SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: [Musik]

00:00:12: Ja, mein Name ist Stefan Rumpf. Ich hatte 1984 den quasi ganz kleinen unbekannten Betrieb übernommen

00:00:21: und nur ganz wenige Insider haben mich vielleicht damals gekannt.

00:00:25: Und damals fragte mich noch der Alfred. Wir haben uns da mal schon mal kennengelernt, ob ich nicht 1990 in der Residance

00:00:35: meine vorstellen wollte, zusammen damals mit Willer Mark.

00:00:40: Und das war für mich natürlich eine ganz große Ehre.

00:00:43: Es war ein Schneewittchenfest dort in der Residance.

00:00:48: Und ich habe wahrscheinlich dort das Glück gehabt, meinen Lieblingswein wahrscheinlich von meiner gesamten Weinkutsgeschichte

00:00:56: eine 89er Pittsburgh Auslese Trockenvorstellen zu dürfen.

00:01:02: Und noch viel schöner war das zusammenbringen, was auch eine langjährige Verbundenheit zu Willer Mark war.

00:01:11: Dass einer der ganz großen Kollegen direkt zu Beginn meiner Weinbaukarriere erleben dürfte.

00:01:20: Ganz besonders war natürlich, was ich nicht wusste, dass Willer Mark einem fast die Hand zertrübt

00:01:27: und auch seine Sprüche waren, wie er sagte, der Wein hat ein Fehler, er liegt im falschen Keller.

00:01:34: Aber das war wirklich der Beginn einer ganz langen Freundschaft.

00:01:40: Und wir haben da immer Kontakt gehalten, mehrmals in der Residance.

00:01:45: Er war sehr oft hier bei uns und hat nicht nur Geburtstage, sondern auch seine Hochzeit hier gefeiert.

00:01:54: Und das ist eine ganz lange, tiefe Verbundenheit.

00:01:58: Und auch ganz schön war, ich nehme an, es war sein 50er Geburtstag.

00:02:03: Wie Alfred, wer ihn kennt, ist ein sehr ruhiger, zurückhaltender Mensch auf seiner Luftgitarre,

00:02:11: die tollsten Lieder gespielt hat und da richtig aus sich rausgegangen ist.

00:02:17: Und die Freundschaft zu Alfred hat über alle Jahre hinweggehalten.

00:02:22: Und er ist ein wirklich langjähriger, ruhiger, ganz lieber Freund.

00:02:28: Und die Freundschaft möchte ich nicht missen.

00:02:30: [Musik]

00:02:50: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier", die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.

00:02:57: Die Vorstellung meines heutigen Gastes ist relativ kurz.

00:03:00: Ehelmaliger, bester und ausgezeichneter Deutscher "Zommelier" hatte genau einen Arbeitsplatz.

00:03:05: Das zwei-Sterne-Restaurant "Residance in Essen".

00:03:07: Wo gibt es heute noch das ein-Zommelier ein Leben lang, 28 Jahre an einer Stelle bleibt.

00:03:14: Beständig ist, konsequent ist, ein Fundament für das Restaurant für die Gäste bietet.

00:03:20: Ist das nicht großartig? Warum gibt es so was nicht öfters?

00:03:23: Und warum freue ich mich so sehr, dass Alfred Vogt heute unser Gast ist?

00:03:27: Und bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner,

00:03:31: bei der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Segnetz,

00:03:34: Konsiowini Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect

00:03:38: für die händische und wirtschaftliche Unterstützung aufs allerherzlichste bedanken.

00:03:42: Denn dank Ihnen ist er heute hier.

00:03:44: Herzlich Willkommen, lieber Alfred Vogt!

00:03:48: Kennst du eine Weinregion, die nach wie vorunter bewertet ist?

00:03:52: Also in Frankreich gibt es sicherlich einige.

00:03:56: Also wir waren letztes Jahr in Bordeaux,

00:04:00: haben den Centrum angefangen, haben aber in Montagne gewohnt.

00:04:07: Also das sind ja nur ein paar Kilometer.

00:04:10: Du hast ähnliche Rebsorten, du hast dieselben Rebsorten, du hast ähnliche Verhältnisse

00:04:14: und du findest da sehr, sehr gute Weine, die ja keiner kennt.

00:04:20: Wenn du dann aber nochmal 10 Kilometer weiterfährst,

00:04:23: dann bist du direkt in Bergerac mit denselben Rebsorten, mit ähnlichen Verhältnissen.

00:04:27: Und die, da musst du dich, wenn du im Geschäft bist,

00:04:32: musst du dich ja ducken, weil die schmeißt dir dahinter her für den Preis.

00:04:37: Das ist also, wir haben auch ein bisschen was gekauft,

00:04:41: denn es ist auch touristisch sehr interessanter.

00:04:44: Und da gibt es sicherlich eine Vielfalt an Regionen.

00:04:49: In Deutschland ist sicherlich der Osten immer noch unterschätzt.

00:04:54: Da gibt es sicherlich auch viele Vororteile noch, die wir auch lange gepflegt haben.

00:05:00: Aber das ist erst so in den letzten 10 Jahren,

00:05:03: haben wir uns ein bisschen mehr mit beschäftigt und sehen auch,

00:05:07: dass da eine gute Arbeit gemacht wird.

00:05:10: So, sonst die deutschen Regionen sind eigentlich,

00:05:15: na ja, hessische Bergstraße da, haben wir,

00:05:19: hat man aber auch noch nicht so,

00:05:21: hat man noch nicht so die richtigen, besonderen Regionen probiert.

00:05:27: Aber das gibt es immer, denke ich mal,

00:05:29: das ist auch so eine Wellenbewegung.

00:05:31: Manche Gebiete fallen raus aus dem Raster und kommen dann irgendwann wieder.

00:05:35: So wie der Weinbau, der 30 Jahre neu erfunden wird,

00:05:39: werden noch die Moden regelmäßig.

00:05:42: Vielleicht habe ich von hinten oder einigermaßen hinten angefangen,

00:05:46: der Osten, was ist für dich Osten?

00:05:49: Also ist das Sachsen-Salle-Undtod, ist das Brandenburg, ist das Rügen,

00:05:52: ist das Uckermark oder wie weit ist da...

00:05:56: Das sind noch die klassischen Anbaugebiete.

00:06:00: Also Sachsen-Salle-Undtod, was überraschend ist,

00:06:02: aber teilweise fing es total spannend, das sind in anderen Regionen,

00:06:05: wo es ja früher 15., 16., 17., Jahrhundert ja auch Weinbau gab.

00:06:09: Klar, waren es andere Weinen, die dort erzeugt wurden.

00:06:12: Aber das dort mittlerweile was entsteht, was erst mal vielleicht interessant ist.

00:06:17: Ich weiß nicht, ob es groß sein könnte jemals in unserem Bewusstsein,

00:06:22: aber eine gewisse Neugierde entlocken kann.

00:06:27: Und was du gesagt hast, um zum vorherigen Thema zu kommen,

00:06:31: wäre schag, es ist sowas von großartig.

00:06:34: Ich habe tolle Sachen daraus probiert.

00:06:36: Und ich wüsste keine Weinkarte im Augenblick,

00:06:40: die wirklich becherrack in der Tiefe,

00:06:42: die auch dieser Lied, was du ja auch erwähnt hast,

00:06:45: und mir auch auf der Karte hatten, das wirklich lebte,

00:06:48: obwohl du dort so unfassbar spannende Preis- leistungsrelationen haben kannst,

00:06:53: authentische Weine, Weine mit Geschichte, Weine mit Tiefe,

00:06:56: eigentlich all das, was wir haben wollen,

00:06:58: man muss ihn nur erklären.

00:07:00: Ja, das ist dann die Aufgabe.

00:07:03: Ist sowas eher in Straf oder ist das eher eine Chance,

00:07:06: um zu mir diese Weine zu erklären und sich die Weine zu widmen?

00:07:10: Auch wenn die Gäste das nicht zu schätzen wissen,

00:07:13: dann kann man sie immer noch selber trinken.

00:07:16: Von daher ist das eigentlich nicht so ein Problem.

00:07:19: Ich habe, wer scherrack habe ich zum Beispiel,

00:07:21: 1991, ja, 1991, 1992 schon auf der Karte gehabt.

00:07:26: Aber das ist, also man kann es eigentlich nur,

00:07:29: wenn die Gäste im Sommelier vertrauen

00:07:32: und eher ihnen das Empfehl zu probieren gibt

00:07:36: und den Geschmack dann auch getroffen wird vom Gast.

00:07:43: Also, Sommelier ist da sicherlich eine sehr wichtige Funktion.

00:07:49: Wie baut man es Vertrauen auf?

00:07:51: Schafft man das extern, dass jemand sagt, hey, du bist gut,

00:07:54: man kriegt Auszeichnungen, man kriegt Artike oder sonstiges,

00:07:58: man kriegt eine langjährige Beziehung zu den Gästen,

00:08:02: ist es das der Chef sagt, der ist gut oder wie,

00:08:06: bekommt man das Vertrauen?

00:08:08: Also, das Vertrauen muss man aufbauen.

00:08:11: Ich bin ja Quereinsteiger gewesen

00:08:13: und habe sicherlich am Anfang auch Fehler gemacht,

00:08:15: weil ich ja nie in der Gastronomie gearbeitet habe.

00:08:19: Ich war ja vorher in der Küche.

00:08:22: Und das dauert ein bisschen.

00:08:25: Man muss sich auf den Gast einstellen.

00:08:30: Es war nie mein Ding,

00:08:32: natürlich habe ich immer bestimmte Weine geliebt,

00:08:35: gemocht, die wollte ich ja noch verkaufen,

00:08:38: aber es war nie mein Ding, mit mich selbst da zu stellen,

00:08:41: sondern ich wollte immer den Gast davon überzeugen,

00:08:44: dass der Wein gut ist, dass er zu ihm passt.

00:08:48: Das hat natürlich nicht immer funktioniert,

00:08:51: aber über die Jahre kriegst du einen Vertrauen

00:08:54: und ich kann mich noch gut erinnern.

00:08:57: Heute ist Jura ja in aller Munde,

00:09:00: aber wir waren damals, wir haben im Jura Urlaub gemacht,

00:09:03: haben ein paar Flaschen mitgebracht für die Weinkarte

00:09:06: und dann war ich natürlich voller Enthusiasmus,

00:09:08: so jetzt müsst ihr alle Jura Weine trinken

00:09:11: und habe ich dann den guten Stammgästen angeboten

00:09:15: und die haben den dann getrunken.

00:09:17: Dann haben gesagt, ja, das ist ja alles sehr gut erfolgt,

00:09:20: aber nächstes Mal empfehlen sonst bitte wieder was anderes.

00:09:23: Also die haben dann sozusagen schon das Vertrauen gehabt

00:09:27: und das wird dann auch nicht so schnell mehr zerstört,

00:09:30: auch wenn man ein Wein, das ist sehr wirt,

00:09:33: der ja nicht unbedingt gefällig ist.

00:09:35: Du wusstest auch, wo ein Griff da neben ist.

00:09:37: Ja, sie sagt, kein Griff da neben,

00:09:39: das sieht die Gäste bar noch nicht so weit.

00:09:42: Aber es ist manchmal ohnehin schwierig, oder?

00:09:46: Dass man selber sich so intensiv mit der Weinwelt beschäftigt,

00:09:49: so tief da drin steckt

00:09:52: und man in Restaurants, Alltagsgeschäfts immer weiter,

00:09:56: also immer wieder zurück budern muss

00:09:58: und dann sich auf diese Ebene von den Gästen,

00:10:00: ohne das irgendwie spekierlich oder negativ zu meinen,

00:10:04: runtergradieren muss

00:10:06: und versuchen muss, fast kindlich zu denken,

00:10:09: also in seinem Erwachsenen zu sein.

00:10:11: Ja, aber das ist halt die Aufgabe,

00:10:15: du hast, sag ich mal, über Spitz 50% Graubagundertrinker

00:10:21: und dann hast du 30% Chardonnay-Trinker

00:10:25: und dann kommen 20% die Offen sind für alles.

00:10:29: Die Riesling-Trinker haben wir noch nicht dabei gehabt.

00:10:32: Das finde ich zum Beispiel so ein Zeugnis dafür,

00:10:36: dass viele im Weingeschäft,

00:10:38: dass mit einer gewissen Ernsthaftigkeit,

00:10:40: mit einer gewissen Begeisterung,

00:10:42: mit einer gewissen Authentizität auch Rücksicht

00:10:44: oftmals gelebt haben, aber ich glaube, der Riesling,

00:10:47: dass der wieder diese Anerkennung erfahren hat,

00:10:50: ist durchaus ein Stück Arbeit gewesen

00:10:53: und ein Arbeiter von vielen Seiten,

00:10:55: von Zombies, von Winzern, von Journalisten

00:10:57: und in den letzten 20, 25 Jahren,

00:11:00: das ist ja mehr oder weniger genau der Spiegel,

00:11:02: als ich auch in einer Karriere richtig eine Erfolgsgeschichte geworden.

00:11:08: Ja, das hat angefangen, ganz allgemein,

00:11:11: Deutsche Wein, nein, so was trinken wir nicht.

00:11:14: Ja, und Deutsche Rotwein schon gar nicht,

00:11:16: das war ja das Katastrophus, ja.

00:11:18: Das war noch überhaupt noch ein Thema.

00:11:20: Und Riesling war ja, das war, Riesling ist sauer

00:11:23: und, nee, das trinken wir sowieso nicht.

00:11:26: Und dann kam er hinzu, dieser Hickhack

00:11:29: in den 90er Jahren mit der Bezeichnung.

00:11:32: Dann gab es Spätlese trocken,

00:11:34: Spätlese restüß und Spätlese trocken,

00:11:36: Auslese, Restüß, Auslese trocken.

00:11:39: Das haben die Gäste nie verstanden.

00:11:41: Sieh dir das nicht, diese Aussprechen.

00:11:43: Spätlese trocken, ja, Spätlese ist doch immer süß.

00:11:45: Spätlese trocken war eine Todgeburt.

00:11:48: Dann kam er so Mitte des 70er-Jahres,

00:11:51: der Fall diese große Gewächsbewegung.

00:11:54: Das war ja auch, hat ein bisschen gedauert,

00:11:58: mit Geburtswähnen, aber im Prinzip war es,

00:12:01: war das eigentlich der Durchbruch,

00:12:04: weil das verstehen die Leute, das kennen sie aus Frankreich,

00:12:06: da gibt es einen Grand-Grün und Trümmel-Grün.

00:12:08: In Bordeaux gibt es auch,

00:12:10: das haben sie dann endlich nachvollziehen können.

00:12:13: Die Weinewanars war am Anfang vielleicht noch so ein bisschen,

00:12:16: hatten zu viele Restüße, sind inzwischen deutlich trocken.

00:12:20: Aber das ist ja, denke ich, auch mal eine Erfolgsgeschichte

00:12:26: von deutschen Winzern, dass sie halt diese Rieslinge aus dem

00:12:30: nicht da sein auf die Karten inzwischen

00:12:34: der ganzen Welt gebracht haben.

00:12:36: Aber das ist, ja, Mitte der 90er-Jahre,

00:12:40: bis jetzt ungefähr, hält das ja an.

00:12:44: Ist der Pieck erreicht?

00:12:46: Also findest du, dass der Höhepunkt schon erreicht ist,

00:12:50: oder siehst du noch mehr Potenzialen,

00:12:52: Entwicklungsfähigkeit, also von Seiten der Winzer,

00:12:56: als auch von Seiten des Konsumenten, des Marktes.

00:13:00: Und nach wie vor ist ja der Deutsche, also,

00:13:03: es gibt so unterschiedliche Betrachtungsweise,

00:13:05: manche sagen auch, das ist nur eine Blase.

00:13:07: Wir halten uns für die besten, sind es aber eigentlich nicht

00:13:10: in der globalen Betrachtung.

00:13:12: Andere sagen, dass was die Rieslinge erreicht hat,

00:13:14: das ist unglaublich in den vor allem 20, 30 Jahren.

00:13:17: Wiederum andere sagen, es gibt kaum einen Wein,

00:13:21: der dieses Weltbewusstsein,

00:13:24: diesen Weltmarschstab darstellt,

00:13:26: und so unfassbar günstig ist in der Relation.

00:13:29: Also wie siehst du das, oder wo ordnest du die Entwicklung

00:13:32: im Augenblick ein?

00:13:34: Also die Qualitätssteigerung, die ist da ziemlich steil

00:13:38: nach oben gegangen.

00:13:40: Es wird sicherlich in Steigerung geben,

00:13:42: aber die Churbe wird deutlich flacher werden.

00:13:45: Das, beim Konsumenten ist das Potenzial

00:13:48: sicherlich noch viel, viel größer.

00:13:50: Wir waren bei einem Winzer, obwohl das ja schon

00:13:53: sehr weit gegangen ist, wir waren beim Winzer

00:13:55: an der nahe, und da standen vier Paletten,

00:13:58: großes Gewächs. Da habe ich den Winzer gefragt,

00:14:00: wo geht das dann hin? Das geht alles nach Norwegen.

00:14:02: Das heißt also vier volle Paletten, das sind

00:14:06: 2400 Flaschen, die komplett nach Norwegen gegangen sind.

00:14:09: Also die Welt trinkt großen Riesling aus Deutschland,

00:14:13: auch trockenen Riesling. Vor 20 Jahren wollten

00:14:16: alle nur Spätlesen und Auslesen haben aus Deutschland.

00:14:19: Das hat sich stark geändert.

00:14:21: Wenn man in spanischen drei Sterne Restaurants essen geht,

00:14:24: was haben wir auf der Karte, deutsche Rieslinge?

00:14:27: In Italien gibt es das auch sehr viel inzwischen.

00:14:30: Frankreich ist da sicherlich noch ein bisschen,

00:14:32: hat da noch Nachholbedarf, aber wenn wir in Frankreich sind,

00:14:36: wir nehmen immer ein paar Flaschen Riesling mit.

00:14:38: Und hier probiert mal, wir können auch

00:14:41: guten Riesling machen. Aber ich denke mal,

00:14:45: bei der Qualität des Produktes ist die Spanne

00:14:49: nicht mehr so hoch, dass man da noch mal

00:14:53: irgendwas sehr explosives erwarten können.

00:14:56: Hat sich die Qualität in der Tat, im Vergleich zu den 90er-Jahren,

00:14:59: so gravierend verändert?

00:15:01: Oder hat sich das Bewusstsein und die Offenheit dafür verändert?

00:15:05: Damals gab es sich schon einen guten Riesling, oder?

00:15:08: Ich denke mal, dass ein dritter Faktor hinzugekommen ist,

00:15:11: der Klimawandel, dass die Weine inzwischen

00:15:13: mehr Schmelz haben, mehr Rundheit,

00:15:16: natürlich auch mehr Alkohol, also mehr Fett,

00:15:19: mehr Körper, was für viele Konsumenten sehr wichtig ist.

00:15:24: So dieses Kage, gradliniger, Säurebetonte.

00:15:30: Ich glaube, meine Frau denkt dann immer an

00:15:35: das Forster Ungeheuer von Moosbacher, Jagen 1990.

00:15:39: Das war einer ihrer besten Rieslingen, die sie hier getrunken hat.

00:15:42: Aber wenn man das heute trinken würde,

00:15:45: das war Kage und Säurebetonte.

00:15:48: Und das könnte, glaube ich,

00:15:51: nicht auf dem Markt mit den aktuellen Russengewächsen

00:15:54: nicht mehr mithalten.

00:15:56: Weil es nicht ausdruckstark genug ist?

00:15:59: Oder kann man die Substanz des Weines nicht trotzdem erkennen?

00:16:05: Muss man es immer an Kraft, an Fülle, an Stoffigkeit,

00:16:09: an Textur oder so was die gemessen?

00:16:12: Und die Skeletur des Weines fällt immer ab, oder?

00:16:17: Ich habe da eher so an den allgemeinen Konsumenten gedacht.

00:16:22: Die Spezialisten würden das sicherlich,

00:16:24: oder Rieslingfreunde würden das sicherlich erkennen,

00:16:27: dass das damals schon klasse gehabt hat.

00:16:31: Spiegelt sich das in die ganze Welt?

00:16:33: Also ist es hier zum Beispiel in Piemont,

00:16:35: was ja auch für relativ kagegradlinige,

00:16:37: teilweise Säurebetonteweine bekannt ist,

00:16:39: grundteilweise ist es dort genauso?

00:16:41: Oder ist das ein Rieslingphänomen, was hier einzigartig ist?

00:16:44: Also Piemont erstaunt mich, weil das sind ja auch fordernde Weine.

00:16:50: Dass die so eine große Freundeschar haben,

00:16:54: wundert mich schon.

00:16:56: Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

00:16:58: Du stehst ja nicht in der Reihe der Jünger.

00:17:00: Ich liebe das Zeug.

00:17:02: Aber dass das so erfolgreich ist, das wundert mich.

00:17:07: Weil das ja wirklich was sehr Spezielles ist.

00:17:10: Worgrund ist anders?

00:17:12: Gerade die Weißen oder auch Pinos,

00:17:16: die sind ja schon, wir haben sehr viel Charme.

00:17:18: Dass die so beliebt sind, kann ich gut nachvollziehen.

00:17:21: Aber das Piemont, das ist ein Baolo,

00:17:23: Barbaresco mit diesem bissigen Gerbststoff,

00:17:26: mit diesen Ternoten, dieser Gradlinigkeit,

00:17:30: dass das so erfolgreich ist, wundert mich schon.

00:17:33: Hat das nicht dort mit der Möglichkeit,

00:17:37: der verschiedene Qualitätsgeschmacksbewusstseinstufen zu tun?

00:17:41: Das ist halt in Deutschland so,

00:17:43: den jeder trinkt, der irgendwie charming fruchtig ist.

00:17:46: Das ist ein Barberer, der ein bisschen anspruchsvoller ist.

00:17:48: Und dann irgendwie an Feiertagen gibt es halt 'n Biolo.

00:17:51: Und da sagt der Opa, der ist gut und dann muss der gut sein.

00:17:53: Dann trink man es trotzdem.

00:17:55: Und die, die das verstehen oder die sich darauf einlassen wollen,

00:17:59: den entdecken wollen, die erkennen das?

00:18:03: Schwere Frage.

00:18:06: Ja, vielleicht ist es in einem Gebiet,

00:18:10: was überall hoch eingeschätzt wird.

00:18:13: Und deswegen muss man es mögen, das könnte schon sein.

00:18:16: Aber glaube ich nicht wirklich.

00:18:20: Bordeaux hat ja auch bei den meisten Konsumenten

00:18:24: einen schlechten Ruf, weil sie schwer sind,

00:18:27: gerbststoffreich, was ja überhaupt nicht stimmt.

00:18:30: Das ist, da ist es vielleicht umgekehrt, geht es in die andere Richtung los.

00:18:38: Weil Bordeaux ja auch mal schwierig ist,

00:18:40: weil wir das Thema ganz auch am Anfang hatten,

00:18:43: es leidet ja so ein bisschen unter seinem Ruf,

00:18:45: egal in welche Richtung, ob im High-End- und Price-Bereich

00:18:50: oder im kommerziellen Bereich.

00:18:53: Also dieses riesige Gebiet, was so so groß ist wie Deutschland,

00:18:56: findet ja nicht wirklich eine Gesamtidentifikation,

00:18:59: eine Gesamtakzeptanz.

00:19:01: Es gibt ja so viele, die mittlerweile und teilweise am Existenzminimum

00:19:05: arbeiten, die nicht gesehen werden, obwohl sie tolle Qualitäten,

00:19:09: teilweise großartige Preis-Leistungsrelationen,

00:19:12: auch die Flasche zaubern, wo man Bordeaux für 15 Euro bekommt,

00:19:15: der durchaus eine globale Präsenz hat und überrascht

00:19:19: und reifen kann.

00:19:20: Also all das, was man mit einem tollen Rotwein in Verbindung bringt,

00:19:22: aber ich kriege es einfach nicht verkauft.

00:19:24: Und da kriegen sie auf dem Markt nicht platziert,

00:19:26: weil sie da halt nicht in den entsprechenden

00:19:28: Verertriebsstrukturen sind und da auch nicht reinkommen.

00:19:31: Und das ist ja eigentlich bedauerlich, oder?

00:19:33: Ja, gerade wenn ich einen kleinen Bordeaux kaufe, 10 Euro,

00:19:39: schon, das fängt schon an, 10 Euro,

00:19:41: dann bin ich mir ziemlich sicher,

00:19:43: dass ich eine absolut gute Qualität bekomme.

00:19:46: Warum die das nicht schaffen, diese Weine zu verkaufen,

00:19:50: wahrscheinlich ist das ein Imageproblem

00:19:54: oder dass die Leute denken, das ist alles teuer

00:19:59: und das ist aristokratisch und das ist,

00:20:02: vielleicht hat es auch damit zu tun,

00:20:04: dass Bordeaux kein Winzergebiet ist,

00:20:07: sondern das wird ja im Wesentlichen von großen Konzernen beherrscht,

00:20:10: dass das so ein bisschen unnah war.

00:20:13: Das ist, ich weiß es auch nicht,

00:20:17: ich wundere mich auch immer, warum kleine Bordeaux,

00:20:20: wenn ich ein Bordeaux für 15 Euro kaufe

00:20:23: und Bordeaux für 10 Euro kaufe,

00:20:25: bei dem Bordeaux bin ich sicher,

00:20:27: bei dem Bordeaux bin ich absolut unsicher

00:20:29: auf, ob ich da nicht den größten Miss mehr

00:20:31: in den Zug zugelegt habe.

00:20:33: Ich habe da einfach die Sicherheit, dass die Weine sind.

00:20:36: Aber warum groß und unübersichtlich,

00:20:39: dass das Image richtet sich an Lafitte und Co

00:20:43: und es ist teuer und das trinken nur Snaps,

00:20:46: ich habe wirklich keine Ahnung.

00:20:49: Ich weiß auch nicht, wie es in Frankreich ist,

00:20:51: dass 110% der Fläche ausreißen.

00:20:53: Ich denke mal, dass der ganze Weltmarkt

00:20:56: das nicht aufnehmen kann,

00:20:58: was da an einem guten Proproduziert wird.

00:21:01: Und darüber hinaus gibt es auch noch andere Gebiete.

00:21:04: Du hast Bergerak erwähnt, K.O.R.

00:21:07: Keine Ahnung, es gibt ja so viele Gebiete,

00:21:09: die völlig unbeachtet sind,

00:21:11: aber ihnen doch die renommierten Gebiete,

00:21:13: die gesamte L'Or à, ist teilweise so einzigartig,

00:21:16: hat so einzigartige Stylistiken,

00:21:18: die man sonst nirgendswo auf der Welt findet

00:21:20: oder deine Leidenschaft oder eure Leidenschaft,

00:21:23: eigentlich viel mehr, Bougelet.

00:21:25: Bougelet ist ja eigentlich,

00:21:27: eigentlich ist eine Erfolgsgeschichte,

00:21:29: egal in welche Richtung, oder?

00:21:31: Also sowohl meines Wissens war es ja so ein Marketingprojekt,

00:21:34: dass die im Weinverkommunzialisieren wollten,

00:21:36: ihre Sachen verkaufen wollten,

00:21:38: deswegen eben diese primären Niveau-Marketingstrategie damals etabliert haben,

00:21:44: was natürlich dann letztlich ein Genickbruch für das ganze Gebiet wurde

00:21:47: und in der Zeit wurde, aber auch im Neuzeitlichen,

00:21:50: wie sich viele Winzer mit ihren Qualitäten langsam wieder präsentieren etablieren können

00:21:56: und die Außergewöhnlichkeit der Weine darstellen können,

00:21:59: ist ja auch in gewisser Weise eine Erfolgsgeschichte.

00:22:02: Wenige Sehnser aber trotzdem so wie ihr.

00:22:04: Ja, Bougelet ist ein Spezialfall.

00:22:07: Ich habe zum Beispiel keinen Trossier gemacht

00:22:10: und ich habe keinen Bougelet gemacht.

00:22:12: Was mache ich dann?

00:22:14: Ich sage dann, kann ja mit mir irgendwas nicht stimmen.

00:22:17: Also ich muss da hin.

00:22:19: Das war so die gleiche Zeit.

00:22:24: Und dann kam eine Einladung von der Sub-Pexa für eine Sommelierreise ins Bougelet.

00:22:30: Da habe ich gesagt, ja, das machst du jetzt,

00:22:32: auch wenn dir der Wein nicht gefällt, du probierst das aus.

00:22:36: Und spannend war, wir haben Reifebeine getrunken aus den 70er Jahren.

00:22:46: Was ist denn in Bougelet?

00:22:48: Im Bougelet haben wir dann von den Winzern Reife Sachen bekommen aus den 60er, 70er Jahren.

00:22:54: Die waren großartig.

00:22:56: Was dann aktuell uns zu probieren gegeben worden ist,

00:23:01: das war ziemlich belanglos bei den meisten Winzern.

00:23:05: Und dann habe ich gedacht, da stimmt doch irgendwas nicht.

00:23:07: Und dann gehst du in jeden Keller und die Keller waren leer.

00:23:10: Da waren keine Holzfessern, nichts mehr drin.

00:23:12: Die haben also alles diese Matzeration, Carbonik und abgefüllt und verkauft.

00:23:19: So weit es noch verkaufen konnten.

00:23:23: Aber bei mir ist Hängen geblieben,

00:23:25: dass die Weine irgendwann mal gut gewesen sein müssen.

00:23:28: Das hat dann nur 15 Jahre gedauert oder 20 Jahre.

00:23:31: Und dann haben wir gesagt, wir fahren jetzt mal wieder ein und gucken, was da los ist.

00:23:36: Eine kleine andere Geschichte.

00:23:38: Nach der Bougelet-Reise haben wir dann Bougelet-Abend im Restaurant gemacht.

00:23:42: Und das war, glaube ich, der feuchtprüchste Weinabend, den wir je in der Resinance gehabt haben.

00:23:49: Also ich glaube, 98% aller Gäste waren total betrunken, kurz betrunken hinterher.

00:23:54: Die hatten so viel Spaß.

00:23:56: Und da habe ich auch gedacht, irgendwas muss ja an dem Wein sein,

00:23:58: wenn die Leute mit dem so so viel Spaß haben.

00:24:01: War das der Wein? Also hätte man so etwas mit dem anderen Wein auch?

00:24:04: Also hättest du da jetzt Zanktwese, Toskana rein spekulativ?

00:24:09: Nein, ich glaube, das war, das ist diese Rebsorte, die so viel Spaß,

00:24:15: so viel Freude bei den Gästen ausgelöst hat.

00:24:18: Das ist, das haben wir in dem Maß nie wieder erlebt mit anderen Rebs.

00:24:24: Und ja, da sind wir halt 20 Jahre später hin gefahren und haben, wie man das dann immer macht.

00:24:31: Man sucht sich einen guten Gastronomen aus und fragt denen, was ist denn hier so.

00:24:35: Und haben wir ein paar Winzer besucht und dann haben wir gesehen,

00:24:39: dass da noch ein Einiges passiert ist, dass die wieder Fuß gefasst haben.

00:24:44: Die haben ja einen Riesenschatz von uralten Rebeständen.

00:24:47: Dadurch, dass kein Geld da war, haben die nie neu angelegt.

00:24:50: Die Reben sind alle noch so 50 cm hoch in dieser Stockerziehung.

00:24:56: Und ich glaube, alle Menschen, die dann im Weinwerk arbeiten, müssen Rückenprobleme haben.

00:25:01: Das ist also ganz, glaube ich, ganz fürchterlich, da zu arbeiten.

00:25:04: Wir haben auch ein paar erlebt, die aufgehört haben, die das nicht mehr, nicht mehr weitergemacht haben,

00:25:11: weil es ist, wenn du fünf Euro für eine Flasche kriegst

00:25:15: und dann hast du ein Frost-Schaden oder einen Hagelschaden und dann bist du ganz schnell platt.

00:25:20: Also ich spreche jetzt nicht von den Grüßen, sondern von den Sachen drum herum,

00:25:25: die also wirklich nach wie vor ziemlich notleiten.

00:25:28: Es gibt da sicherlich einige, die durch viel Engagement sich über Wasser halten,

00:25:34: aber da wird sicherlich noch viel verschwinden in den nächsten Jahren.

00:25:39: Als ihr dann dort das erste Mal ernst hat wart, war das um 2000 ungefähr herum?

00:25:45: Oder war es dann später?

00:25:47: Nee, es war später, 2010 vielleicht.

00:25:51: Und die Weine, wovon du gerade gesprochen hast, das waren also nicht die Grüßen,

00:25:58: nicht diese zehn Grüßen, die ja auch eigentlich in ihrer Art liegen,

00:26:01: die eigentlich so einfach zu verstehen sind, weil ja jede der größten Ereignen,

00:26:05: als ich auch im Mund auch war oder was auch immer, eine eigene Identität hat,

00:26:09: sondern es ist dann auch nicht ein Niveau oder Primer, sonst ist es Buschli-Village.

00:26:15: Ja, genau. Das geht ja hoch bis 1000 Meter und dann gibt es...

00:26:19: Wahnsinn, oder?

00:26:20: Ja.

00:26:21: Und da gibt es also wirklich tolle Lagen und tolle Winzer, tolle Weine,

00:26:26: sehr, sehr bezahlbare Preise, sehr engagierte Leute, junge Leute, die das machen.

00:26:32: Auch im Heilendbereich, also man kriegt für 20 Euro oder so viel Qualität,

00:26:35: die lagerfähig, die lebensfähig ist, die großartig ist, aber es gehört ja rein Weinbaurechtlich,

00:26:43: meines Wissens zum Bugund, rein vom Verwaltungsrechtlichen zum Rohnethal.

00:26:49: Was ist denn jetzt, weil die einen sagen, es ist klimatechnisch eigentlich ein bisschen Bugund,

00:26:54: aber eigentlich auch ein bisschen Rohne, Bodentechnisch ist ja eigentlich mehr Rohnen.

00:26:58: Wie würdest du es sehen, wie wirst du es einordnen?

00:27:00: Ja, Bodentechnisch, es gibt viel Granit, aber es gibt auch Vulkan und Schiefer,

00:27:05: also es ist schon sehr, sehr gemischt.

00:27:08: Aber kein Kalk?

00:27:10: Nee, Kalk, nee, mehr gibt es nicht.

00:27:13: Also daher dann eigentlich mehr Rohnen, mehr Grutti, die von der Grundrichtung,

00:27:19: so vom Gefühl her, von der Nordrone, ja, also von Landschaftlich auch, ja, eher.

00:27:25: Aber von den Menschen her, so ist es eher bugundisch, so der Typ,

00:27:34: so mit wasken mitzke und gutes Essen, aber das hast du im Raum von Lyon ja eigentlich auch.

00:27:40: Also das ist ja Übergangsregion.

00:27:47: Aber sie wollen sich ja schon deutlich von Bugund abheben.

00:27:51: Wollen Sie das? Sie sehen es sich selber nicht als Bugundian?

00:27:55: Also die, wir kennen gelernt haben, die wollen eine eigene Identität aufbauen.

00:28:01: Kann man aber die Weine, wenn man sie probiert, fast eine leihenhafte,

00:28:05: nicht eine leihenhafte Frage, nicht doch mit Bugund eher vergleichen als mit der Ruhe,

00:28:12: würde ich fast sagen. Also im Alter klar, ich finde im Alter werden die total bugundisch,

00:28:17: wenn die 20, 30 Jahre auf dem Buckel haben, insofern man die Weine heutzutage noch bekommt.

00:28:22: Aber in der Jugend, wer sind die da nicht?

00:28:27: Aber findest du aber auch Gammis mit so pfeffrigen Noten, dass sie das jetzt so gut haben?

00:28:32: Das ist ganz klar auch zu finden, ist es? Ja, ja, stimmt.

00:28:35: Also ich würde schon als Übergang irgendwie so bezeichnen.

00:28:40: Interessant, weil es ja eigentlich ein Pinoclone ist, oder eine wilde Kreuzung,

00:28:45: mit der Blonde und Pinot und da ist schon dieser Ursprung dann verankert sein müsste.

00:28:51: Gibt es hier Rebsort eigentlich sonst irgendwo?

00:28:53: Ich habe die noch nirgends, also, hätte ich glaube ich auch noch nie jemand versucht,

00:28:57: in Sachsen witzigerweise, weil du von Mitteldeutschland erwähnt hast,

00:29:01: hat der Janek Schumann initiiert, dass es auf Wackerbad angebaut wird.

00:29:05: Dort hat man die Zukunft dafür gesehen, sonst in der Welt glaube ich nirgends, oder?

00:29:09: In Kalifornien gibt es ein bisschen, was auch mal probiert haben,

00:29:14: aber, da ich mal in Frankreich ist, ist ja ganz gut verteilt eigentlich, bis zur Lvaro.

00:29:20: Aber sonst in... ich wüsste dich auch nicht, dass das so irgendwie...

00:29:26: aber Südafrika auch nicht.

00:29:29: Ja, ich glaube nicht.

00:29:30: Spannende Rebsorte, also die durchaus interessante Weine erbringt und auch lebensfähige Weine.

00:29:36: Auf vielfalt auch. Man denkt ja, also klar, die zehn Grüß, unterscheiden sich schon deutlich

00:29:42: und wenn du dann weiter in Süden gehst, wo wir uns gar nicht gut auskennen,

00:29:47: ist das Ganze im Süden, also die goldenen Hügel da, da haben wir es noch nicht mit beschäftigt.

00:29:53: Da haben wir wohl letztes Jahr ein super Chardonnay kaufen können.

00:29:58: Der war also echt der Weichklasse, aber sonst...

00:30:01: Was was total spannend ist, also Weißwein, das glaube ich nur ein Prozent der gesamten Anbaufläche,

00:30:07: aber teilweise was ich probieren durfte, also sowohl Weißwein, sowohl Chardonnay als auch Aligothé,

00:30:13: war richtig, richtig überraschend auch von der Entwicklungsfähigkeit,

00:30:17: von der eigenen Identität auch in der Kombination mit den Böden.

00:30:20: Was ich total interessant finde, was ich noch nie gesehen habe, also hier,

00:30:26: weil das glaube ich ausschließlich für Japan produziert wird, ist Bougelet Rose.

00:30:32: Die haben das glaube ich initiiert in den 90er Jahren, dass die Rose aus dem Bougelet trinken wollten

00:30:37: und es gibt glaube ich im Jahr 60.000 Flaschen oder sowas, die gehen komplett nach Japan.

00:30:43: Habt ihr mal einen gehabt? - Nee, hab ich nicht gehabt.

00:30:45: Bittsig, also so ein Liebenzieher von mir, Bougelet Rose zu trinken.

00:30:50: Das stechen mir auch vor, dass der toll reifen kann und durchaus interessant sein könnte.

00:30:55: Aber die Grüße, wenn wir die so ein bisschen vernachlässigt haben,

00:30:58: sind hier eigentlich in dem Sinne ähnlich wie in nördlichem Begrund, ganz einfach,

00:31:01: dass jedes Grüne eigene Identifikationen, eigene Authentizität, ein eigenes Geschmacksbild hat.

00:31:07: Man durchaus ein Brieh vom Mulavon, der wir gerade die beiden schon hatten,

00:31:11: unterscheiden kann und das auch heraus schmecken kann, oder?

00:31:14: Ja, absolut, aber natürlich hat auch der Winz einen riesen Einfluss.

00:31:21: Wenn du halt mit mehr Gerbststoff arbeitest und so, dann kriegst du auch in Santa Muhr vielleicht ein Mulavon

00:31:29: in der Richtung gehen. Also wir haben ein bisschen Schwierigkeiten inzwischen,

00:31:33: das zu unterscheiden. Wenn du bei einer bestimmten Winzerriege probierst,

00:31:40: die versuchen ja alle Struktur reinzubringen, Lagerfähigkeit und so,

00:31:45: dann wird es manchmal schon sehr, sehr schwer zu sagen,

00:31:49: das ist jetzt ein Renier und das ist ein Juliennast oder so.

00:31:54: Wobei Renier ja eigentlich der Leichtester eigentlich ist.

00:31:59: Gibt es eine Wertigkeitsabstufung, wo man sagt, das ist die absolute Potenteste,

00:32:07: also das ist keine Ahnung, der Morachet, das andere ist der Chassanioepinie Morachet,

00:32:11: das nächste ist der Santo Bar, das dritte ist der, also gibt es sowas bei den Grüßen auch,

00:32:16: oder kann man das so gar nicht sagen?

00:32:18: Ja, ich meine, auch Mor sichert, dann gibt es aber auch Morgan,

00:32:24: da kommt ja der Begriff, der morgoniert, also ein Wahn kann gut reifen,

00:32:28: wenn der morgoniert und dann Kote Bruy, die halt von diesem Vulkan-Gipfel da,

00:32:36: die Spitze, ja, das ist und dann aber dann natürlich auch mit den Namen hat da was zu tun.

00:32:44: Das Santa Muhr ist natürlich was Romantisches, was in bestimmte Kisten so reinpasst.

00:32:52: Flurrie finde ich total interessant, weil in Flurrie kriegst du ganz leichter,

00:32:58: einfache, einschmeichelnde, charmante Weine, aber auch unheimlich gut strukturierte und kraftvolle.

00:33:04: Die Lagen sind ja auch sehr unterschiedlich.

00:33:08: Wahrscheinlich ist die Einzellage sogar noch wichtiger als die Großlage sozusagen.

00:33:14: Schreibt aber kaum jemand eine Einzellage drauf, oder?

00:33:16: Kommt schon, ja.

00:33:18: Mittlerweile ist es, ich habe das kaum gesehen, leider.

00:33:24: Aber ist natürlich kompliziert für jemanden, der von außen kommt,

00:33:28: das dann so nachzuvollziehen und einen einzuschätzen.

00:33:32: Markt wahrscheinlich komplett Frankreich, oder?

00:33:34: Also die verkaufen glaube ich alles dann irgendwie, wahrscheinlich in Paris oder Südfrancreich.

00:33:40: Wir haben letztes Jahr ein junges Winzerpark kennengelernt, die Cote Bruy, angefangen haben.

00:33:48: Und die haben das auch so wunderschön erklärt.

00:33:51: In der Ausrichtung ist mehr der Boden, in der Ausrichtung mehr der, die machen drei verschiedene Grüß.

00:33:58: Und die haben wir dann nebenan probieren können und das war total nachvollziehbar,

00:34:03: wie dort die Lage und unterschieden hat.

00:34:08: Und das dann einem relativ kleinen überschaubaren Weinberg.

00:34:13: Das ist schon spannend, aber da muss ich mit beschäftigen.

00:34:16: Das ist ein Thema, wo da erst mal sechs Wochen der Urlaub machen muss.

00:34:21: Es gibt schlimmere Gegenden, das heißt doch.

00:34:24: [Musik]

00:34:40: Glaubt ihr, ihr könnt mediterraneelegant so ein Scham und Alpine frische und präzision euch gedanklich in einem Wein vorstellen?

00:34:48: Schwierig finde ich, bis ich einen Wein aus dem Weinbaugebiet um den Kaltterer See gefunden habe.

00:34:53: Und die Kellerei Kaltern, eine Institution des Südtiroler Weinbaus,

00:34:58: demonstriert mit ihrem Quintessens Kaltterer See Klassico Superiore 2023,

00:35:04: dass die dort zur einzigartigkeit aufblühende Rebsorte wären natsch.

00:35:08: Weit mehr ist als ein einfahrer Zeuge lokaler Weintraditionen.

00:35:11: Dieser Wein ist ein Ausdruck jahrhundert der alter Handwerkskunst,

00:35:15: modern interpretiert in einer Perfektion vollendet, die seinesgleichen sucht.

00:35:20: Ja, in Südtirol funktioniert der Genossenschaftsgedanke und die Kellerei Kaltern

00:35:24: ist eine der traditionsreichsten Winzergenossenschafts Südtirols gegründet aus der Überzeugung heraus,

00:35:30: dass die Stärke der Region in ihrer Gemeinschaft lieb.

00:35:32: Ihre Wurzeln reichen über ein Jahrhundert zurück, als sich Winzer zusammenschlossen um gemeinsam,

00:35:38: nicht nur eine besondere, sondern die höchste Qualität zu erzeugen und den Kaltterer See als exzellentes Terror zu etablieren.

00:35:44: Heute zieht die Kellerei Kaltern zu den führenden Botschaftern Südtiroler Weinbaukunst.

00:35:50: Was ist Ihr Erfolgsrezept?

00:35:52: Wahrscheinlich, und das wird oft zitiert, es wird fast ein bisschen abgetroschen,

00:35:57: aber hier wird es gelebt, die Verbindung von Traditionen und Innovationen.

00:36:00: Wenn Ihr einmal dort in diesem Gebiet, einmal dort in der Kellerei seid,

00:36:04: dann seht Ihr, dass die Ursprünglichkeit der Region respektiert wird,

00:36:08: dass auf akribische Selektionen gesetzt wird,

00:36:11: dass naturnal Bewirtschaftung keine Marketingworte sind

00:36:14: und dass man es genau dadurch schafft, die Authentizität und den Tiefgang in den Wein zu etablieren.

00:36:19: Und ich finde, der Quintessenz Kaltterer See 2023 ist ein absolutes Paradebeispiel dieser Philosophie und zeigt,

00:36:26: das wäre natsch, wenn mit Präzisionen wieifiziert außergewöhnliche Eleganz und Komplexität entfalten kann.

00:36:32: Okay, was ist mit Präzisionen wieifiziert?

00:36:35: Dieser Wein beginnt seiner Reise in den besten Weinbergen rund um den Kaltterer See,

00:36:40: wo alte Wernatschreben teilweise bis zu 70 Jahre alt, tief in den Böden aus Dolomitkalk, Märgel und Schotter greifen.

00:36:48: Das herrlich sanfte Klima, beeinflusst vom Mediterranean Strömung und Alpinekühlelementen,

00:36:52: ermöglicht eine langsame und gleichmäßige Reifung, vor allem eine Ausreifung der Trauben.

00:36:58: Ja, und der Wernatsch fand hier seine Heimat.

00:37:01: Historische Aufzeichnungen zeigen, dass Wernatsch im Mittelalter in Klosterweinbergen Südtirol eine große Rolle spielte.

00:37:08: Der Name Wernatsch, stand vom blatteinischen Wernakulus ab, was Einheimisch bedeutet.

00:37:13: Ein Hinweis darauf, dass diese Rebsorte immer eng mit der Südtiroler Weinlandschaft verbunden war.

00:37:18: Klar, wir in Deutschland kennen sie als Trollinger.

00:37:20: Und diese Bezeichnung stammt von Tirolinger ab und verweist auf die Südtiroler Herkunft dieser Rebsorte.

00:37:27: Sie wurde vermutlich im 17. Jahrhundert über Handelswege ins Württembergische gebracht.

00:37:31: Im 19. Jahrhundert war Wernatsch die dominierende Rebsorte Südtirolsten galt als Alltagsdrung für Bauern und Adlige gleichermaßen.

00:37:38: Und die wichtigsten Appellation für Wernatsch in Südtirol sind Zatmaktalena, natürlich auch der Merana Wernatsch, aber überall in Schwäbend,

00:37:46: ist ohne Frage die DOC Kalterer See Klassikosuperjore.

00:37:49: Dort in Südtirol beträgt die Anbaufläche ungefähr ein Viertel Württemberg, nämlich 500 Hektar,

00:37:54: und ist ein Geschenk für die Rebsorte, wenn sie auf diesen kalkhaltigen Dolomitböden, den lemigen Schotterböden und dem samtigen Mergel

00:38:01: mit der extrem guten Wasserdurchlässigkeit, was eine tiefe Wurzelbildung fördert,

00:38:07: und gerade in den warmen Sommern eine Bewässerung oftmals ausschließt, ihre Heimat findet.

00:38:13: Klar kann diese Rebsorte auch zu Bastenträger werden und Spielen, 120 Hektoliter, erbringen,

00:38:17: aber durch eine extrem strengen Ertragsbegrenzung von 30 bis 60 Hektolitern, biodynamischen Anbau und selektive Klonforschung,

00:38:24: wird Wernatsch in den letzten Jahren wieder als hochwertige Rebsorte anerkannt.

00:38:28: Und nicht zuletzt verantwortlich, zeichnet sich dafür die Kellerei Kaltern.

00:38:32: Denn hier steht der Wernatsch in exponierten, in sehr außergewöhnlichen Lagen,

00:38:37: in einer Höhe von idealen 2 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel.

00:38:41: Ja, und wenn er solche Möglichkeiten hat, wenn er so verwöhnt wird, wenn er so gefördert, erzogen,

00:38:46: wenn er so diszipliniert wird, dann kann man verstehen, warum nicht wenige den Wernatsch

00:38:52: stilistisch betrachtet mit den Garmay aus dem Bourjoulet gleichsetzen.

00:38:56: Und wenn er dann noch ein so typisches Aromenbild wie der Klassikosuperior 2023,

00:39:02: das an rote kürschen Erdbeeren, Haargeburt, Mandel, Feicheln und leichte Kräuternoten erinnert, in sich trägt,

00:39:07: wenn man diese kalkigen Noten am Gaumen spürt, wenn ein diese Geschmackslänge, diese feinen Texturen

00:39:13: und diese wunderbare Frische, diese zarten Tannine faszinieren dürfen,

00:39:17: versteht man, warum diese Rebsorte dort in dieser Region und weit darüber hinaus so anerkannt ist.

00:39:22: Es gibt Weine, und auch unter dem Wernatschwein, die einfach nur genossen werden.

00:39:26: Es gibt Weine, die Geschichten erzählen.

00:39:28: Der Quintessenz Kaltere See 2023 ist zweifellos Letzteres.

00:39:32: Er lädt ein, die Geschichte des Südtiroler Weinbaus mit jedem Schluck zu erleben.

00:39:36: Er ist definitiv kein glattpolierter Publikumslippling, der sich überall anbietet.

00:39:40: Er ist eigenständig, charakterstark und verdammt ehrlich.

00:39:44: Quintessenz Kaltere See Klassikosuperior 2023 ist der geschmackvolle Beweis,

00:39:49: das Wernatsch kein leichter Sommerflöhr sein muss.

00:39:52: Kein Mainstream, kein Chichi, einfach purekalker in dem Glas.

00:39:56: Der Quintessenz Kaltere See 2023 ist ein Statement für Südtirol, für den Wernatsch

00:40:02: und für den Genossenschaftsgedanken. Vielen lieben Dank dafür.

00:40:05: Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

00:40:10: Aber warst du dort nicht so, weil du sagst,

00:40:22: ihr wart in den 90er oder Anfang des 90er Jahre dort,

00:40:24: habt die Sachen probiert, es gab dort noch Sachen aus den 60er/70er Jahren,

00:40:28: dass wie im restlichen Beginn die Böden komplett kaputt waren,

00:40:32: übersäuert waren, in voller Chemie waren, also total verdorben waren,

00:40:37: war es dort anders oder war das der Grund, warum dann alles bergrundig und bergab ging

00:40:43: und man total auf Kommerz gesetzt hat?

00:40:46: Das war ähnlich. Es gibt ja diesen Silvernpartei,

00:40:51: der so ein bisschen mit verschiedenen Weingütern da auf Bio umgestellt hat.

00:40:57: Ende der 80er Jahre. Mir fällt das nicht,

00:41:01: dass Weinbeteilig der Mannes gerade gestorben in Morgon.

00:41:05: Die haben das damals umgestellt, die haben damit angefangen.

00:41:09: Und das war auch dieser Morgon, der einzige Weinbär,

00:41:13: der uns auf dieser Reise damals in Burjulei wirklich gefallen hat.

00:41:18: Ungeschweffelt damals schon.

00:41:21: Er war sicherlich ein Pionier, Pakalert,

00:41:27: hat damit mitgearbeitet in dem Wein, wo er sich dann zu priori rockte

00:41:31: und hat dann heute an einen eigenen Weinhandel.

00:41:35: Aber das war da ähnlich, dass die wirklich aus diesen kaputten Böden rauskommen mussten.

00:41:42: Vielleicht war es in den 60er/70er Jahren noch nicht so schlimm.

00:41:46: Ich weiß nicht, dass sie dann durch Burjulei, wo, viel produzieren

00:41:51: und dass sie dann endgültig den Böden den Rest gegeben haben.

00:41:56: Wobei die Winzer in den Oberen rein, die haben bestimmt nicht das Geld gehabt

00:42:01: für so viel Chemie. Die werden wahrscheinlich immer so gearbeitet haben.

00:42:08: Aber nach wie vor ist schon Masse das, was überhand produziert wird.

00:42:16: Oder hat sich mittlerweile das Kärt gewendet,

00:42:19: wie teilweise in manchen Regionen in Deutschland auch,

00:42:22: dass man merkt, wenn ich Qualität produziere,

00:42:25: dann kann ich langfristig doch ein anderes auch wirtschaftliches Fundament bauen.

00:42:31: Oder kann man das so in der Gänze gar nicht werden.

00:42:33: Es gibt ja Jahre, wo in Burjulei mehr Wein produziert wird als im gesamten restlichen Begrund.

00:42:39: Es wird dann auf diesen 20.000 Hektar schon noch einiges dann irgendwo herausgearbeitet.

00:42:45: Aber es kommt irgendwie so um mehr, vielleicht das meine Betrachtung,

00:42:49: qualitativ mehr rüber und dem mehr.

00:42:52: Ich glaube, diese Burjulei in Nouveau hat, glaube ich, noch ein bisschen Berächtigung in Japan.

00:42:57: Da läuft noch ein bisschen was. In Frankreich hört man immer,

00:43:00: aber bei uns, ich weiß, ich habe ewig keine Verlopfmasche mehr.

00:43:04: Seit Schlecker tot ist es das auch tun.

00:43:06: Irgendwo gesehen, dass sie so viel produzieren,

00:43:13: aber es gibt ja halt noch große Handelshäuser, die das vermarkten.

00:43:18: Und das hat uns überrascht, wenn wir nach Paris kommen

00:43:23: und wir gehen in ein ganz einfaches Bisto, was essen,

00:43:26: die haben in der Regel alle noch drei, vier Grüß und ein Burjulei-Biblage auf der Karte.

00:43:32: Das scheint in der französischen Gastronomie noch sehr gut zu laufen,

00:43:36: weil sie halt bezahlbar sind und jedem schmecken und natürlich auch eine gewisse Grundqualität haben.

00:43:42: Aber bei uns ist das schwierig, denke ich mal.

00:43:47: Ich finde aber in dieser Grundqualität haben die immer noch,

00:43:50: jetzt wenn wir im Bistro gedanklich in Paris irgendwo sitzen, trotzdem ein anderer Geschmacksanspruch.

00:43:57: Die trinken den Wein einfach, weil sie den Wein trinken.

00:43:59: Also es ist nicht so, dass die einen Feuertanz drum machen

00:44:01: und da versuchen irgendwelche Aromen rauszulösen,

00:44:03: sondern teilweise aus halben Wassergläsern, dass die den da austrinken.

00:44:08: Aber sie würden nicht allen misstrinken, sondern man hat schon Geschmack.

00:44:12: Und das finde ich eigentlich gewundernswert, wie der dort gelebt wird

00:44:16: und dass man selbst in dieser Auswahl dort ein gewisses Qualitätsgrundbewusstsein dann irgendwo hat.

00:44:24: Ja, ja. Also ich kann mich erinnern, meine ersten Reisen nach Frankreich in den 70er Jahren

00:44:32: haben wir ja kein Geld gehabt.

00:44:34: Wenn wir in Supermarkt gegangen, ein Liter Pfannflaschen, das war eine ordentliche Qualität.

00:44:41: Dann haben wir gedacht, jetzt trinken wir, holen wir mal was anderes, Kotyronen oder so.

00:44:45: Das war dann nicht gut. Also das waren ganz einfache herbeweine.

00:44:51: Wenn man den anderen hat, hat man gemerkt, da hat man versucht, was besser zu machen, was das hat nicht funktioniert.

00:44:56: Das haben wir über viele Jahre getrunken.

00:45:00: Das waren so Literflaschen, mit so einem Plastik stopfen, da oben drauf.

00:45:04: Okay.

00:45:05: Der hat drei, vier Frons gekostet.

00:45:08: Aber...

00:45:09: Also im Prinzip gar nicht, sondern wir waren glücklich.

00:45:12: Das war der Einstieg für dich beim Wein?

00:45:15: Ja, ich...

00:45:17: Waren es diese Pfannflaschen damals oder war es etwas anderes, wo du sagst, das war mein Opener, da bin ich...

00:45:25: Das ist mein Weinvirus.

00:45:27: Der Einstieg war eigentlich nach dem Abitur.

00:45:31: Da sind wir mit dem VW Käfer durch Europa getourt.

00:45:35: Also durch Jugoslawien, Griechenland, Italien, Frankreich zurück, haben überall Weine probiert.

00:45:41: Also das war für uns Neuland.

00:45:43: Wir essen und trinken das, was das Land zu bieten hat.

00:45:47: Jugoslawien ging so.

00:45:50: Griechenland war ganz grauslich, war alles mit Gefahrt.

00:45:56: Italien hat auch nicht so recht gefunkt.

00:46:01: In den 70er-Jahren war das auch nicht einfach.

00:46:03: Also wenn man da nicht...

00:46:05: Man sich zurückgeinnert, also da poemal nicht wirklich weiterentwickelt,

00:46:09: oder keine Ahnung, Kapanien oder so.

00:46:11: Und dann haben wir zufälligerweise in den Weinwerken von Chateau-Noufti-Pap übernachtet.

00:46:16: Einfach den Schlosser raus und in die Weinwerke gelegt.

00:46:21: Das war in Frankreich damals kein Problem, da hat sich keiner drauf gerechnet.

00:46:24: Wir haben unseren Dreck wieder mitgenommen und da war es gut.

00:46:27: Wir haben dann einfach in den Ort gegangen, wollten noch was zum Frühstück holen

00:46:31: und haben überall auf eine Weinkeller gesehen.

00:46:34: Wir haben mal gefrühstückt, haben gesagt, jetzt gehen wir mal irgendwo was probieren.

00:46:38: Wir vier, zwei Mädels, zwei Jungs sind da rein und die wussten genau, die kaufen nichts.

00:46:45: Aber die haben uns alles zu probieren gegeben.

00:46:48: Ich habe damals bis zu 59 zurück Chateau-Noufti-Pap probieren dürfen.

00:46:53: In den 70er-Jahren? 20 Jahre alt, schade ich auf.

00:46:56: Da hat es Glück gemacht.

00:46:59: Das Wein ist ja doch noch was anderes.

00:47:02: Das ist so eine Liebe geworden und wir sind wirklich ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr mindestens einmal noch Chateau-Noufti-Pap gefahren

00:47:12: und haben da Wein gekauft und getrunken und gegessen.

00:47:16: Das bestimmt über 10, 15 Jahre lang haben wir das gemacht.

00:47:20: Ist jetzt aber noch erhalten, also wenn du heute noch nach Chateau-Nouft fährst, hast du das gleiche Gefühl, dass es ist?

00:47:25: Die Ortschaft ist fürchterlich geworden.

00:47:27: Das lohnt sich kein bisschen mehr.

00:47:29: Die Weine sind ja sehr alkoholisch bis 16%.

00:47:33: Ich bin so ein bisschen übergeschwenkt nach Chigondas.

00:47:37: So etwas höhere Lagen Chigondas, das trinke ich dir.

00:47:40: Das ist eigentlich lieber als Chateau-Noufti-Pap.

00:47:42: Wobei es immer noch großartige Sachen gibt.

00:47:45: Und dann, als du den Chateau-Noufti-Pap back in die Art ist, dann wolltest du sofort Sommi werden.

00:47:55: Irgendwie kommt ein Studium dazwischen oder kommt da noch eine ganz andere Karriere bzw. eine andere Entwicklung?

00:48:02: Wenn ich jetzt zurückrechne, die Residenz hat zugemacht, da wurdest du, glaube ich, gerade 60.

00:48:10: Das waren 28 Jahre.

00:48:12: Bis zum Abbey wird dann rückgerechnet ein ganz großes Stück.

00:48:16: Ich habe studiert, ich wollte Lehrer werden eigentlich.

00:48:20: Ich habe angefangen mit Sozialwissenschaften und Geschichte.

00:48:25: Und dann kristallisierte sich heraus, dass kein Lehrer eingestellt wird.

00:48:30: Damals.

00:48:32: Was man im Nachhinein festgestellt hat, dass es ein großer Fehler war.

00:48:36: Wie so oft immer.

00:48:38: Wenn ich mich umgeschwenkt habe, nur noch Erziehungswissenschaft studiert,

00:48:42: ich wollte dann halt Eheberatung machen, Erziehungsberatung, so etwas in die Richtung.

00:48:48: Das hat sich dann ein bisschen hingezogen.

00:48:51: Ich habe mich beworben, keine Stelle gekriegt.

00:48:54: Dann musste irgendwas machen.

00:48:57: Ich habe mich zum Arbeitsamt gegangen.

00:48:59: Ich würde gerne eine Umschuldung zum Koch machen.

00:49:01: Und die waren hell begeistert.

00:49:03: Sofort suchen sie aus, wie wir bezahlen lassen.

00:49:06: Das habe ich dann gemacht in der Residanz.

00:49:10: 89 bis 91.

00:49:13: Aber während der Zeit schon in Service gegangen.

00:49:17: Damals schon in der Residanz.

00:49:19: Ja, das war ...

00:49:21: Ich war ja schon ein bisschen weinhaft wie.

00:49:23: Da gab es damals die Zeitschrift "Alles über Wein"

00:49:27: vom Woszek.

00:49:29: Und da waren drin die 150 besten Restaurants in Deutschland.

00:49:35: Da habe ich mir alle von oben runter rausgesucht, die in Nordrhein-Westfalen waren.

00:49:40: Die habe ich angeschrieben und ich beworben.

00:49:43: Da war ich dann, ich habe einen Hugenpot.

00:49:45: Damals im Mühlheim Kamin.

00:49:47: Das war auch so ein weinerfines Restaurant.

00:49:50: So war es so ein Halten in der Residanz.

00:49:52: Ich kam in die Residanz rein und habe gesehen, entweder hier oder gar nicht.

00:49:56: Das war so.

00:49:57: Lieber auf den ersten Blick.

00:49:58: Genau.

00:49:59: Das ist ja schön.

00:50:00: Das hat sich dann noch ein halbes Jahr hingezogen, weil die hatten keinen Platz.

00:50:04: Und die hatten einen Umschüler, der wohl ein bisschen schwierig war.

00:50:07: Der war auch skeptisch etwas so.

00:50:09: Aber dann habe ich da die Kochausbildung gemacht bis 91.

00:50:14: Während der Zeit schon in den Wein-Service als Quer-Einsteiger.

00:50:20: Dann direkt in den Wein-Service.

00:50:22: Es gab damit noch keine Ausbildung.

00:50:25: Es gab ja noch gar nicht die Möglichkeit, irgendwie,

00:50:27: wenn es dann so war, wenn es dann zum Sommer berufen hat,

00:50:30: sich für einen, wie waren die Gäste damals im Vergleich zu jetzt?

00:50:35: Also waren es andere Gäste, die einen Neugier, die einen anderen Wissen hatten,

00:50:38: die eine andere Bereitschaft Geld auszugeben.

00:50:41: Die haben die Wein mit Bier vermischt.

00:50:44: Was war da dort in der Zeit?

00:50:47: Ich denke, niemand kann aus der Zeit noch erzählen.

00:50:49: Das finde ich so schön.

00:50:50: Ich denke mal, die waren noch offener.

00:50:53: Es wurden natürlich noch Bier getrunken.

00:50:56: Also das war noch so eine Übergangszeit.

00:50:58: Die waren aber schon sehr offen für Wein,

00:51:01: allerdings dann in der Regel französischen Wein.

00:51:03: Da gab es eine kurze Phase, wo alle Australischen haben wollten.

00:51:09: Deutsche Wein war schwierig.

00:51:12: Und so, ich mein, wir sind zwar keine richtigen Patrioten,

00:51:15: aber schon Weinpatrioten haben wir natürlich versucht,

00:51:18: Deutsche Weinhärren auch zu verkaufen.

00:51:20: Das war am Anfang sehr, sehr mühsam.

00:51:23: Ist das bei den Zwischenfragen da in der Tat,

00:51:26: dass man das selber für den besten Wein hält

00:51:29: oder dass man aufgrund der regionalen Nähe

00:51:32: öfters halt bei deutschen Winzern sich davon inspirieren lässt

00:51:35: und damit deren Arbeit wertschätzt

00:51:37: und das ins Restaurant trägt?

00:51:40: Ja, also ich mein, damals waren sich sicherlich

00:51:44: französische Weine zwei Klassen besser als das deutsche.

00:51:48: Aber wenn man halt den persönlichen Kontakt hat

00:51:52: und auch so den Fortschritt sieht,

00:51:55: in der Weinbereitung, dann legt man sich dafür auch ins Zeug.

00:52:01: Ganz klar.

00:52:03: Wenn du sagst, zwei Klassen besser,

00:52:05: waren die auch zwei Klassen teurer damals schon oder war das so ein Preisen-Niveau?

00:52:09: Das ist vielleicht eine klasse teurer.

00:52:12: Ich habe ja das Glück gehabt, es gab halt eine gut bestückte Weinkarte

00:52:19: mit Bordeaux bis in die 20er Jahre zurück,

00:52:23: Burgwunder bis in die 40er Jahre,

00:52:26: dass man das sich dann auch sehr gut lernen konnte,

00:52:29: weil das Zeug wurde auch noch verkauft,

00:52:31: weil das noch nicht so überteuert gewesen ist.

00:52:35: Aber lernen war damals ein anderes Lernen,

00:52:37: du hast es, ja, das ist auch stimmt,

00:52:40: Learning by Drinking.

00:52:42: Also es gab, ich glaube, Heidelberg hat ein Jahr später aufgemacht.

00:52:45: Damals gab es in Deutschland keine Sommelierausbildung.

00:52:49: Gab es für dich aber irgendein Sommelier, wo du sagst,

00:52:52: der hatte einen Ruf in Deutschland oder den finde ich toll oder so,

00:52:58: wie der es macht, finde ich es interessant oder es wurde auch kaum darüber geschrieben,

00:53:02: es war noch kein Thema, aber hatte ich jemanden inspiriert damals schon oder?

00:53:07: Also ich habe mich eigentlich mehr so an den Winzern orientiert,

00:53:11: weil das ist direkt, also die kann ich dann direkt fragen,

00:53:16: warum ist das so, warum ist das so, was macht ihr da und so,

00:53:20: das war für mich so das Unmittelbarste.

00:53:23: Und die haben ja auch manchmal das erzählt, was wir hören wollten.

00:53:30: Und das hat mich dann manchmal schon geagert,

00:53:33: die sollten verdammt nochmal ehrlich sein, warum das so ist.

00:53:38: Und da kann ich mich erinnern, habe ich in Werner Knipser gefragt,

00:53:41: warum habt ihr das jetzt so gemacht,

00:53:43: warum habt ihr das so gemacht, und da hat keiner antworten mehr gewusst,

00:53:45: wir haben keine Zeit gehabt, und da habe ich gesagt, genau das will ich hören.

00:53:49: Ehrlichkeit.

00:53:51: Das ist auch ganz wichtig fürs Verständnis selber,

00:53:54: also wo man es dann einordnen kann.

00:53:56: Manchmal ist es halt schwierig, weil manche mit der Ehrlichkeit nicht umgehen können.

00:54:00: Und dann halt so diesen, was ich auch sehr wichtig finde, ist, das Zuhören,

00:54:05: also dass man den Winzern zuhört, ist enorm wichtig.

00:54:09: Und auch deren, also mit deren Information versucht zu arbeiten,

00:54:12: seinen Wissensfund aufzubauen.

00:54:14: Und vor allen Dingen, und was manchmal,

00:54:17: das ist glaube ich ein ganz großes Problem,

00:54:20: bei meiner Generation, die dann nach euch angefangen hat,

00:54:24: da mehr oder weniger ist,

00:54:26: dass man glaubt, Winzer belehren zu müssen.

00:54:30: Und sagt, macht das doch mal so, oder das, oder das ist gut oder nicht gut.

00:54:34: Also die machen es ja mehr oder weniger auch mit einem gewissen Bewusstsein,

00:54:37: mit einem gewissen Erfahrung.

00:54:38: Wenn sie was wissen wollen, dann fragen sie danach,

00:54:41: aber mehr oder weniger die eigene Meinung dann zum Besten zu geben

00:54:45: über die Reihung, die Erfahrung der Winzer zu stellen,

00:54:47: finde ich manchmal ungehörig.

00:54:49: Ja, wir waren eher demütig und haben zugehört.

00:54:52: Ja, was ändern, glaubt man, wenn ich mal weiterbringe, glaube ich.

00:54:55: Natürlich nachgefragt, das ist klar.

00:54:58: Ja, warum das so und so gemacht wird.

00:55:01: Wie konnte man sich damals sonst noch weiterbilden?

00:55:05: Google gab es ja nicht.

00:55:07: Nö, Bücher.

00:55:09: Bücher, Bücher gekauft.

00:55:11: Ich habe meine ersten Winzertermine in Frankreich gemacht,

00:55:15: ich habe ein Brief hingeschickt.

00:55:17: Ich habe ein Brief an Chatea Rayas geschickt.

00:55:21: Wir sind dann und dann da, dürfen wir vorbeikommen, eine Weine probieren.

00:55:24: Und die haben zurückgeschrieben gesagt heute?

00:55:26: Nein, die haben nicht geantwortet.

00:55:28: In der Regel haben die nicht geantwortet, dann bin ich da hingekommen,

00:55:31: habe gesagt, schön brav, ich habe angerufen,

00:55:34: wir waren zu viert, da hat er uns von oben bis unten angeguckt

00:55:37: und hat nichts gesagt, komm rein.

00:55:40: Und dann durften wir trinken.

00:55:43: War es damals schon der große Name dieser Bewusstenname?

00:55:46: Es war auf jeden Fall mit Abstand der teuerste Chatunäufig-Pap

00:55:49: und den wollte ich unbedingt probieren.

00:55:52: Das war so das Ziel.

00:55:55: Aber ja, ein Brief zu schreiben für einen Termin

00:56:00: und sich das in der heutigen Zeit vorstellen.

00:56:03: Also auch diese Erfreude zu haben,

00:56:06: dann manchmal auch Demut vor dem Schaffen.

00:56:09: Und das viel zu manchen eigentlich.

00:56:13: Und dann vor Ort immer in ein gutes Restaurant

00:56:16: und in Somelier gefragt, wo müssen wir hingehen, was ist hier?

00:56:20: Ist das nach wie vor ein Thema

00:56:23: oder ist das aus den 80ern/90ern, wo man eben kein Google Maps hat

00:56:27: oder keine Google Bewertung oder keine Parker Bewertung,

00:56:30: wo man eben vor Ort fragen musste?

00:56:32: Also macht ihr das nach wie vor noch so,

00:56:34: in ein Restaurant, das haben wir gefragt?

00:56:36: Oder ist das mittlerweile dann nicht mehr so das Thema?

00:56:39: Klar, du hast ein Rieseninfobull jetzt in den Möglichkeiten.

00:56:46: Aber wir haben immer noch die Hoffnung,

00:56:48: dass es irgendein Winzer durchgerutscht ist, den keiner kennt.

00:56:52: Und dann fragen wir, sagen wir, gibt es noch einen,

00:56:55: wo wir unbedingt hinmüssen, den noch keiner kennt?

00:56:58: Gibt es so was noch? Also ich habe das ja schwer.

00:57:02: Natürlich der Winzer von sich aus auch eine gewisse Präsenz zeigen möchte

00:57:08: und sich publizieren möchte und dann irgendjemand wird immer darauf aufmerksam.

00:57:12: Das wachsen natürlich Sachen auch nach,

00:57:15: es ist der Nachwuchs präsentiert sich.

00:57:19: Aber hattest du jemals das Gefühl,

00:57:22: dass jemand, der aus dem Nichtshaus entsteht,

00:57:25: die gleiche Größe produzieren könnte,

00:57:27: wie jemand, der etabliert ist und vielleicht nicht so hip oder nicht so angesagt ist?

00:57:34: Weißt du, was ich damit meine?

00:57:36: Manchmal heißt es ja auch, probiert den mal,

00:57:38: kann den und den, der das fünf Jahre kostet

00:57:41: oder seit 20 Jahren schon durchgekaut wird,

00:57:44: spielen das Wasser reichen,

00:57:46: hat das das Gefühl, dass das wirklich so sein kann?

00:57:48: Oder ist es dann doch die Erfahrung,

00:57:50: die Gesetzheit, die Routine,

00:57:53: die das Bewusstsein um den, was sie schon seit Ewigkeiten machen,

00:57:57: was die alten Hasen doch einzigartig macht?

00:58:01: Man hat sie sicherlich schon mal was probiert,

00:58:06: also beispielsweise als Säckinger anfingen.

00:58:10: Da hat man gedacht, oh ja,

00:58:12: wenn man das dann meist so zwei, drei Mal probiert,

00:58:17: dann denkt man auch, die kochen auch nur mit Wasser

00:58:20: und machen auch noch ihre Fehler.

00:58:23: Und was wirklich große Winzer auszeichnet,

00:58:27: ist, dass sie sich ja auch, wenn sie schon auf dem Hof und Stand sind,

00:58:30: immer noch weiterentwickeln.

00:58:32: Das finde ich bei Dönner so faszinierend.

00:58:35: Da denkst du, du kennst schon alles und die wissen alles.

00:58:38: Und dann probierst du einen neuen Jahrgang und denkst,

00:58:40: wow, jetzt haben sie nochmal was.

00:58:42: Ich denke mal schon, dass die da noch ein Vorteil haben.

00:58:45: Wenn sie halt am Ball bleiben und nicht auf Routine gehen

00:58:49: und alles so machen, wie sie immer gemacht haben,

00:58:52: und dann sich vielleicht sogar auch Fehler einschleichen

00:58:55: und die Qualität runter geht,

00:58:57: kann man ja auch bei manchen großen Winzern den Begrund sehen,

00:59:02: die von ihrem Ruhm leben

00:59:04: und eigentlich nicht mehr das produzieren,

00:59:07: was sie einmal produziert haben.

00:59:10: Also auch die großen müssen sich weiterentwickeln.

00:59:15: Evolution, einfach Leben, also ganz bewusst Leben.

00:59:17: Da darf nicht auch keine Revolution draus machen,

00:59:19: sondern einfach dieses Evolution initiieren das Leben.

00:59:24: Wir haben letztes Jahr ein Weingut im Makri-Refleur-Land kennengelernt,

00:59:29: den Dirk Brennheisen, den er eigentlich keiner auf dem Schirm hat.

00:59:33: Und was der da hinzaubert,

00:59:35: das ist vom kleinsten Wein bis zum Dicken,

00:59:38: das ist einfach großartig.

00:59:40: Müssen wir mal gucken, wie das in drei Jahren oder so.

00:59:44: Das ist aber das auch nicht mehr der Jüngste.

00:59:47: Ja, aber da gibt es in der Tat ja,

00:59:50: teilweise in Deutschland gibt es manchmal so, auch an der Mosel,

00:59:53: die schon seit 10, 20, 30 Jahren, 40 Jahren Sachen produzieren,

00:59:58: die außergewöhnlich sind, wo man sagt,

01:00:00: "Wie so hat das keine Aufenschirm?

01:00:02: Warum ist das nicht so präsent?"

01:00:04: Was haben wir jetzt?

01:00:06: Wein und Meeling in deinem Saim,

01:00:09: stammen auf einer Veranstaltung, was ist das denn?

01:00:12: Das ist mein Mensch und es ist so gut.

01:00:15: Manche bleiben so unter dem Schirm, die werden irgendwie nicht sich entdeckt.

01:00:21: Aber da bist du eher eine treue Seele,

01:00:23: also jetzt auch über die Jahre oder in den 30 Jahren Residenz,

01:00:26: sag mal, in Residenz oder Residenz?

01:00:28: Residenz, ja.

01:00:30: Du versuchst so jeden Hype mitzunehmen, jede Entwicklung mitzunehmen,

01:00:36: sondern du hast eher die Beständigkeit auch bei dem Winz eingesucht

01:00:39: und treu gelebt, also bewusst und aktiv treu gelebt.

01:00:43: Wir haben die Hypes initiiert.

01:00:45: Wir haben mit Jura angefangen, mit Südwest Frankreich,

01:00:49: mit der Loire, ich habe auf der Karte gehabt.

01:00:52: Sabinier, Jassinier, Cahor, Matéron, sag mal,

01:00:59: Minnetou Salon, das habe ich in den 90er Jahren auf der Karte gehabt.

01:01:05: Wir haben den Hype initiiert, würde ich mal so sagen.

01:01:08: Stimmt, ja.

01:01:10: Das war jetzt so Jura oder so.

01:01:13: Ich habe Clou Rojard, Jahrgang 90 auf der Karte gehabt.

01:01:16: Wahnsinn.

01:01:18: Weißt du, was der damals gekostet hat?

01:01:20: Das waren, weiß ich nicht, 25 Mark oder was.

01:01:23: Ich nehme die Palette.

01:01:26: Ja, und der Händer, der den eingeführt hat,

01:01:30: auf dem deutschen Markt, der hat das Zeug selber getrunken,

01:01:33: und trinken müsste man als Werner gekauft hat.

01:01:36: War auch ein Trüffel Schwein.

01:01:38: Wir haben uns ja viel zusammen unterwählen.

01:01:42: Großartig.

01:01:44: Hat man damals schon die Größe der Weine erkennen, schmecken

01:01:48: und identifizieren können?

01:01:52: Was ich mich immer frage, ist, haben wir uns weiterentwickelt,

01:01:56: mit einmal sind die Weine entsprechend mehr unserem Geschmack?

01:01:59: Oder waren die damals schon so großen?

01:02:01: Wir haben es nur nicht gesehen, haben es nicht verstanden.

01:02:04: Ähnlich wie das mit den deutschen Weinen von versucht hast,

01:02:07: zu erklären das, oder erklärt hast, nicht versucht, erklärt hast.

01:02:10: Das halt ein Riesling aus Vorost, damit es halt ganz anders war.

01:02:14: Und die Generation andere war.

01:02:17: Oder waren die Weine eigentlich dieselben?

01:02:20: Und wir waren anders?

01:02:23: Ich glaube, was gerade,

01:02:28: wenn man an die Lore denkt, was sich sehr unterschieden hat,

01:02:32: die Weine von damals neuer ist das Klima.

01:02:35: Ich kann mich erinnern, dass wir, wenn wir mit Winzern gesprochen haben,

01:02:39: in Janier oder so, die hatten dreimal im Jahrzehnten total Ausfall.

01:02:43: Die haben ganz andere klimatische Verhältnisse gehabt.

01:02:46: Und wenn sie dann reif waren, dann waren sie immer noch knackig

01:02:49: und sorgsamer betont.

01:02:51: Und das ist heute anders.

01:02:53: Die haben alle Schmelz und die ernten jedes Jahr.

01:02:57: Also mir ist jetzt schwer zu vergleichen,

01:03:01: aber mir gefallen die Weine von damals besser als von heute.

01:03:04: Das ist mir heute alles viel zu fett und zu dick und zu kraftvoll.

01:03:09: Und das war damals spannender.

01:03:13: Ich glaube, mit einer gewissen Trinkerfahrung geht es fast jedem so.

01:03:16: Dass man eben diese Spannung sucht, dass man das Vibrierende dabei sucht,

01:03:20: dass man die Karkheit dann auch irgendwo sucht,

01:03:22: die Möglichkeit zur eigenen Interpretation.

01:03:25: Und ja, ich erinnere mich auch daran, dass man gesagt hat,

01:03:27: in den 60er, 70er, 80er Jahren, dass es halt nur einen wirklich,

01:03:31: vielleicht gerade Josengagern gibt, zwei, drei gute, viele Ausfälle

01:03:35: und manche, wo man mittelmäßig ist, hat.

01:03:39: Ich will auch die Klimaveränderung nicht absprechen,

01:03:42: aber hat es nicht auch mit der technischen Entwicklung zu tun,

01:03:47: auch mit der Bewusstseinsentwicklung, mit der Verständnis,

01:03:50: mit der wissenschaftlichen Entwicklung,

01:03:52: dass man Sachen anders analysiert, dass man Sachen anders technisch auflösen kann

01:03:56: oder wissenschaftlich auflösen kann, dass man mit pH-Werten arbeitet.

01:04:00: Ich kann mich an keine Erinnerung, der in den 90er Jahren

01:04:02: oder Anfang des Jahrzehntes von pH-Werten gesprochen hat.

01:04:04: Das soll die Sachen eine Rolle spielen.

01:04:07: Das auf jeden Fall, wenn man nochmal bei den Loa-Winzern bleiben,

01:04:11: die haben immer noch Obstbörme gehabt, die haben zum Teil noch Viehzug gehabt,

01:04:16: die haben noch getreide Angaben gehabt, damit die überhaupt überleben können.

01:04:19: Das heißt ja, dass sie sich dem Weinbau wesentlich weniger hinter sich widmen können.

01:04:24: Heute machen die alle nur Wein, haben eine gute Ausbildung

01:04:29: und gehen da ganz anders mit um.

01:04:32: Das hat sich auf jeden Fall kolossal verändert.

01:04:35: Glaubst du, dass die Weine damals die großartig waren, Zufallsprodukte waren

01:04:39: oder waren das intuitive Produkte oder ist das eigentlich ohnehin nur spekulativ?

01:04:43: Wenn dann intuitiv, manchmal auch Zufallsprodukte,

01:04:50: da muss man dann vielleicht mal zurückgehen nach Italien.

01:04:56: In Italien war ja vor dieser Revolution in den 80er Jahren in der Toskana,

01:05:02: die Weinrevolution war ja ein Lebensmittel.

01:05:05: Das heißt, die haben einfach Trauben geerntet und vergoren und abgefüllt, punktabend.

01:05:09: Da gab es ja nicht diese Idee von großen Wein.

01:05:12: Das Wein Frankreich wahrscheinlich ähnlich und in Deutschland auch.

01:05:17: Das war ja in der Tat gegeben, Bordeaux war eine 90% aller Betriebe

01:05:22: bis Ende der 70er Jahre Mischbetriebe.

01:05:25: Also wo die dann halt neben Kalaurgis IV hatten.

01:05:28: Dieses Reine, man lebt nur vom Wein, entstand eigentlich aus der Luxussituation,

01:05:31: dass man vom Wein leben konnte, dass man das Geld dafür nehmen konnte

01:05:34: sich darauf konzentrieren konnte.

01:05:37: Das ist keine 50 Jahre her. Wahnsinn, wenn man das so überdenkt.

01:05:42: Dann kann man es natürlich viel in der Seewohnen systematischer betreiben.

01:05:46: Und weil man dann eben auch im Gedanken der Biodiversität und so weiter,

01:05:50: ich weiß, ob man da aus den Landschaften nicht vielleicht auch 4 Jahre ausgelöst hat,

01:05:53: weil das Pomerol ist so entstanden, es war früher mehr oder weniger eine Obstlandschaft

01:05:59: und dann einmal wurde da ein Riesender Weinbau.

01:06:02: Ein Weinbau gegen draußen in den 70er, 80er Jahren.

01:06:05: Da entstand ja dieses Gebiet so richtig so prägnant und so ausgeprägt.

01:06:08: Ja, die Monokulturen sind sicherlich ein Problem im Weinbau.

01:06:14: Da gibt es einige Betriebe, die jetzt dagegen arbeiten.

01:06:17: Ja, Klosmurgador, die legen ja ganz viel Wert auf die Vielfalt im Weinberg.

01:06:22: Gar Spanien ist das sicher.

01:06:24: Das ist ja ein Beispiel, dass die mit ihrer Trockenheit auch mal ein bisschen anders umgehen müssen.

01:06:30: Da wird sicherlich vielleicht noch nicht im großen Stil, aber im kleinen Stil umgedacht.

01:06:36: Wenn du durch die Weinbergen forst, zum Beispiel,

01:06:39: überall Hecken dazwischen, du hast Vögel zwitschern, das macht wirklich schon Spaß, da wieder spazieren zu gehen.

01:06:46: Du hast nicht diese riesen Flächen.

01:06:48: Aber das ist, ich denke mal, wenn man nur 4 Euro für ein Wein bezahlen möchte,

01:06:55: dann wird es nicht anders gehen mit diesen großen Flächen.

01:06:59: Aber es gibt mittlerweile viel Umdenken dabei, was eigentlich ganz interessant und dankbar ist.

01:07:06: Welche Entwicklungen mochtest du bei den Zombies?

01:07:09: Weil du das ja so betrachten konntest.

01:07:13: Viele hast Aufblühen sehen, viele hast Untergehen sehen, viele mit einem gar nicht mehr gesehen hast,

01:07:18: weil die nur irgendwie ein halbes Jahr da waren.

01:07:20: Also gab es irgendwelche Sachen, die du interessant fandest.

01:07:24: Was ja doch, man kann ja keinen schon aktiver, aber manchmal auch stiller Beobachter,

01:07:30: der bestimmt das ein oder andere Mal sich auch ins Vols ziehen gelacht hat und gesagt hat,

01:07:34: okay, wer hoch steigt, kann tief fallen.

01:07:37: Ja, es ist sicherlich so einiges passiert.

01:07:40: Was ich ganz toll finde, ist, dass es inzwischen so viele Frauen gibt, die sich endlich Trauern lassen machen,

01:07:46: die ja eigentlich einen geschmacklichen Vorteil noch haben gegenüber uns Männern,

01:07:51: und das endlich mal ausspielen können.

01:07:55: Also das finde ich toll.

01:07:57: Irgendwie ist Sake in aller Munde.

01:08:16: Also viele Zombies berichten von ihren Großartigen auch teilweise Paringer-Erlebnissen mit Sake

01:08:20: und lassen sich davon faszinieren, aber kaum jemand kennt Umeshu.

01:08:24: Und von dem möchte ich euch berichten.

01:08:26: Wichtig vielleicht, es am Anfang zu erwähnen, dass ich versuche,

01:08:29: diese teilweise relativ speziellen japanischen Begriffe, die deutsche Phonetik zu übernehmen, ums verständlicher zu machen.

01:08:36: Und ich würde mich einfach freuen, wenn ich euch mit auf eine Reise nehmen darf.

01:08:39: Und euch in die Sonnen durchflüteten Hügel der Hiyogo-Prefektur,

01:08:43: wo die Transition des Sake-Browns tief in den Jahrhunderten verwurzelt ist

01:08:47: und hin zur Akashi-Sake-Brury, einer Brauerei, die seit 1856 die Kunst des Sake-Browns in all ihrer Prachtpflege entführen darf.

01:08:56: Denn hier, im Mitten einer Landschaft von blühenden Flaubenbäumen und weiten Reisfeddern,

01:09:01: entsteht ein Getränk, das die Essenz Japans in sich trägt, der Sake-Girom-Ginjo-Umeshu.

01:09:07: Ein Meisterwerk, das die Grenzen zwischen Tradition und Innovation spielend überwindet.

01:09:12: Obwohl, auf fälschlicherweise als "Flaumensake" bezeichnet gehört, Umeshu technisch zu den Likören,

01:09:18: da durch Mazzeration von umefrüchtenen Alkohol hergestellt wird, anstatt durch Fermentation.

01:09:23: Der Alkoholgehalt variiert zwischen 8 und 20 Volumenprozent, wobei man sagen muss, dass es 8 bis 12 Volumen prozent ist.

01:09:30: meist nur sehr industrielle Produkte aufweisen und ab 13 Volumen prozent beginnt die hohe Klasse der Umeschu.

01:09:36: Grundsätzlich, das ist vielleicht auch ganz interessant, unterscheidet man in zwei Hauptsorten von Umefrüchten.

01:09:42: Auf der einen Seite gibt es die gelbe Ume, die Kome, die als die vollreifere saftigere Ume mit mehr Säure

01:09:48: oft für klassische Umeschu-Style genutzt wird und wie in unserem Fall die weiße Ume, die Girom.

01:09:55: Und sie gilt als die edlere, als die feinfruchtige Ressorte, die für die Premium-Ume-Schu verwendet wird.

01:10:01: Nun heißt das Getränk, dass ich euch empfehlen möchte, Sake, Girom, Ginjo, Umeschu.

01:10:06: Nur was macht der Sake in diesem Namen?

01:10:08: Als Basisalkohol kann man einen Industriealkohol, einen sogenannten Monopulssprit, einen ganz reinen Alkohol nehmen.

01:10:14: Daraus entsteht ein sogenannte Shoshu-Umeju, man kann Brandy nehmen, was dann letztlich ein Brandy-Ume-Schu ergibt,

01:10:21: was dann oftmals sehr vollmundig und geprägt von Vanille und Karamellnoten ist

01:10:25: und man kann wie in unserem Fall ein Sake verwenden.

01:10:29: Daher heraus resultiert ein Sake-Umeju und das sind die mildesten, das sind die leichtesten, das sind die feinfruchtigsten.

01:10:35: Und so möchte ist das das Premium vom Premium.

01:10:38: Warum Ume?

01:10:39: Ume enthält viel Apfelsäure und Zitronensäure, was den Umeju seine frische und leichte und vor allen Dingen Herbenote verleiht.

01:10:46: Der durchschnittliche pH-Wert liegt zwischen 3,2 und 3,8 ähnlich wie beim Weißwein.

01:10:51: Polyphenole und Antioxidantien sind extrem hoch, denn durch die Maturation lösen sich Polyphenole und Flavonoide aus der Umeeschale

01:10:59: und ein hochwertiger Umeju wie der unsere enthält mehr Antioxidantien als Rotwein,

01:11:06: was sie natürlich gesundheitlich wahnsinnig interessant macht.

01:11:09: Und obwohl Ume zur Familie der Rosengewechse gehört, wie ähnlich Apfel oder Fürsiche, enthält sie kaum Petin.

01:11:16: Weshalb Umeju trotz langer Maturation sehr klar bleibt.

01:11:21: Das war jetzt eine Menge Wissen um Umeju.

01:11:23: Woher kommt das eigentlich dieses Umeju oder die Tradition darum?

01:11:26: Japanische Aufzeichnungen belegen, dass Umeju bereits im 17. Jahrhundert als Hausbild gegen Erkältung und Magenprobleme genutzt wurde.

01:11:33: Damals wurde er oft mit heißem Wasser getrunken

01:11:35: und Umeju ist eines der wenigen Getränke, wo man selbst als Laie ein hochwertiges Produkt erkennen und erschmecken kann.

01:11:41: Kommerzielle Umeju Sorten werden oft aus halbgrünen Umeher gestellt

01:11:45: und nur sehr hochwertige Produzenten machen sich die Mühe,

01:11:48: vollreife Ume mit natürlicher süße und tieferen Aromen zu verwenden,

01:11:53: da der Prozess wesentlich aufwendiger ist und wesentlich mehr Sorgfalt und Fachwissen erfordert.

01:11:59: Und für einen guten Umeju ist natürlich ein großartiger Produzent istienziell.

01:12:03: Deswegen hier in diesem Fall exemplarisch die Akashi-Sagebrauerei,

01:12:07: die wiederum eng verwogen mit der Hiogo-Prefektur ist,

01:12:11: einem Landstrich, der für seine hochwertigen Sake und Umeju bekannt ist.

01:12:14: Seit ihrer Gründung hat sich die Brauerei der Herstellung vom Premium Sake und Umeju gewidmet,

01:12:20: immer getrieben von der Leidenschaft, die perfekte Balance zwischen Tradition und Moderne zu finden.

01:12:24: Die Braumeister, die sogenannten Toshi,

01:12:27: verfügen über Jahrhunderte alte Handwerkskunst, die in jedem Tropfen Girom Gijo Umeju zum Ausdruck kommt.

01:12:34: Unglaublich wichtig für die Exzellenz der Akashi-Sagebrauerei

01:12:38: ist die Beziehung zwischen der Akashi-Buch und den einzelnen Produktionsprozessen.

01:12:43: Die maritime Luft, die salzigen Dünnste und die milden Temperaturen der Buchspielen

01:12:47: eine entscheidende Rolle bei der Reifung des Umeju

01:12:50: und verleiht ihm diese einzigartige Komplexität und diese ganz eigene, sonst nirgendszufindende Geschmackstiefe.

01:12:56: Man könnte noch so unzählige einzelne Komponenten aufzählen, wie zum Beispiel das Miyami-Zu-Wasser,

01:13:01: die außergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten der Akashi-Brauerei,

01:13:05: aber letztlich muss man ihn probieren, denn der Girom Gijo Umeju von der Akashi-Sagebrauerei

01:13:11: ist mehr als ein Getränk, ein Erlebnis, das die Seele berührt.

01:13:14: Vielen Dank dafür und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:13:20: Also nicht nur das Geschmackliche, sondern auch in der Menschenkenntnis,

01:13:33: in Umgang mit Menschen manchmal, wesentlich versierter sind, wesentlich charmanter sind.

01:13:38: Das finde ich auch interessant und wie das auch aufgeblüht ist.

01:13:41: Ich werde mich an das Spiel auch besser zuhören können.

01:13:44: Ja, kommunizieren können, den Abend erlebensreiche gestalten können.

01:13:48: Das ist wirklich großartig.

01:13:52: Ich habe angefangen in 1997, da gab es glaube ich 3 oder 4 Zoll Meeren in Deutschland

01:13:58: und mittlerweile kann es eigentlich schon fast halb halb irgendwie so sehen.

01:14:02: Das geht so in die Richtung.

01:14:04: Spannend, stimmt das.

01:14:06: Eine ganz, ganz großartige Entwicklung.

01:14:08: In welche Richtung wird es noch gehen?

01:14:12: Das hatte ich von dir mal gehört, insofern die Monokultur der Sommel gestübt mir mehr oder weniger aus,

01:14:20: dass jemand allein nur für Wein und dafür, wie du es praktiziert hast, 30 Jahre,

01:14:25: sondern man ist da ja alle umfänglich irgendwie, hier noch ein bisschen Instagram,

01:14:29: da noch ein bisschen Veranstaltung machen, dort 3 Moderationen.

01:14:32: Im Restaurant ist man Serviceleiter noch nebenher und Personalorganisator.

01:14:37: Aber ich kümmer mich um den Wein, komme rein, schreibe die Weinkarte,

01:14:42: berate den ganzen Abend, bin Ansprechpartner.

01:14:45: Dieses Erhaben, das geht ja so ein bisschen verloren.

01:14:48: Das ist auch unnötig oder das ist...

01:14:51: Ist unnötig?

01:14:52: Nein, das ist unnötig, diese Entwicklung.

01:14:55: Oder nein, das ist das falsche Wort, die ist nicht sinnvoll, die Entwicklung.

01:14:59: Ja.

01:15:00: Also, du kannst es...

01:15:06: Wir haben es in einer Resilien noch mal ausprobiert oder ausprobieren müssen,

01:15:10: weil wir gern Personal hatten, dass ich dann beides gemacht habe.

01:15:14: Du kannst es nicht 100%ig machen, ganz einfach.

01:15:18: Wenn du 10 Gäste hast, okay, aber wenn der Laden voll ist, geht...

01:15:22: 50, 60 Leute, also wahrscheinlich sind es so 12 Tische,

01:15:26: der Punkt, wo man es einfach nicht mehr meistern kann, beides.

01:15:29: Also, sowohl die Serviceorganisation als eben auch die Weinorganisation.

01:15:33: Dass eben der, lieber nicht nur abarbeiten,

01:15:36: bin ich total bei dir, hat Thomas noch mal auch gesagt,

01:15:39: dass er einer seiner nicht unbedingt schönsten Entscheidungen,

01:15:43: wo dir gestellt wurde, war, dass er beides machen musste, Metresommi.

01:15:48: Ja.

01:15:49: Wenn man sich mit Aggravie, den Gastwittern, den beschäftigen möchte,

01:15:54: dann lebt er von der Kommunikation und sich darauf einlassen.

01:15:57: Aber es hat natürlich auch mit dem Personalmangel zu tun.

01:16:02: Die Leute sparen auch, Gäste sparen, Gastronom sparen.

01:16:07: Es wird ja kein Weinkeller mal eingelegt, weil du brauchst ja keinen,

01:16:10: weil alle Weinbegleitung nehmen.

01:16:13: Es ist eine Entwicklung, die wir eigentlich nicht schön finden.

01:16:18: Also, du hattest damals aber schon große Weinkarte,

01:16:20: also Weinkarte, aus der Weinkarte heraus empfehlen,

01:16:22: die Weinkarte pflegen, Weine einlagern, entscheiden,

01:16:25: welche Wein im Augenblick trinkbar sind, die auf die Karte nehmen.

01:16:30: Also, die langfristige Gedanken, denken so, bist du in dem Beruf geboren,

01:16:34: groß geworden, hast dich entwickelt und das war dein Daily Business.

01:16:39: Ja, Gäste kümmern, also, dass du den Rücken frei hast.

01:16:43: Natürlich, wenn ich gesehen habe, da stehen drei Teller,

01:16:46: die wollen jemand aussehen, habe ich das mitgemacht.

01:16:49: Das ist ja ganz logisch, das machst du nicht.

01:16:52: Das machst du auf jeden Fall, du ziehst dich ja nicht raus,

01:16:55: wie eine Diwa, die sich nur um das kümert.

01:16:58: Aber wenn wirklich der Laden voll ist und alle Leute rein trinken,

01:17:03: dann bist du voll beschäftigt, dann hast du keine Chance,

01:17:08: auch noch das Essen zu erklären und Essen anzunehmen.

01:17:14: Vor allen Dingen auch ein Fulltime Job.

01:17:16: Man fängt ja am Anfang mit der Begrüßung der Gäste an,

01:17:18: man nimmt den in den Scheu, sowohl vom Restaurant als auch vom Wein selber,

01:17:22: man begleitet die durch den Abend mit den verschiedenen getränkten Weinen,

01:17:26: die man serviert, bis zum Schluss, bis zum Schluss,

01:17:28: die was eben doch vergessen wird, dass das ja eigentlich allumfänglich

01:17:31: so um die Arbeit ist, bis hin zu den Ziganen, die wir damals im Restaurant

01:17:35: noch ankobeln durften und anzünden durften und zelebrieren servieren

01:17:41: und dass ja noch mal eine eigene Kultur war.

01:17:43: Oder heutzutage halt irgendwelche anderen Annehmlichkeiten,

01:17:46: die man dann irgendwie dennoch mitvermitteln darf,

01:17:48: was dann eben doch oft vergessen wird.

01:17:49: Ja, zu jedem Tisch fahren mit einem Digi-Siefwagen, Digi-Siefanbieten

01:17:53: und das war ja das Gäste alles dazu.

01:17:56: Trinkt ihr das? Also, ob es möglich ist, schnebst du brennendig,

01:17:59: ich finde es wird manchmal vernachlässigt von vielen Zominäges.

01:18:02: Persönlich haben wir immer so 2, 3 und trinken dann 1 Nöner Woche,

01:18:07: nach dem Essen meistens irgendwie so.

01:18:10: Ja, es gibt schon tolle Zolle.

01:18:12: Gibt es auch Vollin?

01:18:14: Mordvisky und Obstwander.

01:18:18: Okay.

01:18:20: Auch eine Kultur, die aber leider jetzt so visky nicht,

01:18:23: wahrscheinlich weil bei visky noch extrem viel spekuliert wird,

01:18:26: was ich glaube, hier so ein gewisser Motor auch dafür,

01:18:28: diese Geschichte ist, beziehungsweise auch für viele, die jetzt neu anfangen.

01:18:31: Obstwander habe ich das Gefühl, es ist so eine fast aussterbende Zunft,

01:18:35: weil es halt auch in dieser Anti-Alkoholbewegung sich unterordnet,

01:18:39: weil es kaum noch konsumiert wird, weil es mit dem Fahren kaum noch in Restaurants,

01:18:45: teilweise weil es auch viel kalkuliert wird, finde ich.

01:18:49: Zu hoch, ja.

01:18:51: Wenn du bei 50 Euro dann irgendwie mit 2 CL bist,

01:18:55: das ist aber fast pauschal, also übertrieben,

01:18:57: wo nicht gerade übertrieben ist, manchmal so,

01:18:59: ist schon dann 30, 40 Euro für einen Brand bezahlt,

01:19:02: wo du sagst, okay, da werde ich noch ein Flasche Wein trinken können.

01:19:05: Und eine Relation zu dem Aufwand, den man dabei hat,

01:19:08: finde ich, das ist völlig unrealistisch.

01:19:11: Ja, das stimmt.

01:19:13: Also das ist eingebrochen,

01:19:16: als von 0,8 auf 0,5 die Prümee dann so runtergingen.

01:19:20: Wann war das?

01:19:21: Ich weiß das weiß ich nicht mehr,

01:19:23: aber da ist das ganz schön eingebrochen.

01:19:25: Und dann kam natürlich hinzu, dass die Spesenritter schwerer hatten,

01:19:30: die nicht selber bezahlen mussten,

01:19:32: was sie gehabt hat, dann noch so den Rest gegeben.

01:19:34: Also die letzten Jahres, Schnaps kaum gelaufen.

01:19:37: Netter hatte er.

01:19:39: Also ich finde, da ging es manchmal auch gar nicht so sehr darum.

01:19:41: Ich brauche jetzt noch einen zusätzlichen Umsatz,

01:19:43: oder ich muss noch ums辆 noch Geld generieren,

01:19:45: sondern ich komplitiere das anders.

01:19:48: Ich habe noch eine Überhaltungsleistung,

01:19:50: ich kann noch was erzählen von dem Brenner,

01:19:52: wo ich war, vom, keine Ahnung, von der Machart,

01:19:56: oder von der Entwicklung, oder das Konjak,

01:19:59: das zu leben, ein bisschen das letzte Rum, oder wie auch immer,

01:20:03: zu deklinieren, das ist eine Kultur, die komplett verloren ging.

01:20:07: Ja, dann sind ja auch Fragen, was ist der Unterschied zwischen Konjak und Ahmanyak, oder so.

01:20:11: Das gehört einfach dazu.

01:20:15: Können Brennende das was weihen kann?

01:20:17: Können die genauso begeisternd faszinieren,

01:20:19: sind die, oder ist Wein dann trotz allem facettenreicher und tiefsinnig?

01:20:25: Die ist auf jeden Fall facettenreich, aber wenn man bedenkt,

01:20:29: was aus einem Whiskey wird, das ist ja einfach nur ein neutraler Getreidebrann.

01:20:34: Gibt es sicherlich auch getreide Unterschiede,

01:20:37: aber die werden minimal sein.

01:20:39: Was man dann macht mit Torf, ohne Torf,

01:20:42: und was dann rauskommt hinterher in die Erdnigerlagerung,

01:20:45: das ist schon spannend, man kann natürlich nie die Vielfalt von Wein erreichen.

01:20:49: Das wäre eher unfair, weil das eine Getreide,

01:20:54: es gibt was, was ich 1000 Rebsorten und Getreidesorten,

01:20:59: die einen ungeschmacklichen Unterschied machen,

01:21:02: das sind vielleicht 10 oder 20, das wäre unfair.

01:21:05: Und Fässer gibt es vielleicht 50, die unterschiedlich sind,

01:21:11: aber Wein ist viel mehr.

01:21:14: Ja, ich verstehe den Stellschrauben, die es da auch gibt.

01:21:16: Also neben den Rebsorten, Böden, Klima, Ausbau, Entscheidungen, die man dann hat,

01:21:21: also gibt es da, gibt es auch sonst keinen Getränker, kein Element,

01:21:24: glaube ich, was, die Vielschichtigkeit von Wein?

01:21:27: Ne, ein Wort für Wein gibt es das?

01:21:31: Weinen schafft.

01:21:34: Weinen schafft, ja, stimmt.

01:21:36: Gefühl, Gefühl, Wein ist, also Wein trinken ist für mich ein Gefühl.

01:21:41: Ja, irgendwie so.

01:21:43: Kann man wahrscheinlich auch erst richtig empfinden,

01:21:46: wenn man Wein fühlen kann, also wenn man aufhört, mit Rasteln zu arbeiten.

01:21:50: Daher finde ich also gerade, ich habe die Empfindung gemacht,

01:21:53: dass manchmal jemand, der noch keine Weinhahnung hat,

01:21:58: auch komplizierte Weine wesentlich einfacher einschätzen kann,

01:22:03: als jemand, der einen Hypewissen hat,

01:22:05: oder die Weine anfühlt, also irgendwelche Orangeweine

01:22:07: oder irgendwelche weitvergottene Weine oder Naturalweine,

01:22:10: kann die natürliche Einschätzen, weil er die fühlt und intuitiv beschreibt

01:22:14: und sich da einfach drauf einlässt, als jemand, der mit Hypewissen sagt,

01:22:17: okay, der schmeckt jetzt nicht nach Rikose.

01:22:19: Ich habe immer meine Probleme gehabt mit Weinbeschreibungen,

01:22:24: die mir oft sehr aufgesetzt, sehr fantasiereich vorkamen.

01:22:31: Wenn jemand aus einem Wein 50er umraus gelesen,

01:22:34: rausgeschmeckt hat, da habe ich nie nachgerichtet.

01:22:40: Ich habe immer probiert, einen eigenen Weg zu finden,

01:22:43: um Weine einzuschätzen und zu beschreiben.

01:22:47: Das perfekte Stichwort, wir haben Weinen vor uns.

01:22:49: Wie beschreibst du den?

01:22:51: Das ist ja eine solche Brücke, oder?

01:23:00: Das ist schon so Aromen von Kirsch, Schwarzkirche,

01:23:04: auch Kirschkern, Schmatipan.

01:23:09: Der Fruchtbeton der Wein.

01:23:14: Mit der Körper, eine sehr schöne Frische, sehr lebendig,

01:23:19: Gerbstoff, der aber eher unterstützt.

01:23:23: Junger Wein, Triebzog ist immer schwierig.

01:23:34: Aber so kirschig.

01:23:37: Das war kein Spätboden.

01:23:41: Dafür wäre auch zu derbst, rustikal, zu markant von der Art her.

01:23:50: Der Kirsch und das finde ich total irreführend.

01:23:52: Kann ich da vollziehen?

01:23:57: Der Nachtteil ist ja natürlich dabei, ich weiß, was es ist, du nicht.

01:24:01: Man ist natürlich immer leicht, dass man sich dem Bogen spannt,

01:24:05: dass man sich da Sachen teilweise auch her konstruiert

01:24:09: oder versucht zu erklären, die man unbedarflich nicht weiß.

01:24:13: Das Kirschige würde ich zu einem Milliarde Prozent der Region zuordnen.

01:24:19: Bittigerweise, also gar nicht.

01:24:21: Das habe ich, oder auch diese Fruchtpräsent, diese Fruchtaustrahlung.

01:24:24: Obgleichs ein Wein ist, der schon sehr stark regional geprägt ist,

01:24:28: aber das ist nicht seine Kernkompetenz.

01:24:31: Ich finde, auch mit den Aromen, mit den Beschreibungen,

01:24:34: man kann fokussieren, man kann nicht manipulieren,

01:24:37: auch wenn man es den Gästen dann irgendwo näher bringt

01:24:40: und denen versucht, dass im Vorfeld schon so wenig zu skizzieren,

01:24:45: wie der Wein sich präsentieren könnte.

01:24:49: Ich finde, hier die Säure Tollte hat eine gewisse,

01:24:51: obwohl er recht kräftig ist,

01:24:53: ist er für mich nicht zu alkoholschwanger, nicht zu mächtig,

01:24:55: er hat trotzdem noch ein gewisser Weiß animiert,

01:24:57: hat eine gewisse Frischte, Temperatur ist großartig,

01:24:59: Anfang hatte ich Angst, dass er zu kühl wäre.

01:25:02: Ich habe eigentlich Angst gehabt, den Wein zu servieren.

01:25:05: Was ich auch mal ganz wichtig finde, gerade bei Bindproben,

01:25:08: was oft ein Riesenthema ist, es geht niemals darum,

01:25:11: irgendjemand, wenn das so wäre, dann wäre es total falsch,

01:25:14: aufs Glatais zu führen, sondern es geht einfach darum,

01:25:16: sich den Wein unvereingenommen zu nähern.

01:25:19: Und gar nicht in diesem Raster zu arbeiten, wo man sagt,

01:25:22: jetzt habe ich Michael Jackson, das muss ich das hören,

01:25:25: und diesen Schrei hören, oder wie auch immer,

01:25:28: sondern es geht darum, den Wein einfach in seiner

01:25:31: Natürlichkeit greifen und fassen zu können,

01:25:34: schmecken zu können. Es ist Toskana, ich hatte Angst davor,

01:25:37: wenn du mal irgendwann gesagt hast, ich hatte nie solche

01:25:40: Weine wie online oder wie, was seht du da so was auf der Karte?

01:25:43: Es sollen die Leute bei mir nicht trinken,

01:25:45: und deswegen hatte ich denen dabei, dass sie le Wolte von online,

01:25:48: eigentlich ein Koppeler da fehlt, Griff,

01:25:51: aber denen ich trotzdem sehr wertschätze,

01:25:54: weil es für mich ein Gastronomie-Wein ist, den ich

01:25:56: einfach als solche sehr mag, und hier auch, also da zu

01:25:59: ein Stück Fleisch, stell ich mir einfach richtig wunderschön vor,

01:26:01: da habe ich richtig, richtig viel Freude.

01:26:04: Und die Kirschigkeit, wenn ich dem probiere,

01:26:07: klar, Sanschwesekirche, ist das für mich Toskana,

01:26:11: also wenn ich da rein rieche, ich habe dieses Urlaubsgefühl sofort.

01:26:15: Und da habe ich irgendwann mal gelesen,

01:26:18: dass deine Frau Toskana gern mag, deswegen war das für mich

01:26:20: ein anderes Punkt, dass sie den nicht trinkt.

01:26:23: Das war, was für mich damals Chatunuf de Pap war,

01:26:27: das war für sie Brunello, die Montalcino,

01:26:30: aber es hat sich ein bisschen geändert, glaube ich.

01:26:34: Also schon insgesamt sehr bogund dafür.

01:26:39: Das ist so, kann man zwar nicht sagen,

01:26:43: aber das wäre so die Leib und Magen gegen inzwischen.

01:26:48: Ist das die Trinkerkarriere, die jeder Sommer je dann irgendwann absolviert,

01:26:53: weil 90% aller sagen, also ist es die hohe Schule oder ist es ...

01:26:58: Man sagt ja, dass man in der Jugend, wo du dringst und im Alter,

01:27:01: wo du bist, man muss die gewisse Reife haben, um wo du dazu versteht.

01:27:05: Ich habe es eigentlich immer gehabt, ich habe per Zufall in Norsi,

01:27:14: in einem Weinladen für 20 Mark ein Promar von 1959 gekauft,

01:27:21: kaufen können, ich weiß nicht warum, ich kann sie sagen.

01:27:26: Mich hat das gereizt.

01:27:28: Und das war dann auch so, ja, das ist es irgendwie.

01:27:32: Und dann, ja, das war auch so die zweite,

01:27:38: in Initialzündung, in die Richtung, glaube ich,

01:27:41: habe ich erst an der 18. Wahl, weiße Bergunda zum ersten Mal getrunken,

01:27:46: und das habe ich auch von Anfang an fasziniert.

01:27:49: Also das sind so Weine, da macht es Klick, da musst du dich nicht eindrinken,

01:27:55: obwohl die komplex und kompliziert sind möglicherweise,

01:27:59: aber das macht so, ihr oben macht das so, ja, das ist es.

01:28:03: Wenn du den Wein hattest, ähnlich wie die Schattenlöftchen,

01:28:07: dann ist es so, wenn du sie dann mal schlafen kannst,

01:28:10: wie hast du sie getrunken?

01:28:12: Also war das dann, dass ihr dann zu viert im Käfer saßt

01:28:15: und Flasche auf und ballern?

01:28:17: Oder war das jetzt auch mit dem 59er, hast du gesagt,

01:28:20: ok, heute ist der Heilige Tag, jetzt holen wir die Riedelzomme raus

01:28:24: und zelebrieren das und wären die mit dem Konjakbärm noch vorher an?

01:28:28: Oder ist das einfach nur der Moment, oder ist das die Sacherlebnis,

01:28:32: oder ist das egal welches Glas, oder was war?

01:28:35: In der Einkaufbelege lege ich in erstmal einen Keller,

01:28:38: der manchmal 10 Jahre, manchmal 20 Jahre, manchmal 30 Jahre,

01:28:43: den habe ich natürlich früher getrunken,

01:28:46: aber der musste erst mal ein Jahr liegen.

01:28:49: Ich denke mal, ich habe damals auch schon gerne gekocht

01:28:56: und habe dann ein paar Freunde eingesahnt,

01:28:59: ich kann mich nicht mehr so detailiert daran erinnern,

01:29:02: dass ich mir dann zum Essen getrunken habe.

01:29:05: So an einem besonderen Tag, wo ich gedacht habe,

01:29:08: jetzt ist er reif.

01:29:11: Da hast du gesagt, das ist begründet, das kann auch wein,

01:29:15: das kann auch begründet, das berührt mich.

01:29:18: Ja, ich weiß es nicht, es wird der Name Promage gewesen sein,

01:29:22: der mich irgendwie so angefixt hat, ich kann das echt nicht mehr sagen.

01:29:26: Da war ich 18 oder?

01:29:28: Ach, ok.

01:29:29: 18, 19, 20.

01:29:30: Das klingelt nach 35 und war unter 23.

01:29:33: 23, so.

01:29:34: Was?

01:29:36: Und sich dann 59 auch schon zu kaufen, also mit 20,

01:29:39: der auch schon eine gewisse Offerheit neugierte.

01:29:42: Vielleicht hat das ja schon viel früher angefangen.

01:29:45: Ich habe einen Partner-Onkel gehabt, der hat eine Bordeauxammlung gehabt.

01:29:52: Ich kann mich als Kind nicht daran erinnern,

01:29:55: aber da wäre ich so 10 Jahre alt gewesen,

01:29:57: dann gab es eine Bordeaux aus dem Jahr 1999.

01:30:00: Und den habe ich dann wohl auch schon in kleinen Schlucken trinken dürfen.

01:30:04: Ja, das ist eine Kindheitsprägung.

01:30:07: Kindheitsprägung, keine Ahnung.

01:30:10: Manchmal ist es wahrscheinlich auch das,

01:30:12: dass man das intuitiv damit bekommt,

01:30:16: also wie die Eltern damit umgehen,

01:30:18: also deswegen ist dieses zelebrierte Wein trinken zu Hause,

01:30:21: finde ich, ganz wichtig,

01:30:23: dass man das mit den Kindern oder wie man auch immer dann

01:30:27: selber genießt und intensive auslebt und das mit auf den Weg gibt.

01:30:31: Also da diese Prägung im Trinkverhalten,

01:30:35: denn irgendwo auch, also das Bewusste genießen dabei.

01:30:38: 29er. Krass.

01:30:41: Aber habe ich natürlich kein Erinnerung mehr daran.

01:30:46: Glaubst du, man könnte dieses Erlebnis mit dem 59er-Porma

01:30:50: nochmal rekonstruieren.

01:30:52: Also wenn ich jetzt zufällig im Auto 59er-Porma hatte,

01:30:55: der seit ein Jahr in dem Auto liegt und wir haben freundliche

01:30:58: und das Gleiche wäre doch mal das Gleiche

01:31:00: oder ist es immer der Moment und der Augenblick,

01:31:04: so diesen besonderen Wein als besonders zu empfinden?

01:31:07: Ich würde es mit anderen Augen sehen jetzt.

01:31:10: Ganz klar, mit Trinkerfahrung, dann siehst du das anders.

01:31:15: Damals habe ich ja keine Vergleichsmöglichkeiten gehabt.

01:31:19: Da war das für mich so.

01:31:21: Das war der Stand da wie ein Fels.

01:31:23: Und heute würde ich ja vergleichen, wie schmeckt er.

01:31:26: Vielleicht dazu oder dazu oder das wird zu anders.

01:31:30: Das geht nicht mehr.

01:31:32: Kann man auch nicht sagen, das eine ist die schönere Art

01:31:35: Wein zu trinken und Vergleich zum anderen.

01:31:38: Ja, ich meine jedes neue Art eine Faszination in sich.

01:31:44: Man kann hier sagen, man kann nicht wiederholen.

01:31:46: Aber gibt es Grundvoraussetzungen oder glaubst du ein toller,

01:31:49: besonderer Wein?

01:31:50: Keine Ahnung, wir nehmen da ein 90er-Reihe Ass

01:31:53: und sitzen zuviert im Käfer mit vier Wassergläsern.

01:31:57: Glaubst du, die Größe des Weines könnte trotzdem gegriffen werden

01:32:00: oder wäre es dann einfach nur Situationstrinken oder Alkohol?

01:32:03: Ich weiß nicht, ob ich das...

01:32:06: Wir haben auch schon mal Chateau-Briand,

01:32:09: was aus dem Pappbecher getrunken ist.

01:32:11: Kefer, okay.

01:32:19: Kefer kann alles sein.

01:32:21: Aber es sind vier Leute okay, aber es müssten anständige Gläser sein.

01:32:25: Also da ist ein Grundanspruch.

01:32:27: Wo fängt der Grundanspruch an?

01:32:30: Also ab Weinglasform, Supermarkt oder...

01:32:33: Wie heißt das?

01:32:35: Nicht nicht Maschinen gefertigt und aber großer Name

01:32:38: oder unbedingt Mund geblasen?

01:32:40: Ne, also muss eine ordentliche Größe haben.

01:32:43: Darf nicht so dick sein oben, das ist allgemein, das ist immer nicht so.

01:32:47: Also wenn sich die Situation ergibt,

01:32:50: kann es auch ein ordentliches Glas sein.

01:32:53: Kein Mund geblasen, kein Feinness.

01:32:56: Aber ein Glas halt.

01:32:58: War das für dich im Restaurant auch mal wichtig,

01:33:00: dass du sagst, okay, wir brauchen hier Grundanspruch von Gläsern,

01:33:03: weil du ja auch in der Zeit groß geworden bist,

01:33:05: dass ja auch parallel dazu Gläser groß geworden sind.

01:33:08: Also parallel in der Zeit, wenn du sagst, 89,

01:33:11: da kam ja gerade erst Riegel mehr oder weniger nach Deutschland.

01:33:14: Da fing es an, mit der Sommlisärie.

01:33:16: Später kamen Spiegelau, die mehr oder weniger,

01:33:19: kann man ja schon fast so sagen, die Riegel edekopiert haben

01:33:22: und das restaurantfähig und preislich fähig gemacht haben.

01:33:25: Und dann später kamen die nach und nach,

01:33:27: also war das für dich immer was, was du mitinitiiert hast,

01:33:30: wo du auch getroffen hast.

01:33:32: Und du hast dann fast eben vom letztlich bezahlenden Chef vorgegeben.

01:33:37: Ich hatte das Glück, dass einmal schon für die Sondern

01:33:40: bei einer Riedel Gläser da waren, große Riedel Gläser.

01:33:43: Toll, das gab es damals schon.

01:33:45: Aber natürlich für den täglichen Bedarf fing das dann so allmählich an.

01:33:50: Das war, wie du schon gesagt hast, die Zeit,

01:33:53: wo das mit den Gläsern anfängt.

01:33:55: Da waren meine Chefs, also deutlich, auf meiner Seite.

01:33:59: Ja, müssen wir uns natürlich gucken, dass es nicht in Rahmen springt.

01:34:03: Aber wir haben eigentlich so für fast jede Rebsorte

01:34:07: ein extra Glas gehabt, das man austauschen konnte.

01:34:10: Toll.

01:34:11: Das war schon, da kommt man so aus dem vollen Schöpfen eigentlich.

01:34:16: Und das jetzt, magst du das?

01:34:17: Also, sie überpropfizierte mit den Gläsern,

01:34:19: dass halt alles zur Philosophie, nie zur Religion wird

01:34:22: und dass eigentlich auch rücksichtslos dann irgendwie ausgelebt wird.

01:34:25: Sprich, die XY-Jünger sagen, alles andere ist sport und wie hässlich sind die

01:34:29: und auch Weyer mit der Form und warum könnt ihr das?

01:34:32: Und das hat eben doch teilweise Social Media-Like rauf und runter

01:34:36: und da eben doch keinen Respekt mehr in der Ansicht der anderen dann geliebt wird?

01:34:40: Wir haben so unsere vier oder sechs Standardsorten,

01:34:44: wo wir dann noch gerne hin und her schieben.

01:34:47: Also, wir fangen dann, was war, sich mit dem Uni-Welt-Sage-Last an für Riesling.

01:34:52: Nee, das ist nicht, das zeigt sich nicht.

01:34:55: Dann kommt das bei Gunderglas her manchmal auch um umgekehrt.

01:34:58: Also, wenn wir ein Wein probieren und denken, nee, das kann nicht so,

01:35:02: der ist nicht optimal, dann wird halt umprobiert.

01:35:05: Aber ich sage mal so vier, vier Standard oder fünf Standard Wein,

01:35:10: mein Gläser, das reicht dann.

01:35:12: Das ist jetzt nicht für Syrah, für Tempaniu und Sanctuevese,

01:35:17: für alles ein extra Glas zu haben, das ist schwierig.

01:35:21: Beim Service selber, was war, wenn die bei den Gläser schon so

01:35:24: so fortschrittlich war, was war dann sonst wichtig?

01:35:28: Eine bestimmte Art von Dekantern, Karaffen, sonstiges,

01:35:31: irgendwie jetzt Werkzeug, was für dich ist denn sie,

01:35:34: der war Dropstop, bist du da jemand, der so was liebt?

01:35:37: Bist du Lagiol-Fanat oder irgendwas, was ...

01:35:42: Lagiol ist das für ein Glasstrang zum Ausstellen.

01:35:47: Und da sehen sie toll drin aus.

01:35:49: Ich habe auch mit Lagiol angefangen, dann hast du 20 Flaschen geöffnet

01:35:52: und dann war das Ding schon ausgeleiert.

01:35:54: Erstmal das, bei Begunnerflaschen hatten die ja immer

01:35:56: diese ganz schreckliche, die zum Aufsetzen oben,

01:36:01: ich weiß gar nicht, wie das heißt.

01:36:03: Und du bist bei Begunnerflaschen immer abgerutschen,

01:36:05: da hast du die Hand gejagt, das war katastrophal.

01:36:08: Nee, also seit 20 Jahren nutzen wir die Werbegeschenke.

01:36:13: Super, perfekt. Best ever.

01:36:15: Ja, wir haben natürlich auch, also für alte Korken,

01:36:19: so diese Stächer, diesen Stächerkorken,

01:36:22: der aussieht, die steigen genau, und auch einen mit Luftpumpe.

01:36:26: Die habe ich nie ausprobiert.

01:36:28: Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.

01:36:31: Manchmal ein bisschen, weil es nervt schon,

01:36:34: wenn da diese Korkbrösel,

01:36:36: dieses kleinen feinen Korkbröselchen im Wein landen,

01:36:39: die du noch kaum nach rauskriegst.

01:36:41: Das nervt dann schon.

01:36:43: Ja, es sind auch die Momente dann so ein bisschen,

01:36:45: bis man dann, bis dann heiß auf den Wein

01:36:48: und erst mal eine halbe Stunde arbeiten,

01:36:52: bis du den noch richtig ins Glas gekriegt hast.

01:37:12: Es gibt in der Tat einen Schaumwein, der zwei Welten in sich vereint.

01:37:16: Oder anders gesagt, in der Welt der Schaumweine gibt es nur wenige Häuser, die es verstehen,

01:37:20: die Essenzweier Kontinent in einer Flasche zu vereinen.

01:37:24: Das Rödere Estate, ein kalifronischen Anderson Valley,

01:37:27: hat mit seinem Quartett Brüt genau das erreicht.

01:37:31: Eine meisterhafte Verbindung, traditionellen französischen Champagnerkunst

01:37:34: mit der lebendigen Frische Kaliforniens.

01:37:37: Die Wurzeln des Rödere Estate reichen zurück bis ins Jahr 1982

01:37:42: als Jean-Claude Rousseau,

01:37:44: damaliger Präsident des renommierten Champagner aus Louis Röderer Beschloss,

01:37:47: die Grenzen der Champagner zu überschreiten und in die neue Welt zu expandieren.

01:37:51: Seine Vision war es, ein Schaumwein zu kreieren,

01:37:54: der die eleganz und finesse der französischen Traditionen

01:37:58: mit der einzigartigen Terrorcharakteristik Kaliforniens verbindet.

01:38:03: Nach sorgfältiger Suche fand er im Anderson Valley nur 18 km von der Pazifiküste entfernt

01:38:07: das ideale Terror für dieses ambitionierte Projekt.

01:38:11: Mit dem Erwerb von 340 Hektar Land legte Rousseau den Grundstein für das Rödere Estate,

01:38:16: das heute für seine herausragenden Schaumweine bekannt ist.

01:38:20: Der Quartett Brüt ist ein Küwe aus 60% Chardonnay und 40% Pinot Noir,

01:38:24: die ausschließlich aus eigenen Weinbergen des Estate stammen.

01:38:28: Diese Eigenständigkeit ermöglicht es dem Weingut,

01:38:31: die Qualität und den Charakter der Trauben von der Rebe bis zur Flasche zu kontrollieren.

01:38:36: Ein besonderes merkweites Quartett Brüt ist die Hinzufügung

01:38:40: von den eichenfässern gereiften Reserveweinen zu jeder Jahresgewähn.

01:38:44: Eine Praxis, die an die traditionelle Methode des Hauses Louis Rödere erinnert,

01:38:49: verleiht dem Wein tiefe Komplexität und eine bemerkenswerte Konsistenz über Jahre hinweg.

01:38:55: Das Groh der Weine gerte Edelstahltanks, um die frische und präzisione Aromen zu bewahren.

01:39:00: Und das fühlt man und das schmeckt man.

01:39:03: Man schmeckt auf der einen Seite die Besonderheit der Erfahrung und der Handschrift des Hauses Louis Rödere

01:39:08: und auf der anderen Seite das Anderson Valley.

01:39:11: Ein wahnsinnig spannendes Gebiet, das zeigt, wieviel Falt eigentlich in Kalifornien steckt.

01:39:16: Die meisten kennen vielleicht das Napa Valley, Sonoma Valley, Cornarius,

01:39:19: vielleicht die Sandro Coast oder Sandro Valley,

01:39:21: aber das Anderson Valley zeigt uns, wieviel Individualität in Kalifornien steckt.

01:39:25: Ein Gebiet, gelegen im Herzen von Mendelstein & County,

01:39:28: das bekannt für seinen kühles Klima und seine vielfältigen Bodentypen ist.

01:39:32: Es ist, wie gesagt, die Nähe zum Pazifik, 18 Kilometer,

01:39:36: die für die morgendlichen Nebel- und gemäßigten Temperaturen sorgen,

01:39:40: das natürlich perfekt für die Trauben ist, und denen eine gleichmäßige Reifung ermöglicht.

01:39:44: Das Anderson Valley eingebettet in die sanften Hügel des Mendelstein & County in Nordkalifonien

01:39:49: ist ein Weinbauggebiet von bemerkenswerte Tiefe und Komplexität.

01:39:53: Seine Geschichte, Geologie und das einzigartige Mikro-Klima tragen zu weinen bei,

01:39:58: die weltweit einzigartig sind.

01:40:00: Die ersten Europäische Sieder erreichten das Anderson Valley in den 1850er Jahren

01:40:05: angezogen von den Möglichkeiten der Holzindustrie und der Landwirtschaft.

01:40:08: Benannt wurde das Tal nach William Anderson,

01:40:11: einem frühen Siedler, der sich in der Region niederließ.

01:40:14: Das Anderson Valley erstreckt sich über 24 Kilometer in nordwestliche Richtung

01:40:18: entlang des Highway 128 von den Yorkville Highlands bis nach Navarro.

01:40:22: Die Geologie des Tals ist geprägt von einer Vielzahl alluvialer Böden,

01:40:27: die durch die Erosion der umliegenden Hügel entstanden sind.

01:40:30: Diese Böden bestehen aus Schiefer, Sandstein und Ton

01:40:33: und bieten so mit hervorragenden Drainage und Tragen zum Integralität der Weine bei.

01:40:37: Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt etwa bei, man mag es nicht glauben, 12 Grad,

01:40:42: wobei die täglichen Temperaturschwankungen oft mehr als 10 Grad betragen können.

01:40:46: Diese erheblichen Unterschiede zwischen Tag und Nacht Temperaturen

01:40:49: fördert eine langsame und gleichmäßige Reifung der Trauben,

01:40:52: was zu einer idealen Balance zwischen Zucker, Säure und Aromen führt.

01:40:57: Die kühlen Bedingungen des Anderson Valley sind ideal für den Anbau

01:41:00: der für uns wichtigen Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir.

01:41:04: Also, das Tal wurde nicht ohne Grund ausgewählt.

01:41:06: Ja? Und eigentlich war der bedeutendste Meilenstein in der Geschichte des Anderson Valley

01:41:11: die Gründung des Röderer Esthete im Jahr 1982.

01:41:14: Das Haus Louis Röderer hat dieses Gebiet wachgeküsst.

01:41:17: Die wohl größte Aufgabe war, dieses besondere Klima und diese außergewöhnlichen Böden

01:41:23: im Zusammenspiel zu verstehen, was Röderer absolut perfekt zu interpretieren vermag.

01:41:28: Und selten findet man ein so perfektes Zusammenspiel,

01:41:31: zwei Erwelten, sprich des Französischen des amerikanischen Teams, im Hause Louis Röderer.

01:41:36: Diese transatlantische Partnerschaft hat zu einem ständigen Austausch von Wissen und Techniken geführt,

01:41:41: was die kontinuierliche Verbesserung der Weine des Röderer Esthete ermöglichte.

01:41:45: Und weit darüber hinaus setzt sich Röderer auch für die Erhaltung der Kultur und der Geschichte des Gebietes ein.

01:41:51: So hat sich Röderer, u.a. für die Weiterentwicklung und Erhaltung der lokalen Volkssprache, den Bootleg eingesetzt.

01:41:59: Eine einzigartigen Wortmischung aus Englisch, Pomo, Indianerwörtern und erfundenen Begriffen,

01:42:04: die ursprünglich von den Bewohnern des Talgesprachen wurden und ein Zeugnis der isolierten engen Gemeinschaft, die hier existierte sind.

01:42:10: Vielen Dank für die besondere Interpretation eines Schaumweines, welches wir nicht zuletzt mit dem Quartettbrüht erleben dürfen.

01:42:16: Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:42:21: Und sonst irgendwie ja?

01:42:32: Wir hatten allerdings für Portwein oder für alte Bordeaux ein Gerät, was du dann kobeln konntest.

01:42:40: Langsam ausgeschenkt wurde?

01:42:42: Genau, langsam ausgeschenkt werden konntest.

01:42:44: Sehe ich nirgends mehr, was ich so schade finde.

01:42:46: Eigentlich hat man die Flasche dann liegen gehabt, dass dann langsam ausschränkt ist, hat sowas zelebrieren das auch mit dabei.

01:42:54: Ein Sebel hatten wir auch für Champagner.

01:42:56: Weit bevor Instagram das Raufen runterspielen musste und jeder sich das um die Ohren hauen musste.

01:43:02: Habt ihr das mal gemacht im Restaurant?

01:43:04: Ich nicht, aber andere haben es gemacht.

01:43:08: Das haben wir in den sonst gar Affen, das hat man sicherlich auch eine Vielfalt an verschiedenen Karaffen.

01:43:15: Angefangen mit diesen klassischen Enden und dann aber auch die Riegel-Karaffen, so was auch schickes, so ein bisschen stylische Karaffen haben wir auch gehabt.

01:43:25: Damals auch schon, ich habe so das Gefühl, es kam erst so 2,10 wirklich auf, war präsent.

01:43:32: Wir hatten schon um 2.000, aber Weißweinen gelüftet und Karfiert.

01:43:38: Ja, da habe ich auch schon.

01:43:40: Das war aber irgendwie ein Zufall.

01:43:43: Ich habe, bevor ich, oder ganz am Anfang, war ich bei einem Freund und der hatte ein Rüberwein, ein Aufsehser irgendwas aus den, weil sie in die 50er, 60er Jahren.

01:43:58: Der war ganz enttäuschlich, den trinken wir jetzt, wir machen den auf, das Zeug hat nicht geschmeckt, war fürchterlich.

01:44:05: Er wollte schon in die Suppe oder ein Ausguss kippen, aber ich ne, lass mal stehen.

01:44:10: Dann haben wir das am anderen Tag probiert, das war großartig.

01:44:13: Da habe ich auch gedacht, alte Weine, die kannst du dedikantieren, die sind nicht so unempfindlich.

01:44:22: Da ist das irgendwie daraus entstanden, weil Weißweinen, die sich nicht gezeigt haben, sind, dann werden die kurz umgekehrt.

01:44:31: Und das hilft dann hoffentlich.

01:44:34: Und da war es ja dann wahrscheinlich erst recht eine Revolution, also dass man in einem Restaurant,

01:44:39: Das heißt, man kann den kippen, warum das denn?

01:44:41: Das habe ich dann erklärt, warum und dann war gut.

01:44:44: Ja, und dann wieder die Vertrauensbasis, was man am Anfang hatten, dass man dann, wenn man das Vertrauen genießt, mit dem Wein fast machen kann, was man möchte,

01:44:51: möchte zu langes Leben zugunsten des Weines ist.

01:44:58: Also wenn du jetzt diesen 59er-Promaren dabei zu bleiben und es nicht totzureiten bekommen würdest du irgendwelchen Settings machen,

01:45:07: wo du sagst, damit wäre der perfekt, irgendeine Musik zum Beispiel, um den zu untermalen zu begleiten oder ist das alles pipapont zu viel?

01:45:18: Ich würde nicht dekantieren, wobei ich den Kanteil selten.

01:45:23: Wir höchstens, wenn was manchmal ein Problem ist bei alten Burundern, diese ganz feine Staub.

01:45:29: Wesen, wie feiner ist als bei vielen, vielen anderen Weinen.

01:45:32: Das ist manchmal ein Problem, aber ich liebe es auch, die Entwicklung im Glas mitzumachen.

01:45:42: Bei 59er müssten bestimmt was leckeres zu essen daneben stehen.

01:45:48: Was würdest du zu essen?

01:45:49: Ganz wichtig.

01:45:50: Also wahrscheinlich die Nizern aus, zum einen aus der Erinnerung heraus, zum anderen wahrscheinlich auch mit einer Erfahrung?

01:45:55: Poma, Bœuf Bourguignon, also ganz klassisch.

01:46:02: Aber auch für so feine Rotweine hat man ein sehr schönes Erlebnis in Steinburt mit einer kräftigen Soße.

01:46:10: Sehr cool.

01:46:11: Das ist auch super, wenn du ganz feinen Rotwein hast.

01:46:16: Weil das für dich das ultimative Weinspeisenelbensatz, ein anderes, wo du sagst, das war für mich die Offenbarung.

01:46:24: Das war schon sehr gut, das war längst ein Zentimeter, ein reifer Zentimeter mit Steinburt.

01:46:32: Zum Steinburt, da käme ich ja nicht mal im Traum drauf.

01:46:35: Super.

01:46:40: In der Beziehung probiere ich mal viel aus, um auch die Grenzen auszutasten.

01:46:48: Aber ich erinnere mich noch an Zossier.

01:46:54: Da haben wir im Weinkeller gestanden, die Früße abgefroren, es war im Winter.

01:46:59: Dann gab es einen frischen, krottanischen Avignon, dazu einen 20 Jahre alten roten Zossier.

01:47:08: Das war eine traumhafte Kombination.

01:47:12: Wahrscheinlich auch dann bei der Kellertemperatur.

01:47:15: Toll.

01:47:17: Ah wow.

01:47:19: So was.

01:47:20: Aber war es da die Atmosphäre oder war es die Kombination?

01:47:23: Die Kombination war.

01:47:25: Weil die Atmosphäre spielt ja auch dort, dass du da im Keller bist.

01:47:28: Da war man auf die Nüchtern.

01:47:30: Ja gut, da ist ja kein Atmosphäre.

01:47:33: Der Atmosphäre ist tot.

01:47:35: Dann bist du eher aus.

01:47:39: Bei Weinbegleitung machen wir eher selten.

01:47:44: Wir stellen am meisten schon eine Flasche, vielleicht dann zu dem einen oder anderen Gang noch ein Glas dazu.

01:47:54: Wir fällt jetzt nichts anderes mehr ein.

01:47:58: Kann man Weine sonst irgendwie begleiten?

01:48:01: Mit Farben, mit Musik, mit Musik hatte ich vorhin schon gesagt.

01:48:05: Aber beeinflusst das Weine irgendwie, wenn wir jetzt hier nicht in Bischen, sondern in Grünraum sitzen würden.

01:48:10: Oder in Blauen oder in Schwarzen würde man den Wein anders empfinden als ...

01:48:16: ... dann würden wir zu Bache oder Totenhosen oder was da rum spielen würde man.

01:48:20: Wie war das empfinden oder sollte der Weine über den Ding stehen und ein besonderer Wein?

01:48:25: Ruhig, sag mal, eine entspannte Musik dazu wäre sicherlich von Vorteil.

01:48:31: Aber wenn ich einen großen Wein trinke, dann konzentriere ich mich voll darauf.

01:48:35: Dann ist alles anders herum, ist weg.

01:48:38: Da ist dann auch ...

01:48:40: ... ein Mauern um meinen Kopf.

01:48:43: Und Beine dann lieber, also wenn du wirklich einen großen Wein hast, lieber singulär?

01:48:47: Oder dann ist die Speise dann trotz allem das, was den Wein nochmal rauskitzelt ...

01:48:51: ... oder eine extrawa ganz in dem Endblock, die ich sonst wahrscheinlich gar nicht gesehen hätte?

01:48:55: Ja, das ist eine gute Frage.

01:48:57: Also ich finde, beim Essen geht manchmal bei großen Weinen so ein bisschen die Größe verloren.

01:49:02: Also man sollte es dann sicherlich kombinieren, dass man den Wein auch in einem großen Schluck mal ...

01:49:07: ... ohne Essen probiert und dann dann nochmal zum Essen.

01:49:11: Also im ganz normalen Essen würde ich nicht unbedingt immer die ganz großen Weine, ...

01:49:18: ... sondern vielleicht eher die mittleren Trinken zum Durchtrinken.

01:49:22: Weil dann doch vielleicht von der Größe ein bisschen verloren ist beim Essen.

01:49:27: Also das ist eine schwierige Sache.

01:49:30: Wir haben auf dem Restaurant sogar schon mal La Trafit getrunken, kürzlich erst.

01:49:36: Das hat auch funktioniert, aber ich weiß nicht, ob es dann vielleicht, ...

01:49:42: ... wenn man es so dringend hätte, vielleicht noch ein bisschen mehr Glück gemacht hat.

01:49:47: Und alleine dann lieber den Wein oder im Begleitung?

01:49:52: Also zieht der Wein dann ...

01:49:53: Nur in Begleitung, nie alleine.

01:49:55: Nie alleine.

01:49:56: Nie alleine.

01:49:57: Weil du sagst, es ist eben so Wacke um Glocke und das klingt so nach alleine ...

01:50:00: ... und ich bin mit mir und bitte redet nicht mit mir, ich bin jetzt gerade ...

01:50:02: Nehm.

01:50:03: Und ansprechbar und darauf konzentriert.

01:50:06: Aber Wein nie alleine.

01:50:08: Das hat überhaupt Alkohol an den Trinken, finde ich ...

01:50:12: ... grusig.

01:50:14: Das ist schon da, da hätte ich Angst vor.

01:50:18: Wann trinkst du sonst?

01:50:19: Also gibt es einen Alltagswein, den du hast, wo du sagst ...

01:50:23: ... Rieslingliter, Winzer, bla bla bla, so von Montag bis Donnerstag ...

01:50:29: ... mein Alltagsgetränk oder ist Wein immer was Besonderes?

01:50:33: Also wir haben inzwischen, haben wir vier Tage die Woche, wo wir kein Alkohol trinken.

01:50:38: Deswegen ist an den drei anderen Tagen Alkohol immer was Besonderes.

01:50:42: Sondern trinken wir sehr bewusst und auch was ...

01:50:46: ... nehmen auch was Spezielles, wo wir gerade Lust drauf haben.

01:50:51: Also den Alltagswein, das haben wir eigentlich nicht mehr.

01:50:55: Allein auch um Alkohol ist Alkohol, das muss man ...

01:51:00: ... denken wir so ein bisschen einschränken.

01:51:02: Also drei, vier Tage die Woche trinken wir kein Alkohol.

01:51:06: Gibt es einen Beruf, den du trotzdem noch mal gerne gemacht hättest, außer ...

01:51:12: ... außer vielleicht Lehrer, was ja der Ursprung war, außer Koch, was du ...

01:51:16: ... dann doch gelebt hast, außer Sommelier und Weinhändler, was du ja jetzt ...

01:51:21: ... in dem Sinne auch noch bist.

01:51:22: Also hat es immer so einen heimlichen Traum, wo du sagst, ist das ...

01:51:26: Also meine Idee ist, ich weiß nicht, ob ich es noch mal schaffe, noch mal ...

01:51:32: ... Geologie zu studieren, weil ich endlich ein bisschen mehr Ahnung haben möchte ...

01:51:36: ... von dem Boden, auf dem der Wein wächst.

01:51:40: Ja.

01:51:41: Das könnte ich in Bochum machen, dann muss ich gucken, ob ich irgendwann ...

01:51:44: ... noch mal die Kurve kriege, als Gastthörer dann natürlich.

01:51:47: Aber dann auch nur in Bezug des Weines.

01:51:49: Also das ist dann schon plötzlich der ausschlaggebende Punkt und darum ...

01:51:53: ... dann Geologe zu werden.

01:51:55: Hättest du es für die wichtigste Komponente beim Wein, also dass der Boden ...

01:51:59: ... das Ausschlaggebende und Prägnante bei dem Wein ist?

01:52:03: Ja, das ist für mich das, was ich am schwersten durchschauen kann, weil ...

01:52:08: ... weil es so kompliziert ist, von den Zeitabläufen, von den Bodenschichten ...

01:52:13: ... und von allem.

01:52:14: Deswegen möchte ich da noch mal, hätte ich gerne mal so einen richtigen ...

01:52:18: ... Durchspeck.

01:52:19: Ich glaube, man kann den Boden raus schmecken.

01:52:21: Es ist ja viele dies und drüber, manche sagen überhaupt nicht, andere sagen ...

01:52:27: ... klar, kann zu schiefer schmecken, also da ...

01:52:29: ... damit meine ich nicht den Petrolton, also da weiß ja in der Anzüge jeder, ...

01:52:32: ... als der aus dem Schiefer kommt.

01:52:34: Erde schmeckt nicht, das ist schon richtig, aber ich denke mal, dass die ...

01:52:37: ... dass die Stoffe, die die Gurze aufnehmen, einen geschmacklichen Einfluss ...

01:52:41: ... auf den Wein haben.

01:52:42: Auch geschmack abgeben, also dass man die durch die Mikroporen letztlich ...

01:52:47: ... im Wein dann spüren kann oder sind es Entwicklungen in der Traube, ...

01:52:50: ... die durch die Stoffe ausgelöst werden und verschiedene Aromenkomponenten ...

01:52:54: ... oder verschiedene Strukturen ...

01:52:55: Gute Frage, gute Frage.

01:52:56: Ja, dafür soll es ja studieren, genau.

01:52:58: Was fragt ihr, ist eigentlich ...

01:52:59: ... jetzt habe ich eigentlich geklärt.

01:53:02: Ja, ich wollte nur so die Grenzen ausloten.

01:53:05: Ja, ich meine, es hat ja einen riesen Einfluss irgendwie ...

01:53:12: ... das ist ja da, man muss dann noch wissen, wie es dann ...

01:53:17: ... rübergebracht wird.

01:53:18: Ja, ich kann aber auch keine Erklären, das bin ich so, ...

01:53:20: ... so bitterartig, also ich habe schon so viele gefragt, ...

01:53:22: ... also auch um zu meiner Tätigkeit, ...

01:53:25: ... uns kann nicht wirklich jemand fundiert erklären, ...

01:53:28: ... sondern teilweise Thesen ist wissenschaftlich nicht fundiert, ...

01:53:31: ... wie so viele Dinge, also selbst die alkoholische Regierung ist ja ...

01:53:34: ... wissenschaftlich doch nicht komplett aufgelöst.

01:53:36: Er hat keinen Kommerz, wo er dahinter ist und niemand wirklich Geld dafür in die Hand nimmt.

01:53:41: Das ist eigentlich so traurig, also es ist eine Wissenschaft, ...

01:53:43: ... die seit 4, 6, 8000 Jahren irgendwie existent ist, ...

01:53:48: ... wo man sich beschäftigt, was man aktiv lebt, ...

01:53:50: ... oder manchmal auch inaktiv aber lebt.

01:53:52: Und eigentlich so tief sind die, kann das keiner irgendwie ...

01:53:56: Ja, ist die Frage, muss das sein?

01:53:58: Darfst du nicht auch noch Geheimnisse um den Wein geben?

01:54:01: Stimmt, aber die Weiterentwicklung könnte man da ja weiter vorantreiben, ...

01:54:04: ... dass man sagt, okay, wenn ich das verstehe, ...

01:54:06: ... verstehe warum der Boden so ist ...

01:54:09: ... und den Wein so beeinflusst, kann ich das noch mehr intensivieren ...

01:54:11: ... oder für die Rebsorte noch mal anders ...

01:54:13: ... oder dann vielleicht auch in anderen Rebsortensegmenten denken, ...

01:54:15: ... dass halt, dass man halt, ...

01:54:18: ... dass einfach anders angeht.

01:54:21: Also dann, die Weinproduzenten müssen das wissen, ...

01:54:24: ... aber auch der Weinkonsument nicht.

01:54:26: Der muss die Mystik behalten.

01:54:29: Stimmt, das sind so zuverkopf.

01:54:31: Und sonst versucht man es nur noch mehr in Rastern zu sehen und, ...

01:54:34: ... und ja, gibt es einen Ort, wo du gerne mal gearbeitet hättest?

01:54:38: Was jetzt so, ...

01:54:39: ... von vorne bis hinten Residanz, aber gab es irgendwie mal so ein Restaurant, ...

01:54:42: ... wo du gesagt hättest, du warst mal für einen Tag, ...

01:54:44: ... für einen Woche, für einen Monat, für einen Jahr, ...

01:54:46: ... für eine kurze Auszeit, ...

01:54:48: ... wo ich mich das ...

01:54:50: ... Schwarzen Adler im ...

01:54:52: ... Oberbergen.

01:54:54: Aber es ist dann nicht so reinwahrscheinlich berufkant gefragt, ...

01:55:00: ... eigentlich nicht das Gleiche gewesen, was ihr gemacht habt, ...

01:55:03: ... also dieses eigentlich urklassisches, dieses schonbewusste Weinkarten ...

01:55:07: ... und und Zombie-Lieben.

01:55:09: Und das halt alles nur ein bisschen mehr?

01:55:11: Ja, ein bisschen mehr.

01:55:13: Ja, ich weiß nicht, also ...

01:55:15: ... wir waren, ...

01:55:17: ... ist das 20 Jahre her, ...

01:55:19: ... wir waren Martin Berastati-Tegin in Spanien.

01:55:23: Und er hat mich fasziniert, ...

01:55:26: ... dass er Tischlehr war.

01:55:29: Also ich hätt' dann gerne auch schon mal in so einem Restaurant gearbeitet, ...

01:55:35: ... so halt einen ganz anderen modernen Umgang damit hat, ...

01:55:38: ... nicht wie in der Residion aus der ganzen Tisch voll ...

01:55:40: ... voll besteck und gläsern war.

01:55:43: Also dieser etwas, ich weiß nicht, wie soll man das nennen?

01:55:45: Spatanisch?

01:55:47: Ja genau, so war es vielleicht.

01:55:49: Und dann, ...

01:55:51: ... du musst doch keine riesen Weinkarte haben, ...

01:55:55: ... kannst auch mit wenig Sachen viel, viel Spannung erzeugen.

01:55:59: Das ist, das wär's vielleicht nochmal gewesen.

01:56:03: Die mal eine Größe für eine Weinkarte, ...

01:56:04: ... weil es gibt der Weinkarten mit 3000 Positionen, ...

01:56:06: ... es gibt manche mit 100, ...

01:56:08: ... ihr hattet, glaube ich, so um die 800, 900 ungefähr.

01:56:10: Also ich denk mal, um gut zu arbeiten, ...

01:56:13: ... reichen 4, 5, 600 aktive Weine.

01:56:17: Ich zähl jetzt mal alles das ab, was keiner trinkt, ...

01:56:20: ... was da drin liegt, ...

01:56:22: ... weil's teuer ist oder irgendwann mal angeschafft worden ist.

01:56:24: Also so aktive Weine, die wirklich laufen, ...

01:56:27: ... 3, 4, 500, ...

01:56:29: ... reicht eigentlich.

01:56:32: Also wenn ich nur aktiv sein will, der Restkram noch da rumliegt.

01:56:35: Also wenn ich nur die aktiven hätte, ...

01:56:37: ... wär dann die Weinkarte nicht auch, ...

01:56:39: ... und wir nicht ...

01:56:41: ... spartanisch.

01:56:45: Also wenn ich jetzt nur, ...

01:56:47: ... zu Saucerzeiten, ...

01:56:49: ... nur Saucerzeiten da drauf hab, ...

01:56:51: ... und halt kein Mentousalon, ...

01:56:53: ... kein irgendwie, wo ich hin wieder mal so ein bisschen mitspiele, ...

01:56:55: ... oder kein ...

01:56:57: ... baron de elle oder wie auch immer, ...

01:56:59: ... sondern nur den Steiner Saucer, ...

01:57:01: ... der dann trotzdem noch die Präsenz, ...

01:57:02: ... wenn da eben baron de elle draufstieg.

01:57:04: Vielleicht wäre es dann eine Karte mit Schwerpunkten, ...

01:57:07: ... dass man nicht jetzt, ...

01:57:10: ... ein Australier und zwei Kalifornien und so was haben muss, ...

01:57:14: ... sondern sich konzentriert aus drei französische, ...

01:57:17: ... drei deutsche, ...

01:57:19: ... zwei Schweizer oder so.

01:57:21: Wir waren essen in, ...

01:57:23: ... wer ist das, ...

01:57:25: ... Markt Breit, der hat nur freckische Weine, ...

01:57:29: ... aber in welchem Umfang ist es unglaublich, ...

01:57:32: ... das finde ich auch toll.

01:57:34: Wir sind hier, ...

01:57:36: ... das ist unser Gebiet, wir spezialisieren uns da auch, ...

01:57:39: ... das ist doch viel besser als wenn ich zwei, ...

01:57:42: ... zwei Neuseeländer, zwei Australier oder so.

01:57:45: Das finde ich ...

01:57:47: ... so allibiemäßig ist, ...

01:57:49: ... dass wir müssen auch was von da haben, ...

01:57:51: ... wir müssen auch was von da haben.

01:57:53: Wie wäre in deinem Sinne, ...

01:57:55: ... also eine optimale Einteilung einer Karte?

01:57:58: Das ist klassisch nach Region.

01:57:59: Das ist ja meist die Region, ...

01:58:01: ... danach kommt dann irgendwie Wind sein, ...

01:58:03: ... kommt Rebsort, dann Qualitätsstufen.

01:58:05: Ist das wirklich so die extrem smarte Gestaltung einer Karte, ...

01:58:08: ... oder werden Definitionen über die Rebsorten, ...

01:58:10: ... oder über die Klimazonen, ...

01:58:12: ... oder über die Geschmacksbilder, ...

01:58:14: ... oder über die Jahrgänger, ...

01:58:16: ... vielleicht nur die 90er, oder nur die 80er?

01:58:18: Zum Ende einer Zeit in der Residanz wollte ich die Karte eigentlich ...

01:58:20: ... völlig umstukkurieren nach Geschmacksbildern.

01:58:22: Also, ...

01:58:24: ... jetzt mal so plakativ, ...

01:58:27: ... der unkomplizierte Weißwein für jeden Tag, ...

01:58:29: ... der ...

01:58:31: ... der komplexe Weißwein mit ...

01:58:34: ... irgendwas, der ...

01:58:36: ... besondere Weißwein mit Charakter, ...

01:58:39: ... also, was habe ich mal von meiste Verworen, ...

01:58:41: ... bis zu irgendwas, ...

01:58:43: ... so 5, 6, 7 Stufen dann zu haben, ...

01:58:46: ... dass der Kund dann auch was mit anfangen kann.

01:58:49: Obwohl man macht sich dann als Tomi auch so ein bisschen, ...

01:58:52: ... klein bisschen überflüssig, ...

01:58:54: ... wenn man das macht.

01:58:56: Nicht manchmal aber auch das Leben schwerer, ...

01:58:58: ... und dann trotzdem präsenter, ...

01:59:00: ... wenn man es ja trotzdem umso mehr erklären muss, ...

01:59:02: ... wer manchmal dann doch, dass man ...

01:59:04: ... gerade dann darin seine Aufgabe sieht, ...

01:59:06: ... und das eigentlich neu zeitlich denkt, ...

01:59:08: ... hätte ich fast gedacht.

01:59:10: Ja, aber das habe ich leider nicht mehr geschafft, ...

01:59:12: ... aus irgendwelchen technischen Gründen.

01:59:14: Ja.

01:59:16: Oder anderen.

01:59:18: Gabs man Beinladen, der dich beidrückt hat?

01:59:20: Also, warst du ja, wo du deinen 59er-Promal kauft hast, ...

01:59:23: ... oder irgendwie ...

01:59:25: ... also du hast dich schon viel gesehen, ...

01:59:26: ... bei dir ja viel Reis, ...

01:59:28: ... und vor allen Dingen auch viele dieser authentischen ...

01:59:30: ... Beinladen, aber einer der ...

01:59:32: ... da gibt es glaube ich mehrere, ...

01:59:35: ... einer in Südfrankreich, in Mont-Payet, ...

01:59:38: ... da bin ich reingekommen, ...

01:59:40: ... und da gab es alle Weine, ...

01:59:42: ... die ich sonst nur irgendwo bekommen habe.

01:59:44: Also, da stand, was weiß ich, ...

01:59:46: ... Hulon neben, ...

01:59:48: ... also alles was du das Herz begehrt hatten, ...

01:59:51: ... ich habe den Typ nur angeschaut und gesagt, ...

01:59:54: ... was ist hier los?

01:59:55: Ach, sie kannten uns nicht.

01:59:57: Das war, das war unglaublich.

01:59:59: Und dann ...

02:00:01: Ja, da hast du nachher, gibst du bitte nur mir.

02:00:03: Ich weiß nicht, ob es das noch gibt.

02:00:05: Natürlich gibt es es nicht mehr.

02:00:07: Und dann gab es in Chavignol, ...

02:00:09: ... einen ganz kleinen Beinladen, ...

02:00:11: ... da hast du von den ganzen Stabewinzern, ...

02:00:14: ... in allen größten Magnumflaschen, ...

02:00:17: ... in verschiedenen Jahrgängen, ...

02:00:19: ... aber den gibt es schon lange nicht mehr.

02:00:21: Da habe ich noch, da haben wir noch ...

02:00:24: ... einem Magnum von Cotard, ...

02:00:27: ... mit dem falschen Etikett Chavignol.

02:00:30: Also, da hat der Strafe höher bezahlt.

02:00:32: Ach, was ist das?

02:00:34: Der muss von Serra aufschreiben, ...

02:00:36: ... aber er hat Großchavignol draufgeschrieben.

02:00:38: Hat die Strafe bezahlt, das war ihm egal.

02:00:40: Hauptsache, er konnte auf seinem ...

02:00:42: ... so Serra Chavignol draufschreiben.

02:00:44: Ach, wow.

02:00:46: Ja.

02:00:50: Das ist ja krass.

02:00:51: Aber es hat er nur über kurze Zeit gemacht, ...

02:00:54: ... nicht, ob in ein, zwei Jahren, oder?

02:00:56: Ja, das wird ihm dann zu teuer werden.

02:00:59: Zu teuer werden.

02:01:01: Ja.

02:01:03: Was muss ein guter Beinladen können, ...

02:01:05: ... muss er so diese Klassiker haben ...

02:01:08: ... oder eher Individualitäten, ...

02:01:10: ... also ähnlich wie bei einer Weinkarte wahrscheinlich, ...

02:01:12: ... oder kann man das so gar nicht sagen, ...

02:01:14: ... sondern das Gesamtbild muss stimmen?

02:01:16: Er muss die Weine haben, die ich gerne hätte ...

02:01:19: ... kaufen kann.

02:01:20: Also schon das Besondere, ...

02:01:22: ... nicht jetzt hoffend unter, was man kennt, ...

02:01:25: ... sondern ...

02:01:27: ... ja, schon so sehr spezielle Sachen.

02:01:31: Und muss natürlich auch beraten können, ...

02:01:34: ... wenn man das nicht, ...

02:01:36: ... ob Annib sieht, was man gerne hätte, ...

02:01:38: ... dass man fragen kann, ...

02:01:40: ... ob sie sowas in der Richtung oder in der Richtung haben.

02:01:42: Da gibt es auch ein paar, ...

02:01:44: ... sicherlich Leute, die das gut erklären können.

02:01:48: Und die ja auch sehr prägend sind, ...

02:01:49: ... also die dann, ja, finde ich auch, ...

02:01:51: ... gibt es für dich eine Person, ...

02:01:53: ... historisch oder aktuell, ...

02:01:56: ... die mehr oder weniger fast am meisten ...

02:01:58: ... für die Weinkultur in Deutschland getan hat?

02:02:01: Bernard Preuer, ...

02:02:06: ... Graf Matuszka, ...

02:02:08: ... das waren so die, ...

02:02:10: ... am Anfang, dann natürlich hier, ...

02:02:13: ... hier die Felser, ...

02:02:15: ... Christian Mosbacher, ...

02:02:17: ... die Gruppe, die das mit den Russen erwachsen, ...

02:02:19: ... ans Laufen gebracht hat, ...

02:02:22: ... Franks Keller sicherlich, ...

02:02:27: ... der Vater schon, ...

02:02:29: ... und jetzt der Enkel, ...

02:02:31: ... der sehr viel macht für den Wein, ...

02:02:34: ... Salwei, ...

02:02:36: ... der alte Salwei, ...

02:02:38: ... der in den ...

02:02:40: ... 90er Jahren ...

02:02:42: ... sein ganzes Konzept über einen Haufen geworfen hat ...

02:02:45: ... und von vorne angefangen hat, ...

02:02:47: ... und sein Sohn das jetzt macht für den Weißwein, ...

02:02:51: ... das sind schon, ...

02:02:53: ... Huber natürlich, ...

02:02:55: ... Bernard Huber der Vater, ...

02:02:57: ... Fürst, ...

02:02:59: ... für diese finessenreichen, feinen Weine, ...

02:03:02: ... von Fürst, Weiß oder Rot, ...

02:03:04: ... das gibt es nicht noch mal in Deutschland, ...

02:03:07: ... das ist unglaublich gut.

02:03:09: Schneidmann, ...

02:03:11: ... fand ich so toll in den Nullerjahren, ...

02:03:14: ... wie der durchgestartet ist.

02:03:16: Rudolf May, ...

02:03:18: ... wie der aus dem Nichts sich an die Spitze ...

02:03:20: ... des Silvanerskatkatapultiert hat.

02:03:22: Und da gibt es viele.

02:03:24: So immer ungerechnet, ...

02:03:27: ... also jede Liste liebt er von denen, ...

02:03:29: ... die nicht genannt werden ...

02:03:31: ... und die einen dann irgendwo auch begleitet haben ...

02:03:33: ... und die einen dann auch ja bereichert haben ...

02:03:36: ... über all die Jahre.

02:03:38: Welchen Ausposttier magst du eigentlich?

02:03:40: So mehr oder weniger ...

02:03:43: ... kann man das irgendwie überhaupt in Worte kleiden ...

02:03:44: ... oder kann man das irgendwie kategorisieren ...

02:03:46: ... oder ist es ohnehin so allumfänglich?

02:03:48: Eigentlich der ...

02:03:52: ... Auspostier, ...

02:03:54: ... der den Wein am ...

02:03:57: ... puristisch rüberbringt, ...

02:03:59: ... der relativ wenig Einfluss hat.

02:04:01: Hm.

02:04:03: Aber nicht in Naturlichkeit in Richtung Natural Wine ...

02:04:06: ... oder ...

02:04:08: ... möglichst unbehandelt oder ...

02:04:10: ... unbedarft oder doch.

02:04:12: Behandelt schon.

02:04:13: Also schonmal, ...

02:04:15: ... darf schonmal mitgemacht werden.

02:04:17: Auch geringe Schwefelung.

02:04:19: Weil ich finde, wenn du gar keinen Schwefel hast, ...

02:04:21: ... dann geht der Epsorte, ...

02:04:23: ... Jahrgang, geht alles verloren irgendwie.

02:04:25: Also schon eine gewisse Schwefelung.

02:04:27: Ähm ...

02:04:29: ... Charakter muss das haben.

02:04:31: Ecken und Kanten muss der Wein haben.

02:04:33: Auspostier ...

02:04:35: ... ich glaube, da gibt es viele Wege ...

02:04:37: ... dahin zu kommen.

02:04:39: Ob du nur Holz hast ...

02:04:41: ... oder am Foren ...

02:04:42: ... oder Beton Ei ...

02:04:44: ... die Kombination.

02:04:46: Ich weiß nicht, ...

02:04:48: ... ich glaube, da habe ich mir auch noch nicht so das, ...

02:04:51: ... das Abschließende Meinung.

02:04:54: Aber ich denke mal, ...

02:04:56: ... das ist viele Wege, ...

02:04:58: ... gibt nach oben ...

02:05:00: ... und viele Möglichkeiten, ...

02:05:02: ... spannende Weine zu machen.

02:05:04: Auch wenn du nur um Edelstahl ausgebaut ist, ...

02:05:06: ... gibt es auch tolle Sachen.

02:05:08: Das ist ...

02:05:10: ... ich war nie so der Meinung, ...

02:05:12: ... das muss nicht barrikt, ...

02:05:14: ... das muss nicht großer Holz, ...

02:05:16: ... das darf in keinem Holz sein.

02:05:18: Das hat mich auch nie so wirklich gestört.

02:05:20: Der Wein muss funktionieren, ...

02:05:22: ... wenn am Schluss er dann nicht funktionieren, ...

02:05:24: ... sondern muss eine eigene Identität haben.

02:05:26: Ja.

02:05:28: Welcher Wein wärst du, wenn du ein Wein wärst?

02:05:30: Chaturayas natürlich.

02:05:32: Was du da hast.

02:05:34: Und nur 90, oder?

02:05:38: Am liebsten, ja.

02:05:40: Können Sie die Chaturayas mit Schrauber vorstellen?

02:05:43: Also der Weinkeller ist so knöselig, ...

02:05:50: ... da passt kein Schraubverschluss rein.

02:05:52: Das muss mit Korkenverschluss her.

02:05:54: Aber ich finde auch keinen Grund, ...

02:05:56: ... den Wein nicht mehr zu kaufen.

02:05:58: Also so ...

02:06:00: Wenn ich mir das leisten könnte, ...

02:06:02: ... würde ich mir Chaturayas auch mit Kronkorken ...

02:06:05: ... oder Glasverschluss kaufen.

02:06:07: Das würde man dann egal.

02:06:08: Aber der Preis ist ja ja, ...

02:06:10: ... das Hindernis dafür.

02:06:12: Mittlerweile ja.

02:06:14: Findest du es ja noch gerechtfertigt?

02:06:16: Also wenn Wein diesen Preis aufruft, ...

02:06:18: ... ist ja nicht der einzige, der, ...

02:06:20: ... sage ich mal teurer als 12,50 Euro ist.

02:06:23: Jetzt mintst du eine Eindelflasche.

02:06:25: Findest du das dann angemessen, ...

02:06:27: ... weil der Geschmack so außergewöhnlich ist?

02:06:29: Oder sagst du einfach, ...

02:06:31: ... eigentlich macht das alles kaputt in der Kommerz.

02:06:33: Es ist schade, dass es so ...

02:06:36: ... nicht mehr besteht.

02:06:37: Es ist ja Spekulation, ...

02:06:39: ... ob auch wieder geht.

02:06:41: Das hat mit dem eigentlichen Wert, ...

02:06:43: ... das war ja nichts mehr zu tun.

02:06:45: Ich denke mal, ...

02:06:47: ... die Weinproduktion, ...

02:06:49: ... die hört spätestens bei 100 Euro ...

02:06:51: ... auf.

02:06:53: Die kosten dafür oder ...

02:06:55: ... die ganzen Umständen.

02:06:57: Alles, was drüber ist, ist ja Spekulation.

02:06:59: Und das war uns im Restaurant ...

02:07:02: ... dienlich oder eher erhinderlich?

02:07:05: Wir kennen das nur hier natürlich dann auch.

02:07:06: Wenn wir den auf der Karte haben, ...

02:07:08: ... können wir mehr als die üblichen ...

02:07:10: ... 5 % aufschlagen.

02:07:12: Wir wissen, ...

02:07:14: ... wir haben den oder war es hinderlich, ...

02:07:16: ... weil wir ohnehin nur an den Preis gemessen wurden ...

02:07:18: ... und sowieso immer den falschen Preis ...

02:07:20: ... letztlich dafür nehmen.

02:07:22: Also die waren ja oft nur dazu da, ...

02:07:28: ... damit die Leute sehen, ...

02:07:30: ... das ist eine gute Weinkarte.

02:07:32: Diese Petrusonko, ...

02:07:34: ... die waren ja für das Image da.

02:07:36: Das ist ...

02:07:38: ... dann hatten wir mal die Taktik, ...

02:07:40: ... wir hatten so viele Bordeaux noch im Keller.

02:07:43: Dann habe ich mal Chateau Magaux ...

02:07:45: ... günstig auf die Karte gesetzt.

02:07:47: Der war natürlich in drei Wochen weg.

02:07:49: Das war dann auch nicht so ...

02:07:51: ... so prickelnd.

02:07:53: Das waren dann alle Gewinne.

02:07:55: Dann ist das nicht mehr da, ...

02:07:58: ... weil das, ...

02:08:00: ... das was zu einkaufen, ...

02:08:03: ... das muss ja auch dem Gast Spaß machen, ...

02:08:06: ... das muss dem Betriebs Spaß machen.

02:08:09: Also diese Mittelweg zu finden.

02:08:11: Wir haben es dann halt nur gemacht, ...

02:08:13: ... wenn dann noch eine Flasche da war, ...

02:08:15: ... dann haben wir einen Monpreis ...

02:08:17: ... dahinter gesetzt, damit er nicht ...

02:08:19: ... damit er nicht auch noch weg ist.

02:08:21: Also ich denke, ich muss mal sehen.

02:08:23: Die Erfahrung und Balance, die man auch dann herausfindet, ...

02:08:26: ... was man auch nicht vermitteln kann, ...

02:08:28: ... finde ich das immer so eine Gefühlssache.

02:08:30: Aber über die Karte zu schauen ...

02:08:32: ... ist harmonisch kalkuliert.

02:08:33: Das ist manchmal gar nicht, wo man sagen kann, ...

02:08:35: ... okay, da stand jemand mit einem Tascherechner, ...

02:08:37: ... sondern ja, das gibt ein Bild, ...

02:08:40: ... es gibt ein Gefühl, es gibt ein ...

02:08:42: ... da hat eine Identität.

02:08:44: Ja, das haben wir nie gehabt, ...

02:08:46: ... dass du auf jeden, da, da, da, ...

02:08:48: ... oder so was aufschlägst.

02:08:50: Wir haben also wirklich am Anfang mit, ...

02:08:52: ... vielleicht nicht einfach ein Prozent, ...

02:08:54: ... am Anfang vielleicht mit 400 Prozent gerechnet ...

02:08:56: ... und dann ging das runter.

02:08:58: Bei den teuren Weinen waren es dann noch ...

02:09:01: ... letztlich seinen Serviceaufwand dann trotzdem relativiert ...

02:09:04: ... bekommt in der Form.

02:09:06: Wenn du so viel fragst, bei dem Winter, ...

02:09:08: ... so viel zuhörst und so neugierig bist, ...

02:09:10: ... dann ist jetzt auch schon mehr als drei Jahre.

02:09:12: Glaubst du, du könntest selber Wein machen?

02:09:14: Nein, wir haben 16 Stöcke Riesling ...

02:09:19: ... und ich sehe jedes Jahr, wie schwer es ist, ...

02:09:22: ... da ein Wein rauszumachen.

02:09:24: Also mit allen Hindernissen, ...

02:09:28: ... mit Westen, falschen Mehltau, echten Mehltau, ...

02:09:31: ... Vögel, ...

02:09:33: ... will nicht gären, will nicht durchgären ...

02:09:36: ... und oxidiert und alles was es ist.

02:09:39: Ich weiß, ich habe sehr viel Respekt davor.

02:09:41: Und du hast die oder ihr habt die gepflanzt, ...

02:09:44: ... weil ihr den Plan hattet, selber Winter zu werden?

02:09:46: Oder war das nun als wirklich ein Thema?

02:09:48: Nein, das war alle.

02:09:50: Da war, da ist so ne weiße Wand halt ...

02:09:52: ... und da muss es ...

02:09:54: Die sollte schön werden, da muss ein bisschen was hin.

02:09:57: Dann haben wir das ein bisschen ausgedehnt hier.

02:09:58: Aber es ist mühsam, ist das echt nicht.

02:10:02: Finde ich auch, also wertschätzt eigentlich fast jeder, ...

02:10:05: ... der wirklich intensiv sich mit dem auseinandersetzt ...

02:10:07: ... und eigentlich sieht also welche Arbeit die ...

02:10:10: ... die Winzer in der Form und dort dort leisten.

02:10:13: Grundsätzlich lieber analog oder digital?

02:10:16: Gemischt.

02:10:20: Kann man es zwischen Beruf und Privat teilen?

02:10:23: Also ist du beruflich eher digital und privat?

02:10:26: Oder überall gemischt und die beiden besten Seiten weiter?

02:10:29: Überall nicht, überall.

02:10:31: Und ein Buch oder Film?

02:10:33: Film, glaube ich.

02:10:36: Lieblingsfilme?

02:10:38: Das Meer in mir.

02:10:44: Das sind Spanischer Filme.

02:10:46: Hat er nicht gesehen, aber er hat schon gehört.

02:10:49: Das war, der war unheimlich berührend.

02:10:53: Und also ich gucke unheimlich gerne von französischen Filmen her.

02:11:00: So von der Stilrichtung her.

02:11:03: Gibt es ein Weinfilm, den du empfehlen kannst?

02:11:06: Weil ich finde, es gibt so wenig Weinfilme.

02:11:08: Es gibt auch einen aus Burgundens.

02:11:11: Da winden der Weinen.

02:11:13: Ja genau, das fand ich ganz gut, weil da auch gut recherchiert war.

02:11:18: Ja, fand ich auch.

02:11:20: Erschau'n nicht gut dargestellt, nicht zu plagativ.

02:11:22: Nicht zu sidewish, storymäßig, sondern mit einem gewissen Tiefsinn.

02:11:25: Trotzdem, es gab so die übliche Lieblingsgeschichte,

02:11:27: aber trotzdem mit ein bisschen Trage.

02:11:29: Stimmt, einer der schönsten Begunschenen und überhaupt Weinfilme.

02:11:32: Erschau'n nicht, dass dieses Thema niemals wirklich aufgegriffen wurde.

02:11:35: Kann man, glaube ich, nicht so transportieren, was eigentlich total schade ist.

02:11:42: Ist auch schwer, so Weine im Fernsehen nachzustellen.

02:11:48: Christina Fischer ist da letztendlich auch dran gescheitert.

02:11:51: Irgendwie klappt das nicht mit Wein, mit Essen.

02:11:55: Obwohl die Leute kochen trotzdem nicht hinterher.

02:11:58: Aber mit Wein ist es irgendwie...

02:12:00: Ich glaube, es gibt mehr Prozesse beim Kochen, die man nachvollziehen kann beim Wein nicht.

02:12:07: Du machst halt eine Flasche auf, gießt die ein.

02:12:09: Und dann erzählt dir irgendjemand über Rom, was man nicht nachvollziehen kann.

02:12:13: Und dann ist es irgendwann schnell langweilig.

02:12:16: Das ist, glaube ich, da schwieriger.

02:12:17: Und diese ganzen Prozesse beim eigentlichen Produzieren von Wein interessieren auch nicht wirklich jeden.

02:12:23: Da ist das Thema schnell ausserzählt.

02:12:26: Das ist, glaube ich, so ein bisschen der Schade.

02:12:28: Da war das Bedauerlicher dabei.

02:12:30: Was ist dein Ausgleich?

02:12:32: Hast du ein Hobby oder irgendwas?

02:12:34: Hast du jetzt so viel Zeit als zum ERD?

02:12:38: Yoga, klar auch.

02:12:40: Auch hier schon seit zehn Jahren, machen wir das schon.

02:12:45: Wandern?

02:12:46: Schön.

02:12:48: Immer durch Weinberge oder?

02:12:50: Auch hier nicht.

02:12:52: Auch in Alpen oder auch schon so ein bisschen höher.

02:12:55: Das ist es eben wesentlich.

02:12:57: Ja.

02:12:59: Wünsche, Ziele, Gedanken, Pläne.

02:13:02: Gesund bleiben, lange Wein trinken können.

02:13:06: Die ganze Familie hat einen Gesund bleiben, lange Wein trinken.

02:13:11: Und das ist vielleicht etwas, dass die Kriege langsam mal aufhören auf der Welt.

02:13:16: Das ist ein toller Wunsch.

02:13:18: [Musik]

02:13:24: Ja, Alfred hat eine Meinung.

02:13:26: Alfred hat immer Vision.

02:13:28: Alfred war neugierig.

02:13:30: Alfred hat sich auf die Sachen eingelassen, auf die Weine eingelassen und hat es aber geschafft.

02:13:34: Das finde ich so unglaublich interessant, den Brückenschlag hinzulegen,

02:13:38: um den Gästen hinzu den innovativen oder manchmal auch sehr traditionellen Weinen.

02:13:41: Darum konnte er sich in den Wein der Loire fallen lassen,

02:13:44: als die meisten nur Püffi, Miraud, Saint-Saint-Cainten.

02:13:46: Darum hat er es bourgouillé wieder entdeckt.

02:13:48: Darum ist er so wahnsinnig geschmackstroll.

02:13:50: Darum liebt er Wein.

02:13:52: Und darum ist er eine so großartige Bereicherung der deutschen Zomberhehlandschaft.

02:13:56: Und darum hat nicht zuletzt Sebastian Georgi in seiner Episode "Alfred Vogt"

02:14:00: als ein der besten Verkoster gewürdigt.

02:14:02: Vielen lieben Dank für deine Inspiration, für seinen Sein,

02:14:05: für deine Beständigkeiten einfach für dich, lieber Alfred.

02:14:07: Und noch ein ganz großes Dankeschön an unserem Partner, der Schlumbergergruppe.

02:14:10: Mit den Handelshäusern Segnetz, Konzio Vini, Schlumberger

02:14:13: und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die Unterstützung,

02:14:17: fürs Bayernszeichen.

02:14:19: Und dafür, dass ihr es ermöglicht, dass ich mich nicht zuletzt auch

02:14:22: auf die nächste Woche freuen kann.

02:14:24: Denn nach dem Podcast ist vor dem Podcast.

02:14:26: Und ich freue mich eben auf die kommende Woche.

02:14:28: Ich freue mich auf den kommenden Freitag.

02:14:30: Ich freue mich auf unser nächstes Gas.

02:14:32: Ich freue mich auf den großartigen Master of Wine auf Janek Schumann.

02:14:36: Hallo, hier ist Daniel Mariano vom Weinhandel aus Bochum Terror Unlimited.

02:14:43: Und ich soll ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial

02:14:48: Alfred Vogt sagen.

02:14:50: Unsere gemeinsame Zeit ist jetzt bestimmt schon knapp 25 Jahre her.

02:14:55: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial

02:14:59: Alfred Vogt sagen.

02:15:02: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:06: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:10: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:15: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:20: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:25: Und ich bin jetzt schon ein paar Worte zum hervorragenden Ausnahmesfamilial.

02:15:30: Und als es quasi Vorgänger gegangen ist, hat er mich dann unter seine Fittiche genommen

02:15:34: und mich langsam ran geführt, was dazu geführt hat.

02:15:39: Natürlich, dass er klar Mentor kann man dann in dem Fall schon sagen.

02:15:44: Was man auch tatsächlich heute noch sieht in unserer Weinhandlung,

02:15:48: wir haben eine starke Affinität zur Falsse.

02:15:52: Das haben wir damals schon als so das ganze große Gewächs.

02:15:57: Also Anfang der 2000er, als es alles so rauskam.

02:16:00: Und wir hatten uns sowieso irgendwie, ich würde das heute sagen,

02:16:04: würde man das wahrscheinlich schon fast fetisch nennen,

02:16:07: wir hatten so eine wirkliche Liebe zur Falsse.

02:16:10: Wir haben dann irgendwann so im Spin während des Service,

02:16:14: wo auch sehr viel gelacht wurde, weil der Alfred eine sehr, sehr,

02:16:17: sehr humorvoller Mann, junger Mann ja immer noch ist.

02:16:21: Und wir haben dann irgendwann angefangen,

02:16:25: eine Karte nachzudenken, wahrscheinlich 20 Jahre vor der Zeit,

02:16:28: wo man sowas hätte machen sollen.

02:16:30: Was aber auch dann dazu geführt hat,

02:16:32: dass wenn ich in der Residanz angerufen habe,

02:16:35: habe ich mich mit Herr Kichenstück gemeldet,

02:16:37: weil ich vielleicht manchmal keine Lust hatte, meinen Namen zu sagen,

02:16:39: und den ich weiß ich auch nicht, warum.

02:16:41: Fakt ist, er wusste dann immer sofort wer am Telefon ist,

02:16:44: und dann haben wir halt unsere Sache besprochen.

02:16:46: Ja, so waren, das waren so ein paar Highlights.

02:16:49: Ich könnte jetzt wahrscheinlich noch eine Stunde erzählen.

02:16:51: Nichtsdestotrotz zum Alfred.

02:16:54: Alfred ist, glaube ich, einer der ganz, ganz großen des Business gewesen

02:16:59: und auch heute noch ruhig, sachlich, immer sehr präzise,

02:17:05: in dem was er sagt, sehr eloquent, wenn er was sagt.

02:17:10: Aber es hat halt auch immer Gewicht.

02:17:12: Er sagt meistens vielleicht auch nicht so viel,

02:17:14: aber es passt meistens immer wie die Faust aufs Auge.

02:17:17: Und ich glaube, das zeichnet den Alfred auch aus.

02:17:22: Er ist ja auch ein bisschen lauter, er ist vielleicht etwas zu leise,

02:17:26: oder vielleicht auch gar nicht.

02:17:29: Und im Prinzip eigentlich das Paradebeispiel

02:17:34: vielleicht für einen extrem guten Sommelier,

02:17:37: ein bisschen zurückhaltender, sehr, sehr stark am Gast,

02:17:40: immer das Wohl des Gastes im Fokus und im Prinzip auch immer seiner Zeit voraus,

02:17:47: würde ich mal behaupten,

02:17:50: dass die Kliniken, die heute gehypt oder modern sind,

02:17:53: Stichwort Jura, Stichwort Loire, das hatten wir schon alles,

02:17:59: das wollte halt nur keiner.

02:18:01: Und da ist er immer, glaube ich schon, und immer noch ein Trüffelschwein gewesen

02:18:05: und wahrscheinlich auch immer noch,

02:18:07: wir haben ja immer noch Kontaktarbeits,

02:18:09: eher freundschaftlich, nicht mehr professionell.

02:18:12: Es gibt noch sehr viel zu erzählen,

02:18:14: aber ich glaube, das würde jetzt hier auch einfach mal den Rahmen sprechen.

02:18:18: Und der Alphid Vogt, einer der ganz Großen unserer Zunft.

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02:18:58: SWR 2019