe oder ist das dann so, dass der Wein auch im Vorbeigehen bestehen muss?

00:51:09: Und wenn er das macht, dann fasziniert er dich.

00:51:13: Das hast du ziemlich gut gesagt, ich glaube mir, ich hätte das gar nicht so ausdrücken können, aber genau das ist es eigentlich. Also Weine, die mich auch nachhaltig beeindrucken, das sind dann Weine, ich sag's dann immer so, ein bisschen suffisant, das sind so Weine, mit denen kannst du spazieren gehen.

00:51:26: Das bleibt und das bleibt und das bleibt und deswegen, wenn ich so beiläufig Wein probiere, dass soll gar nicht negativ klingen, man nimmt sich dann schon die Zeit, aber spannend sind dann eben die,

00:51:42: und gerade wenn man jetzt vielleicht auch mal die Vielzahl an Weinen in kurzer zeitliche Abfolge probiert, dann sind ja meistens die spannendsten, das was dem Gedächtnis bleibt, sind ja die, die bleiben.

00:51:52: Und die auch immer länger Zeit rumbleiben, die eben nicht, wenn du es probiert hast, so 10 Sekunden und dann ist weg.

00:51:57: Deswegen, wie du es jetzt zuletzt kommuniert hast, ja, das trifft du ganz gut.

00:52:05: Wir hatten bei uns in der Weinbar witzigerweise Gäste, falls ihr's hört, liebe Grüße an dieser Stelle, wir hatten sogar zwei verschiedene Gästepärchen, die haben sich immer zum spazieren gehenden Glas Wein geholt und haben dann damit entspannt, also manche einer mag das ja vielleicht auch mit Bier machen, mit Wein macht's keiner,

00:52:22: und die haben den Wein dann auch interessanterweise richtig genossen und auch richtig während des Laufens intensiv probiert und sich dann ganz anderen, aber nicht mehr in der schönen Moment mit dem Wein gemacht, das fand ich total rührt und total ergreifend.

00:52:39: Also weil da eben auch kein Schott getrunken wurde, sondern es waren ihm dann teilweise auch sehr, sehr besondere Burgunder und immer auch so diese 0,2er Menge und keine Ahnung, eine Stunde spazieren gegangen und dann wiedergekommen, Gäste abgegeben, glücklich gewesen.

00:52:51: Perfekt macht man glaube ich viel zu selbst, da hab ich selber noch nie gemacht, bist du mir schon mal mit Wein spazieren gegangen?

00:52:56: Also das macht man hier in der Palze, wenn, dann macht man das mit einer Schor, darf ich das sagen, man macht das mit einer Schorle, ne?

00:53:04: In dem schönen halb Liter Doppelglas, damit gehst du schon spazieren, mit so einem Glas Wein in der Hand glaube ich habe ich's noch nicht gemacht.

00:53:12: Ja, okay. Wer vielleicht bei einer Andrigung, schreibst du mit, also wenn du ein Wein probierst und wenn der vielleicht auch eine gewisse Präsenz für dich haben soll, du bist auf der Suche nach irgendwas oder du musst Probeflaschen abarbeiten oder möchtest Probeflaschen abarbeiten, machst du die Notizen oder bist du dann derjenige, der sagt, okay, wenn der Wein muss sich einbrennen, wie eben vorhin auch mit dem nebenher?

00:53:37: Sowohl als auch, ich glaube es ging zum bisschen auf die Menge an der Weine, die du probierst.

00:53:42: Ja.

00:53:43: Ja, man wissen wir ja alle, ich meine, wenn wir auf eine Messe gehen, ob das jetzt die Probeweine ist, ob das die Meister Weinbäuse ist, was bei mir jetzt ja um die Ecke ist oder welcher auch immer und du weißt, dass eine Vielzahl von Wein auf dich warten, dann musst du mitschreiben, das ist alles andere.

00:54:00: Wer behauptet, das kann er alles ohne und das kann er nicht alles im Kopf behalten, okay, wer das kann, großen Respekt, aber ich glaube, das ist dann doch relativ schwierig.

00:54:08: Aber wenn man jetzt, keine Ahnung, ich habe jetzt so ein, zwei Probeflaschen, die ich jetzt mitstriebs, vielleicht probiere oder zu Hause, dann mache ich es eher selten, das gebe ich zu, weil das behalte ich mir dann schon, weil dann geht es dann immer zipp nur um ein, zwei Weine, den ich jetzt gerade in dem Moment meiner Aufmerksamkeit schenken muss, aber wenn es halt mehr werden, dann geht es ohne Aufschreiben nicht.

00:54:34: Hm, finde ich genauso. Wie würdest du den beschreiben, den Neodavila?

00:54:39: Also ich finde, ich habe bisher jetzt nur die Nase gehabt, ich habe den jetzt noch nicht am Gaumen, aber ich finde es spannend, wie gesagt, du hast so eingangs gesagt, dass in den Sitzilien hat man nicht immer so offen schön und jetzt immer auch diese Rebsur, was ja eine spannende Rebsur da ist, die wahrscheinlich die typischste für Sitzilien überhaupt.

00:54:59: Also ich will jetzt nicht sagen, das ist nämlich eine Biolain, das wäre jetzt vielleicht auch vermessen, aber trotzdem ist ja, das sieht man ja auch in der Farbe schon, da kommt jetzt nichts mächtiges, dunkles, Alkoholstarkes auf dich zu, was man ja aus wie die Italien mit Primitivo und so weiter ja auch kennt.

00:55:19: Also ich finde es in der Nase auf jeden Fall schon extrem animieren tatsächlich, auch so ein bisschen was Medizinales würde ich jetzt mal sagen oder so ein bisschen was Ätherisches habe ich da irgendwie auch drin.

00:55:33: Also weit weg von irgendwie, was man ja meinen könnte, von tiefer, dunkler, froh, teilweise was dann auch so schnell ins Gekochte übergehen kann, das habe ich da überhaupt gar nicht, was ich jetzt persönlich auch eher sehr positiv finde.

00:55:51: Ich finde bei dem in der Tat so, also diese Transparenz auch in der Farbe ist sehr überraschend, dass es kein so dicke Schnecke ist, sondern ein Wein, der eine gewisse Leichtigkeit lebt oder Verspanntheit.

00:56:03: Also im Prinzip der, so mal diesen Eindruck, den so eine Nase hat, der bestehlt sich im Prinzip am Gaumbast natürlich schon merkst.

00:56:13: Das ist natürlich schon noch eine sehr, also wir reden über Jagen 2020, weil wir das ganz schon erwähnt haben, aber eben schon noch eine sehr lebendige Säure, sage ich jetzt mal, schon sehr animierend, ganz klar.

00:56:25: Das ist aber, weiß nicht wie es bei dir jetzt in der Weinbeis, aber das wäre jetzt bei mir im Restaurant zum Beispiel, wäre das schon etwas, was du schon sehr erklären musst, jetzt auch in einem Pairing erklären musst, weil,

00:56:45: Gut, ich darf jetzt nicht so sehr vielleicht jetzt bei mir das Restaurant sehen, also ich meine unsere Küche ist zu 80% Zifu, das heißt, wenn ich in dem Pairing habe, ich meistens oder in aller Regel nur ein Rout Wein.

00:56:55: Das ist dann zwar auch keine Bombe, weil das unsere Küche gar nicht hergibt, aber also ich finde den Wein sehr spannend, vielleicht geht ihm hinten raus, geht ihm ein bisschen tiefer ab, so.

00:57:11: Wir haben vor über Alltagswanne geredet, das ist ja jetzt zwar so nicht, aber das könnte ich mir jetzt vorstellen, das ist etwas, was man auch so entspannt trinken kann.

00:57:28: Und jetzt, weiß ich nicht, was ich jetzt nicht unbedingt in einem großen Pairing sehen würde, ich weiß nicht, ob man das so richtig sagen kann, aber was sagst du?

00:57:49: Ich mag dieses nicht ewig lange, würde ich eher als Frische darstellen, finde ich interessant, es gibt ja immer ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Interpretationen für den Wein, man kann Wein sehr kritisch oder sehr schön beschreiben, wie als Hormiz versuchen wir immer das Schöne herauszuarbeiten, um dieses Schöne dann einfach auch zu den Gästen zu transportieren,

00:58:05: diesen schönen Moment dann darzustellen, finde ich interessant, dass als relativ kurz, ich empfand ihn da als animierend und lebendig dadurch, passt auch zum Gesamtkonzept mit dieser knackigen Säure, die ich wahrscheinlich der Höhenlage dort so ein wenig zusprechen würde, ich glaube der kommt von 5 oder 600 Meter höher, was ja schon recht hoch ist.

00:58:30: Und das gibt ihm glaube ich dieses ganze Strafe und dieses ganze Geratlinie dort letztlich.

00:58:38: Und ich finde die Frischfrucht total eben auch vom Nasenbild faszinierend, ein Wein der so ganz viele verschiedene Schichten hat, ich finde die Parallele, die hätte ich jetzt im Nebion nicht gezogen, aber ich finde sie interessant, weil wir eben auch diese leichte Sherryprägung, also dieses kürschige haben, was wir in beiden Rebsorten exemplarisch durchaus greifen können und so ein wenig eben auch dieses leicht Floreale,

00:59:05: also dieses so zarten Fliedertöne oder dieses leicht blütrige, was der hat.

00:59:10: Ich finde das Holz ist extrem gut eingebunden, gibt ihm ein gutes Rückgrat, man merkt, dass auch nicht vier Holz mit dabei ist, Wein der, also ich sehe ihn fast eher als singulären Wein, gar nicht so sehr als Kombiwein.

00:59:25: Genau, das finde ich wiederum spannend.

00:59:28: Das ist was ich sagen wollte, genau, gar nicht unbedingt als Kombiwein, sondern...

00:59:33: Und hier finde ich also es eben auch signifikant, bei welcher Temperatur man den trinkt.

00:59:37: Ich habe den jetzt relativ kürig, habe den bei, ich denke, um die 12-13 Grad, was ihn natürlich auf der einen Seite so ein bisschen kastriert.

00:59:46: Ich würde jetzt mal behaupten, ich habe um die 16.

00:59:50: Ja, was ja auch schon relativ kürs.

00:59:52: Hab auch ein relativ kleines Glas genommen, was dem Wein eben auch so ein wenig in seiner Frisch- und Lebendigkeit betont.

00:59:58: Ich habe von Zier des Fresh, das gibt dem Ganzen so ein knackiges Fundament.

01:00:04: Und ich glaube, ein Wein, also wahrscheinlich, wenn du den mit deiner Frau heute Abend, morgen oder wie auch immer, dann noch probierst, der hat nochmal eine ganz andere Wahrnehmung, eine ganz andere Ausstrahlung.

01:00:13: Das ist ein Wein, der sich sehr schön entwickelt, aber jetzt schon eine gewisse Präsentat.

01:00:17: Ja, eine sehr schöne, freu ich mich drauf, das ist auf jeden Fall nochmal, dann noch nachzuverkosten.

01:00:23: Hast du dein Alltagswein, den du, wenn du zu Hause beim Abendbrot oder mit deiner Frau auf der Couch Wein trinkst, ist das dein Alltagswein?

01:00:31: Oder macht ihr euch immer die Riesengranaten auf?

01:00:33: Nee, also tatsächlich, das ist vielleicht manchmal unser Problem.

01:00:36: Also die Riesengranaten machen wir viel, viel zu selten auf, weil man sich dann immer denkt, ach nee, kannst du jetzt nicht oder darfst du jetzt nicht, was eigentlich Quatsch ist.

01:00:47: Also ich meine, ich bin mir zwar vorstellen, es geht vielen so, dass man so seine Schätzchen, die man zu Hause hat, die hütet und behütet man.

01:00:56: Und manchmal auch vielleicht, das ist mir auch schon passiert, persönlich zu lange, als dann, dass es gut für sie wäre.

01:01:04: Deswegen, so diese großen Granaten sind es in der Tat weniger.

01:01:09: Und dann eher ein Alltagswein.

01:01:10: Es sind oftmals...

01:01:11: Also du sagst, du hast deinen Standard zu Hause?

01:01:13: Genau. Und dann, also darf ich ja sagen, klar, ich lebe in Deidesheim, meine Frau arbeitet bei Reisrad von Buhl.

01:01:20: Also da kommt es eben natürlich schon mal vor, dass so der ein oder andere Buhl-Riesling dann bei uns auf dem Tisch landet tatsächlich.

01:01:30: Nicht nur natürlich, weil ja auch langweilig auf die Dauer.

01:01:33: Aber wenn es um Alltagsweine geht, ich sag mal, zu 90 Prozent ist das dann ein pälzer Riesling.

01:01:41: Das ist nicht immer Buhl natürlich, aber häufig fällt die Wahl auf den Pälzer Riesling erst.

01:01:47: Was muss ein Alltagswein können? Also wann stellt er dich zufrieden?

01:01:52: Meistens noch nicht mal, dass du sagst, ich möchte fasziniert werden, sondern ich möchte ein Punkt bedürfenes.

01:01:56: In meinem Qualitätsanspruch irgendwo dem Genüge tragen.

01:02:01: Worauf achtest du da? Was musst du da können?

01:02:03: Ja, das ist ja genau der Punkt.

01:02:04: Also ich meine, er muss Spaß machen, er muss hier sowas ansprechen.

01:02:09: Er muss auch unkompliziert sein, sage ich jetzt mal, weil ich meine, es ist ja auch so, wenn man eben über Granaten große Weine spricht.

01:02:19: Klar kann man immer wieder so, das ist eine Definitionsfrage, was für jemanden dann ein großer Wein ist.

01:02:24: Aber das sind ja dann schon Weine, die ja, ich will jetzt die Alltagsweine nicht so kleinreden,

01:02:34: aber die eben auch eine gewisse Aufmerksamkeit des Konsumenten voraussetzen, sage ich jetzt mal.

01:02:40: Und das möchte man dann ja auch. Man will sich dann ja in diesen Wein rein denken letztendlich.

01:02:43: Man genießt es mit jedem Schluck, man findet bei jeder Nase oder eben bei jedem Schluck nochmal,

01:02:50: ja, entdeckt man was Neues, das neue Faszination, mit noch mal anderen Noten wahr,

01:02:57: die man vielleicht beim ersten Mal nicht wahrgenommen hat.

01:03:00: Und man kann sich in sowas ja auch mal komplett verlieren.

01:03:03: Ich meine, ich glaube, da spreche ich für viele von uns.

01:03:06: Und ich glaube, das ist nicht unbedingt gewollt, wenn es wirklich um Alltagsweine geht.

01:03:09: Also da geht es ein bisschen, sei es zum Feierabend beispielsweise oder wenn man dann abends, wie gesagt, die Arbeit ist getan,

01:03:16: die Kinder sind im Bett und man will sich einfach nur noch ein bisschen fallen lassen und entspannen,

01:03:20: dann muss ein Alltagswein genau eben das erfüllen.

01:03:25: Man muss diese Entspannung fördern und dich jetzt nicht nochmal von den grauen Zellen her nochmal mehr fordern,

01:03:33: weil das willst du dann eigentlich nicht mehr.

01:03:36: Was ja oftmals ein komplizierter Wein auch macht, also nicht nur für uns Profis,

01:03:41: sondern allgemein, weil der natürlich auch andere Geschmacksansprache hat,

01:03:45: dass man richtig reingesogen wird.

01:03:47: Wie ein schwieriges Musikstück.

01:03:50: Man kann das nicht nebenher laufen lassen, sondern man muss dann damit arbeiten.

01:03:54: Man muss sich da reinlassen oder damit beschätzen.

01:03:57: Und das lieben wir ja alles.

01:03:59: Ich meine, das lieben wir ja alles.

01:04:01: Sonst hätte man den Beruf des Sommeliers nicht ergriffen,

01:04:04: aber es gibt eben doch gerade im Alltag,

01:04:07: und das wissen wir, glaube ich, auch alle Situationen, wo du eben das nicht möchtest.

01:04:11: Und trotzdem schätzen wir ja diese Weine über die Maße gar keine Frage.

01:04:15: Willst du sagtest, Schätzchen zu Hause sammelst du Weinen?

01:04:18: Ja, ein bisschen.

01:04:19: Ich muss jetzt halt sagen, ich habe jetzt leider keinen richtigen Keller.

01:04:23: Das ist so ein bisschen doof.

01:04:25: Und wir werden alle wissen, in der Wohnung lagern ist es nicht unbedingt so optimal.

01:04:29: Also ein bisschen schon, aber jetzt sei jetzt mal nicht in dem großen Stil.

01:04:35: Nicht die Wertanlage für die Kinder, wo du sagst,

01:04:38: wenn die irgendwann 30 Jahre werden, dann haben die dort mindestens 3 Rolls in Wein vormstehen.

01:04:44: Nee, das ist jetzt nicht.

01:04:45: Also das ist ja nicht.

01:04:46: Wenn ich die Lagerkapazität hätte, glaube ich,

01:04:48: und wären wir jetzt nicht so oft umgezogen in den letzten Jahren berufsbedingt,

01:04:52: dann wird es das vielleicht geben.

01:04:54: Also ich habe einen Kollegen hier, der hat sich so eine kleine Lagerhalle angemietet

01:04:59: und der ist da wirklich im ganz großen Stil dabei.

01:05:02: Da denke ich auch manchmal auch zu meinem lieber Freund.

01:05:05: Aber gut, auch Kinder los, da kann man sich jetzt wieder die Frage stellen,

01:05:09: okay, wäre das mit Kindern so auch möglich?

01:05:11: Weil klarerweise, weißt du ja auch, da verschieben sich dann hier und da auch mal so ein bisschen die Prioritäten.

01:05:18: Aber nee, also wie gesagt, groß sammeln oder als Wertanlage Wein kaufen, das tue ich eigentlich nicht.

01:05:26: Ich habe mal gehört, dass im normalen deutschen Haushalten Kind, wenn es großgezogen wird,

01:05:31: den Eltern über die Jahre bis es rausgeht 250.000 Euro kostet.

01:05:37: Ja, da kannst du mal sehen.

01:05:39: Und ich habe zwei davon.

01:05:41: War nicht interessant die Zahl.

01:05:43: Das ist beim zweiten Gewürz günstiger, da kann das abgetragen werden.

01:05:48: Aber es ist so eine Zahl, wo ich sage, wow, da dachte ich, wow, das ist interessant.

01:05:52: Und wenn man es einmal runterrechnet, also so verkehrt ist das gar nicht.

01:05:55: Also die Lebensbereicherung natürlich aus dem Vorgestellt, das ist größte Glück.

01:06:01: Aber das Rheinmonitäre dabei fand ich eigentlich total spannend.

01:06:05: Was würdest du sammeln, wenn du Wein sammeln würdest?

01:06:07: Hättest du da eine Vorliebe, dass du sagst, es ist Champagner oder es ist Felser-Gisling

01:06:11: oder würdest du auf was anderes gehen?

01:06:13: Reine aus dem sammeln entweder fürs Alter oder auch aus kommerziellen Gründen?

01:06:17: Also ich glaube, was ich sonst wie gesagt jetzt nie tun konnte,

01:06:23: was auch jetzt für die Betriebe, für die ich gearbeitet habe, jetzt nie wirklich so dieses Thema war.

01:06:27: Aber ich würde glaube ich tatsächlich Modo subscribirn.

01:06:33: Also das würde ich wahrscheinlich tun.

01:06:37: Trotz oder gerade wegen der Entwicklung, die da derzeit ist, preislich gesehen oder eben auch gesamt?

01:06:43: Also wohl als auch.

01:06:45: Situativ.

01:06:47: Vermutlich nicht nur, aber das wäre sicherlich etwas, was ich dann machen würde.

01:06:53: Und da dann eher auf, also sagst du, subskribirn, dann wahrscheinlich auf die großen Häuser

01:06:59: oder würdest du da eher das Individuelle suchen?

01:07:01: Ja, also wie gesagt, wenn das monetäre, wie du sagst, keine Rolle spielt,

01:07:07: dann als Wetterlage wären es die großen Häuser und für einen selber

01:07:15: wären es dann eher kleinere Häuser, die jetzt sich so langsam da auf den Vormarsch machen,

01:07:27: dass die da vielleicht so in der absoluten Spitze noch nicht angekommen sind oder vielleicht

01:07:31: doch einfach in der Wahrnehmung vieler noch nicht so angekommen sind.

01:07:33: Aber ich glaube, da würde ich so zweigleisig fahren.

01:07:37: Das ist nicht nur die Werbeeinblendung eines Begleiters dieses Podcastformates,

01:07:55: das ist eine O-Marsch an ein Meisterwerk aus der Toskana, den Panizi

01:08:01: Viennacce San Gimiano Reservat 2018.

01:08:05: Dieser Wein ist ein Flüstern aus vergangener Zeit, eine stille Revolution.

01:08:11: Richtig große Weine bestehen in der Stille und sind nicht banalplagativ,

01:08:15: unsinnig arombund oder lästig laut.

01:08:17: Der Panizi Viennacce San Gimiano Reservat 2018 ist nicht aufdringlich,

01:08:23: nicht marktschreierisch, er trägt einfach eine andere Art von Kraft in sich

01:08:27: und das er diese Kraft hat, zeigt er in seine Reife.

01:08:30: Wer behauptet, ein Weißwein aus der Toskana, ein Viennacce San Gimiano,

01:08:33: könne nicht reifen, mürte mit dem 2018 Reservat aus dem Hause Panizi

01:08:38: seine Vorurteile komplett revidieren.

01:08:40: Aber in allererster Linie ist er Toskana.

01:08:43: Und wer liebt die Toskana nicht, dieses wunderbare Fleckchen Erde,

01:08:46: das für uns ein absoluter Imbegriff von Deutsche Wieter und Lebensfreude ist.

01:08:51: Ja, ich weiß, klingt ausgezehrt, aber es reicht ein Bild,

01:08:53: mit welchem in uns ein Toskana-Gefühl ausgelöst wird.

01:08:56: Gedeckt der Tisch im Garten, mit weißen Viennen Tischdecken,

01:08:59: eine Straße mit Zypressen oder ein Bild vom New York der Toskana,

01:09:04: also San Gimiano.

01:09:06: Ja, ich habe das richtig gehört.

01:09:07: Diese kleine historische Stadt in der Provenz Siena

01:09:11: wird oft wegen seiner markanten, hochaufragenden,

01:09:14: mittelalterlichen Türme, die an die Skyline Manhattan sehnern,

01:09:17: als das mittelalterliche Manhattan bezeichnet.

01:09:21: Im 13. und 14. Jahrhundert war die Stadt ein wohlhabendes Zentrum des Handels.

01:09:25: Und wohlhabende Familien konkurrierten darum,

01:09:27: immer höhere Türme zu bauen, um ihren Reichtum und Einfluss zu demonstrieren.

01:09:32: Ursprünglich gab es 72 dieser Türme, von denen heute noch 14 erhalten sind.

01:09:37: Diese Turmhäuser dient nicht nur als Status-Symbol,

01:09:40: sondern auch als Verteidigungsbauwerke in den häufigen Konflikten

01:09:44: zwischen rivalisierenden Familien.

01:09:46: Dieser städtewetsch Streit um die Höhe der Türme erinnert an den modernen Wettbewerb

01:09:51: der Wolken, grad sein New York.

01:09:53: Während San Gimiano mittelalter seinen Höhepunkt erreichte,

01:09:56: blieb die Stadt in späteren Jahrhunderten weitgehend unberührt,

01:09:59: was ihr den Charme eines mittelalterlichen Manhattan bewahrt hat.

01:10:03: Die Skylines heute ein markantes Symbol für die Stadt.

01:10:06: Und hier kommt einer der berühmtesten Weißweine Italiens,

01:10:10: der Vernazsi San Gimiano her.

01:10:12: Die gleichnamige Rebsorte ist eines der ältesten und zugleich faszinierendsten

01:10:15: Weißweinsorten Italiens und genießt einen Ruf, der weit, weit, weit über

01:10:20: Tito's Kanne hinausgeht.

01:10:21: Ihr Ursprung wird bis ins mittelalter zurückverfolgen, bereits 1276,

01:10:27: wurde sie in den Archiven von San Gimiano erwähnt.

01:10:30: Eine absolute Seltenheit in der Geschichte des italienischen Weinbaus.

01:10:35: San Gimiano ist eines der wenigen Gebiete in Italien,

01:10:39: das für seine Weißweine den Status einer DOCG erhalten hat.

01:10:44: Was die Qualität und das Potenzial dieser Rebsorte unterstreichten,

01:10:47: das ist nicht eines der wenigen, sondern das erste Gebiet.

01:10:49: Und der Vernazsi Wein hat es verdient.

01:10:51: Warum?

01:10:52: Vielleicht wegen seiner strugeben Farbe,

01:10:54: vielleicht wegen seines goldenen Glanzes,

01:10:56: vielleicht aber auch wegen seines Ausdruckstaaten Aromas.

01:11:00: Das nicht selten an Zitrusröschte grünen Apfelmandele erinnert

01:11:03: und von stark mineralischen Akzenten fundiert ist.

01:11:06: Diese Weine haben in der Regel frische und eine unglaubliche Geschmackslänge

01:11:11: und eine besondere Eigenschaft,

01:11:14: der wer Natzscher ist, ihre Fähigkeit durch Lagerung, Komplexität zu entwickeln.

01:11:19: Eine unter sind wir ehrlich sehr seltene Qualität unter italienischen Weißwein.

01:11:23: Das Weingut, Panizzi, wurde 1979 von Giovanni Panizzi gegründet,

01:11:27: als er das Pudere Santa Marietta erwarb,

01:11:29: das sich südwestlich der Stadtmauern von San Gimiano befindet.

01:11:33: Die ersten Weinreben dienten zunächst der Herstellung von Wein

01:11:37: für den privaten Genuss 1989 produzierte Panizzi,

01:11:40: jedoch seinen ersten offiziellen Jahrgang,

01:11:42: dessen die Dikette bis heute für Sti und Avangard steht.

01:11:45: In 1990 und früh 2000er Jahren erlangte das Weingut bedeutende Anerkennung

01:11:50: und das insbesondere für die außergewöhnliche Reifefähigkeit seiner Wer Natzscher Weine,

01:11:54: wie diesen 2018 nach Reserva.

01:11:57: Ja, Giovanni Panizzi gilt als einer der Pioniere,

01:12:00: der die Wer Natzscher di San Gimiano wieder ins Rampenlicht rückte

01:12:04: und deren Potential zur Entwicklung von Komplexität durch Flaschenreifung erkannte.

01:12:09: Heute wird das Weingut von Simone Nicolai geführt,

01:12:12: der Panizzi's Vision teilt und die Qualität der Weine kontinuierlich weiterentwickelt.

01:12:17: Das Weingut setzt auf höchste Qualität und Nachhaltigkeit,

01:12:20: um sowohl den Charakter des Tiroas zu bewahren,

01:12:23: als auch innovative Ergebnisse zu erzielen.

01:12:26: Die Weinberge von Panizzi umfassen vier Lagen,

01:12:29: innerhalb des DOC-Gegebietes San Gimiano.

01:12:32: Insgesamt bewirtschaft das Weingut 60 Hektar.

01:12:35: Die Weinberge liegen in unterschiedlichen Höhenlagen,

01:12:39: verfügen über verschiedenste Bodentypen, die zur Vielfalt der Weine beitragen.

01:12:43: Was man diesem Reserva anmerkt,

01:12:45: ist ein Erwähnungswein, der aus allen vier Lagen gewonnen wird.

01:12:49: Die Weinberge der Wer Natzscher liegen auf Böden aus gelben Sand,

01:12:53: Lehm und Hochstein.

01:12:54: Die ältesten Reben stammen aus den 70er Jahren.

01:12:56: Und sie sorgen wahrscheinlich dafür,

01:12:58: dass dieser Reserva spielen 25 Jahre reifen kann.

01:13:03: Danke für dieses Weinerlebnis.

01:13:05: Dem Hause Panizzi und ein großes Dankeschön,

01:13:07: dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Segnetz.

01:13:12: [Musik]

01:13:16: [Musik]

01:13:19: Wo man gerade im normal trinkbaren

01:13:24: Bereich, noch bezahlbaren Bereich, wahnsinnige Schnäppchen, also im

01:13:27: Weltspiegel finde ich, wahnsinnige Schnäppchen findet, also sei es im

01:13:31: bis 10 bis 20 Euro Bereich ist das faszinierend, was man dort findet, wenn

01:13:37: man eben links und rechts der großen Häuser schaut. Hast du allgemeine

01:13:41: Sensibilität für Preis? Also dass du sagst, ich würde niemals unter dem Preis

01:13:45: oder über dem Preis irgendwas trinken, also über dem Preis jetzt auch

01:13:50: Kinder- und wirtschaftliche Situation einfach mal außen vorgelassen, die einen

01:13:54: natürlich dann irgendwo hemmt, aber ich trinke keine Weine über 60.000

01:13:58: Euro oder keine Weine unter 5 Euro, also hast du da ein ethisches oder ein fachliches

01:14:04: Bewusstsein oder ist die es egal? Egal, es ist nicht, aber klarerweise,

01:14:10: wir wissen ja, was schattstisch gesehen die Deutschen für Wein ausgeben und ich

01:14:18: meine und zum Lieblingsjahr läuft es ja wahrscheinlich immer kalt in Rücken runter, wenn man diese Zahlen sieht.

01:14:24: Aber ich glaube, es geht in beide Richtungen, also ich sage mal,

01:14:30: wird es mal ganz überspitzt gesagt, nehmt das Counter in der Flasche Wein für 1,99 Euro,

01:14:34: das ist wie bei jedem anderen Lebensmittel, da muss man sich dann, glaube ich, die Frage

01:14:39: nicht stellen, wie das mal hergestellt oder produziert worden ist, um diesen

01:14:43: Preis erzielen zu können oder dass es mit diesem Preis in den Markt kommt.

01:14:48: Und nach oben hin ist halt so das andere extrem, also ich meine, wir kennen alle die

01:14:54: großen Weinmarken, die großen Labels dieser Welt, die teilweise halt

01:14:57: astronomische Preise erzielen und da kommt es, glaube ich, schon darauf an, wie man

01:15:08: halt selber persönlich konstituiert ist irgendwie, also ich meine, wenn man sich eine Flasche Wein,

01:15:14: einfach jetzt mal so dahin gesagt, eine Flasche Wein, die 5.000 Euro leistet,

01:15:19: so, dann muss das eine Flasche Wein sein, auf die man vermutlich hingespart hat, also das

01:15:24: würden wir zwei jetzt wahrscheinlich tun müssen und dann entwickelst du ja darüber hinaus eine

01:15:29: irre Erwartungshaltung an diesen Wein und diese Erwartungshaltung meiner Meinung nach,

01:15:32: kann diese Wein danach nicht erfüllen. Das heißt, so eine Flasche kannst du eigentlich nur

01:15:37: genießen, wenn für dich diese, eben Beispiel, 5.000 Euro genauso viel sind,

01:15:44: überspritz gesagt, wie für uns vielleicht 50 oder 500. So und deswegen, ja, also wie gesagt,

01:15:52: da geht es so in beide Richtungen, also ein Limit für mich persönlich habe ich jetzt so nicht,

01:15:57: da kannst du jetzt nur sagen, okay, kann ich es mir leisten oder kann ich es mir nicht, aber klar,

01:16:02: nach unten hin dann vielleicht schon, das ist dann irgendwann schon sage, okay, da bin ich jetzt

01:16:07: raus, aber nach oben hin, also wie gesagt, es gibt schon Preisentwicklungen, wo man sich schon fragt,

01:16:13: mein lieber Freund, wo soll das mal auch hingehen, also wenn man jetzt nicht nur als Privatperson,

01:16:18: sondern auch als als Einkäufer denkt, der das Ganze ja dann auch nochmal kalkulieren muss und dann

01:16:24: ja auch immer noch mit dem gewissen Gewinn im Restaurant verkaufen möchte, da wird es dann

01:16:31: teilweise schon schwierig, das attraktiv zu preisen, das muss man sich dann schon auch gut

01:16:37: überlegen, ob man da den einen oder anderen Weg noch mitgeht oder dann sich dann vielleicht doch

01:16:41: auch nach Alternativen umschaut. Wo bist du nach unten raus? Nach unten. Also was ist die Schmerz

01:16:46: für dich? Das hat so ein Betrag jetzt schwierig, aber wie mein Beispiel gerade, also ich glaube,

01:16:52: in beiden für 1,99 Euro würde ich mir persönlich nicht kaufen. Also es wird ja oftmals dieses

01:16:56: 7 bis 10 Euro genannt, auf der anderen Seite hat man gerade nach Falz, weil du ja da gerade bist

01:17:01: teilweise Shoppenweine, die von durchaus anständigen Produzenten sind, wo du den Liter für

01:17:07: einen einstelligen Betrag bekommst, der erstmal erschreckend überraschend ist, aber dann durchaus

01:17:14: auch nachvollziehbar ist, also daher finde ich es auch manchmal schwierig, so eine Grenze zu ziehen

01:17:18: oder das immer so festzunageln. Also ich gehe mit dir total konform, man kann viele Weine im

01:17:24: hochklassigen Bereich wirklich nur trinken und genießen, auch Werten, wenn man sie nicht bezahlt

01:17:29: hat oder die für einen Wert frei sind. Ein Wein, das eben oftmals nicht erbringen kann. Hast du

01:17:34: einen Wein, den du gerne mal probieren möchtest, den du noch nicht probiert hast? Also gibt es da bei

01:17:37: dir eine Wunschliste, wo du irgendwas mal trinken musst? Die Wunschliste gibt es jetzt vielleicht so

01:17:44: in dem Punkt nicht, aber klar, ich habe ja ganz am Anfang unseres Gesprächs auch davon gesprochen,

01:17:53: dass ich natürlich eine große Leidenschaft insgesamt für das Weinland Frankreich habe und

01:17:57: dementsprechend vermute ich nur ganz wenige unsere Kollegen auch, nämlich es begund. Und da wäre es

01:18:05: natürlich mal sehr selten. Also ich weiß, ich habe mal, das war ein großes Erlebnis, das war

01:18:12: mal, das war noch zu meiner Schweizer Zeit, da hatte ich mal einmal das Glück gehabt, dass ich eine

01:18:19: Magnumplasche Latache aus dem Jahr 2004 probieren dürfen. Das war schon sehr eindrücklich und wenn

01:18:27: man da dann noch mal dazu kommen würde oder jetzt überhaupt meiner von der Domaine, also was ist

01:18:36: halt so oder was wird immer so als Benchmark hochsterellisiert aus dem Bogund? Wenn weiter Zugang

01:18:43: zu diesem Wein ein bisschen einfacher wäre, das wäre vermutlich ganz schön oder auf der anderen

01:18:49: Seite den Wein, den ich schon mal probiert habe, was auch unfassbar war und was mich einfach

01:18:55: wahnsinnig interessieren würde, wie das ich heute präsentiert, das war auch wenn es ein großes

01:18:59: Label ist 1985, saß ich kaja, damals zu meinem, ich glaube zu meinem 30 jährigen Geburtstag habe

01:19:06: ich den getrunken, genau. Das war auch, das war auch eine absolut perfekte Flasche, also das wird

01:19:12: mich von interessieren jetzt so nach knapp zehn Jahren, wie der sich heute präsentieren würde.

01:19:17: Wenn du so ein Wein hast, ist das Setting für dich wichtig? Also brauchst du, legst du dir Musik auf,

01:19:23: musst der Raum eine bestimmte Farbe haben, Größe ist eher im Restaurant, ist es eher zu Hause, also

01:19:30: was ist für dich der Grundanspruch an einen perfekten Weinmoment vom Gesamt Setting?

01:19:37: Das kann ganz unterschiedlich sein, also ich meine klar, wenn man jetzt solche Weine spricht,

01:19:45: dann hat man, das ist dem hat man ja auch gerade, dann trinkt man die vermutlich nicht im Alltag so,

01:19:51: dann sind das ja vielleicht ja, sind es Fährlichkeiten, ob jetzt Geburtstage, Hochzeitstag, wie auch immer

01:19:58: und dann klar, also man schafft dann schon dafür eine besondere Atmosphäre, das ist jetzt gar nicht

01:20:06: mal jetzt nur wegen dem Wein, sondern halt jetzt auch, wenn man jetzt, wie gesagt, Hochzeit,

01:20:12: Zeitgeburtstag, vielleicht sind die Kinder außer Haus oder die Oma passt auf sie auf, man hat

01:20:18: mal ein bisschen Zweisamkeit und wie du sagst klar, dann läuft ein bisschen Musik im Hintergrund,

01:20:24: du hast ein bisschen gedientes Licht, vielleicht, du schaffst einfach so eine, ja für dich selber,

01:20:32: so eine Wohlfühlatmosphäre, in der dann dieser Wein halt wirken kann, weil das kann er halt nicht

01:20:38: in der Form, wenn, ich will nicht immer, also nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, ja ich liebe

01:20:44: meine Kinder, aber wenn dann zum Beispiel man versucht so einen Moment herzustellen und dann

01:20:53: schaltet es auf den Nachbarzimmer, im 10 Sekunden sagt Mama, Papa, Mama, Papa, dann wird es schwierig,

01:20:58: sich auf diesen Moment und eben auch auf diesen Wein wirklich vollumfänglich einzulassen, also

01:21:04: das ist glaube ich ganz wichtig, wobei ich glaube, das kann auch in einer Runde passieren, also wenn

01:21:12: man jetzt, keine Ahnung, sich mit ein, zwei Freunden, Kollegen wie auch Oma jetzt irgendwie

01:21:16: trifft und man sitzt zusammen, das kann privat sein, das kann auch in einem Restaurant,

01:21:23: an einer Weinbar sein und vielleicht hat man sich ja vorher auch schon mal ein bisschen besprochen

01:21:28: und man hat gesagt, weil man sich auf die Weinkarte angeschaut hat, so Mensch komm, wir schmeißen

01:21:33: alle zusammen und gönnen uns halt dieses oder jenes und kann das auch ein unfassbarer Moment sein,

01:21:39: also ich glaube wichtig ist so der Anlass muss glaube ich irgendwo auch stimmen und dann glaube

01:21:45: ich auch, dass man, das ist immer wieder bei dem, dass ich das selten alleine tu, dass man diesen

01:21:50: Moment teilen kann, ich glaube das ist auch ganz elementar, ob das jetzt wie gesagt mit der Partnerin

01:21:55: oder mit Freunden ist, weil das macht dann dieses Moment irgendwo auch perfekt, wenn du eben auch die

01:22:00: Faszination deines Gegenübers vielleicht auch wahrnimmst und da einfach ein Moment entsteht,

01:22:05: von dem du einfach noch lange zähren kannst, über den du lange sprechen wirst, der lange

01:22:09: in Erinnerung bleibt. Ja, da wahrscheinlich eben auch die Situation, dass geteilte Freude,

01:22:14: doppelte Freude ist, wenn man sich dann mitteilt austauscht, ganz genau, die Wahrnehmung des

01:22:18: anderen dann irgendwo auch greifen kann, dessen Interpretation des Wein ist, wenn man zum Wein

01:22:23: ja immer nur und oftmals an einer gewissen Oberfläche abkratzen kann, seit man hat irgendwie ganz,

01:22:31: ganz viel Zeit um ihn irgendwie wahrzunehmen und durch dieses gemeinsame Bereichernde kriegt man

01:22:36: immer wieder verschiedene Facetten und Eindrücke von denen, Wein sind so eine Sache wie Gläser,

01:22:41: Service und sowas alles für dich wichtig, also hast du da einen Anspruch an Gläser, möchtest du

01:22:46: definitiv. Wo liegt der Anspruch dort? Also, müssen es mindestens Markengläser sein oder reicht

01:22:54: auch in Kea, müssen es Muntgeblasene sein, gibt es da Vorlieben bei dir? Vorlieben, also tatsächlich

01:23:01: in Kea Glas habe ich jetzt keins zu Hause, ich habe jetzt aber auch nicht nur Muntgeblasene zu Hause,

01:23:06: das ist immer so ganz unterschiedlich, also ich glaube, es muss ja am Ende so ein bisschen klar

01:23:11: entscheidet dabei ja das Glas und da tun wir uns jetzt vielleicht, die das Hauptberuflich machen

01:23:19: ein bisschen leichter, weil wir halt von vornherein schon eher wissen welches Glas zu welchem Wein

01:23:26: passt und welches eben auch nicht und dementsprechend hat man ja auch unterschiedliche Gläser,

01:23:32: Gläsertypen, Gläserformen bei sich zu Hause und bild eben das entsprechende. Wenn der Wein das

01:23:36: entscheidet, wie entscheidet er das? Also nur hochwertige Gläser für hochwertige Weine oder

01:23:41: nee, ich meine jetzt eher also die jeweilige Form eines Glases gibt und das Wein das entscheidet

01:23:48: meine ich auch, habe ich ein Bordeaux, habe ich ein Bougunder, habe ich ein Felser Riesling,

01:23:52: wenn ich ein Riesling habe über welche Qualitätsstufe sprechen wir etc. und da gibt es ja

01:23:59: verschiedene Serien, also wer es fast schon ein bisschen zu sehr auch die Spitze treibt,

01:24:07: es ist ja Riedl, die ja mittlerweile glaube ich gefühlt für fast jede Rebsort dieser Welt

01:24:12: irgendwie ein eigenes Glas aufgelegt haben, wo es da auch schon Serien gibt, also das finde ich

01:24:16: schon sehr cool, die ich auch zu Hause habe, also so ein bisschen Rebsorten spezifisch,

01:24:23: das habe ich eigentlich damit gemeint, dass der Wein eigentlich das Glas entscheidet so ein

01:24:27: bisschen. Oder versuchst du mit dem Glas den Wein zu betten und ihn ein absolut perfektes Umfeld

01:24:34: zu geben oder versuchst du ihn heraus zu fordern und eigentlich ein völlig kontreres Glas zu wählen?

01:24:40: Also ich weiß nicht ob ich da jetzt zu konservativ bin, aber ich glaube da bin ich definitiv

01:24:46: bei Esterem, also ich sage mal in einem pairing klar, da bin ich natürlich dann auch mutiger,

01:24:54: da will man das ja auch so manchmal auch diese Gegensätze zusammenbringen, damit sich ja

01:24:58: wenn er so ganz neue geschmackte Dimensionen auftun, aber beim Glas da bin ich schon eher so

01:25:04: unterwegs, dass ich sage, es muss eben das perfekte Glas für diesen oder das annähernd

01:25:08: perfekte Glas für diesen Wein sein, also da würde ich mich jetzt in keine Experimente

01:25:15: verstricken worden. Da hat sich auch jemand Gedanken gemacht, wie man eben dem Wein absolut

01:25:19: perfekt darstellen kann und oftmals ist ja eben auch dieser einen Wein Moment, den man dann hat,

01:25:23: den möchte man natürlich denn unterstützend im Restaurant selber, was ist für dich vom

01:25:27: Service wichtig? Worauf achtest du? Ich weiß nicht ob Demut das richtige Wort ist, aber

01:25:33: vielleicht auch wiederum schon, weil ich mir halt denke, das ist ja egal welche Flasche

01:25:44: Wein du in der Hand hast und wenn du gerade im Restaurant, wo du ja nochmal etwas aus deinem

01:25:48: Keller oder von deiner Weinkarte servierst, dann stehst du ja in aller Regel da ja auch voll dahinter,

01:25:54: sonst hättest du diesen Wein im Sortiment nicht und da aber auch mit so einer gewissen Demut diesen

01:25:59: Wein vorzustellen zu präsentieren, weil du ja weißt, wie viel Herzblut davor möglich auch in

01:26:05: der Flasche steckt oder was es halt alles bedurbt hatte, diesen Wein zu produzieren. Das finde

01:26:14: ich irgendwie ganz wichtig, weil es mich so ein bisschen persönlich auszeichnet im Service,

01:26:18: würde ich jetzt mal persönlich sagen, ich versuche halt immer so diese Faszination,

01:26:22: die ich für das Thema habe, was so ich eigentlich am Gast eben rüber zu bringen,

01:26:25: ich würde jetzt mal behaupten, das gelingt mir in der Regel ganz gut, weil es für mich einfach

01:26:31: wie gesagt danach wie vor unfassbar faszinierendes Thema ist, es ist Leidenschaft, es ist Hobby,

01:26:37: also wir könnten ja eigentlich sagen, da uns glaube ich das Gefühl irgendwo eint,

01:26:42: dass wir das große Glück haben unsere Leidenschaft und so Hobby irgendwo auch zum

01:26:46: Beruf gemacht zu haben, weil irgendwann ein weiser Mann hat mir gesagt, wenn du etwas tust,

01:26:52: was dir Spaß macht, dann musst du nie wieder arbeiten. Das hat natürlich auch gibt ein paar

01:26:57: Schwächen dann der Aussage, aber im Kern trifft es das eigentlich ziemlich gut. Bin jetzt vielleicht

01:27:02: ein bisschen abgedriftet, weil jetzt ging drum, okay, wie arbeite ich im Restaurant, aber ich glaube

01:27:08: am Ende mache ich nicht viel anders als die Kollegen auch, aber ich glaube, was gerade was

01:27:15: Präsentation angeht, das fängt ja bei der Empfehlung schon an und wie gesagt dann beim Präsentieren,

01:27:20: beim Öffnen, wie du diesen Wein eben auch behandelst, was du tust, damit sich der Wein

01:27:27: eben auch vollumfänglich zeigen kann, das fängt da wie gesagt klar, bei der Wahl des

01:27:31: richtigen Glases an, dann dich an Tjern Karafjelen, wie wir das halt alle kennen, tust du es ja

01:27:38: nein, das Glas eventuell eben auch definieren, dass es eben einfach schon so ein bisschen vorbereitet

01:27:43: wird auf dem Wein, also im Prinzip, dass du versuchst alles zu tun, dass ich der Wein bestmöglich

01:27:49: am Gas zeigen kann und schlussendlich ja auch dem Gas damit einen ganz besonderen genussvollen

01:27:56: Moment oder mehrere Momente über den Abend hinweg oder über die eine oder andere Flasche hinweg zu

01:28:02: bereiten. So, das ist meine Aufgabe und der gehe ich nach wie vor, wie gesagt, mit großer Leidenschaft

01:28:09: nach. Wenn du sagst, dass du für deine Leidenschaft bekannt bist, wie zeichnet sich die aus? Ist es

01:28:14: immer die Ansprache und falls ja, was für eine Ansprache hast du? Also hast du ein Stil, wo man dich

01:28:22: wiedererkennen könnte, ähnlich wie ein Koch manchmal einen Signature-Disch hat? Ja gut, so was wie

01:28:28: den Signature-Disch, das ist bei uns ja vielleicht ein bisschen schwieriger, aber also meine Ansprache

01:28:35: ist natürlich da nicht immer gleich, das wäre ja auch komisch, glaube ich, aber ich glaube,

01:28:41: und das Besondere ist ja, würde ich jetzt mal behaupten, oder das ist ja etwas, was du nicht

01:28:49: steuern kannst, so was man sieht dann einfach so aus, die rausbricht, wenn du über etwas sprichst

01:28:55: und gleichzeitig auch über etwas nachdenkst, was ich einfach begeistert so und das eins zu eins zu

01:29:02: transportieren. Also ich habe auch schon mit, wie ich quasi noch nicht Hauptberufler als Hominier

01:29:09: gearbeitet hatte, auch mit einem anderen Kollegen gehabt, die das meinen, persönlich meiner Meinung

01:29:16: nach jetzt nicht ganz so rübergebracht haben, für die war das halt so Business as usual und dann

01:29:21: erzählst du das einmal von oben nach unten und war so wirklich ein Funkel, springt da halt nicht

01:29:30: über so, das ist halt gar nicht meins, deswegen einfach so diese Leidenschaft dann am Gast zu

01:29:42: zeigen und sie eben auch zuzulassen, jetzt nicht künstlich irgendwie versuchen, zurückhalten

01:29:46: zu wollen oder ja, dann darfst du strahlen, dann müssen die Augen funkeln, dann du zeigst einfach

01:29:53: und wie gesagt und dann ist es auch nicht gestellt, du zeigst einfach, wie sehr du für dieses Thema

01:30:00: brennst und wie toll du es letztendlich dann in dem Moment ja auch findest, den Gast jetzt diesen

01:30:08: Wein zu präsentieren, zu öffnen und zu servieren. So und ich glaube, das muss aus einem, tief aus

01:30:13: einem selbst kommen, das kannst du nicht, ja, das kannst du nicht lernen, ist doof, aber das ist

01:30:20: einfach so, ich glaube so diesen inneren Antrieb, den wir glaube ich irgendwo alle haben müssen,

01:30:25: sonst könnten wir glaube ich diesen Beruf zumindest über längere Zeit gar nicht in der Form

01:30:28: ausüben. Gibt es verschiedene Tools, die du brauchst, also neben natürlich Karaffe, Gläser,

01:30:35: Kellnermesser, Handseherwerte, irgendwas wo du sagst, das würde ich total gerne empfehlen oder

01:30:40: das sollte auf keinen Fall fehlen. Ja den Durant so oder manche nennen sie noch hip ammel, glaube

01:30:47: ich, ich weiß gar nicht, ich werde den einmal erfunden. Hip ammel ist was anderes, das ist ja so wie

01:30:51: so eine Zange, so eine langgezogene Zange, wo du einen Korb der reingerutscht ist, bedrausziehen kannst,

01:30:55: gibt es witzigerweise auch kaum noch auf dem Markt und Durant ist ja wo du einen Spankkorkenzier und

01:31:01: einen normalen Korkenzier in einem hast und den Korken stabilisierst und dann die Seele

01:31:06: reindrehst und den somit von innen und außen zusammen zusammen raus bewegen kannst, den

01:31:14: bei den Korken. Aber hip ammen sind auch extrem hilfreich, wie der passiert ist, gerade wenn man

01:31:19: mit vielen alten Weinen arbeitet, was bei euch ja wahrscheinlich nicht selten ist und der Name

01:31:25: daher ist ja, welts mehr oder weniger wie die Zange ist, der Korken umgriffen wird und dann

01:31:29: rausgezogen wird. Sind auch ganz ganz interessante Handwerksäule, ja gibt es viel viel zu selten,

01:31:35: also mehr hip ammen dieser Beinwelt bitte. Sonst noch irgendwas wo du sagst, das ist super

01:31:41: hilfreich oder vielleicht auch was was total nutzlos ist, wo du sagst, boah das, wenn ich so was geschenkt

01:31:47: bekomme bitte nicht. Also was du im Service jetzt nicht brauchst, ich weiß es noch, das ist

01:31:52: schon natürlich auch schon Jahre her, da wollte man mir mal, ich weiß gar nicht irgendwo aus

01:31:58: meinem Verwandtschaftskreis ein Geschenk machen, das war auch so ein so genanntes Somelier Set,

01:32:05: wo dann auch so mit Thermometer und so weiter, das mag jetzt mal ganz interessant sein, aber ich finde,

01:32:14: das brauchst du jetzt im Restaurant nicht, ich hatte mal einen Gas, ja er hat immer seinen

01:32:20: Weinthermometer mitgebracht und wenn man dem Glas Wein eingeschänkt hat, das erste was er

01:32:25: gemacht hat ist das Thermometer in dieses Glas rein zu halten. Das finde ich dann, also natürlich

01:32:30: klar, perfekt, die Temperatur etc. Wobei es da ja auch unterschiedliche gibt beziehungsweise,

01:32:37: das nimmt ja auch jeder Gast irgendwo anders wahr, für den einen ist der Rotwein jetzt zu kalt,

01:32:41: für den anderen ist er zu warm. Das finde ich jetzt im Service, finde ich das jetzt übertrieben,

01:32:45: also das bräuchte ich jetzt nicht. Also ich würde jetzt nicht im Service irgendwie mit

01:32:48: Weintemometer oder so arbeiten. Aber Temperatur ist für dich grundsätzlich schon wichtig oder

01:32:54: extrem wichtig? Ja, natürlich klar. Ich meine jetzt, also weiß ich nicht, also sag gerne,

01:33:01: sehe ich das falsch, hast du schon mal mit dem Thermometer gearbeitet? Ich finde es manchmal

01:33:05: interessant, um sich selber so ein wenig abzugleichen oder einzunorden und sehr überraschend,

01:33:10: wie man, wenn man Temperatur ja unterschiedlich war, nachdem wie viel Alkohol der Wein hat,

01:33:14: wie welche Säure der Wein hat, welche, also eben auch Viskosität er da herausresortieren,

01:33:19: dann letztlich auch hat, kann man Temperatur manchmal total unterschiedlich taxieren und

01:33:26: einschätzen und das finde ich überraschend. Ich habe dummerweise in der Tat auch kein Weintemometer

01:33:31: überhaupt, also hatte glaube ich auch noch nie eins, aber wenn wir es mal nachgeprüft haben,

01:33:38: einfach für den Betrieb, wir haben es mit anderen Thermometern probiert, also meist mit

01:33:45: Küchenthemometern, wo wir da geguckt haben, welche Temperatur das hat, war es sehr, sehr

01:33:49: überraschend. Für mich ist es immer so ein Leidenschaftsthema, wer ich nicht weiß,

01:33:53: welche Temperatur nimmt man, nimmt man die Gasttemperatur, weil viele Gäste ja die

01:33:58: Weine anders genießen würden, als wir es normalerweise in unserer Weinwelt anders empfehlen

01:34:06: würden. Da ist nicht nur immer das ewige Thema Weißwein, wo man sagt, ich würde den total

01:34:11: gerne, weil er das Potenzial hat bei 13, 15 Grad, fast wie ein Rotwein eigentlich servieren und der

01:34:17: Gast hätte ihn aber lieber bei 3 Grad. Und was ist da richtig, also in der Form, der Gast

01:34:24: natürlich König und man steht da selber immer so ein bisschen außen vor, aber manchmal sehen

01:34:28: auch so der Kompromiss, den man irgendwo eingeht oder wo man versucht, damit auch zu spielen,

01:34:34: ein zweites Glas temperiert dazu zu stellen und einfach zu sagen, probiert es mal in der Form.

01:34:40: Normalerweise serviere ich den eher ungern, für euch serviere ich den gerne bei 3 Grad,

01:34:44: weil ihr das Glas beschlagen sehen wollt oder wer ihr einen Erfrischungsgetränk sucht,

01:34:51: aber man verschenkt sich halt so, so eine Spielerei, also mag ich dann immer ganz, ganz gerne.

01:34:56: Ja, das ist echt. Also gerade eben auch jetzt zum Beispiel, was ich mal krass finde bei Roséwein.

01:35:01: Roséwein halte ich oftmals für völlig unterschätzt oder eben auch manchmal falsch serviert,

01:35:07: aber Roséwein wie ein Rotwein zu servieren mit viel Potenzial, mit viel Entwicklungsmöglichkeiten

01:35:12: im entsprechenden Glas, finde ich einfach großartig. Da hast du vollkommen recht.

01:35:16: Also Temperatur ist immer so ein ganz, ganz heigtes Thema, wo man eigentlich mehr falsch

01:35:19: machen kann, als man richtig machen kann. Ja, am Ende ist es so und genau, du hast die

01:35:25: Beispiel genannt, ich meine, wenn man an Wein so kalt sein muss, dass das Glas beschlägt.

01:35:29: Ja gut, dann wie du sagst, dann ist der Gast am Ende König, auch wenn man selber sich denkt,

01:35:35: auch wie schade, aber ja, so ist es. Aber der Gast trinkt dann dem Augenblick das Gefühl,

01:35:40: das ist dann eben auch schön, weil er dann eben einfach, und kommt wahrscheinlich auch mit dem

01:35:44: entspannenden Alkohol dann einen schönen Moment hat, aber ja, man mag ja gerne. Gibt es irgendwas

01:35:50: beim Wein, was du nicht machen würdest? Also wo, wenn das der Gast bestellt, du sagen würdest,

01:35:54: nee bitte nicht. Keine Ahnung, großgewecks vom Bull als Glühwein zum Beispiel.

01:35:59: Stellt euch vor, ihr sitzt in einer altwürdigen Whiskeybahn in Edinburgh. Der Raum durfte nach

01:36:21: Leder, Eiche und Jahrzehnte langer Tradition. Ein Glas wird vor euch abgestellt. Ihr nehmt einen

01:36:27: Schluck und plötzlich passiert etwas Unerwartetes. Kein vertrauter Scotch, kein japanischer Mord.

01:36:33: Stattdessen eine Welle von tropischen Früchten, dunkler Schokolade und würzigen Holz. Die

01:36:38: Kette um euch, man erstaunt. Der Parkkeeper grinst. Das ist Kavalan aus Taiwan. Taiwan? Whiskey? In

01:36:46: einer Welt, die von Highlands, Islay und den Brednereien Japans dominiert wird, klingt das wie ein

01:36:51: Widerspruch. Und doch, Kavalan hat bewiesen, dass Whiskey nicht nur von Traditionen lebt,

01:36:56: sondern Mut und Innovation. Ein Whiskey aus einem Land, das für seine Hightech-Industrie und

01:37:01: seinen T-Platagen bekannt ist. In wenigen Jahren, die ihr Lied herausfordert, das ist nicht nur

01:37:06: eine Geschichte, das ist eine Revolution. Als 2008 der erste Kavalan Single Mord auf dem Markt

01:37:12: kam, war die Skepsis, es könnt ihr euch alle denken, groß. Whiskey aus Taiwan? Die Transitionalisten

01:37:17: rümpfen die Nase. Doch dann kam der Moment, der die Szene veränderte. 2010 gewann Kavalan

01:37:24: in einer Blindverkostung gegen die etablierte Elita aus Schottland. Whiskey-Kritiker verstummten.

01:37:29: Juroren riemen sich die Augen und eine neue Ära begann. Plötzlich war klar,

01:37:34: Excellenter Mord-Wiskey kennt keine greografischen Grenzen. Nur Handwerkskunst, Leidenschaft

01:37:39: und Mut zur Innovation. Die Distillery ist das Werk von Titili, ein Mann mit einer Vision. Er wollte

01:37:46: nicht nur einfach ein Taiwanischen Whiskey, er wollte dem besten Whiskey der Welt. Die Antwort

01:37:52: auf die Frage, warum sich Taiwan als perfekter Ort für Whiskey eignet, liegt in einem unerwarteten

01:37:58: Verbündeten. Dem Klima. Vergiss, was du über die Whiskey-Reifung zu wissen glaubst. Während sich

01:38:04: in Schottland fesser Jahrzehnte lang Zeit lassen, arbeitet Taiwan im Zeitraffer. Das tropische

01:38:10: Klima von Jilan ist nicht nur eine Herausforderung, sondern ein Katalysator. Die hohen Temperaturen und

01:38:14: die feuchte Luft sorgen für eine schnellere Interaktion zwischen Holz und Distillat. Ein

01:38:18: vierjähriger Kavalan kann es geschmacklich mit einem 15-jährigen Scotch aufnehmen. Verrückt? Nein.

01:38:24: Pure Wissenschaft. Und es geht noch weiter. Das Wasser für Kavalan stammt aus den klaren

01:38:30: Quellen des Snow Mountain. Es ist weich, es ist rein und es ist voller Mineralien. Die perfekte

01:38:36: Basis für ein Distillat mit Tiefe und Charakter. Dazu kommen. Und wir wissen alle, wie immens

01:38:42: wichtig das ist, speziell ausgesuchte Fesser, die eine intensive Reifung ermöglichen. Besonders

01:38:47: spannend bei Kavalan ist, dass sie eben nicht nur auf Bourbon oder Sherryfesser setzen, sondern eben

01:38:51: auch mit Weinfesser, mit Cognacfesser, mit Portweinfesser und mit hartgetostem Eich experimentieren.

01:38:56: Das Ergebnis? Eine Aromexplosion, die euren Gaumen nicht nur fordert, sondern zugleich verführt.

01:39:01: Also Zuckerbrot und Peitsch in Whiskyform auf der Zunge. Super. Und das ist super. Kavalan verfolgt

01:39:06: einen einzigartigen Distillationsansatz. Klassische Kupferbremblase aus Schottland.

01:39:11: Treffen auf modernste Überwachungstechnologien. Nichts, aber auch wirklich nichts bleibt in

01:39:16: Zufall überlassen. Die Kunst besteht darin, den perfekten Cut zu setzen, den Moment zu bestimmen,

01:39:21: wenn das Distillat seine maximale Ausdruckskraft erreicht. Der Kavalan Distillery Select Nummer

01:39:27: 2 hebt sich durch eine raffinierte Fas-Auswahl hervor. Hier verschmilzen Vanille, dunkelschokolade und

01:39:34: geröstete Nüsse im Aromenbild mit der unverwechselbaren Fruchtigkeit tropischer Früchte, was Kavalan

01:39:41: so einzigartig macht. Die Holznoten sind natürlich präsente, aber niemals dominant.

01:39:46: Alles ist im Perfekt, da haben wir ihn nicht ausgewogen und wahnsinnig elegant. Jetzt mal ehrlich,

01:39:51: was macht diesen Whisky wirklich einzigartig? Es sind drei Dinge. Zum einen die Geschwindigkeit der

01:39:57: Reifung. Tropisch Temperatur ermöglichen eine intensive Extraktion der Holzaromen,

01:40:02: mit dem ganz einfachen Resultat viel mehr tief in kürzester Zeit zu erreichen. Punkt zwei,

01:40:06: die Textur. Der Whisky ist samtig. Er ist rund und zugleich aber wahnsinnig voluminös. Trotzdem

01:40:13: leichtfüßig und durch die Fruchtigkeit überraschend frisch. Punkt drei, die Arombalance. Wir haben

01:40:19: auf der einen Seite diese fruchtige Süße, wir haben die würzige Tiefe, wir haben die Dezenten

01:40:24: mit der Noten und die verschmelzen zu einem Spiel, das am Gaumen noch ewig lange nachhalt. Also bitte,

01:40:30: vergiss überholtedokument. Kavalan Nummer zwei ist nicht nur ein Whisky, es ist ein Statement. Eine

01:40:35: Rebellion gegen Konvention. Er zeigt, dass Whisky sich weiterentwickeln kann, ohne seine Seele zu

01:40:42: verlieren. Es ist einfach an der Zeit, den Begriff Terror komplett neu zu denken. Während in Schottland

01:40:47: nebefangene Hügel die Fässer umarmen. Herrscher, im Teil war eine ganz andere Bedingung. Feuchte

01:40:52: Hitze, starke Winde und rapide Druckveränderungen. Manchmal geschieht Geschichte nicht in Schlachten.

01:40:57: Oder in politischen Entscheidungen. Manchmal geschieht sie auch an einem schlichten Verkostungstisch.

01:41:03: 2010. Schottland. Eine Blindverkostung mit den besten Mold-Wisky der Welt. Niemand wusste damals,

01:41:10: dass in den Gläsern ein Herausforder aus Taiwan auf sie wartete. Und dann Kavalan gewann. Und

01:41:16: mittlerweile ist Kavalan kein Geheimtipp mehr. Es ist ein Phänomen. Und das Beste daran,

01:41:20: das Abenteuer hat gerade erst begonnen. Vielen lieben Dank dafür. Und noch ein großes Dankeschön

01:41:26: dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:41:30: Ja, zum Beispiel. Ich finde Eiswürfel ganz fruchtbar. Jetzt habe ich eine Zeit lang auf

01:41:47: Sylt gelebt und gearbeitet. Da war das Thema ja allgegenwärtig. Auch immer gut. Immer

01:41:57: schön Eiswürfel. Also jetzt nicht selber, aber das ist natürlich nicht selber, aber das ist

01:42:00: halt die Gäste, das wollten. Damit musste man halt ein Leben. Da konnte man dann irgendwie

01:42:06: so machen, was ich nicht konnte. Schön, dass du es fragst, weil das ist jetzt auch gar nicht

01:42:13: so lange her, dass ich diesen Fall hatte. Da haben Gäste ... Ich hatte einen Champagner getrunken,

01:42:21: tatsächlich. Und ich meine auch, dass es Domperiowa. Und die eine Dame wollte das in der Tat mit

01:42:29: Cola trinken. Champagner und Cola, habe ich ja noch nie gehört. Witzig. Ja. Und da habe

01:42:36: ich gesagt, die waren dann auch cool, es war dann auch witzig. Aber ich habe dann gesagt,

01:42:42: also, ich serviere Ihnen das Glas Champagner, ich serviere Ihnen die Cola. Was sieht man

01:42:46: damit anstellen? Oblegt dann Ihnen, aber ich werde es nicht vorab mischen. Das werde ich

01:42:53: nicht tun. Witzig. Das müsste ja extrem überschäumen. Das kann ich mir fast gar nicht mal ausprobieren.

01:43:00: Ja, also man wollte das dann auch in einem großen Glas. Man sollte dann auch in einem

01:43:04: Bugunderglas serviert werden und so weiter, dass eben genau genug Platz da ist. Aber das

01:43:09: war dann sowas, das tue ich dann nicht. Das könnte ich dann nicht. Ich hatte Cola-Nummer

01:43:14: nie. Also ich habe viele oder jeder erzählt darüber, aber ich hatte das nie diese Situation

01:43:20: des Problems, dass ich das irgendwie machen musste, konnte, durfte, sollte, wie auch immer.

01:43:25: Daher. Ja. Habt ihr wahrscheinlich die seltenen Gäste, die das lieben oder eben diese Vorliebe

01:43:31: haben? Sonst findest du eine Situation, wo Wein überhaupt nicht passt? Also fäll dir

01:43:36: da irgendwas ein, wo du sagst, da bitte kein Wein? Ja, wobei das tatsächlich ...

01:43:42: Also dieser Entschluss, dass man merkt, so in dieser Situation bitte kein Wein, das

01:43:49: musste jetzt auch, sagen wir mal, über mehrere Berufsjahre, glaube ich, reifen. Also was mich,

01:43:53: also persönlich bin ich mittlerweile so, dass ich sage, in so richtigen ... Also in

01:44:00: Situationen, wo man so einen richtig harten Tag hatte, jetzt auch eben auch von der Arbeit

01:44:05: schwierige Gäste, es waren langer Tag, viele Stunden und man, ich weiß nicht, ob ich das

01:44:12: jetzt hier sagen darf, aber wo man einfach nur so richtig abgesagt eigentlich ist. Und

01:44:17: man dann als Kompensation Alkohol trinkt und dann eben Wein, um irgendwie auf diesen

01:44:26: Tag klarzukommen oder wie auch immer, das ist etwas, was ich heute nicht mehr tue. Weil

01:44:33: ich dann für mich auch festgestellt habe, das geht dann auch eigentlich konträr zu dem,

01:44:38: wie ich Wein ja auch sehe und lebe. Das ist da Wein, es ist Emotion, es ist Genuss, es

01:44:45: ist wieder das Wort Leidenschaft. Und wenn man dann in Situationen, wo es ja eigentlich

01:44:53: in Anfangs sage ich nur, um den Alkohol geht, Wein zu sich nimmt, dann kontaktiert man eigentlich

01:45:02: die ganzen Gründe, für die man sich eigentlich mal für dieses Thema entschieden hat. Und

01:45:08: das habe ich auch viele Jahre gemacht, das gebe ich auch offen und ehrlich zu, aber

01:45:11: dann irgendwann festgestellt, dass das falsch ist und dass man das eigentlich nicht tun

01:45:17: sollte. Schöne Ansatz. Kannst du Wein, wenn du sagst Leidenschaft, ist Wein für dich

01:45:22: Leidenschaft oder gibt es ein anderes Wort, mit dem du Wein darstellen könntest? Emotion.

01:45:28: Es ist sowohl für einen selber, als eben auch diese Emotionen, die man transportiert und

01:45:36: die dann beim Gast ankommt. Also es ist so eine Energie, die dann irgendwie spannend ist.

01:45:40: Kannst du noch ein Leben ohne Wein vorstellen? Schwierig. Sehr schwierig. Ja, tatsächlich.

01:45:46: Kavins Muskel geht alles, aber schön. Also wenn man so tief in dem Thema drin ist, kann

01:45:51: das nur Wein oder gibt es irgendwas, was genauso vielschichtig, vielfältig ist, genauso tiefsinnig,

01:45:58: genauso komplex, genauso kulturell? Also ist da Wein das Einzige? Das Einzige ist es vermutlich

01:46:05: nicht. Also für mich ist es das Einzige. Also mir würde jetzt so spontan nichts anderes

01:46:08: einfallen, was genau diese ganzen Punkt abdeckt, die du eben auch gerade gesagt hast. Also deswegen

01:46:17: für mich ist es das Einzige. Wie man Wein kombinieren kann, das finde ich total spannend.

01:46:22: Ist es bei dir nur ein Speisenthema, wie du Wein kombinierst oder könntest du Wein darüber

01:46:29: greifend auch mit anderen Dingen, mit Musik zum Beispiel, kannst du Wein mit Musik kombinieren?

01:46:33: Ich weiß, dass das wohl geht. Jetzt noch nicht so die allergrößte Erfachung,

01:46:42: jetzt muss ich jetzt sagen, aber ich habe es so noch nicht probiert direkt. Also wo wirklich

01:46:46: jetzt die Musik auf den Wein und umgekehrt irgendwie abstimmen, das hatte ich selber

01:46:51: noch keine Erfahrung mitgemacht. Ich finde aber, dass beide Elemente was mit einem machen.

01:46:54: Ja, ja. Aber spannend ist es. Aber ich finde auch total schwierig, wenn man zwei so super

01:47:00: komplexe Themen hat, wie Musik und Wein, die jeder ja anders empfindet, das so zu kombinieren,

01:47:08: dass der Anderes genauso wahrnimmt. Das ist genau der Punkt. Für einen selber mag das dann

01:47:13: vielleicht total stimmig sein, weil ich habe gerade von Emotionen gesprochen und das ist

01:47:20: ja bei Musik definitiv auch so. Also jeder hat ja so seine Musikrichtung ist klar,

01:47:27: aber es gibt ja einfach Songs, Lieder, wie auch immer, mit denen man irgendwas verbindet,

01:47:32: die etwas in einem auslösen. Das ist dann aber nur bei einem selber vielleicht und

01:47:37: jetzt bei deinem Gegenüber. Und deswegen, das ist eigentlich extrem schwer. Auch wenn man

01:47:43: meinen sollte, beides hochemotional komplexe Themen muss man doch eigentlich zusammenführen können.

01:47:48: Kann man sicherlich auch. Aber dass das dann für jeden stimmig und schlüssig ist,

01:47:53: glaube ich, ist extrem schwer. Gebe es, wenn dann ein perfektes Instrument für Wein oder

01:47:58: ein Instrument, was Wein perfekt reflektiert? Klavier. Klavier. Ja. Spannend, wenn man es

01:48:05: ja eben auch unterschiedlich bespielen kann. Ja. Also ich liebe dieses Instrument. Meine

01:48:09: große Tochter ist auch fleißig am Lernen. Schon sehr gut. Also ich finde Klavier passt da sehr,

01:48:17: sehr gut. Musik kann auch ein totaler Ausgleich sein. Das finde ich manchmal total fasziniert.

01:48:21: Also hast du irgendwas zum Ausgleich, wo du Ruhe vom Wein findest oder Abstand von der Welt

01:48:29: sozusagen? Ja, das Sport. Also ich bin Supersportler. Ja, Supersportler vielleicht jetzt nicht mehr ganz

01:48:37: so. Aber jetzt für meinen, sagen wir mal, für meinen wöchentlichen Ausgleich, also so zumindest

01:48:44: zweimal die Woche muss ich ins Fitnessstudio. Das ist zwingend notwendig. Also wenn ich das nicht

01:48:51: schaffe, dann werde ich da noch mal ganz unleidig zu Hause. Also das brauche ich halt. Also ich bin

01:48:58: jetzt keiner, der das jetzt jeden Tag braucht oder alle zwei Tage. Aber so bis ein bis zweimal die

01:49:03: Woche muss das schon sein. Und dann, wenn du mich nach meinen Hobbys fragst, also wer es jetzt für

01:49:10: mich nicht in die Gastronomie in Huzellerie gegangen war eben der große Berufswunsch früher noch

01:49:17: als Teenager eben ja Fußballprofi zu werden. Okay, cool. Und das ist ein Sport, der mich

01:49:28: bis heute eben auch nicht losgelassen hat. Und natürlich habe ich eben auch in einem Verein,

01:49:32: den ich schon über jetzt mittlerweile schon über drei Jahrzehnte die Treue halte und

01:49:38: kann ich ja sagen und das ist ein Antrag Frankfurt. Und da ich jetzt hier in der Pfalz seit vier Jahren

01:49:44: lebe und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder so relativ nah dran bin, also ich habe es nur eine

01:49:50: Stunde bis nach Frankfurt, dann gucke ich natürlich auch, dass ich so das ein und andere mal an

01:49:55: einem Sonntag ins Stadion komme und das ist dann wirklich für mich so dieser komplette Ausgleich.

01:50:00: Also da kann ich wirklich komplett abschalten, da geht es nicht um Wein, da geht es nicht ums

01:50:06: Restaurant oder den Betrieb. Das ist so dann so meine Auszeit. Also das klappt natürlich nicht jede

01:50:16: Woche ist klar, aber jetzt schon deutlich öfter als eben noch in vergangenen Jahren, wo ich noch

01:50:19: auf Sylt gelebt habe oder in Österreich. Deswegen, das mache ich in der Tat sehr, sehr gerne.

01:50:24: Da gibt es auch nicht so viele Sonntagsspiele?

01:50:26: Ja eben, so viele gibt es nicht. Ja, bei Samstag klappt es eben eigentlich ja so gut wie nicht

01:50:32: logischerweise, aber Sonntags hingegen schon. Also wenn immer möglich findet man mich Sonntags

01:50:38: zum Stadion.

01:50:38: Alleine oder mit Freunden dann? Also es ist so ein Socializing dann oder gehst du da alleine

01:50:43: hin und prult sich selber die Seele aus dem Leib?

01:50:45: Also ich habe das auch schon alleine gemacht, ich habe damit gar kein Problem. Ich bin grundsätzlich

01:50:51: auch jemand, der diese Ruhefasen, also wenn man nur für sich alleine ist, also ich genieße das.

01:50:58: Also ich meine, es gibt viele Menschen klar, die das gar nicht können, die es allein sein. Ich habe

01:51:04: das da gerne, was vielleicht auch daran liegt, dass ich zu selten bin zu Hause. Und ja, Stadionbesuche

01:51:11: klar. Also mal mit Kollegen, jetzt in letzter Zeit auch öfter, also dass ich alleine im Stadion war,

01:51:15: das kam schon länger nicht mehr vor.

01:51:16: Und da bist du dann der Sitzgenießer, der sich das Spiel anschaut oder der die Sitze rausreißt und

01:51:24: laut brüllt?

01:51:26: Also erstes ist auf gar keinen Fall. Sitzen dem Stadion finde ich ganz ruhig war. Aber ich bin jetzt

01:51:34: ja auch schon ein bisschen älter und ein bisschen reifer geworden. Also Sitzschalen reiß ich jetzt

01:51:41: keine mehr raus, aber ich bin schon jemand, also ich bin jetzt vielleicht komisch, aber ich bin ein

01:51:46: Kind der Kurve, ich bin so groß geworden und da stehe ich im Prinzip wie gesagt, wenn immer möglich

01:51:52: auch heute noch, bin dann auch lautstark dabei. Also nicht selten, dass ich mit relativ wenig Stimme

01:51:57: am Abend dann nach Hause komme oder dass am nächsten Tag auch noch merke, aber das gehört für mich

01:52:02: dazu. Also irgendwo da auf der Tribüne sitzen, also das ist gar nicht meins.

01:52:07: Der Wein-Darn-Thema, also findest du Fußball und Wein, das ist kompatibel oder sind das für dich

01:52:12: zwei total unterschiedliche Welten und du könntest das für dich selber nicht zusammenführen?

01:52:19: Ja, es gibt Apfelwein in Frankfurt.

01:52:22: Stimmt.

01:52:24: Ja, ja, also das ist ja, muss ich ja sagen, also ich bin ja so zwischen Frankfurt und Fulda,

01:52:30: bin ich ja auch gewachsen tatsächlich, deswegen bin ich mit Apfelwein auch schon relativ

01:52:37: in jungen Jahren in die Büroung gekommen. Ich trinke es bis heute leidenschaftlich gerne

01:52:42: tatsächlich, dementsprechend dann eben auch beim Fußball, aber das andere könnte ich jetzt nicht.

01:52:47: Also ich hatte jetzt mal ein Erlebnis, da war ich eingeladen nach München von Stammgästen seiner

01:52:54: Zeit und die hatten eine Loge in der Allianz Arena so und ich war natürlich, oh wow, toll,

01:52:58: zum ersten Mal in der Loge, war natürlich irgendwo auch cool, du fährst dann mit dem Auto

01:53:01: da in den Stadion rein, fährst dann mit dem Lift nach oben, das hatte schon was, aber dieses

01:53:06: Erlebnis dann da mit Catering und dann gab es natürlich auch Wein, das passt für mich jetzt

01:53:11: so gar nicht, ehrlich gesagt. Das war nicht meins.

01:53:16: Und so grundsätzlich Wein und Feiern ist das kompatibel, also...

01:53:20: Ja, das schon.

01:53:21: Da würde ich jetzt lügen, würde ich sagen, das ist Quatsch, also das geht auf jeden Fall.

01:53:27: Mit jedem Wein oder muss man da gezielte Weine aussuchen?

01:53:29: Ja, das kommt immer so drauf an. Also jetzt, wenn wir jetzt wirklich von Feiern sprechen,

01:53:36: das heißt, man geht jetzt irgendwie abends noch aus oder jetzt einem Sommertag zum Beispiel,

01:53:42: jetzt hier bei uns in der Pfalz, ich meine, gibt es viele schöne Ecken und Plätze, wo man

01:53:46: sich dann auch im Freien treffen kann, da reden wir dann eher wieder über, ja, in Anführungszeichen

01:53:52: jetzt Alltagsfeine oder sowas, also dann brauchst du dann definitiv nichts, nichts Große zu sein,

01:53:57: weil dann sind wir wieder an dem Punkt. Ich meine, da willst du dich ja rein denken, da brauchst du,

01:54:02: da bedarf ja diese Wein einfach auch eine gewisse Aufmerksamkeit und diese willst du dann

01:54:05: vielleicht nicht, weil du das Produkt nicht schätzt, aber das sind einfach dann andere Themen,

01:54:10: die dann vielleicht eher im Vordergrund stehen, gerade wenn man über Feiern im klassischen Sinne

01:54:13: spricht. Das geht schon, aber wie gesagt, dann eher ja so der Alltagswein, wenn überhaupt.

01:54:21: Jetzt haben wir noch einen zweiten Wein, sollen wir den probieren?

01:54:24: Jetzt geht es ja, was der gesagt, einmal ganz in den Süden und einmal ganz in den Norden.

01:54:28: Das ist für mich eigentlich so eine Art von Wein, so ein Gebiet, was, finde ich, total gebrandet ist,

01:54:38: fast ein bisschen verbrannt ist, also vom Image oder von der Ausrichtung und wo kaum jemand,

01:54:45: irgendwelche, entweder Experimente oder neue Ausrichtungen oder sonst irgendwas zulässt,

01:54:52: es muss dann mehr oder weniger dem dem entsprechend, was man sich vorstellt.

01:54:59: Und das finde ich manchmal ein bisschen schade. Also auch das Spiel mit den Rebsorten,

01:55:04: das heißt Corvina, Rondinella, Cortina, also es wird selten, sag ich mal, überstrapaziert,

01:55:12: sondern man versucht eigentlich immer nur den Vorstellungen zu entsprechen und diese dann

01:55:16: irgendwo zu erfüllen. Oder wie stehst du zum Walpulchella?

01:55:20: Ja, eigentlich ganz ähnlich, ich muss jetzt gestehen, das ist jetzt eine Region oder

01:55:32: eine Art von Wein, die jetzt nicht nur aktuell im Restaurant ist, sondern wenn ich mich jetzt

01:55:40: auch so bitte zurück erinnere, die jetzt nicht den größten Raum eingenommen hat, da bin ich ehrlich.

01:55:47: Aber ich finde es schon durchaus spannend, ich meine klar, das ist schon irgendwo,

01:55:59: es ist so eine Schublade, wenn man natürlich dann auch immer über einen höheren Alkohol

01:56:04: sprechen und so weiter, das ist alles eher, das geht dieser Stil, finde ich jetzt persönlich,

01:56:10: da geht halt ein bisschen konträr zu dem, was eigentlich immer mehr gefragt wird. Deswegen

01:56:18: hat es trotzdem am Ende des Tages seine absolute Daseinsberechtigung und können auch ganz tolle

01:56:25: Weine sein, also Gottes Willen. Würde es im allgemeinen Alltag in der Tat gefragt oder wollen

01:56:31: wir als vier Weinkonsumenten, dass es gefragt wird? Also wir haben es ja ganz gerne ein bisschen

01:56:38: niedrig Alkoholischer, weil wir halt viel probieren oder weil wir halt einfach auch den nächsten

01:56:42: Tag erleben möchten oder was gestalten möchten, aber wenn oder ich habe die Erfahrung oft in der

01:56:48: Praxis gemacht, dass es nach wie vor viele Gäste gibt, die durchaus alkoholschwangere

01:56:54: Weine, Rotweine, Weisweine eigentlich unerheblich durchaus gerne trinken, weil sie dieses Momentum

01:57:02: suchen und sich einfach Geschmacks nicht betäuben, sondern beeindrucken möchten. Ich finde, wenn man

01:57:10: dann sowas wie diesen Valpocella hat, der durchaus 15 Volumenprozent hat, der vollmutter

01:57:15: schmeckt er saftig, der Gaumpfüllen schmeckt aber trotzdem appetit auf den zweiten Schluck macht,

01:57:20: also eine gewisse Lebendigkeit, eine gewisse Kernigkeit, eine gewisse Säure mit dabei hat,

01:57:23: dann ist es durchaus so ein Kompromiss für beide Welten, also wir, die es eigentlich anders wollen,

01:57:30: auch servieren wollen, als auch die Gäste, die dann doch richtig in die Alkoholkiste greifen möchten.

01:57:35: Da hast du völlig richtig, ich habe gerade probiert, also in der Tat, also da bin ich gerade

01:57:40: sehr überrascht, also vom Gaumen sehr positiv überrascht, muss ich sagen, also wie viel Vitalität

01:57:48: da nochmal drüber kommt in der Nase, ist es schon so, ja, da hast du so das, was man, glaube ich,

01:57:56: auch erwartet, ich meine, das ist schon, das ist schon eine sehr opulent Befrucht, es hat auch

01:58:02: ein bisschen was eingebacht, es ist halt jetzt noch keine Rumtopf, das nicht, aber du spürst einfach

01:58:07: eine gewisse Fülle, eine gewisse Schwere, sage ich jetzt mal, und dann bist du tatsächlich in der Tat

01:58:11: am Gaumen, wie ich jetzt finde, sehr positiv überrascht, da ist da doch noch viel Frische da,

01:58:17: es ist viel dragende Säure da, es ist wie gesagt Vitalität, habe ich gerade gemeint und du hast

01:58:23: gerade eigentlich perfekt beschrieben, muss ich sagen, also das ist eigentlich so eine schöne

01:58:27: Brücke ist oder so diese beiden Welten, da man davon zwei Welten sprechen möchte, also ich frage

01:58:32: das, was der Gast dann in dem Moment sucht, eben Momentum, was uns vielleicht als Zomoliers eher

01:58:43: anspricht. Cool, muss ich sagen, also auf diesem Sinne sehr viel Dank, weil ich habe das in der Tat

01:58:49: schon lange nicht mehr probiert und besonders nicht so animieren, wie das jetzt daherkommt. Cool.

01:58:54: Warum hat es bei dir eine Präsent? Also war das, dass du am Aron, weil Portella als solches oder das

01:59:02: Gebiet nicht mochtest oder seid ihr immer auf die Majorgebiete wie Piedmontos, Kana gegangen?

01:59:07: Oder, weil Italien dich da ja eigentlich schon? Absolut, definitiv ja, da will ich auch ganz

01:59:13: offen ehrlich sein, das hat natürlich auch was so mit dem eigenen persönlichen Geschmack zu tun.

01:59:18: Natürlich ist es so, wir hatten ja ganz am Anfang schon mal gesprochen, alles abbilden kannst

01:59:24: du nicht, klar, Platz für die eine und die nächste ist immer gegeben, aber da will ich gar nicht

01:59:30: bestreiten, dass da so der Fokus jetzt Piedmontos, Kana und das eine und andere dann nochmal hinten

01:59:37: runterfällt, also das auf der einen Seite und dann auf der anderen Seite, weil eben gleich ist auch die

01:59:43: Nachfrage danach nicht unbedingt da ist. Aber wie gesagt, wenn man das mal wieder probiert und

01:59:47: dann kommt man dann mal wieder drauf, ach Mensch, das kann da durchaus wirklich spannend sein und ich

01:59:53: meine, es wird ja uns ja auch die eine und andere Weidenmesse demnächst bevor. Von daher kann

02:00:00: das dann ja in der Tat spannend sein auch sich da mal wieder so ein bisschen in dem Thema schlauer zu

02:00:05: machen, strichstrich auf die Suche zu begeben. Warum nicht? Also, weil in der Tat, das macht echt Spaß,

02:00:12: muss ich sagen. Man hat manchmal so auch sein beigefahrendes Fahrwasser, was man irgendwie über

02:00:16: be- Definitiv. Da will ich mich gar nicht von von frei machen oder von los sagen, das ist definitiv so,

02:00:22: dass man da auch manchmal so in seiner in seiner Bubble sitzt oder so seine Sicht irgendwie immer

02:00:29: auf die Dinge hat und dann manchmal auch vielleicht bewusst, also eben ungewusst vergisst, auf meiner

02:00:35: rechten noch links zu schauen. Deswegen, ich mir dann genau solche kämpfen, denn ich es jetzt mal,

02:00:40: wie wir heute eins haben, dann ja auch mal ganz hilfreich, um mal wieder den Blick etwas zu

02:00:44: weiten. Ihr seid wahrscheinlich jetzt ein bisschen ruhiger geworden durch die Kinder bzw. Familie

02:00:49: im Allgemeinen, aber hättest du irgendein Restaurant oder ein Laden, wo du gerne noch mal arbeiten

02:00:54: willst und sei es auch nur für einen Tag oder für eine Woche, wo es dich so wahnsinnig interessiert,

02:00:58: wie das Weilprogramm ist, wie die Wein leben, die du auf der Wunschlisse hast? Ja, tatsächlich gibt's

02:01:04: da eins, wo ich das schon mal fast gelandet wäre. Ich war knapp drei Jahre lang im Hangar 7 in

02:01:13: Salzburg tätig, kenne ja sicherlich die meisten mit dem Gaskochkonzept und so weiter. Und das sollte

02:01:19: damals eigentlich für mich auch so ein bisschen der Sprung über den großen Teich werden, da ich da

02:01:24: gerade hier vornen wollte und ganz speziell nach Jaund Willen die French Laundry zu Thomas Keller.

02:01:28: Das hätte auch klappen können, aber wie es Leben dann immer so spielt, lerne ich in Salzburg auch

02:01:36: meine Frau kennen und mit der war dann dieser Plan so nicht umzusetzen und dann stand es halt

02:01:43: irgendwann für deine Entscheidung. Gehst du und verlierst sie oder bleibst du und behältst sie und

02:01:50: ich habe mich eben für zweiteres entschieden, was ich nachher in deinen Gott sei Dank, weil wie gesagt

02:01:53: mittlerweile sind wir verheiratet, glücklich verheiratet, haben zwei ganz tolle Töchter und

02:02:00: deswegen ich will es mir gar nicht ausmalen, wenn ich mich damals anders entschieden hätte. Aber

02:02:03: trotzdem ist es eben noch so, ja ich will jetzt nicht von einem wundem Punkt sprechen, das wäre

02:02:09: jetzt übertrieben, aber einfach so ein ganz großer Wunsch, eine Chance, die ich damals eigentlich

02:02:14: schon wie gesagt sehr gerne ergriffen hätte und wo ich heute auch noch drüber nachdenke,

02:02:19: ach Mensch, das wäre doch mal so was, also wahrscheinlich ist es nicht wirklich realistisch,

02:02:23: dass sowas nochmal zu schandekommt, aber das wäre wahrscheinlich das eine.

02:02:27: You never know, manchmal ist es nie zu spät für irgendwas und wer sagt, dass man sowas mit

02:02:33: keine Ahnung 20 oder 25 machen muss, manchmal kann man es vielleicht einfach mit 50 machen

02:02:38: oder mit 50, wenn die Kids ausmachung sind und das finde ich also sind manchmal Freierheiten,

02:02:45: die sich jetzt auch mittlerweile gesellschaftlich irgendwie auftun, die durchaus interessant

02:02:49: sein können und warum nicht dort mal in Stash oder für ein halbes Jahr oder für ein Jahr. Manche

02:02:53: machen einen Aussteigerjahr, das dann dein Aussteigerjahr oder dein Aussteigermonat oder

02:02:59: wie auch immer, also da kann sowas durchaus super, super interessant sein. Warst du dort mal essen?

02:03:05: Ja. Der Frischland? Okay. Ich war überhaupt, ich war, nee, ich war noch, ich war noch gar nicht

02:03:11: drüben. Also ich hätte damals während meiner Sandsieberzeit, da hätte es mal fast geklappt,

02:03:15: dass wir für ein paar Tage seine Tour machen, das hat sich dann leider zerschlagen. Das war

02:03:20: nicht schade, weil es eigentlich schon alles geplant war, extra noch, da ich damals keine Reisepass

02:03:26: hatte, alles noch beantragt und so weiter. Dann hat es dann leider noch nicht funktioniert,

02:03:30: das war echt schade. Aber das ist auf jeden Fall, man hat ja vielleicht dann auch so seine

02:03:38: Wunschliste mit Ländern, die man in seinem Leben noch mal bereisen, bereisen möchte und

02:03:43: mein Top 3 zählt sicherlich eben auch die USA oder eben auch ganz speziell eben Kalifornien durch,

02:03:49: ja, durch die Weinregion, so normal Napper. Das würde ich schon gerne noch mal sehen, ja.

02:03:54: Was sind die anderen beiden? Südafrika und Japan.

02:03:59: Japan wegen dem Weinen oder wegen der allgemeinen Kulinarik?

02:04:02: Wegen der Kulinarik und weil mich dieses Volk, die Art, wie sie leben, extrem fasziniert,

02:04:17: schon immer. Also ich habe zum Beispiel auch als, ja, letztendlich war ich noch Teenager,

02:04:22: ne? Also ich habe bücherweise alles verschlungen, was über Samurai ging und so weiter. Also

02:04:31: das hat, das fasziniert mich extrem, diese Lebenskultur dieser Menschen dort. Also das

02:04:38: eigentlich in der Tat sogar noch mal ein bisschen mehr als die Kulinarik, aber mittlerweile

02:04:41: natürlich hat die Kulinarik fast den gleichen Stellenwert angenommen. Aber ja, das wären so die 3.

02:04:49: Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?

02:04:52: Welcher Wein? Oh wow. Welcher Wein ich wäre? Dann wäre ich, glaube ich, dann der Biolo.

02:05:01: Okay. Weil?

02:05:03: Ja, glaube ich, weil es auch eine Rebsorte ist, die nicht ganz einfach zu verstehen ist, die in der

02:05:17: Regel auch mehrere Jahre der Reife braucht, um sie vollumfällig zu verstehen, beziehungsweise

02:05:25: um auch ihre ganze Schönheit eigentlich zu verstehen, da ihr in der Wohnt, was nicht immer so auf

02:05:31: dem ersten Blick jedem, als sich jedem erschließt, weil es eine Rebsorte ist, mit der man sich schon

02:05:39: auch intensiv auseinandersetzen muss, um eben dann auch die Größe des Weines feststellen zu können,

02:05:48: die einen Biolo haben kann, sicherlich nicht immer hat, aber sehr wohl haben kann. Deswegen,

02:05:54: glaube ich, wäre ich dann der Biolo.

02:05:57: Piermont auch da die Lieblingsregion?

02:05:59: In Italien auf jeden Fall ja. Also Italien auf jeden Fall. Also Piermont auf 1, dann kommt die Tuscana.

02:06:07: Okay.

02:06:08: Jetzt muss ich sagen, ob ich noch nicht die Möglichkeit gehabt habe. Okay, und dann,

02:06:12: wenn man, es zählt ja auch noch zu Italien, dann kommt Südtirol. Das sind die drei.

02:06:15: Großartig. Hättest du da oder hättest du überhaupt gerne mal ein Weingut?

02:06:19: Extrem gerne.

02:06:21: Okay, in welcher Region hättest du es am allerliebsten? Wär es dann Champagne,

02:06:25: wäre es diefalls, wäre es Piermont oder was ganz anderes?

02:06:28: Ja, gut. Das ist immer so ein bisschen schwierig, dann noch zu beantworten. Ich meine klar,

02:06:33: ich meine, als realistisch ist zum Beispiel ein Weingut in Piermont, wenn man jetzt als

02:06:40: Deutscher dahin kommen würde, von daher wäre es wahrscheinlich dann schon eher diefalls,

02:06:43: weil, also wir fühlen uns in der Falls wahnsinnig wohl, also in meiner Familie nicht, und wir

02:06:48: sehen uns ja eigentlich auch langfristig in der Tat. Deswegen wäre, glaube ich, dann die erste

02:06:54: Wahl, wäre schon pfals. Ja, das ist schon, glaube ich, mit dem Gedanken oder mit dem

02:07:02: Wunsch oder mit dem Traum vielleicht auch spielen sich ja viele unsere Kollegen. Ich meine,

02:07:07: man arbeitet mit Wein, aber man macht ihn eben nicht selber. Und die Chance dazu zu haben,

02:07:12: mal eben auch selber Beinen zu machen oder auch so die Ideen, die man eben auch selber im Kopf hat

02:07:21: oder wie man selber Wein versteht, dass sie eben auch wirklich in die Tat umzusetzen, das wäre schon,

02:07:27: das wäre schon cool. Ist ein Gesetzerplan oder einfach nur Traum? Nein, von einem Gesetzerplan ist es

02:07:36: nicht. Also da red man eher über Raum, Wunsch. Wie gesagt, man ist jetzt hier in einer sehr,

02:07:48: sehr schönen Weiner Region, wo ich dann über die vier Jahre teilweise auch schon vorher, aber jetzt,

02:07:52: da die mich erleben natürlich umso mehr, wo schon viele Kontakte geknüpft hat, natürlich

02:07:58: wahnsinnig viele Weingüter kennengelernt hat, die Menschen dahinter teilweise immer Freundschaft

02:08:02: geschlossen hat. Und wer weiß, ob dann daraus mal irgendwas entstehen kann. Das muss dann nicht

02:08:06: immer dann so 100, dass das so, dass die eigene, also das komplett eigene Weingut sein. Ich glaube,

02:08:10: das ist ohnehin nicht ganz so einfach. Aber wenn sich in der Richtung irgendwann mal eine Tür

02:08:16: auftun sollte, weil ich jetzt ja auch ehrlicherweise sage, ich bin jetzt immerhin auch schon seit

02:08:22: über 20 Jahren in der Gastronomie dabei. Ich werde nächstes Jahr 40. Ich habe zwei Kinder,

02:08:26: also natürlich bis zum Renteneintritt sehe ich mich jetzt nicht unbedingt im Restaurant,

02:08:30: da bin ich ganz ehrlich von daher mal gucken, wohin es geht oder was nachkommt. Wohin der Weg

02:08:37: auch bringt. Und letztlich ist so ein Weingut natürlich auch mal eine wirtschaftliche Belastung.

02:08:41: Ich glaube, Günther Jauch hat das mal gesagt, dass man oder auf die Frage, wie kann man mit

02:08:47: einem Weingut ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hatte. Und das finde ich

02:08:53: eigentlich sehr, sehr sinnwachtlich, also dass man, also gerade mit Wein auch sehr viel Geld verbrennen

02:08:56: kann bzw. der Markt natürlich auch einen Blick. Und dann auch die Entscheidung geht man dann in der

02:09:02: Tat in so ein bekanntes Gebiet wie die FALZ oder eher dann doch ein Unbekanntes und versucht,

02:09:06: eben Sachen neu zu definieren. Findest du, es gibt eine Region, die noch unterbewertet ist oder

02:09:12: kennst du eine Region, die noch unterbewertet ist oder ist der Markt komplett abgegrast?

02:09:16: Du meinst jetzt nicht nur Deutschland, ne? Allgemein weltweit. Oder allgemein weltweit.

02:09:22: Ja, global betrachtet. Wo man, wo du dazu aufrufen würdest, darauf einen größeren

02:09:26: Fokus zu richten und großartige Erlebnisse hattest, wie nur viele Art. Da gibt es natürlich,

02:09:34: also von diesen Erlebnissen, wo ich Empfehlungen aussprechen könne, gibt es natürlich viele,

02:09:39: wobei, also weiß ich nicht, also ich meine, man muss jetzt wahrscheinlich jetzt niemanden das

02:09:44: Piedmont irgendwie ans Herz legen, das mal zu entdecken, weil das viele schon getan haben. Aber

02:09:49: deswegen so diese, also ich finde Südafrika beispielsweise extrem spannend, wobei das

02:09:56: ist jetzt auch, wobei mit der Empfehlung ich jetzt wahrscheinlich auch jemanden komplett überrasche,

02:10:04: weil da gab es ja jetzt auch schon, ich glaube beim Spring Summit vor zwei Jahren war ja

02:10:10: aus Südafrikam aber ein großes Thema, also das ist ja auch teilweise auch wahnsinnig spannend,

02:10:16: was da passiert. Eben auch nicht mehr so, wie man es vielleicht mal kannte, so diese dicken,

02:10:27: übigen Blockasterweine, so weiß wie im Rutweinbereich, sondern das ist da ja auch deutlich,

02:10:33: viel, viel mehr Richtung Kühle, Finesse, Eleganz geht und das finde ich schon sehr,

02:10:41: sehr spannend, das würde ich manchmal sogar noch, also ich bespiel das bei mir schon,

02:10:45: ich würde es manchmal sogar gerne noch ein bisschen tiefer, noch ein bisschen breiter machen,

02:10:49: was nicht immer so möglich ist, weil klarerweise, wir sind in der sehr, sehr schönen Weinregion

02:10:56: hier und da muss man eh schon aufpassen, wenn man in einem Weinbegleitung an Südafrikaner

02:11:01: vorzeigt, da kommt die, tatsächlich kommt die Nachfrage nicht nur einmal so nach dem Motto,

02:11:09: warum denn der Wein eine so weite Anreise machen musste, wo es so viele in direkter Nachbarschaft

02:11:15: gibt, ich meine jetzt mag die Frage berechtigt sein, aber auch nicht, weil ich meine, wir sind

02:11:19: in der Weinregion klar, aber ich meine, wir fahren ein paar Kilometer weiter Richtung Karlsruhe,

02:11:27: ich meine da sind nur 30 Minuten, da sind wir schon in keiner Weinregion mehr und da wäre es dann

02:11:30: okay, also deswegen ist das immer so ein bisschen, aber ja, Südafrikas sind die sehr spannend,

02:11:38: auch wenn man es wahrscheinlich, ja.

02:11:40: Entschuldigung, letztlich möchte man natürlich auch eine gewisse Vielfalt präsentieren, um

02:11:46: auch diese Weinbegleitung dann irgendwie bunt zu gestalten und es gibt halt verschiedene

02:11:50: Weine, die halt nicht in dieser Art in dreifbarer Nähe wachsen und diese dann zu präsentieren,

02:11:59: also wenn man jetzt keine Ahnung, Riesling, Sauvignon Blanc, der ähnlich in der Fals wachsen

02:12:04: könnte aus Südafrika holt, dann ist da keine Daseinsberechtigung für den Wein, aber wenn

02:12:08: es halt eine ganz andere Stil ist, eine ganz andere Geschmacksfarbe, die man so vielleicht

02:12:13: gar nicht erahnt hätte, dann finde ich kann das durchaus bereichernd sein und dann lohnt

02:12:17: sich auch diese Weite Anreise von Südafrika und gerade wenn du sagst Südafrika oder eben

02:12:23: auch das Piedmont, dass das keine Geheimtipps sind, finde ich gerade in Südafrika braucht

02:12:27: man ja auch nicht auf die Majorregion gehen, also es muss ja nicht immer das Western Cape

02:12:32: sein, sondern es gibt auch andere Regionen dort oder im Piedmont gibt es eben auch die

02:12:36: eine oder andere Ecke, die kaum jemand kennt und kaum jemand auf dem Schirm hat oder eben

02:12:41: auch Rebsorten, die so gar nicht präsent sind und womit man überraschen kann, womit man

02:12:46: faszinieren kann, keine Ahnung, süßen Wein aus dem Piedmont haben die wenigsten eigentlich,

02:12:51: die jemals probiert oder wenn man wieder mal auf Fraser oder was auch immer setzt, gibt

02:12:56: ja dort eben auch eine gewisse Rebsortenkultur, die viel zu selten gelebt wird, wenn man

02:13:01: sich da eben auf die Majorrebsorten konzentriert hat.

02:13:05: Hast du mal ein Sommi-Erlebnis, was dich total geflasht hat und eines, was total schrecklich

02:13:09: war, also dein schönstes und dein schrecklichstes Sommi-Erlebnis?

02:13:12: Ganz allgemein oder?

02:13:14: Genau, und wie was dir selber passiert ist und da geht es doch gar nicht mal darum, dass

02:13:19: man sich irgendwie selber bloßstellt, sondern ich finde die Frage ganz gut, weil man damit

02:13:23: auch manchmal ganz klar darstellt, okay, selbst so was ist mir passiert, ist eigentlich gar

02:13:28: nicht so schlimm und eigentlich gibt es für alles eine Lösung.

02:13:31: Also was das negative angeht, das sind dann eher so, das hat dann eher so persönliche Gründe

02:13:41: gehabt, jetzt mal gar nicht mit meiner Aufgabe als Sommi, also bei sonst sind das ja dann

02:13:48: eher so, ja eben so, ich will jetzt nicht sagen Kleinigkeiten, aber halt das, was sich glaube

02:13:56: ich so im beruflichen Alltag, was dir ja immer wieder mal begegnet, ob das, wir hatten

02:14:00: es vorher von Temperaturen, wir hatten es über Polar im Wahn etc., ich mein so was passiert

02:14:06: eben ab und zu mal, wo er wie gesagt, wo es einem schon ein bisschen komisch beiwählt,

02:14:12: ja gut, dann soll es halt so sein, bei jetzt so als Sommi oder so eine ganz schlechte Erfahrung,

02:14:23: es ist gar bestimmt eine, aber ich frage mich jetzt gerade welche.

02:14:29: Doch ich habe mal eine, doch ich habe eine, das ist aber Gott sei Dank auch schon ein paar

02:14:33: Jährchen her, die kann ich ja erzählen, es war eine Gruppe, 20 Leute, die Weine waren

02:14:40: ausgewählt, waren Magnumflaschen und beim Routwein angekommen, eingeschenkt, alle 20

02:14:50: Gläser verteilt und der Wein hatte ein Fehler, was mir nicht in der vom aufgefallen ist,

02:14:55: weil dem natürlich auffallen müssen, war aber der Meinung, dass der Wein sauber war,

02:15:01: der Gast war andere Meinung, so und normalerweise würde man dann ja die leeren Gläser absolvieren,

02:15:08: neue Gläser einstellen, neue Flasche Wein aufmachen, so was habe ich gemacht, das werde

02:15:13: ich jetzt, hoffe ich mache ich mich nicht komplett lächerlich von meiner vor allem Kollegen

02:15:18: da draußen, ich bin mit dem Kühler hingegangen, habe die Gläser sozusagen, die vollen Gläser

02:15:24: mit eben den angeblich fehlhaften Wein in diesen Kühler ausgelehrt, wieder eingestellt

02:15:30: und in dieses Glas den neuen Wein eingeschenkt.

02:15:33: Und das kam beim Veranstalter so gar nicht gut an und das kann ich natürlich vor allem

02:15:38: im Nachhinein sehr, sehr gut nachvollziehen, das ist vielleicht nicht so ein smarter Muffer,

02:15:43: was eben auch darin begründet war, dass ich mich eben dann auch so ein bisschen auf dem

02:15:46: Schlüpp getreten gefühlt habe von wegen der fehlhaften Wein, ich habe gesagt, er hat

02:15:49: kein...

02:15:50: Ja, und habe dann da etwas getan, was ich so in der Form sicherlich hätte nicht tun

02:15:54: sollen.

02:15:55: Macht sowas aber einen selber nicht auch menschlich auf der einen Seite und zeigt es eben nicht

02:15:59: auch, dass man Lernprozesse durchlaufen muss und wenn man dann selber für sich die Einsicht

02:16:05: hat und sei es ein paar Jahre später, okay, lief doof, aber oftmals hat man eine Situation,

02:16:11: dass man keinen hat, der einem das nicht wirklich beibringt oder so eine Situation auf

02:16:15: so eine Situation vorbereitet und dieses Spiel mit Ego hat man ja ohnehin immer, also da...

02:16:22: Danke für das Beispiel, also für dich finde ich großartig und hat dir wahrscheinlich auch

02:16:27: in der Akzeptanz der Gäste in ihrer Situation oder ihrer Präsenz im Restaurant nochmal

02:16:34: ganz anders geholfen, dass man anders mit den Gästen künftig umgeht.

02:16:38: Das finde ich da eigentlich gar nicht so verkehrt.

02:16:40: Nee, danke für die Geschichte.

02:16:41: Auf jeden Fall.

02:16:42: Ich gebe es ein Schönstes, was dich total beeindruckt hat, sei es also, dass du selber

02:16:45: erlebt hast, dass Gäste unglaublich rührend waren oder dass du beim Kollegen zu Gast

02:16:48: warst und dort auf Knien rausgerutscht bist.

02:16:52: Also gastronomische Erlebnisse, ja, also Restaurantbesuche, die dann einfach im Gedächtnis geblieben

02:17:05: sind, da gab es jetzt mal...

02:17:06: Da waren meine Frau nicht so lange zusammen, das war am Geburtstag meiner Frau und da waren

02:17:11: wir...

02:17:12: Da waren wir damals im Köln, wenn meine Frau kommt aus der Nähe von Gummusbach und da

02:17:15: waren wir in Köln in dem Limousine, zwei Sterne.

02:17:20: Und da hatten wir definitiv einen unvergesslichen Abend.

02:17:25: Das war echt toll.

02:17:28: Und ansonsten...

02:17:30: Also was wirklich wahnsinnig viele schöne Momente waren tatsächlich, da kommen meine

02:17:36: Kinder wieder ins Spiel, weil die haben schon relativ viele Weingüter gesehen und überall,

02:17:39: wo wir waren, waren wir in den meisten Fällen auch im Keller und auf jedem Weingut-Domäten

02:17:44: im Keller haben wir ein Foto gemacht.

02:17:46: Damals noch von meiner Großen, die eben noch ganz klein war, jetzt von der Kleinen und

02:17:51: die Collage mit diesen Bildern wird immer größer und wenn ich da draufschau, das ist

02:17:56: einfach...

02:17:57: Ja, was soll ich sagen?

02:17:59: Also da geht einem einfach doppelt das Herz auf, weil auf der einen Seite eben, natürlich

02:18:05: als Vater, aber eben auch als Vomilier, dass meine Kinder einfach auch damit eben auch

02:18:10: mit aufwachsen.

02:18:11: Und das ist auch jetzt, wenn ich so drüber rede.

02:18:15: Das gibt einem einfach jedes Mal ein wahnsinnig schönes Gefühl.

02:18:19: Schöner Gedanke, schöne Inspiration.

02:18:21: Also finde ich toll.

02:18:23: Hast du noch Ziele und Wünsche für die Zukunft, so als letzte Frage vielleicht?

02:18:30: Ja, also ich bin ehrlich, man soll natürlich nicht nach...

02:18:36: Was heißt man, man soll das nicht, aber nach irgendwelchen Auszeichnungen, Streben, wo

02:18:44: man sie am Ende nicht wirklich selber vielleicht in der Hand hat, aber nur bedingt.

02:18:48: Aber ich bin ganz ehrlich, ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre dabei und natürlich,

02:18:54: auch wenn das vielleicht keiner so offen aussprechen würde, so eine Auszeichnung wie, keine

02:18:58: Ahnung, Vomilieres Jahres oder so was in der Richtung, das wäre natürlich mal was

02:19:02: ganz, ganz großartiges.

02:19:03: Da bin ich ganz ehrlich, wenn der Frau sagt immer zu mir, dass ich so eine kleine Rampensau

02:19:07: bin und dass ich das immer so ein bisschen brauche, diese Bauchpinseli und das...

02:19:13: Das würde mich immer ganz toll finden.

02:19:16: Also ganz stimmt das nicht, ein bisschen, aber hast du damit schon recht.

02:19:19: Und natürlich wäre das irgendwo ein Ziel, aber am Ende des Tages, ich kann nur meine

02:19:29: Arbeit im Restaurant am Gast so gut machen, wie ich kann, mit genau der Leidenschaft,

02:19:34: die ich vorhin auch beschrieben habe und jeden Tag aufs Neue und ob es da rüber hinaus

02:19:39: dann irgendwann mal zu seiner solchen Auszeichnung reicht, das wird man dann halt dann sehen,

02:19:42: weil wie gesagt, das habe dann ja nicht ich alleine in der Hand, weil ich sehr wohl weiß,

02:19:46: dass wir ganz, ganz, ganz, ganz großartige Kollegen auch in Deutschland haben, wo es

02:19:51: genügend gibt, die es genauso verdient hätten, wenn ich noch mehr.

02:19:54: Aber du hast mich ja so persönlich danach gefragt, deswegen wäre das natürlich mal

02:19:58: eine tolle Sache.

02:19:59: Herr ist irgendwie komisch, wenn man sich selber anspricht, also seinen eigenen Namen ausspricht,

02:20:09: Nicht sche Steffan nicht viel lieben dank lieber stellverd scooterst du heute unser guest war's es war eine große freude

02:20:14: Deine leidenschaft zu spüren es war toll zu erleben wie du die welten miteinander verbindest also sprich deinen ursprung

02:20:21: damals in der resistenzen a schaue unter den kiefer viele das handwerk gelernt diese leidenschaft weitergetragen

02:20:27: Bisschen zum ketscherhof deine weim prägung natürlich boils auf der einen seite ist es sehr fast ins homininkrankheit natürlich die falz

02:20:34: wohnst du gerade aber eben auch die lure italy in spanien

02:20:39: Und nicht zu vergessen die champagne großartig danke dass du uns daran hast teile haben lassen zwar einen vergnügen

02:20:45: Die einfach zuzuhören noch ein ganz großes dankeschön an euch fürs zuhören fürs uns begleiten fürs bewerten fürs teilen fürs kommentieren fürs einfach

02:20:53: Bei uns sein danke fürs feedback und danke auch michael dass du uns die anregung gegeben hast mit den fremdwörtern

02:20:59: Auf instagram versuchen wir diese fremdwörter aufzuarbeiten und versuchen sie hier nicht zu überproportieren darzustellen aber einfach nicht zu vergessen

02:21:07: Danke für die anregungen wenn die anregungen habt bitte schreibt uns wir sind sehr dankbar dafür per email per

02:21:12: dmpm oder wie auch immer wir freuen uns darauf von euch zu hören

02:21:15: Und noch ein großes dankeschön unserem partner der schlumbergergruppe mit den handelshäusern segnitz konzihovini

02:21:22: Schlumberger und dem privatkunden portal bremer weinkolle für die händische und natürlich auch für die wirtschaftliche unterstützung

02:21:27: Denn dank ihnen freue ich mich auf die kommende woche und ich freue mich auf den kommenden freitag nicht freue mich auf einen langjährigen

02:21:32: Bekannten einer der ich somies sehen über viele jahre begleitet ja geprägt hat der somio union aktiv ist und mit seinem

02:21:40: Unternehmen zum illkonsult ganz viel in deutschland bewegt hat moderation neu gedacht hat format in eugedacht hat ich freue mich auf christian frems

02:22:01: Hallo silvio mein namens basti ich komme vom kimsey und freue mich sehr dir heute ein paar worte über meinen langjährigen besten freund den steffern nitsche

02:22:10: sagen zu dürfen

02:22:14: Den steffern kenne ich mittlerweile seit ja jetzt ist es glaube ich um die ver 25 jahre her wir haben uns in den teenie jahren kennengelernt dass er mit seiner

02:22:23: Familie an den kimsey gezogen ist

02:22:26: kennengelernt haben wir uns eigentlich übers fußball weil wir beide

02:22:30: sehr sehr

02:22:32: starke fußballfreunde sind

02:22:34: Und auch sei mal glaube ich beide auch sehr ehrgeizige typen

02:22:38: mit steffern war dann im ersten training bei uns in der damaligen manschaft

02:22:43: Und ich war total begeistert von ihm weil er einfach ein grandioser toerhüter war mit riesen talent

02:22:51: Also dann zwar leider so nicht ausleben konnte sich dafür aber natürlich für die somielaufbahn entschieden hat was ihnen ja

02:22:57: wie man weiß sehr weit gebracht hat und in meinen augen auch mit sicherheit noch weiter bringen wird weil er einfach ein

02:23:02: wahnsinnig ehrgeiziger typ ist

02:23:05: jedenfalls haben wir uns da

02:23:08: kennengelernt ich bin dann auch glaube ich der erste gewesen der bei seiner familie aufgeschlagen ist und weil nach diesen fußballtraining ich mich gleich

02:23:16: gefreut habe dass ich ihn irgendwie so ein bisschen ketschen kann und

02:23:19: auch

02:23:21: wie sage ich sagen so ein bisschen gleich in die freundschaftliche schiene zu gehen

02:23:25: Was dann entsprechend ja auch passiert ist wir haben dann zusammen relativ schnell auch rausgefunden dass wir

02:23:32: ähnliche leidenschaften haben sind dann

02:23:35: was uns eigentlich ausmacht zu

02:23:38: Die haben die liebe gemeinsam zu rocky ball boah geteilt

02:23:43: Haben dann eigentlich auch wie die besessenen trainings einheiten gemacht uns da total angestachelt

02:23:51: Die musik gehört werden wir dann irgendwelche sport einheiten gemacht haben und haben das halt ziemlich stark dann ja fabriziert und

02:24:00: Was uns dann aber auch ja dabei geholfen hat dass wir auch mit unserer damaligen dorfmannschaft relativ starke erfolge

02:24:06: eingefahren haben

02:24:09: kleine anekdote vielleicht auch zu dieser rocky ball boah geschichte als der

02:24:16: Ja der der teil rocky ball boah dann in die kinos gekommen ist ich weiß nicht genau wann es war aber irgendwann

02:24:21: Mitte der

02:24:24: Mitte der zweitausender jahre glaube ich war das

02:24:27: Sind wir glaube ich viermal oder fünfmal hintereinander in diesen rocky ball boah film innerhalb von zwei wochen ins kino gegangen

02:24:36: Haben dafür sogar einmal eine ein treffen mit ein paar medels die wir damals kennengelernt haben

02:24:42: je beendet

02:24:44: Als die uns eingeladen haben zu sich nach hause wir dort dann auch gewesen und verweilt sind

02:24:49: Dann aber festgestellt haben dass wir nach einer stunde eigentlich gar nicht mehr so große lust haben und dann von dort aus gleich mal wieder ins

02:24:56: Kino aufgebrochen sind

02:24:58: genau das ist eigentlich so meine

02:25:00: Geschichte mit steffern die ich verbinde und wie gesagt was ich eben sehr sehr sehr an ihm schätze ist dass er erstens ein

02:25:06: sehr sehr loyaler typ ist dass er einfach

02:25:09: seit x jahren

02:25:11: Mein bester freund ist obwohl wir seit eben auch jetzt seit wird jetzt mal sagen 15 jahren

02:25:17: Geografisch relativ weiter auseinander wohnen aber das interessante ist wenn wir uns treffen ist es eigentlich jedes mal wieder so wie wenn wir nie auseinander leben

02:25:28: und das ist also wie wenn wir nie auseinander gelebt hätten und das ist was ganz besonderes für mich und

02:25:34: wie gesagt ich weiß ich wahnsinnig an ihm schätze ist sein ehrgeiz und

02:25:41: Ich habe es ja eingangs schon erwähnt ich glaube und bin davon überzeugt dass ihn das noch weit weit

02:25:45: mehr nach vorne bringt dass es ihn ihr schon nach vorne gebracht hat genau deswegen freue ich mich heute ein paar worte über ihn

02:25:53: Verlieren zu dürfen verloren haben zu dürfen und

02:25:56: freue mich zu lauschen was steffern zu sagen

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