SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: Guten Tag, mein Name ist Jutta Förster und ich kenne diese Bille Bultmann aus der

00:00:18: Sommerly-Schule Koblenz, die wir ja mittlerweile vor mehr als 20 Jahren

00:00:22: gemeinsam besucht haben. Und aus dieser Verbindung Wein-Gassonomie ist eine

00:00:27: wertvolle Freundschaft entstanden. Mich freut es und ich finde es wirklich schön,

00:00:32: dass sie Bille und ihr Mann ihren Weg gefunden haben mit ihrem eigenen Hotelrestaurant in der

00:00:38: Fals und wo sie sich auch wirklich sehr sehr wohl fühlen. Diese Bille ist sehr gewissenhaft,

00:00:43: wissbegierig und lebt ihren Job als Gastgeberin und Sommerly. Wirklich auffällig ist der

00:00:50: persönliche Kontakt von ihr in die Weinbranche, den sie auch sehr pflegt und was auch ganz wichtig

00:00:56: ist, ist, dass sie wirklich auch immer sehr sehr gute Tipps hat und auf die man sich auch wirklich

00:01:02: immer verlassen kann, weil sie eine exzellente Spionase hat. Wenn man diese Bille dann mal nicht an

00:01:08: der Rezeption antrifft oder im Restaurant, auf einer Weinmesse oder in einem Weingut,

00:01:14: dann findet man diese Bille in ihrem Garten, wo sie liebevoll immer mal wieder zwischendurch

00:01:19: ein, zwei Stunden ihre Pflanzen pflegt und das als nötigen Ausgleich betrachtet. Und noch viel

00:01:27: seltener, ja ganz selten eigentlich, liegt sie denn auch schon mal auf ihrer Liege in ihrem Garten und

00:01:34: liest ein Buch, aber auch das ist manchmal nicht überweiten. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel

00:01:39: Spaß beim Podcast und vielen Dank.

00:01:41: Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkänner unserer Zeit.

00:02:07: Meine heutige Gäste ist ein der fundiertesten und etabliertesten Sommiere unserer Republik,

00:02:12: The Bille Bultmann, ist zusammen mit ihr Mann Sven Bultmann im Restaurant Ahtable selbstständig

00:02:18: tätig. Acht Jahre lebten sie ihren Restaurant Traum in Ludwigshafen, bevor sie 2021 das Restaurant

00:02:24: Ahtable im Hotel Amthaus in Freiensheim wieder eröffneten und es sie noch ein kleines Stückchen

00:02:28: weiter in ihre Leidenschaft in die Falske tragen hat. Zuvor war sie neben vieler Erfolge

00:02:33: bei verschiedenen Wettbewerben im Restaurant Lavis in Osnabrück als Sommiere und Restaurantleiterin tätig.

00:02:38: Er eröffnete als Sommiere den Ketschauer Hof in Deidesheim mit und war als Sommiere und

00:02:43: Restaurantleiterin in der Villa Leonat angestellt und ich bin gespannt, was sie uns über ihren

00:02:49: Lebensweg und über ihre Leidenschaft die Falske zu berichten hat. Und bevor wir ins Gespräch

00:02:53: einsteigen, möchte ich mich aufs allerherzlichste bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe

00:02:57: mit den Handelshäusern Konziowini, Segnetz, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer

00:03:03: Weinkolleg aufs allerherzlichste für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung

00:03:06: bedanken. Dank ihnen ist dieses Projekt möglich und dank ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen,

00:03:11: liebe Siebille Bultmann! Zum Wohl die Fals. Ja genau. Sagt man ja so, ne? Das ist ja... Genau, ist der, zum Wohl

00:03:21: die Fals, ist so der Werbeslogan für die Region und ja, spiegelt schon ein bisschen die Lebenslust

00:03:28: wieder. Es gibt ja, glaube ich, keine Weinbauregion in Deutschland, die so lebensfroh nach außen wirkt

00:03:35: und das irgendwie transportiert mit den gesamten Weinfesten. Es gibt keinen Wochenende im Sommerherbst,

00:03:40: wo kein Weinfest in der Fals ist, oder? Genau, also das geht wirklich los mit dem Mandelblütenfest,

00:03:46: zum Mandelblüte eben meist so im März und das geht dann bis zum Wurstmarkt. Das ist eigentlich so

00:03:53: das große Finale Mitte September und dann gibt es aber natürlich immer noch ein paar Gemeinden oder

00:03:58: so, die sich noch was Lustiges ausdenken. Weinwanderungen haben wir hier in Freienzheim ja auch,

00:04:03: zwei Stück auch im Winter dann wirklich, um auch außerhalb der Weinfestsaison noch ein

00:04:08: Weinfest bieten zu können. Also das, das ist wirklich die DNA der Fals. Total, es gibt kein

00:04:14: Gebiet, wo Wein eine so zentrale Rolle spielt. Ja, also die Weinstraße ist da schon sehr, sehr aktiv

00:04:22: und ja, es ist auch ein wahnsinnig schönes Lebensgefühl dadurch. Also das hat uns auch ab dem

00:04:31: Moment, wie wir in die Fals kamen, das war ja 2006, hat uns das sofort gepackt, dieses die Lust,

00:04:38: gut zu essen, gut zu trinken, Geselligkeit, so haben, das ist schon wirklich, wirklich toll.

00:04:45: Ist es eher Freude oder Leid, wenn man so Sachen wie Weinfeste hat? Weil Wein da ja anders getrunken

00:04:52: wird, als du es im Restaurant zelebriest, wie es teilweise auch Wein proben haben, sondern Wein

00:04:56: wird da ja nicht in 0, 2, sondern in 2,0 getrunken. Ja, also es gibt keinen Maßgroke, aber es gibt ja

00:05:04: das Pferdster Dubeglas. Das musste ich auch erst lernen mit paar kuriosen Erfahrungen auch. Und es ist

00:05:14: Fluch und Segen zugleich, sagen wir mal so. Also es ist super schön, dieses Miteinander, was dann

00:05:20: auch entsteht und das sind ja auch oft wirklich noch die guten Winzerbetriebe, auch bei den Festen

00:05:24: dabei. Also wenn man selber hingeht, hat man immer die Chance, auch guten Wein zu trinken. Es nimmt

00:05:31: uns natürlich im Sommer, im Restaurant schon ein bisschen die Gäste weg, weil die Gäste wirklich

00:05:37: super verplant sind. Also da muss man hierhin, da muss man dorthin. Da hat der Winzer hochfest,

00:05:42: da ist hier eine Veranstaltung, das ist schon, aber auf der anderen Seite, es ist seit weh natürlich

00:05:48: auch noch ein Hotel haben, bringt zu uns ja auch wieder Gäste, die extra für die Feste kommen und

00:05:53: die dann auch im Hotel übernachten und ja sich über dieses Lebensgefühl freuen. Aber nimmst

00:06:00: dem Wein wenig die Ernsthaftigkeit oder nimmst du ihm mehr die Verbissenheit oder? Ja, ich wollte

00:06:06: gerade sagen, also Ernsthaftigkeit, das ist ja immer so ein relativ, ich glaube, das ist immer was,

00:06:12: was wir vielleicht auch ein bisschen konstruieren manchmal diese Verbissenheit dann eher oder

00:06:18: dieses, das, den heiligen Gral. Also es gibt ja auch genug Weine und ich glaube mehr als die,

00:06:25: mit denen wir uns beschäftigen, die einfach nur zum Trinken gemacht sind. Und deswegen ist das,

00:06:32: glaube ich, auch für manche vielleicht ein etwas unverkampfterer Zugang zu dem Thema Wein.

00:06:36: Und die Winzer leben ja auch vom Wein verkaufen, also mal ein paar Flaschen mehr rauszugeben als nur

00:06:42: sechs Flaschen großes Gewächs ist vielleicht auch nicht so immer verkehrt. Kann es passieren,

00:06:47: dass wenn man in so einem Gebiet wie du wohnst, also in der Fals, dass man anfängt, eine gewisse

00:06:52: Arroganz zu leben, gegen Warnereingebieten, weil ihr macht ja schon durchaus interessante Weine.

00:06:59: Nee, das glaube ich nicht. Aber dafür bin ich vielleicht auch in meiner Weinlaufbahn ja immer

00:07:05: wieder in andere Gebiete gekommen und habe natürlich da auch noch einen persönlichen

00:07:08: Bezug zu, wie an die Mosel zum Beispiel, wo ich mit Wein wirklich intensiv angefangen habe. Da

00:07:13: schlägt mein Herz immer, immer ein bisschen für. Aber natürlich hat man natürlich so ein bisschen

00:07:20: die Rosa Brille auf, weil man natürlich mittendrin steckt, lebt, mitleidet sich, mit Freut, wenn

00:07:27: was gut ist und natürlich schlägt da das Herz für. Aber arrogant hoffe ich zumindest nicht,

00:07:33: dass das nicht so rüber kommt, sondern dass man da schon eine gewisse Offenheit behält. Aber

00:07:38: natürlich vergleicht man schon immer ein bisschen mit dem, was man so vor der Tür hat oder mit,

00:07:42: was man natürlich sehr vertraut ist. Ich glaube, das geht dir aber ähnlich, wenn du ja dann in

00:07:48: Dresden dein Umfeld hattest, dass du da einfach, auch weil du die Winzer öfter siehst, weil du mehr

00:07:53: persönliche Begegnungen hast. Also, ja, dein Herz für schlägt. Man hat eine andere Vertrautheit.

00:07:59: Bei uns war es, glaube ich, anders als bei euch, bei uns in der Weinbar, weil wir kaum sächsische

00:08:05: Weine hatten. Das fand ich total schade und bedauerlich. Wir hatten es am Anfang aufgebaut,

00:08:10: gepflegt, aber zu uns sind die Leute dann mehr gekommen, um den Rest der Welt zu probieren,

00:08:14: und den Rest von Deutschland. Und gar nicht so sehr die regionalen Weine, die sie dann mehr in den

00:08:19: Weingütern oder teilweise dann auch in Restaurants genossen getrunken haben. Bei euch ist es anders.

00:08:24: Ihr habt ja schon einen starken Schwerpunkt, falls auf der Karte. Ja, aber ich habe verschiedene

00:08:29: Gästegruppen. Das ist eigentlich auch das total Schöne. Also, ich habe viele Leute, die ja hierher kommen,

00:08:35: um die Pfalz zu erleben, auch die Pfälzer Weine kennen zu lernen. Und die muss ich natürlich auch

00:08:41: bedienen. Ich muss manchmal ein bisschen aufpassen, weil wir in der Weinbegleitung zum Menü schon

00:08:45: gehen wechseln, weil wir ja auch viele Gäste aus der Region haben und da eine schöne Abwechslung

00:08:50: drin haben. Und das ist so natürlich manchmal vielleicht dann für Gäste, die in die Pfalz kommen

00:08:56: und hier übernachten und die Pfalz kennenlernen wollen, dann vielleicht ein bisschen blöd, wenn

00:09:02: die mal, wir haben gerade einen fränkischen Silber, einer zum Beispiel in der Weinbegleitung, wenn die

00:09:05: dann ein Wein aus Franken oder Baden oder natürlich aus Frankreich bekommen. Da bieten

00:09:11: wir aber auch immer an, mal eine reine Pfälzer Weinbegleitung zu machen. Und das sind eben die,

00:09:15: die in die Region kommen, die wollen natürlich Pfalz pur. Aber ich habe ja auch ganz viele Stammgäste

00:09:23: schon bedingt, dadurch, dass wir ja mit einem reinen Restaurant in der Gegend angefangen haben,

00:09:27: in unserer Selbstständigkeit. Dadurch habe ich ganz viele Gäste, die auch hier aus der Region kommen

00:09:32: und die eher die Pfalz jeden Tag haben in jeder guten Weinstube Pfälzer auf Hände bekommen und sich

00:09:40: dann über die Abwechslung freuen und dann mal Lust auf was anderes haben. Von daher bin ich total

00:09:44: froh, dass das bei uns wirklich in beide Richtungen geht. Wenn ich so ein Diebteif in Richtung

00:09:51: Pfalz unternehmen möchte, was muss ich wissen? Nimm dir einen guten Sommelier an die Hand,

00:09:56: der das zeigt. Ich denke, das ist schon wichtig. Die Pfalz ist ein großes Gebiet und ich glaube,

00:10:03: das muss einem erst mal so ein bisschen bewusst sein, dass man natürlich dadurch verschiedene

00:10:08: Unterregionen hat, die man dadurch auch kennenlernen muss und sollte, weil ich finde jede Ecke in

00:10:16: der Pfalz ist irgendwo spannend und es gibt so oder gab vielleicht in der Geschichte so Wellen,

00:10:21: wie es sich das so entwickelt hat. Alle haben irgendwie im Hinterkopf schon mal die drei großen

00:10:28: B's gehört, mit Bassermann, mit Reißrad von Buhl, mit Bückeln Wolf. Das waren so die Weingüter

00:10:34: an der Mittelhard, die vielleicht so, ja, die waren die wirklich auch schon im Fokus standen, als

00:10:41: jetzt die Südpfalz noch gar nicht so in aller Munde war. Und da hat man praktisch so den ersten

00:10:50: Schritt gehabt. Die großen Weingüter, die herrschaftlichen Anwesen an der Mittelhard, die die tollen

00:10:55: Rieslinge aus den verschiedenen Lagen machen, die auch so ein bisschen die Motoren waren für die

00:10:59: großen Gewechse in der Pfalz dann in den 90er Jahren. Und dann die Südpfalz, die sich so mega

00:11:07: gut entwickelt hat, wo die fünf Freunde, also Top Winzer wie Rehpholz, wie Bäcker, Münzberg,

00:11:16: Wehrheim und Siegrist, die hatten sich damals zusammen getan, um sich auszutauschen, um ihre

00:11:22: Region die Südpfalz nach vorne zu bringen. Und das ist denen ja mega gut gelungen. Also heute

00:11:28: kommt glaube ich keiner mehr um die Südpfalz rum, egal ob kleine oder große Winzer oder

00:11:36: namhafte oder jung aufstrebende. Und dann ja, so der Bereich, in dem wir jetzt sind, das fing,

00:11:44: ich denke ich, mit dem Weingut Knipser an, die sich schon auch schon frühen Namen gemacht haben,

00:11:48: natürlich auch mit ihren Brick ausgebauten Weinen, also eher im Norden der Pfalz, so in unserer Ecke,

00:11:53: Freiensheim, Laumersheim, was jetzt noch weiter geht, Richtung Zellertal. Ja und das ist glaube ich

00:12:01: das, wo man sich Zeit nehmen sollte, um wirklich alle Bereiche kennen zu lernen. Ich meine, das

00:12:06: musst du mal überlegen, das sind 80 Kilometer Distanz, das von Nord nach Süd geht. Da gibt es

00:12:13: ein paar schöne Weinenorte, da gibt es ein paar tolle Winzerbetriebe zu entdecken. Und die Vielfalt,

00:12:19: das ist das, was ich so spannend finde, auch die Vielfalt am Böden, dadurch die Vielfalt an

00:12:24: Rebsorten. Also ja, man kommt schon ein bisschen ins Schwärmen, wenn es um die Pfalz geht.

00:12:29: Fand ich auch so interessant, also diese 80 Kilometer zu betrachten, das ist ja eine

00:12:33: richtige Entfernung. Es ist ja das zweitgrößte Weinamborgobiet in Deutschland nach Rheinhessen

00:12:40: und da ist die Vielfalt dann entsprechend gegeben. Trotzdem gibt es ja eine Rebsorte,

00:12:45: die davor herrscht, der Rieslings, die größte geschlossene Weinanbaufläche für Riesling in

00:12:52: der Welt. Macht 10 Prozent der Rieslingproduktion weltweit aus, was enorm ist. Absolut, absolut.

00:12:59: Ja, wie du sagst, gerade auch durch die Distanz und die Fläche und das ist die wichtigste weiße

00:13:05: Sorte, wobei natürlich die Bugunder-Sorten schon auch auf dem Vormarsch sind. Also

00:13:10: weiß Bugunde schon immer, deswegen ist der ja auch für das große Gewecks klassifiziert. Aber

00:13:17: Schadoni ist wirklich auf dem Vormarsch, also wenn du dich mit den jungen Winzern unterhältst,

00:13:22: da setzen ganz, ganz viele auf das Thema Schadoni und da wird auch, ich bin jetzt nicht so der

00:13:28: Zahlenreiter, der ständig irgendwelche Statistiken anguckt, aber da haben wir wirklich jedes Jahr

00:13:34: einen Flächenzuwachs, aber das mit dem Riesling ist natürlich schon toll und das ist halt auch die

00:13:41: Rebsorte, die einfach so dieses ganze Thema Terroir super widerspiegelt. Wenn man so die

00:13:50: Kahlstadterecke zum Beispiel anguckt mit dem Saumagen, eine tolle Lage, die halt eher auf

00:13:56: Kalkböden steht, wir haben dann an der Mitte Hard-Erd in Sandstein mit den Pechstein, der vielleicht

00:14:04: da eine bekannte Lage ist, die auf Basal des vulkanischen Böden steht und dann Richtung Südpfeiz

00:14:10: auch vom Kalkmärkel wieder über Muschelkalk, über ein paar einzelne Sprengel-Schiefer, das ist da

00:14:17: die Lagerschäfer, die da so eine Ausnahme macht, aber dadurch kann der Riesling sich natürlich

00:14:21: wirklich seinen absoluten Joker ausspielen, wo er einfach diese Vielfältigkeit, diese Bodenarten

00:14:30: super widerspiegelt. Deswegen ja, es macht einfach Spaß dann. Wenn du Zahlen nicht so magst, ich

00:14:38: finde Zahlen manchmal ganz interessant, weil es ein Gebiet irgendwo greifbar macht und so Zahlen wie

00:14:45: 23.500 Hektar in der Fals, 3.500 Weinbaubetriebe spiegelt für mich so eine ganz andere Dimension

00:14:53: wieder, dass man manchmal auch die Komplexität eines Gebietes ganz ganz anders greifen und spiegeln

00:15:00: kann. Was ist denn außer Zahlen für dich interessant? Das kam vielleicht ein bisschen falsch rüber. Also

00:15:07: ich bin kein Zahlenreiter, was jetzt anbelangt, dass ich unbedingt jetzt wissen muss. Die aktuellen

00:15:14: Zahlen immer wissen muss, der wiedergeben muss, wie viel Gramm Restzucker der Wein jetzt hat oder

00:15:19: eben gerade die Statistik im Kopf hat. Ich glaube, meine Mitarbeiter finden es manchmal sogar schlimm,

00:15:24: weil ich eigentlich schon Zahlen sehr gern mag. Also ich habe auch mal, ich hatte mal Mathe-Leistungskurs

00:15:31: und so, also mit Zahlen von, ich sage schon immer ganz gut, und jetzt bin ich natürlich auch als

00:15:35: Selbstständiger auch für die Zahlen verantwortlich, denn deswegen Zahlen sind schon wichtig,

00:15:41: aber mir sind zum Beispiel beim Wein Analysewerte nicht wichtig. Also ich mich interessieren,

00:15:49: die manchmal für mich selber, um das richtig eingeschätzt zu haben. Aber ich finde es zum

00:15:55: Beispiel ganz schlimm, wenn ein Gast kommt und sagt, er möchte keinen Wein, der 13,5% Alkohol hat,

00:16:02: weil das ist zum Beispiel eine Zahl. Natürlich ist ein Wein mit einem hohen Alkohol wert anders,

00:16:09: wie ein leichter Wein, der vielleicht nur 11 Volumen prozent hat. Aber das ist ja nur eine ganz

00:16:16: kleine Facette von Wein und Wein ist so komplex. Und wenn du jetzt sagst, beim Thema Alkohol bleiben,

00:16:21: wenn der Wein eine tolle Konzentration, eine tolle Dichte hat, dann wird er den Alkohol auch

00:16:27: wunderbar einpacken und mir kann niemand erzählen, dass er den Unterschied zwischen 13 und 13,5% schmeckt.

00:16:33: Also deswegen finde ich es manchmal, wenn dann Weine so auf diese Zahlen reduziert werden oder

00:16:40: Säurewerte oder ich gebe dir dann noch verschiedene Säuren, die verschieden wahrnehmbar sind. Also

00:16:47: so eine Zahl auf dem Papier sagt halt über das Thema Wein, das so komplex ist manchmal gar nichts

00:16:51: aus. Deswegen ist das vielleicht dann falsch ausgedrückt gewesen, also was mein Verhältnis zu

00:17:00: Wein und Zahlen anbelangt. Aber nee, ganz klar spielt es eine Riesenrolle. Also die Größe

00:17:06: von dem Gebiet auf jeden Fall natürlich schon allein in der Wahrnehmung nach draußen. Und ja,

00:17:13: wenn du ein ganz kleines Gebiet bist und noch dazu in einer Rebsorte vielleicht ganz wenig hast,

00:17:19: wie sollst du dir dann dafür auch einen Namen machen können? Weil das verschwindet ja auf dem

00:17:24: Weltmarkt, sag ich mal, oder das verschwindet in der Wahrnehmung des Weintrinkers, des Konsumenten,

00:17:30: das Weinhändlers. Also von daher auch da sind die Zahlen schon interessant und für mich gucke ich

00:17:37: mir die manchmal an. Aber ich möchte sie nicht so gern nach außen tragen. Ist Geschichte für dich

00:17:43: wichtig? Ja, total. Ja, total. Also als wenn die Pfalz kamen, haben wir ja in Deidersheim angefangen,

00:17:53: haben dort das große Glück gab, da Gastronomiebetrieb mit aufbauen zu können, was wirklich auch eine tolle

00:18:00: Erfahrung für die Selbstständigkeit dann später war und praktisch das eigene Restaurant auf die

00:18:05: Beine zu stellen. Aber das war ja ein Schwesterbetrieb zu Bassermann Jordan und man muss ja ganz genau

00:18:14: sagen und da spiegelt sich die Geschichte ja wieder. Also der Name heißt ja ganz genau "Geheimer Rad,

00:18:18: Doktor von Bassermann Jordan". Und da spiegelt sich ja dann schon viel mehr Geschichte noch mit und

00:18:23: das fand ich total faszinierend, was dieses Weingut so geprägt hat über Jahrhunderte und habe mich

00:18:32: dann mit Gunter Hauck, der da ein absoluter Craig war, was die Geschichte des Weingut-Budes

00:18:37: belangt hatte, das Weingut ja geleitet hat, ganz oft ausgetauscht und hat mir von ihm Infomaterial

00:18:43: geben lassen und das hat mir riesig Spaß gemacht und das geht mir auch heute noch so. Also immer

00:18:50: wieder finde ich es toll, wenn Winzer auch erzählen, was sie von ihren Vätern oder Großvätern

00:18:57: gehört haben oder wie das in einem Weinort auch wie Freien sein wird, zum Beispiel vor 30 Jahren

00:19:01: noch aussah oder natürlich noch viel weiter zurück. Also das ist für mich ja wirklich ganz ganz

00:19:09: wichtig und unmittelbar mit dem Wein verbunden, weil das ist ja nicht nur ein alkoholisches

00:19:15: Getränk, sondern das ist ja ein Kulturgut und das ist von der Geschichte auch geprägt. Man muss

00:19:22: halt nie aufpassen, dass man es nicht wieder so verkopft. Das ist immer wieder bei den Weinfesten,

00:19:25: wo man vielleicht sagen muss, dann muss man mal zwischendurch einen Schluck trinken,

00:19:28: sonst wird es vielleicht zu hoch. Die trockenen Theorie ist meistens ein wenig ernüchternd

00:19:34: im wahrsten Sinne des Wortes. Die Geschichte liegt dann auch weiter zurück, also über 3, 4,

00:19:39: 500 Jahre oder ist dann für dich von relevant, dass du sagst, die Geschichte eines Weingutes

00:19:45: soll in den letzten 100 Jahren, in der Relation zur Präsenz, gerade nachfalls gibt es ja ein

00:19:50: wahnsinniges Auf und Ab, auch in den letzten 50 Jahren, was dort passiert ist, aber eben auch in

00:19:57: die letzten 2, 300 Jahren, wie sich das verändert hat und Geschichte spielt da ja auch eine riesen

00:20:01: Rolle. Ihr habt den ältesten bestehenden Weinberg mit dem Reben von 3, 400 Jahren. Alter, wie siehst du

00:20:10: da Geschichte? Also wie ortest du so was ein? Ich würde sagen, das kommt auf die Situation und

00:20:16: den Moment an. Also es interessiert mich schon grundsätzlich immer, aber immer im Kontext

00:20:22: natürlich. Also wenn ich ein Winzer in Schweigenrechtenbach besuche, da ist es glaube ich,

00:20:30: das damals und heute ganz, ganz krass zu fassen, weil es die Winzer bis heute ja irgendwo beschäftigt,

00:20:38: dass man da halt in der Historie Grenzverschiebungen hatte. Also das sind wir ja direkt an der

00:20:45: deutsch-französischen Grenze und das geht auf eine ganz, ja ganz frühe Geschichte zurück. Ich dachte

00:20:53: zum Beispiel immer, das ist eine Geschichte von den letzten 100 Jahren, wo man dann halt über die

00:20:58: ersten und zweiten Weltkrieg da das Thema hatte, dass die Weinberge vielleicht mal zu Deutschland

00:21:04: und mal zu Frankreich gehört haben, aber das geht noch ein gutes Stück weiter zurück und auch in

00:21:10: der Historie, dass das mal Klöster gab in Wiesn-Bur, also aus Weißenburg, was heute Frankreich ist und

00:21:16: praktisch die Wirtschaftsbetriebe zu diesen Klöstern, die ja oft Weinbau betrieben haben,

00:21:21: eben in Schweigen waren, also was heute Deutsche Seite ist. Also das war quasi unmittelbar miteinander

00:21:28: verbunden. Das eine war praktisch die Besitztümer, das andere waren die Höfe, wo wirklich gearbeitet

00:21:34: wurde, wo der Wein ja letztendlich auch ausgebaut wurde und das ist halt durch die Geschichte

00:21:38: einfach mal auseinandergerissen worden, weil da heute eine Ländergrenze durchgeht, aber eben nicht

00:21:43: erst seit 100 Jahren, sondern ich glaube das ging so 1870 los oder so und dass man seitdem da immer

00:21:52: wieder auch Sonderregelungen findet. Zum Glück jetzt auch wieder, es wird ja gerade ein neues

00:21:59: Weingesetz gemacht, das jetzt an den Kraft tritt und auch da gibt es zum Beispiel dann extra in

00:22:03: diesem Weingesetz einen Passus für den Ort Schweigen, weil die Winzer halt auf deutscher Seite

00:22:08: sitzen und der Wein dort auch ausgebaut wird, aber die Reben auf französischem Boden stehen und

00:22:14: ich glaube, wer es sich mal so ein bisschen mit EU-Recht auseinandergesetzt hat, dem stellen

00:22:18: sich jetzt schon die Nackenhaare auf, weil was über Ländergrenzen geht, das geht ja normal

00:22:22: gar nicht, das ist ja dann so unterste Kategorie EU-Verschnitt und dass sie dort eben die Möglichkeit

00:22:29: gefunden haben, praktisch ein Gesetz zu machen, zu sagen, das gehört zusammen und wenn das auf

00:22:38: französischem Boden wächst und in der Pfals vergohnt ist, dann ist es pelterwein. Also von daher,

00:22:45: ja da geht die Geschichte so weit, dass es die Winzer heute betrifft, ich weiß nicht ob du mal

00:22:52: Etiketten in letzter Zeit vom Weingutbeeren hat oder vom Weingutbecker oder Jürgen gesehen hast,

00:22:58: die müssen sich ja auch deswegen immer noch irgendwie mit zu kürzeln auf dem Etikett

00:23:04: behelfen, weil die ihre Lagenbezeichnungen, die praktisch die Winzer manifestiert haben und die,

00:23:10: die wirklich guten Parzellen abgrenzen nicht nehmen dürfen, weil es da einfach einen bürokratischen

00:23:19: Fallstrick gibt sozusagen. Die haben ja praktisch die Lage Sonnenberg, die dann über die Grenze

00:23:26: geht und die aber eigentlich, ich weiß nicht wie viele eigentlich kleine Einzellagen zusammenfasst

00:23:33: sind, wahrscheinlich 15, 20 Stück, aber ebenso berühmte Lagen wie Kammerberg oder Kostath oder

00:23:39: St. Paul, ja und die gar nicht aufs Etikett dürfen, weil es natürlich jetzt sehr weit ausgeholt,

00:23:48: aber die heute in eine Katastarrolle eingetragen werden müssten, damit man sie nutzen kann und

00:23:55: das geht natürlich über die Bundesländer und dann sagt das Land Rheinland-Pfalz, ja das kannst du

00:24:00: bei mir nicht eintragen, weil das ist ja nicht Rheinland-Pfalz, aber wenn es nicht eingetragen

00:24:04: ist, darfst du es nicht aus der Etikett schreiben und dann ist das natürlich dann irgendwann der

00:24:08: bürokratische Fallstrick, der echt verrückt ist, aber aus dieser alten Geschichte halt heraus,

00:24:14: dass es mal eine historische Fläche war, die zusammen gehört einfach, von daher,

00:24:22: geliebte Geschichte sozusagen. Und war das nicht spannend, interessant und das sind manchmal

00:24:27: auch so diese kleinen Geschichten, die man im Restaurant erzählen kann, wo man den Gast mit

00:24:30: einer kleinen Anekdote einholen kann, nochmal ganz anders fokussieren, begeistern und für

00:24:36: den Wein interessieren kann. Genau, absolut. Das wissen darum finde ich teilweise richtig

00:24:41: interessant und spannend. In der Südfalt geht es los, wie unterteilst du die falls, weil es daher

00:24:48: auch verschiedene Betrachtungsweisen gibt, die einen sagen Südfalt, Nordfalt, die anderen,

00:24:53: also historisch war es ja unter hart, Mittel hart, Ohr hart, da war es ja dann irgendwann mal in Südfalt

00:25:01: und Mittel hart zusammengefasst wurde. Wie siehst du das selber? Also ich finde schon, dass es drei

00:25:10: Bereiche gibt und finde ich auch. Also ich glaube selbst an dem, ich sitze ja gerade in Freienzeiben

00:25:17: und ich glaube anhand von Freienzeiben könnte man schon streiten. Für mich ist Freienzeim vom

00:25:21: Charakter her eher wie die Nordfals, ein leiniger Land und das mal bezeichnet auch nach den Fürsten,

00:25:29: die hier praktisch früher geherrscht haben. Vielleicht auch durch die landschaftliche Prägung,

00:25:37: dass es hier schon wieder ein bisschen weitläufiger ist und auch mehr vom Kalk wieder dominiert,

00:25:46: wenn die Mittel hart für mich schon dieser klassische Zug an der Hart entlang ist mit den

00:25:52: traditionellen Weinorten auch ein bisschen durch die Weingüter geprägt, eben wie die drei großen

00:25:58: Bees oder natürlich auch andere sehr erfolgreiche Weingüter da und dann die Südpfalz. Aber auch

00:26:03: da, da gibt es wirklich Diskussion oder da empfindet es, glaube ich, jeder anders. Für mich ist eigentlich

00:26:10: schon so die Neustadt der Ecke, Maikammer schon Richtung Südpfalz, manche würden das eher noch

00:26:16: zur Mittel hart zählen. Aber für mich ist das eher so ein Bauchgefühl, wie auch so ein bisschen die

00:26:25: Weinstilistik ist, wie sich die Rebsorten ein bisschen aufteilen. Also für mich die Mittel hart

00:26:29: wirklich schon das riesigen Flaggschiff, wo ich auch manchmal finde, wenn die dann mal ein weiß

00:26:35: begründeter Ausbau und schmeckt ja manchmal auch wie ein Riesling, ist vielleicht so, wo ich dann

00:26:41: sage, okay, das ist vielleicht dann, wenn man, wenn man weiter in den Norden oder Süden geht,

00:26:46: wieder breiter aufgefächert, wo die Burgundersorten eine größere Rolle mitspielen, aber der

00:26:50: Riesling deswegen trotzdem nicht an Bedeutung verliert, aber einen anderen Charakter schon

00:26:54: wieder kriegt. Also für mich ist es eher so ein bisschen wie die Tübizität der Weine ist, wobei

00:26:58: das natürlich ja auch so ein bisschen eine Falle ist, weil die Tübizität der Weine ist ja auch

00:27:04: manchmal so ein bisschen wie die Winzer. Das wäre meine nächste Frage gewesen, wie man solche

00:27:09: Gebietsunterteilungen vornehmen kann, ob das auf der Geologie oder die Geografie fundiert ist oder

00:27:17: die Klimausrichtung oder sind es in der Tat die Winzer, die ein Stil einer Region prägen und somit

00:27:24: da auch eine Unterteilung letztlich vollziehen. Natürlich geht immer alles Hand in Hand, also

00:27:31: die Winzer versuchen ja Geologie auch zu interpretieren. Genau, ja wie du schon gesagt hast, die

00:27:37: Pfalz ist ja zusammenhängend und dadurch glaube ich, wenn die Grenzen ein bisschen schwieriger zu

00:27:42: ziehen, es gibt ganz klare Ecken, die wirklich separat sind, wie zum Beispiel das Zellertal,

00:27:48: das ist ja im Norden der Pfalz, das geht dann eben schon Richtung Donnersberg, von Kindheim,

00:27:56: von Grünstadt aus weg und da gibt es ja auch einen Rheinhessischen und ein Pfälzerteil, aber weil

00:28:00: das natürlich eine gewisse Unterbrechung zu den anderen Weinbergens ist, ist da die Abgrenzung

00:28:06: ganz klar, das ist dann eher die Geografie. Gut, das sind ja oft auch politische Grenzen, also hier

00:28:12: gibt es ja auch eine eigene Weinwerbung für die Südpfalz und da ist das zum Beispiel eine

00:28:17: politische Grenze, da geht es um Landkreise, die dann irgendwo abgegrenzt sind. Aber ich glaube

00:28:25: schon, dass es manchmal auch so ein bisschen die Winzer sind, die vielleicht auch über Zusammenschlüsse,

00:28:31: über Winzer Vereinigungen das so ein bisschen prägen und dadurch manchmal ja so zumindest ein

00:28:37: Bild im Kopf besser prägen. Ich denke bei anderen Regionen ist es manchmal ja einfacher, auf der

00:28:43: anderen Seite schwerer für die Regionen, um sich dann gemeinsam zu vermarkten. Es war gerade eine

00:28:49: Verkostung in Neustadt, die vom VDP Baden aus war über den Meininger Verlag, wo ich mal so überlegt

00:28:55: habe, wo ist denn Baden überhaupt? Wenn man Baden anguckt, das ist ja ein Flicken-Teppich dann,

00:29:01: der sich über ein ganzes Bundesland zieht, der irgendwie irre weit auseinander ist teilweise.

00:29:07: Und das ist natürlich ganz klar, das dann abzugrenzen, die badische Bergstraße oder wo dann

00:29:12: das Makrefflerland ist. Aber die haben natürlich dann das Problem, dass es für die viel schwerer ist,

00:29:18: einheitliches Bild nach außen für einen Weinmauerregion zu geben. Von daher ist immer Fluch und

00:29:24: Segen zugleich. Aber ich würde sagen, die Geografie ist eigentlich schon das wichtigere, entscheidendere,

00:29:31: was den Weinern prägt. Nicht wenige Winzer behaupten ja, dass die Mittelhard sehr stark mit dem

00:29:40: Begrund vergleichbar ist. Also aufgrund der Ausrichtung der Bodendivitäten finde ich vom

00:29:45: Ansatz interessant. Dieses Hard, woher kommt es eigentlich? Das ist das Hard-Gebirge, also

00:29:51: der Hard als Wald auch. Also so nennt man wirklich den, ich weiß nicht, Gebirge ist vielleicht das

00:30:00: falsche Wort, aber es ist schon Gebirgszug, der ja dann in die Vogesen praktisch in Frankreich

00:30:04: übergeht. Und das bildet natürlich schon die Geografie der Region und das ist vielleicht

00:30:11: auch das, womit man es halt dann mit dem Begrund vergleichen kann, weil es eben durch Gebirge und

00:30:18: auch durch Wald, der dann da oben steht, praktisch abgegrenzt wird und die besten Lagen natürlich

00:30:23: auch am Hang liegen in dem Bereich, wie du sagst in der Mittelhard, also wenn man wirklich das

00:30:31: Stück dann von Kallstadt bis Südlich, oder bis Richtung Neustadt, also bis Königsbach,

00:30:38: Moosbach an und so, da sind wirklich die Top-Lagen wirklich am Hang. Die Dörfer sind unten in der

00:30:44: Ebene und das sieht tatsächlich aus wie im Begunter oder natürlich auch wie im Elsass. Aber es gibt

00:30:49: dann schon auch dann wieder die Regionen, die etwas sanfterwellig werden und wo man dann eben aus

00:30:56: dieser reinen, aus Hang-Lager Richtung Hard praktisch rausgehen kann, wie zum Beispiel dann

00:31:02: in Richtung Ilbesheim guckst, die Kall mit, was ja eine absolute Top-Lage ist, die es auch geschafft

00:31:09: haben, das als Einzellage wieder eintragen zu lassen, jetzt nach dem 71er Weingesetz. Das ist

00:31:16: ja auch eine Erhebung, die aber schon in der Reinebene ist, die sich aber halt da auch gebildet hat

00:31:21: und das sind praktisch so typisch für die Südpfalz, die dann etwas weitläufiger ist und nicht nur

00:31:27: dieses Dorfhang Hardrand, sondern da in dem Bereich ja auch wunderschön. Also wenn man da,

00:31:35: ich liebe das immer, wenn man da Richtung Südpfalz fährt und das dann so weitläufig wird, so

00:31:40: großzügig man diese ganzen Hügel sieht, ein paar Burgen zwischendrin, also schon der romantische

00:31:47: Gegend dann auch. Gibt es den typischen Felserboden? Also ist es Kalk oder ist es Tonmergel oder ist es,

00:31:53: kann man nicht sagen? Nein, also das ist wirklich eben das Spannende und deswegen natürlich auch die

00:31:59: Vielseitigkeit für die Böden, das ist glaube ich so der Unterschied natürlich auch durch die Größe.

00:32:04: Also wenn man, ich sag mal, 5 oder 10.000 Hektar hat als Weinanbaugebiet, hat man wahrscheinlich eine

00:32:12: größere Homogenität als bei 24.000 Hektar und das ist aber ja eigentlich das Spannende,

00:32:22: diese verschiedenen Bodentypen und das sieht man ja auf ganz kleinem Raum. Also da geht es wirklich

00:32:29: in die Stehungsgeschichte der Pfalz, diese Region hat sich ja hier gebildet, als sich der Rheingraben

00:32:36: abgesenkt hat und da hat man ja so was wie eine Bruchkante, die da entstanden ist und an dieser

00:32:42: Bruchkante kann man sich vorstellen, sieht man ja auf einmal viele verschiedene Bodenschichten,

00:32:49: die sonst übereinander waren, die natürlich durch so ein Bruch irgendwo durch das, was dann da über

00:32:55: Jahrtausende Jahr Millionen entstanden ist, hat man ja auf einmal Böden nebeneinander, die sonst halt

00:33:01: nur in großen Tiefe übereinander waren und deswegen hat man halt in Forst eine Lage, die eben

00:33:10: ein bisschen mehr Kalt geprägt und Bundensanstein ist und eine andere Lage, wo halt durch so ein

00:33:16: paar Aufbrüche, so ein paar Magma-Adern hochkamen, wo man dann den Basalt hat, also dieses Vulkangestein

00:33:22: und das ist in der Distanz von 100 Meter und das macht es natürlich super spannend und vielseitig,

00:33:29: also von daher ist die Vielseitigkeit der Böden, glaube ich, das, was der Joker ist.

00:33:34: Ist dein Wein deines Lebens ein Felserwein?

00:33:37: Ja, tatsächlich, aber auch das ein historischer Wein, ja, weil, also ich hoffe, ich habe immer

00:33:47: mal noch Gelegenheiten vielleicht tolle Weine des Lebens zu haben. Also ich, ich wird manchmal von

00:33:59: Gästen gefragt, was mein Lieblingswein ist und da muss ich wirklich sagen, ich habe natürlich ne

00:34:05: bevorzugte Weinrichtung, die ich gerne trinke, Weine, die mich abholen, aber den einen Lieblingswein,

00:34:11: den ja dafür finde ich es viel zu faszinierend, mich ständig mit anderen Weinen zu beschäftigen

00:34:18: oder immer wieder mit neuen Jahrgängen mit, also oder und ich habe natürlich vielleicht auch ein

00:34:24: bisschen zu wenig Zeit, um Wein zu trinken, dass ich immer den gleichen trinken holen würde,

00:34:27: das wegen, aber als Weinerlebnis, was einem so wirklich ins Gedächtnis haftet, das war tatsächlich

00:34:38: ein Felserwein, aber das war ein Wein von 1811 aus der Lage Forsterungehör. Ja, und da sind wir

00:34:45: jetzt wieder bei Geschichte. Von welchem Wein gut war das? Das ist von Bassa Manjordan und das hat

00:34:51: eben auch damit zu tun, dass ich mich ja mit der Geschichte beschäftigt habe und auch dann auch

00:34:59: immer mal wieder Kellerführungen gemacht habe und Weinproben für Gäste von uns im Restaurant

00:35:05: damals und durfte mich allein auch im Keller bewegen in dem historischen Keller in Deidesheim

00:35:11: und da gibt es eine Schatzkammer und da habe ich den Gästen auch immer erzählt, dass dort eben ab

00:35:16: so 1870 wirklich so ziemlich alle Jahrgänge geschlossen noch liegen und eben einige Flaschen

00:35:25: von dem 1811-Riesling, der eben auch über den Goethe geschrieben hat, wo es wirklich ganz viele

00:35:33: Dokumente gibt, wer den alles getrunken hat von Bismarck über und ich habe zum Grunde hau immer

00:35:38: gesagt, wenn es wieder ein Ereignis gibt, wo diese 1811 aufgemacht wird, dann will ich dabei sein.

00:35:43: Ich habe so oft über diesen Wein erzählt, ich möchte das auch einmal erleben und es gab dann

00:35:50: das 300-jährige Weingutzjubiläum und 2018 und dann gab es eine Verkostung, zu der natürlich auch

00:35:59: viele Journalisten eingeladen waren, aber auch Someliers Wegbegleiter und da wurden einige

00:36:05: Weinraritäten aufgemacht, also da könnte man noch ein paar Weine aufzählen, die einem Gänsehaut

00:36:11: gemacht haben und dann kam es irgendwann zu diesem Zeitpunkt, wo der 1811 ausgeschenkt wurde

00:36:16: und da hat man eigentlich, das bestimmt auch schon, einige Weinraritäten probiert, da hat man keine

00:36:23: so große Erwartungshaltung mehr, wenn es mal um ein Wein geht, der über 200 Jahre alt ist und

00:36:28: deswegen hat man sich schon so ein bisschen zurückgelähen und gesagt, okay, wird jetzt ein tolles

00:36:32: Erlebnis, aber man muss ja da Abstriche machen, wahrscheinlich wird es nicht mehr der große Genuss

00:36:38: sein und das war eben das Verplüffende und ich glaube, du wirst das selbst wahrscheinlich im

00:36:44: Internet finden, wenn du das nachschaust, weil es haben auch ein paar Journalisten drüber geschrieben,

00:36:49: ich glaube der Wein hat uns alle geflasht, weil es wirklich noch Wein war, also du konntest das

00:36:54: wirklich als Wein probieren, du konntest sagen, ja ich kann das noch erahnen, ich kann auch den

00:37:00: Riesling irgendwo noch erahnen, natürlich in seiner ganz, ganz reifen Form, aber es war immer noch

00:37:06: Wein und das war halt wirklich ein Zeitzeugnis in Flaschen und es ist ein Lebensmittel, wir

00:37:12: müssen uns das ja auch immer noch bewusst machen, es ist ja was, was dann und was über so eine Zeit

00:37:17: bedauern kann und ja auch so eine Geschichte hat wirklich, also das war wirklich ein Gänsehautmoment

00:37:24: und ja einer der oder bis jetzt der Wein meines Lebens kann man den Wein beschreiben, wie er

00:37:31: geschmeckt hat, also die wenigsten von uns allen haben in 200 Jahre alten Wein jemals auf der Zunge

00:37:36: oder können sowas überhaupt erahnen? Ja, manchmal ist man in den Genuss eines sehr alten Madeira

00:37:42: gekommen oder so, das hast du bestimmt auch schon mal verkosten dürfen, alten Madeira oder Portwein,

00:37:47: aber die sind natürlich schon in ihrer Struktur ein bisschen anders, also du hast bei so einem

00:37:52: gereiften Riesling ja schon, also auch wenn der, ich sage mal 70, 80 Jahre alt ist, du kannst ja

00:37:58: manchmal doch noch oder wenn man jetzt so aus dem 20er-Jahrendag ab so ein paar große Jahrgänge,

00:38:03: wenn man da vielleicht noch was hat, das war natürlich zu der damaligen Zeit Süßweine

00:38:08: oder Weine, die mit Restsüße ausgebaut waren und die ist aber oft so gut wie verschwunden

00:38:14: wahrnehmbar, also das schmeckt eigentlich eher trocken und du hast oft Aromen, die so Richtung

00:38:19: Kaffee, Kräuter, Würze gehen, also hast du jetzt nicht mehr so dieses grüne Apfel-Zitrus,

00:38:27: was man mal für Riesling lernt, sondern wirklich so balsamische Noten und so, aber ja eben auch vom

00:38:34: Mundgefühl her immer noch mal ein, du hast Säure da, du hast eine gewisse Frische da, also von daher

00:38:39: ist das schon schon so beeindruckend, wenn man das machen kann und davon, ich durfte das zum

00:38:44: Glück einige Male in meiner Weinlaufbahn und das hat mich schon geprägt. Wurde der Wein

00:38:50: jemals neu verkorkt? Ja, ja, das musste, also so ein Korkenschaft zu 30, 40 Jahre normalerweise

00:38:59: und dann ist auch vorbei, also die Weine wurden unter der Familie Bassermann, die haben das

00:39:06: wirklich als Weinmuseum zu damaliger Zeit noch sehr gepflegt, die hatten, es gab ja auch einen

00:39:12: der Bassermanns, der so um die 100-Wende, also so um 1905 ungefähr, eine Buch über die Geschichte des

00:39:18: deutschen Weinbaus geschrieben hat, also die waren sehr belesen, die waren aber auch da sehr

00:39:23: umsichtig, was ihr erbeanbelangte und die haben das schon gemacht und dann auch später wieder,

00:39:30: also ich habe das damals auch mitbekommen, wie dann in den eben da ja so 2000er Jahren da auch die

00:39:40: Weine wieder neu verkorkt wurden, ja musste manchmal dann halt auch, wenn das ein bisschen zu

00:39:44: spät gemacht war, dass man schon ein bisschen Verlust in den Flaschen hatten, manchmal einige

00:39:48: opfert werden, wenn man dann das Glück hatte, dass da vielleicht noch 10, 15 Flaschen da waren,

00:39:52: dann hat man wirklich mal mit einer die anderen aufgefüllt, um das wieder ja für die nächsten

00:39:57: Jahrzehnte zu konservieren. Wie geht so was, so ein Neuverkorken, wenn du schon mal mit erlebt

00:40:03: hast? Ja wirklich, also ganz klassisch, Flasche aufziehen und natürlich auch im besten Fall

00:40:08: einmal probieren, weil was was ein Kork schlägt, da kann ja auch mit jedem Neuverkorken natürlich

00:40:15: noch wieder ein Korkschmäcker reinkommen, einfach gucken, wie weit ist das und wenn ich es richtig

00:40:22: in Erinnerung habe, wo der auch manchmal, weil man natürlich in dem Fall Sauerstoff dann rein

00:40:26: gebracht hat durch das Öffnen, durch das Auschängen, einen Hauch von Schwefel nochmal wieder zugegeben,

00:40:31: ohne den Wein jetzt ja verfälschen zu wollen, sondern nur, um dieses Öffnen wieder auszugleichen.

00:40:38: Ja und dann praktisch mit einem Neu, aber das wird dann wirklich per Hand gemacht,

00:40:41: das sind ja dann so Miniaturmengen, da wird jetzt keine Füllstraße mit Korkstationen gemacht,

00:40:50: aber das ist natürlich eine sehr ehrfürchtige Aufgabe dann auch. Wenn du so einen Wein hast,

00:40:57: findest du, man sollte den Wein dann eher singulär genießen oder würde eine entsprechende Speise

00:41:04: diesem Wein doch mal bereichern und anders fordern oder diese Art von Wein? Ja, wollte ich

00:41:08: gerade sagen, ich glaube so einen Wein wie jetzt den 1800 11, das kann man dann nur so probieren,

00:41:14: man probiert ja da auch wirklich nur einen Schluck, ja, aber gereifte Weine und auch wirklich mal,

00:41:19: wenn jetzt ein Binzer wirklich auch, dann Weinarchiv hat mein Museum,

00:41:24: so einen Gerichten kann man, also so einen Weinen kann man schon mit den Speisen auch helfen,

00:41:29: vielleicht auch gerade, wenn die Gäste mit so reifen Aromen von dem Wein auch nicht so viel

00:41:34: Erfahrung haben, dann ist es glaube ich doppelt wichtig, dann was zu Essen daneben zu stellen,

00:41:39: weil das dann sich schon toll ergänzen kann und da kann man ja viel dann mit auch so

00:41:47: erdigen Aromen arbeiten. Mit Trüffel ist das natürlich dann ein Thema, aber auch so mit

00:41:51: Wurzelgemüse, was so manchmal so ein bisschen dieses süßlich-erdige hat, das hilft manchmal

00:41:56: so im Reifenwein auch oder ja, also ich würde es wirklich dann in dem Fall neben

00:42:04: den Speisesstellen um auch das Erlebnis vielleicht für den Gast zu haben, ja, man heutzutage ja doch

00:42:11: wirklich viele Weine in ihrer allerersten Lebensphase trinkt in dieser primärfruchtigen

00:42:16: Phase. 95 Prozent aller Weine werden im ersten Jahr nach der Apfelung getrunken, also schon relativ

00:42:21: krass, dass Weine eigentlich kaum noch zur Seite gelegt werden. Ja.

00:42:24: Ein Glas Schaumwein, dessen Perlaj feiner kaum sein könnte, dass im Stroh gelb goldene Reflexe

00:42:48: tanzen lässt und bereits beim ersten Artenzug eleganz und tief offenbart. Wie schafft es ein

00:42:54: Wein nicht nur in der Nase, sondern auch um Geist so lange präsent zu bleiben? Mit dem

00:42:58: Bella Vista Reserva Vitorio Moretti extra brüht 2016 haben wir ein dieser Weine vor uns,

00:43:05: ein Meisterwerk der Franche Korte, das nicht einfach produziert, sondern mit Präzisionen

00:43:11: erschaffen wurde. Dieser Wein ist ein Paradebeispiel dafür, wie Tradition und Technik harmonieren.

00:43:17: Er besteht aus 60 Prozent Chardonnay und 40 Prozent Pinonero, zwei Rebsorten, die im Franche

00:43:23: Korte gebietiv verwurzelt sind. Die Trauben für diesen Jahrgang stammen aus dem besten Parzellen

00:43:28: der Bella Vista Weinberge, die sich auf Höhen zwischen 200 und 350 Meter bewegen. Die Bodenvierfalt,

00:43:35: dominiert von Morena-Plagerung mit hohen Mineralgehalt, verleihen diesem Wein eine besondere

00:43:41: Mineralität und Struktur. Und was auch euch als Experten und als Weinliebhaber interessiert,

00:43:46: ist vielleicht die Methode der Verarbeitung nach einer sanften Pressung, die nur den reinsten

00:43:52: Most extrahiert, erfolgt die erste Gehrung in kleinen gebrauchten Eichenholzfässern. Warum Holz?

00:44:00: Nicht um den Wein die Holznote aufzuzwingen. Diese bleibt dazu unsichtbar, sondern um durch

00:44:05: Mikrooxidation Tiefe und Stabilität zu schaffen. Nach der zweiten Gehrung reift der Wein mehrere

00:44:10: Jahre auf der Hefe, mindestens 36 Monate bei einem normalen Franche Korte. Hier haben wir

00:44:16: eine Reserve, also es heißt mindestens 60 Monate, gelegentlich länger, um die charakteristische

00:44:22: Cremigkeit in Finesse zu entwickeln. Dieser Wein ist ein extra Brüt mit geringer Dosage.

00:44:27: Es bedeutet, dass wir uns hier auf die Reinheit der Trauben verlassen, ein Wein, der nicht

00:44:32: geschönt wird, sondern der Natur und der Technik gleichermaßen vertraut. Lassen wir dem Wein

00:44:37: vor einem Moment stehen und widmen uns der Frage, was steckt hinter Bella Vista?

00:44:41: 1977 gründete Vittorio Moretti das Weingut, getrieben von einer Version. Die Franche

00:44:48: Korte sollte zu Heimat der feinsten Schaumwein Italiens werden. Der Name Bella Vista bedeutet

00:44:54: "schöne Aussicht" und stammt von den sanften Hügeln seines ersten Weinberges mit Blick auf

00:45:01: den Iseo-Seen die Alpen. Moretti begann mit wenigen Hektar, konzentrierte sich jedoch von Anfang an

00:45:07: auf das wesentliche. Qualität. Heute unter der Leitung seiner Tochter Francesca Moretti

00:45:13: bewirtschaftet das Weingut über 190 Hektar, verteilt auf mehr als 100 Parzellen. Die Weimberge

00:45:19: sind wie ein Musseig und jedes Stück trägt zum Gesamtbild bei. Interessant ist der Fokus auf

00:45:25: biologischen Anbau und traditionelle Methoden wie die Nutzung der Maronierpresse oder das manuelle

00:45:30: Rüttel der Flaschen vor dem Degaschieren. Warum macht man sich all diesen Aufwand,

00:45:34: wenn es einfacher und kostengünstiger ginge? Ganz einfach. Wer Bella Vista nicht nur Wein produziert,

00:45:40: sie erschaffen Kunst. Moretti selbst sagte einmal, der Wein ist wie eine Symphonie in der Natur

00:45:47: und Mensch perfekt harmonieren müssen. Aber kein großer Wein ohne ein großartiges Terror,

00:45:54: oder? Francia Corte, ein Name, der euch als Experten und Weinliebhaber sicher ein Begriff ist. Doch,

00:46:00: wie gut kennt ihr diese Region wirklich? Francia Corte liegt südlich des Iseosees in der Lombardai.

00:46:07: Die sanften Hüge geformt durch die Eiszeit bestehen aus Morinenböden. Die Böden sind mineralreich,

00:46:12: durchlässig und bieten den Reben optimale Bedingungen. Das Klima? Einzigartig. Die

00:46:17: Alpineinflüsse und die Nähe zum See schaffen ein Mikro-Klima, das mild aber präzise ist.

00:46:23: Die Tage sind warm, die Nächte kühl. Eine ideale Kombination für eine langsame und gleichmäßige

00:46:28: Traubenreife. Francia Corte ist die Wiege und die Heimat der Metodo-Klassikot, die ihr als traditionelle

00:46:34: Flaschengierung kennt. Seit 1995 kriegt Francia Corte die DOCG-Status und ist damit die erste

00:46:41: Schaumweinregion Italiens, die diese Auszeichnung erhielt. Die Region bewirtschaftet knapp 3.000 Hektar

00:46:47: Weinberg und jede Parzelle erzählt ihre eigene Geschichte. Lassen wir uns zurück zum Jahrgang

00:46:52: 2016 für ein Jahr, das geprägt war von ausgeglichenen Bedingungen. Keine extremen Wetterlagen, keine

00:46:59: Überraschung. Einfach perfekte Reife Bedingungen. Die Schaden-Nee-Trauben entwickeln ihre lebendige

00:47:04: Säure und subtile Fruchtaromen. Pionero entgegen, brachten Kraft und Strukturen die Kühe ein. Das

00:47:09: Ergebnis? Ein Wein, der wie ein präzises Urwerk funktioniert. Frische, finesse und eleganz im

00:47:15: perfekten Balance. Wenn wir über Bella Vista und die Francia Corte sprechen, dann sprechen wir nicht

00:47:20: nur über Wein, wir sprechen über Philosophie, über Handwerkskunst, über den Dialog zwischen

00:47:25: Menschennatur und vor allem sprechen wir über ein Vermechnis, das in jedem Schluck spürbar ist.

00:47:30: Also was denkt ihr? Ist die Francia Corte auf Augenhöhe mit der Champagne? Nein,

00:47:34: denn sie ist eigenständig, sie hat eine eigene Interpretation für Schaumwein gefunden und ein

00:47:39: Francia Corte, ein Bella Vista und gerade der Reserver 2016 ist so einzigartig, dass er

00:47:46: unvergleichlich ist. Vielen Dank für dieses Schaumweinkunstwerk und ein großes Dankeschön dem

00:47:52: deutschen Importeur dem Handelthaus Korn Siovini.

00:47:55: Ich bin da ein bisschen wie Don Quichott. Ich mein, du bist ja auch so ein Weinsammler, sag ich mal,

00:48:13: oder ich glaube so muss ich mich auch noch ein bisschen sehen und wir machen das wirklich. Also

00:48:20: wir konnten uns zum Glück in den letzten zehn, ja jetzt wenn es bei 12 Jahre Selbstständigkeit auch

00:48:28: wirklich zum Glück höher aufbauen und wir legen wirklich viele hin, also wir haben locker nochmal

00:48:35: die Hälfte, wahrscheinlich ist es nochmal eins zu eins, so viel wie auf der Weinkarte steht,

00:48:40: was wir wirklich einlagern erst mal, keine 20, 30 Jahre, das schaffen auch wir wieder finanziell

00:48:50: noch von der Lagerkapazität, aber zumindest mal zwei, drei Jahre, um vielleicht auch ein anderes

00:48:56: Erlebnis mit dem Essen zu schaffen. Nicht bei allen Weinen natürlich, es gibt natürlich auch

00:49:02: frische leichte Weine. Ich möchte auch einen Gast, ja, ich muss auf der Terrasse ein Sovignon

00:49:08: blortrinken möchte ich nicht sagen, ja da habe ich einen von 21 oder so, das ist klar, da geht es um

00:49:16: frische und da geht es um was anderes, da geht es dann eher um das Thema wieder einfach Wein trinken,

00:49:21: aber ich möchte ja im Restaurant ein anderes Erlebnis bieten und dann gerne auch mit Weinen,

00:49:28: die ja schon etwas entwickelt, das sind auf der Flasche. Wie sagst du dann, dass die auf die

00:49:32: Karte kommen? Da ist es bei dir pauschal irgendwie, Riesling Großgewecks mindestens vier Jahre oder

00:49:37: probierst du die sukzessive und oder wenn ihr ein bestimmtes Menü-Element neu kreiert, dass du

00:49:45: sagst, Orte brauche ich einen fünfjährigen oder wie gehst du mit den Lagerweinen dann um?

00:49:50: Ja, ich muss mal mal lachen, weil manchmal ist das Prinzip Chaos oder Zufall dann schon auch der

00:49:57: vorgibt. Also manchmal ist es dann wirklich so, dass er sagt, okay jetzt geht ein anderer Jahrgang

00:50:05: auf aus und dann nimmt man neun Jahrgang drauf, aber manchmal nicht zwangsläufig dann den nächsten,

00:50:10: sondern man sagt dann vielleicht okay, ich finde zum Beispiel jetzt gerade die 20er fangen gerade

00:50:17: an sich so ein bisschen zu verschließen die Weine, also würde ich jetzt nicht gerade ein 20er,

00:50:21: vielleicht würde ich jetzt sogar eher zu einem 22er gehen und was wir jetzt in letzter Zeit öfter

00:50:26: versucht haben, dann auch Weine wieder runterzunehmen zwischendurch von der Karte. Also ein Wein hat

00:50:32: ja ein Leben doch irgendwo in einem gewissen, das sind wir wieder bei Mathe in so einer Sinuskurve,

00:50:37: ja, also es gibt halt so Höhen und Tiefen und wenn ein Wein dann mal in so ein Loch kommt und so eine

00:50:45: Phase hat von dieser ersten eher fruchtigen, charmanten, offenen Phase und in dieser reife Phase

00:50:51: übergeht, in dem Moment will man manche Weine wirklich nicht trinken und dann in dem Moment wo

00:50:57: man merkt, oh bei einem Jahrgang wird es jetzt langsam kritisch, das ist natürlich durch das,

00:51:00: dass man verkostet die Weine natürlich auch öffnet und da regelmäßig mit zu tun hat, dass man

00:51:07: dann sagt okay jetzt Achtung mit dem Jahrgang müssen wir jetzt aufpassen, wir müssen jetzt runternehmen

00:51:11: und dafür bringen wir jetzt einen Jüngeren und den dann später wieder deutlich gereift, also

00:51:16: da versuchen wir jetzt so Pöpö ein bisschen mehr zu spielen, das geht natürlich jetzt aber auch

00:51:20: erst, wo man mal 4-5 Jahrgänge im Keller hat, das ging natürlich am Anfang nicht, da kam es auf die

00:51:26: Karte und wenn dann der Wein noch drauf stand, dann hat man den neuen nachgekauft, aber nun nicht

00:51:30: gleich auf die Karte geschrieben, das ist dann wirklich so was, was jetzt gewachsen ist in den

00:51:35: letzten Jahren. Was macht so ein Wein dann, wenn du sagst, der ist gerade nicht präsent oder nicht

00:51:40: trinkbar? Also du hast manchmal das Gefühl finde ich dann, dass der sich gerade so in seine Einstellteile

00:51:45: zerlegt, also auch dann manchmal so die Frucht auf der einen Seite, Säure manchmal die irgendwie so

00:51:51: daneben steht oder du riechst in das Glas rein und denkst, der zeigt gerade gar nichts oder

00:51:57: also es äußert sich unterschiedlich, aber manche sind wirklich wie so ein Baukasten manchmal

00:52:03: nebeneinander oder sagst jetzt ist der eine Bestandteil des Weins sogar nicht beim anderen,

00:52:08: also das ist dann ja ich glaube also das Gefühl, wenn man den Wein anverkostet,

00:52:15: ist irgendwie das ist total unrund gerade, da stimmt gerade irgendwas überhaupt nicht und man

00:52:20: probiert so ein Wein ja öfter, also man verfolgt es ja schon ein bisschen oder man kennt ja ungefähr

00:52:25: so die die Charakteristik wie eine Lage zeigt oder so und wenn man dann sagt, boah, ist jetzt

00:52:31: auf einmal völlig untypisch oder so, dann würde ich sagen nicht die nächste aufmachen,

00:52:36: sondern zulassen und erst mal wegpacken, aber es ist natürlich ja eine gewisse Erfahrung,

00:52:41: würde ich schon notwendig, also wenn man gerade angefangen hat sich mit Wein zu beschäftigen,

00:52:47: das fragen mich auch oft Gäste, ja woher wissen sie das, wie lange Wein kann oder so sag ich,

00:52:53: wissen, wissen tu ich gar nichts, also ich kann anhand meiner Erfahrung so ein bisschen einschätzen

00:52:58: und auch dann passiert es manchmal, dass man im positiven wie im schlechten negativen, dass

00:53:04: man sagt, oha, dem Jahrgang hätte ich jetzt viel weniger zugetraut und er entwickelt sich jetzt

00:53:08: toll und andere Weine, wo man dachte, oha, die muss jetzt schnell trinken und umgekehrt andere

00:53:15: Weine, wo so viel geschrieben wurde, dass es so ein mega Jahrgang ist und dann ist man manchmal

00:53:20: auch enttäuscht, wenn man sagt, oh irgendwie, jetzt wird der Wein langsam müde. Wie fing das bei dir an,

00:53:26: dass du deine Erfahrungen aufgebaut hast, also wann wurdest du vom Wein infiziert oder überwandt?

00:53:31: Ja infiziert, glaube ich, das war so ein schleichender Prozess, das haben glaube ich

00:53:37: manche angetrieben. Den Tag xy, okay, okay. Nee, also ich muss schon sagen, es hat mich

00:53:42: fasziniert, ich war, wir waren mit, mit einem Freund der Familie, waren wir als Teenager, also

00:53:54: wo man schon ein bisschen Wein trinken durfte, so mit, ich glaube ich war 16 oder so, mit einem Hausboot

00:54:00: durch die Champagner und dann waren ein paar Champagnerhäuser besucht. Ich fand es völlig

00:54:04: faszinierend, was für ein Aufwand betrieben wird, um da so 0,75 Liter Inhalt auf die Flasche zu

00:54:11: bringen, sage ich mal. Also völlig fasziniert von dieser Kultur und von dem, was da dahinter steht.

00:54:18: Und Wein hat mich interessiert und auch dann so Richtung Abitur und so und ich bin dann ja

00:54:27: ins Hotel, ich habe Hotelfach vor gelernt und wollte eigentlich so eine internationale Karriere

00:54:32: im Hotelbusiness reisen, hat mich interessiert. Ich fand so große Hotels faszinierend, deswegen

00:54:37: habe zum Glück aber in einem Hotel, in einem damals, ich komme aus Franken, muss ich mein R wieder

00:54:43: rausholen. Ich habe in Nürnberg meine Ausbildung noch gemacht und zum Glück in einem Haus, also bei

00:54:52: der Familie Rotner, die damals ein ganz neues Hotel gebaut haben, also auch im Hotelbusiness

00:54:56: eher neu waren, aber ein ganz tolles Restaurant hatten, die damals auch einen Stern hatten.

00:55:03: Jetzt der Junior der Valentin hat den jetzt seit ein paar Jahren wieder, also auch da ganz, ganz tolles

00:55:09: Haus und da wurde ich mit dem Restaurantvirus infiziert. Also ich bin zum Glück da reingerutscht,

00:55:17: sage ich mal, das hat mich dann letztendlich noch mehr fasziniert als das Hotelthema,

00:55:21: um jetzt nur irgendwo als Hoteldirektor zu enden sozusagen. Und ja, und dann waren da zum Glück

00:55:30: immer Leute, die ein so bisschen an die Hand genommen haben. Da war damals jemand, der dort

00:55:35: Restaurantleitungen in einem Bereich gemacht hat, der ist auch auf Wein messen und weil er wusste,

00:55:38: er hat dann Febelförder mich mitgenommen und ja, da hat irgendwann mal auch eine Mitauszubildende

00:55:45: zu mir gesagt, oh ja, du machst das eh mal wieder Andre und gehst auf die Sommel, die Schule,

00:55:49: da hatte ich über das Thema Sommel, die überhaupt noch nie nachgedacht, also ja. Und dann hat es

00:55:55: mich an die Mosel verschlagen, auch durch ja einen glücklichen Zufall, ich hatte eigentlich

00:56:00: andere Pläne und das hat sich zerschlagen und mein Ausbildungsbetrieb hat dann gesagt,

00:56:04: ah ja, und die haben einen Weingut und die suchen gerade in der Familie und die suchen gerade jemanden

00:56:08: auch im Restaurant, da gehst immer hin und stellst dich mal vor, so nach dem und dann

00:56:12: habe ich mal geguckt, wo den Trier ungefähr auf der Landkarte ist und bin da mal hingefahren und

00:56:18: auch da habe ich wieder witzigerweise wieder eine Begegnung mit einem gereiften Riesling,

00:56:22: weil da wurde ich dann erst mal ins Restaurant gesetzt und man hat mir erst mal nach der Fahrt

00:56:30: und alles bekocht und siehst wir, unterhalten uns dann später und da wurden mir zu einer Vorspeise

00:56:36: eine 76er-Tanich-Ritz-Riesling-Ausliese eingeschenkt. Also das ist ja schon ein paar Jahre her, aber auch

00:56:41: da war der Wein und der Wein war ja trotzdem zwei Jahre älter als ich und wenn man das mit so

00:56:45: Anfang 20 bekommt, dann ist das schon, ja, also es war auf jeden Fall auch da ein markantes

00:56:50: Erlebnis, wo ich gedacht habe, jetzt unterschreibe ich alles, hier bleibe ich jetzt erst mal,

00:56:54: das ist mehr. Ja, und da warst du in dem Weintiemer drin? Und ab dann war ich da als Kommisomitier

00:57:02: und bin dann mit dem Weingut vom Nick Weiß, also mit den Leuten dann immer mal wieder in

00:57:08: den Weinberg und was ich heute weiß gar nicht mehr, ich könnte in so eine Steillage anders

00:57:14: sagen, glaube ich, gar nicht mehr rein, da habe ich mittlerweile ein bisschen höhener Angst

00:57:18: entwickelt, das war da echt krass und da ziehe ich immer meinen Hut vor, was da für eine Arbeit

00:57:25: geleistet wird, weil das ist schon verrückt, wenn man das mal versucht hat nur in so einem Hang zu laufen,

00:57:29: dann ist das schon irre. Ja, und ab dann ging es weiter. Der Nacht kam dann Deidesheim? Nee,

00:57:39: noch lange nicht, da kam Wiesbaden, die Inthe. Ach stimmt, ja. Kommisomitier bei den Katschakner.

00:57:47: Und das war auch toll, weil das vorher war ja sozusagen klein und überschaubar bei der

00:57:54: Somitier dort, die mich da unter die Fittiche genommen hatte an der Mosel und natürlich mit dem

00:57:58: Weingut als Bezug und dann praktisch in ein Haus wie die Inthe, auch da natürlich mit

00:58:04: einer Wahnsinnsjahrgangstiefe, da gab es Weine, die manchmal fast man sich heute noch an

00:58:10: Kopf, weil man das damals gar nicht gecheckt hat, was da alles lag. Was auch getrunken wurde,

00:58:18: also das war ja ein Stairhäuser, die extrem aktiv diese wirklich sehr hochklassigen Weine

00:58:26: ausgeschenkt haben. Absolut, absolut. Und damals mit zwei Chefsomitiers und zwei Kommisomitiers.

00:58:31: Also das war dann 2003 und ja, das war auch eine ganz tolle Zeit, eine sehr intensive,

00:58:41: schon auch eine harte Zeit, weil ich habe dann berufsbegleitend dann ja den Somitier in

00:58:45: Koblenz gemacht zu der Zeit und gleichzeitig meinen Mann schon gekannt, den ich ja an der Mosel

00:58:52: kennengelernt hatte, der aber dann zum Stein heuer ist, weil wir beide halt uns ja auch noch

00:58:56: shopmäßig ein bisschen weiterentwickeln wollten und dann sind wir immer gependelt und die Schule

00:59:01: und das und natürlich mit einem Chefsomitier, mit dem Kaischatner, der auch einen super guten

00:59:06: Kontakt zu den ganzen Winzern hatte. Das heißt, man ist da auch wirklich regelmäßig zu den Winzern,

00:59:11: hat so mal schnell zwischen Mittag und Amtservice irgendwo den neuen Jahrgang probiert und das war

00:59:17: wirklich auch eine sehr prägende Zeit und ich glaube, deswegen musste ich auch wieder eine

00:59:24: Wein gegen, aber manchmal muss man ja weg, um das zu erkennen, was man so schätzt. Denn nach

00:59:29: der Endte, als ich dann Somitier war, war man eine erste eigene Somitiestelle als in Anführungszeichen

00:59:34: fertiger Somitier, weil da könnte man es auch streiten, wann mal Somitier fertig ist. Auf jeden

00:59:40: Fall bin ich dann nach Osnabrück und das war gut, weil das war dann mal außerhalb einer

00:59:50: Weinregion und da habe ich erkannt, nee, das ist zwar schön, weil man auf einmal nicht an

00:59:56: der Region gebunden ist, man kann sich so aus dem völlig Austoben mit deutschen Wein, mit

01:00:02: internationalem Wein, man kann alles machen, aber man ist auch so weit weg davon. Man kann eben nicht

01:00:08: mehr zwischen Mittag und Amtservice schnell man Winzer besuchen oder man muss das mit einer

01:00:12: langen Tour planen. Man ist auch nicht mehr so nah dran, man kriegt nicht mehr so viel mit und

01:00:16: dann, ich gedacht, nee, das ist nicht meins. Also die nächste Station, die sollte wieder in der

01:00:23: Weinregion sein und dann haben wir über ein Weinhindler erfahren, dass da in Deidessheim was

01:00:27: entsteht und haben praktisch schon letztendlich ein Jahr vor der Eröffnung des Ketschauer Hofs

01:00:32: haben wir quasi da alles fix gemacht und ich habe auch angefangen bei den Pfälzer Winzern

01:00:38: wirklich fast ein Jahr vor Eröffnung, Weine zu reservieren, was die auch echt gemacht haben.

01:00:43: Das war auch wirklich ja damals ein toller Zug von denen das Vertrauen auch zu haben, da

01:00:48: da entsteht was und da wollen wir mit dabei sein und Vertrauen da auch zu sagen, wir packen da mal

01:00:53: ein paar Weine auf die Seite. Was ja eine Riesenkunst auch ist, so eine Karte neu aufzubauen,

01:00:59: dann nicht nur die aktuellen Sachen zu haben bzw. auch, also es klingt ja immer wie eine tolle

01:01:05: Chance, wenn man sagt man kann 3, 4, 500 oder mehr Positionen zusammenschreiben, aber allein das

01:01:10: alles zu bestellen, einzukaufen, auf die Karte zu bringen, alle Fehler raus zu korrigieren, dass

01:01:16: dann die Logistik dann irgendwo auch stimmen muss. Das ist also kein Tagewerk von acht Stunden.

01:01:22: Nein, nein, also und das war eben das Schöne, also es hatte sich die Eröffnung des Ketschauer Hofs

01:01:27: auch noch rausgezögert, also das war nicht schön, aber das hat natürlich in dem Fall da auch ein

01:01:32: bisschen Zeit verschafft, weil wir dann schon ab Anfang 2006 oder ab Frühjahr 2006 in Deidesheim

01:01:40: waren und los ging es dann tatsächlich erst im Juli und in der Zeit konnte man natürlich da noch

01:01:46: viel machen, da konnte man noch die Winzer besuchen, aber es passieren dann auch Sachen,

01:01:50: ich hatte zum Beispiel vergessen, dass ich noch ein Rosip brauchte, ich hatte auf dem Entwurf,

01:01:56: der so kurz vor der Eröffnung stand, dann irgendwann festgestellt, scheiß ich habe

01:02:00: keinen einzigen Rosé. Also irgendwie war es ein Thema, weil es vielleicht selber nicht so bei

01:02:07: mir manifestiert war, dass das irgendwie untergegangen war, das war dann noch so, oh jetzt noch schnell,

01:02:14: weil so ganz ohne können wir ja nicht starten und auch die Logistik am Anfang, weil es wurde dann

01:02:21: ja alles wie das bei so Baustellen und so, es war ja auch eine Restaurierung, es war ja wirklich

01:02:26: was ganz neu gemacht wurde mit viel Denkmalschutz und so, das wird natürlich auf dem letzten

01:02:32: Drücker fertig und man konnte manche Sachen gar nicht wirklich rechtzeitig und in Ruhe machen,

01:02:42: also der Weinkeller, der dann fürs Restaurant sein sollte, da wurden Glasscheiben reingebracht,

01:02:46: die wurden mit Silikon verklebt und es hat so gestunken, dass ich gesagt habe, ich kann hier

01:02:50: noch keinen Wein reinlegen, also haben wir das noch in einem Nebengebäude, noch professorisch

01:02:55: in einem Raum drin stehen gehabt und haben dann aber schon die Eröffnung gemacht,

01:02:59: ohne dass der Keller überhaupt eingeräumt war, also es war ein Riesenkaus und auch den

01:03:06: Wein-Klimashrank, den konnte man auch so kurz vor Eröffnung erst bestücken, dass wir, wie wir den

01:03:14: Tag der offiziellen Eröffnungsfeier vorbereitet haben, da hat damals der Thorsten Schmidt,

01:03:19: der zu der Zeit bei Rebholz im Praktikum gemacht hat, als Hommelier, der hat uns geholfen an dem

01:03:25: Tag und ich habe gesagt, Thorsten, räume einfach diesen Schrank irgendwie ein, dass das schön

01:03:29: aussieht, weil es musste drei Stunden später alles fertig sein. Ich glaube, das, was der Thorsten

01:03:33: eingeräumt hat, war dann drei Jahre, so im Prinzip von der Ordnung her, weil wenn das mal drin ist,

01:03:38: dann räumst du das nicht wieder alles aus und ja, da gibt es ein paar verrückte Erlebnisse. Aber ja,

01:03:44: um nochmal auf das Thema weißes Blatt Papier zurückzukommen, das ist schon eine Aufgabe,

01:03:51: es ist aber auch eine Verantwortung. Also ich wollte das nie, das war vielleicht auch so ein bisschen

01:03:56: die Lehre aus Osnabrück, das war ein Unternehmen, was halt eine Metzene gehört hat, das jetzt nicht

01:04:07: unbedingt gewinnbrinnig arbeiten musste und es auch nicht gemacht hat und ich fand es eher

01:04:12: frustrierend und das war vielleicht auch eine gute Schule für die Selbstständigkeit, wenn man

01:04:17: über, wenn man ein ganzes Jahr harte Arbeit irgendwo reinsteckt und weiß am Ende des Jahres,

01:04:23: das war eigentlich, also wir haben hier nur Verlust gemacht eigentlich, das ist irgendwie so eine

01:04:29: Sache und dementsprechend ist es bei einer Weinkarte auch, es ist ja auch in dem Moment, wo

01:04:34: du zwar, wo dir zwar jemand sagt, hier du hast und du kannst und du hast jetzt auch kein festes

01:04:38: Budget, das habe ich schon auch als Aufgabe auch als Verantwortung gesehen, das jetzt nicht ins

01:04:44: Uferlose gehen lassen, sondern dass das schon, man sich schon Gedanken macht, was kann man auch

01:04:50: verkaufen, was ist der Schwerpunkt? Was war die größte und kleinste Weinkarte mit der du je gearbeitet

01:04:57: hast? Also die größte war bestimmt in der Ente, vor allem weil es da auch viele Karten gab,

01:05:03: damals war das noch eine fest gedruckte, gebundene Karte, das heißt, wenn man jetzt von einem Wein

01:05:09: nur noch zwei, drei Flaschen hatte und die Weinkarte wurde neu gedruckt, dann hat man das gar

01:05:13: nicht mehr mit draufgenommen, also da gab es immer noch so einen Riesenüberhang in sämtliche

01:05:18: Richtungen, der gar nicht da drauf stand, also das war bestimmt die größte, aber ich kann dir gar

01:05:23: nicht mehr sagen, was da drauf habe, ich glaube so 1500 Positionen waren das vielleicht und die

01:05:28: kleinste, gut das war dann eher so wahrscheinlich immer ein Ausbildungsbetrieb oder dann auch später

01:05:32: mit vielleicht 100 Weinen oder so. Findest du es spannend eine kleine Karte zu haben oder eine

01:05:38: große? Naja dadurch, dass ich eher Sammler bin, ist das ja eine große. Aber im Verhältnis,

01:05:47: also wir haben auch gemerkt, wir haben jetzt vielleicht so 500 Positionen, aber wir sind da

01:05:51: logistisch am Ende, also mehr könnten wir technisch einfach nicht machen, dass wir es vernünftig

01:05:57: temperieren können und das macht auch keinen Sinn bei einem Restaurant mit 35 Plätzen und bei uns

01:06:05: geht natürlich schon auch trotzdem sehr viel Weinbegleitung, also das heißt in dem Flaschenbereich

01:06:10: dreht sich gar nicht so viel und das macht dann irgendwann keinen Sinn mehr, noch 100 Positionen

01:06:17: mehr zu haben, weil das heißt einfach, es liegen noch 100 mehr Weine, aber drehen tut sich ja deswegen

01:06:22: nicht unbedingt viel mehr. Wenn du selber Wein trinkst, dann eher möglichst viele in möglichst

01:06:27: kurzer Zeit oder lieber eine Flasche sich darauf einlassen und naja, also bist du ein eher der.

01:06:34: Es gab neulich eine tolle Veranstaltung mit genau dem Thema, da wurden so viele tolle Sachen

01:06:41: ausgeschenkt und so viele besondere, die man eigentlich natürlich auch alle probieren wollte,

01:06:45: am besten, dass man ständig sein Glas leer gemacht hat, also mal hat man es ausgeschüttet,

01:06:49: mal hat man es aber auch schnell getrunken, weil es so was tolles war und das muss ich

01:06:54: leider dann immer sehr büßen, also von daher, nein, das was ich an meinem Job am meisten vermisse

01:07:02: manchmal ist in Ruhe eine Flasche Wein trinken, also von daher natürlich wenn man mit Freunden

01:07:08: zusammensitzt und das schönste ist ja Wein zu teilen, dann werden das auch ein paar Flaschen

01:07:13: mehr, aber wirklich diesen Wein zu sehen, wie das sich im Glas entwickelt, wie das sich entfaltet,

01:07:19: das ist glaube ich doch das, was wirklich unglaublich viel Spaß macht und das ist das,

01:07:28: was wir halt diese vielen, vielen Schlücke, das haben wir eher oft, wir gehen auf Messen,

01:07:32: das kennst du auch, das ist einfach hier und dort und möglichst viele in möglichst kurzer Zeit und

01:07:42: trotzdem versuchen das irgendwie zu manifestieren, dass man den Wein hinterher im Kopf hat oder

01:07:48: sagen kann, ja der Jahrgang ist so oder von dem will ich jetzt den, den und den Wein,

01:07:53: weil die sind irgendwie rausgestochen oder er passt auf meine Karte, ist ja auch ein Thema,

01:07:57: genau deswegen, also in Ruhe, in Ruhe Wein trinken, das ist das, was ich dann am

01:08:04: liebsten mache. Es war für dich dann eher das singuläre Element oder hast du dann

01:08:09: Parallelrat an, welche Speise dazu passen könnte oder wie magst du es selber lieber,

01:08:15: Wein allein trinken oder Wein mit irgendwas kombinieren? Schon, schon beides, aber ich

01:08:24: finde es mit Essen immer toll, also aber jetzt nicht unbedingt, also ich bin jetzt auch nicht

01:08:29: jemand, der unbedingt sagt, ich gehe jetzt in ein Restaurant und ich kann jetzt nur eine

01:08:34: Begleitung, weil ich weiß ja nicht, was passt und ich muss mir jetzt eine Glasweise zu

01:08:41: jedem Gang empfehlen lassen, weil ich ja auch dann in dem Moment, das wie ich es gerade

01:08:46: gesagt habe, diese Entwicklung von diesem Wein im Glas sehen will und deswegen, da

01:08:52: Spaß dran hat, eine Flasche dann zusammen zu trinken, wie die sich im Glas entwickelt,

01:08:57: aber das ist ja dann auch manchmal ganz spannend, wie sich ein Wein zu verschiedenen Speisen

01:09:02: zeigt und da lernt man jedes Mal, also ich lerne da immer noch von was doch für Parameter,

01:09:09: was man jetzt gar nicht gedacht hätte, dann gut funktionieren oder auch mal nicht funktionieren,

01:09:13: aber auch das ist ja lernen, dann zu sagen, oh nee, da muss man aufpassen, bei den nur

01:09:19: mit dem Wein oder bei der Speise, die bestimmte Bitterstoffe oder Säure hat oder so oder

01:09:24: vielleicht einfach ein bisschen extremes Aroma, ich finde zum Beispiel, ich weiß nicht ob

01:09:29: du eine Idee für Chitake Pilze hast, aber ich finde Chitake Pilze zum Beispiel, das kommt

01:09:33: zum Glück bei meinem französisch geprägten Mann von der Küche her nicht so oft vor,

01:09:38: aber ich finde es wahnsinnig schwierig da ein Wein dazu auszusuchen, ich finde es ist

01:09:42: so ein markantes Aroma am Gaumen, dass das viel zerschlägt.

01:09:46: Intuitiv hätte ich gesagt, greif der Vionier, dass das ganz gut passen könnte und dass

01:09:52: suchst du die Spiegelung der Aromen der Strukturen oder versuchst du, wenn du einen Wein für

01:09:59: ein Gericht aussuchst, das Gericht zu undermahlen oder nur zu das Gericht um den Wein aufzuspalten,

01:10:04: wie gehst du davor?

01:10:05: Beides, also ich finde, man kann oft beides machen, man muss manchmal schauen, was passt,

01:10:13: ich muss ja auch, wenn ich so eine Weinbegleitung mache, ja auch so ein bisschen auf die Reihenfolge

01:10:19: dann gucken, auch da muss ich sagen, ich habe das Glück, wenn ich mal sage, oh, zu dem Gericht

01:10:25: will es ein viel leichterer Wein passen, ich weiß aber nicht, ob der nach dem oder dem

01:10:30: Wein noch eine Chance hat, dass mein Mann dann doch auch mal bereit ist zu sagen, okay,

01:10:33: dann machen wir doch den Zwischengang vor dem, was von den Speisen jetzt nicht so ist, dass

01:10:39: er sich völlig widerspricht, dass man auch sagen kann, man dreht auch mal eine Menüfolge,

01:10:43: um, weil es vom Wein her besser passt, um da ein bisschen mehr Dramaturgie drin zu haben

01:10:49: oder Steigerung und ich finde, es gibt Gerichte, da wäre es einfach too much, wenn man in den

01:10:58: Gleichklang reingeht, weil man sage ich sage mal laut und laut, das wird irgendwann vielleicht

01:11:03: so anstrengend, da muss man vielleicht mal so ein bisschen den Gegenpart nehmen, ich

01:11:07: finde so, ja wie, wie so eine, ich denke vielleicht so eine Stopflieberteriene oder so krasse Sachen

01:11:14: wie natürlich auch so ein Blauchimmelkäse oder so, da ist man ja mal gerne beim Gegenpart,

01:11:19: weil man das ja irgendwie wieder auch den Gaumen wieder frei kriegen muss, sich da runterholen

01:11:25: muss, aber bei anderen Sachen ist dann die Harmonie einfach schön, aber von daher würde

01:11:29: ich sagen, geht beides, kommt beides vor und auch je nachdem, manchmal worauf der Gast

01:11:36: dann Lust hat, manche werden ja aufgeschreckt, wenn es so eine Konstrast gibt und manche

01:11:43: finden vielleicht genau das Spannend.

01:11:45: Kann das nur weinen, was weinen kann oder gibt es auch andere Getränke oder Elemente,

01:11:49: die Speisen in einer anderen Form begleiten können oder Menschen ähnlich faszinieren

01:11:54: können oder eine ähnliche Geschmackstiefe bieten?

01:11:57: Ja, also ich glaube schon, also ich glaube Saki zum Beispiel ist schon ein Thema, mit dem

01:12:05: ich mich leider noch nicht, erstens nur ganz am Rande mal beschäftigt habe, aber wo ich

01:12:11: wirklich keine Ahnung habe, ich denke, man braucht halt schon eine Ebene ähnlich wie bei

01:12:20: Wein, die halt durch eine Fermentation, durch eine Gärung, durch eine anderen aromenen

01:12:26: Ebene ist.

01:12:27: Deswegen tue ich mich mit diesen alkoholfreien Begleitungen oft schwer, wo jetzt vielleicht

01:12:34: nur verschiedene Säfte oder so gemischt wurden oder auch nur einfach in Saft genommen wird

01:12:38: oder so, weil ich finde, da fehlt dann oft vielleicht die Komplexität, die Aromenvielfalt,

01:12:44: weil es dann halt diese eine Richtung ist.

01:12:46: Und das kann mal ein Schluck sein, der dann passt, aber ich glaube, das wäre mir dann

01:12:51: too much für einen ganzen Abend oder so.

01:12:55: Aber ich glaube, Tee wäre mit Sicherheit ein Thema, aber das ist halt, sag ich mal, jetzt

01:13:00: in unserem Kulturkreis oder so, jetzt auch nicht das, was man auch klassisch zum Essen

01:13:05: serviert.

01:13:06: Sollen wir probieren?

01:13:07: Ja.

01:13:08: Magst du mit dem Rot und dem Weißen beginnen?

01:13:11: Fangen wir mit dem Weißen an.

01:13:13: Findest du, man sollte immer mit dem Weißen beginnen oder?

01:13:17: Ja, wobei ich bei großen Wein proben, also wenn man jetzt zum Beispiel die großen Gewächsvorpremiere

01:13:25: nimmt oder so, wo man wirklich sehr viel probiert, dann probiere ich wirklich auch Rot lieber

01:13:31: vorher, weil ich finde, wenn man dann viel Riesling probiert hat oder viel Weißwein,

01:13:36: was natürlich von der Weinzäure her noch höher ist, dann ist das irgendwann auch schwer,

01:13:42: das Thema Tannin einzustufen, weil man so technisch schon ein bisschen fertig ist, einfach vom

01:13:48: Gaumen her.

01:13:49: Ist ja was, was ich mir glaube, echt ungeschätzt habe.

01:13:53: Ja, Mütte ist dann letztlich.

01:13:56: Ja, Mütte aber, weil einfach auch, vielleicht auch Zahn, Hälse, Zunge, alles schon ein bisschen

01:14:02: sensibler ist und man dann manchmal Tannin stärker einstuft, dass es eigentlich ist,

01:14:08: weil man so empfindlich schon darauf reagiert.

01:14:10: Ja, stimmt.

01:14:12: Interessanter Punkt.

01:14:14: Kein Felser rein haben wir da.

01:14:17: Also ich dachte, dass ich dir ganz bewusst was anderes, aber ich finde was extrem restaurant

01:14:24: freundliches, zuschieblich zieles, weil ich mich auch empfehlen würde.

01:14:28: Du hast sozusagen was, wo ich mich eher in der Komfortzone befinde mit dem spanischen

01:14:35: Rotwein und mit dem italienischen Weißwein eher was, was mich wirklich so eher in der

01:14:42: Grauzone erwischt, wo ich nicht so fit bin.

01:14:45: Ich weiß nicht, ob jemand überhaupt in Umbrien fit ist.

01:14:48: Das ist ja...

01:14:49: Umbrien ist ja so, es gilt zwar als grüne Herz-Italiens, aber ich wüsste nicht mal eine

01:14:58: Weinkarte, die ich gesehen hätte, wo Umbrien intensiv bespielt wird.

01:15:02: Vielleicht, wenn jemand wirklich einen großen Schwerpunkt auf Italien hat und dann wirklich

01:15:06: alles spielt.

01:15:07: Ja, dann sollte es mit dabei sein natürlich.

01:15:10: Total spannend.

01:15:11: Ich wüsste ich jetzt auch niemanden, aber das ist ja auch immer wieder spannend, was

01:15:17: neu ist zu probieren und da sowohl geschmacklich wie auch vom Wissen her.

01:15:24: Also es ist ja dann immer neu gerede da.

01:15:26: Also man hat ja dann immer sofort das "Oh, was sind das für Rebsharten?"

01:15:29: oder "Was ist das jetzt für ein Weingut?"

01:15:31: Und von daher ist das immer gut, ja, mal was Neues zu probieren.

01:15:37: Ich habe jetzt mal Gabriel-Glas für den weißen ausgesucht, weil ich glaube, man kann schon

01:15:44: sowohl die Textur wie auch die Aromatik da ganz gut rüberbringen.

01:15:47: Ich habe interessantesweise zwei verschiedene Gliese.

01:15:51: Einmal Zwieel-Pirsten, dann Zier-Wischen nebeneinander, ein relativ kleines und ein recht großes Glas,

01:15:59: welchen ich dem Weiner mit fordern wollte.

01:16:02: Also ein mal das Intenz.

01:16:04: Hast du das "The First" das Degustrationsglas, also dass das hier oben relativ eng wird?

01:16:08: Nein, ich habe da das Rosé-Glas genommen, was eine ganz, ganz atypische Form hat.

01:16:13: Ich finde aber, die Fruchtigkeit betont und die Säure ganz interessanterweise abmildert

01:16:18: von dem Wein.

01:16:19: Ich finde, der hat auch nicht so viel Säure, aber ich wollte dieses Gegenüberstellen einfach

01:16:23: so wenig intensiv mit erleben und würde dann auch beide Gliese für beide Weine nehmen.

01:16:28: Beim Kratmen im Zweiten hat mich das in der Kombination ganz interessanterweise neugierig

01:16:34: gemacht.

01:16:35: Also ich finde mit Gabriel hat man den großen Vorteil, dass man etwas Unbekanntes präsentieren

01:16:43: kann, dann auch mit Fermentino, mit der Rebsort, die ja hauptsächlich vertreten ist.

01:16:47: Etwas Spannendes, was aber nicht zu schräg oder zu atypisch ist oder was die Leute als

01:16:53: befremdlich empfinden oder wo sie glauben.

01:16:55: War ein nochmal komplett neu lernen zu müssen, also auch mit der Nähe zu magen und Toskana.

01:16:59: So ein etwas vertrauterer Geschmack auf der einen Seite, aber trotzdem hat man was Neues

01:17:04: und was Überraschendes.

01:17:05: Mhm, ja, ja.

01:17:06: Auch wenn man so reinricht, du hast den ersten Moment so diese schon eher fruchtigen, aber

01:17:13: eher zurückhaltenden Aromen, was so fast so in Richtung Karambol, so Sternfrucht geht

01:17:18: oder so.

01:17:19: Mhm.

01:17:20: Was so zwischen Frucht und Gemüse ist irgendwie so.

01:17:23: Ich finde das ist so diese erste eher schon ein bisschen zurückhaltende Eindruck mit so

01:17:29: ein paar feinen Röstaromen mit drin.

01:17:32: Also dass der Wein im Holzmacher kann man so erahnen, ohne dass das jetzt zu maskiert

01:17:39: wäre.

01:17:40: Ja, vielleicht auch aufgrund der Reife, also bewusst auch in etwas Reiferinnen als 2020er.

01:17:46: Mhm.

01:17:47: Ich mag die Textur von dem Wein.

01:17:50: Ja, für mich war es so cremig schon irgendwo, ne?

01:17:54: Also ohne dieses butrisch sattmachende, was du dann manchmal hast, wenn du halt Holzausbau

01:18:01: mit Zauberabbau hast, was dann manchmal so ein bisschen dieses Mundfüllende, aber dann

01:18:07: schon manchmal fast sattmachende hat.

01:18:10: Und das finde ich auch so hier eine schöne Balance.

01:18:11: Du hast eine gute Textur am Gaumen, etwas Cremigkeit und dann aber dann trotzdem vielleicht

01:18:20: auch durch die anderen Rebsorten bedingt, die so ein bisschen was ja erfrischendes im

01:18:26: Nachhalt geben.

01:18:27: Ja, Säure ist aber schon eher gepuffert, ne?

01:18:30: Also weil du sagst auch Säure, aber die gibt eine Frische, aber ich würde den Wein jetzt

01:18:35: als sehr ausgewogen mit einer eher milderen Säure wahrnehmen.

01:18:40: Mhm, empfinde ich genauso, es kommt vielleicht falsch rüber.

01:18:42: Und ich finde auch das in der Tat die anderen Rebsorten, also Griccetto und Tribiano, das

01:18:47: kann sie unterstützen und so ganz angenehm strukturieren.

01:18:50: Ich weiß nicht, ob man sie jetzt wirklich rausschmecken kann, aber man hat das Gefühl,

01:18:55: dass der Wein eine zweite und dritte Ebene dadurch bekommt.

01:18:57: Ja, das ist so einfach ein bisschen komplexer, ne?

01:19:01: Und das ist zum Beispiel, kann ich mir jetzt super zu Essen vorstellen.

01:19:05: Ja, also auch durch diese gelbfruchtige Art, durch diese Textur, auch dass jetzt keine

01:19:15: da hast du ihn, sondern dass er wirklich sehr ausgewogen ist am Gaumen.

01:19:18: Ich meine, das ist heute ja in der Küche auch so, dass Gemüse zum Glück eine viel größere Rolle

01:19:25: widerspielt und das kann ich mir super gut auch so zu Gemüsegerichten vorstellen.

01:19:34: Also wo man wirklich sagt, dass jetzt Gemüse mal die Hauptrolle und nicht die Nebenrolle auch,

01:19:38: wenn man hier mit so gelbe Bete oder so was leichterdigem arbeiten könnte,

01:19:43: könnte ich mir sehr sehr gut vorstellen.

01:19:45: Ein bisschen von Beziehungskäse oder so.

01:19:49: Vielleicht sogar zu deinen Shtitaki Pilzen.

01:19:51: Ja, vielleicht auch das.

01:19:53: Um das Thema nochmal zu holen, weil ich finde genauso, dass der so eine gewisse, leichte Ehrlichkeit auf der einen Seite hat.

01:19:59: Ich finde, er hat erstaunlicherweise noch eine gewisse Frische, aber wirkt schon gesetzt.

01:20:06: Für mich ist es nicht wie jemand in der Midlife Crisis, der unbedingt noch mal jugendlich sein muss, sondern es wirkt ausgewogen.

01:20:13: Genau, also ich würde sagen, das hat auf jeden Fall einen sehr, sehr schönes Trinkfenster.

01:20:17: Also würde ich jetzt auf jeden Fall, wenn ich ihn im Rest auch jetzt einsetzen würde, jetzt auf jeden Fall auch einsetzen.

01:20:23: Und vielleicht, wenn man so die Parallele zu einem hiesigen Wein ziehen möchte,

01:20:29: vielleicht mit einem Silvaner im hochwertigeren Bereich, der auch so etwas mit der Wienerinnen herum hat.

01:20:35: Also das hat jetzt überhaupt nichts mit einem Bugunderrebsort zu tun oder überhaupt nichts mit einem Riesling,

01:20:41: aber eher so in die Richtung könnte ich mir das dann, also wenn jemand sich um das Ganze,

01:20:48: sich den Wein ein bisschen vorzustellen oder ein bisschen greifbarer zu machen, würde ich dann eher in die Richtung den Vergleich suchen.

01:20:54: Toller Vergleich, finde ich auch, wäre ich jetzt gar nicht drauf gekommen, aber kann ich absolut bestätigen und...

01:21:01: Das ist ja jetzt wieder Wascheramondorzeit, so ein richtig toller Kartoffeln, weil das kann ja auch so,

01:21:08: wenn du da wirklich Kartoffeln hast, die ein tolles Aroma hat, die fast schon fruchtig wirkt

01:21:14: und da mit dem geschmolzenen Wascheramondor drauf, dann könnte ich mir auch gut vorstellen.

01:21:18: Großartig, toll, super. Interessant dabei mit einem ganz erspannenen Alleinstellungsmerkmal, finde ich.

01:21:24: Auf jeden Fall, ja.

01:21:27: Bist du eher Rot- oder Weintrinker? Ich weiß, also lässt sich probieren, wir alles, aber so,

01:21:33: gibt es keine Ausrichtung, dass du sagst, wenn ich mit Freunden zusammensitze, finde ich,

01:21:39: weißweinspannender oder...

01:21:42: Es ist oft schon mehr weiß, aber ich finde auch manchmal halt, weil du es halt vom Essen her vielleicht oft dann eher zu weiß greifst.

01:21:51: Also, aber gerade jetzt, wo es so in die Kühlerei-Aberszeit geht, oder ich habe gerade abends,

01:21:59: wenn es mal darum geht, wirklich noch ein Glas zu trinken, oft wirklich Lust auf Rotwein,

01:22:03: aber das ist vielleicht dann, weil es so manchmal dann schon ein bisschen mehr in sich ruhen ist.

01:22:07: Und weißwein ist doch oft ein bisschen belebender und, wenn du sagst so, für die Gemütlichkeit,

01:22:14: ist dann für mich so ein Rotwein, der natürlich auch durch den Ausbau vielleicht auch schon ein bisschen mehr,

01:22:22: ja, schon ein bisschen gesetzter in sich ruhen, da vielleicht ist dann manchmal sehr, sehr schön.

01:22:29: [Musik]

01:22:46: Einigen von euch mag der Columbia Crest Reserve Zyra 2017 bekannt sein.

01:22:52: Ein Wein, der ein Lehrbuchbeispiel dafür ist.

01:22:56: Eine präzise Technik, geologische Vielfalt und klimatische Besonderheiten aufeinandertreffen.

01:23:01: Dieses Zyra ist ein Paradebeispiel für kontrollierte Perfektionen der Weinherstellung.

01:23:06: Die Rebsortenszusammensetzung?

01:23:08: 95% Zyra, ergänzt durch einen 5%-degen Antivionier, der mitvergohnt wurde.

01:23:14: Die Trauben?

01:23:15: Stamm aus dem Coyote Canyon Vineyard?

01:23:17: Im Horse Heaven Hills AVA, einer der prästischsträchtigsten Subregionen des Columbia Valley.

01:23:24: Eine Auswahl der besten Trauben, die anschließend in kleinen Chargen vinifiziert werden,

01:23:29: um den Prozess präzise zu steuern.

01:23:31: Wusstet ihr, dass die Gehrung sowohl in Edelstalltanks als auch im Beton-Tank-Stadt fand?

01:23:36: Diese Technik maximiert den Terrorausdruck.

01:23:39: Der Ausbau erfolgte in einer Kombination aus neuen und gebrauchten französischen und amerikanischen Eichenfässern.

01:23:47: Und das für 12 Monate.

01:23:49: Der Holzeinfluss subtil, komplex und hervorragend integriert.

01:23:54: Mit einem Alkoholgehalt von durchaus präsent, aber perfekt integrierten 5-volumen Prozent

01:23:59: hat dieser Wein Kraft, hat Ausdruck, hat Obbulenz, hat breite Schultern

01:24:04: und wird strukturiert von 6 Gramm Säure und einem Restzockelgehalt von 1,9 Gramm Geliter,

01:24:10: die diesem Wein einen herrlich weichen Schmelz verleihen.

01:24:13: Warum ist 2017 so bemerkenswert?

01:24:16: Weil dieses Jahr war wie kein anderes.

01:24:19: Es begann mit einem kühlen, feuchten Winter, der den Austrieb verzögerte.

01:24:24: Ein mäßiger Frühling und ein heißer Sommer führten die Trauben, die langsam reifende und intensive Fruchtaromen entwickelten.

01:24:30: Im September kürden die Nächte ab, wodurch die Säure bewahrt und die Aromen verstärkt wurden.

01:24:35: Ein stabiler Herbst erlaubte eine entspannte Ernte ohne Eile, aber mit höchster Präzision.

01:24:40: Die Ternile des Jahrgangs?

01:24:42: Perfekt ausgreifend, fein und gespeidig. Die Kombination aus intensiver Frucht und lebendiger Säure macht diesen Jahrgang zu einem der ausgewohnsten im Columbia Valley.

01:24:52: Columbia Crest wurde 1982 gegründet, mitten im Herzen des Columbia Valley, nahe des Columbia River.

01:24:59: Bereits 1978 pflanze das Weingut seine ersten Weinberge im späteren Horsehaven Hills EWA,

01:25:05: das heute für seine exzellenten Böden und klimatischen Bedingungen bekannt ist.

01:25:09: Columbia Crest war eines der ersten Weingüter in Washington, das präzise Bewässerungssysteme einsetzte, um dem Wasserverbrauch zu optimieren.

01:25:17: Was enorm nötig, wichtig und weitsichtig ist.

01:25:20: Denn wir haben hier nur eine Jahresniederschlagsmenge von 150 bis 250 Millimeter.

01:25:26: Zum Vergleich, in Deutschland haben wir 700 Millimeter.

01:25:29: Also, Bewässerung ist notwendig, aber diese sollte sehr weitsichtig und sehr umweltbewusst durchgeführt werden.

01:25:34: Diese Kombination aus traditionellem Handwerk und modernster Technologie zeigt sich in jedem Detail.

01:25:41: Angefangen bei der natürlichen Sedimentation der Weine bis hin zur computergesteuerten Gärung.

01:25:47: Das Weingut arbeitet mit einer Kombination aus neuen und gebrauchten Holzfässern.

01:25:52: Hier wird jedes Fasseinzel bewertet und verkostet, bevor es in die Asamplage aufgenommen wird.

01:25:58: Klingt erstmal wie Spaß, aber man sich überlegt, dass 10.000 Fässer dauerhaft lagern,

01:26:03: ist das richtig Arbeit.

01:26:05: Doch nun zur Grundlage des Erfolgs, dem Columbia Valley.

01:26:08: Was macht diese Region so besonders?

01:26:10: Geologisch liegt das Columbia Valley auf Basaltböden, die durch massive Lavaausbrüche vor Millionen von Jahren entstanden.

01:26:17: Diese Böden sind reicher mit einer Reihe wie Magnesium und Kalzium und somit ideal für ein Weinbau.

01:26:22: Die Böden sind durchsetzt mit Lösch, Sand und Kies,

01:26:26: relikte aus Eiszeiten katastrophalen Fluten vor 12.000 Jahren.

01:26:31: Diese Vielfalt schafft die Grundlage für komplexe und terroirbetonte Weine.

01:26:36: Das Klima? Meister weg der Natur.

01:26:38: Über 300 Sonnentage im Jahr.

01:26:40: Und es sind die kühlen Nächte, die die Säure der Trauben bewahren,

01:26:44: während die heißen Tage für optimale Reife sorgen.

01:26:47: Die Cascade Mountains bieten Schutz vor westlichen Regenfronten,

01:26:50: während die Columbia George stark gewinnt in die Region leitet.

01:26:54: Diese Sorge für gesunde, widerstandsfähige Reben.

01:26:57: Was kann man von diesem Wein lernen?

01:27:00: Er zeigt wie technologische Präzision nachhaltige Praktiken

01:27:03: und ein tiefes Verständnis für das Tyroir zu Weine führen,

01:27:06: die nicht nur schmecken, sondern Geschichten erzählen.

01:27:09: Der Columbia Crest Reserves-Jurad 2017 ist ein solches Beispiel,

01:27:13: ein Beispiel, der die Landschaft, die Natur und die Innovation des Columbia Welle widerspiegelt.

01:27:18: Ich lade euch ein, mit diesem Wein, eure Vorstellung und euer Wissen über Washington

01:27:24: und über das Columbia Welle zu aktualisieren.

01:27:26: Vielen Dank für diesen Lehrbuchwein.

01:27:28: Noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:27:32: Was ist Wein für dich?

01:27:48: Ich bin ein Kulturgut-Begleiter.

01:27:54: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:27:59: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:28:03: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:28:07: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:28:10: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:28:13: Das ist das, was ich für ein Kulturgut-Begleiter bin.

01:28:16: Hättest du einen Wort, was weitspiegelt?

01:28:19: Nein, ich glaube nicht.

01:28:21: Kann man nicht?

01:28:22: Nein.

01:28:23: Könntest du dir noch ein Leben ohne Wein vorstellen?

01:28:26: Ich glaube, das ist ja eine Fähigkeit, die Menschen zum Glück haben.

01:28:32: Man kann sich immer auf Situationen einstellen, wenn man sich die muss.

01:28:36: Wenn ich jetzt ohne Wein leben müsste, würde das mit Sicherheit irgendwo gehen.

01:28:41: Ich kann es mir jetzt gerade nicht vorstellen.

01:28:43: Und vielleicht umgekehrt, auch deswegen, weil mir Wein halt einfach

01:28:48: viel in der Vergangenheit gegeben hat, persönlich auch,

01:28:52: auch durch die Begegnungen mit den Menschen, sei es jetzt mit anderen Sommeliers,

01:28:58: die mir auf meine Laufbahn begegnet sind, aus den Freundschaften entstanden sind,

01:29:03: sei es Winzer, durch gemeinsame Arbeit, sei es Gäste,

01:29:07: die immer was vermitteln kann oder denen man einfach helfen kann,

01:29:11: die dann dadurch ein tolleres Erlebnis haben.

01:29:14: Also diese vielen unzähllichen Begegnungen und schönen Momente,

01:29:20: die man durch Wein teilt, also die machen es für mich aus.

01:29:23: Ohne die kann ich es mir gerade nicht vorstellen.

01:29:25: Aber ja, zum Glück, wie schon gesagt, muss man sich da nicht vorstellen.

01:29:30: Wenn eine Situation käme, wo man das so müsste, dann geht das Leben mit

01:29:34: jetzt Sicherheit weiter.

01:29:36: Aber ja, ich möchte es nicht wissen, missen, was ich bis jetzt mit Wein erlebt habe.

01:29:41: Bei den vielen Menschen hattest du da ein Vorbild einer, der dich ganz massiv geprägt hat?

01:29:46: Ne, ich glaube, es sind immer wieder Menschen begegnet, die einen dann irgendwo

01:29:55: fasziniert haben oder wo man sagt, Mensch, das prägt,

01:30:00: ist es, haben sicher viele auf meiner Laufbahn mich geprägt.

01:30:04: Also ich denke, wie vorhin schon erwähnt,

01:30:06: der Kai Schattner durch die Zusammenarbeit mit den Winzern,

01:30:10: aber auch die Station, die mein Mann bei Steinheuer gemacht hat, wo man sieht,

01:30:16: was hat er auch als Koch für eine Passion für Wein,

01:30:22: die sich dann ja auch im Essen und in der Weinkarte widerspiegelt

01:30:28: und auch, wo man sagt, Mensch, da ist auch dieses Gefühl für Essen und Wein da,

01:30:33: auch wenn ich sozusagen nur vom Rande aus mitgekriegt habe, aber auch das sehr fasziniert.

01:30:39: Also ich glaube, das sind Puzzlesteine, die zusammen am Schluss das eine ergeben.

01:30:44: Also einer Person nach Eifern zu sagen, so wie der will ich werden, das nicht,

01:30:48: aber mit Sicherheit die verschiedenen Stationen, die meine Gastronomie gemacht hat

01:30:53: und die ich auch ganz, ganz wichtig finde.

01:30:55: Also ich glaube, man muss seine Erfahrungen sammeln, um dann aus jedem Betrieb zu sagen,

01:31:00: woher das ist, was mir was gegeben hat, das nehme ich mit.

01:31:04: Und auch anderes vielleicht, was mir nicht so gut gefallen hat,

01:31:07: was ich jetzt aber auch weiß, dass es mir nicht gefällt.

01:31:09: Also die Erfahrung muss man einfach machen und die prägen einen.

01:31:13: Also im besten Fall lernt man daraus.

01:31:16: Ja und das ist wahrscheinlich auch der Mix aus den Menschen, die einem begleiten,

01:31:20: also sowohl Kollegen als auch Winzer als auch Gäste,

01:31:23: wo man dann letztlich sein eigenes Bild heraus vornet, was man dann letztlich ist

01:31:27: oder wie man Wein darstellt.

01:31:29: Wenn du noch einmal die Chance hättest irgendwo Wein zu empfehlen,

01:31:33: du bist jetzt relativ festgesetzt durch die Selbstständigkeit,

01:31:36: aber sei es für einen Tag, eine Woche, ein Monat, in welchem Lokal,

01:31:40: entweder aktuell oder historisch, würdest du gerne mal Wein empfehlen?

01:31:44: Gute Frage.

01:31:48: Vielleicht eher historisch mit dem Wissen von heute, wo die Weinwelt zu hingeht,

01:31:55: von daher vielleicht eher historisch.

01:31:57: Also zu meiner Zeit gab es nicht mehr in der Form,

01:32:01: aber aus vielen Erzählungen, so vielleicht wie in den Schweizer Stuben

01:32:04: oder so, also wo man die große Klassik hatte und alles da hatte,

01:32:09: was heute natürlich auch zu großen Klassik zählt

01:32:12: und was man sich heute einfach nicht mehr leisten kann, was da natürlich

01:32:15: zu damaligen Zeiten von Verständnis ja auch viel Geld war,

01:32:18: aber aus heutiger Sicht war da sich mal so richtig,

01:32:23: die Kante mit so ein paar Kultweinen geben könnte wahrscheinlich.

01:32:27: Für dich die nächste Entwicklung wäre das Winze.

01:32:32: Also hat es immer den Wunsch oder den Traum, selber ein Wein zu produzieren,

01:32:36: eigenes Weingut zu haben oder ist es einfach nebenher wenig zu spielen

01:32:40: oder ist das für dich kein Thema, kein Option?

01:32:43: Nein, eigentlich nicht.

01:32:45: Also natürlich da dabei zu sein und immer mal wieder mit in den Weinkeller zu gucken,

01:32:50: das finde ich super spannend,

01:32:52: ich glaube, das ist eine völlig andere Welt

01:32:54: und wir haben hier einen sehr, sehr großen Garten.

01:32:58: Also ich habe ziemlich viel Ausgleich dadurch,

01:33:00: ich muss es nicht nur in Weinberg.

01:33:02: Nee, aber das Wissen darum und da mal gerne dabei zu sein,

01:33:09: das bin ich schon gerne, aber ich habe jetzt nicht das Bedürfnis,

01:33:12: dass selber zu machen.

01:33:13: Ich weiß auch nicht, ob wirklich Wein dabei rauskommen würde.

01:33:16: Also dafür habe ich echt viel Respekt vor dem, was da passiert.

01:33:20: Man stellt sich es immer so einfach vor, dass man sagt,

01:33:22: irgendwie ein bisschen Traubenquetschen, den Mostern, ein Behältnis

01:33:26: und gucken, dass er agiert wie der Apfels auf Zuhause

01:33:29: und dann wird es natürlich der große Wein

01:33:32: und ich glaube, man ist ein bisschen blauäugig.

01:33:34: Wenn du sagst, dass begleitend hast,

01:33:36: du da einen festen Winzer mit dem, du dich austauschst,

01:33:39: wo du teilweise hospitierst

01:33:41: oder versuchst du da möglichst viele Eindrücke von verschiedenen Winzer mitzunehmen?

01:33:45: Nee, ich versuche schon verschiedene Eindrücke mitzunehmen,

01:33:48: aber natürlich ist es eine örtliche Geschichte.

01:33:52: Also es passiert ja hier automatisch, dass man irgendwo hingeht,

01:33:56: weil man sagt, Mensch, da muss ich noch schnell was abholen

01:33:59: und wenn man mitkriegt, der ist gerade im Keller,

01:34:02: dann guckt man da mal kurz vorbei

01:34:04: oder jetzt im Herbst, wenn man da sonntags mal durch die Weinberge unterwegs ist

01:34:11: oder kriegt über ein Winzer mit,

01:34:13: menschlich wir kriegen gleich den und den Wein auf die Presse,

01:34:16: dass man mal kurz rein guckt

01:34:18: und das ist auch dann schön, dass man da auch einfach rein kann,

01:34:21: das ist auch ein großer Vertrauensbeweis dann,

01:34:23: dass man mal sagen kann, also,

01:34:25: mal guckt mal über die Schulter und sieht,

01:34:28: oh, da kommen gerade die Spätbogunder-Trauben aus dem Saumagen rein

01:34:31: und das sieht aber verdammt gut aus.

01:34:33: Oder auch sieht, wie viele Mann dann zum Sortierparten stehen

01:34:37: und ja, das ist schon top

01:34:40: und es ist auch schön, dass man das Vertrauen genießt da rein kann,

01:34:43: weil das ist trotzdem ja ein sensibler Bereich,

01:34:46: also auch wieder da, was die Hygiene anbelangt

01:34:49: und ja, was auch vielleicht, manchmal haben die Leute glaube ich,

01:34:54: einfach einen falschen Eindruck davon,

01:34:56: aber das ist auch wie in der Küche, ne?

01:34:58: Also ich glaube, es wäre auch nicht gut,

01:35:01: wenn jeder in der Küche im Herbst steht und...

01:35:04: Ich finde das total interessant, was du gerade sagst,

01:35:09: ist, dass man ein Wein mal von der Wiege aufprobieren kann,

01:35:12: dass man die Trauben im Weinberg dann den Most

01:35:15: und dann später den Wein oder auch den gernden Wein

01:35:18: und zu sehen, was da passiert

01:35:20: und wie dann trotzdem gewisse Gleichnisse bleiben,

01:35:22: wie man eine gewisse Wiedererkennung dann letztlich auch hat

01:35:24: und was dann aber dann aus dem Weinwürttem,

01:35:27: wie er sich entwickelt,

01:35:29: etwas, was mich immer wieder wird.

01:35:31: Ja, aber auch einmal das, aber auch in dem Moment

01:35:33: Entscheidungen treffen zu müssen.

01:35:35: Also ich weiß nicht, ob du schon mal ein Rotwein vom BSA probiert hast

01:35:38: oder so, also da oder auch eben so Moster zu probieren,

01:35:44: dass der Winzer dann in dem Moment eine Entscheidung ableiten kann.

01:35:48: Ja, wie vergehe ich den oder lasse ich den noch

01:35:51: oder gebe ich den ins Holz oder da.

01:35:54: Also wo ich auch denk, Wahnsinn, also...

01:35:57: Für mich schmeckt es jetzt nach Most.

01:36:00: Ich kann nur so vielleicht so das ein oder andere nachvollziehen,

01:36:04: aber da eine Entscheidung draus, also das ist schon...

01:36:07: Deswegen großen Respekt davor.

01:36:10: Wie intensiv schaust du die Betriebe dann rein,

01:36:13: also auch mit ins Labor?

01:36:15: Allgemein Analyse, auch wenn ich so der Analyse Typ ist,

01:36:18: nein, das nicht, aber so einmal umpumpen oder einmal das Gebinde wechseln,

01:36:22: solche Sachen, das dann schon, oder ist das auch nicht so interessant?

01:36:26: Ja, oder das kriegt man halt mit, dass die Winzer gerade erzählt haben.

01:36:28: Also das ist ja eben das, was ich da vorhin mal sagte,

01:36:31: deswegen bin ich so gerne da dran.

01:36:34: Manchmal ist es ja gar nicht, dass man in dem Moment daneben steht,

01:36:37: aber dass zum Beispiel, es sei es ein Winzer zum Essen kommt

01:36:40: oder gerade Wein vorbeibringt oder man trifft sich auf der Straße irgendwo

01:36:43: und dann fragt man natürlich automatisch, was macht der gerade

01:36:47: oder wo es dann darum geht, ja, wir gehen jetzt dann in die Reben

01:36:51: und schneiden und...

01:36:54: Oder wir sind gerade dabei abzufüllen,

01:36:57: morgen kommen die große Gewächse auf die Flasche oder so.

01:37:00: Also einfach dieses Hautnah mit dran sein,

01:37:03: das mag ich unheimlich gerne.

01:37:05: Also das gibt mir halt ein gutes Gefühl, da mittendrin zu sein.

01:37:09: Der Rotwein, den wir haben, ist ja so ein richtiger Restaurantprimus,

01:37:13: finde ich, weil du den eigentlich immer einsetzen kannst

01:37:17: und dann als Wegwaffe.

01:37:19: Ja, da ist es wirklich so, also bei Roda war ich tatsächlich auch mal gewesen.

01:37:23: Ach so, schön, toll.

01:37:25: Das ist so ein Weingut in der Reocha auch.

01:37:29: Also wenn man ein Weingut, glaube ich, beschreiben will,

01:37:32: die so nach Perfektion streben, dann ist es, glaube ich,

01:37:36: ist Roda wirklich ein gutes Beispiel dafür.

01:37:38: Das ist von einem perfekten Killer mit entsprechend

01:37:44: oder ist es ja neu gebaut, das ist Meingut.

01:37:47: Aber wo man dann natürlich versucht, für alles die perfekten Bedingungen zu schaffen,

01:37:52: die perfekten Trauben zu lesen, in den besten Fässern

01:37:56: und also wo man wirklich nach Perfektion strebt, ja.

01:38:00: Das ist jetzt vielleicht für den ein oder anderen, der sagt,

01:38:03: er braucht irgendwie was Ursprünglicheres oder Wilderes,

01:38:06: vielleicht im Wein, würde ich das jetzt vielleicht nicht empfehlen,

01:38:10: aber für jemand, der einfach was Klares, was Nachvollziehbares irgendwie sucht

01:38:16: und ja, oder auch so ein, wie du sagst, ein guter Allrounder, Multi-Talent,

01:38:21: da ist sowas natürlich toll, was einfach perfekt gemacht ist.

01:38:25: Wenn man so Weingüter sieht, dann schon auch oft beeindruckend.

01:38:29: Die Suche nach der Perfektion, finde ich, hat auch einen gewissen Charme und Reiz.

01:38:33: Ich würde es gar nicht negieren, wenn man ja oftmals hingeht und sagt,

01:38:37: Wein ist Ursprung, ist Natur und darf auch gerne richtig dreckig sein

01:38:41: und richtig schmutzig, ist halt so eine komplette andere Herangehensweise,

01:38:45: mit der man viele Weinsuchenden oder Weintrinker auch auf eine ganz eigene

01:38:50: Weise faszinieren kann und ich finde, diese Weine haben oftmals auch etwas,

01:38:54: was man beschreiben kann und was daher herausresortierend nachvollziehbar ist.

01:38:59: Ja, absolut.

01:39:02: Und ich glaube eigentlich auch nur, dass man in diesem,

01:39:08: dass man vielleicht mehr Natur oder Wein oder Abweichung zulässt,

01:39:14: eigentlich auch was richtig gut werden kann, wenn man Perfektion gelernt hat.

01:39:17: Also weißt du, was ich meine?

01:39:19: Also, wenn man weiß, wie es technisch am besten funktioniert,

01:39:24: vielleicht dann auch wieder zurückschrauben kann

01:39:27: und ist es vielleicht auch eine ganz spannende Entwicklung,

01:39:30: um nochmal den Bogen zu Pfalz zu schaffen, was man hier in der Gegenteil toll sieht.

01:39:38: Also, zum einen gibt es natürlich einen Nebenanter von allen Weingütern,

01:39:42: es gibt die wirklich eher den Bedienen,

01:39:46: der einfach sein Easy-Going-Wein braucht.

01:39:49: Es gibt die, die halt eben diesen 100-Punkte-Wein suchen

01:39:53: und es gibt vielleicht die, die dann schon wieder einen Schritt weiter sind

01:39:56: und Sachen hin zu mehr Individualität.

01:39:59: Und ich glaube, das ist aber auch eine Entwicklung,

01:40:01: die dann so ein Gebiet zulässt, wenn es mal an eine gewisse Ebene erreicht hat.

01:40:06: Also, wenn man sich diese Perfektion schon mal erarbeitet hat

01:40:10: und ich glaube, das hat man hier in den 90er- und 2000er-Jahren

01:40:14: sehr gut angefangen und wo man vielleicht zu die Pfalz

01:40:19: ein bisschen Fokus gebracht hat, aber wenn man heute rückblickend

01:40:21: so die Weine probieren würde, würde es einem vielleicht auch ganz schön langweilig erscheinen.

01:40:25: Wenn man sagt, okay, das ist auch eher nach Perfektion,

01:40:30: wo ist die Balance zwischen Süße und Zäure

01:40:33: und wie ist das richtige Rezept für einen guten Riesling?

01:40:37: Und irgendwann zu sagen, ja, Rezept braucht man eigentlich keins,

01:40:40: sondern natürlich muss man sein Handwerk beherrschen,

01:40:42: aber man lässt sich die Lage zu oder man lässt den Weinstil zu.

01:40:47: Ich glaube, das kann man da auch sehr schön sehen, wie sich das so entwickelt.

01:40:53: Und ich glaube, die Rioja ist dann ein sehr ähnliches Gebiet,

01:40:56: wo man auch da alle Weingüter hat, von Riesig, die fast so, wie immer,

01:41:05: das Industrieklingel mal blöd, oder?

01:41:08: Wie willst du das beschreiben?

01:41:10: Im Englischen sagt man ja, Wine Industry.

01:41:13: Also da negiert man den Begriff gar nicht.

01:41:17: Ich finde es manchmal gar nicht.

01:41:19: Eigentlich ist es ja eine Industrie.

01:41:21: Und man ist jetzt Industrieweine, also die Industrie-

01:41:24: Ja, also das ist ja technisch gemachte Weine aus großen Weingütern.

01:41:29: Die große Markenweine produzieren genauso wie kleine Spitzenweingüter

01:41:35: oder auch große Spitzenweingüter, die aber Topweine oder Einzellagenweine

01:41:39: machen oder in Lagen gehen, die vielleicht hochgelegen sind,

01:41:43: die früher vielleicht belächelt wurden, die heute im Fokus stehen

01:41:47: und von Traditionen bis ganz modern alles.

01:41:50: Und ich glaube, das ist da ein schöner Parallel.

01:41:54: Ich finde die Parallel sehr gut.

01:41:57: Ich finde den Ansatz auch sehr gut, dass es Phasen gibt in einem Gebiet,

01:42:02: manchmal auch in einem Weingut, wenn man kann und nicht mehr muss.

01:42:05: Also erstmal muss man ja oftmals was erreichen oder muss irgendein Stil haben,

01:42:09: man muss sich verwirklichen und irgendwann kann oder darf man dann

01:42:12: und dann werden die Weine auch losgelöst oder werden eigenständiger.

01:42:18: Ich glaube, hier in der Pfalz hat der Tourismus auch gut getan,

01:42:23: dass man durch das gute Lebensgefühl, durch die schöne Landschaft,

01:42:28: aber natürlich auch so vorbereiter wie ich glaube, jeder weiß,

01:42:32: dass Kohl mit Staatsgästen Saumagen im Deidichsheim Hof gegessen hat.

01:42:37: Und das ist nicht unwichtig und das Gute ist, dass es sich weiterentwickelt hat.

01:42:42: Es ist nicht da stehen geblieben und es gibt die Klassiker noch,

01:42:48: aber es gibt viele Alternativen und das macht es, glaube ich, attraktiv für ganz viele

01:42:52: und dadurch, glaube ich, hat sich alles gut entwickeln können.

01:42:56: Ich bin immer mal in Gesprächen mit manchen Winzern aus Rheinhessen,

01:43:00: die gerne manchmal Pfeilzerbedingungen hätten, was das Rohr und Hotel angebot hätte.

01:43:06: Ja, ja, ja, ja, das stimmt.

01:43:09: Es geht jetzt nicht um Weinqualität, sondern die Infrastruktur drumrum, also die halt.

01:43:13: Ja.

01:43:15: Aber da gibt es kein Gebiet, was wie die Pfalz ist, wo das so geliebt wird

01:43:19: und wo man diese Genussfreude einfach ausstrahlt.

01:43:23: Wie war das in der Rioche?

01:43:25: Also hat man da eine ähnliche Struktur, Liebensfreude gespielt?

01:43:30: Ja, du hast ja einmal diese Geschichte, das ist ja schon auch eine Wahnsinnslandschaft.

01:43:36: Wenn du da gerade mal so in der Riochala-Wetter bei Remy Jury oder so,

01:43:41: wenn du das mal gesehen hast, das ist beeindruckend, wunderschön.

01:43:46: Aber teilweise auch sehr streng schon wieder von allem,

01:43:49: aber dann hast du ja auch die Städte und du hast ja auch, ich glaube,

01:43:52: der Jacobsweg geht auch durch oder?

01:43:55: Ich war noch nicht auf solchen Pfaden unterwegs, aber

01:43:58: und dann hast du ja auch wie in Lukren, ja, also die Tabas-Bas und so,

01:44:03: und hast du doch schon spanisches Nachtleben wieder

01:44:07: und das ist schon auch eine gute Mischung, also finde ich schon auch sehr, sehr gut.

01:44:12: Wann warst du da bei Rota?

01:44:16: Auch schon viele Jahre her.

01:44:19: Manchmal mit einem Weinhändler, aber ja, also vor zehn Jahren mindestens.

01:44:27: Ich glaube, da gab es den Seeler noch nicht.

01:44:30: Die gibt es jetzt vor acht?

01:44:33: Ja, dann könntest du sogar vorher gewesen oder so in dem Zeitraum gewesen sein.

01:44:38: Und damit das Selektion mit Rota und Rota 1

01:44:43: und dann in SIRSION als die Distel, die ja auf dem Etikett ist.

01:44:48: Und ich finde es sehr schön, jetzt hat der Wein auch ein bisschen Luft im Glas,

01:44:53: wo wir wieder ein bisschen auf die Pfalz abgeschweifelt sind.

01:44:56: Und jetzt kommen noch so ein bisschen mehr, die sind ganz dunkle Frucht.

01:45:01: Also da ist schon...

01:45:03: Finde ich ganz prägnal zu Brombeere ganz viel?

01:45:06: Ja, genau, diese Waldbänder war auch so eine ganz dunkle, so eine sehr dunkle Süßkirsche,

01:45:11: so richtig schwarze Kirsche, so, ganz gut und so ein bisschen was Schokoladiges mit drin,

01:45:15: also auch da.

01:45:17: Aber wirklich ein Wein, der jetzt durch seine Jugend und seine Frucht besticht,

01:45:21: hat schon fast so eine peteurnde Aromatik, finde ich.

01:45:24: Wie wichtig ist für dich die Farbe bei dem Wein?

01:45:27: Im Allgemeinen, also werdest du Wein über die Farbe?

01:45:29: Ich mag später Brombeere, das beantwortet doch schon alles, oder?

01:45:32: Also ich finde es manchmal...

01:45:39: Ich bin manchmal genervt von dem Farbthema, sagen wir mal so,

01:45:43: weil dieser Ausdruck kommt ja im Restaurant ganz oft zu sagen,

01:45:48: "Oh, der hat eine tolle Farbe."

01:45:50: Und ja, Farbe ist ja auch von so vielen Faktoren beeinflusst,

01:45:54: aber natürlich auch erstmal die Rebsorte.

01:45:57: Und welche Klone hast du zum Beispiel beim Pino?

01:46:02: Da gibt es ja dann auch wieder welche, die doch schon ein bisschen dunkler sind,

01:46:05: durch kleinjährigere Traum, aber du kannst einen hellen oder den ganz piaen Mund.

01:46:09: Ich meine, du hast manchmal ganz helle Weine

01:46:11: und das steckt da wahnsinnig viel hinter.

01:46:14: Und es wird immer über die Farbe schon so viel in den Weinintern reininterpretiert,

01:46:17: was man eigentlich überhaupt nicht sagen kann.

01:46:20: Also ich möchte jetzt auch keine schwarzen Gläser haben.

01:46:22: Ich mag schon die Farbe des Weines zu sehen im Glas

01:46:25: und ob der hier zum Beispiel beim Weißwein eher grüne Reflexe hat

01:46:28: oder ob du da eher eine sattere Farbe hast.

01:46:33: Aber es wird meiner Meinung nach ein bisschen zu viel in die Farbe reininterpretiert

01:46:37: und das hören wir halt im Restaurant ganz oft, wenn du ein Wein einschängst

01:46:41: und dann heißt sofort, oh, der hat aber eine schöne Farbe.

01:46:45: Manchmal ist es ja auch so eine gewisse Hilflosigkeit,

01:46:48: also dass der Gast oder der Kunde das einfach kommentieren möchte

01:46:53: und das visuelle, was uns ja auch zu 80 Prozent prägt,

01:46:57: ist ja meistens das Einfachste, das irgendwie darzustellen.

01:47:01: Aber letztlich hast du es gefragt,

01:47:03: sollt du eher in die Richtung, nein, ich kann das total verstehen,

01:47:08: was du dort weinst, weil es oftmals in dieser Kategorisierung

01:47:13: ganz viele Weine ausschließt, weil man da natürlich immer,

01:47:16: nach dem Parameter geht, genau ja, und kräftig

01:47:19: und wenn der keine kräftige Farbe hat, dann hat er keine Qualität

01:47:22: und sonstige, es ist ja manchmal auch so ein Learning aus den 90ern,

01:47:25: dann irgendwo gewesen.

01:47:27: Ich wollte eigentlich mehr so in die Richtung gehen,

01:47:30: was du aber auch beantwortet hast, ob die Farbe für dich immer

01:47:33: ein prägnanter Informationsgeber ist, was ich oftmals unterschätzt finde,

01:47:37: denn du kriegst sehr viel Information über die Reihe,

01:47:40: über die Rebsorte, wie du sagst, Klonenvariation,

01:47:43: ob er filtriert ist, nicht filtriert ist

01:47:45: und was man dann eben doch erwarten kann.

01:47:47: Genau, weil ich habe jetzt zum Beispiel ja den Weißwein

01:47:50: auch noch daneben im Glas stehen und da siehst du dann schon,

01:47:54: der hat ja wirklich noch so, also der hat schon eine,

01:47:57: es hatte Farbe, aber der hat immer noch auch so grüne Reflexe

01:48:00: und das spricht ja auch einmal,

01:48:04: auch dafür, dass der Wein in seiner ganzen,

01:48:09: in seinem ganzen Ausbau im Keller trotzdem auch

01:48:12: sehr schonend sehr vorsichtig verarbeitet wurde,

01:48:16: um diese Frische auch zu bewahren, also weil sonst hätte man ja irgendwo,

01:48:20: wenn da mehr Oxidation im Spiel wäre, wäre das einfach

01:48:24: noch satter, goldener von der Farbe oder dunkler einfach

01:48:30: und das natürlich als Hinweisgeber auf jeden Fall,

01:48:34: also das bin ich völlig bei dir,

01:48:36: dass ja auch bei einem Rotwein,

01:48:39: sofort natürlich ein Indiz, das ist eher ein jugendlicherer Rotwein

01:48:43: oder haben wir wirklich schon eine deutliche Flaschenreife,

01:48:46: wo man dann einfach diese, ja,

01:48:50: mehr ins Rötlich, Orange, bis hin braune Reflexe

01:48:55: bei einem ganz alten Wein, dann kriegen kann oder wie du sagst,

01:48:59: wieder ausgebaut ist und so, das ist schon, ja,

01:49:02: Hinweisgeber völlig, völlig, bin ich völlig bei dir.

01:49:05: Wenn du so ein Wein bierst, den Zähler zum Beispiel probierst,

01:49:09: rastest du für dich oder rastest du für den Gast?

01:49:13: Also für wen denkst du dort?

01:49:15: Also nimmst du die Informationen für dich auf

01:49:17: und nimmst das in deiner Weinbibliothek dann letztlich auf

01:49:20: oder hast du automatisch vor Augen den und den Gästekreise,

01:49:25: der und der Speise, bist du im Restaurant?

01:49:27: Schon beides, also ich könnte kein Wein verkaufen,

01:49:33: hinter dem ich jetzt nicht stehen würde, wo ich jetzt,

01:49:36: aber natürlich hat man persönliche Vorlieben

01:49:38: und natürlich, wie schon erwähnt die Zeit des Weintrinkens,

01:49:45: es ist ja dann doch immer ein bisschen knapp bemessen,

01:49:47: dass man wirklich Zeit dafür hat, dementsprechend

01:49:49: selektiert man für sich selber dann natürlich schon stark.

01:49:52: Aber ich habe tatsächlich auch Weine, ich habe ja viele Stammgäste,

01:49:58: was ich wunderschön finde, weil man da natürlich auch

01:50:01: im Weinbereich nochmal ganz anders arbeiten kann,

01:50:04: wenn man weiß, Mensch, den konnte ich schon mal mit dem

01:50:07: und dem Wein überraschen oder ich weiß,

01:50:10: der mag einfach richtig knackig trockene Rieslinge,

01:50:13: wo ich dann mal wieder so ein richtig trockene Rieslinge habe,

01:50:16: der so ein richtig herzhaftes Hörer auch hat, wo ich weiß, okay,

01:50:20: das wird jetzt nicht vieler Mann Geschmack treffen,

01:50:23: aber ich weiß, ich habe so ein paar Gäste

01:50:25: und die werden sich total freuen, wenn ich den Wein für die da habe

01:50:28: und das wegen beides, also natürlich für die eigene,

01:50:36: wie nennt man das dann, Memographie,

01:50:39: die eigene Gedächtnis an mag ich jetzt Rohda

01:50:44: oder nicht für mich persönlich oder wie stuf ich das Weingut ein,

01:50:48: natürlich ist jeder Wein dann damit drin,

01:50:51: aber auch auf meine Weinkarte passt es zu unserem Restaurants-Stil.

01:50:58: Ich würde das zum Beispiel halt, wir können bei einem Pfälzer-Restaurant

01:51:04: mit einer französischen Prägung,

01:51:06: ich weiß, wenn wir das umbrähen auf die Karte nehmen,

01:51:08: das wird keinen Sinn machen.

01:51:10: Deswegen ist das dann, den probiere ich dann für mich,

01:51:14: um auch was zu lernen, um weiterzukommen,

01:51:18: um auch Erfahrung zu sammeln.

01:51:21: Ich habe jetzt nicht vorher irgendwelche Wettbewerbe nochmal anzutreten,

01:51:24: das wäre dann der nächste Part.

01:51:26: Man muss ja sowas für sich auch abspeichern,

01:51:28: um es wiedererkennen zu können.

01:51:30: In der Blindprobe kann man letztendlich auch nur was erkennen,

01:51:33: was man schon mal irgendwo probiert hat.

01:51:36: Oder zumindest ein Stil, den man schon mal hat

01:51:39: oder eine Rebsorte, die man kennengelernt hat.

01:51:41: Aber für mich persönlich, natürlich für meinen Wissen

01:51:45: und meine Neugier, der auf alles, was mit der Weinwelt zu tun hat, immer.

01:51:49: Wer der Sela für dich für ein Reifelkeller

01:51:54: oder würdest du den jetzt auch schenken, wenn du ihn sehr viel würdest?

01:51:57: Nein, den würde ich eher.

01:51:58: Also magst du diese jüngliche Ausstrahlung?

01:52:00: Genau, ich finde, der ist wirklich charmant und zugänglich so jetzt.

01:52:04: Und ich glaube, so ist er auch als Wein gedacht.

01:52:07: Ich denke, dafür gibt es ja dann andere Selektionen.

01:52:11: Ich weiß nicht, ob ich es richtig abgespeichert habe über Sela,

01:52:16: glaube ich schon eher auch aus den jungen Reben,

01:52:18: die diese Fruchtigkeit transportieren.

01:52:20: Es muss nicht jeder Wein zum Lagern gemacht sein.

01:52:25: Die Reben sind 10 bis 30 Jahre, ganz so jung sind die nicht.

01:52:29: Aber ich denke auch, da geht es um die primäre Aromatik bei dem Wein.

01:52:34: Ich denke, er könnte Reifen.

01:52:36: Ich finde auch den Alkohol ganz großartig, um 3,5% Volumen,

01:52:39: obwohl der Wein so kräftig und so intensiv erscheint.

01:52:42: Ich finde auch die Kustatur nicht massiv, aber durchaus prägt.

01:52:49: Er hat eine gute Tarninstruktur.

01:52:51: Das ist ein gutes Gerüst da, aber das ist eben nicht so,

01:52:55: dass man sagt, das Gerüst ist doch so fest,

01:52:57: dass du ihn zerreifen lassen musst.

01:52:59: Aber ich bin bei dir.

01:53:01: Der hat Potenzial, der Wein auf jeden Fall.

01:53:03: Wenn den jemand in seinen privaten Keller legen möchte,

01:53:07: ich finde es immer schön, wenn man so ein Sechserkistchen hat

01:53:11: und anfängt es zu trinken.

01:53:13: Die nächste Flasche dann ja meinem Vierteljahr vielleicht aufmacht.

01:53:16: Die letzten vielleicht, das sind zwei Jahren,

01:53:19: aber das ist ja auch das, was schön ist,

01:53:21: das zu sehen, die Entwicklung, die dann macht.

01:53:23: Und das ist das, was ich auch mit dem Wein ausfinde.

01:53:26: Da bin ich bei dir, da haben wir da kein Problem.

01:53:28: Mit dem Wein auch lebt, also dem Wein auch er lebt in seiner Entwicklung.

01:53:31: Und dann einfach auch sieht, was Wein kann.

01:53:33: Das ist halt anders als Limonade sich entwickeln kann.

01:53:36: Ja.

01:53:38: Wann ist für dich der perfekte Moment für Wein?

01:53:41: Ja, es kommt ja auch auf den Wein drauf an.

01:53:44: Also ich finde, es macht immer unglaublich Spaß,

01:53:49: Wein zu teilen, gerade wenn es ein besonderer Wein ist.

01:53:52: Also da hat man wirklich dann auch manchmal Flaschen,

01:53:55: die man so in seinem privaten Klimaschrank liegen hat.

01:53:58: Und wo man sagt, woher habe ich jetzt Lust drauf, den zu dem Essen,

01:54:02: wenn man mal dann wirklich in Ruhe am freien Tag

01:54:05: in das Restaurateur zum Essen zusammensitzt.

01:54:08: Und sagt, das machen wir jetzt,

01:54:10: weil da habe ich jetzt Bock drauf zum Essen.

01:54:12: Oder wirklich auch sagt, wow, das ist so eine besondere Flasche.

01:54:16: Da warten wir bis noch ein paar andere Weinbecke-Eister damit da sind

01:54:20: die dann zusammen auf, weil dann so ein Wein zusammen zu probieren

01:54:23: und drüber zu philosophieren.

01:54:25: Das ist natürlich dann das, ja, und dann einfach,

01:54:30: weil die Sonne scheint, wenn man gerade im Garten fleißig war.

01:54:34: Und dann auch mal was Prägien des aufmachen kann zur Belohnung.

01:54:38: Das ist dann auch schön.

01:54:40: Also das ist ja wieder die Vielseitigkeit von dem Thema,

01:54:44: dass eigentlich fast jede Gelegenheit was gibt.

01:54:47: Also geht eigentlich fast immer,

01:54:49: oder gibt es auch Situationen, wo du sagst, da passt Wein überhaupt nicht?

01:54:52: Ein Stress.

01:54:55: Also wenn man so wirklich

01:54:58: mit dem Kopf völlig woanders ist

01:55:01: und so richtig unter Strom steht.

01:55:04: Also da habe ich überhaupt keinen Bock auf Wein.

01:55:06: Aber finde ich eigentlich auch ganz gut,

01:55:09: weil in unserem Job ist ja die Verfügbarkeit von Wein,

01:55:12: sprich, Alkohol auch immer da.

01:55:15: Und dass ich mir den jetzt nicht runterkippen muss,

01:55:18: um zu kommen, also das ist für mich dann so der ganz falsche Moment.

01:55:22: Da habe ich dann gar keine Lust.

01:55:25: Was macht einen Wein zu einem Meisterwerk?

01:55:43: Ist es die chemische Zusammensetzung der Böden?

01:55:46: Ist das Zusammenspiel von Sonne und Wind?

01:55:48: Ist es die Arbeit eines Gärtners mit seiner Liebe zur Natur?

01:55:52: Oder ist es doch die akribische Arbeit eines Winzers,

01:55:55: der seinen Handwerk wie ein Wissenschaftler betreibt?

01:55:58: Der Markowicz M1 2021,

01:56:01: eine Küwe aus 80% Merlot und 20% Blaufränkisch,

01:56:04: liefert auf faszinierendste Weise Antworten auf diese Fragen.

01:56:08: Der M1 2021 ist mehr als eine Küwe.

01:56:12: Dieser Wein stammt aus der Ried,

01:56:14: Obhür, der wärmsten Lage des Abestaler Hügelandes im Kanuntum.

01:56:18: Die Böden dort sind keiksandig und leicht lemig.

01:56:21: Sie bieten eine ausgezeichnete Fähigkeit zur Wärmespeicherung.

01:56:25: Die Reben wachsen in südwestlicher Ausrichtung

01:56:28: auf einer Höhe von 220 Metern.

01:56:31: Diese Bedingungen garantieren eine langsam und gleichmässige Reifung.

01:56:34: Die Trauben werden Anfang bis Mitte Oktober per Hand gelesen.

01:56:38: Und hier beginnt der erste Schritt einer präzisen Prozesskette.

01:56:42: Die Gärung erfolgt spontan ohne Zugabe von Hefen.

01:56:45: Sie findet bei einer Temperatur von 30 bis 32 Grad in Holzgärstenden statt.

01:56:50: Diese Methode nutzt die natürliche Mikroorganismin des Weinberges

01:56:54: und intensiviert die Aromvielfalt des Weines.

01:56:57: Nach der Gärung folgt eine 24 bis 30-tägige Matzeration.

01:57:03: Dieser Schritt sorgt für die maximale Extraktion von Farbe, Tannine und Arom.

01:57:08: Der Ausbau erfolgt anschließend über 24 Monate in französischen Bariks

01:57:13: und 500 Liter Tonnofessern.

01:57:16: Das Ergebnis ist ein perfekt ausbalancieter Wein.

01:57:19: Er besitzt ein Alkoholgehalt von 14,5 Volumen pro Zettel,

01:57:22: ein Restzucker von 1 Gramm je Liter

01:57:24: und eine Säure von 5,2 Gramm je Liter.

01:57:27: Doch das ist nur die halbe Geschichte.

01:57:29: Jeder, der den M1 2021 probiert, ist fasziniert von dem salzigen Abgang.

01:57:36: Dieser ist ein direktes Ergebnis des kalkhaltigen Bodens.

01:57:41: Diese geologische Prägung ist ebenso entscheidend,

01:57:43: wie die mikrobiologische Präzision in der Kellerarbeit.

01:57:47: Gerhard Markowicz ist der Mann hinter diesem Meisterwerk.

01:57:50: Seine Geschichte beginnt 1990, als er den älterlichen Mischbetrieb übernahm.

01:57:55: Damals standen Weinreben noch im Schatten von Getreide und Zuckerrüben

01:57:59: innerhalb weniger Jahre.

01:58:00: Transformierte Markowicz, diesen Betrieb vollständig.

01:58:03: Er hat eine ganz klare Vision, Qualität, gefolgt von Qualität

01:58:08: und fundamentiert von Qualität.

01:58:11: 2001 errichtete er eines der modernsten Kellereigebäude Österreichs.

01:58:17: Dort kombiniert er traditionelle Handarbeit mit mikrobiologischer Kontrolle.

01:58:21: Seine Philosophie ist tief in der Natur verwurzelt.

01:58:25: Jede Parzelle wird individuell bewirtschaftet, jede Traube wird per Hand geprüft.

01:58:31: Markowicz setzt auf minimalen Eingriff im Keller.

01:58:35: Er kombiniert diese Vorgehensweise mit innovativen Techniken wie der Präzisionsweinbereitung.

01:58:41: Das Feingut erstrickt sich heute über 43 Hektar eigene Weinberge.

01:58:45: Zusätzlich bearbeitet er Trauben von Vertragswinstern, die strengen Qualitätsstandards folgen.

01:58:50: Bariks aus französischer Eiche, spontan Gärung und verlängerte Lagerung auf der Feinhefe

01:58:56: prägen seinen Ansatz.

01:58:58: Und diese Prozesse werden akribisch überwacht.

01:59:02: Es ist ein intelligente, ein sehr intellektueller und vor allem ein sehr emotionaler Ansatz,

01:59:08: der die natürlichen Eigenschaften der Reben und später der Traube verstärkt.

01:59:13: Und so ist Gerd Markowicz nicht nur ein Produzent, er ist ein Botschafter für die Region Kanuntum.

01:59:18: Seine Arbeit hat zweifelsfrei dazu beigetragen, die Region international bekannt zu machen.

01:59:24: Die Geschichte von Kanuntum reicht fast 2000 Jahre zurück.

01:59:27: Bereits die Römer erkannten das Potenzial dieser Region.

01:59:29: Doch es ist die geologische und klimatische Vielfalt, die Kanuntum so besonders macht.

01:59:34: Die Böden von Kanuntum erzählen eine Geschichte, die Millionen Jahre zurückreich.

01:59:39: Sie bestehen aus einer Mischung aus Lös, Sand und kalkhaltigem Schotter.

01:59:43: Diese Böden sind überresteuhurtzeitlicher, flutereignisse und tektonischer Bewegung.

01:59:47: Sie bieten ideale Bedingungen für den Weinbau.

01:59:49: Sie speichern Wärme, sind gut durchlässlich und vor allem reicher Mineralien.

01:59:54: Klimatisch profitiert Kanuntum von seiner Lage im Übergangsbereich zwischen dem kontinentalen Klimamittel Europas

02:00:02: und dem warmen Einflüssen des panonischen Beckens.

02:00:05: Die Region erhält weniger als 500 Milliliter Niederschlag pro Jahr und es gibt 300 Sonnentage.

02:00:10: Und genau diese außergewöhnlichen Bedingungen fördern die Konzentration der aromenden Trauben.

02:00:15: Die kühle Nächte sorgen dafür, dass die säure Struktur erhalten bleibt.

02:00:19: Eine besondere Rolle spielt hierbei die Donau.

02:00:23: Ihre kühlenden Einflüsse wirken wie ein natürlicher Klimaregulator.

02:00:28: Sie verstärkt die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, denn diese Unterschiede fördern die Entwicklung komplexer Aromen.

02:00:34: Die Einführung der Lagenklassifikation im Kanuntum hebt Spitzenstandorte wie die Ried Aubül hervor.

02:00:41: Präzisionsweinbau ist hier keine Zukunftsvision.

02:00:44: Gelebte Realität.

02:00:46: Sensoren im Boden messen die Feuchtigkeit.

02:00:48: Wetterstationen liefern Daten in Echtzeit.

02:00:50: Drohende überwachen die Gesundheit der Reben.

02:00:52: Auch in der Kellertechnik hat Kanuntum Marschdiebe gesetzt.

02:00:56: Der Markowicz M1 2021 ist mehr als einer der besten Rotweine Österreichs.

02:01:02: Erstes Ergebnis eines Zusammenspiels aus Wissenschaft, Handwerkskunst und Natur.

02:01:07: Gerhard Markowicz hat bewiesen, dass exzellente Weine nur durch tiefes Verständnis

02:01:12: und unermüdlichen Qualitätsanspruch entstehen können.

02:01:16: Vielen Dank dafür.

02:01:18: Und vielen Dank dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

02:01:22: Aber Feiern mit Wein geht schon, oder?

02:01:34: Immer.

02:01:36: Was frage ich jemanden, falls auf Feiern mit Wein geht?

02:01:39: Ja, und Feiern geht dann aber auch mit Wein Schorle.

02:01:44: Das musste ich auch lernen in der Pfalz.

02:01:47: Das waren mit sich nicht die ersten Jahre.

02:01:50: Aber wenn hier ein Weinfest ist und man steht einfach auf der Straße

02:01:57: und spielt gerade eine Band, dann ist so ein Schorleglas das Perfekte.

02:02:02: Sind dann aber andere Weine, die dafür genommen werden?

02:02:06: Oder geht da mehr oder weniger auch kein Qualitäts?

02:02:10: Nein, man braucht also ein Schorle Wein.

02:02:13: Ein Schorle Riesling ist wirklich ein geradliniger,

02:02:17: ein guter Riesling, aber wirklich was völlig anderes wie das, was man dann so ...

02:02:24: Das muss sauber, das muss top gemacht sein.

02:02:28: Aber das ist kein Wein, den man dann so Solo zum Essen einschenken würde.

02:02:33: Das ist schon anders.

02:02:35: Aber auch über die Schorle hinaus?

02:02:37: Ich hatte mal in der Vergangenheit, heute gibt es ja nicht mehr die trockenen Kabinett,

02:02:41: aber ich hatte einen Gast, der wollte mal eine Kabinettschorle,

02:02:46: also nicht aus einem Moselkabinett, aber er wollte halt unbedingt

02:02:51: immer schon einen hochwertigeren Wein in seiner Schorle haben,

02:02:54: wollte damit zum Ausdruck bringen.

02:02:56: Ich fand das immer irgendwie, ja, genauso wie das falsche Wasser ist, genauso schlimm.

02:03:01: Es geht auch nicht.

02:03:03: Aber jetzt über die Schorle hinaus, also könnte man mit sehr hochwertigen Wein feiern

02:03:09: oder wäre das dann despektierlich dem Wein gegenüber?

02:03:12: Oder ist das eine Situation, was man unter Feiern versteht?

02:03:16: Also man kann ja auch in einer netten Runde wirklich den Wein feiern,

02:03:27: und dann kommen da richtig gute Sachen auf den Tisch,

02:03:31: aber da hat man ja wieder den Austausch, dass man das zusammen ausmacht,

02:03:36: dass man es probiert, und das läuft in eine andere Schiene,

02:03:40: aber feiern im Sinne von wirklich auf einem Weihfest, auf der Bierbank,

02:03:47: auch da gibt es dann Gelegenheiten, wo man noch bestimmte Sachen aufmacht

02:03:52: und zusammenprobiert, aber da darf es dann auch mal die Schorle sein.

02:03:56: Aber wenn du jetzt eine Hochzeit hast, also da großes Gewächs rauf und runter,

02:04:02: oder ist es dann, dass der Wein ein zu sehr beeinflusst, mitnimmt, fesselt, beansprucht?

02:04:09: Also ich würde sagen, ich kann mal unsere eigene Hochzeit als Beispiel vielleicht nehmen.

02:04:15: Wir hatten einfach zum Menü, wir haben in Laumersheim geheiratet,

02:04:19: also haben wir von drei Laumersheimer Weingütern die Weine zum Essen genommen

02:04:23: und auch da eher das, was so die Trinkweine im Ortsweinbereich waren,

02:04:32: was einfach aber auch eine Mischung aus 50 Gästen, die ja nicht alle aus dem Weinbereich kommen,

02:04:38: dann versteht und Spaß daran hat.

02:04:40: Wir aber auch dann in dem Moment ein gutes Glas trinken können,

02:04:44: weil es dann halt noch eine Weinbar gab mit Magnums, Doppelmagnums aus beeindruckenden Weinen,

02:04:53: die uns so begleitet hatten oder die wir für einen besonderen Andersen wie die Hochzeit eben hatten.

02:04:58: Und da, der da dann Spaß daran hat und Lust, und das haben wir dann auch natürlich alles gerne noch getrunken.

02:05:06: Aber von daher würde ich sagen, also alles zu seiner Gelegenheit und alles auch ohne den Gast zu überfordern,

02:05:20: sei es den eigenen Gast bei der eigenen Party oder den Gast im Restaurant.

02:05:25: Ist Musik für Wein wichtig?

02:05:28: Nein. Wein ist oft wie Musik.

02:05:33: Stimmt.

02:05:35: Du kannst ganz viel mit Musik, eigentlich auch wenn Leute nicht so weinhaft fienen,

02:05:42: mit Musik als Vergleich erklären.

02:05:48: Das funktioniert gut, das heißt die Struktur des Weins, ob das jetzt eher wie Walthier oder eher wie Rammstein ist

02:05:57: oder ob das zum Beispiel bei Leute, die so küves gegenüber kritisch sind.

02:06:05: Dann sage ich immer, es gibt halt Solisten und es gibt Chorsänger und manche Sachen sind halt als Chor dann perfekt

02:06:12: und andere Sachen sind als Solisten. Also von daher kannst du das finden, aber du kannst wunderbar eine gute Flasche Wein ohne Musik trinken.

02:06:23: Also ich finde diese Bildsprache oder diese Metapher ganz, ganz großartig, wenn man Wein, der manchmal wenig unnahrbar scheint

02:06:32: oder eben, wo man das Gefühl hat, man muss so viel wissen, man macht ihn damit greifbar.

02:06:36: Man macht ihn, ja, im wahrsten Sinne des Wortes bildlich.

02:06:39: Wenn du ein Wein wärst, welcher Wein wärst du?

02:06:41: Keine Ahnung.

02:06:45: Gute Frage, ich weiß nicht, ob ich so gut in Selbstanalyse bin.

02:06:53: Ich hoffe komplex.

02:06:57: Ich hoffe, was man gut reifen kann und dadurch auch gewinnt.

02:07:08: Aber von daher kein Eintagswain, der in seinem ersten Jahr gedrunken wird.

02:07:14: Ansonsten, ich glaube, schwierig selber zu beurteilen.

02:07:19: Müssen wir jemand anderen fragen vielleicht.

02:07:21: Haben wir ein Telefon-Joker.

02:07:23: Was wärst du, außer Sommi geworden?

02:07:26: Also ein Hoteldirektorin war ja so eine Option, aber so komplett berufsfremd.

02:07:30: Hattest du mal so im Sinn, umzuschulen?

02:07:33: Ich habe schon gesagt, ich habe eigentlich auch so Zahlen und das toll gefunden.

02:07:43: Auch so Geometrie, also ich habe mal so Richtung Architektur gedacht.

02:07:47: Ich hatte aber immer Angst vor zu viel Theorie.

02:07:50: Ich hatte zum Beispiel Mathe und Englisch als Leistungskurse.

02:07:58: Ich war nie auf einer Seite.

02:08:00: Deswegen war es gar nicht so einfach, im ersten Moment sich ein Beruf vorzustellen.

02:08:06: Und deswegen vielleicht die glückliche Fügung in meinem heutigen Beruf gelandet zu sein.

02:08:13: Weil er ja wahnsinnig vielseitig ist.

02:08:15: Ich muss halt selbstständiger heute mit Zahlen zu tun haben.

02:08:19: Das heißt, ich habe das Büro und die Buchhaltung, die ich natürlich zusammen mit dem Steuerberater machen muss.

02:08:26: Aber die ich irgendwo im Blick haben muss.

02:08:29: Ich habe die Arbeit am Gast, das persönliche.

02:08:31: Ich habe meine Portion Chaos, die ich auch gerne habe.

02:08:36: Das heißt, jeder Tag ist anders und unvorhergesehen.

02:08:39: Ich komme mir auch viele nicht mit klar.

02:08:42: Ich finde es toll, aber ich finde es auch toll, dass ich dann mal wieder sagen kann,

02:08:46: jetzt habe ich eben was oder ich Weinkeller aufräumen.

02:08:52: Und mal herrlich, wenn man kennt es bestimmt auch.

02:08:55: Wenn man sagt, jetzt habe ich viel geredet und habe auch viele Gespräche vielleicht führen müssen.

02:09:02: Es ist auch mal schön, gerade nichts zu denken und einfach normal Paketons im Keller aufzuräumen

02:09:09: und sich darüber zu freuen, dass der dann hinterher ordentlich ist.

02:09:13: Die Balance aus beiden finde ich macht unseren Beruf so bunt,

02:09:16: dass man einen gewissen theoretischen, aber eben auch einen praktischen Teil dann grundsätzlich hat.

02:09:21: Das ist eigentlich auch durch den gesamten Tag.

02:09:23: Also bis hin zum Wine-Serviceabend ist Wine-Service für dich selber wichtig.

02:09:28: Also zelebrierst du den oder Flasche auf und Glas voll?

02:09:32: Ich glaube, ich bin schon sehr praktisch veranlagt.

02:09:38: Also ich brauche jetzt keinen Föllefans, der jetzt nur Show wäre oder so.

02:09:44: Aber natürlich ist es...

02:09:47: Was ist Föllefans für dich?

02:09:49: Der Kanton mit einer Kerze bei einem Wein, der nur karafiert wird zum Beispiel.

02:09:58: Also kann natürlich auch mal schiefgehen, wenn ein Wein dann doch Depot hat,

02:10:03: von dem man es gar nicht gedacht hatte, weil es irgendwie so ein Mal-Back- oder so,

02:10:07: der auf einmal war nicht Depot hat oder so.

02:10:10: Aber der Service ist ja auch unser Job.

02:10:19: Also das heißt wirklich, den Wein beim Gast aufmachen, auch das Vorkosten und so.

02:10:25: Das mache ich schon viel nicht ausschließlich, weil ich habe einen super guten Junior-Sommelier,

02:10:31: der natürlich da in dem Bereich auch viel macht.

02:10:34: Aber auch das in dem Moment ist es ja auch Kommunikation, in dem Moment ist es ja auch die erste Reaktion des Gastes,

02:10:41: wo man zumindest so eine grobe Richtung schon mal mitkriegt, okay, jetzt habe ich ihn oder ah,

02:10:46: ist vielleicht noch ein bisschen unsicher, ob es der richtige Wein war.

02:10:49: Oder auch einfach drüber sprechen, passt die Temperatur.

02:10:53: Soll ich den Wein gleich in den Kühler machen oder lass mir ihn erst mal draußen,

02:10:57: weil er eigentlich so von der Temperatur gerade ganz schön ist und so.

02:11:00: Also diese Wein-Service, und das macht ja auch die Arbeit im Restaurant aus,

02:11:05: und das macht ja auch das aus den Unterschied, wenn sich der Gast selber eine Flasche Wein zu Hause aufmacht.

02:11:11: Da schon nochmal dran zu sein, aber ja, ohne vielleicht irgendwelche Show-Einlagen.

02:11:19: Welche Tools sind für dich essentiell?

02:11:21: Was brauchst du? Also Karaffe, Kühler?

02:11:23: Dann ist es klar, darüber hinaus noch irgendwas, dass du sagst, das wäre für mich oder das brauchst du.

02:11:30: Also es ist, wenn wir jetzt bei normalen Standardweinen, nein, so eine Weinsprange quasi bei reifteren Weinen,

02:11:40: wo man denkt, okay, der Korken könnte jetzt bröselig porös sein oder so, das ja, aber nein, sonst.

02:11:49: Und dann ist das Glas und Karaffe.

02:11:51: Das ist dann schon mein Glas für Rotweine, die ich jetzt so auschenke.

02:11:55: Wir haben auch so eine Wein-Liege, aber so ein wirklich ganz puristisches Gestell,

02:12:00: dass man wirklich ein Rotwein wird.

02:12:02: Ich bin zum Beispiel kein so ein Riesenfan von Spätbegunter, der kanthieren,

02:12:07: außer er ist halt wirklich super jung und super verschlossen,

02:12:10: sondern da wirklich dann lieber so eine Wein-Liege, wo der Wein einfach ein bisschen mehr Oberfläche hat.

02:12:15: Großes Glas.

02:12:17: Großes Hoch auf Weinwiegen gibt es, viel zu wenig, finde ich.

02:12:20: Ich finde Sackbowls zum Beispiel furchtbar.

02:12:24: Also ich weiß nicht, ob jemand schon mal mit einer Sackbowl gearbeitet hat,

02:12:27: ohne dass ihm eine Flasche abgesoffen ist.

02:12:29: Wahnsinn, unglaublich, ja.

02:12:31: Ja, also das ist zum Beispiel was, was ich überhaupt nicht brauche, haben wir auch gar keine.

02:12:36: Aber ja, und es gibt ja so Spielereien, gab ja doch mal eine Zeit lang hier diese riesen Korkenzieher,

02:12:45: die so halb nach Maschinen auszahlen und so, aber ich glaube das sind alles so gemäxt,

02:12:50: was man sich mal so, was man jemandem schenkt, den man nichts schenken muss eigentlich.

02:12:54: Nichts, was man im Restaurant braucht.

02:12:57: Wie wichtig sind für dich die Gläser dabei?

02:13:00: Im Restaurant oder allgemein, wenn du probierst?

02:13:02: Schon wichtig, schon wichtig, wobei ich kein Fan von so ultra-riesen Gläser,

02:13:08: ich finde manchmal, wenn das Glas zu groß ist, es ist genauso verkehrt, wie wenn es zu klein ist.

02:13:12: Also ich habe aber auch ganz unterschiedliche Gläser.

02:13:16: Also wir haben im Restaurant Gläser von Schottzwiesel,

02:13:20: das heißt Schott, das heißt aber auch Zwiegel, also als es noch unterschiedlich hieß,

02:13:26: jetzt ist es ja glaube ich eher alles unter Zwiegel, aber wir haben genauso Gabriel Gläser

02:13:31: und wir haben genauso Riedler, also wenn ich ein Glas super finde,

02:13:37: für eine bestimmte Art von Wein, dann kommt das Glas her.

02:13:41: Und deswegen haben wir da so eine bunte Mischung.

02:13:44: Das finde ich auch schön, also ganz früher, als ich mit der Gastronomie angefangen hatte,

02:13:47: hat man sich für ein Brand entschieden, dann wurde alles so komplett ausgestattet

02:13:51: und ich habe das auch sehr intensiv in der Weinbar gelebt,

02:13:54: dass wir halt ganz viele verschiedene Markenbrands hatten

02:13:57: und die dann unterschiedlich einzusetzen, wussten oder versucht haben,

02:14:02: dann entsprechend zu präsentieren, dem Wein entsprechend zu präsentieren.

02:14:06: Wann wählst du welches Glas aus?

02:14:08: Also gibt der Wein das vor?

02:14:11: Ja, schon ein bisschen der Weintyp natürlich.

02:14:14: Wie ist der Wein von der Struktur?

02:14:16: Ist das eher ein schlanker Wein mit wenig Alkohol?

02:14:19: Da finde ich zum Beispiel oft ein supergroß Bogunderglas oder so, auch viel am Platz.

02:14:24: Von daher die Struktur, das Wein ist der Alkohol,

02:14:28: ist natürlich schon auch ein Thema bei Rotweinen vor allem dann,

02:14:32: aber auch bei kräftigen Weißweinen.

02:14:35: Und ganz ehrlich, da ist viel ausprobierender bei.

02:14:39: Also wenn wir ein Wein in eine Weinbegleitung nehmen,

02:14:42: dann stellen wir uns manchmal drei verschiedene Gläser hin und probieren den da draußen sagen.

02:14:46: Es macht viel aus.

02:14:48: Ich finde es interessant ist, wie man sich selber immer wieder damit begeistern kann.

02:14:53: Ich habe ganz oft diese Aha-Momente, obwohl man es natürlich theoretisch durchspielen kann

02:14:58: und weiß, dieses Glas macht mit dem Wein, das Glas macht das mit dem Wein,

02:15:02: wenn man es dann probiert und wieder live wahrnimmt.

02:15:05: Ich bin da jedes Mal so richtig euphorisch überrascht.

02:15:09: Ja, und ich bin auch nicht so.

02:15:12: Es gibt schon ein paar Gläserformen, die man für relativ viel nehmen kann,

02:15:16: aber ich bin da nicht so.

02:15:19: Es gibt ja Leute, die überhaupt nur ein Allrounderglas und das ist für alles.

02:15:23: Ich finde, dass es zum Beispiel,

02:15:27: gerade Pino kommt aus einem bauchigen sogenannten Burgundaglas,

02:15:34: oft supergut, aber wenn der Gast dann als nächstes ein Bordeaux ausgewählt hat

02:15:39: und auch sagen würde, ich nehme das Glas noch weiter

02:15:43: oder irgendwas, was halt einfach auch viel Alkohol hat,

02:15:47: das bringe ich dann nicht übers Herz, das in das Burgundaglas zu schütten.

02:15:53: Ich sage, nee, ich biete ihm nicht die richtige Bühne,

02:15:57: das ist einfach nicht das richtige Tool, wo der Wein richtig gut dabei rauskommt

02:16:01: und da sage ich, nee, wir machen schon das andere.

02:16:06: Oder wenn man so Winzertische hat, wo man weiß, die probieren sich jetzt wild

02:16:10: durch alles Mögliche und manchmal hat man dann auch nur noch eine Chance,

02:16:14: wenn die dann mal so zu zehnt oder so Aufträge treten,

02:16:18: zu sagen, ich stelle euch die Flaschen auf den Tisch

02:16:21: weil die einfach so viel hin und her probieren wollen dann,

02:16:24: dass glaube ich mal da auch mal einen Schritt zurücktreten muss

02:16:28: und mal locker sein muss und sagen muss, klar,

02:16:31: sind wir ein Fine Dining Restaurant und normalerweise schenke ich dem Gast

02:16:36: natürlich den Wein sehr, sehr gerne ein, aber da ist dann manchmal auch

02:16:42: der Spaßfaktor oder da wäre das zu, also das kann ich gar nicht gewillig leisten,

02:16:46: weil der eine hat dann noch den anderen Wein im Glas

02:16:48: und der möchte ihn aber erst austrinken bevor er dann, aber man kann ja keine 10 Gläser irgendwann mehr hinstellen

02:16:53: und da muss man dann glaube ich auch mal ein bisschen entspannt sein.

02:16:58: Die Verhältnismäßigkeit waren also mit der Situation auch,

02:17:01: ich glaube das ist aber auch was, was man erst mit vielen, vielen Jahren dann leben kann,

02:17:07: also auch mit einer Leichtigkeit leben kann, dass man nicht zu verkopft an die Sache rangeht,

02:17:11: sondern einfach dann auch versucht anzuführen, wie der Gast sich am wohlsten fühlt

02:17:16: und am besten entspannen kann, was ja letztlich das große Ziel dabei sein sollte.

02:17:21: Sollte es, sollte es so sein, ja.

02:17:26: Aber das sind wir halt noch ein bisschen von der alten Schule vielleicht,

02:17:30: also es gibt heute schon Restaurantkonzepte und da muss ich sagen,

02:17:34: da verabschiede ich mich dann persönlich auch von, die das Ganze halt sehr als Inszenierung sehen

02:17:41: und dass der Gast eigentlich, der ist, der kommt um das zu konsumieren, also diese Inszenierung.

02:17:47: Das bewundern darf.

02:17:49: Ja, ja, genau.

02:17:52: Und da muss ich sagen, da bin ich dann auch echt raus.

02:17:56: Es kann ich mal auf ganz, ganz großer Bühne, also wenn ich sage, ich gehe jetzt wirklich innen,

02:18:02: Restaurant mit drei Sternen, wo man wirklich nicht so einen Namen hat,

02:18:08: der irgendwo prägt und prägend ist, dann sage ich okay,

02:18:14: aber wenn es vielleicht einfach das Restaurant in die Ecke ist, dann ist das mir echt zu much.

02:18:19: Gab es für dich da mal das Restaurant oder das vielleicht sogar Wein-Restaurant oder Restaurant-Weinerlebnis,

02:18:26: das dich nachhaltig beeindruckt hat?

02:18:30: Ja, gibt es immer mal wieder, aber manchmal sind es ja auch die Dinge, die man so gar nicht erwartet hätte,

02:18:36: die waren zum Beispiel letztes Jahr im Bugund und für uns schon immer auch vom Essen eine tolle Adresse

02:18:46: und falls es einfach ein schönes Restaurant ist und also wo irgendwie so die Parameter stimmen,

02:18:52: ist das L'Homme Lois in Charny und wo wir wirklich auch dann privat schon mehrmals waren,

02:18:58: wenn es die Reise ins Bugund getragen hat, dann und es schon so ein bisschen so eine Herzensregion ist,

02:19:04: dann waren wir eigentlich auch fast immer dann dort im Restaurant

02:19:08: und gerne das dann mittags genossen, wo man ein tolles Preis-Leistungsverhältnis vom Menü dann auch noch hat.

02:19:17: Und wir waren da mit noch drei weiteren, also noch ein Winzer und unser Junior-Sommelier mit Freunden,

02:19:29: die alle Weinfreaks und Wein begeistert sind und die aber noch nie im Bugund waren

02:19:34: und so ein bisschen Begegnungsangst hatten und dann aber weil mein Mann ja so oft vom Lomno aus gesprungen hat und da auch hin wollten

02:19:40: und der Sebastian der Sommelier, der jetzt seit ein paar Jahren schon dort ist,

02:19:46: ist für mich da wirklich ganz, ganz toll und das habe ich erst so richtig an diesem Tag kapiert,

02:19:51: weil wir hatten uns natürlich zu oft zu zweit eine gute Flasche ausgesucht,

02:19:56: die wir einfach dann erleben und trinken wollten und er als Sommelier dann natürlich schon beraten zur Seite stand,

02:20:01: aber natürlich nicht so aktiv war und diesmal wir natürlich mit mehreren Leuten natürlich auch mehrere Flaschen gebraucht haben,

02:20:08: aber er wusste, dass wir uns natürlich auch für die Top-Weine interessieren,

02:20:13: aber er wusste von noch im frühen Besuch, welchen Winzer wir besucht hatten

02:20:17: und dass wir da auch offen für junge Talente sind

02:20:20: und er hat uns dann wirklich zu dem Menü, zu dem Essen ein paar Weine empfohlen,

02:20:26: die uns alle wirklich begeistert haben, die super zum Essen waren

02:20:30: und wir sind da raus und hatten für keine Flasche Wein, die er uns empfohlen hat, mehr wie 100 Euro gezahlt

02:20:36: und wir sprechen von einem Weinerlebnis 2023 im Bugund in einem drei-sterneren Restaurant.

02:20:42: Und das war für mich ein absolutes Highlighterlebnis,

02:20:47: das war, was ich gesagt habe, der wusste, wir wollen was entdecken, wir wollen Spaß haben,

02:20:51: wir wollen aber gute Weine trinken und ich meine, man muss natürlich ehrlich sagen,

02:20:55: der hat mit Sicherheit genug Klientel, in denen eine Flasche Wein für 1000 Euro verkaufen kann

02:21:00: und hat vielleicht ähnlich Freude dran, eben die aufstrebenden Winzer mal zu zeigen

02:21:05: und aber es war ein tolles Erlebnis, das war.

02:21:08: Gab es da jemals eine Weinspeisenkombination, die dich nachhaltig beeindruckt hat?

02:21:14: Also dort war zum Beispiel super, was ich mir vorher nie Gedanken gemacht hatte,

02:21:18: weil wir dann so sagten, ja vielleicht ein chenin blanc zum Käse

02:21:24: und was halt so eine Demiseckrichtung

02:21:27: und dann sagt er so, ja warum nicht ein Alicotier zum Käse,

02:21:31: sind wir ja gerade im Bugund, man achte Motto und das war super.

02:21:35: Aber trocken dann oder?

02:21:36: Trocken, ja trocken.

02:21:37: Alicotier, der aber auch ein bisschen BSA gemacht hatte, aber hat super funktioniert.

02:21:42: Hätte ich mir nie im Leben getraut, so auszuprobieren.

02:21:46: Das ist das Bugund relativ prominent, gibt es für dich eine Region, die unterschätzt ist?

02:21:52: Also wenn meinem eigenen Land bleiben wirdenberg und mit der Rebsorte Lemberger in Kombi,

02:22:00: das ist für mich die Rebsorte, die echt am unterschätztesten ist vom Potential her,

02:22:06: obwohl alle wissen, dass blaufränkisch super ist, aber irgendwie schafft man es trotzdem nicht,

02:22:11: kann man Lemberger und blaufränkisch, also mir ist bewusst, dass es die gleiche Rebsorte hat,

02:22:17: zumindest mit Variationen, die gleiche Ursprung hat, aber kann man Lemberger mit wirklich

02:22:23: mit blaufränkisch vergleichen?

02:22:24: Oder sind das nicht durch zwei Welten?

02:22:27: Also in der Pfalz wird erfolgreich Lemberger als blaufränkisch verkauft mittlerweile.

02:22:33: Also weil die Winzer, es haben nicht viele Winzer hier, aber die, die es verkaufen, verkaufen es

02:22:40: mittlerweile als blaufränkisch.

02:22:42: Und natürlich war eine Zeit lang eine ganz andere Stilistik in Österreich jetzt für blaufränkisch,

02:22:48: das was so vielleicht mal den AHA-Effekt gemacht hat, aber ich finde, das kann man sehr, sehr gut.

02:22:59: Und auch mit den verschiedenen Ausbaustilistiken.

02:23:04: Und wenn man jetzt ein paar Württemberger wie jetzt Lassack oder so anguckt, die bauen das ja heute auch mehr in der Stilistik

02:23:11: wie blaufränkisch in Österreich aus und nicht mehr so dieses, wie die Hades Winzer am Anfang,

02:23:19: wo es dann viel Holz und viel, endlich wie das Bachigforum hier in der Pfalz auch,

02:23:24: als das so losging in den 90ern oder 2000ern, also das war ja, das ist völlig anderer Weinstil,

02:23:30: als man heute ja macht oder die Top Winzer heute machen, sagen wir so.

02:23:35: Ich hätte es immer so als zwei grundunterschiedliche Welten betrachtet, aber vielleicht habe ich,

02:23:40: ich habe auch nur eine andere blaufränkisch.

02:23:42: Ja, das liegt vielleicht aber eher noch in der Struktur der Weinregion Wittenberg,

02:23:46: ähnlich wie in Baden ist, das hat trotzdem noch sehr genossenschaftsdominiert.

02:23:51: Und natürlich gibt es da halt auch noch viel im Mainstream, ja,

02:23:57: und Trollinger, Lemberger, Küwesin, auch nicht von der Hand zu machen,

02:24:01: dass es die noch Reichlichst gibt, ja.

02:24:05: Aber ja, also wenn man von den Top Winzern das probiert, ist großartig.

02:24:10: Und es darf ja eine eigene Stilistik haben, also gegenteil muss vielleicht auch,

02:24:15: oder ich glaube auch die Phase, wo sollte hoffentlich so langsam mal zu Ende gehen,

02:24:21: wo jeder deutsche Pino überlegt wird, welcher, welches...

02:24:25: Begründer sein könnte.

02:24:27: Im Begründer sein könnte, muss es hier nicht, Kamerberg kann doch nach Kamerberg stehen.

02:24:31: Ich finde, das ist eine ganz tolle Entwicklung, ein ganz toller Schritt,

02:24:33: dass man mittlerweile eben den deutschen Spätbegründer als eigenständiges Geschmacksmonument

02:24:39: irgendwo sehen kann und genauso beim Sekt, also das Sekt mittlerweile so interessant geworden ist,

02:24:43: dass man ihn nicht mehr mit Champagner vergleicht oder irgendwelche Sachen.

02:24:48: Also die Entwicklung finde ich da ganz, ganz großartig.

02:24:51: Richtung Entwicklung bist du eher digital oder analog?

02:24:55: Kommt drauf an.

02:24:57: Beim Wein analog, in sonstigen Dingen zum Arbeiten auch schon digital.

02:25:03: Also aber Wein ist doch...

02:25:06: Ja, ich finde, ich finde, es gibt viele tolle Tools,

02:25:10: aber ich bin dann vielleicht so perfektionistisch und sage,

02:25:14: wenn ich es digital haben wollen würde, dann bräuchts für mich mehr wert.

02:25:19: Also eine Weinkarte nur als PDF auf einem digitalen Träger zu haben,

02:25:24: bringt mir nicht mehr, da habe ich einfach mein Papier zum umblättern lieber,

02:25:28: weil ich da vielleicht auch dem Gast besser über die Schulter gucken kann

02:25:33: und gleichzeitig mit reingucken oder auch mal blättern kann,

02:25:36: finde ich bei einem digitalen Gerät eher etwas schwieriger.

02:25:40: Und wenn digital dann müsste für mich so gut sein,

02:25:44: dass ich dann wirklich eine Suchmaschine dahinter hätte und sagen könnte,

02:25:48: ich suche jetzt eine Rebsorte oder einen bestimmten Winzer

02:25:52: oder da nicht nur einfach scrollen oder blättern müsste.

02:25:56: Und das weiß ich, das kann ich momentan nicht leisten,

02:25:59: dafür fehlt mir die Zeit, das zu pflegen, das aufzusetzen.

02:26:03: Deswegen würde ich es jetzt nicht machen,

02:26:05: aber deswegen ist mir meine Analogikkarte,

02:26:08: die man dann aber auch extra so gemacht haben,

02:26:10: dass man sie gut tauschen kann.

02:26:12: Also das war ein Ringbuch, wo ich wie einem Ordner auf und zu machen kann

02:26:17: und einzelne Seiten schnell tauschen kann,

02:26:20: um das nicht, also nicht wie in der end der früheren getruckte Karte,

02:26:23: wo ich dann alle halbe Jahre mal zum Drucker gebe, das finde ich schwachsinn.

02:26:27: Aber digital auf Teufel kommen raus, nur dass es dann auf dem Handy ist.

02:26:34: Ich habe auch schon Leute erlebt, die hier eben auch sagten,

02:26:37: Mensch, in der Zeit als über Corona dann praktisch mal versucht hat,

02:26:42: teilweise papierlos zu arbeiten.

02:26:44: Und dann über ein QR-Code und dann in seinem Handy da hatte,

02:26:49: ich habe auch Leute gehört, die eigentlich businessmäßig nur digital unterwegs sind,

02:26:52: die sagten, ich will doch einmal an mein freien Abend mein Handy wegelegen

02:26:57: und muss es jetzt nicht schon wieder nutzen für eine Karte.

02:27:00: Also beim Lernen zum Beispiel, bist du da auch lieber mit einem Buch unterwegs,

02:27:08: dass du Blättern kannst, Notiz machen kannst,

02:27:10: oder da digital, weil du möglichst schnell in verschiedene Ebenen abbruchst?

02:27:14: Also ich glaube jeder, der mich kennt, kennt mich bei Weinenproben mit meinem Notizbuch.

02:27:19: Und deswegen sehr analog, wirklich handschriftlich.

02:27:24: Da schaut man natürlich nicht mehr in das von vor fünf Jahren rein,

02:27:29: aber das tut meine Datei auch nicht mehr.

02:27:31: Aber es ist eine schöne Bundesammlung an tollen Notizbüchern,

02:27:36: die mir so ein bisschen im Regal aufzeigen, dass man schon ein paar Jahre dabei ist.

02:27:40: Aber nee, also da auch wirklich analog.

02:27:47: Lernen, ja, lernen, ansonsten natürlich super, praktisch schnell was nachzuschauen.

02:27:55: Das ist natürlich wiederum mega, das finde ich auch ganz toll heute.

02:28:00: Also ich habe noch viele Weinbücher im Regal stehen, aber ich muss sagen, die stehen da wirklich.

02:28:05: Also das Monat Oxford Weinlexikon, das er so wieder auspackt.

02:28:09: Da ist dann der Griff zum Handy und zu einem Onlinelexikon,

02:28:15: die natürlich auch wieder aktualisiert werden, dann schon der erste Griff.

02:28:18: Also da, um was nachzuschlagen, dann definitiv digital.

02:28:23: Wie hältst du dich aktuell?

02:28:27: Also ist es für dich immer noch eine Aufgabe, dass du sagst, ich einmal im Jahr arbeite ich in den Weinbaugebiet durch

02:28:33: und versuche mich da wieder intensiv mit zu beschäftigen oder ich lese ein oder zwei oder drei Magazine.

02:28:40: Man möchte gerne.

02:28:42: Man würde gerne, man möchte gerne.

02:28:45: Manchmal legt man auch ein Urlaub mal dahin, was dann so ein bisschen,

02:28:50: also wir waren dieses Jahr im Winter auf Sizilien und dann natürlich auch mal ein Weingut besucht.

02:28:57: Also ich habe das auch schon runtergetrosselt, dass man nicht im Urlaub von Termin zu Termin hält.

02:29:03: Aber trotzdem zu sagen, man hat natürlich so ein Weinanbaugebiet ganz anders im Kopf.

02:29:11: Man kann sich Sachen ganz anders merken, wenn man einen persönlichen Bezug hat.

02:29:14: Wenn ich weiß, ich bin diese Straße mal lang gefahren oder eines meiner Schlüsselerlebnisse war sicher,

02:29:20: Kalifornien war in der Somelie Schule lernte man dann diese A.V.A.s und hat aber überhaupt keine Vorstellung.

02:29:26: Ist das groß, ist das klein und wenn man dann mal so durchs Napa Valley gefahren ist und sagt,

02:29:32: oh, Oakville ist ein Dorf quasi, also dann zu sehen oder das ist jetzt riesig und das ist jetzt klein.

02:29:39: Das kann man ja fast nur, wenn man es wirklich erlebt hat.

02:29:43: Und da habe ich natürlich schon das Ziel, immer mal mir wieder was zu erschließen.

02:29:48: Aber die Praxis ist natürlich der eigene Betrieb, die Selbstständigkeit bindet da schon sehr, sehr stark

02:29:55: und lässt mich natürlich auch mich manchmal das Thema Wein natürlich in die zweite Reihe stellen.

02:30:02: Hast du denn Ausgleich oder ein Hobby, was dich aus dem Wein rausführen kann?

02:30:08: Also definitiv unser Garten, das ist wirklich auch da ein Ausgleich.

02:30:14: Herrlicher Ausgleich, ja.

02:30:16: Ja, von daher, das ist dann sehr gut und das macht den Kopf wirklich frei.

02:30:21: Gibst du Ziele und Wünsche, die du noch anstrieb, so was du vorhast oder was dir vorstellen kannst oder was dir wünscht?

02:30:29: Also definitiv manchmal vielleicht so ein bisschen mehr die Balance zu finden, dass man sich nicht so sehr vom Alltag einnehmen lässt

02:30:40: und halt manche Ziele vielleicht dann auch ein bisschen besser verfolgen kann.

02:30:44: Ja, auch das Thema meine Weinstärke vielleicht auch noch mehr zu spielen.

02:30:52: Also sozusagen ich mache mal wieder mehr Weinabende, biet vielleicht auch mal Weinseminare an,

02:30:59: weil ich glaube, ich könnte das Wissen schon gut weitergeben, aber da war bis dahin doch halt oft manchmal da,

02:31:06: ja, entweder der Schweinehund sich hinzusetzen und das mal, weil irgendwann muss man daher erstmal eine Grundstruktur für schaffen,

02:31:14: das zu machen. Also das ist so ein heiß Ziel auf jeden Fall, was ich echt mal gerne angehen möchte jetzt.

02:31:21: Ja, das was die Wille ausheitend ist in der Tat ihre Ruhe, ihre Besonnenheit, ihr Tiefsinn, ihre wahnsinnige Fachkompetenz,

02:31:36: ihre Weitsichtigkeit, ihre ganz eigene Sichtweise auf die Dinge, ihre realistische Wahrnehmung,

02:31:43: sowohl für die Gastronomie, für die Zommelerie, für die Weine und ihre Vision.

02:31:47: Es war einfach genügend mit ihr zu reden, es hat richtig Spaß gemacht, es war so von Ruhe geprägt.

02:31:52: Vielen Dank liebe Siebille, dass du heute da warst.

02:31:54: Vielen Dank auch für die Unterstützung an unserem Partner, an die Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Schlumberger,

02:32:00: Konzio Winnie, Segnetz und dem Privatkundenportal Bremer Weincolleg.

02:32:05: Dank Ihnen ist dieses Projekt möglich, Dank Ihnen können wir dieses Projekt seit schon fast einem Jahr aktiv leben.

02:32:12: Und Dank Ihnen können wir so großartigen Zommeler wie Siebille einen Raum und Wort schenken und vor allen ihre Erfahrungen nach außen tragen lassen.

02:32:20: Vielen Dank für die Begleitung, natürlich auch ein großes Dankeschön für euch.

02:32:24: Danke für die Kommentare, für die Likes, für die Begleitung, für's Zuhören, für's Beihonssein, für's uns unterstützen und für's euch begeistern lassen.

02:32:32: Es ist immer wieder erstaunlich und hoch erfreulich zu sehen, dass wir unsere Hörerschaft nicht nur hier in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben,

02:32:39: sondern auch ein nicht unerheblicher Teil aus Amerika und zuhört oder aus Frankreich, Italien.

02:32:44: Und daher an dieser Stelle einen ganz herzlichen Gruß in die große weite Welt.

02:32:47: Schön, dass ihr bei uns seid. Vielen, die bedankt dafür.

02:32:50: Und für den einen oder anderen, der uns unterstützen möchte, hilft es uns sehr, wenn ihr die kleine extra Runde über Spotify oder Apple Podcast geht,

02:32:57: uns bewertet und somit hilft, dass wir noch sichtbarer werden.

02:33:01: Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast ist vor dem Podcast.

02:33:04: Und ich freue mich auf die kommende Woche, ich freue mich auf den kommenden Freitag und freue mich auf eine weitere hochinteressante Zauberer,

02:33:10: auf die großartige Katrin Pfeiks.

02:33:12: Ja, hallo Silvio, hier ist Andi Rings aus Freienzeheim, vom Weingut Rings.

02:33:30: Und ja, ich habe mir ein paar Gedanke gemacht, zu diese Bille.

02:33:35: Also, ich musste zu sagen, wir kennen uns schon ziemlich lange.

02:33:39: Also, jetzt seit 2006, noch in der Zeit, wie sie dann beim Catcher-Hof war in Deidishheim.

02:33:49: Und die erste coole Momente und Probe hat man zusammen, wie wir, mein Bruder und ich,

02:33:58: die Spitzen-Talente waren vom VodP und da hat man einmal im Jahr immer uns getroffen,

02:34:05: die jungen Talente mit Philipp Kuhn zusammen und haben im Catcher-Hof eine Kultweinprobe gemacht

02:34:11: und immer mit mo'anere Thema.

02:34:13: Wir haben angefangen mit Spielbegründer und Begründer, dann große Rieslinge, Bordeaux.

02:34:19: Und diese Bille war immer feuer und flammer, dass wir das bei ihr machen

02:34:23: und da hat uns da immer cooles Menü zusammengestellt.

02:34:26: Und die Gage dafür war ein Schluck von jeder Flasche mitzuprobieren

02:34:31: und das fand man, da war es schon so mega cool und sympathisch,

02:34:35: dass es von da aus eigentlich klar war, dass wir Freunde sind.

02:34:40: Und ja, das war einfach super sympathisch und cool

02:34:43: und hatten da immer coole Abende und Probe zusammen.

02:34:47: Und die Weinbegeisterung und die Offenheit,

02:34:53: was eigentlich für jeden Stil Winzer-Rekion immer Offer hat,

02:34:59: das ist schon sehr ansteckend und nachzunehmlich, ja, ich muss mal sagen,

02:35:05: auch ein bisschen beruhigend, weil sie ist immer sehr ruhig in der Beschreibung von Wein und Essen

02:35:14: und das ist sehr, sehr angenehm einfach mit ihr über Wein und Essen zu reden.

02:35:22: Und auch immer sehr weizhinnig, also auch immer die Klassik im Auge,

02:35:29: aber es darf auch immer ein bisschen interessanter und verrückter sein.

02:35:34: Aber sie hört uns gerade mit ihrem Blick auf Wein, hat sich schon uns auch geprägt,

02:35:41: weil wir immer sehr interessiert waren auf ihre ehrliche Meinung,

02:35:45: wie sie unsere Weine finden zum Beispiel.

02:35:47: Und daher ist es super, dass sie uns da immer so mitbegleitet hat.

02:35:54: Und ja, jetzt halt einigen Jahren ist sie sogar noch in Freienzheim mit ihrem Mann.

02:35:59: Das werden das auch genauso cool wie die Sibilo.

02:36:02: Und ja, seit sie in Freienzheim sind, sehen wir uns noch öfters

02:36:07: und es ist eines meines absoluten Lieblingsrestaurants, das Etable.

02:36:14: Super Weinkarte, super Essen, Sibilo ist immer mega gasfreundlich

02:36:21: und freut sich, wenn man kommt und was wirklich sehr, sehr gut ist,

02:36:25: wo man es manchmal schon leid tut, weil wenn wir als kommen mit verschiedenen Winzer oder Freunden

02:36:31: und jetzt gerade wieder am Finest of a Huntershirt ist es nie wirklich klar, wie viele Menschen mehr sind.

02:36:37: Und manchmal geht die Personenzahl hoch und runter, aber Sibilo ist immer ganz entspannt

02:36:41: und findet immer noch einen Stuhl.

02:36:43: Und das ist wirklich sehr, sehr gut, weil ja, manchmal ist es auch nicht so einfach zu planen,

02:36:49: aber ich kann es noch mehr verstehen, wenn man als Gastronom sagt,

02:36:52: Jungs, sagt man jetzt endlich mal, wie viele Leute ihr seid.

02:36:55: Aber ja, sie ist immer ganz entspannt und ruhig

02:36:58: und am Ende ist es immer wieder ein schöner Abend

02:37:02: und wir haben alle Spaß und sitzen noch lange dann zusammen bei noch einer Flasche Rotwein

02:37:07: oder Flasche Kabinett oder noch einen Rottwein und am Schluss noch ein Bier

02:37:11: und ganz wichtig noch ein Schattröst zum Schluss.

02:37:13: Also es ist wirklich einfach so schön, dass die beide bei uns in Freundsam sind

02:37:20: und es bereichert den Ort und wir haben eine absolute Lieblingsort bei uns wieder gefunden.

02:37:27: In Freundsam, wo man mit alle Leute hier gehen kann

02:37:32: und Wein und Essen einfach genießen und feiern die Felser Gastfreundschaft bei Sibilo und Sven.

02:37:39: Vielen Dank auf jeden Fall, dass ich dazu etwas sage.

02:37:42: Bis dann, ciao!

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