SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: [Musik]

00:00:12: Moin Silvio, Jan Raumland hier vom Säckgut Raumland.

00:00:15: Ich darf heute Nico vorstellen.

00:00:18: Nico ist zum einen Geschäftspartner, aber vor allem ein guter Freund von uns.

00:00:23: Als Geschäftsmann ist Nico ein sehr smarter Typ, der sich sehr viele Gedanken über den Weinmarkt macht

00:00:31: und Gefühl diesen auch gut durchblickt hat.

00:00:34: Sehr, sehr viel Wert auf die Person hinter den Wein legt, aber natürlich auch auf das Produkt,

00:00:41: das gepaart mit seinem guten Gaumen, sorgt dafür, dass Konzer Placing ein sehr, sehr schönes Portfolio hat.

00:00:48: Und als Freund ist der Nico eigentlich schon viel mehr für uns geworden.

00:00:53: Er gehört eigentlich schon zur Familie.

00:00:56: Nico ist ein ganz, ganz ehrlicher, offener Mensch mit dem Herz auf der Zunge.

00:01:00: Und wenn er bei uns zu Besuch ist, fühlt es sich an, als wäre er schon immer da gewesen und würde da reingehören bei uns in die Familie.

00:01:10: Und es ist einfach ein total netter, cooler Typ und deshalb wünsche ich jetzt ganz, ganz viel Spaß mit Nico.

00:01:19: [Musik]

00:01:42: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zommelier", die interessantesten Weinkenner dieser Zeit.

00:01:47: Nico van der Ohe.

00:01:49: Mein heutiger Gast ist in der "Zommelier" - nein, in der Weinzene - genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.

00:01:55: Ich glaube, ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.

00:01:59: Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.

00:02:02: In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulder an oder besser mitverantwortlich ist Nico.

00:02:09: Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.

00:02:15: Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.

00:02:19: Mit über 1500 Wein im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeite,

00:02:23: zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.

00:02:31: Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte,

00:02:36: sammelt er umfangreicher Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.

00:02:40: Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager, besonders die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.

00:02:48: Nico van der Ohe. Mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.

00:02:55: Ich glaube ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.

00:02:59: Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.

00:03:02: In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulder an oder besser mitverantwortlich ist Nico.

00:03:09: Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.

00:03:15: Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.

00:03:19: Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeide zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.

00:03:31: Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umvergleichliche Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.

00:03:40: Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager bis Omnye, die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.

00:03:48: Nico van der Ohe. Mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.

00:03:55: Ich glaube ich kenn keinen Weinliebhaber, dem Konzept Riesling kein Begriff ist.

00:03:59: Denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.

00:04:02: In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulterer oder besser mitverantwortlich ist Nico.

00:04:09: Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.

00:04:15: Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.

00:04:19: Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeinde zählt Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.

00:04:31: Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umvergleichliche Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.

00:04:40: Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restroom Manager bis Omnye, die interessantesten Weinkänner dieser Zeit.

00:04:48: Nico van der Ohe mein heutiger Gast ist in der Somnie, nein in der Weinzene, genauso ein Begriff wie sein Unternehmen, Konzept Riesling.

00:04:55: Ich glaube ich kann keinen Weinliebhaber dem Konzept Riesling kein Begriff ist, denn es ist der Inbegriff von unkomplizierten Weingenuss.

00:05:02: In Düsseldorf am Karlsplatz wird Wein wegen des Weines gelebt und schulterer oder besser mitverantwortlich ist Nico.

00:05:09: Der Nico van der Ohe ist einer der Wegbereiter und Geschäftsführenden Gesellschafter von Konzept Riesling.

00:05:15: Seit 2021 prägt er maßgeblich die Entwicklung des Unternehmens.

00:05:19: Mit über 1500 Weinen im Angebot und einer stetig wachsenden Fangemeite zieht Konzept Riesling mittlerweile zu den renommiertesten Adressen für hochwertige Weine und puristischen Weingenuss in Deutschland.

00:05:31: Bevor Nico van der Ohe seine Leidenschaft für Riesling und Wein in einem eigenen Unternehmen verwirklichte, sammelt er umfangreicher Erfahrungen in der Gastronomie und im Weingeschäft.

00:05:40: Seine steile Karriere begann bereits als Assistant Restaurant Manager.

00:05:45: Bis hervor zu eben ist die Zeit bei der Autograph Collection, wo er als Metres-Somnie-Gastgeber und Somnie im renommierten Sternrestaurant war.

00:05:52: Und in jedem seiner Worte spürt man die Fokussiertheit eines Karrieremenschen.

00:05:56: Auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist er ein gefühlvoller Familienmensch.

00:06:00: Nicht, dass ich das wüsste, aber man spürt es, wenn er über den privaten Nico redet.

00:06:04: Und bevor ihr ein Teil unseres Gesprächs seid, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner, bei der Schlumbergergruppe, mit den Handelshäusern Segnitz-Konsiowini-Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung aus aller herzlichsten bedanken.

00:06:20: Dank Ihnen haben wir ihn heute hier.

00:06:22: Herzlich willkommen lieber Nico van der Ohe!

00:06:24: Was sind die größten Irrtümer beim Riesling?

00:06:29: Das Riesling sauer ist oder immer sauer ist.

00:06:33: Vielleicht das Riesling nicht reifen kann.

00:06:35: Also ich rede von den Irrtümern, die nicht die breite Masse im Kopf hat.

00:06:45: Das fällt dann so, weiß Wein kann richtig alt werden.

00:06:49: Das kann Riesling in all seinen Facetten.

00:06:53: Das haben aber viele nicht im Kopf.

00:06:56: Was ist für dich alt?

00:06:59: Das ist für dich alt in 3-4 Jahren?

00:07:02: Nein, das ist schon die erste, keine Ahnung, Müllatorer zusammenbringt.

00:07:05: Bin ich Müllatorer Besschen, aber wir werden ja oftmals innerhalb kurzer Zeit getrunken.

00:07:11: Oder ist es 10 Jahre oder 100 Jahre?

00:07:13: Ich sage mal, so ein großartiger Weinmoment hast du mit einem Breuer Wein, der vielleicht 30, 40 Jahre ist.

00:07:20: Also aus den 80ern, Mitte 80er, 90er, großartige Weihnomente, die man damit haben kann.

00:07:26: Das muss aber nicht so sein.

00:07:28: Es gibt auch großartige Rieslinge, die nach 10 Jahren ihre perfekte Trinkreife und ihr Trinkfenster erreichen.

00:07:37: Wo es so richtig Spaß macht.

00:07:39: Und es gibt auch eine, die in der Jugend einfach wunderbar sind.

00:07:42: Aber die Rieslingwelt ist super vielseitig.

00:07:45: Was ist für dich perfekt, wenn du sagst, Trinkreife?

00:07:48: Das kann man gar nicht so genau sagen auf einem Geschick.

00:07:53: Es kommt auf den Winzer an, es kommt auch auf die Lage an, es kommt auf den Stil an.

00:07:57: Es kommt auch auf den Moment an, in dem ich mich gerade selber befinde.

00:08:01: Da habe ich vielleicht einfach Bock, was frisch knackiges zu trinken.

00:08:05: Oder habe ich jetzt irgendwie auch Spaß dran, diesen Wein zu zerflücken,

00:08:12: richtig ihn tiefgründig zu besprechen und richtig einzusteigen in das Thema.

00:08:19: Und dann ist so ein alter Riesling natürlich sehr, sehr spannend.

00:08:24: Aber manchmal macht mir auch was ganz aktuelle Spaß.

00:08:27: Aber der Rad der Perfektion, wann erreicht ein Riesling so im generellen den oder woran kann ich das festmachen?

00:08:34: Ich glaube, wir haben wahrscheinlich auch unterschiedliche Vorstellungen.

00:08:37: Oder du, ich und Oma Liesel haben unterschiedliche Vorstellungen,

00:08:40: wann der Riesling dann perfekt reif sein könnte, aber worauf kann man sich einigen?

00:08:44: Also wo kann man sagen, wenn ich das einem Kunden vermittle,

00:08:47: der ist jetzt absolut auf den Punkt gereift.

00:08:51: Was sind die Parameter?

00:08:53: Das finde ich immer ganz schwer zu, auch zwischen Nerds und Freaks und Konsumenten.

00:08:57: Ja, das ist die Klinik.

00:08:58: Das ist wahrscheinlich auch einfach ein persönliches Ding.

00:09:01: Also, wie, was mag man eigentlich?

00:09:04: Es gibt ja auch ganz viele Leute, die mögen diese gereiften Töne im Wein überhaupt nicht.

00:09:08: Ich mag das auch zum Beispiel, an manchen Tagen mag ich das auch nicht so gerne trinken.

00:09:12: Und an anderen Tagen ist es für mich das größte der Welt.

00:09:15: Also, gereiften, spannenden, tiefgründigen Rieslingen, der 25 Jahre alt ist zu trinken.

00:09:22: Ich finde, das ist so etwas, wo man sich gerade bei der Rebsorte vielleicht auch,

00:09:26: da muss man sich rein trinken.

00:09:28: Das muss man ausprobieren.

00:09:30: Auch über unterschiedliche Qualitätslevel hinweg.

00:09:32: Also auch mal ein gereiften Gutswein, das findet ja gar nicht statt.

00:09:37: Ne, O-Zwein, erste Lagen, natürlich große Gewächse.

00:09:40: Aber auch im Einstiegssegment mal was probieren, was vielleicht 3, 4 Jahre ist,

00:09:45: vielleicht nicht 20, aber auch so was ist spannend und dann vielleicht auch noch nicht so teuer.

00:09:52: Und dann kann man sich ja, da ist ein bisschen reingerufen in die Welt des Rieslings

00:09:57: und gucken, ob man dafür bereit ist, ob man da Lust drauf hat.

00:10:01: Muss man dafür bereit sein?

00:10:02: Also, braucht man Vorwissen für Riesling oder ist das trotzdem eine Rebsorte,

00:10:05: wo man sagt, aktivist trinken und...

00:10:07: Immer aktivist trinken.

00:10:08: Immer aktivist trinken.

00:10:10: Passives Trinken geht nicht.

00:10:12: Nee, aktives Trinken und ja, auch das, wir sind in einer sehr freakigen Nische unterwegs

00:10:19: und wir beschäftigen uns, sprechen über Weine.

00:10:21: Ganz viele Menschen möchten einfach nur ein gutes Glas haben und entscheiden mit 2 Parametern,

00:10:28: schmeckt oder schmeckt nicht.

00:10:29: Und das will ich auch ganz sympathisch, muss ich sagen.

00:10:32: Also auch wenn ich das selber nicht mehr kann, am Tisch sitzen, Wein trinken

00:10:37: und gar nichts dazu sagen und gar nichts dazu denken,

00:10:42: ist es aber beim überwiegenden Teil natürlich so, dass Wein schon getrunken wird

00:10:48: und schmecken muss.

00:10:50: Ist eines der häufigsten Argumente, die ich auch höre, von Weintrinkern,

00:10:54: also nicht von Weinwissern, sondern von einfach Weintrinkern,

00:10:57: ich frage es dann immer, hemmt man sich dann nicht selber?

00:10:59: Wenn man einfach das darauf runterbringt, schmeckt oder schmeckt nicht?

00:11:02: Weil dann deklinierst du deinen Weingeschmack ja auch über Industrieblöre?

00:11:06: Ja, leider ist es ja die breite Masse, die auf diese Wirkungsgetränke zurückgreift

00:11:13: und nicht aufs Genussmittelwein.

00:11:14: Und das ist für mich ein eklatanter Unterschied.

00:11:17: Deswegen versuchen wir eben auch nicht zu belehren, nicht in die Richtung zu gehen,

00:11:23: aber schon die Leute zu überzeugen, das Bessere zu trinken.

00:11:26: Und dann wird es eben nicht mehr so ein Wirkungsgetränk, sondern ein Genussgetränk.

00:11:31: Und natürlich hatte es auch seine Wirkung.

00:11:33: Aber dann kann man auch ein bisschen Borte drüber verlieren,

00:11:37: aber da muss man glaube ich auch rangeführt werden an die ganze Geschichte.

00:11:41: Das macht man nicht einfach so, wenn man keinen großen Berührungspunkt mit dem Thema hat.

00:11:47: Wenn du eben den Wert erwähnt bist, wo sollte man beim Riesling anfangen?

00:11:53: Also wann fängt ein Riesling, der teilweise doch einen enormen Aufwand braucht,

00:11:59: um eine gewisse Größe zu zeigen?

00:12:01: Es gibt ja, finde ich, zumindest krummende Rebsorte, die so banal auf der einen Seite sein können,

00:12:06: so großartig auf der anderen Seite.

00:12:08: Also die billigste Weine aller Blue Nun und Liebfrauenmilch weltweit bekannt und

00:12:13: imagsprägend leider auch sind.

00:12:16: Also ganz, ganz billig sein kann.

00:12:18: Auf der anderen Seite die teuersten Weine der Welt auf Orktionen oder teilweise eben auch auf Karten

00:12:26: sind und können Riesling sein.

00:12:28: Ja, absolut.

00:12:30: Es sind nicht mehr, also mittlerweile haben die Bugunder in ihren Optionen das Ganze natürlich übertroffen,

00:12:36: aber so manche sind zumindest im oberen Bereich.

00:12:39: Ja, absolut.

00:12:41: Das kann die Rebsorte natürlich auch einfach.

00:12:44: Belangenhäus, wie du sagst, und großartig.

00:12:47: Und wo fängt das an?

00:12:49: Die meisten nehmen ja irgendwie immer so eine Grenze und bis hin vor 10 Euro, 7, 8 Euro,

00:12:55: und dann kriegt man schon guten Weinen.

00:12:57: Man kann einfach mal pauschal ab 10 Euro ab Hofpreis, kann man was gescheites ins Glas bekommen.

00:13:05: Und ja, am besten, man nimmt noch ein bisschen mehr Geld in die Hand, um dann wirklich absolut

00:13:14: was herausragen, das zu bekommen.

00:13:16: Das bekommt man beim Riesling ja auch, wenn die Preise in den letzten Jahren enorm gestiegen sind,

00:13:22: für vergleichsweise einen Schmarrentaler.

00:13:26: Also du kriegst ja wirklich einen sehr herkunftswiderspiegelnden, sehr handwerklich produzierten Weinen

00:13:34: für um die 20 Euro.

00:13:36: Und ob Ortswein oder Erste Lage kommt bis hin aufs Gebiet und Winzer darauf an.

00:13:43: Und du kriegst wirklich die größten Weine jetzt abseits von Versteigerungsweinen.

00:13:47: Ja, aktuelle Jahrgänge für zwischen 50 und 70, 80 Euro.

00:13:53: Und das ist international gesehen natürlich wenig, auch wenn es in den letzten Jahren enorme

00:14:00: Preisteigungen gab und da sehr, sehr viel passiert und passiert ist.

00:14:04: Trotzdem kriegt man für das Geld Weltklasse.

00:14:08: Und das ist doch toll, dass wir das haben in unserem eigenen Land.

00:14:12: Ohne Frage, und da ist man sich glaube ich ganz selten bewusst, dass man schon mit die

00:14:18: größten Weine der Welt, und ich glaube, das kann man auch ohne Patriotismus oder

00:14:22: übertriebenem Patriotismus sagen, kaufen kann und das im zweistelligen Bereich.

00:14:27: Ja, absolut.

00:14:29: Als wenn das im Begunter, selbst mit einem weißen Bordom, wenn es mit Kalifornien, Australien

00:14:35: spiegelst, da ist das dann teilweise schon sehr, sehr überraschen, was man für wenig

00:14:40: Geld an Größe, Langlebigkeit und auch Qualitätskonstanz bei vielen Weingütern bekommen kann.

00:14:50: Wo ist deine persönliche Grenze?

00:14:51: Also wo sagst du unter dem Rahmen, mach ich mir keine Flasche auf oder da ist mir der Moment

00:14:57: zu schade und bis wohin geht das?

00:15:00: Also sind das die 10 Euro oder sind das ...

00:15:02: Ich sage mal so, ich trinke ...

00:15:04: Nee, also im Alltag trinke ich tatsächlich sehr wenig Wein, muss ich sagen.

00:15:09: Also ich komme nicht nach Hause von der Arbeit und mache mir eine Flasche Wein auf.

00:15:13: Du machst schon auf Arbeit.

00:15:15: Also man hat natürlich zwangsläufig viel Kontakt mit Wein und Alkohol und deswegen

00:15:22: schränke ich das in privaten Bereiche extrem ein.

00:15:26: Wenn ich aber mit einer guten Gesellschaft sitze, im Restaurant bin mit Freunden, Familie,

00:15:32: was schönes trinken wollen, dann muss es nicht zwangsläufig in Wein sein, der dreistellig

00:15:39: auf der Weinkarte kostet.

00:15:40: Wenn es uns in den Fingern juckt, dann auf jeden Fall, dann ist das auch den Moment

00:15:45: wert und zu Hause wirklich wird sehr, sehr selten Alkohol getrunken.

00:15:51: Aber wenn dann eigentlich was Besonderes, ich muss zugeben, dass ich wenig diese Alltagswein-Kategorie,

00:15:58: die werden natürlich auch als Unterneben dringend benötigen, aber dass ich sie selber sehr

00:16:05: wenig konsumiere.

00:16:07: Ich verkoste sie und beurteile sie und kaufe sie auch ein, aber selber trinke ich sie selten.

00:16:14: Alltagswein-Amt für mich auch immer etwas mit Wirkung zu tun und ich bin totaler Genussmensch.

00:16:21: Ich stehe darauf, was Besonderes zu genießen und wenn es dann am Ende auch zu einem kleinen

00:16:28: Rausch kommt, dann sage ich auch nicht nein.

00:16:31: Aber genießen ist wichtig und dann kann es auch mal teurer sein.

00:16:37: Eine persönliche Grenze, wonach du fragtest.

00:16:39: Ja, also das kommt auf so viele Faktoren an, dass ich mir da nicht im Kopf was setze,

00:16:46: aber es ist jetzt relativ unwahrscheinlich, dass ich mich einfach irgendwo morgens im

00:16:50: Restaurant setze am Feiertag und eine Flasche für 500 Euro trinke.

00:16:53: Aber wenn es was Schönes für 150 oder 200 gibt, dann würde ich, wenn der Moment das

00:17:00: hergibt, dann würde ich auch nicht da abschreckend nein sagen.

00:17:04: Wenn es was Tolles für 60 Euro, 70 Euro auf der Weinkarte gibt, dann soll das der Wein

00:17:10: des Abends sein.

00:17:11: Du sagst wenig trinken.

00:17:13: Sagen ja einige Kollegen, ich frag mich da oftmals, ist es wirklich so, dass wir so

00:17:18: wenig trinken oder kommt uns das selber nur so vor, weil wir jeden Tag mit dem Medium arbeiten.

00:17:24: Wenn ich das mit vielen Kunden oder vielen Gästen seinerzeit aus meiner Weinbar vergleiche,

00:17:30: dann haben die das gleiche Trinkverhalten wie ich.

00:17:33: Ja.

00:17:34: Uns kommt das teilweise nur so wenig vor, weil wir jeden Tag von morgens bis abends über

00:17:38: Wein reden, den auf der Zunge haben, den deklinieren, uns damit beschäftigen, aber eigentlich

00:17:44: sind wir ganz normal.

00:17:46: Ja, ja.

00:17:47: Also ich glaube schon, dass ich im Verhältnis vielleicht auch weniger trinke als viele Kollegen,

00:17:54: Kolleginnen.

00:17:55: Da gibt es auch Umreise.

00:17:57: Ja, es gibt auch Zeiten, wo ich viel trinke, weil ich unterwegs bin.

00:18:03: Ich meine auch bei den Kollegen gibt es Ausreise, also daher, aber das ist ja vielleicht auch

00:18:05: nicht die Norm.

00:18:06: Ich meine, so im allgemeinen gesellschaftlichen Spiegel sind wir vielleicht trotzdem nicht

00:18:12: so abnormen, wenn wir ein geregeltes Kundschild trinken.

00:18:15: Ja, es ist vielleicht ein kontrollierteres Trinken und vielleicht auch ein bisschen was Besonderes.

00:18:19: Also ich muss auch nicht zu einer Veranstaltung gehen und der Alkohol trinken.

00:18:23: Also ich habe gar kein Problem dann zu sagen, ich bin beim Sekt empfang raus und trink was

00:18:28: Alkoholfreie ist.

00:18:30: Dieses Gezwungene, das brauche ich überhaupt nicht.

00:18:33: Aber du verkostest es regelmäßig trotzdem für Eingreife etc.

00:18:37: Genau, genau.

00:18:38: Es gibt aber auch tatsächlich auch mal einen Monat, wo ich gar nichts trinke.

00:18:40: Es gibt es auch.

00:18:41: Es gibt einen Monat, wo ich dann auf Weinreise bin oder viel Veranstaltung habe und da wird

00:18:48: natürlich viel probiert, verkostet und abends auch gesellige Trinken.

00:18:52: Also das kann ich nicht von mir weisen.

00:18:54: Was stellst du, wie viel Wein probierst du pro Jahr?

00:18:59: Puhu.

00:19:00: Wie viel sind denn die Spaden?

00:19:01: Ja, da werden glaube ich über 500 angestellt.

00:19:05: Aber ich schaffe es nicht alleine.

00:19:06: Nein, nein, nein, nein.

00:19:07: Wir werden das wählen.

00:19:08: Also ganz...

00:19:09: Sonntags fielst du immer, wenn nichts, was Riesling ist.

00:19:12: Im ersten Jahr habe ich versucht, das Maximum zu verkosten, aber das mache ich schon lange

00:19:19: nicht mehr.

00:19:20: Ja, also schon eine hohe vierstellige Zahl würde ich sagen, die verkostet wird.

00:19:29: Alleine wenn ich mir angucke, welche Winzerpartner/partnerin haben wir und wie viel Wein haben die

00:19:35: im Portfolio.

00:19:36: Im Schnitt wird jeder auch besucht im Jahr und hat vielleicht 20, 25 Weiner, es sind

00:19:43: ein paar uninteressant vor und dann hast du pro Weingut vielleicht 15, die du probierst,

00:19:47: dann noch was altes, dann bist du schon bei 20, dann machst du das bei 60 Partner/Partnerinnen

00:19:53: und dann hast du noch die ganzen Veranstaltungen.

00:19:55: Ja, da kommt schon was zusammen.

00:19:57: Riesling soll sauer sein, hast du vorhin gesagt oder sagen viele Konsumenten.

00:20:03: Muss ja irgendwo herrühren.

00:20:04: Ist das noch gültig oder ist nicht mehr gültig mit Klimaveränderungen etc.

00:20:08: Kannst du dir das erklären oder kannst du uns das erklären?

00:20:11: Ja, ich glaube, teilweise sind Sachen unglaublich tief verwurzelt in unseren Hirnen.

00:20:17: Es gibt ja immer noch Leute, die sagen, ein deutscher Rotweines dünn und kann man durchgucken

00:20:22: und so weiter und es war vielleicht vor 40 Jahren noch so mit Klimawandel und neuen Gegebenheiten.

00:20:28: Ist das ja alles nicht mehr so.

00:20:30: Es gibt Ernst zu nehmen Syrer aus Deutschland, den man trinken kann und bei Riesling ist

00:20:34: das eben auch nicht so.

00:20:35: Vor 30, 40 Jahren hatte man sicherlich mal Probleme, dass in vielen Jahren der Wein abgefüllt

00:20:41: wurde, obwohl er nicht richtig greif war und der war einfach auch sauer und das hast

00:20:45: du ja heute Tage einfach nicht mehr.

00:20:48: Bei den guten Betrieben, also wie das im Supermarkt und Discounter aussieht, das probiere ich dafür

00:20:55: zu selten, um zu sagen, das ist da immer sauer.

00:20:59: Aber ich kann mir vorstellen, dass man da mit anderen Mitteln gegen steuert.

00:21:02: Ja, wir müssen das aktiv bekämpfen, dass die Leute immer pauschal aus sagen treffen

00:21:09: und ihr denken von früher immer ins Heute transportieren, ohne zu merken, dass die Welt

00:21:18: sich da schon ein paar Mal gedreht hat.

00:21:19: Ich glaube, wir sind aber auf guten Wege.

00:21:23: Ich höre es wesentlich seltener, als das vor vielen Jahren der Fall war, muss ich sagen.

00:21:27: Ich glaube, das ist auch eine Kombination auf der einen Seite natürlich Klimaveränderungen,

00:21:31: auch Bewusstsein der Winze.

00:21:33: Aber auf der anderen Seite, gerade weil du die sehr einfachen Weinen oder die Supermarkt-Discounterweine

00:21:38: ansprichst, die ich leider leider auch viel zu selten probiere, ich finde das manchmal

00:21:43: ganz gut.

00:21:44: Wie heißt das so schön?

00:21:45: Know your enemies?

00:21:46: Ja.

00:21:47: Sich dann ein Bild von zu machen oder einfach auch ein ... es gibt ja in dem Sinne ...

00:21:53: keine gefährlichen Weine mehr, wie es teilweise in den 80er/90er Jahren war, wo man das Gefühl

00:21:58: hatte, man wurde blind.

00:21:59: Sie sind halt nur gemacht.

00:22:01: Genau.

00:22:02: Sie haben ja keine Seele, sie sind Industrieprodukte und das kann man natürlich mittlerweile auch

00:22:04: relativieren.

00:22:05: Das heißt, diese sauren Sachen gibt es da auch nicht mehr.

00:22:08: Ja.

00:22:09: Die mag die gelegentlich probieren, um einfach die Seele in den handwerklichen Weinen dann ...

00:22:14: Genau.

00:22:15: Man erdet sich damit und man merkt auch, wie privilegiert man ist, das gute Handwerksprodukt

00:22:19: zu trinken.

00:22:20: Das ist dann der privilegiert, weil die gibt es ja auch für 7, 8 Euro, keine Ahnung.

00:22:25: Sie werden mal kosten die vielleicht 4 Euro.

00:22:28: Das ist das Doppelte, aber man trägt die auch nicht vom morgens bis abends oder das

00:22:31: ist ja auch nicht das tägliche Brot.

00:22:33: Das stimmt, das stimmt.

00:22:34: Aber wenn der Durchschnitt in Deutschland, also ich meine, das ist ein paar Cent höher

00:22:38: gegangen, zwischen 3 und 4 Euro den Liter, dann ist man mit 10 Euro eben schon deutlich

00:22:43: mehr als das Doppelte und damit gehört man ja automatisch schon zu einem Teil der Gesellschaft

00:22:50: der, was das angeht, militär trinkt.

00:22:54: Ja, militär trinkt, genau.

00:22:57: Bereit es mehr als das Doppelte auszugeben als der Durchschnitt, dann ist das so.

00:23:03: Ja.

00:23:04: Was ist das Sauer?

00:23:05: Ist das Säure?

00:23:06: Wenn ein Wein sauer werden kann oder was macht den Riesling sauer oder was macht den jetzt

00:23:11: nicht mehr sauer?

00:23:12: Also Säure natürlich im Verhältnis jetzt zu vielleicht graubergunder, gut edel oder

00:23:19: so was, da hat der Riesling natürlich mehr, klar.

00:23:22: Aber es ist vielleicht auch ein bisschen das Spiel, wenn er trockener ist, dann kommt

00:23:29: das vielleicht ein bisschen mehr zur Geltung und bei anderen Wein steht vielleicht die

00:23:35: Süße ein bisschen im Vordergrund und versteckt das so ein bisschen, dass er auch eine hohe

00:23:39: Säure hat.

00:23:40: Ja, also Sauer ist sauer, Sauer macht lustig, Sauer ist gut.

00:23:48: Ein Wein, der natürlich nicht ausufern sauer, aber so ein bisschen gehört das auch dazu,

00:23:56: sonst können wir auch was anderes trinken.

00:23:59: Arbeitzst du mit Säuren?

00:24:01: Also mit analytischen Werten.

00:24:03: Also ist das für dich wichtig?

00:24:04: Nee.

00:24:05: Versuchst du deine Winzer darauf zu löchern, was die Weine für Werte haben?

00:24:11: Also das findet zwangsläufig, in einem Fachgespräch statt, dass darüber mal kurz gesprochen wird.

00:24:17: Gerade vielleicht auch um die Unterschiede von unterschiedlichen Jahrgängen zu besprechen.

00:24:24: Aber wichtig ist es mir nicht.

00:24:27: Also ganz ehrlich, wenn wir überlegen, wie war das früher, wenn wir jetzt mal das Weingut

00:24:31: Dr.

00:24:32: Birklin-Wolf nehmen, früher war Restzucker gleich Säure, vom Wert ungefähr, ein bisschen

00:24:37: an hinter der Komma Stelle abweichen.

00:24:39: Das heißt früher?

00:24:41: 1870?

00:24:42: Nee, nee, nee, 20 Jahre her.

00:24:44: Also so um die 2000er vielleicht bis Ende, eigentlich bis einstieg Nicola Libelli, es

00:24:51: war glaube ich zu zwölf oder zu elf.

00:24:54: Es waren große Weine.

00:24:57: Also wenn du jetzt, bis hier vor ein paar Tagen in Jesuitengarten 2002 reingeschmeckt, fantastisch,

00:25:03: großartig.

00:25:04: Und das ist ja ein sehr vollkommener großer Wein.

00:25:08: Heute ist er ganz anders, ganz anders gemacht und hat sicherlich einen Tucken mehr Säure

00:25:15: und deutlich weniger Restzucker.

00:25:18: Und das ist unterschiedlich, spannend und beides groß.

00:25:26: Ist das Veränderung in der Gesellschaft, ist das Veränderung im Klima oder Veränderung

00:25:34: bei den Weintrinkern, weil ich finde, dass der Herr Knor hieß, der glaube ich damals

00:25:40: Liege Kellermeister um 2000 durchaus auch einen hochinteressanten Job gemacht hat und zeitgemäße

00:25:47: Weine für diese Zeit produziert hat.

00:25:50: Was hat sich da verändert?

00:25:52: Haben wir uns verändert oder das Haus oder?

00:25:55: Hoffentlich, hoffentlich alles hat sich geändert.

00:25:58: Also alles hat seine Zeit und damals war es eben anders.

00:26:02: Und es wurde auch anders gegessen, wenn man den Aspekt aufreift.

00:26:06: Stimmt.

00:26:07: Es wurde fettiger gegessen, es wurde vielleicht noch nicht ganz so international gegessen.

00:26:11: Es gab viel Butter, es gab Sahne, es gab kräftige Gerichte, viel Fleisch.

00:26:19: Das ist 20, 25 Jahre später anders.

00:26:23: Wir haben viele, ja wir haben ganz viele Bereiche, wo es vegetarischer wird.

00:26:30: Wir haben gemüsigere Küche im generellen, wir haben vielleicht etwas feinere Küche,

00:26:35: internationalere Küche, Einflüsse aus der ganzen Welt und leichtere Küche, definitiv

00:26:41: leichtere Küche als vor 20, 25 Jahren.

00:26:44: Und da trinkst du eben auch keinen dicken Wopper dazu im Glas.

00:26:51: Also dann muss der Wein auch feiner sein.

00:26:53: Und dann ganz klar Trinkgewohnheiten ändern sich, dann muss das Weingut, muss ich auch

00:26:58: anpassen, sonst wird es irgendwann verschwinden.

00:27:01: Und klimatisch hat sie einfach unglaublich viel getan.

00:27:05: Und das sieht man in der Landwirtschaft ja generell, was da alles passiert.

00:27:10: Und ja, auch da muss man dann im Weinberg vielleicht anders arbeiten, muss schauen,

00:27:17: welche Möglichkeiten hat man, um den Wein ein bisschen zu beeinflussen, auf natürlichsten

00:27:23: Wege, Erntezeitpunkt etc.

00:27:26: Früher wurde ja wesentlich später auch gelesen, vielleicht andere Öchse gerade.

00:27:30: Ja, und das hat sich verändert.

00:27:32: Und jetzt haben wir in der Regel, wenn man sich das anguckt, viele Weingüte haben in

00:27:37: den letzten 25 Jahren irgendwie so ein, zwei Jahre gehabt, wo man den Wandel am stärksten

00:27:43: gemerkt hat.

00:27:44: Also bei vielen war das glaube ich 2017, würde ich sagen.

00:27:47: Da ist sehr viel passiert.

00:27:48: Bei manchen dücken früher 2014, 15, bei manchen so ab 2019.

00:27:54: Wo ganz viel passiert, Weine werden kager, trockener, ein bisschen weg von der Frucht

00:27:59: vielleicht sogar.

00:28:00: Also im großen Bereich große Gewächse, Riesling, Lagenweine.

00:28:04: Da hat sich viel getan.

00:28:06: Und die Säurewerte haben sich verändert.

00:28:09: Also sind ja nicht mehr 1 zu 1 wie es um 2000 war, sondern jetzt anders.

00:28:13: Wie sind die jetzt?

00:28:14: Ja, wesentlich trockener.

00:28:16: Also wenn man es glaube ich die besten großen Gewächse im Riesling-Bereich ansehen, sind

00:28:22: die alle unglaublich trocken.

00:28:25: Also wird es jetzt mal, ohne es genau zu wissen, sagen bis 3 Gramm Restzucker.

00:28:30: Und das war früher eben anders, früher 7, 8 ohne Probleme.

00:28:36: Um 2000 war es in der Tat so.

00:28:39: Da hatten die meisten, ich hätten immer diesen leichten Süßschwanz hinten raus, beziehungsweise

00:28:43: diesen Puffer, dieses Bequeme dabei.

00:28:45: Also gibt es da eine für dich greifbare, auch wenn du nicht so analytisch unterwegs bist,

00:28:51: aber trotzdem manchmal liest man ja darüber, eine greifbare Zahl, wo du sagst, wenn die

00:28:56: Relation so gegeben ist, kann ich den Geschmack so einordnen.

00:28:59: Ja, also wenn das natürlich so ist, wie jetzt das Beispiel, was ich gemacht habe, oder hier

00:29:03: mit dem Jesuitengarten 2002 oder vergleichbaren Bein, wo Süße Gleichsäure ist, dann braucht

00:29:12: das auch diese lange Zeit, um wirklich großartig zu werden, finde ich.

00:29:18: Es macht jetzt unglaublich viel Spaß, 22 Jahre später.

00:29:21: Heutzutage ist es ja so, dass die Säure bei vielen der Topbetriebe schon am Anschlag

00:29:30: ist und der Restzucker deutlich nach unten geht.

00:29:35: Dadurch wird es ganz anders im Glas.

00:29:38: Wie das allerdings reift in Zukunft.

00:29:41: Das werden wir noch sehen.

00:29:42: Also wir können jetzt natürlich 2017 probieren, aber lasst uns mal in 15 Jahren den 21er-Jahren

00:29:49: probieren und schauen, was da passiert.

00:29:51: Da wird es super spannend.

00:29:53: Entschuldigung, was ist am Anschlag?

00:29:58: Oh, ich kann nicht reden heute.

00:30:00: Doch, das ist auch gut.

00:30:03: Ja, am Anschlag.

00:30:05: Man schaut schon, dass die Reife der Traube letztendlich hat oder der Beere im Weinberg

00:30:12: und voll ausgeprägten Geschmack.

00:30:15: Ich weiß gar nicht, ob jeder Winzer oder jede Winzerin mit der wir zumindest zusammenarbeiten

00:30:23: durch ein Weinberg geht und alles immer nur mit Analyse-Daten auseinander nimmt.

00:30:28: Ich glaube, viel ist einfach ...

00:30:29: Also weniger denn früher.

00:30:30: Ja, viel ist einfach Geschmack.

00:30:31: Mehr ist Geschmackgefühl und ich erinnere mich an die 2000er Jahre, wenn Winzer nicht

00:30:38: mehr die Ökste gerade gemessen haben oder angefangen haben damit, weil sie es halt woanders

00:30:43: gesehen haben.

00:30:44: Teilweise in den altehergebrachten Gebieten wie Bordeaux, etc., wo die Winzer durch die

00:30:49: Rebgärten gingen und die Trauben probiert haben, die Kerne analysiert haben.

00:30:54: Ja.

00:30:55: Und Physologie der Traube, eben auch das gesamte Rebstocks sich angeschaut haben, die Blätter

00:31:01: angeschaut haben und gar nicht so sehr gemessen haben, wie viel gerade Ökste haben wir, welche

00:31:06: Reife könnten wir haben, etc., sondern mehr auf das Gefühl vertraut haben.

00:31:10: Ja, absolut.

00:31:11: Ich finde, ich bin auch absolut kein Analytiker oder kein Wertefreak.

00:31:17: Manchmal hilft das, finde ich, nur zur Orientierung.

00:31:20: Zum Beispiel hatte ich mal gelesen, dass so diese Relation plus 6 durchaus ein gewisses

00:31:28: Geschmacksbild ergeben kann, was von vielen angestrebt wird.

00:31:33: Also wenn du die 3 Gramm Restzucker hast, dann neunprüme Säure ungefähr.

00:31:37: Also wenn du Gesamtsäure nimmst und manchmal, finde ich, hilft sowas.

00:31:41: Also wenn du dann irgendwie 0 Gramm Restzucker, 6 Gramm Säure hast, du einen Rahmen hast,

00:31:45: wo es angenehm, wo strukturiert ist, wo du ein gutes Gaumengefühl hast, einen feinen

00:31:49: Zug dabei und dann so ein bisschen spielen kannst, dass nicht wenige Winzer damit arbeiten

00:31:54: und darüber hinaus oder darunter sich verschiedene Handschrift*innen oder verschiedene Stile

00:31:59: des Hauses dann irgendwo auch ergeben.

00:32:01: Aber so immer dieses, ich sag mal, nicht greifbare zu proklamieren zu sagen, schmeckt doch einfach,

00:32:10: hilft manchmal den Leuten auch nicht weiter.

00:32:12: Das stimmt.

00:32:13: Das stimmt.

00:32:14: Also gibt ja auch Weingüter, die ihre Analysewerte total veröffentlichen auf der Webseite.

00:32:21: Dann gibt es dann über alles.

00:32:23: Dann kannst du dir das angucken, dann gibt es welche, die tun das nicht.

00:32:27: Ich glaube, wenn ein Endverbraucher auf dem Weingut fahren, dann wird darüber überhaupt

00:32:32: nicht gesprochen.

00:32:33: Gar nicht.

00:32:34: Ist ja in dem Sinne, wenn man dieses Fortgeschritten oder dieses Gerneweintrick macht, ja auch

00:32:38: gut.

00:32:39: Wenn man dann mehr auf seinen Geschmack vertraut und wir sind ja in unserer Zunft, in unserer

00:32:44: Branche auch jemand, der ganz klar davon abredet und sagt, bitte nicht, trinkt lieber, versucht

00:32:49: lieber zu führen und gerade Beine von der Mosel bestätigen, das natürlich auch ganz gravieren,

00:32:53: dass jede Art von Analystik totaler Quatsch ist.

00:32:55: Genau.

00:32:56: Wenn es in Richtung Reife geht, immer quatschiger wird.

00:32:59: Ja, das stimmt.

00:33:01: Seckt's ja.

00:33:02: Wie tief gissst du in diese labortechnische analytische Richtung gelegentlich rein?

00:33:08: Also machst du das nie oder sagst du manchmal, ist trotzdem interessant zu gucken, welche

00:33:12: Säure ich dort habe?

00:33:13: Ob ich Wein Säure habe, ob ich Zitrus Säure habe, ob ich Apfelsäure habe, ob ich Milchsäure

00:33:18: habe, etc.

00:33:19: Oder ist dir das dann schon zu...

00:33:22: Ja, würde ich sagen, das ist mir dann schon zu freaky.

00:33:25: Also wenn man es mal offen gelegt bekommt, kann man sich ja auf jeden Fall drüber unterhalten.

00:33:31: Aber ja, so tiefenste Teil muss ich da eigentlich nicht eintauchen.

00:33:37: Ich finde es manchmal interessant.

00:33:38: Ja, interessant.

00:33:39: Zu sehen, ja auch zu gucken, wie Jahrgänge sich unterschiedlich positionieren, wie verschiedene

00:33:44: Lagen unterschiedliche Säuren in den Reben und den Traum etablieren.

00:33:48: Und es, finde ich, bringt teilweise noch ein anderes Verständnis um Lagen, Klimajahrgänge,

00:33:54: Handwerk und so weiter.

00:33:55: Aber bin ja sowieso ein bisschen anders als die anderen Kinder.

00:33:59: Ja, aber sympathisch gut anlassen.

00:34:02: Das ist nicht das Schwierige, oder?

00:34:05: Ja, oder Schelm.

00:34:09: Okay, welche Tümer gibt es noch über Riesling?

00:34:13: Was gibt es hier?

00:34:15: Was ist, dass er sauer ist?

00:34:16: Ist ja doch eine sehr imagebarhaftende Rebsorte.

00:34:18: Ja, ja klar.

00:34:20: Also Riesling ist ja einfach...

00:34:21: Es gibt wirklich, und dann bin ich der absolut festen Überzeugung, es gibt keine Rebsorte

00:34:26: auf der ganzen Welt, die vielseitiger ist und mit der du so viel machen kannst.

00:34:31: Riesling schmeckt trocken, halbtrocken, schmeckt auch lieblich.

00:34:35: Es schmeckt schäumend, manchmal eingeschränkter, aber auch Riesling seckt keinen großartig

00:34:41: sein.

00:34:42: Es schmeckt dann also einen Prädikatstufen von Kabinett, Schügerspätlise, Auslise

00:34:45: und so weiter.

00:34:46: Das hast du auf der ganzen Welt nicht und es ist, was die Bodenbeschaffenheit anbelangt,

00:34:53: ja auch gar nicht so festgefahren.

00:34:55: Du kannst von vulkanischem Gestein großen Riesling haben, du kannst von Kalkstein und

00:35:00: von schiefer großen Riesling haben.

00:35:01: Es gibt ja viele weiteren Bodenbeschaffenheiten und das hast du nirgends woanders.

00:35:06: Deswegen Riesling ist so unglaublich vielseitig, dass wahrscheinlich die schwierigste Rebsorte

00:35:13: ist, um eine Pauschalaufsage zu treffen dazu.

00:35:16: Nichtsdestotrotz wird sie natürlich immer, wird es immer vorkommen, dass Menschen irgendwie

00:35:22: dazu eine Meinung haben, weil sie einmal ein schlechtes Erlebnis hatten gilt das für

00:35:27: alles.

00:35:28: Aber das ist schwierig.

00:35:30: Man schaut ja gelegentlich auch die Herausforderung, dass wenn man einmal mehr oder weniger nicht

00:35:36: sein Optimum hatte, das dann trotzdem noch mal zu probieren oder wenn man auch mit dem

00:35:41: Geschmack noch nicht vertraut ist, sich da reinzuarbeiten, reinzudenken und vielleicht

00:35:45: auch zu verstehen, warum jemand anderes sagt, das ist das Großartigste.

00:35:49: Also nicht jeder möchte sofort Wagner hören, aber sich damit auseinanderzusetzen, nur

00:35:53: exemplarisch für einen der großen Komplonisten, warum der manchmal so komisch ist, warum

00:35:58: man eben das gesamte Werk hören muss, um das Gefühl mit und mit rauszutragen.

00:36:03: Aber was kann Riesling, was Shannon Blorn nicht kann?

00:36:07: Also der Vergleich wird ja echt oft gemacht und ich glaube, ich habe ihn auch schon im

00:36:11: einen oder anderen Podcast von dir gehört, dass mal angeschnitten wurde.

00:36:16: Oder im Silvaner.

00:36:17: Also das sind ja für mich zwei Rebsorten, die in dieser Kategorie gut mitspielen können.

00:36:23: Auf jeden Fall.

00:36:24: Also ich glaube, Silvaner kann auch großartig sein, fehlt aber die Spannung.

00:36:31: Es gibt gute, echt gute Silvaner, es gibt auch sicherlich einen großen Silvaner, aber Riesling

00:36:36: kann.

00:36:37: Wird grad sagen, zieh dir jetzt mal die Handschuhe an, das wird ernst.

00:36:40: Ja, ja, ja.

00:36:41: Mit einigen Kollegen.

00:36:42: Ja, das ist ok.

00:36:43: Wir müssen ja auch immer auf den Sprechen und ich bin dafür bekannt, dass ich auch mal

00:36:48: sage, was mir nicht gefällt.

00:36:50: Und ich glaube, trotzdem sind mir die meisten nicht böse.

00:36:54: Wir haben zumindest einen eigenen Weinberg in Franken, wo der Silvaner herkommt.

00:36:59: Das ist zwar Riesling, aber Riesling ist in seiner Tiefgründigkeit, Komplexität, in

00:37:07: seinem Reifepotenzial, in seiner Spannung, seiner Energie, die dieser Wein einfach hat

00:37:13: oder diese Rebsorte hat.

00:37:15: Es gibt es nicht.

00:37:17: Es gibt auch die Reifefähigkeit.

00:37:20: Also natürlich werden viele Leute sagen, tolle Reife, weiße Burgunder sind auch großartig.

00:37:27: Mein Persönlichbild, ich habe sicherlich auch schon einige getrunken und auch einige

00:37:30: der Großen, ist ich finde, ganz doll gereiften weißen, Schadounähe aus dem Burgund, weißen

00:37:37: Burgunder gar nicht immer so extrem genial, wie das von anderen vertreten wird.

00:37:46: Also ich finde, Riesling hat da teilweise viel mehr Power.

00:37:50: Es kriegt nicht zu schnell diese oxidativen Noten, oder oxidierten Noten besser gesagt.

00:37:58: Und das hast du bei anderen Rebsorten einfach nicht.

00:38:03: Und Silvana klar, ich habe auch schon 20 Jahre gereifte Silvana.

00:38:07: Ich bin auch gerne bei Veranstaltungen, wo fränkische Weine getrunken werden, wobei es

00:38:12: auch guten Silvaner und aus anderen Anbaugebieten gibt wie Rhein-Hessen.

00:38:16: Aber diese Tiefgründigkeit, das Karge, das faszinierende, energetische, das hast du nur

00:38:23: bei Riesling.

00:38:24: Hoffentlich.

00:38:25: Ich habe es mir extra auf dem Abend tätowiert.

00:38:27: Das war Riesling deswegen.

00:38:29: Ich muss dafür sprechen.

00:38:33: Alles andere ist auch gut, aber nicht so groß.

00:38:37: Ich finde beim Riesling unabhängig von der Anbaufläche, das in der Relation gesetzt ist,

00:38:41: die Treffer-Wahrscheinlichkeit größer, dass du was außergewöhnliches oder was mit den

00:38:47: Parametern bekommst, die du gerade beschrieben hast.

00:38:50: Also es ist leichter, einen Riesling zu finden, diese Außergewöhnlichkeit als ein Silvana

00:38:54: oder teilweise auch einen Scheninblanc.

00:38:56: Und was ich durchaus unterschreiben würde, was ich auch richtig finde.

00:39:00: Also ich finde auch Scheninblanc kann alles, kann kräftig leicht, süßtrockend, ralala.

00:39:04: Aber in der langfristig betrachteten Reifefähigkeit, das dann eben auch wieder auf die Breite gespiegelt,

00:39:10: auch die verschiedenen Qualitätsstufen, das kann Scheninblanc nicht wie Riesling.

00:39:14: Stimmt, also ein 50, 60 Jahre alten Scheninblanc, da braucht man schon einen außergewöhnlich

00:39:19: guten Produzenten oder viel Glück oder ein dickes Portemonnaie.

00:39:23: Ja, absolut.

00:39:26: Ein herzliches Willkommen, Ihr Experten und Kenner des Bugundas.

00:39:47: Beim Eintag und die faszinierende Welt, eines der bedeutendsten Weine unserer Zeit, einem

00:39:52: Géphry Chamâta. Und hier exemplarisch einen aus dem Hause, Joseph Dror.

00:39:56: Und das aus dem einzigartigen Jahrgang, 2022.

00:39:59: Heute betrachten wir nicht nur einen Pinot Noir, viel mehr stehen wir vor einem Kunstwerk.

00:40:04: Das Generationen von Wissen, handwerklicher Präzision und einem herausfordernden Klima

00:40:09: Jahr für Jahr aus Neue hervorbringen.

00:40:12: Der Géphry Chamâta, 2022, erzählt eine Geschichte von Théroir, Tradition und dem ständigen

00:40:18: Ballonsakt zwischen dem Schutz und der Verbesserung des Bodens, auf dem er gedeiht.

00:40:23: Beginnen wir mit einem Blick in die Geschichte.

00:40:25: Joseph Dror gründete dieses Weingut 880 mit einer klaren Vision, die einzigartigen Böden

00:40:31: des Bugunds in purer und unverfälschter Form in die Flasche zu bringen.

00:40:36: Seither arbeitet die Familie in vierter Generation daran, diese Vision zu verwirklichen.

00:40:40: Der Fokus der Drons liegt auf einem klaren Ausdruck des Pinots Noirs, der Rebsorte, die

00:40:46: sich der Region, dem Klima, der Handschrift des Winzers im Prinzip einfach dem Théroir

00:40:51: so perfekt unterwirft wie keine andere Rebsorte in dieser Weinwelt.

00:40:55: Und ein perfekter Spiegel dafür ist das Bugund.

00:40:57: Und das für viele perfekte Symbol des Bugunds ist ein Wein aus dem Géphry Chamâta, dem

00:41:03: Ursprung der Bugundischen Klassifikation.

00:41:05: Aber warum ist gerade Géphry Chamâta so besonders?

00:41:08: Der Boden dieser Appellation besteht aus einer Mischung aus kalkhaltige Mergel und lemigen

00:41:13: Untergründen.

00:41:14: Sie sind tief in das Théroir hineingreifen und ihm seine unverkennbare Mineralität

00:41:18: verleihen.

00:41:19: Dieses Théroir, das Géphry, zum Status der Weinhauptstadt des Bugundens verholfen hat,

00:41:24: bietet Bedingungen, die dem Pinot Noir zur Perfektion treiben.

00:41:27: Hier entwickeln sich die Trauben langsamer als in wärmeren Lagen.

00:41:31: Die kühle Luft, die durch das tiefe Tal des Comptes Lavo strömt, ermöglicht eine Reifung,

00:41:35: die durch Ballons und Präzisionen geprägt ist.

00:41:38: Kalkstein und Eisen im Boden verleihen dem Wein die charakteristische Würze und Mineralität,

00:41:43: die sich besonders in warmen Jahrgängen wie 2022 entfaltet.

00:41:47: Die Bedingungen des Jahres 2020 waren im Bugund alles andere als einfach.

00:41:50: Ein außergewöhnlich warmes und trockenes Jahr führte zu konzentrierten Trauben und

00:41:54: extrem geringe Erträgen.

00:41:56: Im Juli und August herrschte extreme Trockenheit, was dazu führte, dass die Trauben kompakt

00:42:01: und intensiv im Aroma wurden.

00:42:03: Hier liegt das geschicktes Winzers in der Kunst des minimalen Eingriffs, ein Prinzip,

00:42:07: das die Durants seit Generation pflegen.

00:42:09: Die Trauben wurden unter dem Schutz der Nacht geerntet, um die kostbare Frische zu bewahren.

00:42:14: Bei einem früheren Beginn der Lese, fast zwei Wochen vor der üblichen Erdezeit, blieb

00:42:18: nichts dem Zufall überlassen.

00:42:20: Dies erforderte eine präzise und differenzierte Handarbeit, um den charakteristischen Stil

00:42:24: von Gerverecha Matat zu bewahren, eine Stilistik, die sich durch Straffetanine, tiefgründige

00:42:29: Mineralität und die Finesse eines großartigen Begundens auszeichnet.

00:42:33: Die Durants lassen ihr Naturfreienlauf, wo immer es möglich ist und greifen nur dann

00:42:38: ein, wenn es unvermeidlich ist.

00:42:39: Sie glauben fest an die Kraft des Terroirs und die Reinheit des Bodens und setzen auf

00:42:44: biodynamische Prinzipien, die nicht nur den Wein, sondern auch die Umwelt schützen.

00:42:48: Ihre Methoden ist ein Balanceakt.

00:42:50: In heißen Jahren wie 2022 müssen Bewässerungstechniken zum Einsatz kommen.

00:42:55: Die Wasserspeicher im Boden effektiv nutzen.

00:42:58: Die besonderen Fähigkeiten der Durants zur Weinbereitung liegen darin, das Beste aus

00:43:02: den gegebenen Bedingungen herauszuholen, ohne dabei den ursprünglichen Ausdruck des

00:43:05: Terroirs zu verfälschen.

00:43:06: Technisch gesehen beginnt die Weinbereitung für diesen Gelfrescharmantag mit einer Kaltmarseration,

00:43:11: die es ermöglicht, intensive Farbstoffe und Aromen zu extrahieren.

00:43:15: Die Gehrung erfolgt in offenen Fässern, wobei jeder Schritt akribisch kontrolliert wird,

00:43:20: um den Delikaten-Gerakter des Pino-Norse zu bewahren.

00:43:23: Die Temperatur wird durchgehend überwacht, um die Aromen frisch zu halten.

00:43:26: Für die Lagerung setzt die Durants auf französische Eiche, wobei nicht mehr als 20% neue Fässer

00:43:31: verwendet werden, um den reinen Charakter des Weines zu unterstreichen.

00:43:34: Der Einfluss des Holzes ist dezent, fast zurückhaltend und wirkt unterstützend auf die Taninstruktur

00:43:40: des Weines.

00:43:41: Während der Ausbauzeit wird die Hefe regelmäßig gerührt, um den Wein zusätzlich zur Textur

00:43:45: zu verleihen und die Komplexität zu fördern.

00:43:47: Nach 14 bis 16 Monaten im Fass erreicht der Wein seine Balance und wird den klimatisierten

00:43:52: Keller ruhen gelassen.

00:43:54: Bevor ihr auf den Markt kommt, ihr fragt euch vielleicht, was diesen Wein von anderen

00:43:58: Buggern unterscheidet.

00:43:59: Der 2022er Gelfrescharmantag zeigt eine harmonische Verschmelzung von Kraft und Eleganz.

00:44:03: Ein Paradoxon, das nur die besten Jahrgänge des Buguns erreichen.

00:44:07: Die Taninsten Krafttäure jedoch von einer samtigen Struktur, die die Komplexität der

00:44:12: dunklen Köscher rum unterstützt, die Textur am Gaumesfein, die Mineralität präsent und

00:44:17: die Säurestruktur balanciert, was ihm ein beeindruckendes Alter und Potenzial verleiht.

00:44:21: Bei richtiger Lagerung wird dieser Wein mindestens, wirklich mindestens acht bis zehn Jahre auch

00:44:26: hohem Niveau reifen und neue Facetten seines Terroirs enthöhlen.

00:44:30: Aber offen gesprochen sind für diesen Wein 20 bis 30 Jahre kein Problem.

00:44:35: Ihr habt, wenn ihr denn habt, in eurer Hand einen Wein, der sowohl die Geschichte seiner

00:44:39: Herkunft erzählt, als auch die Herausforderung und Chancen der moderne Weinbereitung widerspiegelt.

00:44:44: Dieser chiffret ist für diejenigen unter euch, die nicht nur die reine schöner Despino

00:44:49: Noirs schätzen, sondern auch die Auseinandersetzung mit seinem Ursprung und die Handwerkskunst,

00:44:54: die in jedem Tropfen steckt suchen.

00:44:57: Lasst uns anstoßen auf diese Tradition und auf die fortlaufende Geschichte, die ihr heute

00:45:02: miterleben könnt.

00:45:03: Und das nicht zuletzt dank des deutschen Importeurs dem Handelshaus Schlumberger.

00:45:07: Wie magst du oder beschäftigst du dich, wenn du Riesling magst, geschichtlich?

00:45:21: Mit der Rebsorte?

00:45:22: Ich habe früher alles mal gelernt.

00:45:25: Heutzutage würde ich sagen, beschäftige ich mich nicht mehr allzu viel damit.

00:45:31: Ich weiß Ursprünge, 15. Jahrhundert, Rheingau natürlich, Rüsselheim und so ein paar Grundgeschichten

00:45:43: natürlich.

00:45:44: Aber für mich ist wichtig.

00:45:47: Riesling ist für mich natürlich die großartigste Rebsorte der Welt.

00:45:53: Ich beschäftige mich aber auch mit ganz wen anderen Sachen.

00:45:55: Ich beschäftige mich auch mit anderen Rebsorten.

00:45:57: Und Riesling steht natürlich im Vordergrund.

00:45:59: Riesling steht aber für unsere Firma letztendlich auch ein bisschen, für deutschen Wein, für

00:46:07: gewisser Weise Regionalität.

00:46:09: Und auch ein bisschen für etwas, worauf man stolz sein kann, weil wir so tolle Winzer

00:46:15: und Winzerinnen haben, die so unglaublich handwerklich und aufopfern jeden Tag gearbeiten,

00:46:20: um großen Wein zu produzieren.

00:46:22: Und natürlich guckt man sich dann an, wie war denn letztendlich so der Weg des Weinguts?

00:46:31: Aber Riesling im 18. Jahrhundert kann ich dir jetzt keinen großen Fachvortrag zu erzählen,

00:46:38: was in den letzten 20, 30 Jahren passiert ist bei jedem Weingut und was da sich verändert

00:46:43: hat und wie sich das entwickelt hat, das auf jeden Fall.

00:46:48: Was aber, finde ich, manchmal total spannend ist, eben auch das 18. Jahrhundert oder das

00:46:52: 19. Jahrhundert, mit dem Riesling zu spiegeln.

00:46:55: Also keine Ahnung, die Geschichte von Marx, dass er durch den Riesling oder durch den

00:47:00: Moselwein mehr oder weniger eigentlich erst zum Kommunisten geworden ist.

00:47:04: Und der dramatischen Situation, der Winzer damals um 18.30, als die erste Krise gab

00:47:11: oder dass die erste Riesling halb um 18.50 in England war und wenn du es gerade angesprochen

00:47:18: hattest, also die Ära, also es gibt ja bis zurück in den 15. Jahrhundert immer verschiedene

00:47:23: Elemente, was für uns ja dann ein cooles Storytelling ist und wo der Riesling eigentlich

00:47:27: ein wahnsinniges Geschenk ist und wo.

00:47:29: Und da fliege ich dir wiederum bei, diese Geschichterechtigkeit wahrscheinlich der

00:47:34: Shannon Blondesilverne nicht ganz so intensiv durchaus auch, aber nicht ganz so intensiv

00:47:38: hat wie der Riesling aufgrund der vier internationalitäten letztlich dabei.

00:47:41: Das denke ich auch.

00:47:42: Vielleicht weißt du es, wann urkundlich Shannon Blondes erst mal erwähnt wurde.

00:47:47: Ich glaube um 13.50.

00:47:49: Ja, Riesling wäre es ja 14.00, weiß ich gar nicht, 60 oder so.

00:47:56: 30 oder so, ne, 63 oder so, oder irgendwie ja, irgendwas 14.00, genau.

00:47:59: Ja, und dann ist ja eine Erfolgsgeschichte, muss man sich ja auch mal überlegen, wie

00:48:03: viele Jahrhunderte diese Rebsorte weitergeführt wurde und übertragen wurde von Generation

00:48:11: zu Generation und eigentlich nie so wirklich an Bedeutung verloren hat.

00:48:15: Auf und ab durchaus dabei.

00:48:18: Genau, genau, auf und ab.

00:48:20: Aber wir haben jetzt ja 2024 und es ist international ein Leuchtturm.

00:48:30: Ja, und ich finde es aber trotzdem erstaunlich, dass man erst keine Ahnung, wo er fünf oder

00:48:34: zehn Jahren, ich weiß nicht genau, wann erkannt hat, wo der Riesling herkommt.

00:48:38: Ja.

00:48:39: Was für mich ganz, ganz viel auch erklärt hat, weil ich manchmal im Riesling, wenn

00:48:43: er unterschiedlich interpretiert wurde von den Winzern, selbst ein Riesling nicht erkannt

00:48:47: habe, aber als ich die Eltern da mehr oder weniger gesehen habe, dann versteht man, ist

00:48:53: er wie im richtigen Leben, wenn die Eltern siehst, verstehst du genau.

00:48:56: Ja, das stimmt ja.

00:48:57: Und da dann eben auch, also als ich erfahren habe, dass der Traminer ein Teil mit bei ist

00:49:03: und Wildtrieb und Heunisch, ich finde es so schade, dass es so wenig Heunisch gibt.

00:49:07: Das stimmt.

00:49:08: Total witzige Rebsorte.

00:49:09: Das stimmt.

00:49:10: Von Therese am Preuher habe ich mal einige echt spannende, sehr, sehr gute Heunische

00:49:16: Gedanken.

00:49:17: Ja.

00:49:18: Aber nichts hat ich auch noch, glaube ich, im Saale-Unschuldgebiet hatten, bloß

00:49:23: da vorder vorher gehabt, aber sonst wüsste ich keinen, als wenn jemand Heunisch kennt,

00:49:27: bitte, bitte schreibe mich, bin ja sehr, sehr interessiert.

00:49:29: Ich finde das nicht zuletzt, weil sie so geschichtsträchtig ist, so als der Casanova der Rebsorten.

00:49:35: Ja.

00:49:36: Ja, da, ja.

00:49:37: Also es gibt, denn es gibt super viel, ich finde das war eigentlich fast eine spannende

00:49:41: Bewegung, jetzt bin ich sehr politisch, aber es ist fast eine spannende Bewegung, historische

00:49:48: Rebsorten wieder in den Vordergrund zu stellen als PIVI Rebsorten.

00:49:53: Also auch Orléans beispielsweise.

00:49:57: Ja.

00:49:58: Da gibt es ganz wenig, aber spannende Sachen.

00:50:01: Und irgendwie haben sie für mich eine größere Tiefgründigkeit als PIVI Rebsorten beispielsweise.

00:50:11: Was aber manchmal auch die Handfertigkeit, auch die Schmerzbereitschaft seitens des

00:50:17: Winzers, erfordert?

00:50:19: Ja.

00:50:20: Ich glaube es ist einfacher, keine Ahnung, un Cabernet Blanc, die Flasche zu Ballern mit

00:50:25: ganz viel Paprika, wo jeder, der die Flasche noch nicht mal aufhat, schon die Paprika riecht.

00:50:29: Absolut.

00:50:30: Als ein Orléans, wo du schon leicht masochistisch veranlagt sein musst, um den in der Jugend

00:50:36: und mit viel Spaß aktiv zu trinken.

00:50:38: Ja, ist ja auch so.

00:50:40: Also ganz klar, da geht es, ja bei dem einen geht es um im Prinzip fruchtige Frische im

00:50:46: Glas.

00:50:47: Es gibt, es gibt glaube ich und tut mir leid für alle, die sich da bemühen, aber es gibt

00:50:53: keine extrem tiefgründigen großen PIVI Weine.

00:50:58: Es gibt aber extrem großartige alte Rebsorten, die natürlich viel schwieriger sind und du

00:51:06: musst viel mehr berücksichtigen und eine gewisse Leidensfähigkeit sicherlich auch haben.

00:51:11: Aber es sind dann vielleicht auch keine Alltagsweine und dafür ist es mit dem PIVI sehr fantastisch.

00:51:17: Also, dass man da Weine in die Flasche bringt, die ja frisch fruchtig knackig sind, die

00:51:24: irgendwie Spaß machen, runtergehen.

00:51:27: Bin sehr gespannt, wie sich das entwickeln würden.

00:51:30: Ich finde, oder fand den Ansatz seiner Zeit von Bellmüller ganz interessant.

00:51:33: Es hat noch keiner probiert.

00:51:34: Wir haben keine wirkliche große Erfahrung, es hat noch keiner probiert.

00:51:37: Deswegen bin ich da auch so ein bisschen vorsichtig, was ich auch vor fünf oder zehn

00:51:41: Jahren gemacht habe, vorsichtig beim Verteufeln dieser Rebsorten.

00:51:44: Vielleicht ist die nächste Evolutionstufe, vielleicht kommen die nächsten großen Weinen

00:51:47: aus diesen PIVI Weinen.

00:51:48: Ja, das kann sein.

00:51:49: Das ist vielleicht auch gar nicht die richtige PIVI-Gadung noch gar nicht noch noch nicht

00:51:55: inszeniert oder kreiert worden oder schlummert noch.

00:51:57: Ich bin neugierig und bin gespannt.

00:51:59: Ja.

00:52:00: Aber ich mag diese alten Rebsorten auch und würde mich freuen, wenn die aufgrund von

00:52:05: Kommerzialität oder Bequemlichkeit nicht aussterben würden.

00:52:08: Ja, es gehört einfach zum Handwerk auch dazu.

00:52:12: Das darf nicht aussterben.

00:52:14: Da haben wir gewissermaßen als soms ja auch ne verantwortung, ne gesellschaftliche Verantwortung.

00:52:21: Wir können das Handwerk...

00:52:22: Damit auch zu spielen.

00:52:23: Einfach auch, die...

00:52:24: Also, eine Vordergrundstärke.

00:52:25: ...zu fördern, die von Vincent zu kaufen.

00:52:28: Vincent dabei zu unterstützen, dass die diese Rebsorte wertgeschätzt wissen.

00:52:35: Ja, ganz genau.

00:52:36: Und dass man da in den Austausch geht.

00:52:38: Natürlich ist sowas oftmals ne Freaknummer, aber hey, wenn ich für die Freaks verwendet

00:52:41: dann und genau die können das mit einer gewissen Leidenschaft dann auch weiter tragen.

00:52:47: So ist es.

00:52:48: Aber Freak und Riesling, wie weit geht das bei dir?

00:52:50: Weil du grad sagst, das ist geschichtsträchtig und wie bei der Herkunft waren.

00:52:55: Spielst du oder möchtest du es wissen mit den Klonen der einzelnen Rieslinge?

00:53:00: Also, es sind 90 für dich wichtig oder ein Geisenheimer oder ein Erwacher oder...

00:53:04: ...however?

00:53:05: Ich finde beim Riesling gar nicht so unbedingt.

00:53:08: Also, ich finde dich bei Pinos fast noch ein Tuckenspannender.

00:53:12: Ja, das ist ja krass.

00:53:14: Weil da der Unterschied finde ich...

00:53:16: ...der Mutationsfreundiger ist.

00:53:17: Genau, und da finde ich auch der Unterschied schon gigantisch.

00:53:21: Und beim Riesling... also klar, wenn man jetzt auch mal... was Wurzel echt ist beispielsweise

00:53:29: ins Glas bekommt, wo es uns ja leider sehr wenig gibt, aber was es gibt ist höchst spannend,

00:53:35: dann ist das schon sehr interessant, würde ich sagen.

00:53:40: Was ist Wurzel echt für alle, die vielleicht nicht so in dem Thema drin sind?

00:53:43: Das sind dann Reben, die eben nicht aufgefropft sind, die auch durch Flurbereinigung nicht

00:53:50: verändert wurden und dann teilweise vielleicht 120 Jahre alt sind und da gibt es zum Beispiel

00:53:56: im roten Hang Fläche oder an der Muesel und es gibt ganz, ganz wenige Orte, wo diese

00:54:05: uralten Reben stehen und das ist spannend.

00:54:10: Und ich finde über Klonen, über Riesling spricht man übrigens selten, ne?

00:54:14: Also, wenn du über einer Verkaufstimmung...

00:54:15: Zu selten eigentlich, mein bei Klonen.

00:54:16: Also, finde ich ganz, ganz extrem.

00:54:18: Aber das ist ja auch, wenn ich zum Lukas Sermann an die A fahre, das ist ja nicht weit weg,

00:54:24: eine Stunde von uns und der schreibt es ja teilweise auch auf die Weine drauf und am

00:54:31: Anfang muss ich dafür selber nachfragen, was heißt das denn?

00:54:35: So, dass der Klonen habe.

00:54:37: Ah, okay.

00:54:38: Warum schreibst du das drauf?

00:54:41: Weil es so anders ist.

00:54:42: Aber beim Riesling, also noch nie vorgekommen, dass mich ein Winzer empfangen hat und gesagt

00:54:51: hat, unsere besonderen Riesling-Klonen.

00:54:54: Ich finde es aber schade, also ich habe das schon öfters erlebt, dass man sich darüber

00:55:00: ausgetauscht hatte, auch ohne, dass ich als, keine Ahnung, als Nerd danach gefragt habe,

00:55:07: sondern manchmal ist es, dass es zwischen den Zeilen erwähnt wird und wenn man eben

00:55:10: auch nicht darum weiß, man es vielleicht überhört.

00:55:13: Aber es gibt schon Winzer, die mit einem gewissen Stolz darüber reden oder das kommunizieren

00:55:18: will es natürlich auch da auch Klonen.

00:55:20: Selektion, Variation gibt die aufwendiger sind als andere oder dann auch weniger Ertrag

00:55:26: haben oder eine andere Stilistik von Wein erbringen.

00:55:29: Und manchmal, sag ich mal, spiegelt das auch so ein bisschen die Unerzhaftigkeit, wie andere

00:55:35: Winzer wiederum mit dem Thema umgehen, dass sie sagen, auch keine Ahnung, haben wir da

00:55:39: bestellt, die haben halt irgendwie und das ist so dieser Step mehr, den man dann irgendwo

00:55:45: erreichen kann.

00:55:46: Ich weiß nicht, also keine Ahnung, wenn du Apfelkuchen machst, dann kannst du natürlich

00:55:49: Äpfel nehmen oder du kannst gucken, dass du halt säurebetonte Äpfel nimmst, die halt

00:55:52: ein bisschen kleiner sind oder oder oder und da auch so ein bisschen mit spielen.

00:55:55: Das ist ja dann auch so diese weitergespielte Freaknummer, die es denn da irgendwie irgendwie

00:56:01: gibt.

00:56:02: Stimmt, guter Vergleich auf jeden Fall.

00:56:04: Was macht Riesling aus?

00:56:05: Von Aromatik, vom Geschmack, von Nativität, also woran kann man nicht zwei Gläser Wein

00:56:09: nebeneinander haben?

00:56:10: Woran erkennst du, ist ein Riesling.

00:56:12: Durch die jahrelange Verkostungserf-Au.

00:56:17: Aber kannst du das jemanden, der vielleicht noch nicht so bewandert ist oder der nicht

00:56:23: so tief in dem Thema drinsteckt, sagen, wenn du die und die Parameter hast oder das und

00:56:27: das?

00:56:28: Ja, das muss man ein bisschen eingrenzen, weil du eben so eine vielschichtige Rebsorte

00:56:34: hast und das macht natürlich einen Unterschied, ob man jetzt ein trock über trockene Weine

00:56:37: spricht oder ich habe ihn jetzt spät lese.

00:56:40: Ja, also klar ist eine gewisse Fruchtigkeit beim Riesling nicht von der Hand zu weisen,

00:56:48: wobei auch die neuesten ja die oder die in den letzten fünf, sechs Jahren die Weine als

00:56:57: die als große Gewächs- oder aus großen Lagen kommen, wesentlich mehr weg von der Frucht

00:57:03: gehen und mehr auf eine Karkheit und Steinigkeit und eine gewisse Mineralik.

00:57:08: Daran würde ich, würde man sowas sicherlich auch erkennen, wenn etwas eine leichte Fruchtigkeit

00:57:19: hat, eine hohe Säure, eine gewisse Steinigkeit, eine Tiefgründigkeit und eine spannende,

00:57:31: eine energiegeladene Struktur, dann ist man da schon irgendwo beim Riesling, beim trockenen

00:57:37: Riesling auf jeden Fall.

00:57:39: Und das hängt aber auch von den Qualitätslevels ab.

00:57:42: Ist das Alltagswein, ist das Gutswein, ist das Ortswein, ist das Gereift, ist das...

00:57:48: Deswegen habe ich vorhin gesagt, dass es so unglaublich schwierig ist pauschal auch sagen

00:57:53: oder generell einen Raster zu finden zu dieser Rebsorte.

00:57:58: Wir können unglaublich viel Verkostungserfahrung dazu um das einzuordnen.

00:58:01: Wir trinken so unglaublich viele Weine blind, auch mit ganz vielen Gästen zusammen.

00:58:06: Jeder streut was in die Runde, es wird probiert, es wird verkostet, es wird sich herangetastet.

00:58:12: Was könnte das sein, wo kommt das her?

00:58:15: Und nach Jahren dieser Tätigkeit entwickelt sich dann eben auch ein gewisses Verständnis

00:58:22: in der Aromatik am Gaumen, das herauszufinden, aus welcher Region kommt das, vielleicht aus

00:58:27: welcher Lage, welches Jahr, welcher Winzer.

00:58:29: Es ist aber schwierig und sehr, sehr frügig, nie schick, würde ich sagen.

00:58:36: Bleintest in generell.

00:58:39: Gibt es da aber nicht verschiedene Parameter, wo man sagen kann, keine Ahnung, wo man gelernt

00:58:44: floral ist, mittel rein oder aprikose ist, ist falls oder oder oder, dass man in verschiedenen

00:58:51: Gebieten grundsätzlich aufgrund der klimatischen oder bodenkartneristischen Grundlagen unterschiedliche

00:58:59: Grundaromen innerhalb dieser Rieslingfamilie zu sprechen kann, woraus man das dann wiederum

00:59:04: erkennen könnte und demnach zuordnen könnte.

00:59:07: Ja, doch.

00:59:08: Wobei ich da fast eher noch detailierterein gehen würde, würde ich sagen, es ist eher

00:59:14: lagentypisch, dass man über die Lage ins Anbaugebiet geht.

00:59:20: So versuche ich es oft beim Verkost.

00:59:23: Na so klar, wenn man jetzt nur trockene Weine miteinander vergleicht, ist die Falswesenlicht

00:59:30: dicker als die Mosel sah oder die Ruwa.

00:59:33: Und das lässt sich im Glas sicherlich auch relativ schnell dann festmachen.

00:59:40: Und ich würde sagen, in den normalen Blindtastings sind oft natürlich immer die gleichen Regionen

00:59:47: drin.

00:59:48: Es ist natürlich, falls Rheinhessen nahe Mosel mit dabei, dann gibt es ein paar.

00:59:56: Ich hatte wenig hessische Bergstraße bisher.

00:59:58: Ja, wenig hessische Bergstraße, wenig Baden, auch wenn es da Riesling gibt und Urbach und

01:00:05: so weiter.

01:00:06: Großartige Klingenberger.

01:00:07: Ja, ja.

01:00:08: Teilweise tolle Exemplare.

01:00:09: Ja, da können wirklich gute Riesling herkommen, auch Württemberg.

01:00:15: Das wird völlig vernachlässig.

01:00:18: Bei uns auch gibt es keine natürliche Nachfrage, aber es gibt echt großartigen Rieslingen.

01:00:23: Ich verinner mich an eine Verkostung vom Pulvermecher von Mure Zeidler, Jahrgang 21.

01:00:31: Das war unglaublich gut.

01:00:33: Auch Bäurer schneit man zetera Würrack.

01:00:36: Ja, super.

01:00:37: Tolle Sachen.

01:00:38: Da gibt es richtig gute Rieslinge.

01:00:40: Wird natürlich, ja, in so Blind tastings kommt es seltener, würde man vielleicht sogar

01:00:46: schneller erkennen.

01:00:47: Also so Riesling aus Baden oder Württemberg.

01:00:50: Ja, nahe, mit oft vulkanischem Gestein oder Devonschiefer.

01:00:55: Da kommen ja auch teilweise die mit die größten Rieslinge her.

01:01:00: Und das erkennt man im Glas.

01:01:02: Das finde ich schon, ob man es zu einem verbrauchenden Raster an die Hand geben kann, sagen kann,

01:01:11: danach musste gehen, dann erkennst du das schon.

01:01:14: Finde ich bei so einem hochkomplexen Thema schon echt schwierig.

01:01:17: Finde ich echt nicht einfach.

01:01:23: Gut finde oder einfach ist es sicherlich, wenn man das in der Basis macht, in der trockenen

01:01:27: Basis, gesetzlich trocknenen Basis und dann nebeneinander stellt Riesling, Graubugunder,

01:01:33: Weißugunder, Sauvian, Blanc, Chardonnay, Silvana und dann alles mal durchprobiert und

01:01:39: dann die Unterschiede dann natürlich auch merken.

01:01:42: Man merkt, dass Silvana hat weniger Säure, der Graubugunder auch.

01:01:45: Graubugunder ist ein bisschen molliger, ein bisschen gefälliger, der Riesling ist vielleicht

01:01:50: für einen Endverbrauch jetzt ein bisschen kratziger.

01:01:53: Dann nenne ich es jetzt einfach mal irgendwie fruchtig, ja, ein bisschen rassiger und Chardonnay

01:02:03: ist vielleicht ein bisschen in der Basis blumiger, floraler und ja, dann kann man das so ein

01:02:09: bisschen voneinander unterscheiden.

01:02:11: Dann kann man die Rebsort auch nochmal anders wertschätzen, wenn man die mit anderen Rebsorten

01:02:17: vergleicht, vielleicht auf einem Qualitätslevel, vielleicht sogar von einem Produzenten oder

01:02:21: zumindest aus einer Region und man bekommt ein anderes Gefühl für die Rebsort auch für

01:02:25: deren Großartigkeit.

01:02:28: Auf jeden Fall.

01:02:30: Riesling, du aus Deutschland oder bist du da offen oder seid ihr bei euch offen?

01:02:35: Also Österreich, Elsas finde ich gravierend unterschätzt, also es ist für mich so eine

01:02:40: der Regionen, die kaum jemand auf dem Schirm hat, wo teilweise nicht auch über den Riesling

01:02:45: hinaus Großartige Sachen kommen, aber auch Riesling aus Neuseeland, Australien, Clair-Valley,

01:02:50: Grossoviel, ich finde großartig, Niagara, Spielex, spielen wir selber nicht.

01:02:57: Wir sind wirklich unglaublich fokussiert auf Deutschland in dem Bereich.

01:03:01: Okay.

01:03:02: Wer ihr es nicht mögt oder wer ihr einen Kernkonzept braucht?

01:03:05: Du musst dich immer fokussieren.

01:03:07: Wenn du, jetzt kann man sagen, der Fokus ist Riesling, aber Riesling ist einfach unglaublich

01:03:13: vielseitig und groß und ich glaube, wenn du, du verrennst dich und ich bin ein ganz großer

01:03:19: Fan von sei klar, sei präzise, hab dein Konzept und hab deinen Fokus und dann kannst du nur

01:03:26: wirklich, nur dann kannst du wirklich gut sein.

01:03:28: Nichts ist so trotz, also es gibt natürlich bei unseren österreichischen Kollegen auch

01:03:34: super Sachen und auch viel Veränderungen.

01:03:37: Amerika muss ich sagen, sehe ich so ein bisschen zwiegespalten.

01:03:42: Ich finde, die Herangehensweise an Weinbau dort ist oft, jetzt pauschalisiere ich auch

01:03:50: ein bisschen, aber ist oft sehr technisch, sehr, sehr technisch und ich mag's dreckig,

01:03:59: ich mag's handwerklich, ich mag's klein und es muss nicht alles, alles immer perfekt

01:04:07: ausgesteuert und austariert sein mit allen technischen Möglichkeiten, die man hat.

01:04:12: Was schätzt du, was die Durchschnittskröße der Weingüter in Kalifornien ist?

01:04:15: Die wird riesig sein.

01:04:17: Also alle in den Top geworfen und?

01:04:19: Was in Deutschland ist, 5 Hektar oder so, ne?

01:04:22: Sehr klein.

01:04:23: Wahrscheinlich ist es unglaublich groß, 200 Hektar sag ich mal.

01:04:27: 2 Hektar?

01:04:28: Nee, ich hab' nie gedacht.

01:04:30: Also man vergisst halt, allein das Napa hat ja 700 Winzer.

01:04:35: Ja, ja.

01:04:36: Und wenn du die Central Coast teilweise Central Valley nimmst, du hast ganz, ganz viele Weingüter,

01:04:41: Winzer, die das als Wochenendjob machen und sich da ihr Weingut dann irgendwo finanzieren.

01:04:46: Deswegen, du sagst es pauschalisierend, es ist in der Tat pauschalisiert, so wie die

01:04:50: Leute glauben, Deutschland ist eine süß.

01:04:52: Ja, absolut.

01:04:53: Süß und billig.

01:04:54: Es ist dort genauso und es gibt halt unfassbar viele Trends, die eigentlich aus Amerika rüber

01:04:58: schwappen, sei es biodynamisch, sei es mit Monphasen arbeiten, die dann dieser Longfegg

01:05:03: nicht wurden, die natürlich auch schon vor, keine Ahneten, in Europa praktiziert wurden,

01:05:08: aber die in dieser neuzeitlichen Bewegung gerade aus Kalifornien dann wieder hier re-etabliert

01:05:15: wurden und, Entschuldigung, ich wollte da jetzt nicht zwischenkreten oder die hier...

01:05:19: Bitte bitte, das macht mir Spaß.

01:05:20: Ich wollte da nicht zwischenkreten oder ich irgendwie blame.

01:05:22: Ist aber so eines dieser typischen Vorurteile, wo ich es erstaunlich fand, das ist teilweise

01:05:29: eine Realität, ganz anders aussieht.

01:05:31: Natürlich hast du auf der anderen Seite, hast du Produzenten wie Galo, die gleiche

01:05:36: Rebfläche wie Gesamtdeutschland haben.

01:05:38: Wahnsinn.

01:05:39: Wahnsinn.

01:05:40: Und das haut natürlich immer fett rein.

01:05:43: Das ist natürlich das, was oft dann über die Grenzen rüber kommt.

01:05:48: Also ich war mal, das war Kloster Eberbach bei einer Riesling-Veranstaltung und da gab's

01:05:55: Gäste aus den Staaten und die haben ihre Weine präsentiert und jeder hat auch ein bisschen

01:06:00: was zu es gesagt und da war eine wirklich Größe der deutschen Meinwelt auf der Bühne.

01:06:03: Da haben wir über die Handwerklichkeit gesprochen.

01:06:06: Ich mein, natürlich gibt's da auch einige, die sprechen fürs Handwerk, aber tun's am

01:06:11: Ende nicht oder haben da vielleicht eine andere Definition.

01:06:14: Bei den Amerikanern wurden dann Bilder gezeigt, wirklich von ganz flachen Flächen, wo eigentlich

01:06:22: keine Landwirtschaft möglich ist, viel Bewässerung.

01:06:24: Die haben das alles in Kreisen angeordnet, die Rebfläche, damit die Sprengleranlagen

01:06:33: da überall rankommen und das war sehr technisch.

01:06:37: Also wie gesagt, das trifft jetzt nicht auf alle zu, aber das war so das, was drüben

01:06:42: letztendlich angekommen ist.

01:06:44: Ich bin's wahrscheinlich auch mal selbst in Amerika gewesen, aber auch noch nicht in

01:06:49: Washington State oder so, um mir das mal einzukucken oder auch noch nicht in Kanada.

01:06:53: Das sollte ich auf jeden Fall aber mal tun, weil hast du ja völlig recht.

01:06:57: Man kommt ja oft dann auch in eine Situation, dass man ein, zwei Sachen selber dann sieht,

01:07:03: kennt, auch probiert, die vielleicht nicht gut findet und Themen dann auch relativ schnell

01:07:08: abhakt.

01:07:09: Man kann auch nicht alles gern haben.

01:07:13: Manchmal versucht man sich natürlich auch irgendwie Parameter zu suchen oder die zu

01:07:17: finden, wo man für sich selber eine Erklärung dann irgendwo finden kann.

01:07:22: Ja.

01:07:23: Man kann ja aufgrund dessen oder sonstiges und man kann auch nicht alles besuchen.

01:07:26: Ja, ganz ehrlich.

01:07:27: Ich finde die Rieslingwelt, richtig im Sinne von Welt, ist teilweise großartig und ich

01:07:31: habe schon sehr viele durchaus spannende Rieslinge, nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum,

01:07:38: sehend erleben dürfen.

01:07:39: Ja.

01:07:40: Teilweise auch sogar aus dem Piemont, was witzig ist.

01:07:42: Und da, interessanterweise, bin ich auf Tdn aufmerksam geworden.

01:07:50: Ja.

01:07:51: Was ja auch so eines der Mythen letztlich mehr oder weniger ist, dass wenn man das riecht,

01:07:59: wenn man den Petroton riecht, glaubt zu wissen, woher er kommt.

01:08:04: Ja, da gibt es ja, aber gibt es da mittlerweile wissenschaftliche Studien zu, was der wirkliche

01:08:12: Ursprung ist?

01:08:13: Na eigentlich schon immer, also gibt es glaube ich seit 50 oder 70 Jahren, also die man irgendwie

01:08:19: analysiert hat.

01:08:21: Dieses Trimethyldhytronafdalin, das ist eine chemische Verbindung, die entsteht, wenn

01:08:31: der Riesling mehr oder weniger zu stark gesondeneinstrahlung oder Trockenstress hat.

01:08:36: Dann wird Karotin umgewandelt innerhalb der Schale und dieses ergibt letztlich den Petroton.

01:08:43: Ja.

01:08:44: Also nichts, was wir uns immer so ein bisschen ausgebastelt haben, wenn er auf Schiefer wächst,

01:08:48: wenn er spontan vergoren ist, dann riecht er mit einmal nach Kerosin.

01:08:51: Es ist einfach eine chemische Entwicklung innerhalb der Traube, die den Wein wie eine

01:08:59: Tankstelle riechen lässt.

01:09:00: Spannend.

01:09:01: Und das ist so, wie lebst du das noch?

01:09:03: Erlebst du das noch?

01:09:04: Erlebst du das noch oft?

01:09:05: Was erleb ich noch oft?

01:09:06: Dass die Leute sagen, es kommt vom Schiefer?

01:09:10: Nee, das nicht.

01:09:11: Dass die Leute sagen, oder dass du Weiner in deinem Glas hast, die diesen enormen Petroton

01:09:19: haben?

01:09:20: Ich verkurre, ist das nicht mehr viel.

01:09:22: Wenn du zu klassischen Weinkütern in einen Teilweise einer Mosel, egal wohin gehst, dann

01:09:26: teilweise ist das ja eine Spielart, die man ganz gezielt ausleben kann, ähnlich wie

01:09:33: Reduktionen, ähnlich wie Brett, was teilweise in eine Region prägt, was eben Brettboardo

01:09:40: geprägt hat oder was die Reduktionsbegrund teilweise über eine gewisse Zeit geprägt

01:09:44: hat, was dann in gewissen Phasen, weil jemand das mit Authentizität gleichsetzt, übertrieben

01:09:50: wird.

01:09:51: Entsprechend dann teilweise auch Region oder keine Ahnung, in den Anfang der 2000er haben

01:09:55: relativ viele diesen Petrode, die die Entonen mit drin gehabt und haben eben geglaubt,

01:10:02: dass sie ihren Kaby damit wunderbar authentisch machen und konnten es dann auch nicht händeln.

01:10:07: Es ist ja da eben auch oft die Situation, dass man vergisst, dass es eine Spielart ist,

01:10:11: die das ganze bereichern soll, die da teilweise im Alter auch noch krasser rauskommt und ihr

01:10:16: weiternsterstört, weil es dominant ist, weil es unerträglich wird, ist ja mit Brett und

01:10:20: Reduktion ja genauso, dass man es gezielt einsetzen muss oder exemplare spielen muss.

01:10:25: Ja.

01:10:26: Und da dann eben auch und da dann auch amüsanterweise diese, viel Information, die oft auch von

01:10:31: Winzen gespielt wird, dass sie das nicht wissen.

01:10:34: Ja.

01:10:35: Ja gut, das stimmt natürlich.

01:10:38: Ich finde aber, dass man es nicht mehr so oft im Glas hat, aber vielleicht liegt es

01:10:42: jetzt auch wieder an, dass ich die Nische von der Nische bin und viele Sachen dann auch

01:10:46: vielleicht gar nicht mehr so ins Glas bekomme.

01:10:48: Vielleicht auch deine Winz, also nicht Problem oder die Situation ist ja mehr oder weniger,

01:10:54: wenn man selber einen Wein laden hat, konzentriert man sich auf seine Produzenten.

01:10:58: Ja klar.

01:10:59: Und jetzt war auch links und rechts.

01:11:01: Ja, ja.

01:11:02: Das ist nicht so.

01:11:03: Das ist ja aber meistens auch in diesem Stilrahmen, den man dann selber dann irgendwo anstrebt

01:11:07: oder wenn man dann ja auch in dem Rahmen, was man probieren kann, immer die Sachen nur

01:11:13: versucht zu verköstigen, die für einen interessant sein könnten, um eventuell im Programm mitzulaufen.

01:11:17: Aber man probierte selten was Arttypisches, oder?

01:11:20: Das stimmt.

01:11:21: Ja, absolut.

01:11:22: Da ist man vielleicht auch ein bisschen festgefahren.

01:11:24: Müsste man vielleicht auch ein bisschen lockerer werden und ein bisschen offener.

01:11:29: Man ist schon festgefahren.

01:11:30: Also liberal festgefahren, aber festgefahren.

01:11:34: Herzlichen Glückwunsch übrigens.

01:11:37: Wofür?

01:11:38: Habt ihr nicht heute Jahrestag?

01:11:40: Das stimmt.

01:11:41: Eigentlich vor ein paar Tagen, aber heute feiern wir.

01:11:45: Okay.

01:11:46: Letzte Woche war das nicht möglich.

01:11:50: Aber sieben Jahre, sieben Jahre, Konzentriersling.

01:11:54: Erfolgsgeschichte.

01:11:55: Zum Glück.

01:11:56: Zum Glück.

01:11:57: Ja.

01:11:58: Jetzt werden wir heute hier vielleicht nichts sagen.

01:12:00: Was ist mit euch vergleichbar?

01:12:01: Also der dieses Konzept hat oder wo man einfach so Casual Wine lebt, aber das auf Niveau

01:12:07: mit einer Auswahl von 1500 Flaschen mit wirklich Tiefgang.

01:12:11: Also ich erinnere mich noch an die Zeit, als es schon in der Branche ein Thema war, dass

01:12:17: es da jemand gibt, der auf bestimmte Qualitäten aus ist, die Sucht, die zielt und ein richtig

01:12:23: cooles Konzept aufbauen will.

01:12:25: Mhm.

01:12:26: Ja, also genau das, also identisch gibt es, gibt es, gibt es nix, glaube ich.

01:12:34: Liegt doch ein bisschen vielleicht an unserer Location.

01:12:37: Wir sind auf einem Marktplatz und es gibt in Deutschland nicht mehr so viele Marktplätze,

01:12:43: die funktionieren.

01:12:44: Viele sind in den letzten Jahrzehnten gescheitert und werden nicht mehr geführt.

01:12:49: Und es gibt natürlich ganz viele tolle Orte in Deutschland mit tollen Kollegen, Kollegen,

01:12:58: die Wein leben, die auch Handwerk leben und die das einfach unkompliziert an die Gäste

01:13:05: weitergeben, das vermitteln und ausschenken.

01:13:07: Es gibt natürlich auch ganz viele tolle Orte mit weißer Tüstecke und richtigen Service.

01:13:16: Aber so das unkomplizierte Entschwante, das gibt es zumindest nicht so oft, das ist aber

01:13:23: sicherlich dann auch eben der Grund, warum wir in den letzten sieben Jahren und so entwickelt

01:13:28: haben, wie wir uns entwickelt haben.

01:13:30: Also falls, ja, kopieren ist schwierig.

01:13:34: Wie viel passen bei euch rein für die 1, 2 oder den 80 Millionen, die Konzept-Rieslinge

01:13:41: noch nicht kennen?

01:13:42: Also wie viele Gäste könnt ihr fassen?

01:13:45: Es gibt kein Limit.

01:13:47: Wenn es nach draußen geht.

01:13:50: Also wir haben nach der Corona-Zeit eine große Terrasse oder in der Corona-Zeit eine große

01:13:56: Terrasse bekommen vom Seiten des Marktes aus, die wir gerade auch großteilig bespielen.

01:14:05: Und ich würde ganz genau sagen, kann man es nicht, aber ich würde sagen, an einem schönen

01:14:10: Wetter Samstag haben wir ja sicherlich zwischen 1.200 und 2.000 Gästen auf unserer Terrasse.

01:14:19: Da ist viel los.

01:14:22: Auf jeden Fall.

01:14:23: Das ist Atmosphäre.

01:14:24: Das ist, für mich ist das Schönste, Samstags vielleicht etwas später zum Karlsbad zu kommen,

01:14:31: wo die Weinbar ist und wenn die Terrasse schon gefüllt ist und man guckt darüber und denkt

01:14:35: so Wahnsinn, haben die alle Lust auf guten Wein.

01:14:40: Auf Wein.

01:14:41: Was für euch da manchmal ein Nogokriterium für gewisse Weine, wenn man ja in so einer

01:14:49: Atmosphäre die Großartigkeit eines besonderen Weines nicht greifen kann oder ist das egal

01:14:55: und ihr sagt wer den auswählt, möchte den auswählen.

01:14:58: Also man hat ja im Außenbereich kriegt man nur 60% des Weines mit, wenn man durch verschiedene

01:15:03: Faktoren, teilweise durch verschiedene Luftsituationen, einen anderen Luftdruck z.T.

01:15:07: den Wein in der Gänze gar nicht aufschüsseln kann.

01:15:10: Ist das für euch ein Thema gewesen oder sagt ihr, nein, da, wir wollen einfach nur eine

01:15:16: schöne Karte haben?

01:15:17: Wir sind eine begehbare Karte, das muss man noch dazu sagen.

01:15:21: Also du wirst bei uns durchgeführt.

01:15:24: Also kannst du täglich kommen, ganz zwischen fast 30 Wein, die offen ausgeschenkt werden,

01:15:30: auswählen, kannst natürlich auch probieren oder du lässt dich eben begleiten von einem

01:15:35: Intimitlied, das Wein ausgebildet ist und lässt dich beraten und dann findet man schon

01:15:41: den richtigen Wein.

01:15:42: Alles klimatisiert?

01:15:43: Ja, absolut, absolut, alles klimatisiert.

01:15:49: Wir haben einen Weinraum, wo viele tausend Flaschen drin stehen, wir haben aber auch

01:15:55: ein Kühllager unterhalb des Marktes im Keller, wir haben mehrere, ich war sechs Weinklima-Schränke

01:16:03: und ja, alles ist prei gefüllt und wir haben natürlich noch ein großes Außenlager.

01:16:09: Du wirst beraten, wir finden einen richtigen Wein für dich und das spielt keine Rolle,

01:16:15: ob du 28, 34 Euro ausgeben willst oder 3000 Euro, du trinkst ihn am gleichen Tisch,

01:16:23: alles ist gleich, wir sind ein ganz demokratischer Ort, vom Jungstudenten bis zur Top Managerin,

01:16:32: alle sind dabei und genau, was wir uns aber erarbeiten mussten, ist tatsächlich ein

01:16:38: Basisortiment.

01:16:39: Also als wir gestartet haben, waren wir unglaublich fokussiert nur auf High End und Mittelsegment,

01:16:48: dass dieses Einstiegsegment Brot und Butterweine, wie man so schön sagt, das mussten wir uns

01:16:53: auch erst mal erarbeiten.

01:16:56: Ist es einfach oder schwerer als?

01:16:59: Ich finde schwerer.

01:17:00: Die besonderen Weine zu finden.

01:17:01: Ja.

01:17:02: Ich finde schwerer.

01:17:03: Richtiges Handwerk in einer gewissen Menge, die wir natürlich benötigen für eine sicherlich

01:17:10: gut sechsstellige Zahl an Gästen, die wir in 365 Tagen bewirten.

01:17:14: Wir haben sechs Tage die Woche auf, wir starten um 10 Uhr morgens und es endet um 22 Uhr

01:17:21: und ein handwerklichen Wein von einem authentischen Familienweingut, weil es ist unser Credo zu

01:17:28: finden, ist nicht einfach.

01:17:30: Aber ich denke, wir sind ganz gut aufgestellt.

01:17:35: Wir haben das in den letzten, haben ja sieben Jahre Zeit gehabt.

01:17:39: Was für dich die perfekte Atmosphäre und Umgebung zum Wein trinken?

01:17:43: Ist es so etwas wie der Kalsplatz, wo du sagst, es läuft über die Gesellschaften, über die

01:17:46: Atmosphäre?

01:17:47: Oder ist es, wenn du selber Wein verprobst oder sonstiges, wo du sagst, nur neutrale Räume,

01:17:53: keine Bilder an der Wand, vorher einmal Luftfeuchtigkeit auf 80 Grad hochgeschossen oder oder oder?

01:17:59: Kann man das gar nicht, gar nicht an so etwas festmachen?

01:18:02: Ja, es kommt wirklich drauf an, was man vorhat.

01:18:07: Will man einfach nur genießen oder will man es wirklich verkosten und mit Kollegen, Kollegen?

01:18:14: Verkosten, richtig analytisch verkosten, also gar nicht oder den Wein in seiner Größe

01:18:18: zu greifen.

01:18:19: Also das, ähm...

01:18:20: Ich finde, das lässt sich auch wunderbar am Kalsplatz, auch wenn es trubelig ist, wenn

01:18:25: viel los ist, wenn es unterschiedliche Gerüche gibt.

01:18:27: Ich glaube, dieses sehr spezialisierte, ich brauche Ruhe, keine Musik, keine Menschen

01:18:37: oder eben nur die ausgewählten Verkosterinnen und Verkosterinnen und einen Rauben ohne Ablenkung.

01:18:43: Oh, dann kriegt Wein auch so etwas unemotionales, Stereales.

01:18:49: Da fehlt die Lebendigkeit.

01:18:51: Also es ist doch etwas, was in Gesellschaft getrunken wird.

01:18:54: Ja, auch wenn man sich davon treiben lässt einfach und wenn man so diese Emotionen, einfach

01:18:59: dieses Urlaubsfeeling, einfach eine halbe Stunde am Samstag.

01:19:03: Ja, ja, absolut.

01:19:04: Oder am Montag.

01:19:05: Montag auch mal ein guter Tag.

01:19:08: Da kommen wir jetzt drunter.

01:19:10: Ja, dann wird sehr viel konsumiert wahrscheinlich.

01:19:14: Ja, da sind es deutlich weniger Leute als am Samstag, aber die Flaschenumsätze sind

01:19:21: höher.

01:19:22: Die Schlagzeilprobe, Person und Stunde.

01:19:25: Da werden auch immer schöne Line-Ups gebildet.

01:19:29: Ja.

01:19:30: Es wird einfach geteiligt.

01:19:32: Das ist nämlich das, was so schön ist, ist, dass wirklich wir in Ort des Teilen sind.

01:19:38: Leute, die sich nicht kannten, zu uns gekommen sind, sitzen nachher am Tisch, haben die Arme

01:19:46: umschlugen und trinken großartige Weine und teilen mit anderen.

01:19:51: Und ja, am Ende geht man raus.

01:19:54: Es ist glücklich, hat auch noch eine neue Bekanntschaft gemacht und tolle Weine geteilt.

01:19:58: Kandade natürlich.

01:19:59: Und ich finde, das kann nur Wein.

01:20:00: Das kann kein Bier.

01:20:01: Das ist kein Arme und Grün.

01:20:03: Man liegt sich beim Bier natürlich nach der dritten Maße auch in den Armen und singt

01:20:07: zusammen schmutzige Lieder.

01:20:09: Aber anderklar.

01:20:10: Und beim Wein, man tauscht sich aus, man lässt voneinander probieren, man ergänzt sich,

01:20:16: man kommuniziert.

01:20:17: Es passiert bei ähnlich facettenreichen Getränken wie Konjak oder Whiskey auch nicht.

01:20:21: Also Whiskey ist ja auch eine gewisse Vielfältigkeit.

01:20:24: Man wird niemals sein Glas rüber schieben zum nächsten und sagen, hier rieche mal oder

01:20:28: probier mal.

01:20:29: Rieche mal rein, schmecke mal rein, schau mal.

01:20:30: Was man bei dir probieren, genau.

01:20:31: Und das passiert, das ist beim Weinjahr gang und gäbe, egal welche Sprache man spricht,

01:20:34: welche Altersklasse man hat, welche Gesellschaftsschicht man hat.

01:20:38: Es ist ein kommunikatives Getränk.

01:20:39: Findest du, also kennst du irgendein Getränk, das wie beiden ist, das genauso vielfältig

01:20:44: oder vielschichtig oder kommunikativ oder sozialisiert oder was auch immer ist?

01:20:49: Eigentlich nicht.

01:20:50: Nein.

01:20:51: Eigentlich wirklich nicht.

01:20:53: Also es gibt es nicht.

01:20:54: Ich finde viele Getränke, aber das ist sehr persönlich.

01:20:57: Das ist jetzt sehr mein Ding.

01:20:59: Also ich mag die meisten Spirituosen selber nicht trinken.

01:21:03: Ich finde es gab auch noch nie einen Tag, wo ich morgens aufgewacht bin mit dem Kater

01:21:08: und hab gesagt, Mensch, war das clever, dass wir uns gestern noch so drei, vier Spirituosen

01:21:12: reingeknallt haben?

01:21:13: Gab's noch nie.

01:21:14: Also auch wenn die in ihrem Handwerk sicherlich da großartige Sachen waren, mir schmeckt's,

01:21:19: mir schmeckt's selber nicht.

01:21:21: Und ich find sie auch nicht so vielseitig durch diesen sehr hohen Alkohol.

01:21:26: Find ich, ist das einfach enormer Alkohol und das ist einfach eine andere Facette.

01:21:33: Und auch Tee wird ja öfter erwähnt.

01:21:37: Also es gibt tolle Tees, aber die Vielseitigkeit, nein.

01:21:40: Wein ist einzigartig und das ist ja das Schöne.

01:21:43: Das ist ja das Schöne, dass wir in dieser Branche arbeiten, wo es ein Getränk gibt,

01:21:49: was einfach einzigartig ist.

01:21:51: Ja, das kann man nicht nachmachen mit anderen Sachen.

01:21:54: Das zeichnet uns aus und macht ja auch so wahnsinnig viel Spaß in dieser Branche auch

01:21:58: zu arbeiten.

01:21:59: Und dann wein er in deinem Sinne Singule zum Trinken und zum Entdecken oder zum Sichwohlfühlen

01:22:09: oder Kombinieren.

01:22:10: Wenn du es jetzt A oder B sehen müsstest.

01:22:12: Dann A.

01:22:13: Lieber Trinken.

01:22:14: Ja, Trinken ist fantastisch.

01:22:19: Und Kombinieren brauchst du für den Riesling?

01:22:23: Brauchst du gewisse Kombinationspartner?

01:22:25: Also bist du da eher Team klassisch Fisch oder vielleicht Käse, wenn er reif ist?

01:22:29: Nein, würde ich gar nicht.

01:22:32: Also unterschiedliche Kategorien, unterschiedliches Essen auf jeden Fall durch die Vielseitigkeit

01:22:36: vom Riesling.

01:22:37: Natürlich passt nicht jeder Riesling dazu, wenn man mal so ein Riesling...

01:22:41: Aber Riesling ist etwas, was man immer kann, finde ich.

01:22:42: Also manchmal auch Speisen, wo man nicht weiter kommt.

01:22:45: Gibt es in diesen großen Riesling...

01:22:47: Genau, dann kannst du den Riesling nehmen und der kann dann...

01:22:49: Gibt es etwas, wo du spielen kannst und der kann das?

01:22:51: Ja, das stimmt.

01:22:52: Das kann er.

01:22:53: Es gibt natürlich extrem tolle Food-Wine-Pairings, wo man sagt, dass denken viele Leute nicht,

01:23:00: irgendwie so Spätlese und Wild und solche Geschichten.

01:23:02: Das macht natürlich schon unglaublich Spaß.

01:23:04: Aber also ich gehe auch ins Restaurant, ich bestelle eigentlich seit Jahren keine Weinbegleitung

01:23:10: mehr.

01:23:11: Ich bestelle eine Flasche, auf die ich Lust habe, auf die die Gesellschaft, mit der ich

01:23:14: Zusammensitze luste, und wir essen und genießen das Essen und wir genießen den Wein.

01:23:20: Und natürlich schaut man ein bisschen drauf, aber in der Regel trinkt man eben keine ganz

01:23:25: fetten Rotweine zum Einstieg des Menüs und wählen das natürlich schon irgendwie halbwegs

01:23:35: clever aus.

01:23:37: Aber das einfach parallel genießen, finde ich, macht mir persönlich einfach viel mehr Spaß

01:23:43: und auch eigentlich allen Menschen, mit denen ich unterwegs bin, macht das mehr Spaß als

01:23:48: Food-Wine-Pairing.

01:23:49: Okay.

01:23:50: Ist das nicht für dich ein gewisser Entertainment-Charakter dabei, wo du sagst, und wenn mir noch

01:23:55: einer was dazu erzählt oder hattest du das doch nicht?

01:23:59: Doch, doch, auf jeden Fall.

01:24:00: Ich will auch gar nicht sagen, dass alle Kollegen das nicht beherrschen und tolle Sachen machen.

01:24:06: Gerade wenn man ein Entertainment haben möchte und wenn man durch den Abend geführt werden

01:24:11: möchte, soll man je es ja ein Gastgeber und führte durch den Abend oder oft ja sogar

01:24:20: viel spannender, packender als das Nicht-Wein-Fach-Personal macht, die dann eben nur das Essen in der

01:24:31: Regel erwähnen.

01:24:32: So wenn man beides kombiniert, in Sprache bringt und transportiert einen Gast, finde ich

01:24:37: super.

01:24:38: Aber oft sitze ich mit Menschen am Tisch, mit denen ich mich super viel unterhalte und

01:24:47: da kommen dann natürlich Interaktionen mit dem Gastgeber, der Gastgeberin zustande.

01:24:51: Aber braucht man nicht immer.

01:24:54: Braucht man nicht immer.

01:24:55: Hm.

01:24:56: Jetzt erlaube ich mir, euch zu entführen und zwar in die Welt von Fritz Wieninger und

01:25:18: das stellvertretend mit seinem 2023er Wiener gemischten Satz aus der Lage Biesermberg.

01:25:23: Ein Wein, der nicht nur schmeckt, sondern der eine Geschichte erzählt.

01:25:26: Was Fritz Wieninger mit diesem Wein geschaffen hat, ist mehr als nur ein geschicktes Zusammenspiel

01:25:30: von Rebsorten.

01:25:31: Es ist ein Fenster in die Wiener Weinkultur, eine Verbindung zur Geschichte des Wiener gemischten

01:25:36: Satzes und eine Ode an das Tiroir des Biesermbergs.

01:25:39: Beginnen wir mit der Region, mit der Lage, mit dem Biesermberg, einem besonderen Ort

01:25:44: in der Wiener Weinkultur.

01:25:45: Die Hänge des Biesermbergs mit ihren Löse und Kalkböden geben dem Wein eine mineralische

01:25:49: Basis, die seinesgleichen sucht.

01:25:52: Hier, geschützt von den kühlen Nordwinden und gesegnet von einer idealen Sonnenexposition,

01:25:57: haben die Reben die Chance ihr volles Potential zu entfalten.

01:26:00: Diese Kombination aus langen Vegetationsperioden und einem besonderen Mikrokliemmer schafft

01:26:05: eine Balance aus Früsche und Reife, die dem Wiener gemischten Satz so außergewöhnlich

01:26:10: macht.

01:26:11: Es ist diese Lage, die dem Wein die Struktur, die Lebendigkeit und die Frischverleidung,

01:26:14: die wir so lieben.

01:26:16: Doch ein Tiroir allein reicht nicht aus.

01:26:18: Es braucht einen Winzer, der die Eigenheiten dieses Boden versteht und respektiert.

01:26:22: Fritz Wieninger ist so ein Winzer.

01:26:24: Seit Jahrzehnten ist er ein Vorreiter im Wiener Weinbau und hat sich der Wiener Belebung und

01:26:29: Modensierung des Wiener gemischten Satzes verschrieben.

01:26:32: Seine Herangehensweise ist zugleich innovativ und traditionsbewusst.

01:26:35: In den 1980er Jahren begann Wieninger, sich mit biodynamischen Anbau zu beschäftigen.

01:26:40: Damals noch ein wenig beachteter Ansatz im österreichischen Weinbau.

01:26:43: Heute zeigt sich, dass dieser Weg die richtige Entscheidung war.

01:26:47: Wieningers biodynamischen Methoden gehen Hand in Hand mit einem tiefen Respekt vor dem Boden

01:26:52: und der Natur.

01:26:53: Diese Prinzipien spiegeln sich in jeder Flasche wieder.

01:26:55: Jeden Tropfen, der das Tiroir unverfälschen Ausdruck bringt.

01:26:59: Der Wiener gemischte Satz, den Wieninger so meisthaft interpretiert, hat eine lange Tradition.

01:27:04: Ursprünglich als Volkswein bekannt, geht seine Geschichte bis ins Mittelalter zurück.

01:27:08: Damals pflanzte man verschiedene Rebsorten einem Weinberg an, eine Methode, die die Resolenz

01:27:13: gegenüber klimatischen Schwankungen stärkte und die Erträge stabilisierte und vor allem

01:27:18: sicherte.

01:27:19: Heute hat der Wiener gemischte Satz nicht nur den Status einer geschützten Herkunftsbezeichnung

01:27:23: erreicht, sondern auch internationale Anerkennung als unvergleichlicher Ausdruck der Wiener Weinkultur.

01:27:28: Und was macht dem Wieninger 2023er gemischter Satz so besonders?

01:27:33: Es ist die Vielfalt der Rebsorten, die gemeinsam im Weinberg wachsen, gemeinsam reifen und

01:27:37: gemeinsam geerntet werden.

01:27:38: Grüner Feldliner, Weißburgutter, Riesling und manchmal ein kleiner Anteil Neuburger.

01:27:43: Jede Sorte bringt ihre einzigartigen Eigenschaften mit.

01:27:45: Der grüne Feldliner fühlt eine pfeffrige Würze hinzu.

01:27:48: Der Weißburgutter verleiht dem Wein eine samtige Textur, während der Riesling für

01:27:52: die frische und lebendige Säuresorgt.

01:27:54: Das Ergebnis ist ein harmonischer komplexer Wein, der die Vielfalt der Natur und die

01:27:58: Weisheit des Winzers in sich trägt.

01:28:00: Die Weinbereitung dieses Jahrgangs verdient besondere Erwähnungen.

01:28:04: Wieninger setzt auf eine schonende Pressung der Trauben und minimalen Schwefeleinsatz, um

01:28:08: die Aromen klar und unverfälschter erhalten.

01:28:10: Die Regierung erfolgt spontan und langsam unterstützt.

01:28:12: Von den natürlichen Häfen ist Weihgut.

01:28:14: Es ist nur so entstehen Weine, die authentisch und voller Leben sind.

01:28:17: Ein wahrer Ausdruck des Theroas.

01:28:19: Der Ausbau auf der Feinhilfe verleiht dem Wein eine cremige, harmonische Struktur, die man

01:28:24: im Glas förmlich spüren kann.

01:28:26: Gleichzeitig bewahrt die Lagerung in Edelstalltanks die Frisch- und Vitalität, die den Wieninger

01:28:30: 2023er Wiener gemischter Satz aus dem Wiesermberg so einzigartig macht.

01:28:35: Dieser Wein ist durchaus, aber nicht nur für den sofortigen Genuss gedacht.

01:28:39: Durch seine Struktur und seine lebendige Säure hat er ein Alterungspotenzial, das ist ihm

01:28:43: ermöglicht, über Jahre hinweg zu reifen und seine Aromen zu entfalten.

01:28:47: Im Laufe der Jahre werden sich die fruchtigen und blumigen Noten zu tiefgründigeren Aromen

01:28:52: von hohen und getrockneten Kräutern entwickeln.

01:28:55: Ein Zeichen für die hohe Qualität und die perfekte Balance, die dieser Wein bietet.

01:28:59: Die mineralische Basis des Wiesermbergs gibt dem Wein eine Struktur, die ihm Langlebigkeit

01:29:03: verleiht und er bleibt auch nach Jahren frisch und ausdruckschark.

01:29:07: Was bedeutet das für euch?

01:29:08: Die ihr diesen Wein verkostet und begleitet?

01:29:10: Es bedeutet, dass ihr hier ein Stück Wiener Geschichte in den Händen haltet.

01:29:14: Ein Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

01:29:17: Der Wiener gemischte Satz ist ein lebendiges Denkmal der Wiener Weinkultur.

01:29:21: Und Wieninger hat dieses Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch neu interpretiert und modernisiert.

01:29:26: Jeder Schluck erzählt von dieser einzigartigen, wunderschön authentischen, hochromantischen

01:29:31: Stadt ihren Menschen und ihrer Liebe zum Wein.

01:29:33: Und genau so ist dieser Wein.

01:29:35: Es ist ein Wein, der Tradition und Moderne verbindet, der ist terroirrespektiert und

01:29:39: die Vielfalt der Rebsorte zur Geltung bringt.

01:29:41: Doch nun, lass uns praktisch werden, denn es ist ein Zombie-Podcast.

01:29:44: Wie serviert man diesen Wein am besten?

01:29:46: Aufgrund seiner frischen Komplexität ist der Wiener gemischter Satz ein ausgezeichneter

01:29:50: Begleiter für viele Gerichte.

01:29:51: Klassische Wiener Küche wie Tafelspitze und Backhändel harmonieren wunderbar mit der

01:29:55: Struktur und den Aromen des Weines.

01:29:57: Auch die asiatische Küche insbesondere Gerichte mit frischen Kräutern und Gewürzen ergänzt

01:30:02: die florale Noten des Rieslings im gemischten Satz hervorragend.

01:30:06: Die natürliche Säure des Weines macht ihm zum idealen Begleiter für Fettespeisen, da

01:30:10: er den Gaumen belebt und die Aromen unterstreicht.

01:30:12: Seine Vielseitigkeiten, seine Lebendigkeit machen ihn zu einem Wein, der sowohl im Glas

01:30:16: als auch am Gaumen begeistert.

01:30:18: Mit diesem Wein trinkt ihr ein Stück Wiener Kultur.

01:30:20: Ihr trinkt die Geschichte und die Innovation, die in den gemischten Satz eingeflossen sind.

01:30:25: Ihr spürt dem Biesernberg die biodynamische Philosophie von Wieninger und die Leidenschaft,

01:30:29: die jeden Schritt dieses Prozesses begleitet hat.

01:30:32: Fritz Wieninger hat es verstanden, das Tiroir und die Tradition in einer modernen Form zum

01:30:37: Ausdruck zu bringen.

01:30:38: Er hat einen Wein geschaffen, der sich nicht nur gut trinkt, sondern auch eine Geschichte

01:30:42: erzählt, eine Geschichte, die von den Böden des Biesernbergs, der Vielfalt der Rebsorten

01:30:47: und der Hingabe eines Winzers handelt, der die Wiener Weinkultur mit Herz und Seele lebt.

01:30:52: Lasst uns gemeinsam diesen Wein verkosten und spüren, was der Biesernberg und die Stadt

01:30:56: Wien in sich tragen.

01:30:57: Denn in jedem Glas dieses Wiener gemischten Satzes schickt ein kleines Stückchen von

01:31:02: Wien von seiner Geschichte, seiner Vielfalt und seiner unnachahmlichen Lebendigkeit.

01:31:06: Vielen lieben Dank, lieber Fritz Wieninger, dass du uns dieses Schlückchen Wiener Geschichte

01:31:10: schenkst.

01:31:11: Und noch ein ganz großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:31:15: Hat es zu schonmal ein unbeschreibliches Weinspeisenerlebnis, auch wenn das nicht so dein Kernfundament,

01:31:32: wenn du essen oder trinken gehst?

01:31:33: Ja sicherlich.

01:31:34: Hat dich irgendwie schon mal was geflasht?

01:31:38: Cool ist es ja, wenn der Sommerjahr an den Tisch kommt und dir vielleicht was anderes

01:31:48: vorschlägt als das, was man im Kopf hat oder dich berät, dir Fragen beantwortet.

01:31:55: Man ist ja nicht eilwissen.

01:31:57: Man stellt sich, ja man sucht vielleicht auch etwas und lässt sich was empfehlen.

01:32:03: Man kennt ja in der Regel das Essen noch nicht, wenn man zum ersten Mal da ist.

01:32:09: Und dann ist ja so die Expertise auch total wichtig, weil die Küche vielleicht viel besser

01:32:13: eingeordnet werden kann durch das Personal, was vor Ort ist.

01:32:17: Und dann kommen natürlich tolle Sachen zustande.

01:32:20: Aber auf der anderen Seite gibt es ja auch ganz viele negative Erlebnisse.

01:32:24: Es ist ein guter, zwei Sterne, sehr bekannten zwei Sterne Restaurant gewesen und der Sommerjahr

01:32:30: wollte uns da ein paar Portweinempfehlen zum Hauptgang.

01:32:33: Aber keiner von uns hat Bock drauf gehabt.

01:32:35: Und das haben wir auch mehrfach gesagt.

01:32:37: Aber es kam keine andere Empfehlung.

01:32:38: Und irgendwo anders herum wird dann gesagt, nehmen Sie jetzt den Jahrgang, weil der andere,

01:32:45: der ist jetzt gerade so ein bisschen verschlossen da.

01:32:47: Und dann denkst du, ja, die wird's, die und der wird's ja wissen.

01:32:53: Nimmst das und es war super.

01:32:56: Also positiv und diversiv.

01:32:58: Fingerspitzengefühl oder auch die Erfahrungen, auch die menschliche Erfahrung oder die

01:33:01: zyologische Erfahrung, die man haben muss.

01:33:03: Wenn du dir selber ein Wein aussuchst, wenn du sagst, ich möchte heute Breuer trinken

01:33:08: und jemand vielleicht irgendwie dann trotz allem die Speisen im Hinterkopf hat und sagt,

01:33:14: okay, könnte vielleicht ein bisschen Schad um den Wein sein, wenn die so massiv sind,

01:33:17: dass er dem Wein den Glanz nehmen oder eben zu leicht sind, dass der Wein der Speise den

01:33:22: Glanz nimmt und man würde dann auf Maximilian Grünhaus oder Prinzheim oder sonstiges schwenken.

01:33:27: Dich von deinem eigentlichen, du hast ja ein Lied im Kopf.

01:33:32: Das ist auch ein Lied, das kann meistens nicht so gut sein wie das, was du dir selber schon

01:33:37: vorgenommen hast, weil du es dir auch zierorientiert hast.

01:33:39: Und das dann aber trotz zu können, das können nur wenige und wenn man das dann aber kann,

01:33:44: dann finde ich, das ist das großartig.

01:33:46: Genau, und das ist ja auch ein bisschen die Aufgabe.

01:33:50: von, wenn ich sage, Milchis. Einen vielleicht führen, einen vielleicht Hinweise geben,

01:33:56: vielleicht auch ein bisschen spielen und mal was hinstellen und sagen, schmeckt mal rein.

01:34:02: Das könnte unglaublich gut passen oder es passt unglaublich gut. Da bin ich zum Beispiel

01:34:09: kein Freund von, das mag ich überhaupt nicht. Wenn ich irgendwo im Restaurant bin, ich habe

01:34:12: eine Flasche und ich rieche an da und ein Glas hingestellt. Nicht an dauernd. Möchte ich nicht.

01:34:16: Nein, oder auch oftmals auch noch nicht mal einmal. Ich möchte dann nicht probieren. Ich habe die

01:34:23: Flasche. Wenn ich negiziere nach Frage, möchte ich nichts im Geschlecht bekommen. Dann komme ich

01:34:27: persönlich wieder in den Arbeitsmodus. Das ist für mich auch keine Nettigkeit. Für mich ist es auch

01:34:31: keine Nettigkeit, wenn ich irgendwo essen gehe und ich kriege noch drei extra Gänge geschickt.

01:34:36: Wenn ich weiß, ich möchte vier Gänge essen und wenn ich damit einmal daraus sieben oder acht

01:34:39: Gänge, das ist unglaublich lieb. Es passiert oft, wenn man als Kollege, wenn man sich kennt und

01:34:48: dann sagt, den Thumb dem Silviot tun wir etwas Gutes, stellen wir noch. Es ist total super lieb,

01:34:54: aber das sind meine Ressourcen. Ich bin nur 170, da passt nicht so viel rein. Ganz schnell

01:34:59: überschossen. Oder ich komme dann eben zu einem, jetzt muss ich wieder im Arbeiten. Noch

01:35:04: blin probiert, ja natürlich ist das, ja Touriga Nacional, super mega. Möchte ich in dem Augenblick

01:35:10: nicht. Und es ist nett und super und ich wertschätze es von der menschlichen Seite, aber das ist dann

01:35:14: die Kommunikation dann eben auch seitens des Zombies, dass er es anführen kann, möchte derjenige das.

01:35:18: So wie gesagt, dem Rottbein. Das musst du natürlich absolut. Möchte er das oder möchte er es nicht?

01:35:22: Ja, das musst du natürlich. Wenn wir da in der Lokke, in der Runde am Tisch sitzen,

01:35:27: guter Gesellschaft, dann merkt man das sicherlich, ob wir das machen. Es gibt ja auch Momente,

01:35:35: wo ich im Restaurant sitze und gar kein Alkohol trinke. Wenn mir da einer was hinstellt,

01:35:38: dann denke ich mir ja natürlich auch, "Nein, heute ist Donnerstag, ich bin alkoholfrei." Aber klar,

01:35:46: wenn das natürlich die Runde auch einfach ergibt, finde ich das manchmal ganz schön und ganz

01:35:51: sympathisch, wenn man so ins Gespräch kommt und ein bisschen spielt, ein bisschen Entertainment,

01:35:59: einfach wichtig. Was war dein Weinspeisen-Kombi, deines Lebens, die du? Ich würde sagen gar nicht

01:36:07: Fine Dining oder so, sondern Weinspeisen-Kombi. Muss gar nicht, ne? Genau, Weinspeisen-Kombi,

01:36:11: einfach Soul Food, guter Wein. Es kann ja wirklich vielleicht ja thailändische scharfe Küche und

01:36:23: ein richtig rassiger Riesling, wo in dem Gericht ist wirklich, also nicht europäisch scharf,

01:36:29: sondern wirklich asiatisch scharf, es ist Koriander drauf, es sind vielleicht ein paar Erdnüsse

01:36:33: drauf, einfach spicy, frische Zutaten, viel Knack auf dem Teller und dann einen Riesling mit einer

01:36:47: ganz leichten Reife, vielleicht Ortswein und vier Jahre alt, fünf Jahre alt, der schon so ein

01:36:56: bisschen vollkommener ist, so ein bisschen runderbalanciert hat, aber trotzdem noch zu-cut und

01:37:02: auch einen gewissen Druck. Super, super. Trocken? Das klingt trocken? Das klingt trocken, ne? Das wäre

01:37:10: jetzt auf jeden Fall Kabinett. Ja, okay. Ja, also oder großartig ist, ich weiß nicht, ob du die

01:37:17: Weine vor Augen hast, Hofgut Feikenstein von der Chansar, die sind unglaublich energetisch. Wenn

01:37:26: du dazu einfach wirklich so ein sehr aktuell absoluter Trend, so ein Smashburger, richtig,

01:37:35: richtig fettig und crunchy und saftig und dazu so einen energetischen Kabinett trocken,

01:37:45: beispielsweise von Feikenscheinen, das ist genial. Ist es nicht irre wie dieses Weingut,

01:37:51: das ja nicht erst seit fünf Jahren auf dem Markt ist, überhaupt nicht beachtet wurde,

01:37:56: denn seit fünf oder seit sieben Jahren so war das nicht gefeiert wird? Ja, das ist beachtlich,

01:38:01: hat keiner verstanden die ganze Zeit und jetzt versteht es angeblich jeder. Krass, oder? Also,

01:38:06: hättest du vor 15 Jahren gefragt, Feikenstein, hätt jemand gefragt, Adlerhaus oder was auch immer,

01:38:12: also irgendwie, es war nicht präsent und mit einem, ich weiß nicht warum oder wer das initiiert hat

01:38:19: oder wie das mit einmal in diese Blase reinkam, es war ja davor so aus und vor. Und da, also großartig,

01:38:26: dass es so anerkannt wird, dass es so gehypt wird, dass es so wahrgenommen wird, diese

01:38:30: Einzigartigkeit auch, aber erstaunlich auch, dass es so viel bedurfte, dass es entdeckt wurde.

01:38:37: Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Es hat einfach keiner verstanden damals, dass Weine nicht

01:38:43: breitschuldrig sein müssen, dass Weine auch mit niedrigem Alkoholwert, also sehr niedrigen

01:38:49: teilweise, auskommen können und trotzdem tiefe und länger haben können. Das, also es wäre jetzt von mir

01:39:00: vermessen zu sagen, dass ich vor 15 Jahren, vor 15 Jahren, das schon auf dem Schirm hatte,

01:39:07: da war ich selber 15 Jahre, die ganz andere Sachen im Kopf, aber ich, ja, als ich das erst mal probiert habe,

01:39:15: war ich absolut geflasht, die Familie Weber ist unglaublich, wirklich, das sind, für mich sind

01:39:24: das Iconen, die sind absolute Handwerker, absolute großartige Menschen und jedes Jahr fahren wir hin,

01:39:32: probieren jedes Fass und entscheiden uns, was wir kaufen und das macht unglaublich viel Spaß.

01:39:40: Das ist ganz, ganz, ganz herzlich. Sind das dann Menschen, die das auf einen allgemeinen Schirm bringen

01:39:45: oder sind das Trends, sind das Geschmacksveränderungen, wie du es vorhin von Bücklin-Bolf erwähnt hast,

01:39:49: dass du sagst, im Zuge der Zeit der Klimaveränderungen und so weiter verändern sich eben auch ganz gravierende

01:39:53: Stile, vielleicht auch mit einem neuen Klamm-Eister, was ja dort nicht der Fall ist. Aber wie kommt das mit einmal so?

01:40:01: Es sind auf jeden Fall auch Menschen. Wer es bei Falkenstein jetzt gewesen ist, weiß ich gar nicht.

01:40:07: Also wir schenken natürlich viel aus, wir sind natürlich auch ein Ort, wo viel fotografiert wird,

01:40:13: für ihre Flaschen-Line-Ups fotografiert werden. Das hat sicherlich hin und wieder mal einen Einfluss jetzt

01:40:18: bei Falkenstein, würde ich das aber nicht sagen, weil das, glaube ich, die große Aufmerksamkeit

01:40:23: in Spanne schon vor und stattgefunden hat, vor über sieben Jahren. Also Menschen natürlich, also klar,

01:40:32: wir können teilweise Weingüter ausverkaufen, wenn wir das in allen Plattformen bei uns bespielen.

01:40:39: Das macht teilweise auch Spaß. Empfehlungen von bekannten guten Somergis, Restaurants,

01:40:48: haben schon einen großen Einfluss auf die Akzeptanz und Wahrnehmung von Weingütern.

01:40:57: Und das ist eine Kraft, die positiv wie negativ sein kann. Also wenn zehn Weingüter sagen das und das Weingut

01:41:03: ist Vollkatastrophe und trinkt das nicht, dann wird man das sicherlich auch spüren, wenn es die richtigen

01:41:09: Wenn zehn Someris das sagen? Genau, wenn zehn Someris das Gleiche sagen, zur gleichen Zeit kann

01:41:16: das sicherlich einen Einfluss haben, positiv wie negativ. Jeden Fall. Und Hofgut Falkenstein ist

01:41:22: glaube, wenn wir uns überlegen, wie war das letzte Jahrhundert und wir sehen, also meine Eltern

01:41:30: kommen aus einer Generation, wo sich unglaublich viel in die industrielle Richtung entwickelt hat,

01:41:37: also auch von der Lebensmittelherstellung, von der Weinherstellung. Viel wird größer industrieller.

01:41:42: Das geht alles zurück. Das geht alles zurück. Also vielleicht nicht in der ganz breiten Masse,

01:41:47: aber es gibt wieder mehr Bewusstsein für Handwerk. Das spielt solchen Handwerkern,

01:41:54: Hofgut Falkenstein natürlich auch in die Karten. Das ist ein klein, ich glaube 13 Hektar. Sie sind,

01:42:01: arbeiten täglich mit der Hand. Sie arbeiten sehr, sehr großartig, sehr individuell, authentisch. Und

01:42:08: wenn das wahrgenommen wird, wenn das gesehen wird, dass das passiert und wenn es auch nicht

01:42:15: gelogen ist und nur aus Marketing kommuniziert, die brauchen keinen Marketing, keiner von denen war,

01:42:20: glaube ich, jemals auf einer Messe, die liefern ihren Wein selber aus. Die gucken uns jedes Jahr

01:42:27: mehrfach in die Augen. Da ist kein Vertriebsmitarbeiter, der mich fünfmal im Jahr anruft und herft.

01:42:35: So ultra cool, dass die keine Zeit haben, das Etikett zu verändern. Stimmt. Manchen würde man das

01:42:42: böse nehmen und denken, jetzt machen wir mal was, haben wir Etikett? Ja, also ich finde, es gibt

01:42:47: ja so Klassiker wie jetzt Falkenstein oder wie auch Maximien Grünhaus, wo ich es einfach schön

01:42:52: finde, dass genau das so, ah, Villichef, großartig. Toll, bitte niemals, bitte, bitte niemals verändern.

01:42:58: Also finde ich, dann eben auch, wo man nicht weiß, ist das irgendwie jetzt beim Falkenstein

01:43:04: innerviert in Klasse, im Zeichenunterricht entstanden, wo man ein Haus nebenher und darunter

01:43:10: schnippelt noch mal was aus. Ich will ihm dann nicht so nahe treten, aber es ist so herrlich

01:43:13: bodenständig. Und dann kommt eben diese authentische Art der Wein. Hast du mal ein Wein, wo du sagst,

01:43:18: das ist der Wein meines Lebens gehabt? Wein des Lebens schwierig. Ich habe auch viel große

01:43:25: Weine bei euch. Ja, absolut. Also es gibt so großartig viele Weinmomente, wo ich sage, man,

01:43:31: was war das wieder für ein fantastischer Wein? An der Mosel, klar, gut, Falkensteins,

01:43:40: Familie Weber großartig, Julian Hart, Klassiker, natürlich wie du sprichst, Maximien Grünhaus,

01:43:47: wenn du da mal alte Sachen aufmast, das ist ja auch irregut. Und da spielt das Alter

01:43:52: nochmal eine ganz andere Rolle. Also alt ist da dann nicht 2014, sondern alt ist da,

01:43:59: keine Ahnung, 2000er, 90er, 80er Jahre mit einer herrlichen Konstanz. Das war eine Familie

01:44:06: Schubert da, großartig. Das ist wirklich fantastisch. Und auch durch diese Zeiten,

01:44:12: also die Rufe hat es ja nicht immer einfach gehabt. Hat sie wahrscheinlich heute auch nicht.

01:44:18: Ja, das kann so sein. Ja, für die Schäfer, dass die immer noch so klein geblieben sind. Das finde

01:44:22: ich so. Das ist das Sympathisch. So herrlich. Wahnsinn. 20.000 Flaschen, vier Hektar. Ja, wow.

01:44:30: Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, sind das doch die besten Referenzen für großartige Weine,

01:44:37: wenn es nicht immer nur um mehr, mehr, mehr geht, um größer, größer, größer. Ich sage mal,

01:44:45: der Unternehmerische will mehr zu machen. Also mehr Umsatz und besseres Leben, mehr

01:44:52: Mitarbeiter, weniger Arbeiten irgendwann, wie auch immer. Das ist natürlich auch irgendwie wichtig,

01:44:58: dass man auch an der Qualitätsschraube immer, immer weiter zieht. Aber diese kleinen Handwerksbetriebe,

01:45:07: die auch vielleicht genügsam sind, genügsamer sind, die auch sagen, wir kommen wunderbar zurecht.

01:45:16: Wir machen genau das, was wir wollen. Wir machen da Urlaub, wo wir wollen. Wir trinken die Weine,

01:45:20: die wir wollen. Wir gehen da essen, wo wir wollen. Wir kaufen das, was wir wollen. Und es reicht uns

01:45:24: doch. Wir haben hier etwas wunderbar schützenswertes, was, wenn wir es verdoppeln, verdreifachen,

01:45:30: verzehnfachen, einfach anders wäre. Und du kommst zwangsläufig auch in irgendwannen,

01:45:36: in einer Situation, die nach hinten losgeht. Ja, du wirst dann irgendwann zum Getriebenen,

01:45:40: weil du dann, du musst auf einmal und du musst es immer die Situation, das ist nicht funktioniert.

01:45:46: Du kommst in eine Drucksituation irgendwann. Es kann alles gut funktionieren, über Jahre,

01:45:51: Jahrzehnte. Und irgendwann kommst du in die Drucksituation, wo du etwas machen musst und

01:45:56: eine Entscheidung gegen die Qualität triffst. Und das ist, ja, das ist schade, passiert oft,

01:46:02: zahlreich. Und bei diesen kleinen Handwerkern auch Julian Hart, Sexhector, Willi Schäfer,

01:46:09: Feikenstein, fantastisch. Ich finde es bei Willi Schäfer so, was du vorhin erwähnt hast,

01:46:16: dieses aus dem Gefühl heraus, also gar nicht dieses analytisch technische, was ich dann mit

01:46:21: aufs Tablet gebracht habe, sondern ich habe mit Christoph gestern, glaube ich, telefoniert.

01:46:27: Man sagt da etwas mit dem Jahrgang und sagt ja auch, der Mosch schmeckt gut. Also wie das

01:46:34: Jahr halt geworden ist und ist zufrieden damit. Jetzt auch, dass es halt keine riesen Auslesenqualitäten

01:46:39: sondern einfach auch mal wieder Kabinetts und Gutsweine oder beziehungsweise Qubis As geben wird.

01:46:44: Das ist ein schwieriges Jahr natürlich war, aber ich fand diese Aussage, der Mosch schmeckt gut.

01:46:48: Nicht irgendwie, wir haben so und so viel Ökse, solche Strukturen, die Säure werde,

01:46:52: nicht dieses analytische, sondern einfach die Leidenschaft erschmeckt. Und das fand ich so

01:46:58: herrlich und so bodenständig und das was dabei rauskommt, das ist ja weitaus mehr als schmeckt

01:47:03: gut. Also daher ist ja da so viel Profisionalität und so viel Authentizität mit drin. Aber das,

01:47:09: was die der beiden leben, ist diese Bodenständigkeit mit dabei. Das hat mich dann wieder mal sehr,

01:47:13: sehr liebe Grüße an dieser Stelle beeindruckt und sehr weit von dieser hohen Ebene runter geholt.

01:47:20: Ja, das ist authentisch, das ist einfach authentisch und das ist super sympathisch.

01:47:27: Was ist Wein für dich? Spaß. Wenn du es in einen Wort pressen müsstest?

01:47:32: Ich schränke ein handwerklicher Wein. Ist für mich ein Kulturgut. Handwerklicher

01:47:38: Wein ist ein Kulturgut. Ein schützenswertes Kulturgut, das Handwerk, Genuss, Gesellschaft,

01:47:49: alles vereinen kann, wie wir vorhin besprochen haben, wie kein anderes Getränk auf der Welt.

01:47:55: Und das ist das schönste Getränk auf der Welt. Ja, absolut.

01:48:03: Finde auch diese Einschränkungen mit dem Handwerklichen also sehr wichtig. Kulturgut.

01:48:09: Unglaublich wichtig. Das heißt man muss es allgegenwärtig in dem oder passt Wein immer

01:48:15: oder gibt es Momente wo du sagst, da passt Kultur nicht oder passt dieses Kulturgut nicht.

01:48:19: Oder da passt es nicht hin oder da wird es nicht gewertschätzt.

01:48:23: Ja, es gibt natürlich Momente wo Wein auch in einer bestimmten Situation einfach ein

01:48:27: absolutes Wirkungsgetränk ist. Was du überhaupt nicht magst oder?

01:48:33: Nee, also Wirkungsgetränke grundsätzlich nicht. Okay.

01:48:38: Grundsätzlich nicht. Genießen und dann in die Wirkung eintauchen, ja. Aber nur zu trinken

01:48:46: um die Wirkung zu bekommen. Nein, nein, finde ich auch total unesthetisch. Kein Spaß.

01:48:54: Also Handwerk ist wichtig, Industrie heißt ja nicht, dass es nicht schmeckt.

01:49:01: Es kann ja schmecken. Es steht da im Regal. Es ist so produziert, damit es möglichst

01:49:08: vielen schmeckt. Aber es hat wenig mit Kultur zu tun. Es ist unglaublich und nachhaltig.

01:49:12: Und seelenlos. Es fehlt an Emotion. Es ist einfach ein Wirkungsgetränk.

01:49:22: Handwerk ist etwas, was unglaublich schützenswert ist, was wir uns erhalten müssen.

01:49:29: Und das ist unglaublich schwierig, das zu erhalten, weil ja die große Masse dagegen

01:49:34: drückt und versucht Handwerk eigentlich zu beseitigen durch niedrige Preise, durch

01:49:44: aggressive Werbung, durch bestimmtes Vorgehen. Es muss viel mehr Menschen geben, die das

01:49:52: Handwerk loben, ja, Lobpreisen, die es nach außen tragen, dass das doch etwas ist, was

01:49:59: wir nicht abgeben dürfen. Wenn wir das abgeben, verlieren wir auch Identität.

01:50:04: Die Art der Weine, mit der wir uns beschäftigen. Was macht das in der weltweit Produktion

01:50:10: aus? Wie viel Prozent?

01:50:12: Prozent. Ein bisschen mehr vielleicht. Sehr wenig.

01:50:17: Na zwei Prozent, sagt man. Sind so Weine um oder ab sieben Euro.

01:50:23: Ja.

01:50:24: Oder die zumindest eine gewisse Klasse haben. Ich würde es nicht an der, oder woran machst

01:50:30: du Industrie fest? Oder Handwerklichkeit? Gibt es für dich der Parameter, wo du sagst?

01:50:35: Natürlich ein Stück weit Größe, auch wenn man das nicht immer so sagen kann. Es gibt

01:50:39: auch Größe, Re, Weingüter.

01:50:42: Wirklich, im Wolf ist es auch nicht klein. Ich glaube 70 haben die gerade im Augenblick.

01:50:45: Ist ja schon eine gewisse Größe. Aber die würde ich schon eine gewisse Handwerklichkeit

01:50:47: zusprechen.

01:50:48: Absolut. Das Coole ist ja, die haben Tradition, aber die sind trotzdem manchmal viel in Startup.

01:50:53: Also die haben, wenn da hinkommst, die haben Energie. Wir haben Energie und du denkst,

01:50:59: ja, dann macht das seit Jahrhunderten. Aber trotzdem habt ihr die Power.

01:51:04: Ja, natürlich. Also wenn ein Winzer kein Winzer mehr ist, sondern nur noch ein Besitzer,

01:51:12: ein Großgrundbesitzer, einer der seine Reben gar nicht mehr kennt, der nicht weiß, wo

01:51:19: das angeschlossen werden muss, der aller gepflegte Hände hat. Ja, also man muss.

01:51:30: Kann dann aber nicht von einem Weg.

01:51:32: Man muss dann aber nicht von einem, der Winzer. Es gibt ja da auch verschiedene Aufgabenbereiche.

01:51:38: Und die kann das nicht sein, wenn der Winzer den repräsentativen Teil hat. Aber trotzdem

01:51:42: dieser Betrieb hat wirklich arbeitet. Insofern will der Kellermeister und der Ausbetriebsleiter

01:51:47: die ganze Handel.

01:51:48: Ja, das kann sein. Wobei ich es seriöser finde, wenn ich weiß, es geht ja nicht drum,

01:51:57: dass man jede Arbeit immer alles alleine und selber macht. Also das will ich gar nicht

01:52:02: sagen. Man macht ja selber bei uns auch nicht. Kann alles, aber ich mach nicht alles. Oder

01:52:08: muss es nicht immer machen, weil wir uns Aufgaben natürlich auch aufteilen. Aber klar,

01:52:14: ein Winzer muss verstehen, was im Weinberg passiert. Und das nicht nur technisch und

01:52:25: im Kopf. Sondern er muss auch wissen, was muss ich jetzt machen und wie sehen meine Weinberge

01:52:30: eigentlich aus? Also gibt durchaus Situationen, wo ich das Gefühl hatte, dass er das letzte

01:52:35: Mal vor 25 Jahren im Weinberg stand und gar nicht weiß, was da passiert. Und so schmeckt

01:52:43: man die Weine auch manchmal. Das sollte nicht sein, natürlich. Wenn die Weine nicht mit

01:52:47: der Zeit gehen auch so ein bisschen, das merkt man. Ja, schufle ich dich dabei. Wenn du

01:52:55: gerade sagst, kein Wirkungstrinken, ist es dann auch kein Element zum ausgelassenen Feiern?

01:53:02: Also passt das Wein zum Feiern oder ist es dann wiederum? Das ist die Definition von Feiern,

01:53:08: über die man dann spreche. Hochzeit. Also super Wein, klasse.

01:53:13: Okay. Wird es so jetzt sagen, dunkler Berliner Techno-Club? Nee. Da passt es nicht hin.

01:53:23: Darum gibt es ja nur goldene Champagnerflaschen. Ja, genau. Deswegen ist der auch noch so süß.

01:53:30: Ich habe andere Sachen. Deswegen ist der so süß, damit du den in der Atmosphäre überhaupt

01:53:35: genießen kannst. Aber grundsätzlich bist du auch kein Feind davon oder kein Nichtfreund,

01:53:45: davon, wenn man sagt, man hat eine schöne Feierlichkeit, wo es auch ein bisschen ausladen, wo auch getanzt

01:53:50: werden darf und so weiter, dass man da auch gerne zum Wein greift. Ah, schön. Ja, klar.

01:53:55: Das gehört doch auch dazu. Also die letzten Hochzeiten, auf denen ich als Gast war, auf

01:54:00: denen ich meine eigenen, hat Wein immer eine wichtige Rolle gespielt, habe ich die Rolle

01:54:05: eingenommen. Wie fing das bei dir an mit dem Wein? 2000. Ja, jetzt muss ich mal selber

01:54:12: überlegen, welchen Jahr das ist. Also ich habe eine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht,

01:54:18: im Kastenshotel Luisenhof in Hannover. Das ist ein kleines fünf Sterne Privathotel in

01:54:23: Familienhand und die hatten einen großen Weinkeller damals schon. Der war immer begeisternd.

01:54:30: Also Grünhaus ist beispielsweise einer der ersten Weine, mit denen ich im Kontakt war.

01:54:35: Ob es der erste war, weiß ich nicht. Also auf dem Qualitätslevel. Aber wir hatten immer

01:54:40: auch im offenen Ausschank große Gewechsel von Maximillen Grünhaus. Und der Weinkeller

01:54:47: war sehr interessant, auch optisch sehr interessant. Wir hatten mehrere Kühlhäuser mit Wein.

01:54:52: Das war ein spannendes Thema. Aber damals habe ich noch definitiv nicht gewusst, dass

01:54:57: ich irgendwann mal zu 100 Prozent in der Branche lande. Mein Vorhaben war eigentlich Hoteldirektor

01:55:05: werden, möglichst im Ausland. Und das ist die Oriental Bangkok. Was schön ist im Ausland

01:55:14: und Wein sollte da ein Teil von sein. Ein Teil. Und es war höchst interessant. Ich habe

01:55:20: mich dann früh mit beschäftigt, weil ich dann im Restaurant in der Bar gearbeitet habe und

01:55:25: ich bin ein ganz großer Fan davon, dass man weiß, wovon man spricht. Und dann hatte man

01:55:31: die Karte. Dann wurde man den Fest angestellt und natürlich mal abgefragt. Lage, Region,

01:55:38: Jahrgang und drei, vier beschreibende Wörter dazu. Aber es war jetzt nicht so richtig

01:55:45: tiefgründig. Und wir hatten schon eine große Weinkarte und da waren auch paar teure Weine

01:55:49: drauf. Dann wollte ich zumindest einen guten Überblick haben und habe mich da angefangen,

01:55:57: mich zu beschäftigen, ein bisschen reinzutauchen in das Thema. Nichts ahnen, dass es mal

01:56:03: meinen ganzen Tag bestimmt. Glaubst du da jemand, der dich an die Hand genommen hat, also

01:56:10: konkret und dich davon überzeugt hat, den du einfach toll fandest? Ja, schon. Ich habe

01:56:19: das auch. Ich denke, du kennst ihn auch. Joachim Christ kommt ja aus Hannover und der hat ein

01:56:25: Weinhandel da und der hatte das Hotel damals auch beliefert. Und der hat das sehr entusiastisch

01:56:30: immer gemacht, wenn der da war. Ich saß jetzt bei diesen Gesprächen noch nicht dabei. Das

01:56:33: war damals der FMP-Direktor, der dabei saß und jemand aus dem Restaurant. Aber der

01:56:38: hat mich damals auch eingeladen zu so einer Hausmesse. Und das war schon ihre, da waren

01:56:43: die ganzen Winzer und ganz viele Weinen und ganz viele Menschen, die an das probiert

01:56:50: und darüber gefachsimpelt. Da war ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie mit großartig in

01:56:55: den Kontakt. Also das war ja sicherlich auch das Alter, wo ich absolut zugeben muss. Habe

01:57:00: ich auch Wirkungsgetrunken. Anfang 18, 19 Jahre alt gewesen. Da ging es noch nicht ganz

01:57:09: so viel um Genuss. Und das war schon augenöffnend. Und natürlich die Mitarbeiter in dem Hotel

01:57:17: Mitarbeiterinnen, die waren alle auch sehr kundinarisch visiert. Viel über Wein auch

01:57:24: gesprochen. Und ja, das hat einen so ein bisschen mitgerissen. Bin dann gewechselt nach der

01:57:32: Ausbildung, wo ich parallel noch angefangen habe, Hotelökonomie, Fernstudium zu studieren.

01:57:39: Und dann eben nach Berlin gewechselt. Und zwar habe ich da so ein Managementprogramm

01:57:45: gemacht bei der Hotelkette Roccoforte im Hotel de Hoben. Nach einem Jahr bin ich dann dort

01:57:52: durch unterschiedlichste Situationen mehrfach aufgestiegen und war dann stellvertretender

01:57:59: Restaurantleiter und musste mich zwangsläufig wieder mit dem Thema Wein beschäftigen. Und

01:58:05: das habe ich sehr gerne gemacht. Also du hattest über den Wein immer die Möglichkeit mit

01:58:10: den Gästen tolles Gespräch zu führen. Und wenn du dich dann immer besser auskannt

01:58:14: ist, dann kannst du auch immer mehr erzählen. Du hast die Leute mitgenommen und dann wäre

01:58:19: wirklich alles verkauft. Es war gar nicht. Also viele große Champagner, natürlich auch

01:58:28: Weine hinter denen ich heute sicherlich nicht mehr stehe. Aber die gehörten dazu, viel

01:58:33: Einfluss auf die Karte hatte man in der ersten Zeit auch gar nicht unbedingt. Das wird auch

01:58:38: recht vorgegeben. Aber man konnte das bestmögliche Erlebnis daraus machen.

01:58:43: Hatst du die Weine damals verstanden, wenn ich dich kurz unterbrechen darf, die du verkauft

01:58:48: hast? Weil es klingt sehr jung. Es klingt eigentlich sehr ungeformt. Das ist manchmal

01:58:52: eben auch so ein ... oder damit will ich nicht dich blame, sondern vielleicht so eine Situation

01:58:55: in der Gastronomie so ein wenig aufmachen, dass man manchmal mit so einer Situation konfrontiert

01:59:00: wird, wo man die Weine noch nicht kennt, keine Erfahrung hat, wirklich für Schweine, Geld,

01:59:05: Weine verkauft und eigentlich gar nicht weiß, was man macht. Ja schon. Also ich habe ein

01:59:09: Bindere sicherlich total reingewachsen. Ich war 21 Jahre alt und hatte diese Verantwortung

01:59:14: dann als stellvertretender Restaurantleiter fürs Restaurant, obwohl wir auch zu dem paar

01:59:20: Monate später auch kein Restaurantleiter mehr hatten. Natürlich, also das muss man

01:59:25: natürlich offen zugeben. Man ist da eigentlich Fehl am Platz und überfordert. Und das war

01:59:33: aber für mich der absolute Antrieb, das Beste daraus zu machen, möglichst besser zu sein,

01:59:38: als die anderen mehr zu machen, als die anderen mehr zu leisten, um dem Ganzen irgendwie gerecht

01:59:44: zu werden. Und das klappt in der Hotellerie. Das ist manchmal das Schöne, dass man genau

01:59:50: so eine Situation, wo einem ungewollt Verantwortung übergeben wird. Wenn man einigermaßen smart

01:59:56: ist, kann man da richtig viel draus machen. Wofür man sonst vielleicht irgendwie fünf

01:59:59: oder zehn Jahre bräuchte, wenn dich in dieser klassischen Hierarchie hochtrinken würde.

02:00:03: Das war auch zu der Zeit untypisch, dass ein so junger Mann in diese Position gekommen ist.

02:00:11: Also ich war, glaube ich, auch der Jüngste im ganzen FNB-Team und hatte zwischenzeitlich

02:00:18: 40 Mitarbeiter, die auf mich höhren mussten. Ja, mit 21. Das war Zufall, Glück und natürlich

02:00:29: enormer Energie und Anstrengung. Ich habe nie danach gefragt, ob ich nach Hause gehen

02:00:34: kann, frei haben kann oder Urlaub haben kann. Ich habe immer alles gegeben, sehr aufopfernd,

02:00:41: dass ich nicht bereue, muss ich dazu sagen. Und habe mich in alles reingefuchst, was auf

02:00:50: den Tisch lag. Und habe immer wirklich Gas gegeben, um natürlich aufzusteigen. Mein Ziel

02:00:55: war es, auch nicht ewig im Restaurant zu bleiben. Ich wollte eigentlich möglichst schnell

02:00:59: durch, wenn ich ehrlich bin. Ich wollte nicht jeden Tag im On the Floor sein. Ich wollte

02:01:08: viel mehr noch mal entscheiden können. Deswegen habe ich mich auch so unglaublich angestrengt.

02:01:12: Das war natürlich die letzte Station. Ich bin dann auch noch weitergegangen ins Hotel

02:01:19: am Steinplatz. Ebenfalls in Berlin gehört zur Autograph Collection, zur Tech-Gruppe

02:01:24: Marriott. Da war ich Gastgeber und Sommelier. Und das für zwei Jahre. Da habe ich sehr viel

02:01:32: mit Wein gemacht. Da habe ich gemerkt, Wein, das ist total mein Ding. Das macht ja so

02:01:37: unglaublich viel Spaß. Du kannst so viel kommunizieren mit dem Thema. Du kannst Menschen fesseln.

02:01:42: Du mach das Spaß. Und wie vielfältig ist diese Branche. Ich bin da so richtig abgetaucht.

02:01:50: Ich habe dann natürlich weitergebildet. Ich glaube, das müsste auch ungefähr der Zeitpunkt

02:01:54: gewesen sein. Im ersten Jahr am Steinplatz, wo ich dann ins Sommelier College gegangen

02:01:59: bin. Auch von der Sommelier Union, wo ich die Einladung zubekommen habe. Viel gemacht,

02:02:05: viel gereist, alles an Masterclasses, Veranstaltungen mitgenommen, Weinreisen gemacht, ohne Ende,

02:02:13: Verkostungen. Super viel aufgesogen. Ganz viele Ideen umgesetzt mit Winzern, Winzerinnen,

02:02:22: Veranstaltungsformate etabliert. Und habe gemerkt, das ist eine unglaublich geniale Branche.

02:02:28: Die macht ja super viel Spaß. Ja.

02:02:31: Wo man auch richtig abtauchen kann. Also so wie du es skizziert hast, man kann daher

02:02:34: fast 24/7 Wein, Wein, Wein lernen, reisen, probieren und dann in so einer Stadt wie Berlin,

02:02:42: wo natürlich noch einiges mehr ist als in Nordbrannenburg.

02:02:47: Ja, ganz richtig. Also das Angebot ist gigantisch gewesen. Also unglaublich viele Weinhändler.

02:02:54: Jeder Wunsch, jeder Winzer, auch nach Berlin. Und man muss in der Hauptstadt stattfinden.

02:03:00: Da wird einem viel geboten. Gute Fläche, um viel zu lernen, viel zu probieren. Das muss

02:03:08: man sagen. Dafür eben negativ sehr schnelllebig. Ändert sich auch viel.

02:03:13: Was war für dich die größte und kleinste Weinkarte, mit der du dort gearbeitet hast?

02:03:19: War es in deiner Anstellung als stellvertretender Restaurantleiter die kleinste?

02:03:23: Also ich glaube, ich würde sagen Hannover waren zu 600, hätte ich jetzt gesagt.

02:03:28: Was ja auch schon aus dem Jahr ist. Ja, schon ordentlich.

02:03:33: Ja. Rokkoforte waren auf jeden Fall nicht so viel. Es waren vielleicht ein bisschen über

02:03:38: 200 Positionen. Und im Hotel am Steinplatz würde ich auch sagen, dass zwischen 2, 250,

02:03:47: 300 Positionen auf der Karte sind. Wie habt ihr jetzt 1500, oder?

02:03:51: Ja, eigentlich sogar noch mehr. Aber am Standort Karlsbergs haben wir 1500 und insgesamt

02:03:57: sind wir da sicherlich Richtung 2000. Ist es leichter mit einer größeren oder kleinen

02:04:02: Karte zu arbeiten? Logistisch mit einer kleinen.

02:04:06: Das ja, das ja. Aber so allgemein vom täglichen Handling und vom... Also wahrscheinlich hast

02:04:12: du ja bei der 2000 oder 1500 Position Weinkarte auch nur deine 80-Runner, die du wirklich

02:04:18: dann irgendwie aktiv verkaufst. Ja klar, da gibt es dann auch nicht mehr.

02:04:21: Die Teilen werden ausgetauscht werden. Ja, die du auch gerne dastehen lassen möchtest

02:04:27: oder liegen lassen möchtest, die du vielleicht auch gar nicht so aktiv verkaufen möchtest,

02:04:30: sondern die einfach nicht so gut sind. Ja, die vielleicht nur auf den richtigen Moment

02:04:32: warten. Ja, das stimmt. Also ich glaube, eine Weinkarte muss nicht so groß sein, wie unsere.

02:04:40: Bei uns steht es für das, was wir machen, diese Tiefe auch in das Thema. Und es ist ja nicht

02:04:46: nur Riesling, es ist auch Champagner, es ist auch viel spätbegunder. Auch Bugunder. Natürlich

02:04:52: aber fokussiert natürlich Riesling. Eine Weinkarte kann auch klein und spannend sein. Es gibt tolle

02:04:59: Ressorts auch hier in Düsseldorf, die vielleicht, ah, lass es mal 70, 80 Position auf der Karte haben,

02:05:05: aber richtig gute Sachen. Du findest immer, was ist wechselt auch, was passt sich vielleicht

02:05:10: auch sogar ein bisschen der Jahreszeit an. Das ist auch cool. Schön. Das ist super. Also das Problem

02:05:15: ist, wenn du die Kontrolle über eine Karte verlierst und das passiert, wenn du von allem nur

02:05:20: eine Flasche da hast und dann kommt die Gruppe, die Zehnergruppe, die will zwei Flaschen trinken.

02:05:24: Blöd. Du musst es schon im Griff haben, du musst deinen Weinbudget kennen. Das trifft gerade

02:05:31: auf Hotelketten zu. Da ist ja sehr viel, einfach Zahlen getrieben vorgegeben und da find ich,

02:05:40: hast du oft Probleme. Da hast du oft Probleme mit dem Weinkartenhandling. Es ist unglaublich

02:05:46: schwierig im Hotel oder in der größeren Kampagne eine Weinkarte gut laufen zu lassen. Also da

02:05:54: haben es die kleineren vielleicht oft ein Tucken einfacher. Stimmt. Wie viel Service kommt

02:06:01: ihr bei euch noch machen auf dem Kaltplatz? Also richtig Weinzimmer? Ganz unterschiedlich.

02:06:05: Oder ist es einfach nur Flasche auf und rüber? Nee, also auch. Sicherlich auch gerade auf der

02:06:11: Terrasse haben wir Self-Service. Du kommst zu uns an die Theke, ich beraten, dauert in der Regel

02:06:18: eine Minute und du gehst mit deiner Flasche weg oder du schnappst der einen von uns und gehst

02:06:24: in den Weinraum. Wirklich eine Minute? Oder ist es übertrieben formuliert? Mit Bezahlvorgang und

02:06:29: einem drum und dran. Ja doch. Oder du holst dir das volle Paket ab, kannst du auch und kriegst

02:06:34: alles was du willst. Und wir sind immer genug, das habe ich aus der Hotelzeit gelernt. Wir haben

02:06:42: Mitarbeiter, die lange bei uns arbeiten, die denke ich so sagen sind, uns zumindest sehr glücklich

02:06:47: sind und wir arbeiten eigentlich nicht, wie es oft so ist, dass immer zwei Leute zu wenig im Dienstplan

02:06:54: stehen. Du kannst bei uns das Full Service Package bekommen. Wir machen alles was du willst. Also

02:07:00: wir haben auch alles da um alle Gegebenheiten um das zu machen. Du kriegst einen großen Wein

02:07:05: auch groß serviert. Was ist das bei dir oder was würde es bei dir heißen, wenn du sagst Full

02:07:09: Service oder richtig groß serviert? Absolut, eine Beratung wo keiner auf die Zeit guckt. Du

02:07:14: kommst rein, unterhalten uns entspannt. Wir finden heraus was du trinken willst, worauf du jetzt

02:07:22: Lust hast. Wir sprechen über unterschiedliche Weine, unterschiedliche Jahrgänge. Ich komme nicht

02:07:27: nur mit einer Flasche und sage die ist es, sondern wir gucken uns an was könnte sein und hast du

02:07:31: das schon mal getrunken? Wir fühlen daran, dann bist du am Tisch. Die Flasche wird natürlich

02:07:36: fachgerecht geöffnet. Sie ist alt, mit einem Durant. Sie wird karafiert, dickantiert, was immer

02:07:44: nötig ist. Sie wird fachgerecht gekühlt. Das Glas ist immer voll und man vermittelt dir eine gute

02:07:56: Zeit. Du wirst nicht allein gelassen, sondern man unterhält sich über die Zeit, die du da bist.

02:08:01: Dann gibt es aber auch anonymes Trinken bei uns. Völlig klar. Dann die Theke, Flasche mit

02:08:07: Schraubverschluss auf die Terrasse in die Sonne, Sonnenbrille auf, Glasvoll, Attacke. Absolut

02:08:12: auch. Jetzt habt ihr ja auch einen Verkauf dabei. Was ist mit Supplies? Habt ihr da was? Magst du das?

02:08:20: Findest du das Quatsch? Sagst du auch es bald Weihnachten? Einer hat alles, der braucht das

02:08:24: auch noch. Verkaufentun wir es nicht. Gebranded to Scanner Messer von uns. Ein klassisches

02:08:33: Pulltup. Sonst ist ja keine Vitrine, wo die ganze Füllefans drin hängen. Gartst du das persönlich?

02:08:42: Manche Sachen sind notwendig. Die gehören auch überall hin. Karaffen, vernünftiger

02:08:53: Korkenzieher. Wenn man alte Weine nicht kauft, nicht mag, dann brauchen wir auch keinen Durant

02:08:58: oder Hebamme. Wir brauchen es. Wir haben eine tatsächlich mal kaputt gekriegt nach sechs

02:09:05: Jahren und vielen Tausend Flaschen. Eine ist ein Durant kaputt gegangen. Sonst sind die

02:09:11: fürs Leben. Wir machen vielleicht auch überdurchschnittlich viele Flaschen damit auf. Das ist ein Utensil, was sonst

02:09:19: ja lebenslänglich hält und wichtig ist. Ansonsten haben wir logistisch fast Schiller bei uns.

02:09:28: Weiß nicht, ob du die kennst. Mach das was mit dem Wein? Ich habe nie die Erfahrung

02:09:37: gemacht, ob der jetzt ganz langsam runtergekühlt wird. Aber eigentlich rein aus dieser Sensibilität

02:09:42: heraus müsste er schon was mit dem Wein machen und hat das auch mal mit Vorsicht genutzt.

02:09:49: Wir hatten ihn, er hat manchmal in so mancher Sommerzeit wirklich den Pups gerettet, wenn

02:09:54: man nicht in den Flaschen einkühlen kann und wenn du den Zähnertisch hast, dann kannst

02:09:58: du es eben nicht so schnell kühl kriegen und dann so ein Fahrsteller einfach ein wahrnendiges

02:10:03: Geschenk. Auf der anderen Seite finde ich, wird zu wenig noch auf die Sensibilität der

02:10:12: Weine rücksicht genommen. Also durch diese schnelle Logistik werden Weine oftmals am

02:10:17: Tag geliefert, abends aufgemacht, passiert extrem häufig und nicht eben das, wie früher,

02:10:23: ich kenne es aus meiner ersten Zeit, da hat man gesagt, okay, den Wein, der ist jetzt

02:10:26: erst vor zwei Wochen gekommen, den bitte noch nicht aufmachen, der ist noch ein bisschen

02:10:29: nervös oder er kommt aufs Kopferaum und es hat was, aber kaum jemand berücksichtigt

02:10:34: das und genauso mit dem Fahrsteller, also für alle die es nicht kennt, da ist eine

02:10:37: Kühlflüssigkeit drin, es ist ein Gerät, da tue ich die Flasche rein, die Kühlflüssigkeit

02:10:42: hat wahrscheinlich minus 30 Grad und innerhalb von fünf Minuten hat der Weine Serviertemperatur,

02:10:49: je nachdem wie kalt es eingestellt ist, von 7-8 Grad, also ganz, ganz ultra schnell wird

02:10:53: der Wein runtergezogen und das ist halt für den Service super angenehm, aber diese eigentliche

02:11:00: Sensibilität der Weine, kann ich mir vorstellen, selbst wenn du ein Pino ein bisschen kühler

02:11:03: mit machst, auf 15 Grad runterziehst oder so, wobei die würde ich jetzt auch einfach ins

02:11:08: Eis legen, also da geht es eher um mal schnell noch was runter zu kühlen, wir haben auch

02:11:14: genug kühlen Möglichkeiten auf jeden Fall, aber der hilft uns trotzdem ungemein, weil

02:11:20: wir waren nie darauf ausgelegt, dass so viele hundert Menschen zu uns kommen, wir haben

02:11:25: 70 Quadratmeter, wir haben, ja, wir haben nicht viel Fläche, ist das alles bis ins kleinste

02:11:32: Detail durchdacht und organisiert, dass es möglich ist und zwar ohne den Charakter zu

02:11:39: bekommen, das ist eine durchgehätzte Bude, du, der Wein steht schon im Vordergrund.

02:11:43: Was das Kunststück ist.

02:11:45: Absolut, aber sicherlich passieren da Fehler auf dem ganzen Weg in den letzten sieben Jahren,

02:11:50: aber ich glaube, wir sind da schon sehr, sehr gut gewachsen mit.

02:11:55: Noch mal mit dem Fahrsteller, es ist immer noch besser, als wenn du ein 17 Grad warm

02:12:02: Rieselnkabinett servierst und sagst, okay, wir warten jetzt mal noch eine halbe Stunde

02:12:09: und trinken uns langsam rein, bis er dann irgendwie acht Grad hat.

02:12:11: Da ist es eine schöne Lösung, die einfach funktioniert und der Pragmatie dient und

02:12:15: dann wahrscheinlich auch euren, eurer Sache dann irgendwo dient.

02:12:19: Liese?

02:12:20: Absolut.

02:12:21: Habt ihr da ein Thema mit oder?

02:12:24: Riesenthema, Riesenthema.

02:12:26: Für dich oder für den Laden?

02:12:29: Beides.

02:12:30: Beides.

02:12:31: Also, es ist so, dass wir natürlich früher nicht so viele Gäste hatten und wir hatten

02:12:40: Gabriel Gläser bei uns.

02:12:41: Ist auch bis heute, das haben wir noch Gabriel Gläser, ist das Gabriel, das Maschinengeblasene

02:12:46: ist, finde ich ein tolles Verkostungsklas, ein tolles optisches Glas und auch relativ

02:12:53: robustes Glas.

02:12:54: Haben zwischenzeitig paar Mal gewechselt.

02:12:59: Wir hatten eine unglaublich große Krise, was Gläser anbelangt durch den Ukrainekrieg.

02:13:08: Diese ganze Supply-Kette war unterbrochen, die Gaspreise sind gestiegen, Verfügbarkeiten

02:13:18: unglaublich eingeschränkt und mussten zwangsläufig da mehrfach die Gläser wechseln, weil wir

02:13:24: haben einen sehr hohen Glasbedarf.

02:13:29: Und da haben wir hin und wieder gewechselt.

02:13:32: Ja, und wir haben natürlich auch noch ein paar hochwertigere Gläser, Mundgeblasene

02:13:40: Gläser und ja, aber diese natürlich auf der Terrasse, undenkbar, so was einzusetzen.

02:13:47: Wenn 600 Leute Gläser, das erste ist kostentechnisch Quatsch, dann müsstest du 20 Euro Pfand nehmen

02:13:54: auf das Glas und wird es dann immer noch drauf zahlen.

02:13:58: Das ist dann natürlich schon so, dass wir da ein bisschen in die Breite gehen und auch

02:14:05: ein stabiles, nettes Glas haben und das wechselt dann auch mal durch.

02:14:10: Am liebsten weg sind Produzenten dabei oder spielt ihr da das ihr ...

02:14:15: Da spielen wir.

02:14:16: Was gerade verfügbar ist oder ...

02:14:18: Was verfügbar ist, was passt auch von den Rahmenbedingungen natürlich.

02:14:23: Also bei der Anzahl an Gläser, die wir pro Jahr benötigen, ist das auch ein ernstzunehmender

02:14:30: wirtschaftlicher Bereich, der durchaus absolut durchdacht sein muss, für welches Glas man

02:14:36: sich da entscheidet.

02:14:37: Ja, und das wechselt.

02:14:39: Da sind wir nicht so festgefahren, aber wir haben auch Zeit, wir haben auch ...

02:14:45: Mark Thomas, weiß man, ob du die Gläser kennst.

02:14:47: Ist witzigerweise nur ein Wiener-Ding.

02:14:50: Ja, ich habe es auch noch nirgendwo anders gesehen.

02:14:54: Unter anderem beim Steve im Mast, die ja da relativ intensiv mit ihm damit gearbeitet

02:15:00: haben, aber außerhalb dessen fand ich eigentlich schade.

02:15:03: Sie funktionieren gut.

02:15:05: Also das ist wirklich interessant.

02:15:07: Auf jeden Fall.

02:15:09: Soll ich mir denn jetzt mal ein Glas holen?

02:15:12: Sollen wir mal wo reinschmecken?

02:15:13: Gerne, ja.

02:15:14: Das ist eine super Idee.

02:15:15: Deine Wahl?

02:15:16: Klingt gut.

02:15:17: Auf jeden Fall.

02:15:18: Ja, dann laufe ich jetzt mal eben zum Kühlschrank.

02:15:24: Gerne, ich ebenfalls.

02:15:25: Na zu jeder Weinfreude, na zu jeder Zommer, na zu jeder Weinhändler.

02:15:45: Lowpreis im Augenblick, niedrigalkoholische Weine.

02:15:48: Aufgrund dessen will sie einen eigenen Trinkfluss, eine eigene Lebendigkeit haben, aber es gibt

02:15:52: Situationen.

02:15:53: Manchmal Momente oder Schweisen, wo man auch etwas mit Konzentration und Intensität braucht

02:15:57: und dann braucht man ein Meisterwerk.

02:15:59: Und der Amarone ist ein Meisterwerk der Konzentration und Geduld.

02:16:03: Durch das, wie den Amarone notwendige, Abpassimentoverfahren gewinnen die Trauben an Tiefen und Aromenvielfalt

02:16:08: mit unvergleichlichen Noten von Trockenfrüchten, Schokolade und Gewürzen.

02:16:12: Kein anderer Wein verbindet Krafteneleganz so eindrucksvoll und erzählt dabei eine Geschichte

02:16:17: von Tradition und Terror.

02:16:19: Wenn wir die Cantina Santi und ihren Amarone vorstellen, begeben wir uns nicht nur auf

02:16:24: einer Reise durch die Weinwelt, sondern tauchen tief in die Geschichte, Technik und

02:16:28: das Herzstück einer einzigartigen Tradition ein.

02:16:31: Stellen wir uns vor, wir befinden uns inmitten des Val di Lassi, in einem der lesensten Anbaugebiete

02:16:37: Venedtians, wo Carlos Santi 1843 begann, seine Vision von einem Weingut umzusetzen.

02:16:44: Was Carlos Santi sah, war das ungenutzte Potenzial dieser Region, die mineralreichen Böden,

02:16:48: die Vulkanenlandschaft und die sanften Hügel, die die Reben wie ein natürlicher Schutzschild

02:16:52: umgeben.

02:16:53: Was erschuf, ist ein Ort, der Geschichte, Innovation und eine fast ehrfüchtige Liebe zum Terror

02:16:59: in jedem Glas einfängt.

02:17:01: Lassi war in den 840er Jahren ein Zentrum für die Herstellung von Spiritosen, doch Santi

02:17:06: erkannte schnell, dass die Zukunft hier im Wein lag.

02:17:09: Von den ersten Weinreben bis zur vollständigen Spezialisierung auf Qualität in den 1930er

02:17:14: Jahren entwickelte sich Santi zum Pionier.

02:17:16: Unter Cavallera Artigio Gino Santi wurden die ersten modernen Schaumweintechniken eingeführt

02:17:21: und bis heute lebt dieser Pioniergeist in der Cantina Santi weiter.

02:17:26: 1974 wurde das Weingut ein Teil der Grupo Italiano Vini, was die Grundlage für modernen

02:17:32: Technologien legte, die Santi heute auf bemerkenswerte Weise mit Tradition kombiniert.

02:17:37: Der historische Kern des Weinguts bleibt unverändert, doch ergänzt durch Innovationen, die die Qualität

02:17:42: des Weines konsequent auf ein neues Niveau heben.

02:17:46: Heute gehört die Cantina Santi zu den technologisch fortschrittlichsten Weingütern der Region.

02:17:50: Von Drohntechnologie, die den Gesundheitszustand der Reben überwach, bis hin zu hochmodernen

02:17:55: Datenbanksystemen, die jede Parzelle dokumentieren, ist Santi ein Ort, an dem Natur und Technik

02:18:01: im perfekter Harmonie zusammenarbeiten.

02:18:02: Sensoren überwachen die Fermentationstepparaturen und zugleich wird der Sauerstoff gehalten

02:18:07: in den Tanks akribisch kontrolliert.

02:18:09: Jeder Schritt wird präzise gesteuert und doch bleibt genug Raum für die Entfaltung

02:18:14: der natürlichen Aromen.

02:18:15: Die Philosophie des Wenigers Meer zieht sich durch den gesamten Herstellungsprozess.

02:18:19: Die Technik dient hier nicht dazu, den Wein zu kontrollieren, sondern ihm zu erlauben,

02:18:23: sein volles Potenzial zu entfalten.

02:18:25: Die Kunst des Weinmachens bei Santi liegt nicht im Eingreifen, sondern im Begleiten und Fördern.

02:18:30: Eine Philosophie, die die Weine zu einem unverwechselbaren Erlebnis macht.

02:18:34: Der Amarone, das Flaggschiff der Cantina Santi, ist das Ergebnis dieses besonderen Zusammenspiels.

02:18:39: Ein Amarone erzählt Geschichten, Geschichten von vulkanischen Böden, von heißen Tagen und

02:18:44: kühlenächten und vor allem von der Geduld, die es braucht, bis die Trauben den perfekten

02:18:48: Moment der Reife erreicht haben.

02:18:50: Der Amarone entsteht durch das Apassimenteverfahren, bei dem die Trauben auf Holzgestellen trockenen,

02:18:55: um ihre Aromen und Zucker zu konzentrieren.

02:18:58: Hier zeigt sich, wie präzise Natur und Handwerk bei Santi zusammenwirken.

02:19:01: Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden ständig überwacht, um die Bildung von Schimmel zu

02:19:05: verhindern und die Qualität der Trauben zu bewahren.

02:19:08: Der Gerprozess des Amarones dauert länger als bei den meisten Wein und die Fermentation

02:19:12: erfolgt bei kontrollierten Temperaturen, die die Tiefe der Aromen hervorheben.

02:19:16: Santi kombiniert zlavonische Eichenfässer, die dem Wein Raum geben, sich zu entfalten,

02:19:21: mit französischen Bariks, die im subtile Holzaromen verleihen.

02:19:24: Einige der Fässer sind über 20 Jahre alten, haben Generationen von Weinreifen sehen.

02:19:29: Sie verleihen dem Amarone eine Komplexität und eine Tiefe, die nur durch langjährige

02:19:33: Erfahrung erreicht werden kann.

02:19:34: Doch Santi ist nicht nur auf die Vergangenheit bedacht.

02:19:37: Seit 2018 arbeitet das Weingut vollständig pyrodynamisch und setzt dabei auf nachhaltige

02:19:43: Praktiken, die weit über die Standards hinausgehen.

02:19:46: Santi nutzt ausschließlich natürliche Pestizide und hat ein Wasserspaarsystem installiert,

02:19:50: das den Wasserverbrauch auf ein Minimum reduziert.

02:19:53: Die Energieversorgung des Weinguts erfolgt über erneuerbare Ressourcen und die gesamte

02:19:57: Verpackung ist recyceltbar.

02:19:59: Dieser Ansatz geht weit über die bloße Produktion hinaus.

02:20:02: Es ist ein Teil einer Philosophie, die die Umwelt schützt und das Weingut zukunftsfähig

02:20:06: macht.

02:20:07: Die Region de Lassi ist ein kleines Juwel im Waipolicella-Gebiet und bekannt für ihre

02:20:11: Vielseitigkeit und die Vielfalt der Böden.

02:20:14: Der vulkanische Boden bringt eine unverwechselbare mineralitierte Niveine und die Nähe zum

02:20:18: Gardasee schafft ein Mikroklima, das die Reben vor extremen Witterungsbedingungen schützt.

02:20:23: Die Rebsorten Corvina, Rondinella und die seltenen Oscillator finden hier ideale Bedingungen,

02:20:29: um ihr volles Potenzial zu entfalten.

02:20:31: Santi ist ein leidenschaftlicher Vertreter dieses Teroirs und der Essenz des Waipolicella.

02:20:36: Die Aromen des Amarones sind tief und komplex.

02:20:38: Noten von schwarzkirschen, getrockneten Früchten und dunkler Schokolade werden von einem Hauch,

02:20:44: Gewürze und Lackritz begleitet.

02:20:45: Es ist ein Bukkeh, das mir nicht nur riecht, sondern das den Gaumen in eine Welt voller

02:20:49: Wärme und Tiefe entführt.

02:20:51: Dieser Amarone hat einen langen Abgang, der sich warm und samtig zurückzieht.

02:20:56: Ein Zeichen von Harmonie und Reife, das nur ein Meister seines Handwerks erreichen kann.

02:21:00: Eine Verkostung dieses Amarones ist mehr als nur eine sensorische Erfahrung.

02:21:04: Es ist eine Reise durch die Geschichte, die Kultur und die Landschaft des Waipolicella.

02:21:09: Ein Glas befüllt mit einem Amarone von Zandt, die ist kein bloßes Glaswein.

02:21:13: Es ist der greifbare und verständliche Ausdruck einer Region, die sich im wandelten Zeit immer treu geblieben ist,

02:21:19: die Natur respektiert und deren Aromen in diesem Wein verewigt sind.

02:21:23: Dieser Amarone ist nicht nur ein Botschafter seiner Heimat, er ist eine Verkörperung dessen, was Wein sein kann.

02:21:29: Wenn Handwerkskund, Geduld und Leidenschaft in jedem Schritt mitwirken,

02:21:33: wer diesen Wein probiert, versteht, dass Sand die mehr als ein Weingutes ist.

02:21:37: Es ist ein lebendiges Denkmal, eine Brücke zwischen Vergangenheit in Zukunft und die Einladung,

02:21:42: die Faszination des Weinbaus in Waipolicella neu zu entdecken.

02:21:46: Vielen Dank für die Verlockung und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

02:22:03: So, ich bin wieder da.

02:22:05: Nicht auch.

02:22:06: Muss aber noch die Flasche öffnen.

02:22:08: Da war ich schon mal fleißig im Vorfeld.

02:22:11: Ja, ist doch schön zum Jubiläum.

02:22:21: Für euch wahrscheinlich ein bisschen zu groß, oder? Normalerweise.

02:22:25: Das Haus, also weil ihr doch ein wenig kleinere Produzenten präferiert.

02:22:31: Aber so? Wir haben viel, viel kleinere.

02:22:34: Auch Grower Champagne ist natürlich ein Riesenthema.

02:22:37: Importieren auch selber.

02:22:39: Aber haben ein paar Klassiker durchaus auch.

02:22:44: Vielleicht nicht im Einstieg, aber du kannst bei uns Kristall trinken.

02:22:51: Oder du kannst bei uns auch Önothek trinken, beispielsweise.

02:22:57: Und das sind auch großartige Sachen, die ich irgendwie auch nicht missen will, sie anzubieten, sie dazu haben, die auch viele Menschen glücklich machen.

02:23:09: Und absolute Berechtigung und qualitativ ist das auch nie kaputt zu reden.

02:23:17: Also man kann da anderer Meinung sein und natürlich sagen, nur die ganz Kleinen machen den wirklich echten handwerklichen Champagner.

02:23:25: Und der Aussage würde ich auch in weiten Teilen zustimmen.

02:23:30: Aber wenn wir uns über absolut tock Qualität und große Weimomente unterhalten, dann gehören da auch große Häusermit dazu, teilweise.

02:23:40: Nicht alle und auch nicht. Die liegen nicht ohne Grund diesen großen Namen haben, finde ich.

02:23:46: Ja, absolut.

02:23:48: Man kann es oftmals nicht Porschealisieren. Es gibt dann meistens bei vielen großen Häusern auch Sachen, die vielleicht nicht ganz so brillieren wie eben diese großen Sachen.

02:23:58: Es gibt wenige, die es konsequent durchspielen können.

02:24:02: Wenn es denn so ist, man hat durch die Bank sehr anständige Qualitäten, ist es umso großartiger.

02:24:07: Aber die eigentlichen Namen dieser Ausnahmeprodukte, die dann meistens Namen prägend sind, das kann man auch nicht absprechen.

02:24:15: Stimmt.

02:24:17: Manche Sachen brauchen vielleicht ein bisschen mehr Zeit, als der Punkt, zu dem sie auf den Markt kommen.

02:24:26: Aber sie können großartig sein.

02:24:30: Und auch Röderer, Kristall, wenn das noch zehn Jahre mehr gereift ist, als der Zeitpunkt, wo es rauskommt, das ist schon groß. Das ist ein großer, richtig guter Champagner.

02:24:48: Diese Önotäklinie, ich meine, so oft habe ich es jetzt auch noch nicht probiert, aber es war immer mindblowing.

02:24:53: Es war schon unglaublich.

02:24:56: Es kostet natürlich auch unglaublich viel.

02:24:59: Aber ja, das ist wirklich ...

02:25:02: Ist man da dann aber nicht wertfrei, insofern, wenn man ein eigenständiges Produkt hat, was in der Art schon außergewöhnlich ist und man das wie mit mancher Uhr, mit manchem Anzug, mit manchem Auto vielleicht gar nicht so mit Geld gegenwerten kann?

02:25:21: Meinst du, dass man vor eingenommen ist, vielleicht ein bisschen geblendet ist?

02:25:32: Ich denke, dass man den Preis nicht infrage stellen sollte oder versuchen sollte, das gegenzurechnen.

02:25:41: Wo man sagt, kann man diesen einen Euro darin wirklich schmecken, den das Ganze kostet.

02:25:46: Das Übliche ist, dass es das Geld wertend ist. Ich finde bei dieser Art von Luxusprodukt, was es ja dann ist, das ist dann losgelöst davon.

02:25:54: Entweder zahlst du die 1000 Euro oder du trinkst es halt nicht.

02:25:58: Ich glaube, ich bin voll bei dir.

02:26:02: Ab einem bestimmten Level braucht man sich nicht darüber unterhalten, finde ich.

02:26:07: Dass Rosso auf dem Sekundärmarkt teuer ist, das ist halt so. Willst du es trinken, kriegst du es nicht direkt, dann musst du es bezahlen.

02:26:16: Das Gleiche bei vielen anderen absoluten Top-Weinen.

02:26:23: Man kann sich natürlich darüber streiten, ob das der richtige Weg ist.

02:26:30: Da mache ich mir gar nicht so viele Gedanken. Wenn ich mir jetzt angucke, jetzt ist es bald Versteigerung und dann wird Schubatz, Leih und Petten Teil von Klaus Peter Keller versteigert.

02:26:39: Und dann ist das natürlich hochvierstellig und dann würde ich sagen, zurecht ist hochvierstellig und wer es nicht bezahlen möchte, das ist völlig okay.

02:26:51: Dann wirst du den Wein eben nicht trinken und legitim...

02:26:55: Ich würde aber das deswegen nicht infrage stellen oder würde es versuchen, irgendwie zu bläben oder sonstiges.

02:27:00: Das finde ich immer so ungerecht.

02:27:03: Das finde ich einfach schade, wenn man aufgrund dessen, welches ich es mir nicht leisten kann, möchte das gesamte einfach dann negativ darf.

02:27:13: Das ist ja oft so, dass du dann bei denen in diesem Segment, wo wir jetzt mal wirklich Richtung Vierstelligkeit gehen,

02:27:21: es ist ja oft so, dass es ganz viele Sommieges auf einmal gibt, die sagen, ja, das ist nicht sein Geld wert und das ist nicht gut und so weiter.

02:27:30: Also ich finde solche Aussagen unglaublich schwierig, weil, ja, das sage ich jetzt einfach, aber den fehlt doch total die Trinkerwahrung.

02:27:38: Wie oft sollen die das denn getrunken haben? Wo sollen die denn gearbeitet haben, wo die so viele Aussage auch zu treffen?

02:27:44: Absolut, absolut. Und, ja, da kann man eigentlich auch einfach mal momentstil sein.

02:27:53: Man muss auch nicht immer alles kommentieren. Also ich kann ja meine eigene Meinung zu haben und muss aber nicht immer alles kommentieren

02:28:04: oder Sachen schlechtreden, die vielleicht für mich nicht erreichbar sind oder ich sie nur einmal probiert habe.

02:28:13: Es kann ja sein auch so gut aus sein, dass ich enttäuscht wurde von der Flasche, aber einmal trinken ist nicht genug.

02:28:22: Das finde ich öffentlich zumindest zu sagen.

02:28:26: Vor allen Dingen auch, was befähle ich mich dazu, die Berechtigung zu haben, es so zu proklamieren.

02:28:32: Also bin ich dafür wirklich der geeignete, in dem Augenblick, was viele vergessen.

02:28:37: Oder die Frage, wer hat mich gefragt, dann die Verkennung.

02:28:45: Herrlich, das kriegt ihr so ein Berliner Drive.

02:28:49: Hey, ich frage mich nach deiner Meinung. Champagner zum Feier des Tages, da hatte ich.

02:28:55: Könnte passen.

02:28:58: Tolles Champagner ist toll. Champagner ist auch etwas, was es wie wenig anderes auf der Welt in dem Bereich geschafft hat,

02:29:08: international unglaubliche Bedeutung zu haben.

02:29:13: Und die Bewegung in der Champagne finde ich so toll, sympathisch.

02:29:18: Das ist natürlich aus der Tradition her, viele Winzer dort gibt, die ihre Trauben natürlich verkauft haben,

02:29:27: aufgrund der Hektargröße, Nebenerwerb, da haben wir eben hier und da wenige Hektar.

02:29:33: Und das trotzdem aber eine Bewegung in den letzten Jahren kommt mit jungen Menschen, die nicht mehr verkaufen,

02:29:41: an die Genossenschaft oder in die großen Häuser und was Eigenes machen, was Spannendes, Kleines,

02:29:50: nicht so Einheitliches, was ihren eigenen Weg gehen, finde ich super.

02:29:56: Und das haben wir auch eigentlich nicht mehr so gut ausgesucht.

02:29:59: Allein die Traubenpreise in der Champagne so enorm hoch sind in Relation zu.

02:30:03: Reichen zum Leben.

02:30:05: Das ist ein riesen, riesen großen Welt.

02:30:08: Ich glaube, die haben da ja ein Kilopreis von zwischen 3,50 und 7 Euro, was eigentlich ein Traumzustand ist.

02:30:15: Also da den Weg zu gehen, sich selbstständig zu machen, eigentlich Champagne auszuproduzieren,

02:30:22: ist ja schon fast wahnsinnig, weil du einen riesen Vorlauf leben musst, Lagerfläche brauchst,

02:30:30: wo du einen Stock aufbauen musst, Reserven anschaffen musst und so weiter.

02:30:34: Es gibt eigentlich in kaum einer Weinregion so wenig Weggründe außer Selbstverwöchung, der Wunsch nach Selbstverwöchung,

02:30:43: das zu gehen wie in der Champagne, da ist teilweise spannend.

02:30:48: Auf der anderen Seite finde ich es auch gut, solche Häuser wie jetzt, wir haben Röderer im Glas,

02:30:52: Kollektionsfroh44, finde ich auch ein sehr guter Schritt.

02:30:55: Das war ja nicht nur Röder, das waren ja für einige, die weg von diesen Standardgeschichten,

02:31:01: die abgefüllt wurden und wo man nicht wusste, wie lange der schon immer egal unter stark ein Strahlung dann irgendwo steht,

02:31:08: was natürlich in der Zeit eine gewisse Kontinuität oder Geschmacksstabilität dann irgendwo darstellen sollte.

02:31:15: Hin zu dem, wo man sagt, man vermehlt meistens 3 Jahrgänge, hat eine gewisse Individualität,

02:31:22: trotzdem eine gewisse Qualitätssicherung mit dabei, hat teilweise einen Hauptjahrgang wie hier 2019

02:31:28: und versucht zeitgeistig zu sein.

02:31:32: Ja, finde ich auch, finde ich auch, stimm ich dir absolut zu und eine gewisse Verlässlichkeit,

02:31:41: ja, hat auch was mit Qualität zu tun.

02:31:46: Ja, man weiß, was man bekommt, es ist deutlich einfacher, also kannst du ja beim Winzhaar-Champagne,

02:31:53: da brauchst du ja auch jemanden, der dich berät, wenn du dich nicht auskennst, du brauchst jetzt eine fachkundige Person,

02:31:59: die genau das herausfindet und mit dir ins Gespräch geht, um das zu finden, was du magst.

02:32:07: Wenn du weißt, dass du die 244 von Röderer magst und sie ist natürlich deutlich verfügbarer,

02:32:14: dann ist jetzt irgendwie ein 3 Hektar Winzer aus Musi, südlich von Epanei, den keiner kennt,

02:32:22: ja, dann ist das ja auch schön und du kannst es in anderen Ländern trinken,

02:32:28: das ja, ist auch eine Form der Qualität, je nachdem, ob man die Entscheidung, wenn man die ins Programm aufnimmt,

02:32:38: dass man halt beim kleinen Winzer, ich weiß, ob der jetzt nach einer Woche noch verfügbar ist

02:32:43: und gerade wenn ich ein Weinprogramm aufbaue, habe ich hiermit auch in der Größe,

02:32:48: sind der nicht klein mit 250 Hektar eigene Weinberge, habe ich eine gewisse Stabilität dann auch in der Lieferbarkeit.

02:32:55: Genau, in der Lieferbarkeit und das brauchst du ja manchmal auch, bei uns ist, wir haben zu dritt angefangen,

02:33:00: wir sind jetzt 21 Menschen, die bei uns arbeiten und wir haben viel, als Konzept viel Zeit,

02:33:08: dass wir auch erklären können. Es gibt auch ganz viele Konzepte, wo das nicht nötig ist,

02:33:14: die es auch vielleicht gar nicht wollen, was auch okay ist, die brauchen zwangsläufig Produkte, die gut sind,

02:33:21: die wieder erkannt werden und die planbar sind. Also ich kann nächste Woche ein neues Champagnerhaus suchen,

02:33:29: ich kann da runterfahren und mir ein suchen, zack, das ist schnell importiert,

02:33:34: das kann aber in dem Fall vielleicht nicht jeder und muss mehr planen und dafür ist es super

02:33:43: und da gibt es eben gute und weniger gute. Ja, und ich finde, da gibt es auch Beispiele in Deutschland,

02:33:52: von Weingütern, die ein bisschen größer sind, auch ein bisschen verfügbarer, aber wo man weiß,

02:33:57: dass man eine stabile Qualität bekommt. Und das hat seine absolute Berechtigung

02:34:02: und es ist wichtig, dass es auch die gibt und das gibt es auch in einem Handwerklichen,

02:34:07: vielleicht nicht handwerklich, aber ein Handwerklicher. Das stimmt.

02:34:12: Und dann finde ich es eben wiederum interessant, wenn man beim Runterdrinken keinen absoluten Absturz hat,

02:34:19: weil du gerade Kristall erwähnt hast, du hast natürlich hoch gelobt, du hast gern gesehen,

02:34:22: ich sehe aber euch auch auf der Terrasse oder nicht nur auf der Terrasse,

02:34:26: aber wenn du dann dich runterprobierst über Jahrgang Blanc de Blanc, zur Kollektion,

02:34:32: dass du da trotzdem noch eine mehr als vertretbare Qualität hast, wo du eine Handschrift erkennst

02:34:38: und das ist dann die fast größere Art. Wenn du dich dann nicht nur als Argument die Individualität nehmen kannst,

02:34:45: sondern auch eine gewisse Professionalität in Kombination mit Geschmacksindividualität.

02:34:51: Ja, absolut. Bin ich total bei dir.

02:34:55: Ich mag das Weinige dran.

02:34:57: Ja, sehr.

02:34:59: Ich finde, dass er nicht zu kark und anstrengend ist.

02:35:02: Das ist auch der Pinoanteil, der wenig höher ist, das Ganze so ein bisschen trägt

02:35:07: und der Schaden eigentlich mehr die Frischung und Fokussierheit Mineralität reinbringt.

02:35:12: Ich mag den Gaumenschmelz, diese feine Perlage.

02:35:15: Man merkt einen dezenten Holzeinsatz, aber sehr fein.

02:35:22: Wirkt sehr harmonisch.

02:35:25: Ich weiß nicht, wie ich das dekorgiert datum auch mit drauf wurde.

02:35:31: Du kannst es nicht zu letzt durch den QR-Code, das finde ich extrem spannend.

02:35:36: Kannst du es komplett analysieren, welche Verhältnismissigkeiten drin sind von den Rebsorten?

02:35:42: Wo die einzelnen Lagen sind, wann dekorgiert wurde, welche Anteile an Reserveien dort drin sind.

02:35:50: Es wird dadurch zu einer transparenten Flasche, was ich,

02:35:54: das gibt diese modernen Technik und Mittel und wenn ein Unternehmen das aufgreift

02:35:59: und sich damit auch offenbart oder im Transparenz zeigt, finde ich das toll.

02:36:05: Findest du auch eigentlich, dass viel zu wenig über Degosierdaten gesprochen wird bei Schaumweinen?

02:36:12: Zum Glück mittlerweile, seit fünf oder sieben Jahren wird darüber geredet.

02:36:17: Wieder mehr.

02:36:19: Und wird es ja bei einigen auch hinten draufgeschrieben?

02:36:23: Genau, genau. Ich finde, das hat nämlich fast noch mehr Einfluss als die Seebelage.

02:36:28: Total.

02:36:30: Das ist total wichtig, darüber zu sprechen.

02:36:33: Also beim Schaumweinen, also ich finde es super, wenn es drauf steht.

02:36:37: Wir versuchen zumindest, es klappt auch in der Regel auch, dass die Weine schon sechs bis zwölf Monate später,

02:36:45: sozusagen ins Regal kommt, zum Ausschenken.

02:36:48: Weil das hat so viel Einfluss darauf, wenn man das mal wirklich probiert hat.

02:36:52: Ein Schaumwein, der frisch degurgiert wurde, zwei Wochen später machst den auf.

02:36:56: Das ist einfach noch ein bisschen unstimmig, rupig.

02:37:00: Was ist die Logische?

02:37:02: Dann kostet das Ding vielleicht auch noch total viel und dann ist es auch total traurig.

02:37:06: Weil es gar nicht dem Wein gerecht wird.

02:37:09: Deswegen sehr positiv.

02:37:11: Auf den Dichlischen beginnt der Schaumwein ja sein drittes Leben.

02:37:16: Also wo er dann sozusagen ohne sein Mutterkuchen, ohne der Hefe existieren muss

02:37:21: und sich selber erst mal dort zurechtfinden muss und einordnen muss und gucken muss,

02:37:26: er fängt ja dann sagen jetzt zumindest viele an abzubauen.

02:37:31: Aber dieses gezierte Abbau und dieser Weg in die Karkheit oder dieses langsamen Aushungern,

02:37:36: was ihm dann einen eigenen Reiz gibt, also das klingt das Negatives gar nicht so gemeint.

02:37:39: Das muss sich auch erst mal finden.

02:37:42: Also mit weniger Nahrung klarzukommen und sich dann selber zu vormen.

02:37:49: Ja, ich würde fast auch die These aufstellen, dass ein Jahr auf der Flasche ruhend nach den Degorzom

02:37:59: mehr Einfluss hat als beispielsweise, ob das jetzt neun oder zehn Jahre Hefellage hat.

02:38:04: Dies eine Jahr dann am Ende.

02:38:06: Ich glaube, das hat mehr Einfluss.

02:38:09: Wir machen ja öfter auch Champagnerverkostungen oder generell Schaumweinverkostungen

02:38:15: und da fällt das schon auf.

02:38:17: Das hat enorme Auswirkungen, wenn du der Flasche mehr Zeit gibst.

02:38:23: Ja, sehr viel Spaß gemacht.

02:38:26: Wir haben jetzt letzte Woche Zellos eine Verkostung gemacht mit acht unterschiedlichen Flaschen.

02:38:32: Wir hatten da auch so Degogir-Daten 2014 dabei.

02:38:36: Hochspannend.

02:38:38: Noch mal zehn Jahre.

02:38:40: Das hat es noch mal festgemacht für mich, dass das Thema einfach irre wichtig ist.

02:38:51: Sollten wir mehr drüber sprechen, sollten wir kommunizieren,

02:38:54: sollten wir auf Karten schreiben, schreibt es auf die Weinkarte als Gastronomie.

02:38:59: Ganz wenige.

02:39:00: Ich habe es erst einmal gesehen.

02:39:02: Das musste ich dir doch pflegen.

02:39:05: Ja, klar.

02:39:06: Das ist schon eine spezialisierte Geschichte, aber finde ich ganz wichtig.

02:39:11: Aber so eine These funktioniert halt auch nicht immer.

02:39:16: Also das Haus muss das natürlich auch ergeben.

02:39:19: Na klar, die Vorselektion von Betrieben muss schon mal laufen.

02:39:22: Die Fähigkeit haben, genau.

02:39:24: Da kannst du nicht jeden Hänkel trocken.

02:39:27: Frisch, das ist hier.

02:39:29: Nach fünf Jahren wird der auch so lecker.

02:39:33: Ich habe noch keine Haustür probiert, glaube ich.

02:39:36: Vielleicht ist das das Geheimnis, dass das trinkbar wird.

02:39:39: Ich glaube nicht.

02:39:41: Nee, ich denke auch nicht.

02:39:45: Wer aber mal spannend, das einzubauen.

02:39:48: Was wäre dein Glasfall jetzt für den Röderer 2-Filip?

02:39:52: Ich habe es jetzt in das Zeital-Bordu eingeschenkt.

02:39:56: Das mag ich eigentlich auch ganz gern bei Schaumweinen.

02:39:59: Das muss ich sagen.

02:40:02: Der größte Fehler ist grundsätzlich ein großes Verbrechen.

02:40:07: Die Sektflöte, du riechst nichts.

02:40:10: Du schmeckst auch nicht richtig, das ist katastrophal.

02:40:13: Wir rütteln, dass sich das 60 Jahre durchgesetzt hat, oder?

02:40:16: Dass es 60 Jahre Bestand hat und keiner hat es gecheckt.

02:40:19: Wir machen eine Roundabout 120 Weinveranstaltung im Jahr bei uns.

02:40:23: Und davon sind auch ganz viele, ja, ja, ja, ganz große Part.

02:40:26: Wir machen auch ganz viele Einsteigertastings.

02:40:29: Egal, wer das von uns moderiert und die Leute durchführt,

02:40:32: wenn wir beim Thema Schaumwein sind, sagen wir den Leuten,

02:40:35: gibt es zum Polterabend, oder?

02:40:37: Gläser weg, weg, weg, weg.

02:40:40: Die kaufen sich dann, werden dann ran geführt, mit tollen,

02:40:43: handwerklichen Sekten beispielsweise, Sektors Krak, Raumland, Griesel,

02:40:46: irgendwie sowas.

02:40:48: Nehmen dann eine Flasche mit, aber haben zu Hause das falsche Glas.

02:40:51: Das ist furchtbar.

02:40:54: Das größere Glas, ein Universarklas, wunderbar.

02:40:57: Und dann, ja, kriegt der Schaumwein auch

02:41:02: seine, das Gefäß, was er braucht, um sich zu entfalten.

02:41:08: Was aber auch noch nicht so lange her ist, ich erinnere mich an die Zeit,

02:41:11: wir haben ja selber eine Glaserie mit, oder ich habe das Glaserie mit begleitet,

02:41:15: die Zierwischen seiner Zeit.

02:41:17: Und da war die Diskussion, wie sieht das Sektglas aus?

02:41:21: Braucht man ein Sektglas?

02:41:23: Und das war um 2.13 Uhr, da war das noch kein Thema.

02:41:27: Da gab es noch die Sektflut und wenige haben sich damit beschäftigt.

02:41:31: Und kurz nachdem wir haben das vor 15 auf den Markt gebracht,

02:41:34: kurz danach fing es dann an, dass ganz, ganz, ganz viele umgestellt haben

02:41:38: und das dann mehr und mehr ein Thema wurde.

02:41:41: Aber bis vor 15 war das die lange, schmale Sektunzimmer.

02:41:48: Und jedem Schrank stand dieses Glas.

02:41:53: Ja, aber es ist ja gut, dass es jetzt sicher ändert, was mehr heute da ist.

02:41:57: Dass da ja, umdenken stattgefunden hat, ja.

02:41:59: Ja, bis das die ganzen Catering-Unternehmen und Unternehmen,

02:42:03: die irgendwie Empfänge realisieren, dass das Glas nicht das Richtige ist,

02:42:06: das wird dann wahrscheinlich noch ein bisschen dauern.

02:42:08: Die haben bis 1999 auch mit Sektchalen noch gearbeitet von dem her.

02:42:13: Da war der nicht.

02:42:15: Nein, was ist mal, böse.

02:42:17: Ja, ehrlich. Ja, aber zu Recht.

02:42:20: Ich habe mir noch von deinem zweiten Wein was eingeschränkt.

02:42:25: Ist Bordeaux bei euch ein Thema?

02:42:28: Ihr seid ja ja bockunderlastig.

02:42:30: Wir haben welchen?

02:42:32: Ja, also wir haben einen Klimaschrank, der ist ausschließlich mit Bordeaux gefüllt.

02:42:39: Allerdings ist das wirklich nur gastronomisch zu sehen.

02:42:44: Gar nicht im Handel, also dass da mal einer eine Flasche mitnimmt,

02:42:48: das sind auch gastronomische Preise drauf, weil wir es ausschließlich in Reif spielen.

02:42:52: Also bei uns hat noch nie jemand nach einem aktuellen Bordeaux gefragt.

02:42:57: Noch nie.

02:42:59: Und Reif ist was? Welches Alter fängt es bei dir in den 18 Jahren an?

02:43:03: Ich glaube der umste Wein ist 28 im Weihengliemaschrank.

02:43:07: Und dann viel, 90er, 80er, manchmal 70er, wobei dazu bricht dann auch manchmal was.

02:43:13: Ja, also auch gar nicht nur Ultrasellik, die hat eingekauft,

02:43:22: nur auf besondere Jahrgänge geachtet.

02:43:24: Bei uns gibt es auch 82, 86, klar, aber es gibt auch 93, mein Geburtstag war jetzt auch nicht das Beste.

02:43:30: Es gibt einfach fair bepreisten Reifen Bordeaux aus unterschiedlichsten Quellen,

02:43:40: für die, die am Ende des Abends in der Regel bei uns fängt man oft mit Weiß und Riesling an zum großen Teil.

02:43:46: Dann geht man über die Bugunde, irgendwann endet man entweder beim Schaumwein wieder zurück,

02:43:52: beim Riesling-Kabinett oder wer noch Bock hat auf eine Flasche Bordeaux.

02:43:57: Das möchte ich auch weiter anbieten.

02:43:59: Das ist vielleicht auch der einzige Gebiet, wo wir vom Familienweingut etwas,

02:44:08: was wir bei allen Sachen, die wir handeln, auch haben.

02:44:11: Also es sind immer Familienweingüter, es sind immer handwerkliche Arbeiten,

02:44:15: jetzt will ich den Winzern im Bordeaux nicht unterstellen, dass sie nicht handwerklich arbeiten,

02:44:20: aber da gibt es natürlich historisch bedingt ganz andere Strukturen in der Gesellschaftsform.

02:44:27: Deswegen weichen wir da sicherlich ein bisschen von ab,

02:44:31: aber möchten auch auf einer Weinkarte Bordeaux anbieten, aber da ist fast nur Rot,

02:44:39: weiß ganz selten.

02:44:42: Josep wahrscheinlich auch eher weniger.

02:44:47: Es sind gar keine weisige Sachen, aber...

02:44:51: Ja, bei uns auf der Karte nicht, es gibt auch generell wenig Josep bei uns,

02:44:56: in Prozentual zu vernachlässigen, also auf 1.500 Positionen fallen vielleicht 5 oder 6 Josees.

02:45:07: Witzig.

02:45:08: Mehr ist es nicht.

02:45:10: Hätte ich das mehr ein Thema bei euch denn, Terrasse und...

02:45:13: Ja, da gibt es auch welche.

02:45:15: Es ist selber gefunden, es ist tatsächlich auch der Provence,

02:45:19: dass spontan vergoren ist, mit der Hand gelesen ist

02:45:24: und nicht komplett tutti-forti.

02:45:28: Ja, und es gibt auch was natürlich was Deutsches, Jose für mich, sofalls.

02:45:32: Wechselt aber auch immer wieder.

02:45:35: Und dann gibt es auch ein paar spannende Josees.

02:45:38: Ist natürlich ein Thema, wird getrunken, sind viele tausend Flaschen,

02:45:41: aber es muss einfach ein gutes Produkt sein.

02:45:47: Da bin ich aber vielleicht etwas unemotionaler gegenüber als bei anderem Sachen.

02:45:54: Was magst du bei Bordeaux?

02:45:56: Ist es eher rechte Sufer, linke Sufer?

02:45:59: Ist es da eine bestimmte Appellation?

02:46:03: Ist es eine Rebsortenlastigkeit?

02:46:07: Also ich finde, man kann auf beiden Seiten großartige Weinenmomente haben.

02:46:12: Ich mag es wirklich auch selber gerne trinken, wenn es gereift ist.

02:46:16: Ich liebe das.

02:46:18: Das habe ich dir leider etwas Jugendliches geschickt.

02:46:20: Es macht ja auch Spaß, Jugend zu trinken.

02:46:24: Ich trink es nur oft am Ende und da hast du keine Zeit mehr,

02:46:27: auf zwei, drei Flaschen zu trinken.

02:46:30: Dann willst du eben den einen oder musst dann eben direkt das erfüllen,

02:46:33: was man sich gewünscht hat.

02:46:35: Bordeaux kann schon einfach großartig auch sein, egal wie groß das Schatot ist.

02:46:44: Das überrascht mich dann ab und zu auch tatsächlich immer wieder.

02:46:48: Ich mag es gerne kräftig, ich mag es gereift, ich mag es vollmundig,

02:46:59: weil das ist nicht der Einstiegswein des Abends, sondern es ist oft das Ende.

02:47:05: Ich nenne das mal Suferküsser.

02:47:08: Nachdem kannst du dich hinlegen.

02:47:14: Das macht mir in der Reihenfolge das Spaß.

02:47:17: Ich brauche es nicht zwischendrin, ich brauche es nicht zu jung,

02:47:21: ich brauche es nicht zu frisch.

02:47:23: Es darf dann auch mal ein bisschen fordernd anstrengend sein.

02:47:26: Aber eben so die letzte Beschäftigung am Abend ist dann eben.

02:47:33: Die haben jetzt, Schottelpäs haben wir, 2.19 aus Miserrand-Stef,

02:47:37: haben 30 Hektar.

02:47:39: Ist das für dich groß oder ist das klein oder wie würdest du es persönlich einordnen?

02:47:43: In Bordeaux würde ich sagen, ist das wahrscheinlich eher klein von der Produktionsmenge.

02:47:49: Was weiß was sie machen?

02:47:51: Und für dich selber im Rahmen eures Gesamtkonzeptes?

02:47:55: Wir sind ja immer der Mix aus etabliert und jung und wild.

02:48:00: Wir haben ja welche mit 4, 5, 6 Hektar, wir haben aber auch Bürklin.

02:48:07: Und da über Bürklin haben wir aber nichts, also von der Hektargröße her.

02:48:12: Und ich würde sagen, 25, 30 Hektar ist noch ein Bereich,

02:48:16: wo du je nach Struktur schon auch noch handwerklich innerhalb der Familie arbeiten kannst.

02:48:22: Kommt eben ein bisschen drauf an, wer alles mitarbeitet.

02:48:27: Im Zweifel brauchst du bei der Anzahl auch noch kein krasses Vertriebs-Team.

02:48:32: Kannst noch viel selber machen.

02:48:34: Aber kleiner ist schon schön.

02:48:39: Aber 30 Hektar sehe ich uns nicht als Problem an.

02:48:44: Also gibt es großartige Weingüter in Deutschland mit 30 bis 40 Hektar,

02:48:49: die absolut herausragend sind.

02:48:52: Beispiel Kühling, Gilo, Baden-Witsch-Pania, Klaus-Peterkeller, Regens.

02:48:59: Da sind ja alle da irgendwo zwischen, sagen wir mal, Mitte 20 und 40.

02:49:05: Ohne Zugauf, eigene Weinberge.

02:49:09: Ja, und die haben es ja im Griff.

02:49:11: Also könnten jetzt das Gegenteil sagen, aber es ist ja wer gelogen.

02:49:15: Die haben es im Griff, die machen mit die besten Weine.

02:49:20: Deswegen auch in Bordeaux.

02:49:23: Manchmal brauchst du ja auch eine gewisse Hektargröße,

02:49:28: um gewisse Gegebenheiten aus dem Weg zu gehen.

02:49:32: Ja, ginge auch auszubalancieren.

02:49:35: Auszubalancieren gerade in Bordeaux finde ich es noch wichtiger als woanders.

02:49:38: Zu kühle, ja, ginge aus.

02:49:40: Damit den Rebsorten zu spielen, dass in dem Heimjahr

02:49:43: mehr Ertrag bei dem anderen, du musst ja trotzdem dein Stil,

02:49:47: den Stil ist haus, der finde ich hier bei Chateaupers durchaus greifbar

02:49:51: und identifizierbar ist.

02:49:53: Kommt für mich auch die philigerantierte Sans-Stèf zum Tragen.

02:49:56: Er ist für mich nicht überstrapaziert.

02:49:58: Und das erwarte ich also nicht nur 2019, sondern hättest auch gerne

02:50:01: in diesem ganz anderen Jahr 2018 zumindest mit einer ähnlichen Ausrichtung,

02:50:06: was eben nicht nur durch diese maximal 20% neuem Holz gelebt wird

02:50:10: oder durch keine Ahnung die kaltigen Böden oder was auch immer,

02:50:14: sondern wo ich als Gewohnheitstrinker eines Hauses

02:50:18: oder als Mindervorliebe für die Handschrift eines Hauses,

02:50:21: das dann eben auch wiedersehen möchte.

02:50:23: Auf jeden Fall. Also ich hab ihn leicht gekühlt.

02:50:29: Ich weiß nicht, ob du das auch gemacht hast.

02:50:32: Also man schmeckt, finde ich. Steht jetzt hinten nicht drauf,

02:50:35: aber es schmeckt nach einem recht hohen Kabinä-Anteil

02:50:39: und hat trotzdem auch so weiche, samtige Noten,

02:50:44: ist sehr balanciert, ein bisschen was von Lakritz,

02:50:48: aber nicht das Auftringliche, sehr fein,

02:50:51: ein bisschen sehr bärig, ja, Johannesbärer, kräftige rote,

02:50:56: Bombeere vielleicht ein bisschen.

02:50:59: Tannine sind fein für 19, also 5 Jahre.

02:51:04: Ich glaube, wahrscheinlich ist das jetzt auch ein Alter,

02:51:07: wo es Sinn macht.

02:51:10: Ab 5 Jahren, ab 10 Jahren, in dem Bereich fängt es an

02:51:15: und durch diese Rebsorten, die grundsätzlich verwendet werden,

02:51:20: wird es mit der Zeit auch einfach gut.

02:51:23: Das ist meine Auffassung, also 10, 15, 20 Jahre.

02:51:26: Das größte Anteil ist hier Kabinä und Merlot, also in der Kombination.

02:51:29: Kleiner Kabinä-Frauenanteil.

02:51:32: Also daher geht es genau in diese Richtung.

02:51:35: Schön.

02:51:38: Schön ist dabei, finde ich, direkt geöffnet, macht sofort Spaß,

02:51:41: aber man erkennt, dass der Größe bekommt,

02:51:43: den hätte ich jetzt zum Beispiel gelüftet, kraftiert.

02:51:45: Ich habe ihn auch bei 15, 16 Grad ungefähr.

02:51:49: Also schon angenehm kühl, um diese frische Frucht der Jugendlichkeit

02:51:54: so ein wenig herauszuarbeiten, haben aus dem Balance,

02:51:59: also aus dem begunder-ähnlichen Glas, nicht aus dem Vordoglas,

02:52:03: wäre ich ihnen jetzt einfach atmen und kommen lassen möchte

02:52:07: und die viele Granitäten, die ein Wein einfach betont haben,

02:52:10: möchte vielleicht auch der Tageszeit geschuldet.

02:52:12: Wenn ich ein Wein denn tolles Potential hat

02:52:16: und mit Sicherheit 20 Jahre reifen kann.

02:52:19: Hast du schon alte Sachen von dem Wein gut probiert?

02:52:23: Das Älteste war aus den 70ern.

02:52:26: Ah ja, okay.

02:52:28: Das Tier hat sich ja natürlich nochmal geändert,

02:52:30: weil 95 wurde das von Rosardin, also den Besitzer von Röderer gekauft.

02:52:34: Von Röderer, ja.

02:52:36: Und die haben bzw. in den 90ern fingen die an,

02:52:39: moderne Techniken sehr stark einzusetzen,

02:52:43: die positiven sind, also Edelstahl etc.,

02:52:46: wo sie dann später, nach der Jahrtausend,

02:52:49: wenn sie dann zurückgerodert sind, wieder auf Beton,

02:52:52: zum Beispiel teilweise gegangen sind, oder Zement besser gesagt,

02:52:55: und Holz zurückgefahren haben und solche Sachen.

02:52:58: Also es gibt ja teilweise Stierveränderungen,

02:53:01: aber die Langlebigkeit war eigentlich immer sehr konstant.

02:53:05: Die sind bei einem Gutwasig sehr gewertschätzt,

02:53:07: also mit allen Veränderungen.

02:53:09: Das ist interessant, dass du in sofern Stil treu,

02:53:12: dass du, wenn ich den Depestgeschmack immer drin hattest.

02:53:15: Ja, sehr schön.

02:53:18: Was ist denn auch so das Schwierige, es hatten wir 40.

02:53:21: Christ wahrscheinlich irgendwie Privatkunden.

02:53:24: Ja, und Christ war es gut, das für ihn.

02:53:27: Ich finde Endverbraucher so ein undankbarer Namen.

02:53:30: Stimmt.

02:53:32: Man redet ja bei Privatkunden immer von Engel,

02:53:35: ja, irgendwie so Verbrauenverbraucher.

02:53:38: Am Ende der Nahrungskette.

02:53:41: Genau, dies am Ende einfach wenn sie reinkriegen.

02:53:44: Genau.

02:53:46: Wenn es nirgends wo dazu zu schmerkt geht,

02:53:48: dann geht es dann rein.

02:53:50: Stimmt, hast du recht.

02:53:55: Also...

02:53:58: Schön.

02:54:02: Lass dich offen,

02:54:04: kann dann nachher nochmal nachvergosselt werden,

02:54:06: das ist ja sehr...

02:54:08: sehr interessant, ja.

02:54:10: Auf jeden Fall.

02:54:12: Aber hast du denn in deiner aktiven Zeit auch

02:54:16: viel Bordeaux oder hast du da eher Abstand von genommen?

02:54:20: Immer mal wieder, also große Leidenschaft.

02:54:23: Ich war zwar immer so ein bisschen mehr der Bugundertyp,

02:54:26: weil ich mir dieses Tiefsinnige nicht das Vordergrundige mag.

02:54:31: Für mich ist Bordeaux der Film Bugundes ist das Buch.

02:54:34: Und ich mochte dann lieber im Wein lesen als unterhalten zu werden,

02:54:37: aber Bordeaux ist auf der einen Seite so herrlich einfach,

02:54:42: dass du es relativ schnell verstehst, relativ schnell einsetzen kannst,

02:54:47: gut damit spielen kannst, auch mit den verschiedenen Häusern.

02:54:50: Ja.

02:54:52: Man konnte mit den Jahrgängen spielen, was ich sehr mochte,

02:54:54: wenn man eine gewisse Kompetenz auch darstellen konnte,

02:54:57: dass man einfach über die Jahrgänge hinaus berät.

02:55:01: Es sind teilweise relativ sichere Geschichten.

02:55:05: Man hat nahezu immer eine sichere Bank mit dabei,

02:55:08: gerade wenn du das dann irgendwann über die Reife definierst,

02:55:11: hat man auch das Gefühl, dass es sein Geld wert ist,

02:55:14: egal mit welchem Veränderung es da einhergeht.

02:55:17: Also ich erinnere mich an meinen ersten großen Schockmoment,

02:55:23: als 97 der Bordeaux extrem teuer wurde.

02:55:26: Also da hat dann irgendwie keine Ahnung,

02:55:28: dass die Flasche Mutoren nicht mehr 130, sondern 50 Euro gekostet.

02:55:31: Man sagte, nee, mag damals 150 Mark gekostet.

02:55:34: Man sagte, oh Gott, es würde nie jemand bezahlen.

02:55:37: Dann später 2000 kam er, der nächste Schock, dann 2000,

02:55:40: irgendwie 5, 2005 war er gegangen, als es immer preisintensiver wurde.

02:55:46: Aber irgendwie haben die Weine das in einer gewissen Form immer gehalten,

02:55:50: obwohl es immer kritisiert wurde.

02:55:52: Somit haben die auch mal eine gewisse Präsenz auf den Karten gehabt,

02:55:55: weil durch diese Entwicklung im Preis,

02:55:57: konntest du die alten Jahrgänge sehr, sehr gut nachkalkulieren,

02:55:59: was immer ein sehr, sehr angenehmer Ansatz dabei war.

02:56:02: Oftmals, wenn du es aktuell einkaufst,

02:56:05: waren die alten teilweise viel günstiger als die aktuellen,

02:56:07: die du eingekauft hast.

02:56:08: Somit konnte man dort, das habe ich mir auf der Karte,

02:56:10: dann auch glaubwürdig darstellen.

02:56:12: Es waren immer sehr dankbare Weine,

02:56:15: sehr dankbare, sehr einfach zu erhändelnde Weine.

02:56:19: Und Weine, wo man auch Mengen in gereifter Form nachbekommen kann.

02:56:24: Somit hatte es bei mir immer eine sehr schöne Präsenz auf der Karte gehabt.

02:56:28: Und ich hätte es gerne noch weit aus intensiver ausgebaut.

02:56:32: Ja, das ist echt faszinierend,

02:56:35: dass du immer noch viele alte Sachen einfach bekommst.

02:56:40: Diese Verfügbarkeit von 30, 40 Jahre alten Weinen,

02:56:44: die ist einfach herrlich, die ist gegeben.

02:56:46: Das ist schon irre.

02:56:47: Was ich aber empfindet, war ein ganz spannendes Gebiet.

02:56:51: Stimmt, außergewöhnlich finde ich,

02:56:54: ist, dass man das alles auf 100 Weingüter komplett runter bricht.

02:56:59: Und die meisten vergessen, dass es dort aber 14.000 Winzer gibt.

02:57:03: Also, dass es so viel unentdeckte Schätze gibt,

02:57:07: die eine Einzigartigkeit haben, die teilweise auch,

02:57:10: gibt der tolle Bordeaux, Rotweine,

02:57:13: jetzt auch den ganzen, was ja auch in der Presse war,

02:57:16: vor drei Jahren relativ stark,

02:57:19: festizidverseuchten Kram einfach mal außen vorgelassen,

02:57:22: weil es natürlich auch sehr viel Masse und Billigschrott dort gibt,

02:57:25: der ja auch produziert wird.

02:57:27: Aber kleine handwerkliche Betriebe, die keiner auf den Schirm hat,

02:57:30: wo du Weine für 8 bis 15 Euro bekommst,

02:57:34: die vielleicht nicht die Reiffähigkeit von 40, 50 Jahren haben,

02:57:37: aber realistisch betrachtet, wieviel von den abgefüllten Flaschen Reifen

02:57:40: wirklich 40, 50 Jahre in Kosten dieses Reifenpotenzial

02:57:43: wirklich vollends aus.

02:57:45: Ich war vor zwei Jahren im Bordeaux,

02:57:47: wir haben ganz, ganz viele kleine Weine,

02:57:49: die da probiert und besucht teilweise ein wahnsinniger Bier,

02:57:52: dynamischer Trend, der dort einhergeht.

02:57:54: Und das hat für mich diese Region als total,

02:57:59: also nicht gesehener Hidden Treasure offenbart.

02:58:02: Hast du eine Region, wo du sagst, die ist komplett unentdeckt

02:58:05: oder es ist schade, dass die noch überhaupt keine,

02:58:09: keine Wahrnehmung erfahren hat?

02:58:12: Kommt immer drauf an, wo du bist und mit wem du dich

02:58:16: unterhältst.

02:58:18: Also kleinere Länder in Südamerika vielleicht.

02:58:21: Ich habe mal mit, vor mittlerweile 14 Jahren,

02:58:26: ein Jahr in Südamerika verbracht.

02:58:28: Da hatte ich noch nicht ganz so großes Weininteresse,

02:58:32: aber ich weiß, dass da Wein gewachsen ist,

02:58:35: zum Beispiel in Bolivien.

02:58:37: Also das wäre mal spannend.

02:58:39: Vielleicht nutzen wir jetzt einfach mal deine Reichweite und Plattform,

02:58:42: wenn jemand Wein aus Bolivien kennt

02:58:44: und weiß, wann er kommt, bitte melde es euch.

02:58:47: Ich würde es gerne probieren.

02:58:49: Ich würde es gerne probieren.

02:58:51: Es gibt Wein drauf.

02:58:53: Ich hatte viele große Überraschungen mit Uruguay.

02:58:55: Hat mich sehr, sehr beeindruckt.

02:58:57: Auch dann, wenn man sich dafür ein bisschen interessiert.

02:58:59: Also, wie in jeder Nahteilweise großartig war also das,

02:59:02: eines der ersten Weinländer in Übersee dien Wein gesetzt.

02:59:08: Ich glaube 63 innovierte haben, das fand ich total spannend.

02:59:11: Die sehr reifefähige Weine produzieren,

02:59:13: ein tolles Preis zu zu werden.

02:59:15: Was ich auch sehr interessant fand,

02:59:17: dass die Leute dort den, ich glaube,

02:59:21: zweitmeister oder drittmal höchsten pro Kopfum- satz im Wein haben.

02:59:25: Also am meisten trinken die Beinandere unten richtig.

02:59:28: Hätte ich nie gedacht.

02:59:29: Also, ich hatte überhaupt nicht auf dem Weinschirm Uruguay.

02:59:31: Fand ich sehr, sehr überzeugend.

02:59:33: Und jetzt neben Argentinien und Chile,

02:59:35: was man ja schon irgendwo kennt,

02:59:37: teilweise hatte ich den einen oder anderen brasilianischen Wein,

02:59:40: das hand war.

02:59:41: Also Südamerika, glaube ich, oder Lateinamerika durchaus.

02:59:44: Er findet hier ja kaum ein großes Stad.

02:59:46: Also klar gibt es irgendwie ein paar große Importeure,

02:59:49: Distributeure, die dann chilenischen Rotwein verkaufen.

02:59:54: Aber sonst findet der Kontinent dann echt wenig, wenig Stadt.

02:59:59: Also Bolivian ist ein großer Aufruf.

03:00:03: Also ich finde, wir sollten

03:00:06: Bolivian wieder groß machen, weintechnisch.

03:00:10: Ich weiß gar nicht, wie echter die haben.

03:00:13: Es ist wahrscheinlich auch sehr überschaubar.

03:00:16: Aber spannend, spannend, spannend.

03:00:19: Bei Falkenstein haben wir geschafft,

03:00:21: und der nächste Step ist Bolivian.

03:00:22: Ja, absolut.

03:00:23: Ich finde das eine Mission.

03:00:25: Also schauen wir mal.

03:00:27: Ich glaube, das ist wirklich ein...

03:00:28: Mit dem Wein hierher bekommen deutlich schwieriger als von der Saar.

03:00:34: *Lachen*

03:00:36: *Musik*

03:00:42: Ein perfekter Kommunikationspartner

03:00:44: vermarkt es, mit seinem Gegenüber zu spielen.

03:00:46: Ein perfekter Gastgeber vermarkt es,

03:00:48: den Gegenüber auf Augenhöhe seine Präsenz zu schenken.

03:00:51: Und beider Karten vermochte Nico in Perfektion zu spielen.

03:00:55: Wahrscheinlich ist das einer der Gründe,

03:00:57: warum er als Geschäftsmann, als Gastgeber,

03:00:59: als Moderator, als Zombie so unfassbar erfolgreich ist.

03:01:02: Und das Konzept Riesling in eine ganz eigene Dimension erhebt.

03:01:06: Vielen Dank, lieber Nico, dass du heute unser Gast warst.

03:01:08: Vielen Dank für deine Offenheit.

03:01:10: Vielen Dank, dass du uns einen einblickenden Unternehmen gewährt hast.

03:01:13: Vielen Dank, dass du deine Riesling-Leidenschaft mit uns geteilt hast.

03:01:16: Und natürlich vielen Dank für dich in dieser Weinwelt.

03:01:19: Und noch ein ganz großes Dankeschön an euch.

03:01:21: Dafür, dass ihr bei uns seid.

03:01:23: Dafür, dass ihr Woche für Woche,

03:01:25: und ich finde es erstaunlich, wie ihr tagthaltet,

03:01:27: die neuen Zombies mit uns begrüßt, begleitet

03:01:30: und es offensichtlich genießt beziehungsweise davon lernt.

03:01:33: Danke für euer Feedback.

03:01:34: Vielen Dank, lieber Tobias, dass du die Idee gut fandest.

03:01:37: Einen Riesling mit Restsüße für deine Kinder einzulagern.

03:01:41: Vielen Dank, lieber Peter, für den Hinweis,

03:01:43: dass die Tür am Anfang bei dem Werbeeinblendung etwas laut knarrt.

03:01:46: Vielen Dank, liebe Claudia, dass du es so schade fandest,

03:01:49: dass die Folgen mittlerweile ein bisschen kürzer werden

03:01:51: und durchaus ein wenig länger sein könnten.

03:01:53: Und ganz, ganz lieben Dank, lieber Christoph,

03:01:55: dass du gemeint hast, dass die Folgen so lang sind

03:01:58: und du einfach nicht hinterherkommst.

03:02:00: Wir versuchen, viele dieser Ideen umzusetzen

03:02:03: und euch einfach ein Teil dieses Projekt werden zu lassen.

03:02:05: Schön, dass ihr bei uns seid.

03:02:07: Noch ein großes Dankeschön, der Schlumbergergruppe

03:02:09: mit den Handelshäusern, Konziowini, Schlumberger,

03:02:12: Segnetz und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt

03:02:15: für die wirtschaftliche Unterstützung.

03:02:17: Und ich erwähne es immer so ein wenig nebenher,

03:02:19: auch für die händische, denn ihr seid an unserer Seite.

03:02:21: Ihr begleitet uns, ihr steht mir mit Rat und Tat zur Verfügung.

03:02:25: Wenn es irgendwelche Fragen gibt, ihr wart mit mir,

03:02:27: das Vier-Augen-Prinzip, wenn es um Informationen

03:02:29: oder einfach um Fakten geht

03:02:31: und ihr seid mehr als einfach nur Unterstützer,

03:02:33: ihr seid Partner.

03:02:34: Vielen lieben Dank dafür.

03:02:35: Und wie es so schön heißt, nach dem Podcast, ist vor dem Podcast.

03:02:39: Und ich freue mich auf den kommenden Freitag

03:02:41: und ich freue mich auf unseren nächsten Gast.

03:02:43: Ich freue mich auf den großartigen Marian Hens.

03:02:45: Hallo, ich bin Philipp Kutsch.

03:02:57: Ich möchte heute bei "Lieben Freund" sprechen.

03:03:00: Nico von der Ohe, der ein ganz großartiges Trümmelier ist,

03:03:05: der einen ganz tollen Riecher für Wein und für den Weinmarkt hat,

03:03:10: der die Veränderung am Weinmarkt unglaublich gut spürt

03:03:15: und der uns in unserer gemeinsamen Firma, Konzip Riesling,

03:03:19: die wir zusammen mit Björn Schwedhelm betreiben,

03:03:22: unglaublich bereichert.

03:03:24: Er ist ein fantastischer Blindverkoster.

03:03:27: Es ist immer wieder faszinierend zu erleben,

03:03:29: wie er sich analytisch mit Riesling, Schampagne,

03:03:31: Wein aus dem Begrund, aus dem Bordeaux

03:03:33: und auch teilweise recht abgefahrenen Sachen beschäftigt.

03:03:37: Dass er immer ernsthaft und akribisch verkostet,

03:03:41: sich aber selbst nie zu ernst nimmt.

03:03:44: Das ist eine wunderbare Kombination, die ich sehr sympathisch finde.

03:03:47: Er ist ein toller Gastgeber.

03:03:49: Nico ist bei uns am Karlsplatz derjenige,

03:03:52: der unsere Weinproben veranstaltet, organisiert

03:03:55: und dann hinterher auch ausführt.

03:03:57: Wir machen Raritätenproben, wir machen Winzerproben,

03:04:00: Regionproben usw.

03:04:02: Da kommen Leute wirklich aus ganz Europa zu angereist

03:04:04: und bald wird er auch mit Winzerproben auf Europa-Tournee gehen.

03:04:09: Und auch das setzt dieser Mann um

03:04:11: und wird eben in seiner Kompromisslosigkeit

03:04:15: nur mit handwerklich arbeitenden Familienweingütern zusammenzuarbeiten.

03:04:19: Nur mit den Weingütern, wo das im Glas auch wirklich überzeugt.

03:04:24: Damit ist er ein unglaublich gutes Aushängeschild

03:04:30: für den Handwerkswein

03:04:32: und er schafft es ja auch dadurch, Leute für Wein zu begeistern,

03:04:36: die vielleicht vorher einfachen Wein oder Bier oder Cocktails getrunken haben.

03:04:40: Das finde ich faszinierend, wie so eine Weinpersönlichkeit,

03:04:44: das einfach hoch sympathisch umsetzt.

03:04:48: Das ist typisch für Nico von der Ohe.

03:04:50: Erster 2019 war Konzip Riesling,

03:04:52: hat einen weißen Blatt Papier angefangen,

03:04:54: hat einen B2B-Bereich, online Job aufgebaut,

03:04:56: tolle Restaurants und Hotels als Kunden akquiriert,

03:04:59: die er dann mit dem Namen von Konzip oder Führkanzer Riesling

03:05:02: mit ganz tollen Weinen versorgt.

03:05:05: Das ist halt auch ein Teil seiner Arbeit.

03:05:08: Aber seine Augen funkeln,

03:05:10: wenn er teilweise exklusivste Weine der Welt im Glas hat

03:05:14: und im Satz danach ganz ernsthaft über Einstiegsweine spricht.

03:05:18: Das ist schon echt bezeichnend für ihn.

03:05:21: Eine kleine Alegdote fällt mir ein zum Thema Blindverkostung.

03:05:25: Wir waren bei uns am Karlsplatz Tisch 1.

03:05:28: Da habe ich mit wirklich weininteressierten,

03:05:31: sehr weinversierten Menschen zusammengesessen.

03:05:34: Wir haben uns große Weine blind eingeschenkt.

03:05:37: Nico kam von seinem Büro aus unserem Lager vorbei,

03:05:40: um Katon Wein zu bringen.

03:05:42: Er war also ganz salopp auf dem Weg zu Frau und Kind.

03:05:45: Katon unter dem Arm begrüßt uns natürlich schnell,

03:05:48: sagte irgendwas von einem Autopark schlecht, er muss wieder weg.

03:05:52: Zack hat er natürlich zwei Gläser hingestellt bekommen,

03:05:55: wurden zwei Weine eingeschenkt, er rief rein, schaut, verkostet

03:06:00: und hat, ich denke nach zehn Sekunden, beim ersten Wein gesagt,

03:06:04: Riesling Trocken, Deutschland, Rhein-Hessen, Klaus-Peter Keller,

03:06:08: Rote Hang, Petenthal, 2017.

03:06:12: Zack!

03:06:14: Treffer, es war wunderbar.

03:06:16: Im zweiten Weine hatte sich dann 30 Sekunden zugenommen

03:06:19: und da waren wir bei einem Olexberg-Reserveralte Reben 21 von Julian Hart.

03:06:23: Das ist faszinierend wie dieser Mann, der da in Sportklamotten

03:06:27: mal schnell vorbeikommt, solche Sachen nageln kann.

03:06:30: Und ich bin immer wieder glücklich, wenn ich so was erleben darf.

03:06:35: Da fühle ich mich wie im Service to Lay,

03:06:37: aber es packt mich im Herzen noch mehr.

03:06:39: Er ist Familienvater, also verheiratet, hat einen kleinen Sohn,

03:06:44: ist trotzdem sehr viel unterwegs.

03:06:46: Also manchmal hat man das Gefühl, dass er einen Tag 25 Stunden hat

03:06:50: und dass er keinen Schlaf braucht.

03:06:52: Aber er setzt das alles irgendwie mit einer unglaublichen Energie um

03:06:56: und hält dann auch so die Kontakte zu den Weingütern,

03:07:00: zu den Winzern und begeistert sich für die Regionen.

03:07:03: Ja, und ist jemand, der wirklich für guten Wein steht,

03:07:09: der trotzdem niemanden roten Teppich ausholt,

03:07:12: weil das muss er nicht, der einfach nur begeistert ist

03:07:15: für jeden, der bereit ist, Handwerkswein auch die Bedeutung zu geben,

03:07:22: die er seiner Meinung nach verdient hat.

03:07:25: [Musik]