SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:12: Grüezi miteinander, direkt hier aus dem Weinkeller im Hotel Einstein in St.

00:00:16: Gallen.

00:00:17: Ich bin Loris Lenzo, Weinderrektor und Chef-Sommelier hier im Haus.

00:00:21: Und heute darf ich etwas machen, das für mich wirklich eine große Ehre ist.

00:00:24: Ich darf das Intro für Sommelier der Podcast sprechen und zwar für niemand Geringeren als Tobias Hess.

00:00:31: Tobi habe ich zwei siebzehn hier im Einstein kennengelernt.

00:00:34: Damals war er Chef-Sommelier und Restaurantleiter im Einstein-Gurme und ich durfte an seiner Seite im gleichen Team arbeiten.

00:00:40: Ich kann Vollerüberzeugung sagen, Tobi war einer der Menschen, die mich in der Weinwelt von Anfang an an die Hand genommen haben.

00:00:47: Er hat mich gefördert und gefordert, mir unglaublich viel beigebracht.

00:00:51: Nicht nur fachlich, sondern vor allem emotional.

00:00:54: Denn das, was Tobi ausmacht, ist seine Fähigkeit, Wein zu fühlen.

00:00:57: Er lebt die Emotion, die dahinter steckt.

00:01:00: Und genau das gibt er weiter.

00:01:02: Das ist seine größte Stärke.

00:01:04: Ich kenne sehr wenige Menschen, die sich dem Wein so hingeben wie er.

00:01:08: Im besten Sinne ein absoluter Wein Nerd.

00:01:11: Einer, mit dem man stundenlang zusammensitzen kann, Weine öffnet, probiert, lacht und vor allem auch diskutiert und jedes Mal mit einem größeren Horizont aufstellt.

00:01:21: Natürlich ist Tobi jemand, der polarisiert und das soll er auch, den Tobi ist authentisch unverstellt, es genau der Mensch, der er ist und genau solche Persönlichkeiten braucht die Weinwelt.

00:01:33: Für mich persönlich war die Zusammenarbeit mit ihm wirklich prägend, Ohne ihn wäre ich heute wahrscheinlich nicht da, wo ich bin.

00:01:41: Er hat in mir dieses kleine, aber entscheidende Feuer entfacht, das mich bis heute antreibt.

00:01:47: Und für die Schweiz hat er ebenfalls enorm viel getan, besonders wenn es um deutsche Weine geht.

00:01:52: Er hat uns gezeigt, was es alles zu entdecken gibt, hat Weine importiert und für Somalis überhaupt erst greifbar gemacht.

00:01:59: Die Weinreisen, die er organisiert hat, waren zudem immer perfekt durchtacht.

00:02:04: Inspirieren und menschlich und sie haben mich tief geprägt.

00:02:08: Tobias Hess ist für mich eine echte Persönlichkeit, ein Original.

00:02:12: Und ich freue mich unglaublich, dass ihr heute hören dürft, was er zu erzählen hat.

00:02:17: Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Reihenhören.

00:02:19: Viel Spaß!

00:02:42: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.

00:02:49: Tobias Hess vom Segu Zeppelin ist heute unser Gast.

00:02:52: Und Tobias hat mich beeindruckt.

00:02:54: Zum einen mit seinem Lebensweg, mit seiner Geschichte, mit seiner unverblümten Art Der Weinliebe.

00:03:01: Er hat eine unglaubliche Bodenhaftung, er lebt Wein natürlich und das trotz all mit einer Euphorien, mit einer Begeisterung, die man kaum beschreiben kann, die man einfach erleben muss, die regelrecht erstrebenswert ist.

00:03:14: Und er ist ein Heimkehrer.

00:03:16: Aus dem Handel ist er zurück in die Gastronomie.

00:03:18: Aus der Schweiz, wo er lange gelebt und seine Familie gegründet hat, ist er zurück nach Deutschland gekehrt, um dem Seegut Zeppelin Friedrichsrafen seine Kompetenz zur Verfügung zu stellen.

00:03:29: Und aus ihm spricht unfassbar viel Erfahrung, sehr viel Tiefsinn und trotzdem eine komplett moderne Betrachtung seiner Gäste, der Gastronomie und des Weines.

00:03:41: Und was es heißt, werden wir gleich erfahren.

00:03:43: Und bevor er uns das erzählt, bevor du es fühlen kannst, möchte ich mich ganz herzlich beim Seegut Zeppelin dafür bedanken, dass wir dieses außergewöhnliche Haus präsentieren dürfen und natürlich bei unserem Partner, der Schlumbergergruppe.

00:03:57: mit den Handelshäusern Segnetz und Sio Bini, Schlumberger und dem Privatkunden-Portal Bremer Weinkollekt.

00:04:03: Dafür, dass sie an unserer Seite sind und uns unterstützen.

00:04:07: Danke Ihnen, ist er heute hier.

00:04:10: Herzlich willkommen lieber Tobias Hetz!

00:04:14: Back in Germany, zurück in Deutschland.

00:04:17: Herzlich willkommen.

00:04:18: Dankeschön, danke Silvia.

00:04:19: Aus der Schweiz, wie viele Jahre warst du da?

00:04:22: Insgesamt zehn, aus den... ...zurück.

00:04:26: Und im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei

00:04:30: sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und

00:04:47: zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr und zwei sind es im Jahr.

00:04:52: Der Konsum der Schweizer trinkt viel mehr Rotwein als Weißwein, was ja der Deutsche sich vielleicht auch mittlerweile eher ein bisschen annähert.

00:05:00: Aber es ist also, als ich im Jahr zwei Tausend Fünfzehn zurück in die Schweiz bin und wir so eine asiatisch Influenz des Menü hatten.

00:05:08: vom Martin Biri, kamen die Leute dann und haben dann irgendwie zum Apparativ schon ins Marakt getrunken.

00:05:14: Irgendwas aus der Wachau, möglichst kräftig.

00:05:17: und dann dachte ich, oh wow, jetzt geht es richtig los.

00:05:20: Und dann suchten sie sich aus der Weinkarte dann irgendwie.

00:05:23: Ein schweren Ribera Delvera aus und fragten mich dann ob der zum Essen passt und ich zum ja tendenziell eher noch ein bisschen Weißwein.

00:05:32: Ne Weißwein haben wir ja schon gehabt zum Apparativ jetzt wollen wir was richtiges trinken.

00:05:36: Also das ist mir sicher der größte Unterschied, dass man sagt deutlich mehr Rotwein schwerere Rotweine.

00:05:42: Wobei sich da auch in der Schweiz jetzt in den letzten Jahren sicherlich was verändert hat, weil die.

00:05:47: die Akzeptanz für die Weine intern größer geworden ist.

00:05:51: Und natürlich auch in der Schweiz relativ viele eher feine Rebsorten im Rotwein-Bereich angebaut werden.

00:05:56: Also die Bugunderwelle überschwemmt jetzt auch die Schweiz?

00:06:01: Ja, ich sag mal so, wir haben in der Schweiz einen wahnsinnig tollen Generationswechsel, den man ja in Deutschland vielleicht auch hat, so von dieser Generation der, sag ich mal archivierten Wein.

00:06:13: Winzer Persönlichkeiten ob das ist in Deutschland und Schweizer zu eher jüngeren.

00:06:18: Die die das Terror besser ausnutzen können die die Regionen mehr nutzen können die internationaler auch sich ausgebildet haben ob das jetzt in Deutschland in Frankreich.

00:06:27: Oder auch in Übersee waren.

00:06:28: viele von ihnen waren in Gaisenheim.

00:06:31: Wo mit Sicherheit auch ein Beib entstanden ist zwischen den ganzen Winzerinnen und Winzern.

00:06:35: ich glaube dass das schon die Schweiz zusammen mit dem mit der klimatischen Veränderung.

00:06:40: ich habe.

00:06:41: ... von einem Dreivierteljahr mal ... ... ein Artikel gelesen, ... ... dass in der Schweiz ... ... im Moment das Klima herrscht ... ... wie vor dreißig Jahren ... ... im Burgund.

00:06:49: Und das ist natürlich schon ... ... der Boden ist da, ... ... das haben wir, ... ... tolle Böden in der Schweiz, ... ... auch in Deutschland.

00:06:55: Ich glaube, ... ... dass da schon die Entwicklung entstanden ist.

00:06:58: Und ... ... klar, die Akzeptanz, ... ... die Burgunder sind vielleicht ... ... auch nicht mehr bezahlbar.

00:07:02: Das muss man auch sagen, ... ... oder nicht mehr unbedingt ... ... jeden Tag bezahlbar.

00:07:07: Dann geht man automatisch ... ... auf die ... ... auf die andere Alternativen, die ... Was?

00:07:12: Findest du das wirklich?

00:07:13: Also es sagt ja wirklich jeder rauf und runter, dass Begründer nicht bezahlbar sind.

00:07:18: Ich halte das für oftmals relativ großen Quatsch, weil du findest im Grund teilweise richtig spannende Sachen, die durchaus bezahlbar sind.

00:07:29: Also wenn du klar in die Grundkrüste gehst, wenn du in die wirklich bekannten Produzenten reingehst, wenn du große Jahrgänge nimmst, wenn du Weine nimmst, die ein wahnsinniges Renommee haben, dann sind die Auch aufgrund ihrer Einzigartigkeit durchaus preislich exponiert und die meisten Lehrer kann ich mir auch nicht leisten, sondern möchte ich mir auch nicht leisten.

00:07:51: Auf der anderen Seite ist das Gebiet ja gar nicht so klein.

00:07:55: Da finden sich teilweise Sachen, wenn wir jetzt davon und Bugund reden und nicht mehr bezahlbar.

00:08:00: Also nimm das Beaujolais, findest du super Sachen, die diesen bugundischen Charakter haben, kleine andere Rebsorte, aber die durchaus bezahlbar sind.

00:08:08: Nimm die Coutchaleur, nee, Coutmako, nee.

00:08:10: Oder geh selbst in die Randgebiete in der Couture.

00:08:14: Findest du großartige Sachen, die also einfach perfekt gemacht sind.

00:08:18: und die kosten?

00:08:19: Vielleicht zwanzig Euro.

00:08:21: Ich bin da also hundertprozentig.

00:08:23: Wir haben bei Terra Vigna damals auch uns entschieden, im Bugund ein bisschen ein kleines ein kleines Portfolio aufzubauen.

00:08:30: Und da ich eine Zeit lang dort verbracht habe, wurde ich damit beauftragt und wir haben Produzenten gefunden, die, sag ich mal, rechts und links von den ganz bekannten Namen waren.

00:08:39: und da haben wir dann.

00:08:40: Domäne Rapet zum Beispiel, die sie in den Piano Versche lässt, da hat der Bougogne Blanc, Bougogne Blanc oder der Bougogne Rouge, den haben wir in der Schweiz verkauft, dann irgendwie keine Ahnung, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für, für Sondern entweder mit der Domaine Le Flèvre oder La Fon.

00:09:12: Oder wie sie alle heißen, wir müssen jetzt kein Name-Tropping machen, aber einfach, dass man gesagt hat, ich trinke, ich kann mir leisten, eine Flasche Prämiergrüe von dem und dem zu trinken.

00:09:22: Nicht, weil ich ein Prämiergrüe aus dem Bugun trinken möchte, sondern eigentlich, weil ich ein Prämiergrüe aus dem Bugun von diesem Namen trinken möchte.

00:09:28: Und das ist natürlich schon schwieriger geworden.

00:09:30: Also die Weide haben schon eine gewisse Einzigartigkeit, finde ich.

00:09:32: Das möchte ich denen gar nicht abstreiten.

00:09:34: Und manchmal möchte man diese... Diese Handschrift, diesen Stil, diese Interpretation, diese einzelnen Appellation natürlich auch genießen.

00:09:41: Aber wofür ich die Landse brechen wollte, ist, dass Bugund teuer ist.

00:09:45: Also diese Generalisierung dabei oder diese Pauschalisierung.

00:09:50: Wenn man Bugund mag, einzigartiger Landstrichen dieser Weinwelt, ganz besonderes Klima, ganz eigene Interpretation, zweier oder beziehungsweise dreier Rebsorten.

00:10:00: Und es finden sich tolle Sachen, wo man sagen kann, das ist ein Bugunder und sowas finde ich nirgends in der Welt.

00:10:04: ... in dieser Art und dieser Stilistik und das teilweise für ein ... ... für ein relativ kleines Geld daher.

00:10:11: Also, aber ich bin ... ... ich bin abgeschwiffen.

00:10:13: Ja, aber ich fand du hast grad was super gesagt.

00:10:15: Du hast gesagt ... ... oder das hast du nur so ... ... bedingt gesagt.

00:10:19: Du hast gesagt, ... ... Pauschalisierung ist schwierig.

00:10:21: Und das ist doch aber generell so.

00:10:22: Ich habe mich in den letzten Jahren extrem viel ... ... nur als kleine Randnetiz mit ... ... mit, sag ich mal, ... ... ökologischem, nachhaltigen Weinbau ... ... beschäftigt, weil mich das wirklich interessiert, ... ... weil da, glaube ich, auch viel geredet wird.

00:10:34: Und auch da habe ich mich mit vielen Winzerinnen und Winzer unterhalten.

00:10:37: Vom sage ich mir sehr konventionellen Weinbau bis zum sehr biodynamisch getriebenen Weinbau.

00:10:43: Und auch da muss ich jetzt mittlerweile sagen, und ich habe natürlich nur einen kleinen Einblick in diese ganze Sache, ist eine Pauschalisierung immer verkehrt.

00:10:51: Ich finde

00:10:51: das Thema mega spannend.

00:10:53: Man wirft meistens mit Namen von irgendwelchen Verbänden um sich.

00:10:58: Kaum jemand hat wirklich in irgendeiner Art und Gefühl dafür, was ökologischer, was biologischer, was biodynamischer, was nachhaltiger Weimbau ist.

00:11:08: Interessant fand ich die Aussage von David Schwarzwälder, der sagte, wenn ein Winzer redet, sie sind alle sustainable.

00:11:17: Also es ist ja gesagt, ja keiner ist da nicht nachhaltig arbeiten, da machen sie es wirklich.

00:11:20: Und wo ist da die Grenze?

00:11:21: Was sind da deine Erfahrungen?

00:11:23: Also für dich ist so ein Thema, wo man Auch mal so ein bisschen die Tiefe gehen kann, also wo man über Nachhaltigkeit, über Ökologen, auch die Entwicklungen in der Branche reden kann.

00:11:34: Auf jeden Fall und wo glaube ich auch, wie du gesagt hast, noch relativ viel, sehr, sehr viel gefährliches Halbwissen ist und das nicht mal jetzt unbedingt bei uns in der Branche, sondern einfach generell.

00:11:45: Das ist natürlich auch einfach.

00:11:46: viele Labels gibt, viele Etiketten, viele Verbände, wie du gesagt hast.

00:11:51: Wie will man richtig durchsteigen?

00:11:54: Wo setzt man?

00:11:55: Wo hört man auf?

00:11:56: Was ist richtig?

00:11:57: Was ist falsch?

00:11:58: Ich glaube, generell ist richtig und falsch auch, sage ich mal, da eine relativ schwierige Aussage.

00:12:04: Ich denke, was mit Sicherheit der Fall ist, Wein ist eine Monokultur.

00:12:08: Das wissen wir.

00:12:09: Das ist eine relativ langlebige Monokultur.

00:12:14: Wein, so wie wir nutzen, ist in der Regel ein, wenn ich das sagen möchte, ein Luxusgut.

00:12:20: weil man es nicht unbedingt braucht, aber gerne benutzen darf.

00:12:24: Und da ist natürlich dann auch schon immer so ein bisschen die Gefahr, dass man sich irgendwo aufhängt oder wenn man sich mit Freunden unterhält und sagt, ja, sie kaufen keine Bio-Weine, weil sie keine Orange-Weine trinken wollen oder umgekehrt.

00:12:42: Und das ist ja nicht unbedingt eins, als ich meine, jedes Weingut-Kantenenzielle ein Orange-Wein machen.

00:12:49: ohne dass es auch nur ökologisch arbeitet und jedes Betrieb kann einen sauberen Wein machen, auch wenn er bio-dynamisch arbeitet oder noch tiefer da reingeht.

00:12:58: Also

00:12:58: grundsätzlich, glaube ich, kannst du es so runterbrechen, dass Orange, auch Natural, hat nichts mit irgendeiner Art von Bio-Zertifizierung oder sonstigen zu tun.

00:13:08: Also das würde ich auf alle Fälle von Vordereien ganz, ganz gravieren trennen.

00:13:11: Genau, das sehe ich genau so.

00:13:13: Das

00:13:13: eine ist ein Weinstil, eine Weininterpretation, also wenn du gerade von Orange sprichst.

00:13:17: Das ist eine Weinproduktion oder eine Art Wein herzustellen.

00:13:21: Das andere ist mehr oder weniger die Zertifizierung.

00:13:24: Ist ja auch Grundeinstellung.

00:13:26: Welche Art von Zertifizierung gibt es denn?

00:13:30: Also ich denke, wenn wir jetzt wirklich beim ökologischen Weinbau anfinden, ist wahrscheinlich die bekannteste Zertifizierung Euro-Bio oder Bio-Euro, die für mich eine.

00:13:43: Also auch da haben die Winzer glaube ich immer sehr sehr unterschiedliche Meinungen, aber ich finde zumindest mal es ist eine relativ nachvollziehbare Klassifizie oder eine Einordnung, weil halt für alle europäischen Ländern, die damit machen, die gleichen Regeln bestehen.

00:14:00: Jetzt sagt der eine oder andere Winzer, das ist politisch getrieben worden aus Italien oder Spanien, weil die natürlich mit dem ökologischen Weinbau sehr viel weniger Druck haben, weil sie weniger... Niederschlag haben und dadurch irgendwie auf Mittel verzichten können.

00:14:14: aber ich finde.

00:14:15: Ja irgendwo gibt es immer irgendwas was dem ein oder anderen wahrscheinlich nicht sehr sehr gut schmecken möchte.

00:14:20: ich finde es eine sehr sehr faire.

00:14:24: Objektive Zertifizierung.

00:14:27: Biodynamie gibt es verschiedene Verbände wo ich immer nicht so richtig weiß ob ein Verband für eine Kreislaufwirtschaft denkende Idee.

00:14:38: unbedingt das richtige ist.

00:14:40: Also grundsätzlich würde ich mal so unterscheiden, dass du auf der einen Seite Bio Zertifizierung hast.

00:14:44: Also wie du eben gesagt hast EU Bio, EU Bio Verordnung, Bio Land, Natur Land.

00:14:50: Bei euch in der Schweiz, also ich rechne dich dann mal historisch noch zur Schweiz, Bio Swiss oder eben auch dem mit der Bio gibt es als etwas entkräftete Bio Variante.

00:15:01: Und einige mehr, also da haben teilweise auch verschiedene Länder wie Kanada, Australien, ganz eigene Zertifizierung.

00:15:06: Und es gibt die biodynamischen Zertifizierung.

00:15:09: Also bekanntesten sind da wahrscheinlich Demeter, Biodyvern.

00:15:12: Biodynamic Federation und so weiter.

00:15:15: Und die unterscheiden sich ganz, ganz gravierend.

00:15:18: Als drittes würde ich, was vielleicht viele gar nicht kennen, sind die regenerativen Zertifizierungen.

00:15:24: Also du hast da Regenerative Organic Certification, EOY oder Kistow Ground, das ist auch relativ aktiv.

00:15:31: Und dann gibt es eine Zertifizierung in Richtung Nachhaltigkeit, die ich ganz wichtig finde, Zertifizierung in Richtung Lebensmittelsicherheit.

00:15:39: und Herkunft und Qualität bzw.

00:15:41: Social Standards, also wie Fairtrade, Fair for Life und so weiter.

00:15:45: Es gibt verschiedene Arten in Zertifizierung und ich würde dann nicht anfangen, wenn ich mich damit beschäftige oder wenn ich das versuche, irgendwie zu betrachten.

00:15:53: Alles in einen Topf zu werfen, sondern in welche Richtung geht es eigentlich?

00:15:56: In dem Betrieb bzw.

00:15:58: wo ist meine eigene Wertigkeit, wenn ich sage, ich möchte irgendwas in Richtung.

00:16:02: Bio kaufen.

00:16:03: Ist es wirklich bio oder ist es biodynamisch?

00:16:05: Auf

00:16:05: jeden Fall.

00:16:06: Also sagen wir, das hast du jetzt wahnsinnig gut aufgetröstelt in verschiedene Richtungen.

00:16:13: Ich denke gerade, wenn man sich jetzt den Unterschied zwischen ökologischem Weinbau.

00:16:17: und wenn wir jetzt im Wein mal bleiben und dem biodynamischen Weinbau zusätzlich noch zum nachhaltigen Weinbau anguckt, haben diese drei großen Topics glaube ich schon zum Teil auch eine sehr, sehr unterschiedliche Wahrnehmung von den einzelnen Sparpen.

00:16:36: Ich bin der Meinung, dass der ökologische und der biodynamische Weinbau noch sehr, sehr gut betrieben kann, ohne unbedingt über die Nachhaltigkeit nachzudenken.

00:16:46: Umgekehrt wird es irgendwie eher schwierig.

00:16:48: Also wenn ich mich sehr, sehr mit Nachhaltigkeit beschäftige, lande ich glaube automatisch bei Teilen des anderen.

00:16:58: Ich mir darüber Gedanken mache, ich habe mit dem Benny Lanz gesprochen, ein Winzer hier am Bodensee, der ausschließlich noch Pivirepsorten anbaut.

00:17:08: Und einfach gesagt hat, für ihn ist der nachhaltige Weinbau sehr, sehr wichtig.

00:17:12: Er möchte weniger mit dem Traktor fahren, er möchte weniger Bodenverdichtung haben.

00:17:16: Er sagt auch für ihn ist der in Anführungszeichen der beste Boden, natürlich der Boden, der niemals aufgemacht wird, gleich ist das jetzt im Weinbau.

00:17:23: oder generell natürlich auch ein bisschen Utopie, aber er hat den Weg gewählt mit den pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, um einfach seine Nachhaltigkeit ein bisschen in den Vordergrund zu stellen.

00:17:35: Er ist ökologisch zertifiziert, er ist nicht biodynamisch zertifiziert, arbeitet aber auch hier und sagt er nimmt sich, ja das hört sich so ein bisschen an wie so ein Würfelspiel, er nimmt sich aus allen Welten das Beste heraus, möchte aber eine Grundzertifizierung haben.

00:17:51: und ich finde, Das ist eigentlich ein guter Ansatz, dass man sagt ökologisch ist so ein bisschen.

00:17:56: eine biologische Zertifizierung ist unsere Grundlage.

00:18:00: Das gibt uns gewisse Regeln vor, die wir beachten sollten oder müssen.

00:18:06: Klar, wenn man zertifiziert ist, dann auch müssen und daraufhin können wir dann aufbauen und sagen, okay, was ist der nächste Schritt, was ist uns sehr, sehr wichtig?

00:18:14: ist uns die.

00:18:16: die eigene Herstellung von Präparaten sehr, sehr wichtig?

00:18:19: oder ist halt, sage ich mal, dieser Nachhaltigkeitsgedanke mit Ausgleichflächen wichtig, der Benni Lanz zum Beispiel macht noch knapp zwanzig Hektar Apfelwirtschaft dazu und nicht auch nur als Spalier, sondern auch als Streuobstwiesen, wo er dann einfach sagt, er schafft eine Ausgleichfläche zu seinem Weinbau, die er auch ökologisch betreibt.

00:18:41: Und hat dann dadurch sage ich mal auch durch den Dresdor den er durch den den Rest der Äpfel dir zur Apfelsaft machen lässt.

00:18:48: Dann ja auch wieder Sachen dir im als Kompost in und als Dünger dann in Anführungszeichen bei ihm Weinberg dann ausbringen kann.

00:18:57: Und das ist natürlich dann schon aber auch eine.

00:19:01: Vielleicht eine Glaubenzache an was man glaubt oder an was man für sich selber auch glaubt in welche Richtung man gehen möchte.

00:19:10: Ich finde diese Nachhaltigkeitsthematik wird oft noch herangezogen, um aber auch Entschuldigungen zu finden, um sich vielleicht auch nicht zertifizieren zu lassen, weil man dann sagt, wenn ich jetzt fünfzigmal mit dem Traktor durch den Weinberg fahren muss oder wenn ich Kupfer spritze oder wenn ich... Einzarten einbringen in den Weingarten mache ich den Boden auf.

00:19:34: das sind einjährige Einzarten macht es aber Sinn wenn die dann überhaupt nicht mehr das nächste aufgehen weil sie eigentlich hier nicht heimisch sind.

00:19:40: das sind mit Sicherheit Sachen die man gern denken darf.

00:19:44: Aber tendenziell glaube ich dass natürlich dieser.

00:19:47: Die Entschuldigung etwas nicht zu tun nur weil man sagt im Moment gibt es vielleicht noch keine adäquate Lösung.

00:19:54: ist für mich nicht die richtige Lösung, weil wenn man dann zum Beispiel im Weingut Zattlerhof spricht und die hört, wie die mit einer Region mit sehr, sehr steilen Weinberg mit sehr viel Niederschlag trotzdem den biodynamischen Weinbau hinbekommen und selber sagen, der Lerneffekt in den letzten fünf, sechs Jahren war.

00:20:11: In den ersten Jahren sind sie halt bei jedem auch nur annähernden Pilzdruck mit dem Traktor durch den Weinberg gefahren, hatten irgendwann mit Sicherheit mal viel zu viele Überfahrungen.

00:20:22: in den Weinbergen und haben sich dann überlegt, wie kann man das verändern?

00:20:26: Haben viele Sachen ausprobiert und haben jetzt leichte Raupen sich angeschafft, die Hundertfünfzig Kilo wiegen, die den Weinberg sicherlich nicht mehr oder nicht weniger verdichten, als wenn da jetzt ein Pferd durchlaufen würde oder der Mensch und die halt auch noch elektrisch betrieben werden.

00:20:44: Also das finde ich zum Beispiel.

00:20:46: dieser Gedanke gefällt mir sehr, sehr gut, weil ich denke, da hat sich irgendjemand Aufgrund einer Zertifizierung Gedanken gemacht, wie kann man diese Zertifizierung weiterleben.

00:20:56: Wie kann man diese Zertifizierung nutzen, um einen Nutzen daraus zu ziehen und nicht nur als Vermarktungstool und ich glaube das ist in der heutigen Welt schon auch noch ein bisschen ein Problem, dass man.

00:21:09: Biologische Siegel oder biodynamische Siegel auch als Vermarktungstool sieht.

00:21:15: Das sind mir glaube ich zum Teil in der, nennen wir es mal anderen Landwirtschaft.

00:21:20: schon ein bisschen weiter, dass ein Viehbetrieb oder ein Kartoffelbauer, wenn er ökologisch arbeitet, das nicht mehr unbedingt macht, weil er dafür mehr Geld kriegt, sondern oft sogar weniger, weil es nicht richtig gut verkauft wird, sondern weil er es macht, weil er daran glaubt oder weil er der Natur was zurückgeben will und nicht glaubt.

00:21:40: Das ist ein Weg der mir, wenn ich, wenn ich mit Winseren oder Winsern spreche, eigentlich toll gefällt, wenn sie mir sowas erzählen, weil das ist ja ein Mysterium.

00:21:48: Wir haben keine Ahnung über diese Zertifizierung.

00:21:50: Klar, können wir uns reinlesen.

00:21:52: Wir wissen aber auch nicht, was es bedeutet, was es im Zyklus bedeutet.

00:21:55: Dafür sind wir, glaube ich, zu wenig drin.

00:21:58: Aber wenn dann ein Winzer mir erzählt, das und das und das, oder eine Winzerin hat mir zu schaffen gemacht, darüber habe ich mir Gedanken gemacht.

00:22:04: Wir hatten im Jahr zwölfundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:22:13: Und das war für uns nicht der Weg, weil das ist dann auch nicht mehr ökologisch oder nachhaltig.

00:22:17: Und jetzt machen wir uns darüber Gedanken, das finde ich eigentlich.

00:22:21: Das fasziniert mich am meisten, weil ich dann merke, die Menschen machen sich nicht nur Gedanken darüber, wie man jetzt ein Label finden kann oder einem Label gerecht werden kann, dass irgendwelche Grundsätze festlegt, sondern sie denken darüber hinaus und sagen, okay, für uns ist der die Zertifizierung der erste Schritt zu einer Richtung, die vielleicht unsere Großväter oder die Urgroßväter schon harten, weil sie halt ohne Mineraldünger und ohne Pestizid und Herbizide gucken mussten, dass die Landwirtschaft funktioniert.

00:22:54: Du hast ganz, ganz viele wichtige Sachen gesagt, wie zum Beispiel den Boden aufmachen, was in der Boden aufmachen.

00:23:00: Ja, okay.

00:23:01: Also schlussendlich fahren, da ist dann halt wieder dieses, dieses Glyphosatthema, man kann im Endeffekt den Unterstock abspritzen und dadurch tötet man das.

00:23:11: Unkraut ab, dass da im Endeffekt den Boden Nährstoffe entnimmt und die Rebe oben drüber hat die Chance, die Nährstoffe direkt unterhalb des Bodens zu bekommen.

00:23:20: Und natürlich der Wuchs auch ein bisschen eingepremst, sodass vielleicht nicht irgendwelche Beschattungen oder so weiter entstehen.

00:23:26: Oder man kann das halt machen, indem man den Boden mit einem Maschinell öffnet, sodass praktisch unter dem Stock das Erdreich frei liegt.

00:23:38: Und in dem Moment natürlich dann das was da drauf wachsen würde erstmal in seinem Wachstum.

00:23:44: Gehemmt wird oder sogar komplett unterbrochen wird so dass man dann im Endeffekt halt einfach die die der Rebe das gibt was man vorher sonst vielleicht mit der Chemie gemacht hätte.

00:23:55: Und dadurch man ja aber auch zum Beispiel den Boden bewegt und vielleicht dann sagt die die Lebewesen die im Boden drin leben ob das jetzt Regenwürmer sind oder.

00:24:07: Käfer oder Larven natürlich auch tendenziell beeinflusst in ihrem Wachstum oder oder Tendenz vielleicht sogar auch nicht weiter leben lässt und dadurch dann auch wieder das negative einen negativen Punkt in dieser ganzen Geschichte hervorzieht und sagt okay alles klar zwar haben wir den Boden maschinell bearbeitet aber wir haben natürlich sehr sehr viel Unruhe in das Erdreich gebracht Dadurch, dass wir den bewegt haben.

00:24:37: Ich

00:24:38: finde so eine der einfachsten Dinge, um das selber zu verstehen, dass in auch verschiedene oder etliche Pilzvarianten unterhalb der Erde die Reben miteinander verbinden, die miteinander kommunizieren und so weiter.

00:24:50: Also man kann das ganz, ganz weit spielen.

00:24:52: Das finde ich total spannend.

00:24:53: Wenn ich durch den Wald gehe und ich sehe, dass dort zum Beispiel ein Zaun gespannt ist und der mit einmal verschiedene... Wege von dort lebenden Tieren einfach komplett unterbricht und deren Leben eigentlich in dem Sinne komplett durcheinander bricht, weil die halt andere Wege finden müssen, ist das so ein kleines visuelles Tool, um sich das vorzustellen.

00:25:11: Nicht anderes beginnt dann letztlich, wenn man die Boden aufmacht in irgendeiner Form, dass man Sachen durcheinander bringt, die natürlich anders agieren würden.

00:25:20: Und das fand ich eigentlich war nur so ein kleines Element, dass wir, weil wir halt in der Branche sind, weil wir in dem Thema drin sind, oft viel zu nördig reden und damit am Konsumenten, an dem der es verstehen soll, komplett vorbeireden und das große Ganze eigentlich nicht transportieren.

00:25:36: Deswegen fand ich den Gedanken vielleicht ganz gut, es wirklich herunterzubrechen.

00:25:40: Also es gibt auf der einen Seite Bier und es gibt Biodynamisch.

00:25:44: Ja, als zwei grundlegende Sache.

00:25:46: Ja, genau, also der Nikolo.

00:25:48: Was ist der Unterschied?

00:25:48: Also,

00:25:50: also sagen wir mal, Biodynamie ist ja, sage ich mal, kommt entstanden durch diese Rudolfsteiner.

00:25:57: Leere die mit Sicherheit aber natürlich irgendwie vor hundert über hundert Jahren auf jeden Fall hundertzwanzig jahren.

00:26:04: Natürlich

00:26:05: zwanziger Jahre also von dem her zwanziger Jahre als vor hundert Jahren.

00:26:10: Mit sich mit nicht unbedingt den Problem von heute beschäftigt hat sondern mit sehr viel beschäftigt hat.

00:26:17: und ich glaube das was man daraus rausziehen kann ist dieses dieses ominöse wortkreislaufwirtschaft.

00:26:23: Dass man einfach sagt, man man man schließt den Kreislauf, was früher mit Sicherheit auf auf Höfen mit Mischkultur gang und gäbe war.

00:26:31: Man hat Viecher gehabt, die haben das Gras auf der auf der Weide gefressen.

00:26:36: Die haben dann tendenziell ihre Ausscheidungen gemacht.

00:26:38: Diese Ausscheidungen konnte man aufnehmen und daraus einen Dünger machen, Gülle.

00:26:43: Also das kennen wir ja von mit Sicherheit alle noch von der Kindheit, wenn man dann irgendwo durchgefahren ist.

00:26:48: Und es hat halt zu gewissen Jahreszeiten dann doch ein bisschen streng gerochen.

00:26:52: oder vielleicht auch nach Heimat, das kann man immer so sagen, je man möchte, ich bin auf dem Land aufgewachsen, da war das dann für mich schon immer so ein bisschen.

00:26:58: auch diesen Geruch, der verbindet man dann immer irgendwie mit zu Hause.

00:27:03: Und daraus hat man dann, wie gesagt, diesen Kreislauf in Anführungszeichen geschlossen, man hat das Tier genommen, man hat das Tier gehabt, man hat mit dem Tier Milch produziert, man hat die Milch getrunken und irgendwann hat man das Tier auch geschlachtet, um es zu essen, weil es halt auch da wieder dieser Kreislauf, in den der Mensch sich eingebracht hat durch die... ...domestizierte Landwirtschaft.

00:27:27: Ich weiß nicht, ich finde kein besseres Wort.

00:27:29: Domestiziert ist nicht richtig.

00:27:31: Wortsicherlich, aber das ist mir natürlich uns da.

00:27:33: Doch

00:27:33: eigentlich

00:27:34: ja.

00:27:34: Wir haben das entschieden.

00:27:36: Also du machst ja in dem Sinne die Tiere, die sonst frei leben, irgendwie heimisch.

00:27:41: Also du gibst ihnen einen Ort aufgedrungen, aufgezwungen, doch kann man damit eigentlich auch.

00:27:46: Letztlich kann man es runterbrechen.

00:27:48: Es ist das ganzheitliche.

00:27:49: Wirklich.

00:27:51: Und das wäre so, also das für mich war immer ein ganz wichtiger Verständnispunkt, dass man sagt, Biodynamie greift sowohl in den Weinberg als auch in den Keller ein.

00:28:01: Wobei da wieder eingreifen vielleicht der falsche Begriff ist, sondern begleitet er, dass vielleicht die schönere Formulierung begleitet den Weinberg und den Keller und Bio bezieht sich eigentlich hauptsächlich, nicht ausschließlich, aber hauptsächlich auf den Weinberg.

00:28:14: Könnte man das so sehen?

00:28:15: Ja.

00:28:16: Ja, allein ja schon.

00:28:18: deswegen, das glaube ich ja auch bei den, sag ich mal, biodynamischen Zertifizierungen ja auch vorgegeben wird, dass du tendenziell irgendwann dann mal alles spontan vergehen solltest.

00:28:31: Da gibt es natürlich dann auch für die Übergangszeiten und so gibt es ja Lösungen und da darfst du dann auch zum Teil mit Hefen arbeiten.

00:28:38: Aber Demeter gibt ja ganz klar vor, dass Ich glaub, ich weiß nicht, ich möchte mich nicht aus dem Fenster legen, da kann ich nur was Falsches sagen.

00:28:46: Aber irgendwann sagen die ja ganz klar, gewünscht ist von Anfang an, dass alles spontan vergoren wird und man hat irgendwie so eine Übergangsfrist, wo man sagen kann, solange der Keller noch nicht so aktiv ist, wie es sein soll, darf man irgendwelche zertifizierten Häfen einsetzen.

00:29:01: Also

00:29:01: ist ganzheitlich wieder, also dass man hin zur Natürlichkeit geht und versucht, diese Natürlichkeit zu verlegen, das mit einer gewissen Toleranz... Also ich

00:29:07: finde halt einfach, dass auch da... hab ich wie gesagt der benny lans hat da wirklich was tolles gesagt.

00:29:14: bio arbeiten sehr sehr viele menschen einfach auch nur mein vermarktungstool zu schaffen.

00:29:19: Biodynamisch ist so viel arbeit das ist nicht mehr unbedingt ein wirklich tolles vermarktungstool.

00:29:23: ist

00:29:24: es das wirklich in dem sinn als ist natürlich ein erhöhter aufwand in jeglicher errichtung wenn du es rein kostenmäßig runter brichst?

00:29:33: hast du mal geschaut was das kostet?

00:29:34: was ist an mehr aufwand und an mehr kosten vielleicht im ganzen oder pro flasche ist wenn du.

00:29:40: Diese Entscheidung trifft das Ganze biologisch oder biodynamisch zu bespielen?

00:29:49: Also so tendenziell nicht.

00:29:50: Ich habe mit einem Winzer aus dem Reingammer gesprochen und als er mir erzählt hat, hat er von konventionellen auf ökologischen Wein bei umgestellt, hat er in den ersten Jahren ungefähr dreißig Prozent Ertrag verloren.

00:30:03: Das ist natürlich dann schon, wenn man das hochrechnet, auf eine Flasche Wein für für zwanzig Euro ist es natürlich irgendwas.

00:30:09: Aber rein von den Kosten, also wenn du deine Arbeitskraft, wenn du den Aufwand der Kontrolle, der Dokumentation, die Ordet sind, Zertifizierungsgebühren, die Kontrollfahrten, die Beratung, die du in Anspruch nimmst und geben musst, ja, dann die Dokumentation, wenn du das alles reinrechnest, rein die Kosten, die dir zusätzlich entstehen.

00:30:31: Da habe ich ehrlich gesagt leider oder vielleicht auch Gott sei Dank gar keinen Einblick, die Winzer, die biodynamisch gearbeitet haben, sagt, was natürlich ist, du musst dich viel, viel mehr mit deinem Weinberg auseinandersetzen und mit der Natur.

00:30:45: Also jeder biodynamisch oder wahrscheinlich schon ökologisch arbeitet, eine Winze ist auch ein halber Wetterfrusch.

00:30:50: Man muss dann halt einfach wissen, wie sich das Wetter tendenziell entwickeln könnte und entwickeln kann.

00:30:55: Du bist mit Sicherheit auch zu Fuß viel mehr im Weinberg unterwegs, um zu sehen, wie geht es den Blättern, wie geht es der Blüte, wie geht es dem Austrieb, wie geht es dann irgendwann auch natürlich der Frucht.

00:31:22: Im Gespräch mit Tobias habe ich erst gemerkt, in was für einem großartigen Unternehmen er arbeitet.

00:31:28: Also wie weit hier gedacht wird und dass Gastronomie, Gastgeben und Mitarbeiter Kultur komplett neu definiert gelebt werden.

00:31:36: Und nicht selten hatte ich in dem Gespräch mit Tobias und wie er darüber berichtete, auch mit welcher Leidenschaft er darüber berichtete,

00:31:43: gänselt.

00:31:44: Warum?

00:31:45: Also es begann damit, dass man im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.

00:32:12: Klar steht der Gartenfokus in die umgebende Landschaft, ist sehr großartig.

00:32:15: Aber zugleich besinnt man sich auf die Besonderheiten, auf die Einfachheit des Ortes.

00:32:21: Das CO-Table findet sich im mitten eines Naturschutzgebietes und genau das möchte man aufnehmen und spiegeln und klar, ich weiß, so was klingt wie Marketingsprech.

00:32:30: Aber dass es hier bis ins Letzte gelebt wird, dafür sprechen zum Beispiel eigene Bienenstöcke, eigene Apfelwiesen, aus denen eine eigene Apfelsaft erzeugt wird, dass man den Essig selber macht.

00:32:41: Dass man im gesamten Haus eben kein Olivenöl aus Italien oder Spanien präsentiert, sondern hochwertiges Rapsöl.

00:32:50: Dass Zitronen und Orangen aus der Region verwendet werden.

00:32:53: Dass Humus zum Beispiel nicht aus Kichererbsen, sondern aus Linsen erzeugt wird.

00:32:59: Dass man zum Frühstück eben kein völlig unnötiges riesiges Befehl aufbaut, von dem man als Gast neunundneinzig Prozent der Dinge, die dort liegen, ohnehin nicht braucht.

00:33:09: sondern dass man das Frühstück nicht nur aus ökologischen, sondern auch als persönlichen Gründen serviert.

00:33:15: Und gerade dieser persönliche Kontakt ist ja das, was wir in einer Gastronomie.

00:33:20: Wir sind Gäste, wir wollen Menschen erleben, was man dort erleben kann.

00:33:24: Und wichtig ist in diesem gesamten Haus, dass man mindestens zwei bis drei, also mindestens zwei bis drei Mal einen Servicekontakt hat.

00:33:33: Und da ist das Frühstück nur eine ganz kleine Stellschraube in diesem gesamten Uhrwerk.

00:33:38: Und wer wir gerade bei den Menschen sind, ja, auch bei den Mitarbeitern wird weiter gedacht.

00:33:41: Es gibt keinen Teildienst.

00:33:42: Die Mitarbeiter werden gut entlohnt, was für uns als Gäste für das Gewissen einfach außergewöhnlich gut ist.

00:33:47: Und es wird auf eine diverse Mitarbeiterkultur geachtet.

00:33:51: Und sowas ist genial fürs Team, als wenn du Kollegen aus Vietnam, aus Italien, aus Spanien, aus Frankreich, aus der Schweiz, aus Österreich hast.

00:33:59: Wie toll!

00:34:00: ist das für die tägliche Arbeitskultur, fürs Bewusstsein für andere Menschen, andere Kulturen?

00:34:06: Und wenn es nicht aus der Not heraus, dass man eben keine Mitarbeiter findet, erlebt wird, sondern eine bewusste Entscheidung des Unternehmens ist, bereichert das die Unternehmenskultur so dermaßen.

00:34:17: und nebenher hat man in achtzig Prozent der Fälle die Möglichkeit, den Gast in seiner Landessprache zu begrüßen.

00:34:24: Wie großartig ist das denn?

00:34:27: Und es wird weiter gedacht, es wurden keine tropischen, es wurden nur regionale Hölzer verwendet.

00:34:32: Ein Schwimmbad ist ohne Frage ökologischer Wahnsinn.

00:34:35: Gerade wenn man das schönste Schwimmbad eigentlich vor der eigenen Tür hat, also kein Schwimmbad im Seegut Zeppelin, keine Klimaanlage, keine Menibar.

00:34:44: Es bringt nichts, wenn ich mir auf der einen Seite einen grünen Stern wünsche und auf der anderen Seite grundlos und völlig unüberlegt Ressourcen verballere.

00:34:51: Und das sind nur zehn der über zweihundert einzelnen Punkte, die genau dieses Haus so besonders und so außergewöhnlich zu nachhaltig machen.

00:35:00: Und ich glaube sowas spürt man auch, wenn man am Fuße des Bodensees steht.

00:35:04: Und man, im Seegut Zeppelin, für einen Moment das Gefühl hat, man ist im Jahr neunzehntsieben als Gustav Gminder, der charismatisch textilteikun aus Reutling genug vom Fabrikalltag hatte.

00:35:15: sich mit vier Hektar Pure Magie ein Traumgrundstück direkt am Bodensee schnappte und zusammen mit Stararchitek Theodor Fischer, dem Meister des Jugendstils, eine Villa mit prächtigem Walmdach, neogotischem Gewölbe und einer sonnigen See-Terrasse mit Blick bis zu den Schweizer Bergen, also puren Glamour-Eschuf.

00:35:38: Die Villa Gminder wurde zum Hotspot der Bell Epoch, ja sogar Graf Zeppelin, hinself vergast.

00:35:44: Denn schließlich lieferte Kmin der Stoffe für seine legendären Luftschiffe.

00:35:50: Doch das Leben drehte sich.

00:35:51: In dem Jahr neunzehnundzwanzig schenkte Gustav das Anwesen aus Dankbarkeit, denn seine Mutter wurde vom Diakonissen-Schwestern gepflegt an den evangelischen Orden in Stuttgart.

00:36:03: Aus dem Privatparadies wurde eine Erholungsheim.

00:36:06: In den folgenden Jahrzehnten gab es ein Auf und Ab.

00:36:09: Endlich übernimmt die Zeppelin GmbH die Erben der Luftschiff-Legende dieses Juwel.

00:36:16: Ihre Vision erhalten erneuern öffnen.

00:36:19: Die alten Nebenbauenden verschwinden, die Villa wird liebevoll restauriert und um sie herum entstehen vier moderne Paveaus.

00:36:27: Dunkle Holzfassaden, begrünte Dächer, asemütrische nachhaltige Architektur, die sich dem See zuwendet ohne ihn zu dominieren.

00:36:36: Die Kraft der Zurückhaltung im Seegut Zeppelin nennen es die Plane.

00:36:40: Im Mai, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, Ein Ort, in dem die Menschen verstanden werden, als ein Teil der Natur.

00:37:10: Und großartige Fachmenschen wie Philipp Hight oder Tobias Hess ihre Erfahrungen nutzen, damit man sofort nach dem Einchecken ankommt.

00:37:18: In der Natur.

00:37:20: Im Restaurant Pinos, im Seegut Zeppelin, in Friedrichshafen für Spach.

00:37:34: Ist doch aber jeder, der sich selber mit seinem Körper beschäftigt, doch auch, oder?

00:37:37: Wenn ich jetzt nicht einen Vomons bis abends aspirin einwärfe oder wollte reden oder was auch immer.

00:37:43: Und versuche mein Körper nachhaltig zu begleiten, also durchs Jahr und durch die verschiedenen Krankheitssituationen zu begleiten, muss ich mich mit dem ja auch beschäftigen oder muss rausgucken und gucken, was beim Wetter ist, wie ziehe ich mich an und darauf eingehen.

00:37:57: Also das finde ich gar nicht so ungewöhnlich.

00:37:59: Ich fand das mit den Zahlen eigentlich ganz gut.

00:38:00: Also wenn du jetzt einen fünf Hektar Betrieb nimmst.

00:38:02: Was ja eine gute Durchschnittsgröße gerade in Deutschland ist, wenn wir diese handwerklichen Betriebe nehmen, also eine Produktion von je nachdem, welche Apfelmengen die haben, dreißig bis sechzigtausend Flaschen, sind es bei einer relativ einfachen Bespielung, bist du bei dreinzwanzig Cent pro Flasche, die du mehr einkalkulieren musst, also es sind dann so um die siebentausend neunneinhalb Euro ungefähr.

00:38:28: Und wenn du es mehr oder weniger routiniert und nicht ganz so aufwendig bespielt, also es kommt ja immer auf die Zertifizierungsform an, bist du bei acht Cent pro Flasche, also zwischen acht und, sagen wir mal, dreißig Cent pro Flasche musst du drauf rechnen, um eben diesen Aufwand in irgendeiner Form umzulegen.

00:38:49: Was eigentlich nicht so viel ist.

00:38:50: Wenn du jetzt wirklich diese zwanzig Euro Flasche...

00:38:52: Wollte ich auch gerade sagen, ich habe das kurz überlegt, ja genau, aber für mich ist es eigentlich... Ein sehr geringer Betrag, wenn man sich überlegt, was alles andere an einer Flasche Wein kostet.

00:39:04: Ob das der Verschluss ist, die Etiketten, die Flasche selber natürlich, die Verpackung.

00:39:12: Also das dürfte eigentlich kein Grund sein, um es nicht zu machen, würde ich jetzt mal behaufen.

00:39:17: Und du hast, und das finde ich eben ganz, ganz wichtig, du hast eben dieses, das soll nicht das Wichtigste sein, aber es ist wichtig, dieses Marketing zu tun.

00:39:23: Genau.

00:39:24: Und auch wenn... Der eine oder andere Winzer, das vielleicht kritisiert, ist es trotz allem etwas, was dieses Gesamtbewusstsein, diese Sensibilität um Wein einfach ein wenig fördert.

00:39:33: Dass man sagt, es ist eben nicht ein Kunstprodukt, sondern es ist etwas, was aus der Natur heraus entsteht.

00:39:38: Was wir einfach nur begleiten, was wir veredeln, wo wir was was besonders draus machen.

00:39:43: Aber Ursprung, ähnlich bei Schokolade, ist Natur oder wie bei Kaffee.

00:39:46: Also wir konsumieren es wie ein Industrieprodukt, oftmals.

00:39:50: Sprich Kaffee jetzt ein Wein?

00:39:52: ja meistens nicht, aber eigentlich ist es etwas ursprünglich natürliches und ich bekomme einen ganz anderen Zugang dazu, wenn ich es in dieser Natürlichkeit betrachte, sowohl als Konsument als eben auch als Produzent.

00:40:03: Und ich finde jetzt zum Beispiel, man kann da von vorne bis hinten ganz, ganz intensiv diskutieren, also auch was du von Benni erzählt hast.

00:40:10: Er sagt, er sucht sich das.

00:40:12: Beste aus allen verschiedenen Ebenen heraus.

00:40:15: Das kann man so oder so sehen.

00:40:16: Also nehme ich mir nur die schönen Sachen und das schlechte irgendwie nicht was anstrengend ist, was ich heimunterstellen möchte.

00:40:22: Aber so klingt das eben auf der einen Seite oder versuche ich eben mein eigenes Bild zu idealisieren.

00:40:27: Ich glaube wichtig ist, dass man darüber redet und dass man versucht, damit eben auch diese Dynamik, die ja durchaus seit zehn Jahren in der branche vertreten ist einfach mit voranzutreiben.

00:40:40: der große schritt nach vorne ist der schritt zurück zurück zur natürlichkeit zurück zur natur.

00:40:46: wir das einfach oder die winzer das fliegen müssen wir das einfach unterstützen müssen.

00:40:49: wie weit gehst du da in wenn du sagst ich möchte das total unterstützen.

00:40:54: Wie weit geht eine frage weit unterstützt du das?

00:40:56: geht das bis hin zum druckfarbe für die etiketten.

00:41:00: Katonagen, die Logistik, das Klebematerial für die Etiketten, die Kapseln.

00:41:05: Also ist sowas für dich wichtig?

00:41:06: oder sagst du, das ist der Winzer-Ding und wenn die sagen, die wollen ja so nördig, da in die Tiefe gehen sollen sie machen.

00:41:13: Oder ist sowas für dich auch ein schönes Kommunikationstour, wenn du am Tisch stehst, die ein Wein empfiehlt und sagst und übrigens komplett vegane Etiketten.

00:41:23: Ja,

00:41:23: also ganz gern würde ich da noch, also das mit dem Benny Lanz, der sucht sich da eher das Beste.

00:41:29: Beste raus und nicht das einfachste, also nicht, dass wir uns da nicht, dass der Benni mir morgen den Kopf abreißt.

00:41:34: Ich hab das ja gesagt, von dem er kann an mir den Kopf abreißen.

00:41:36: Ich wollte nur sagen, wenn du das genauso kommunizierst, ist immer dieses zweischneidige Schwert.

00:41:40: Also, so wie ein Winzer eben auch sagt, ich lass mich nicht zertifizieren, weil ich total quatsch finde, dass mein Kuhmiss, keine Ahnung, übertrieben aus Südwestchiele kommt, nur weil der zertifiziert ist, ich hab aber den Kuhmiss von dem an, die ich nehmen kann, von meinem Nachbarn, wo ich einfach nur rüber laufe und zwar einmal Kuhmiss nehmen kann, um meinen Weinberg zu dünnen.

00:41:59: Irgendwo brauchst du dir Regeln.

00:42:00: Und wenn du dich aus diesen Regeln rausnimmst und sagst, ich baue mir meine eigene Welt, ist es manchmal schwierig.

00:42:05: Daher bin ich so aus diesem Baukasten und ich suche mir das Beste heraus und unterstütze dabei nicht das Gesamtsystem.

00:42:12: Bin ich immer so ein bisschen kritisch.

00:42:13: Es ist einleuchten und jeder, der im Januar im Weinberg steht, der hat genügend Zeit, beim Rebschnitt, um sich Gedanken zu irgendwas zu machen.

00:42:24: Es gibt kein richtiger und kein falscher, aber ich finde man sollte den richtigen irgendwo haben.

00:42:28: und daher finde ich zertifizierung großen und ganzen.

00:42:31: Eigentlich gut.

00:42:33: Hervorragend, ja.

00:42:34: Also ich wollte bei Benni auch nichts Böses tun, sorry Benni.

00:42:37: Und ich wollte auch dir da nicht reinkretchen.

00:42:40: Es hat einfach auch nur, dass man irgendwie eine Meinung haben sollte und diese Meinung nach vorne treiben sollte.

00:42:47: Genau, auf jeden Fall.

00:42:47: Und er ist ja auch zertifiziert, also er macht daher wirklich schon sehr, sehr viel.

00:42:51: Um auf deine Frage zurückzukommen, mir ist das wichtig.

00:42:55: Auch sehr wichtig, glaube ich, aus der Zeit im Weinhandel, da habe ich das gelernt.

00:43:00: Wie viel Geld, wie viel Zeit, ja Zeit ist es falsch, wie viel Geld und wie viel Ressourcen man sparen kann, indem man auch, sage ich mal, drum herum drauf achtet, Flaschengewicht.

00:43:10: Ich meine, ich kenne da irgendwie Zahlen, das irgendwie der komplette CO-Zwei-Haushalt.

00:43:15: ... einer Jahresproduktion eines Winzers ungefähr auf... ... dreißig bis vierzig Prozent fast auf die Flasche zurückzuführen ist.

00:43:21: Wie viele

00:43:22: Flasche macht es?

00:43:22: Siebzig Prozent.

00:43:23: Er zieht zwei Fußabdruck aus.

00:43:26: Das macht es nicht noch besser.

00:43:28: Ähm, Kartenaschen, warum müssen die bedruckt sein?

00:43:32: Ähm, warum müssen die... Ja, warum müssen Kartenasche farbig sein?

00:43:38: Warum kann man die nicht irgendwie... Also, dadurch wird ja der Wein nicht wertiger.

00:43:42: Ähm, und das glaube ich auch bei Flaschen.

00:43:43: Ich meine, die... Ich finde, das... Bordeaux war lange Zeit eine eine tolle Geschichte, wo die hochwertigsten Weine mit hochwertigsten Weinen in relativ einfachen Flaschen gefüllt worden sind.

00:43:57: Und andere Regionen dann irgendwie das nicht gemacht haben.

00:44:00: Wir haben ein ganz junges Weingut in der Schweiz, die am Bieler See zwei Hektar Rehbauer machen.

00:44:07: Ganz ganz toll arbeiten unglaublich nachhaltig und haben dann aber diese diese romane Kontiflasche genommen, um ihre Weine reinzufüllen.

00:44:15: Und ich dann auch gefragt habe, Warum macht ihr das?

00:44:17: Und sie zu mir sagen, weil es wertig ist.

00:44:21: Und dann habe ich gesagt, aber das finde ich gar nicht.

00:44:24: Weil nur weil eure Flasche über einem Kilo wiegt, ist ja der Inhalt nicht besser oder schlechter.

00:44:30: Also und ihr seid ein junger Betrieb und ihr habt die Chance ja diese diese, sage ich mal, Konventionen zu durchbrechen.

00:44:38: Und wir wissen alle, dass die schwersten Flaschen mittlerweile wahrscheinlich aus eher niedrig preis Regionen kommen.

00:44:47: Mit weinen die halt sage ich mal im leha vielleicht auch einfach super aussehen sollen.

00:44:52: Ohne dass wir jetzt da den das das wertigste Produkt drin haben.

00:44:56: Und auch diese ganzen Gedanken über du hast jetzt gesagt mit veganen etikett.

00:45:01: Da muss ich jetzt sagen habe ich noch nicht mal drüber nachgedacht.

00:45:04: aber klar ist natürlich auch das sensationell.

00:45:06: oder generell muss ein etikett farbig sein oder kann ein etikett auch sein.

00:45:10: auf einem nachhaltig erzeugten Papier gedruckt sein, welchen Klebstoff verwendet man, wie werden die Korken produziert, braucht es Korken für jeder Mann, jede Flasche, nicht jeder Mann, das ist das falsche Wort, welche Verschlüsse könnten vielleicht sinnvoller sein.

00:45:28: Ich finde diesen Ansatz aus hauptsächlich auch Australien und Neuseeland mit diesem Back-in-Box-Wein eigentlich eine sensationelle Idee.

00:45:36: War genau gerade mein Gedanke, als du genau das erwähnt hast, dachte ich, Hey, wir sollten über Beckenbox reden.

00:45:41: Ist eigentlich ein so unfassbar tolles Thema.

00:45:45: Braucht man wirklich eine Flasche oder ist Beckenbox für ein Alltagswein, den man im Kühlschrank stehen hat, wo man sagt, okay, ich kann kühlen, ich kann ab meine drei oder meine fünf Liter.

00:45:53: Habe ich dort vor allen Dingen, der Kram bleibt dann

00:45:57: frisch.

00:45:58: Drei bis sieben Wochen frisch, weil der Backbox immer kleiner wird.

00:46:02: Klar ist so was nicht zum Lagern der Weine geeignet und nach zwei Jahren lösen sich aufgrund des Alkohols, aufgrund der Säuren auch verschiedene Sachen aus der Tüte heraus.

00:46:13: Aber... Achtneunzig Prozent aller Weine werden innerhalb der ersten zehn Monate nach der Produktion getrunken.

00:46:19: Also es sind natürlich die Billigweine.

00:46:20: Aber warum nicht Backbox für Billigweine?

00:46:23: oder für einfache oder für Gutsfeine.

00:46:25: Ich finde es so schade, dass das überhaupt keine Akzeptanz in Deutschland findet.

00:46:30: Und auch viele Winzer sich da nicht hinbewegen.

00:46:33: Skandinavien überhaupt kein Thema.

00:46:35: Also viele deutsche Winzer produzieren auch Back-in-Box für Skandinavien.

00:46:40: Aber du kriegst sie in Deutschland nicht zu kaufen, das finde ich teilweise katastrophal.

00:46:43: Ich glaube, in der Schweiz noch schlimmer, oder?

00:46:45: Hast du jemals ein Back-in-Box in der Schweiz gesehen?

00:46:48: Nein,

00:46:49: nein, nein.

00:46:50: Aber in der Schweiz kann man nach wie vor eine Flasche Rotwein nicht verkaufen, wenn es einen Schraubverschluss hat.

00:46:54: Also da sind wir dann auch noch ein bisschen weiter, weiter weg von der ganzen Geschichte.

00:46:58: Aber ich würde, du hast gerade gesagt, das sind die Einstiegsweine oder die günstigen Weine.

00:47:02: Ich sage dir, ich sehe wir hier am Bodensee mit diese relativ kleinen Rebfläche und jeden Restaurant des Bodenseeweines im offenen Ausschank haben muss, weil das der Gast zu Recht auch erwartet.

00:47:15: Wäre ich froh, wenn mir die namhaften Betriebe, ob das jetzt, wer auch immer keinen Namen nennt, sagen würde, hey mein Müller Togger, mein einfacher grauen Weißburg-Gunde, kann ich dir verkaufen in einem Back & Box-System mit fünf oder sogar zehn Litern, weil diese Flasche kommt bei uns oder bei den meisten Betrieben eh nicht an den Tisch.

00:47:34: Und ob ich jetzt mal viertele, das halt hier immer noch gern gesehen ist, in die Karaffe reinschenke aus einer Flasche oder aus einem Back & Box-System.

00:47:44: spielt ja erst mal keine Rolle oder im Umkehrschluss.

00:47:48: Ganz ehrlich macht es den Mitarbeiter ja auch einfacher, weil wenn der.

00:47:53: Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter dann Schwierigkeiten hat mit einem Korkenzieher umzusuchen, löst sich das Problem.

00:47:59: und wir haben diesen Waste nicht mehr, dass wir halt nur maximal drei Viertel aus einer Null sich ein Fünfflasche rauskriegen, sondern wir kriegen halt aus dem Karton.

00:48:08: Zehn oder elf Viertel raus und machen den Karton dann weg, den Karton kann man recyceln.

00:48:13: Plastik ist mit Sicherheit ein Problem, aber ganz sicher nicht ein größeres Problem als diese Einwegflaschen, die dann in Container fliegen.

00:48:20: Totaler Quatsch, also da oder auch das Keksystem.

00:48:23: Also ich finde, man sollte da einige Sachen nochmal überdenken oder beziehungsweise auch vielleicht dazu animieren zu, dies zu überdenken und da auch mit den Produzenten zusammenarbeiten beziehungsweise.

00:48:36: die teilweise inspirieren, weil die natürlich haben so viele Aufgaben.

00:48:40: Die müssen ihr eigenes Marketing machen, die müssen natürlich Wein produzieren, die müssen ihr im Wein verkaufen und so weiter.

00:48:45: Und da sind die, glaube ich, ganz dankbar dafür, wenn man einfach ein bisschen Input oder vielleicht auch so ein paar Gedanken aus der großen, weiten Welt mit auf dem Weg gibt.

00:48:53: Wie baust du Vertrauen zu Produzenten auf?

00:48:56: Du hast ja gerade, bevor wir das Beispiel Benni hatten, kriegst du ja da sehr viele interne Informationen, wie... Kann man da an den Produzenten antreten und wie entwickelt sich da so eine Vertrauensbeziehung?

00:49:08: Ich glaube wichtig ist Aufrichtigkeit und Interesse.

00:49:15: Zumindest ist das, würde ich mal sagen, das wie ich es mache.

00:49:19: Ich mache, wenn ich Winzer nicht kenne, gerne einen Termin aus und sage, ich würde gerne mal vorbeikommen.

00:49:24: Aus Interesse, ich finde da... in erster Linie auch nicht unbedingt wichtig, wo ich war oder wer ich bin, sondern einfach sagen, hey, ich bin der Tobias, ich schaffe Zier und würde gerne mal deinen Betrieb kennenlernen.

00:49:38: Und dann glaube ich, dass man, wenn der Winzer oder die Winzerin sich dann Zeit nehmen.

00:49:42: Und das ist ja schon mal was Besonderes, weil die Winzerinnen und Winzer leben ja auch nicht dafür, irgendwelche Menschen in ihrem Keller zu begrüßen, sicherlich auch, aber hauptsächlich sollen die ja natürlich ein tolles, naturbezogenes Produkt herstellen.

00:49:56: Dann darf man auch erst mal die Wut ist ein hartes Wort, aber einfach erst mal zuhören, sich die Sachen erzählen lassen und dann aber auch in nächster Instanz mit Sicherheit auch mal Fragen stellen, die ein bisschen tiefer gehen, weil man Sachen nicht nachvollziehen kann oder nicht versteht oder nicht greifen kann in dem Moment.

00:50:14: Und ich glaube, wenn man das dann in einer Art und Weise mit einem freundlichen, aber bestimmten und interessierten, einer interessierten Art und Weise macht, merken, ... die Winzer in der Regel oder Winzerin sehr, sehr schnell, ... ... dass da jemand da ist, der Interesse hat, ... ... was mitzunehmen oder zu lernen.

00:50:35: Und dann ... ... baut man, glaube ich, was auf und ich sage mal so, ... ... wenn ich zu einem Winzer oder zu einer Winzerin gehe, ... ... bringe ich halt auch immer eine Flasche Wein mit.

00:50:43: Wenn ich einen ganz tollen Move einfach das zu machen, auch ... ... auch deren Zeit.

00:50:47: natürlich ist das auch Marketingzeit ... ... beziehungsweise Verkaufselemente, wenn man ... ... Sonnig ist, wenn man ... Gäste willkommen heißt, aber es ist oftmals mehr Zeit, als jemals bezahlt wird.

00:50:57: Und dann einfach so diese Dankbarkeit aufzubringen oder diese Anerkennung und eine Flasche Wein mitzubringen, finde ich.

00:51:04: Super, wird viel zu selten gemacht.

00:51:07: Wenn wir jetzt gerade über eine Flasche Wein reden, Silvio, du hast mir auch eine Flasche Wein mehr oder weniger mitgebracht zum Podcast.

00:51:13: Wollen wir die mal ganz kurz in unseren... Finde

00:51:15: ich absolut genial.

00:51:16: ...in unsere Runde mit einfließen lassen?

00:51:19: Ein Wein, der für dich ja auch Geschichte mitbringt, oder?

00:51:25: Ja, eine weniger weinbautechnische Geschichte, aber den Wein Willas Barina Gavi war der Lieblingswein oder ist wahrscheinlich immer noch der Lieblingssein von meiner Chefin in meinem Ausbildungsbetrieb.

00:51:38: Und da ich jetzt ja mehr oder weniger in der Region wieder angekommen bin, wo ich vor zwanzig Jahren meine Ausbildung gemacht habe, ist es natürlich ein lustiger

00:51:46: Kreisschluss.

00:51:47: Ein lustiger Luftbeck.

00:51:47: Das ist immer wieder bei der ganzheitlichen Zeit, um den Kreislauf zu gehen und da eilen dich die Weine.

00:51:55: Und da musste ich dann schon schmunzeln, als der ankam.

00:51:58: Das

00:51:59: finde ich niedlich.

00:51:59: Aber hier natürlich auch die Gegebenheit mit den Flaschen.

00:52:02: Also das ist ja eines der wenigen Weingüter, die... eine eigene Flaschenform haben, und das auch schon in früheren Zeiten, die es damals aus Marketing-technisch Gründen auch gemacht haben, in den neunziger Jahren.

00:52:16: diese Flaschenform, die... eigentlich zwischen Bordeaux und Bugund ist, also sowohl diese Formelemente einer Bugunde als auch einer Bordeauxflasche haben, die an einer Amphore erinnern soll, die damals auf dem Weingut bei der Rekonstruierung des Weingutes gefunden wurde, wo man eine ganz eigene Farbe hat, die so an die Sonne des Pierre Monts erinnern sollte und die halt dieses Alleinstellungsmerkmal hat, also das man unter Eine Million Flaschen erkennst du eine Willers-Bariner-Flasche heraus, was ja schon wieder dann wieder kongenial ist.

00:52:50: Wenn wir in meinen Ausbildungsbetrieb gehen würden, würden wir das heute noch wahrscheinlich als die ein oder andere Blumenwasser auch sehen.

00:52:56: Auch wieder schön, das ist wieder weiter gedacht, dass man sagt, okay, man schmeißt die Flasche nicht weg, sondern man macht Blumenwasser draus.

00:53:05: Genau, wenn der Gedanke jetzt ökologisch getrieben wäre und nicht optisch, dann wäre es noch besser gewesen.

00:53:10: Wir

00:53:12: sprechen ihn einfach mal zu, dass es ökologisch gedacht

00:53:15: wurde.

00:53:17: Aber ich finde, und deswegen habe ich dir die Flasche zugeschickt, wäre auch ganz einfach irgendwas Freakies, Nerdiges, irgendwas ökologisches zuzusenden.

00:53:26: Ich fand den Gedanken sehr schön, weil wir beide relativ lange in der Branche schon sind und Man versucht immer was Neues zu finden und besinnt sich ganz selten auf die eigentlich Klassiker auf die traditionellen Weine, die die Weinwelt ja auch in den letzten zwanzig, dreißig Jahren, weil du von zwanzig Jahren gesprochen hast, geprägt haben.

00:53:45: Irgendwann entwickelt man so eine ganze eigene, fast Aroganz, wo man sagt, nie brauche ich nicht mehr.

00:53:49: Aber eigentlich hat Gavi eine ganz eigene, finde ich, Daseinsberechtigung, hat eine ganz eigene Ausstrahlung, symbolisiert eine eigene Geschmackskarakteristik in dieser Welt.

00:54:01: Und wenn du dann hier eigentlich Cortese in Reinstform nimmt, also aus eben auch diesem mehr oder weniger Kultweinberg, also aus dem Monte Rotondo, dann ist das eine Besonderheit dieser Weinwelt, die man ganz selten findet, was mit diesem eigentlich üblichen, was wir mit Gavi in eine Schublade stecken, also diese unkomplizierten, leicht trinkbaren Weine mit nicht ganz so viel Säure, mit einer ganz leichten Blumigkeit, nicht so aufdränglich.

00:54:29: Gar nichts zu tun hat, weil jetzt im Jahr zwei tausend zwanzig, also der hat schon eine gewisse Grundreife, der hat fünf Jahre auf dem, auf dem Buckel und diese Weine, den wird eine Entwicklungsfähigkeit für fünf bis fünfzehn Jahre prognostiziert.

00:54:41: Und das für ein Cortese, für ein Gavi, das fand ich eigentlich so außergewöhnlich.

00:54:45: Der

00:54:45: Weinschmett ist auch noch unglaublich frisch.

00:54:47: Also das ist, also klar ist es, sag ich mal, für mich ist Gavi in der Nase und so einem Andrunk immer eher so ein bisschen grüner Apfel und das hat der jetzt nicht mehr, aber er hat nach wie vor Apfel.

00:54:57: In meiner Richtung geht es eher in so ein bisschen reifere Bosskopfäpfel, vielleicht auch noch ein bisschen was von Quitten, aber wirklich auch sehr sehr positiv.

00:55:04: Also dieses, sage ich mal, Blumigabfüllige ist da, es ist reduzierter, wir haben ganz leichte Marzipantöne auch am Gaumen, die mit Sicherheit noch eine Vielschichtigkeit geben, eine Länge, die frische ist.

00:55:22: Ja, darf man überraschen sagen oder ist das negativ?

00:55:25: Aber für mich schon sehr überraschen, dass der Weih nach fünf Jahren diese Frische, diese Eleganz an den Tag legt.

00:55:30: Und wie du sagst, diese, diese Einzigartigkeit des Geschmacks.

00:55:34: Ich wüsste jetzt im Moment nicht, also wahrscheinlich würde ich blind auch nicht sagen, dass es ein Gavi gereift aus einer einzelnen speziellen Lage, aber ich wüsste auch nicht, wo ich den Weih in sonstgratien stecken sollte, weil für mich sind es diese anderen Rebsorten, die mal... mal ausgewiesen hat als reifende Rebsorten mit vielschichtigen Weinen damit nicht zu vergleichen.

00:55:54: Ist es

00:55:54: gut für dich oder ist es nicht so gut für dich wenn du sagst ich kann erst mal nicht nirgends wohin stecken?

00:56:00: also wenn er dich überrascht könnte es gut sein, dass du sagst wow voll wie du es interpretieren oder ist es das eher nicht ganz positiv?

00:56:06: Wenn

00:56:06: die aus der Komfortzone rausgeholt zu werden ist das beste.

00:56:09: Also das klar.

00:56:10: natürlich muss man das auch immer irgendwie dann hinnehmen wollen oder können.

00:56:14: aber ich finde es.

00:56:17: Was was neues zu entdecken oder was neues zu lernen ist doch.

00:56:21: Ist doch das das das das das tollste eigentlich auch in dieser Weinwelt.

00:56:23: und du hast vorhin gesagt das sind vielleicht weine die wir.

00:56:26: Nicht unbedingt jeden Tag auf der Zunge haben oder die wir auch als Referenz nehmen.

00:56:30: Du musst dir ganz ehrlich sagen in der Hinsicht habe ich in diesen fünf Jahren Weinhandel.

00:56:36: Wahnsinnig viel gelernt was Wein bedeutet und was Wein auch kommerziell bedeutet weil da reden wir halt.

00:56:43: Immer noch über.

00:56:45: über sehr sehr viel sehr sehr günstig erzeugte Produkte.

00:56:48: und der Händler für den ich in der Schweiz gearbeitet habe war mit Sicherheit eher schon ein, ein hochpreisiger Händler, wo aber trotzdem dann die, die eher günstigen Markenweine oder Schaumweine aus Norditalien immer noch mit der größte Geldbringer waren.

00:57:06: Also ich glaube das schon hat mir die Ja, du weißt es ja selber, wenn man jahrelang in dieser feinen Wein- und Feingastronomiewelt gelebt hat, dann lebt man die natürlich auch selber zu Hause, denkt oft gar nicht mehr über Produkte nach, die eigentlich den Markt ausmachen.

00:57:20: und ich würde mal behaupten, das was wir trinken, das sind die letzten fünf Prozent des Weges.

00:57:27: Vielleicht ist es ein bisschen hoch oder bisschen tief gegriffen.

00:57:29: Das sind ja auch nur zwei Prozent der Gesamtweiproduktion, also dass man sagt, handwerkliche Weine machen eigentlich nur zwei Prozent aus, achtundneinzig Prozent sind Weine unterhalb von fünf Euro.

00:57:38: Und dass eben sowohl in unserem Land als auch global betrachtet, ist das gar nicht so verkehrt.

00:57:43: Aber ja, gerade diese zwei Prozent, wahrscheinlich von diesen, nehmen wir diese zwei Prozent als hundert Prozent, dann sind es die zwei bis fünf Prozent Klassiker, finde ich, die man aber auch kennen sollte.

00:57:54: Also ich finde, man muss gar wie kennen.

00:57:56: Man muss den mindestens ein bis fünf

00:58:00: Mal

00:58:01: im Glas gehabt haben, eine Interpretation dafür zu haben, ähnlich wie Rojo Amnés oder was auch immer.

00:58:06: was so ein Problem finde ich und es soll jetzt kein Lestern der alten Männer werden.

00:58:11: Aber viele junge, dummerweise oder leider nicht mehr haben und sich auch nicht hinstellen.

00:58:16: Keine Ahnung bei der Provein und sagen jetzt probiere ich mal.

00:58:19: So, Serpifimemen, Tussalon oder eben Gavi, Rojo Anés, was auch immer, durch und versuche mir ein Bild davon zu machen.

00:58:27: Es sind Säulen und Bausteine dieser Weinwelt, die eine ganz eigene Entwicklung vorangetrieben haben.

00:58:35: Ich kann finde ich auch und da wieder den Sprung zurück zu diesem ökologischen biodynamischen das nur wertschätzen also spricht dann dieser auch weiterführende Natural Wine Szene nur wertschätzen wenn ich die Klassiker kenne und wenn ich die für mich einordnen kann.

00:58:49: Und und halt auch.

00:58:50: also wie du gesagt hast ich finde eine gewisse Offenheit ist halt das was was generell im Leben unerlässlich ist und halt dann auch natürlich in unsere Weinwelt und auch auch da glaube ich.

00:59:06: Urteilen mir zum Teil in unserer Porsche immer zu schnell über über der Qualität eines Weines nur weil er vielleicht teuer ist.

00:59:14: Ich würde behaupten, dass eigentlich gibt es heutzutage halt einfach tendenziell gar kein schlechten Wein mehr.

00:59:20: Das ist der ökologische Fortschritt, der ökonomische Fortschritt und die Entwicklung hat es natürlich dahin gebracht, dass wir heute natürlich, dass jeder auch für ein sehr schmales Geld einen fehlerfreien wein produzieren können und den auch irgendwo hin verkaufen können.

00:59:38: Mir geht es da aber sicherlich auch mehr wieder auch um diesen ethischen Gedanken.

00:59:43: Ist es in Ordnung eine Flasche wein zu kaufen die.

00:59:47: Sag ich mal weniger als zehn Euro kostet?

00:59:50: was bleibt dann irgendwo an.

00:59:52: Wir haben jetzt kürzlich hier im Betrieb die die Diskussion gehabt um für Kochwein.

00:59:58: Weil wir wir sind Bioland Mitglied und wir möchten.

01:00:01: einen Kochwein haben, der aus Baden-Württemberg kommt und der halt nicht für siebzig Cent irgendwo in eine namenlose Flasche gefüllt wird.

01:00:11: Es ist aber gar nicht so einfach, denn da irgendwo eine Wertigkeit für einen Kochwein zu finden, weil der Winzer, der dann sagt, der möchte Geld für sein Wein haben, ist sehr unglücklich darüber, wenn ich dann sage, ich brauche einen Kochwein und der Winzer, der den Kochwein verkauft, denkt oft gar nicht über die Wertigkeit des Produktes nach.

01:00:31: Und wir sind da wirklich grad dran und sagen, hey, wir brauchen einen Kochwein, der ökologisch erzeugt worden ist, weil das Bio-Land oder schmeckt in Süden gerne hätte.

01:00:42: Und das dann aber auch mit den Winzern zusammen hin zu bekommen, zu sagen, ihr kriegt das richtige Geld für einen ökologisch erzeugten Wein, ohne dass wir jetzt für eine Flasche Soße halt irgendwie fünfundzwanzig Euro zahlen müssen.

01:00:54: Das ist gar nicht so einfach.

01:00:57: Und man möchte ja beiden Seiten was Gutes tun.

01:00:59: Und letztlich ist das endliche Produkt, also spricht die Soße ja nur so gut

01:01:04: wie

01:01:04: die schlechteste Komponente in ihm.

01:01:06: Also es ist ja auch eigentlich, also eines der sensibelsten Dinge Kochwein auszusuchen.

01:01:12: Weil du halt andere Parameter hast, der muss nicht lecker sein, sondern der braucht verschiedene Komponenten, auf die man achten muss und wo man dann auch diese Kochprozesse eigentlich verstehen muss.

01:01:22: Also spannende Geschichte, wie gehst du, wenn du jetzt beim Winter bist und du findest halt die Produkte richtig, richtig schlecht.

01:01:28: Sagst du das?

01:01:32: Ich glaube, wenn du den Sebastian, den du ja auch schon bei ihrem Podcast haben würdest, das fragen würdest, würde er sagen, der Tobias ist schon wahnsinnig direkt in seiner Meinung.

01:01:43: Ich würde nicht behaupten, dass ich den Leuten sage, dass die Weine schlecht sind, aber ich würde ihnen schon sehr klar signalisieren, was mich stört.

01:01:52: Und das ist wahrscheinlich genau das gleiche, bloß vielleicht ein bisschen höflicher ausgedrückt, aber ich finde schon, dass dieses... Ich habe kürzlich mich mit zwei Winsen unterhalten und da ging es, um das Thema vielleicht mal ein bisschen zurück, es ging um Zertifizierungen.

01:02:05: Und dann hat mir der eine Winsen erzählt, sie sind nicht zertifiziert, sondern sie arbeiten mit Fair in Green.

01:02:14: Und dann habe ich einfach, weil wir in dieser Runde saßen, habe ich dann gefragt, aber warum den Fair in Green?

01:02:19: Und der andere Winzer sagt dann nur, Tobias, ich finde das cool, welche Fragen du stellst.

01:02:26: kann auch sehr unhöflich klingen, aber ich wollte es gar nicht unhöflich meinen, sondern für mich war dann eher so, warum denkt jemand darüber nach?

01:02:34: und warum macht es jemand, aber ich frag das dann schon oder ich frag, warum jemand die schweren Flaschen nutzt und wie gesagt auch dieses Thema mit diesem jungen Weingut in der Schweiz, dass ich die Weine finde ich großartig, die habe ich bei mir im Helvetia.

01:02:46: ... im Offenausschau gehabt und habe überall erzählt, dass ich die Weine ganz, ganz toll finde.

01:02:51: Ich habe ihn aber auch gesagt, ... ... wenn es sich nicht irgendwie ändert, ... ... tue ich mir wahnsinnig schwer, ... ... diese Weine in Zukunft noch zu kaufen, ... ... weil ich erzähle was von ökologischem ... ... und nachhaltigen Weinbau am Bielersee ... ... und dann kommen die Flasche ... ... damit ein Kilo daher.

01:03:05: Und letztlich der Ton macht die Musik, ... ... also je nachdem wie man dem ... ... Winzer dann auch gegenübertritt, ... ... aber diese Denkansätze ... ... braucht der Winzer ja auch.

01:03:14: Wenn man ja in seinem eigenen Tunnel ist, ... ... seine eigene Straße fährt, ... Und wenn es da nicht manchmal eine Kreuzung gibt, wo man die Chance hätte, links und rechts zu fahren und jemand einen vielleicht da inspiriert, also diesen Weg zu nehmen, finde ich das.

01:03:29: Also ich finde es sehr wertvoll, aber eben auch mal mit der Rücksicht auf die Arbeit und die Gedankenprozesse der Winzer.

01:03:37: Also das dient das nicht irgendwie aus.

01:03:40: Gedankenlosigkeit machen, sondern manchmal einfach aus dem heraus, dass sie es nicht anders wissen kennen oder sich einfach versucht haben, in der Tat eine Meinung zu generieren oder zu bilden.

01:03:52: Du hast mich vorhin gefragt, wie es kommt, dass ich dann diese Möglichkeiten habe, mich mit den Winzern auszutauschen.

01:03:59: Ich glaube, das liegt schon auch daran, dass ich dann, wenn mich was unklar hinterlässt, Dann halt auch diese fragestell.

01:04:10: Um um.

01:04:12: Du hast gesagt die Winzer nehmen sich Zeit dafür und und es ist natürlich auch ein marketing tool aber es ist sehr sehr viel mehr Zeit die sich nehmen als.

01:04:19: Das marketing tool.

01:04:20: wahrscheinlich ist bei einem sommer jeder in der Regel halt dreißig gestern Abend hat wenn überhaupt.

01:04:26: Für mich ist dann schon auch dieses dieser Denkanstoß den vielleicht eine Person von außen geben kann.

01:04:32: Ohne dass ich jetzt viel mehr weiß und ich weiß ganz sicher viel viel weniger als ein Winzer über den Weinbau, aber ich bin natürlich viel näher oft an diesen Konsumenten dran, wie es ein Winzer manchmal sein kann oder auch möchte.

01:04:44: Und ich glaube, das ist generell, ich bin jetzt hier relativ neu in dem neuen Betrieb.

01:04:49: Ohne dass ich jetzt wirklich was besser kann, als hier gemacht ist, habe ich natürlich einen anderen Blickwinkel auf manche Sachen und fragt dann natürlich auch, warum machen wir das denn hier so?

01:04:59: Und dann kommt es vielleicht, wir haben Wir haben dann noch nie darüber nachgedacht oder wir haben das als Demo dem Grund gemacht und dann kann man immer sagen lasst uns doch mal so probieren und das glaube ich darf man eine Winzer schon wie du gesagt hast auch sagen und sagen hey ich habe jetzt von anderen Winzern gehört oder ich habe mich mit Kolleginnen und Kollegen unterhalten.

01:05:17: die machen das so.

01:05:19: Denk doch mal darüber nach ob der das macht oder nicht ist immer noch sein eigenes Brot.

01:05:24: Darf man es zum Zommelier auch sagen?

01:05:26: Also findest du es gut, wenn ein Gast bei dir im Restaurant sitzt und sagt, ich würde es grundsätzlich präferieren, werden alle ihre Weiner auf achtundzwanzig Grad temperiert?

01:05:35: Oder würde ich grundsätzlich drei Gläser eingesetzt bekommen als jetzt bewusst übertriebene Situationen?

01:05:42: Aber magst du es, wenn ein Gast deine Arbeit kritisiert, beurteilt, beobachtet und nimmst du das in deinem Gedankenprozess mit auf?

01:05:51: Oder sagst du, hey, wir haben uns Gedanken darum gemacht.

01:05:53: Wir wissen, warum wir das so machen.

01:05:54: Und letztlich ist das unsere Professionalität.

01:05:57: Wenn ich dafür dich die Frage gerne ein bisschen auf oder diese drei Fragen eigentlich so ein bisschen aufdröseln, ich glaube in erster Linie wird im ersten Moment niemand, sehr, sehr wenige Menschen.

01:06:08: ... gern kritisiert.

01:06:10: Ich glaube, das ist natürlich auch immer ein Vorzeichen von ... ... oder wir denken, es ist ein Vorzeichen von Unzulänglichkeiten, ... ... auch wenn es ganz oft gar nicht so ist, ... ... weil eigentlich ein Ansprechen von irgendwelchen Sachen ... ... ja oft eher positiv ist als negativ, ... ... ich ziehe da immer dieses Beispiel voran von diesem ... ... von der Petersilie im Zahn.

01:06:28: Lieber sagst du mir, Silvio, ... ... wenn wir in Szenen duurbierst, ... ... du hast was im Zahn hängen, ... ... als ist das ich abends merke, ... ... wenn ich wahrscheinlich das letzte Mal am Mittag gegessen habe, ... ... dass da noch was hängt.

01:06:38: Aber im ersten Moment ist es sehr unangenehm, wenn dir jemand sagt, Tobias, der hängt was zwischen den zehn.

01:06:43: Und ich glaube, das ist das beim Gast auch.

01:06:45: Wenn der natürlich, wenn du irgendwas mit hoffentlich einem gewissen Souveränität und Selbstverständnis irgendwas gemacht hast, dann dir jemand sagt, das finde ich gar nicht gut, glaube ich, es ist notwendig darüber nachzudenken.

01:06:59: Im Umkehrschluss, ich aber auch schon auch gerne sage, warum ich das dann gemacht habe.

01:07:05: Also wir haben... ... in den Restaurants, in denen ich gearbeitet habe, den Rotwein tendenziell immer ein bisschen ... ... vielleicht auch zu kühl serviert.

01:07:15: Und dann aber auch den Gästen dazu gesagt ... ... es liegt halt daran, weil der Wein so schnell, so warm wird ... ... und lieber mache ich ein Wein ... ... ein bisschen wärmer ... ... weil er im Glas steht ... ... oder weil dann der Gast den vielleicht kurz in die Hand nimmt ... ... als wieder kälter machen, weil den Rotwein wieder kälter machen ... ... im Restaurant, ja ... ... im Glas geht es gar nicht mehr.

01:07:38: Also klar, man kann den Kühlschrank stellen, aber das ist jetzt eine sehr unsexie Lösung.

01:07:43: Und Rotwein im Eiskübel natürlich dann auch nur so bedingt irgendwie schön aussieht.

01:07:49: Ich glaube, dann darf man schon auch sagen, warum man das gemacht hat.

01:07:53: Aber die Demut oder das hinterfragen von sich selber, das sollten wir generell immer machen.

01:07:59: Und ich glaube, wenn ich jetzt meine Entwicklung angucke, ist ganz sicher, habe ich mehr gelernt.

01:08:07: ... in meiner Zeit ... ... als ... ... Restaurantleiter ... ... Somelier oder beides ... ... in dem mir ... ... meine Schwächen vor Augen geführt wurden ... ... oder meine Unzulegen ... ... oder ... ... das Schwächen ist immer so ein hartes Wort ... ... als ... ... dadurch, dass mich jeder immer gelobt hat.

01:08:23: Und ich glaube, das ist ... ... in unserer Zeit, das ist ... ... ich denke mir das immer wieder heute, ich bin ... ... ich bin, als ich dreißig Jahre alt war, war ich ... ... eigentlich noch Kommissomelier ... ... oder ist dann irgendwann mal Somelier von Stefan Gass.

01:08:35: Das war super ... Ich habe in einem ganz tollen Restaurant gearbeitet, ich habe sehr, sehr viel gelernt.

01:08:40: Ich durfte sehr, sehr viel machen.

01:08:42: Ich hatte aber natürlich auch immer diesen Fallschirm, dass wenn ich irgendwas falsch mache, Stefan Gass als Chef-Sommelier das nochmal ausbügeln konnte.

01:08:51: Und wir machen immer alle Fehler, das geht ja gar nicht anders.

01:08:54: Und heute habe ich Kolleginnen und Kollegen, die haben mit dreißig schon Verantwortung als... Chef sommelier wine director fmb verantwortlicher wo ich mir immer denke.

01:09:10: Eigentlich eigentlich schade und nicht weil die das nicht können aber weil man ihnen eine Verantwortung auf erlegt.

01:09:16: Die ja unmenschlich ist weil woher sollen die auch gewisse Souveränität haben gewisse gelassenheiten in gewissen Punkten zu reagieren wo.

01:09:26: Wo es vielleicht gelassenheit als aller wichtigstes braucht.

01:09:28: und ich meine wenn man dann irgendwie als als master auf.

01:09:31: ... auf Seller oder wie man das auch nennen möchte, ... ... zweieinhalb Tausend Positionen, ... ... also irgendwie vierzigtausend Flaschen Wein ... ... mit ja auch der ein oder anderen teuren Flasche Wein ... ... dann überschaun, ... ... managen und auch ... ... behandeln soll.

01:09:45: Das finde ich, das ist eine ... ... Bereitsverantwortung, ... ... die ich einem dreißigjährigen eigentlich ... ... oder einer dreißigjährigen ... ... gar nicht zumuten möchte, ... ... weil ich finde dieser Fallschirm ... ... oder dieses doppelte Boden ... ... oder das Auffangnetz ... Das ist schon eigentlich was ganz Schönes, um auch eine Entwicklung in einem guten Maß, in einer Ruhe voranbringen zu können, ohne dass man jetzt jede Nacht schlaflos darlegt, weil man nicht weiß, wie es morgen weitergeht.

01:10:29: Warum wird Barbara so verkannt?

01:10:32: Warum wird Barbara in seiner Tiefkundigkeit nicht gesehen?

01:10:35: Also wirklich von kaum jemanden, weil Barbara schafft es... die Geschichten der Hügel des Piermonts zu erzählen und das mit einer Prise Frechheit auf einem Fundament Ehrlichkeit.

01:10:45: Also stell dir vor, du stehst auf den Hügeln in Mombaru zum Piermont.

01:10:50: Und die Sonne tauchten dieser verschlafenen Gegend, die Landschaft in goldenes Licht und unter deinen Füßen knirscht der tonige Boden, der seit Millionen Jahren Geheimnis hültet.

01:11:00: Hier.

01:11:01: In diesem Fleckchen Erde, das wie ein Vergessenes Kapitel aus einem alten Roman wirkt, entsteht der Zwei-Tausend-Einzwanziger, Pico Macario, Tre Rovery-Barbera, das die Super-Jore-D-O-C-G.

01:11:14: Kein Wein für den schnellen Schluck.

01:11:16: Nein, aber einer, der dich einlädig hinzusetzen, zuzuhören und mitzulachen.

01:11:20: Denn Barbera ist eine der Rebsorten, die nicht so verkniesert und zu verbissen.

01:11:24: daher kommen wie Nebiolo, die Spaß in sich tragen, neben der Authentizität Und der Typizität, die sie so einzigartig macht, mit einem Augenzwinkern und einer Portion Tiefsinn, erzählt dir dieser Tropfen von dem Wurzeln bis zur Ehebe bis zum letzten Nachrei im Glas von Tradition und von Moderne.

01:11:44: Ja, Barbara Candas, die Rebshorte, die das Piemont im Blut hat, eine Traube, die schon im dreizehnten Jahrhundert erwähnt wird, in Dokumenten aus Monferato, wo sie die Bonis, wie Tibus Barbaxinis hieß und so viel wie Die gute wilde Rebe bedeutete ursprünglich vielleicht aus Frankreich oder vielleicht auch Spanien, aber Piermont hat sie adoptiert und perfektioniert.

01:12:07: Im neunzehnten Jahrhundert, nach der Reblausplage, die Europas Weinberge verwüstete, wurde Barbera zum Helden.

01:12:13: Robust, ertragreich, anpassungsfähig.

01:12:16: Die Bauern pflanzen sie neu und sie wurde zum Volkswein.

01:12:20: Frisch, säurestark, perfekt für den Alltag.

01:12:24: Und was hat es mit dem

01:12:25: Barbera-Dusty

01:12:26: auf sich?

01:12:27: Also das ist ja im Prinzip die Elite-Version.

01:12:30: DOC seit neunzehntsiebzig, DOCG seit zwei tausend acht.

01:12:33: Ein Aufstieg wie ein Märchen.

01:12:36: Die Regeln sind streng, mindestens neunzig Prozent Barbera, maximal zehn Prozent andere lokale Rebsort wie Fraser, Dolcetto, aber kein Nebiolo, das ist Alba-Terran.

01:12:47: Für den Superioren mindestens zwölf Monate Reifung davon sechs in Holz, mindestens zwölf, fünf Prozent Alkohol, Und die eigentliche Zone des Barberas ist um fast einhundertsechzig Gemeinden in Asti und Alexandria.

01:13:00: Aber Mombaruzzo ist ein Juwel.

01:13:03: Hügelig, mit Expositionen nach Süden und Südosten, die die Sonne einfangen wie ein Spiegel.

01:13:10: Warum Asti und nicht Alba?

01:13:12: Asti-Barbera sind fruchtiger, leichter mit mehr Säure, dank der sandigen Böden, die den Wein eleganter machen.

01:13:20: Alba...

01:13:21: Klärreicher, wärmer, ergibt strukturierte, tanninreiche Weine.

01:13:26: Barbera liebt kühle Nächte und warme Tage.

01:13:29: Ruhe säure nicht selten, sechs bis sieben Grammierliter, tiefe Farbe, Früchte wie kirche Flaume.

01:13:34: Sie reift früh.

01:13:36: Hängt länger ohne zu überreifen, was ideal für den Klimawandel ist.

01:13:41: Und was auch schon in anderen Regionen wie zum Beispiel Kalifornien entdeckt wurde, aber nirgendswo gerät sie so perfekt wie hier im Pirmont.

01:13:49: Weltweit ist sie mittlerweile die dritt meist geflanzte rote Rebsorte aus Italien nach San Giovese und Montepulciano.

01:13:56: Aber im Piedmont ist sie Nummer eins nach Nebiolo, Deutschland.

01:14:00: Und das erkannten die Brüder Pico und Vitaliano Macario.

01:14:05: Stell dir vor, zwei Jungs aus einer Familie, die seit vier Generationen Trauben anbaut.

01:14:09: Großvater Carlo hat es angefangen, und die Jungs haben es perfektioniert.

01:14:14: «Ninzehundneunzig!

01:14:15: Als die Welt noch dachte, Barbera sei nur ein Alltagswein für Pasta!» sagte Pico und Vitagiano.

01:14:21: «Woment mal, der kann mehr!».

01:14:23: Sie gründeten das Weingut Pico Macario in Mont Baruz, so einem Dörfchen im Herzen des Monts Verato.

01:14:31: Das aussieht, als hätte es ein Maler erfunden.

01:14:35: Sanfte Hügel, nebelmorgend.

01:14:37: Und die Weinberge die sich wie ein grünes Mehrwelle.

01:14:42: Pico, der Ältere, ist der Kreative.

01:14:45: Er kümmert sich um die Winivikation, experimentiert mit Fässern und flüstert den Trauben zu.

01:14:49: Werdet großartig.

01:14:51: Vitaliano, der Pragmatiker, manag die Weinberge, sorgt für Nachhaltigkeit.

01:14:55: Und das alles läuft wie am Schnürchen.

01:14:59: Zusammen besitzen sie einhundert zwölf Hektar, eine Rarität im Piemont, wo Parzellen oft zersplittelt sind wie ein Puzzle.

01:15:06: Siebzig Hektar davon sind kontinuierlich ein grünes Reich.

01:15:10: Barbera die Königin ist.

01:15:12: Aber unter seinem Rande erwähnt sie Stopp nicht bei Barbera.

01:15:15: Vionier, Cortese, Sauvignon Blanc, Moskade das die Menschen mit.

01:15:19: Und seit zwei tausendsechsten haben sie sogar Grüße in Barolo und Barbaresco.

01:15:23: Ihre Philosophie?

01:15:24: Moderne trifft Tradition.

01:15:26: Kein Zufall.

01:15:27: dass die Rosen am Ende jeder Riebseile pflanzen.

01:15:29: Rosen sind empfindlich, waren vor Krankheiten wie ein Kanayenvogel im Bergwärts.

01:15:34: Aber das nur im Rande, letztlich zählt derweil.

01:15:36: Dieser two-tausend-einundzwanziger Trey Rovery war Bera das die superiore DOCG.

01:15:42: Vielen Dank, dass sie uns zeigte, wie man Bera sein kann.

01:15:45: Dem Hause Pico Macario und natürlich dem deutschen Importeur.

01:15:49: Dem Handelshaus Segnetz.

01:16:01: Na auch diese Leichtigkeit, die man dann leben kann, wenn man ... im Rahmen seiner Karriere erst mal ... ... mehr oder weniger der Jüngste ist, wenn man ... ... als Comedy-Summie noch nicht diese Verantwortung hat, also auch ... ... leichter denken kann und ... ... die Schönheit des Berufs einfach noch mal anders ... ... leben kann und vor allen Dingen auch anders lernen kann.

01:16:18: Das finde ich halt ganz wichtig.

01:16:19: Sprich, wenn du Chef-Summie irgendwo mit ... ... um zwanzig bist, ... ... dann wird dir schon erwartet, dass du sehr, sehr viel weißt ... ... und du wirst dort mehr oder weniger in dieses Fenster ... ... reingetränkt, wenn du aber als Comedy-Summie mit ... ... dreiundzwanzig, fünfundzwanzig ... Bist hast du die Möglichkeit viel freigeistiger zu lernen und dich viel einfacher in diese Weinwelt reinzuführen, dann später aus einer ganz ganz anderen aus einer ganz anderen Ebene heraus zu agieren.

01:16:44: Das ist ja, glaube ich, so ein Problem letztlich auch in der Branche, dass viele zu schnell fertig sind und daher die Herausforderungen dann fehlen.

01:16:50: Also wenn du keine Ahnung mit, ähm, twenty-zwanzig, dreißig, dann schon Chefsomie von einem der besten Restaurants in Deutschland, Europa, der Welt oder wie auch immer bist, was willst du mit fifty machen?

01:17:00: Genau, ja.

01:17:02: Allein schon mit vierzig.

01:17:04: Ich bin jetzt vierzig und klar, ich bin jetzt auch vielleicht ein Spätberufender.

01:17:08: Ich habe natürlich den Weg in die Gastronomie relativ spät eingeschlagen.

01:17:12: Aber das Schönste an der Berufswelt ist auch die Herausforderung und nicht die Routine.

01:17:20: Die Routine kann ja auch sehr schnell langweilig werden.

01:17:23: Wie fing das bei dir an, wenn du sagst, du bist ein Spätberufender?

01:17:26: Warum warst du erst mit dreißig bei Stefan Gass?

01:17:33: Ich war nicht unbedingt der beste Schüler und war da vielleicht auch ein Revolutzer.

01:17:38: Meine Eltern sind beide Akademiker und haben mit der Gastronomie gar nichts am Hut.

01:17:42: Mein Bruder war immer der Jünger, als ich der Fleißigere war.

01:17:46: Ich war dann irgendwie so dieser, keine Ahnung, Quergeist, der gesagt hat, ich will nicht auf dem Gymnasium sein, bin dann runtergegangen auf die Realschule und hab dann auch ganz klar gesagt, aber glaub ich auch ein bisschen um meine Eltern zu ärgern.

01:17:57: Ich möchte einen handwerklichen Beruf lernen und hab dann erstmal Karosseriebauer gelernt.

01:18:01: Also hab gesagt, ich möchte was mit den Händen machen und so weiter und so fort und hab dann aber auch während dieser Ausbildung schon auch gemerkt, dass das nicht unbedingt die Welt ist, die vielleicht... mich glücklich macht, habe dann mein Abitur nachgeholt am Kolping Bildungswerk.

01:18:18: In der Zeit hatte dann mein Bruder den Fortschritt, dass er die Ausbildung in der Traubitone gemacht hat.

01:18:23: Und das war zu einer Zeit, in der mit Sicherheit die Welt in der Gastronomie noch anders war als heute.

01:18:32: Der hat mir von sechzehn, achtzehn Stunden Tagen erzählt, sechs Tage die Woche mit sehr viel Verantwortung für einen Azubi und hat aber auch immer dazugesagt, Es macht so unglaublich viel Spaß.

01:18:45: Und dann habe ich gedacht, hey, also mein Leben macht mir gerade keinen großen Spaß, sondern es ist halt so ein bisschen und man macht so ein bisschen das, was man halt machen muss.

01:18:54: Und dann habe ich gedacht, was muss ich auch machen?

01:18:58: Und damals hat der Weih noch gar keine Rolle gespielt in meinem Leben.

01:19:01: Also das war dann, bin dann in meinen Ausbildungsbetrieb gegangen oder habe dann den Ausbildungsbetrieb gesucht und habe dann von heute auf morgen auch zu meinen Eltern gesagt, So, ich ziehe jetzt ein Bodensee, ich mache jetzt auch Gastronomie an meine Eltern, so nach dem Motto, ja, okay, hast du Fieber?

01:19:16: Oder geht es dir gut?

01:19:17: Oder brauchst du irgendwas von uns?

01:19:19: Und ich sage, nee, das was da Michi erzählt und das ist sensationell und was mein Bruder dann aber schon auch immer zu mir gesagt hat und wofür ich sehr dankbar bin und was ich vielleicht damals nicht so richtig verstanden heute, heute aber sicherlich verstehe.

01:19:34: Er hat immer gesagt, find your own way.

01:19:35: Weil ich den auch gesagt habe, kann ich die Ausbildung in der Traube machen.

01:19:38: Ich habe gesagt, hey, nein, also erstmal bildet es nicht, was ich auch verstehe.

01:19:41: Wenn dann der ältere Bruder auf einmal auch da ist und der ja dann sage ich mal mit der Vergangenheit des Salotries, dann vielleicht auch abferben kann auf den Bruder.

01:19:51: Und der auch gesagt hat, hey, mach das, was du denkst, was für dich richtig ist, aber mach das ganz sicher irgendwo anders.

01:19:58: Und das war dann der Weg.

01:19:59: der mich dann irgendwie halt einen Bodensee in den Landgasthof mit einer tollen Reputation gebracht hat, wo ich... ...möglich auch gelernt habe zu arbeiten.

01:20:08: Also das muss ich ganz ehrlich sagen, das war dann toll.

01:20:11: Und dieser Betrieb hat mich auch in einer gewissen Art zum Wein gebracht, aber weil sie mich... ...in der Hinsicht nicht unterstützt haben.

01:20:20: Und dann habe ich irgendwann für mich gedacht, ich schenke Wein aus, ich verstehe davon nix.

01:20:26: Jetzt muss ich mich da irgendwie ein bisschen miteinander setzen.

01:20:30: Und habe dann halt Praktika mitgesucht und während der Ausbildung schon bei Stefan Gass in der Schwarzwaldstube einen Praktikum gemacht für zwei Wochen im Winter, in dem wir zu hatten.

01:20:40: Oder bin auf Weingüter gegangen, habe da Praktikas gemacht und habe da mir so ein bisschen diese Emotionen und Leidenschaft und glaube ich auch relativ früh schon den Einstieg auf diese andere Seite verschafft, weil ich viel weniger Wein verstanden habe.

01:20:57: als die meisten Kolleginnen und Kollegen in einer Zeit, wo ich aber schon sehr viel auf Weingütern rumgehangen bin.

01:21:03: Und ich glaube dann dadurch auch diese Weihmomente, diese Weihengeschichten gelernt habe durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Winzerinnen und die Winzer.

01:21:13: Mein erstes Winzer-Praktikum war bei Bernhard Huber.

01:21:15: Da habe ich von sehr, sehr wenig noch Ahnung gehabt und habe durch die ICAM Und durch den Bernhard selber und den Julian, der damals ja auch noch ein junger Bube war, der ja heute auch noch ein junger Bursch ist, wahnsinnig viel mitgenommen.

01:21:29: Wahnsinnig viel mitgenommen.

01:21:31: Ich habe Weine probieren dürfen in dieser Zeit.

01:21:34: Da wusste ich nicht, was es ist.

01:21:37: Und heute weiß ich, dass es mit das Besonderste war, was man in einer Weinwelt so mal genießen konnte.

01:21:45: Und das hat mich, das hat die Emotionen der Winzerinnen und Winzer.

01:21:50: Das hat mich zum Wein gebracht.

01:21:51: Und dann klar auch Stefan Gass mit seiner Expertise, mit seiner doch auch harten Hand.

01:21:58: Ohne dass ich jemals geschlagen wurde, also nicht dass jetzt irgendwelche falschen.

01:22:03: Also aber schon wir sind sehr, sehr hart geschult worden.

01:22:06: dort.

01:22:07: Habe ich wahnsinnig viel gelernt.

01:22:08: Davon profitiere ich heute noch.

01:22:10: Möchte ich so machen wie wir es damals gemacht haben.

01:22:12: Sicherlich nicht.

01:22:14: Aber die Türen haben sich durch die Zeit in Dreisterner natürlich... überall hin, immer wieder geöffnet.

01:22:21: Kannst du dich an den ersten Moment erinnern, wo du für dich selber gesagt hast, das ist Wein und das kann kein anderes Getränk?

01:22:30: Also der erste Moment, dass es Wein war bei mir in Laufen am Neckar mit einem Gewürztraminer Spätlese auf dem Genossenschaftsfest.

01:22:38: Da war das aber mit Sicherheit eher dem dem schnöten Betrunkenheitszustand zuzuordnen als der Qualität.

01:22:45: Ich möchte da schon ein paar Jahre später, das war also Ganz sicher war das bei Huber.

01:22:51: Wir haben bei Huber, einem Abend, hat seine Frau für uns ein Wildgulasch gekocht und dann gab es einen Wein, einen roten Wein und ich habe das probiert und fand das irgendwie sehr beeindruckend.

01:23:06: Aber konnte das überhaupt nicht zuordnen.

01:23:07: und dann haben, kennst du Rudi Dietz, der das Steuerwissenthaus in Sydney ganz lang gehabt hat?

01:23:14: Leider nicht.

01:23:15: Auch so ein Freund der Familie, der ... der ein deutsches Restaurant in Sydney aufgebaut hat, ... ... irgendwann vor vierzig Jahren ... ... mit einer riesen Weinkarte und ... ... Freund der Familie waren, ... ... wir saßen da abends zusammen ... ... und ... ... dann philosophieren die über das Getränk ... ... und ich denke mir nur so, ... ... was geht's denn da jetzt gerade?

01:23:33: Und ich ... ... hab dann gedacht, ... ... jetzt muss ich da auch irgendwie ... ... mein Senf dazugeben und ... ... war natürlich alles falsch ... ... und dann war das eine Flasche.

01:23:39: Ich glaube, ... ... neunzig Glovuscho von Leroy.

01:23:42: Also ... ... heute weiß ich, ... ... dass das mit Sicherheit was Besonderes war.

01:23:47: Damals konnte ich das natürlich gar nicht einschätzen, habe dann ein Foto davon gemacht und habe das irgendjemand danach gezeigt und der hat nur gesagt, weißt du was du da getrunken hast?

01:23:54: und ich so, nee, aber mich hat das fasziniert, ohne dass ich wusste, was es ist.

01:24:00: Und dann habe ich gedacht, wow, da ist ein Mehrwert da.

01:24:05: Du weißt nicht, was es ist, du hast keinerlei Einschätzung über den Preis und trotzdem ist es mehr, als du vorher schon getrunken oder probiert hast und das hat mich dann irgendwie wirklich gefuchst.

01:24:20: und diese passion und leidenschaft mit den diese menschen an diesem abend über dieses gedrängt gesprochen haben da wusste ich okay.

01:24:27: Der weg muss jetzt weitergegangen werden.

01:24:30: Und ich glaube dass das diese emotion des funkeln in den augen.

01:24:38: Ein eigenes lob ist immer schwierig aber ich glaube was ich mittlerweile oder immer noch.

01:24:43: ... mit am besten kann von allem, was ich mit Wein zu tun habe, ist ... ... wenn mich irgendwas ... ... fasziniert hat ... ... das wiederzugeben ... ... mit Leidenschaft.

01:24:56: Ich weiß ... ... mit Sicherheit ... ... viel, viel weniger als viele ... ... Kolleginnen und Kollegen.

01:25:00: Ich habe ... ... viel weniger Ausbildung genossen ... ... als viele Kolleginnen und Kollegen.

01:25:05: Ich habe nie an irgendwelchen großen ... ... Wettbewerben teilgenommen, aber ... ... wenn mich ein Wein eine ... Gegebenheit, eine Zeit, ein Moment gepackt hat, dann kann ich das in meinen Augen sehr gut wiedergeben und dadurch vielleicht die Gäste dann auch ein Stück an dieser Emotion teilhaben lassen und das ist was Tolles.

01:25:28: Aber jetzt du ja mit Metapher, also ziehst du Vergleiche aus Fußball, Musik, Autos, der Raumfahrt her oder?

01:25:37: Nein, nein.

01:25:38: Gar nicht, niemals...

01:25:38: Natürlich ist da... Nee, eigentlich nicht.

01:25:43: Sagt

01:25:44: das so wie der Film oder wie der Künstler?

01:25:47: Nee.

01:25:49: Nein, auf gar keinen Fall.

01:25:50: Lieblingswörter?

01:25:51: Hast du Wörter, die du total gerne verwendest, die du aufregend beim Wein findest und welche, die du katastrophal findest, wo du sagst, warum sagt ihr das immer?

01:26:00: Das ist so deplatziert.

01:26:04: Ich finde es wahnsinnig schwierig, wenn man dem Gast vorgibt, wie der Wein schmecken soll.

01:26:08: Weil jeder hat sein eigenes Geschmackserlebnis und ich finde dadurch haben wir auch in unserer Branche nicht unbedingt alles viel einfacher gemacht, weil wir Wein zu einem... ...tenenziell technischen Produkt gemacht haben, was die Leute auch abschrecken kann.

01:26:21: Ich habe sehr, sehr viele Freunde, die überhaupt nichts mit Wein zu tun haben, außer dass die Wein trinken.

01:26:25: Und wenn die zu mir sagen, ja, mit solchen Leuten wie dir hat man immer Angst Wein zu trinken, weil man was Falsches sagen kann, das macht mich unglücklich, weil ich finde über Wein kann man gar nichts Falsches sagen.

01:26:36: Das ist das.

01:26:37: und auch wenn der weinlich schmeckt für ihn.

01:26:39: auch wenn du das sagen kannst dass mir das nicht schmeckt ist es immer noch eine relativ schwierige aussage weil der wein schmeckt mir nicht ist halt genauso wie.

01:26:46: Keine ahnung ich mag keine menschen das ist wie.

01:26:50: wir sind alle anders und wir sind alle toll.

01:26:53: Und so ist es mein wein auch.

01:26:54: aber aber zumindest kann es jemand sagen.

01:26:56: aber für mich ist es aller wichtigste ob.

01:27:00: Ob dir der wein schmeckt oder nicht das ist das und wenn ein Gast mir erzählen kann was er gerne trinkt.

01:27:06: und der mir das sagt, dann ist es doch mehr brauche ich doch gar nicht, um im Gast ein tolles Erlebnis, weil wenn der zu mir sagt, ich trink gern Gabi und das habe ich schon so oft getrunken und ich das halt nicht auf der Karte habe, dann ist es doch meine Aufgabe als professioneller eine Lösung, ein Erlebnis zu finden von meiner Weinkarte, dass den Gast an diesem Abend genauso glücklich macht.

01:27:33: Und dann brauche ich ihm nicht zu erzählen, dass der genauso schmeckt wie Gabi die Gabi, weil das wird er tendenziell nie, weil vielleicht auch der Gast dann eine Emotion hat, weil er den Wein irgendwann mal auf irgendeiner Terrasse in Norditalien getrunken hat, sondern ich sage ihm, was mich an dem anderen Wein fasziniert hat, mir mitgegeben hat, warum ich mir vorstellen könnte, dass dieser Wein heute Abend in das Geschmacksprofil das Ärme ja vorgegeben hat.

01:28:04: passen könnte.

01:28:05: Und du beschreibst den Wein dann aber nicht, weil das klingt für mich jetzt so heraus, als würdest du den Wein dann schon beschreiben und dem Gast somit so gestirr beziehungsweise vorgeben, warum er den mögen könnte.

01:28:17: Totalwertungsfrei gefragt, ich weiß es klingt wie nicht ganz

01:28:19: schlecht, aber

01:28:21: ich stelle die Situation vor.

01:28:21: Ich beschreibe

01:28:22: nicht mit Aromen.

01:28:23: Ich beschreibe nicht mit Aromen.

01:28:25: Aber mit Strukturen,

01:28:26: mit den haptischen Empfindungen.

01:28:27: Genau.

01:28:28: Mit das, was er mir gesagt hat, dass er sage ich mal eher auf... auf einen mittelkräftigen Weißwein mit einer gewissen Länge oder irgendwas.

01:28:37: Irgendwas sagt der Gast ja ja.

01:28:39: Der sagt es natürlich nicht so aber der sagt irgendwie oder er sagt mir ein Bein und den kenn ich.

01:28:44: Ich meine das einfachste ist glaube ich wenn ein Gast zu mir sagt er trinkt gern primitivo.

01:28:49: Und dann weiß ich ja genau was der Gast gerne trinkt.

01:28:52: Ich habe aber kein primitiver auf der Karte also muss ich ihn natürlich ein relativ kräftigen sage ich mal vielleicht auch ein bisschen stark extraierten.

01:29:00: Rotwein bringen, den ich halt auf der Karte hab und dann erkläre ich ihm, was der Wein ist, wo der herkommt, was die Idee dahinter war, die ich im besten Fall weiß und lasst den Gast dann probieren.

01:29:14: Und was ich schon sehr, sehr gerne mache, ist dem Gast auch wirklich den Ball dann wieder zurückzuspielen und sagen, ich habe jetzt mit Sicherheit was ausgesucht, was in meinen Augen sehr, sehr gut zu ihrem Geschmack passt.

01:29:26: Wenn Ihnen das nicht gefällt, dürfen Sie mir das jederzeit sagen.

01:29:29: Weil es ist ja meine Entscheidung gewesen.

01:29:31: Wo ist der Unterschied, wenn du es aromatisch nicht beschreibst, aber haptisch, ja.

01:29:36: Also letztlich ist ja beides ein Vorgeben einer Empfindung, oder?

01:29:39: Genau, ich verurteile das auch nicht.

01:29:42: Für mich ist es einfach nur so, dass ich, dass ich mit diesen Aromen, die man beschreibt, zu viel auch beeinflusst.

01:29:54: Ich finde dieses, dieses klassische Rosé-Chapagne, Geschichte, wenn ich zu jemanden sagten, Rosé Schampano schmeckt nach Erdbeeren, dann wird jeder Gast es immer wieder rausschmecken.

01:30:04: Aber das muss ja nicht sein, wenn der da keine Erdbeeren rausschmeckt, ist das ja genauso gut.

01:30:10: Und wer keine Erdbeeren ist, wird er auch niemals in Erdbeeren rausschmecken.

01:30:14: Aber das ist vielleicht auch was persönliches für mich, weil ich die Weine selten mit Aromen beschreibe, für mich selber auch, weil ich da vielleicht auch nicht so gut in dieser Verkostungsordnung weiß bin.

01:30:26: wie mit Struktur, Länge und viel Schichtigkeit ein Wein zu beschreiben.

01:30:32: Das mir deutlich mehr hilft als eine Fruchtkomponente zu beschreiben.

01:30:38: Aber vielleicht auch weil ich sehr wenig Frucht esse, vielleicht bin ich da auch irgendwie eher ein bisschen eingefahren.

01:30:44: Wobei jetzt vorhin, als ich dein Wein beschrieben habe, habe ich ja natürlich direkt über Früchte gesprochen.

01:30:50: Also habe ich mir irgendwie auch wieder selber widersprochen.

01:30:52: Gibt es irgendwelche, um nochmal auf die Ursprungsfrage zurückzukommen, irgendwelche Worte, die du gerne hörst, wenn die jemand benutzt und welche, die du überhaupt nicht passend findest?

01:31:03: Weil letztlich reden ja alle mehr oder weniger immer im selben Turnus, also es reden alle über Balance, über Struktur, über Haptik, über Mineralität, über Terror, bla, bla, bla.

01:31:13: Was langweilig.

01:31:14: und was findest du cool?

01:31:17: Es weiß mich langweilig sicherlich, wenn jeder sommer die Weinmitarbeiter... Das erzählt was theoretisch im Internet steht.

01:31:25: Also das so ein bisschen das banale.

01:31:30: Irgendwie und das ist glaube ich auch noch aus meiner Zeit in der Schwarzwaldstube habe ich ein wahnsinniges Problem mit lecker.

01:31:37: Im Bezug auf ein.

01:31:39: Das ist für mich ein sehr sehr schwieriges Wort weil es aber eigentlich auch gar nicht sagt was bedeutet lecker.

01:31:46: Das ist natürlich eine Empfindung.

01:31:48: Aus einem relativ salopp dahergesagten Wort.

01:31:52: Aber darüber habe ich ja gar keine Informationen über den Wein bekommen.

01:31:58: Das ist genauso wie wenn mir jemand sagt, der Wein ist für mich sauer.

01:32:02: Was heißt das?

01:32:04: Stürte ich die Säure, stürte ich die Frische?

01:32:06: Ich habe nichts dadurch gelernt, als ich glaube, das ist schon etwas, was mir eher weniger Freude bereitet, wenn mir Menschen übertriebene Schlagwörter an den Kopf werfen.

01:32:17: Der Wein, den ich aus such, sollte mineralisch schmecken.

01:32:20: Da habe ich keine Ahnung, was der Gast, also klar kann ich mir da was überlegen, was der wahrscheinlich meint.

01:32:26: Aber ich glaube, ich freu mich dann eher, wenn der Gast mir Beispiele nennt, was er einfach gern trinkt.

01:32:32: Und glaube ich, darüber mehr zu finden und was mir extrem gut gefällt, auch extrem gut gefällt bei Kolleginnen und Kollegen, wenn sie einfach ihre persönlichen Emotionen über Weine am Tisch einfließen lassen, das macht mir ganz viel Freude.

01:32:47: Wenn man wenn man weniger der der der Techniker ist sondern mehr wirklich der emotionale mensch und sagt hey diesen wein der hat mich auf dem weingut dermaßen.

01:32:57: Gepackt weil ich auf den zieheck runter geguckt habe und ich bei themens auf der terrasse stand.

01:33:03: Und einfach diese diese Augenblick des des seins zusammen mit diesem glas wein.

01:33:10: Mir eine so glaube ich unglaubliche erinnerung geschaffen hat.

01:33:15: Und diese Erinnerung kann ich ja dann miterleben, wenn der wenn der wenn der Kollege oder die Kollegin mir das am Tisch erzählt, dann bin ich ja in diesem Moment auch kurz in dieser Welt gefangen.

01:33:24: Und wenn ich dann vielleicht sogar schon mal bei Themens war und auf der Terrasse stand und auf den Zielgrund geguckt ist, stehe ich da wieder und das finde ich toll.

01:33:31: Das ist glaube ich was was, was man natürlich mit Wein.

01:33:35: Auch in einer gewissen Art und Weise sehr sehr toll schaffen kann, dass man halt Erinnerungen zurückholt.

01:33:40: Und mit den Geschichten um Wein gibt es für dich eine Geschichte, die du besonders gerne erzählst,

01:33:44: also

01:33:45: die du.

01:33:45: Einfach rührend, finde ich, über dein Leben oder deine Weinerfahrung.

01:33:51: Ein sehr, sehr prägendem Moment war für mich das Internationale Riesling-Symposium.

01:33:58: Als ich eingeladen wurde vom VDP Rheingau und wir eine Raritätenprobe, Kloster Eberbach, Kabinett, Steinseiler Riesling hatten und wir einen Wein von nineteenhundert drei und vierzig probieren durften.

01:34:11: und Stuart Pickett, der damals diese Verkostung moderiert hat, die offiziellen Aufzeichnungen vorgelesen hatte und dir so als kleiner in Deutschland aufgewachsener Junge auf einmal klar wird, wie viel Passion und Menschen in wahrscheinlich der schwierigsten Zeit in Deutschland vielleicht jemals an den Tag gelegt haben, um trotzdem ein Wein zu produzieren, den ich dann Ja das war das damals siebzig Jahre später.

01:34:45: Verkosten darf.

01:34:46: das war ganz sicher mein größter wein moment und das war nicht der größte wein, aber das war der größte wein moment das der war.

01:34:52: das schüttelt mich heute noch.

01:34:53: da kriege ich heute noch gänsehaut weil das.

01:34:56: Das ist für mich das war einzigartig das davon erzähle ich oft.

01:35:03: Weil das glaube ich emotion von wein dann auch sehr sehr gut.

01:35:06: Vermitteln kann erstens mal, dass mich das so berührt.

01:35:09: Und zweitens mal, dass die Menschen im Kloster damals trotzdem darüber nachgedacht haben, weiterhin Wein zu machen.

01:35:16: Oder wir hatten in Irland, als ich in Irland arbeiten durfte, hatten wir eine Flasche Leer-Wil-Barton, und die wurden damals bei Guinness gefüllt.

01:35:28: weil die Abfülleinheit von Leer Wilbarthau durch den Krieg zerstört war.

01:35:32: Das heißt, die haben die komplette Menge einer... also Leer Wilbarthau ist ja ursprünglich zurückzuführen auf eine irische Familie.

01:35:39: Die haben dann den Wein nach Irland geschifft, gefahren, wie auch immer, um diesen Wein in diesem Jahrgang zu füllen und haben das bei Guinness abgefüllt.

01:35:50: Weil Guinness hatte die Struktur, was zu füllen und die hatten Produkt, um abzufüllen.

01:35:56: Diese Flasche habe ich leider nie verkaufen können und dann natürlich auch nie probiert, aber das ist natürlich auch schon was einzigartiges.

01:36:03: Ja, ich glaube, das.

01:36:05: Das kann schon auch weinen sehr, sehr gut vermitteln, solche Emotionen der Vergangenheit.

01:36:11: Die zu fünfzehn Jahre zurück gedacht hast du ja mit angefangen, seitdem hast du vieles erfahren.

01:36:16: Ist es für dich noch wichtig, dass du dich informierst, dass dich weiterbildest und falls zufällig ja, wie?

01:36:23: Was ist ein guter Weg, sich weiterzubilden?

01:36:27: Jeden Tag also jeden Tag ist übertrieben aber regelmäßig und da sehe ich ganz sicher heute lerne ich.

01:36:36: Sehr sehr viel von meinen jungen Kolleginnen und Kollegen.

01:36:40: Weil die ganz viel anders probieren als mir damals andere Möglichkeiten haben andere Voraussetzungen haben andere Weine wertschätzen als als.

01:36:53: Darf ich uns zwei eine gleiche Generation reinpacken Silvio um die etwas ältere Generation der der Weinverkoster.

01:36:59: Genau bei älteren pass ich gut rein.

01:37:02: Ja.

01:37:04: Na danke also ja weiß ich nicht ob ich das so vormitteln wollte.

01:37:09: Aber die die die junge Generation geht an Wein viel unbedarf dahin als wir das Fleisch gegangen sind.

01:37:15: sie probieren neue Sachen aus.

01:37:17: ich bin mit Sicherheit zu diesen.

01:37:22: Ja, Low Intervention, naturnahen Weinen, auch eher durch solche Leute wie den Sebastian oder den Loris oder wie auch immer die alle junge Generation heißen gekommen, weil sie halt nicht unbedingt nur Le Flef und Lafau getrunken haben aus dem Burgunzen.

01:37:40: und dann halt auch mal gesagt, dann probiert ihr mal das oder probiert ihr mal jenes.

01:37:43: Oder auch die Zeit in Irland.

01:37:44: Irland ist ein völlig anderer Weinmarkt gewesen vor zwölf Jahren, als wir dort waren, als überall in Mitteleuropa.

01:37:50: Das waren sehr jüngere Generationen, die waren brutal offen.

01:37:53: Da habe ich damals schon meische vergorene Sachen probiert.

01:37:56: Da hat in Mitteleuropa damals über meische vergorene Sachen noch gar niemand nachgedacht.

01:38:01: Und die waren halt gut und nicht schlecht oder fehlerhaft.

01:38:04: Und da finde ich schon, dass ich mich sehr, sehr gerne mit jungen Menschen... Austausch.

01:38:11: ich höre relativ viel Podcast weil ich auch da finde das.

01:38:16: Was andere Menschen zu sagen haben ist sehr sehr interessant.

01:38:19: ich.

01:38:21: Es gibt ein Podcast der in Berlin aufgezeichnet wird der sicherlich eher die Spaß am Wein vermitteln soll aber über den ich auch sehr sehr viel mitbekommen habe.

01:38:30: das vielleicht.

01:38:31: Weil ich den Wein auch über zu lange Zeit vielleicht zu professionell gesehen habe.

01:38:36: Mir gewisse neue Denkanstöße gegeben hat die mir sehr sehr.

01:38:40: sehr, sehr gut getan haben.

01:38:42: Was ich eher weniger bin, ist der Mensch, der Literatur liest, also Weinliteratur.

01:38:47: Das ist für mich oft zu nüchtern, da die Zeit gebe ich gern lieber und besuche Weingüter und unterhalte mich mit den Winzerinnen und Winzern und höre, was die zu sagen haben, als dass ich jetzt viele Bücher durchwälze.

01:39:05: Klar musst du das machen und... Der große Weihnachtler steht auch bei mir immer im Regal und wenn man eine Weinbegleitung schafft, liest man sich natürlich automatisch noch mal intensiver in Weinregionen, Wein-Güter und die Weine ein.

01:39:19: Aber wenn ich jetzt sagen müsste, was für mich eher unrelevant in der Weiterbildung ist, ist mir sicher, dass das Lesen von Fachliteratur im nüchternen Element.

01:39:30: Ist es Social Media?

01:39:32: Hilft ihr es bei der Weiterbildung oder ist es uns oberflächlich und zu... Effektaschent.

01:39:39: Ja, das ist es, aber das ist Effektaschent ist ja tendenziell jegliche Art von Werbung und ich glaube, man kann ja dann auch immer in einer gewissen Art und Weise seinen Filter halt finden.

01:39:49: und wenn man dann weiß, dass Person X oder Person Y irgendwas erzählt, muss man sich ja auch darüber aufregen, dass sie jetzt in dem Moment vielleicht irgendwas erzählt, worüber man gar nicht hinwegkommt sondern einfach sagt okay sie hat aber auch oder er hat auch schon mal was erzählt was ich ganz ganz toll fand oder wo ich mich weiter weiterbilden wollte und was gelernt und was gesehen habe.

01:40:15: ich denke das ist glaube ich auch ein bisschen unsere unser problem vielleicht als der der wir sind.

01:40:23: wir sehen viel zu oft des negativen und viel zu wenig das positive.

01:40:26: wenn ich jetzt irgendwie keine ahnung Man darf ja hier, wenn ich diesen Content angucke, den die Lu produziert.

01:40:35: Das ist natürlich getrieben oft auch durch einen Mitbewerber, der dann da vielleicht natürlich auch seinen Interessen sehen möchte.

01:40:43: Aber das Wissen, das sie vermittelt und den Mehrwert, der ist ja wahnsinnig.

01:40:48: Und sie macht es über so eine Einfachheit der Sache, aber trotzdem tiefgründig.

01:40:55: Das finde ich toll.

01:40:56: Also das finde ich wahnsinnig gut.

01:40:59: Ich filter das raus, was ich rausfiltern muss.

01:41:01: Und ich filter das raus, dass dann halt irgendwelche Weine im günstig preisegment besprochen werden, die für mich jetzt nicht relevant sind.

01:41:09: Aber ich nehme das mit, was für mich sehr sehr relevant sein kann oder ist oder muss.

01:41:14: Und das finde ich toll und das finde ich bei sehr sehr viel Social Media Content genauso.

01:41:19: Wenn man das positive sieht, sieht man es auch.

01:41:21: Und wenn man das negative sehen will, sieht man auch immer das negative.

01:41:24: Man muss sich darauf einzulassen, also du magst du, gibt es andere?

01:41:27: Akteure, die du empfehlen würdest oder den du gerne folgst, wo du sagst, was die machen, wie die es machen, ist absolut mehler.

01:41:38: Ich finde, ich finde in dieser Art und Weise, wie das der, wie heißt der Jann de Sommelier, heißt das glaubt, der macht das lustig, der macht es auf dieser sehr, sehr niederschwelligen, sehr, sehr nahbaren Art und Weise, wo mit Sicherheit viele sagen, was soll das?

01:41:59: Das ist nicht nicht so wie mein wein irgendwie heute nehmen sollte aber das finde ich toll.

01:42:05: Weil genau er erreicht natürlich dann offensichtlich ja auch die menschen die dir.

01:42:11: Die er erreichen möchte.

01:42:13: Verschiede andere anspricht.

01:42:14: also wenn er selber wein macht das er unterbricht was das kostet was ist für in so einer kleinsten produktion eigentlich kostet dass er darüber redet was er im monat an.

01:42:23: Geld ausgibt für wein?

01:42:25: also wenn man sich intensiv damit beschäftigt wie.

01:42:28: ... teuer dieses Hobby eigentlich auch ist, ... ... um sich da ... ... ein profantes Wissen anzutrinken, ... ... was ja auch dazu gehört, ... ... also von dem her ja, ... ... finde ich ganz gut.

01:42:38: Und er hat einen eigenen Stil ... ... und vor allen Dingen eben auch eine gewisse Beständigkeit, ... ... also das ist schon seit einigen Jahren ... ... auf dem Markt und ... ... das ohne Auf und Ab.

01:42:44: Und man sieht, es wächst, ... ... es interessiert und ... ... er hat sich selber gefunden, ... ... also von dem her ja.

01:42:49: Auf

01:42:51: jeden Fall.

01:42:51: Ich finde das, was der Max macht, ... ... der Art der Freesling, das ist ... Vielleicht der hochwertigste Content, den man im Moment auf Social Media bekommen kann, für keine Kosten.

01:43:01: Das ist vielleicht das einzige, was ich ihm angreiten könnte, dass so hochwertig wie sein Content ist, dass auch gerne etwas kosten dürfte, weil sonst dem ein oder anderen, der halt Content generiert und damit Geld verdienen muss, auf der Strecke bleibt.

01:43:17: Aber an sich, was er macht, ist Hansi nicht.

01:43:19: die Tiefe, wie er sich damit beschäftigt, ist... Einzigartig.

01:43:26: Aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich finde solche, solche, sag ich mal, laisse fairen Accounts.

01:43:34: Und da nehme ich jetzt, glaube ich mal, fast alle Berliner Somaliers und Somalieren mit in ein Boot.

01:43:39: Find ich geil.

01:43:40: Das, was das Sebastian macht, das, was Willi und Shelley auch manchmal machen über ihren Wein-Content.

01:43:45: Das finde ich cool.

01:43:46: Das ist irgendwie ungezwungen.

01:43:48: Das ist selten viel zu viel darüber nachgedacht, aber sicherlich immer mit sehr, sehr viel... Seriosität, also Seriosität in dem Moment, dass man sich Gedanken darüber gemacht hat.

01:44:01: Ohne zu tun, als man hätte sich zu viel Gedanken gemacht, das mag ich auch sehr gerne.

01:44:07: Toni, Toni und Milton machen auch noch richtig coole Sachen.

01:44:10: Wenn ich jetzt gerade bekomme, Toni, also Ask Toni und Milton, finde ich schon, die sehen das aus einer anderen Warte heraus und machen das genauso gut.

01:44:18: Also das sind, aber da können wir noch hundert anderen Namen nennen und wahrscheinlich, wenn wir jetzt noch eine Stunde darüber nachdenken, würde der Podcast nicht interessanter werden, aber ich könnte noch ein paar Sachen, ein paar Menschen nennen.

01:44:30: Ich finde es aber trotzdem manchmal auch schön, das herauszuarbeiten, das zu betonen, das zu erwähnen, weil wie du es vorhin erwähnt hast, kann man Sachen positiv oder negativ sehen und einfach die Wertschätzung den Kollegen aussprechen, dass die sich, das ist ja doch richtig viel Arbeit, also sich dahin zu setzen, so ein Post zu machen, also ein Video zu schneiden oder irgendwie real zu erstellen und dass die sich die Arbeit, klar, oftmals aus Eigen, Marketing heraus aber nicht selten einfach auch um die Weinwelt zu bereichern.

01:45:00: das finde ich super und sie können dann teilweise das finde ich eben auch.

01:45:04: Total spannend sehr stark beeinflussen können.

01:45:06: Trends gründen.

01:45:07: findest du Trends wichtig und gibst Trends die du mega cool findest und manche die du dich einfach schmunzeln lassen.

01:45:16: Um das abzuschließen von vorher ich finde einfach auch dass das ganz sicher ein Teil unserer Arbeit sein darf oder sollte.

01:45:24: der älteren Generation halt auch den den jungen immer mehr die plattform zu geben.

01:45:31: wir wollten diese plattform ja auch irgendwann mal haben.

01:45:33: wir waren ja auch irgendwann mal die jungen und waren froh dass vielleicht die generation vor uns ein bisschen beiseite gegangen ist oder uns an die hand genommen hat.

01:45:40: ich finde das ist schon sehr sehr dessen ich heute.

01:45:43: mit sicherheit bin in einer anderen position und nicht mehr reiner sommer je ist mit sicherheit meine aufgabe die die jüngeren an die hand zu nehmen die Jüngeren zu begeistern, aber den Jüngeren dann auch direkt auch eine Plattform zu geben.

01:45:56: Und zu sagen, hey, guck dir das an.

01:45:58: Was Sebi macht im Jakobi, was Loris macht im Einstellungsengagen.

01:46:03: Gott, toll, dass ich die mitbegleiten durfte sensationell.

01:46:07: Die sind heute mit Sicherheit die komplexeren Someliers, als ich es jemals war, weil sie viel breiter aufgestellt sind.

01:46:14: Also, das ist mir schon sehr, sehr wichtig, da irgendwie so ein bisschen ein Platz zu geben, um... ... in der jüngeren Generation einen ... ... oder auch Plattformen zu geben ... ... mit irgendwelchen Veranstaltungen, ... ... dass man sagt, okay, man ... ... man schafft die Plattformen, ... ... wie du sie jetzt ja auch gibst ... ... als ... ... evergreen sag ich mal so, ... ... den Greenhorns ein ... ... ein Blatt zu geben und sagen ... ... hey, hier guck mal hier ... ... habt ihr ... ... zweieinhalb, drei ... ... oder nur anderthalb Stunden, ... ... je nachdem wie lange ihr wollt, ... ... die Zeit euch ... ... euch selber auch mal zu zeigen, ... ... das finde ich ganz toll.

01:46:50: Jetzt habe ich deine Frage vergessen, Entschuldigung.

01:46:52: Wie Trends?

01:46:52: Ich

01:46:53: glaube Trends sind sehr, sehr wichtig, weil durch Trends kann natürlich auch immer eine Bewegung entstehen und eine Bewegung ist tendenziell erstmal was sehr, sehr hilfreiches.

01:47:03: Ich meine, wenn man jetzt mal zehn, fünfzehn Jahre zurückgeht, war mit Sicherheit ein Trend in Deutschland, dass auf einmal sich mehr Produzentinnen und Produzenten sich mit Sekt auseinandergesetzt haben.

01:47:17: Und nicht einfach nur Sekt gemacht haben, weil halt noch zweitausend Liter irgendwas übrig war.

01:47:22: Und man das dann irgendwo hingegeben hat und gesagt, ja mit Kohlenzeuge verkaufen wir es auf jeden Fall an Silvester.

01:47:28: Dieser Trend ist glaube ich mittlerweile zu einer handfesten Bewegung geworden und mit Sicherheit auch zu etwas, was darauf wir sehr, sehr stolz sein können, der deutsche Sekt mit seinen ganzen Produzentinnen und Produzentinnen und der Seriosität, die mittlerweile gelebt ist, hat glaube ich die... Diese Qualität erreicht die mir vielleicht vor vor hundert dreißig hundertvierzig Jahren in deutschland auch schon mal hatten.

01:47:53: Und verloren haben und das finde ich ganz ganz toll.

01:47:55: also diesen Trend finde ich super aber das kann man auch glaube ich heute nicht mehr als Trend bezeichnen.

01:48:01: Ich finde

01:48:02: was war mein Trend?

01:48:03: aus dem heraus dass ein dass ein winzer in der Tat gesagt hat also wir machen liqueur wir machen.

01:48:10: Rotwein, Weißwein, Süßwein, Trocken, wir brauchen auch einen Sekt und dann hat man den halt irgendwie erzeugt, ist da mittlerweile eine ganze eigene Entwicklung, ein eigener Stil auch entstanden.

01:48:21: Genau,

01:48:22: also das ist ein tollen Trend.

01:48:24: Ich habe manche Trende oder manche Trends sind mir zu oft von Weinhändlern oder Produzenten getriven.

01:48:34: Okay zum Beispiel irgendwelche jungen Menschen möchte ich keine Beispiele nennen weil sonst würde ich irgendjemand irgendwie zu sehr irgendwie.

01:48:43: Negativ sein ist das ich gar nicht möchte aber ich sehe das sehr sehr viele jüngere Kolleginnen und Kollegen.

01:48:52: Mit Sachen konfrontiert werden die ihnen.

01:48:56: Ich möchte über Deutschland weniger Urteilen weil ich das Deutschland zu wenig ein aber in der Schweiz hat man schon sehr die Weinkarten gemerkt.

01:49:03: anhand den Weingütern oder den Weinstilen, die die großen der Schweiz für wichtig erachtet haben für die nächsten Jahre.

01:49:13: Und das finde ich dann oft schade, weil Händler sind wichtig und wir brauchen sie alle.

01:49:17: und es ist auch toll.

01:49:18: und ich möchte auch niemals ein Händler negativ beurteilen, weil das was sie natürlich auch tun für die Weinwelt ja auch relevant und wichtig ist, aber ein Händler... ist ein Händler, also er verkauft ein Produkt und er sollte eigentlich keine Trends bestimmen oder Trends vorgeben, weil dafür hat er zu wenig handwerklich mit irgendwas gearbeitet.

01:49:37: Sind das dann wirklich Trends, also Trends sind für mich Entwicklungen, wo man sagt man initiiert etwas neu oder fokussiert etwas neu.

01:49:44: Dass diese Situation, wie du es beschreibst, ist für mich einfach eine Verkaufssituation und die sind dann entsprechend aktiv, aber es ist nicht wirklich, finde ich zumindest ein Trend.

01:49:53: Oder habe ich dann falsches

01:49:54: Verständnis dafür?

01:49:56: Ja vielleicht nein glaube ich falsch sicherlich nicht.

01:49:58: wahrscheinlich haben wir halt beide irgendwie so ein bisschen die andere Auffassung von dem was ein Trend auch sein kann.

01:50:04: Für mich ist das das Negativ Beispiel.

01:50:06: wie gesagt der positiv ein Trend ist für mich was Positives dass ich in Richtung entwickelt und dann irgendwie mit Sicherheit spannend wird.

01:50:14: Und auch dann seriös und dann finde ich es super.

01:50:17: Dann finde ich es ganz ganz toll.

01:50:19: und ich glaube auch sage ich mal wenn man sich so überlegt wie die wie die Entwicklung der deutschen Schaden.

01:50:26: In den letzten fünfzehn Jahren war, war das am Anfang mit Sicherheit ein Trend, wo man gesagt hat, das soll schmecken wie irgendwas aus dem Bugun, möglichst viel Reduktion, möglichst flintig und steinig.

01:50:38: Und mittlerweile ist das nicht mehr so.

01:50:41: und die, die, die oder viel weniger so und die, die, die tollen deutschen Chardonnays, die man zurecht als tollen Chardonnay bezeichnen darf, haben ihr eigenes Geschmacksprofil gefunden.

01:50:52: Und wenn aus einem Trend oder aus einer Also aus einem Trend eine Bewegung entsteht und eine Begeisterung für die Produkte, dann finde ich das ganz, ganz toll.

01:51:03: Wenn das nicht passiert, glaube ich, ist das auch ein Trend, der halt dann im Endeffekt, wie du es beschmunzelt werden kannst, wobei ich finde es immer sehr, sehr schwierig, über irgendwas zu schmunzeln, wenn man es nicht selber einschätzen kann.

01:51:37: Ich stelle die Frage, wenn du ein Wein wärst.

01:51:39: Welcher Wein wärst du?

01:51:40: gerne und stell dir vor, du wärst ein Tinderbarocker.

01:51:43: Du trägst die Seele Südafrikas in dir, bist ein bisschen robust und wenig wild und immer bereit für eine gute Geschichte.

01:51:51: Und dann sitzt du auf einer staubigen Veranda in den Hügeln von Swatland.

01:51:56: Die Sonne brennt wie ein alter Bekannte, der dich beim Wiedersehen ein wenig so fest drückt und deinem Glas schimmert etwas, das aussieht wie ein flüssiges Rubin mit einem Hauch von Abenteuer.

01:52:08: Das ist der Zwei-Tausend-Zwein-Zwanziger-Alles-Verloren-Tinder-Barocker.

01:52:12: Kein Wein für den schnellen Schluck, sondern einer, der dich einlegt, dich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und zu lauschen.

01:52:19: Klingt interessant?

01:52:20: Dann lass mich davon berichten und lass mich beginnen mit der Geschichte.

01:52:23: Denn ohne sie wäre dieser Wein nur ein weiterer Rotwein in einer Flasche.

01:52:27: Und das wäre ja langweilig.

01:52:29: Alles verloren klingt dramatisch, oder?

01:52:31: Und ja, es ist so, als wenn dieser Wein dir sagen wollte, hey.

01:52:36: Ich habe es nicht leicht gehabt, aber schau mich an.

01:52:38: Die Farm liegt im Herzen des Swadlands in Südafrika und ihre Wurzeln reichen zurück bis siebzehnthundertvier.

01:52:45: Stell dir vor, die ersten Siedler kommen aus dem Nichts, bauen ein Haus, pflanzen Reben und dann zack, brennt alles nieder.

01:52:53: Wahrscheinlich ein Buschfeuer oder ein unglücklicher Unfall, aber die Legende sagt, sie nannten es alles verloren.

01:53:00: Weil genauso war es damals, sie haben alles verloren.

01:53:04: Die Ironie des Schicksals, aus diesem Verlust entstand eines der ältesten Weingüter Südafrikas und ist heute noch ein Juwel, das mehr gewonnen hat als verloren.

01:53:18: Und seither ist es eine Familiensager, die besser ist als jede Netflix-Serie.

01:53:24: Ja, und die Melons sind Pioniere.

01:53:38: Das war revolutionär.

01:53:40: Denn bis dahin war Südafrika mehr auf französische Klassiker fixiert.

01:53:44: Aber die Mellons dachten, warum nicht ein bisschen Portugal in die südafrikanische Sonne bringen?

01:53:49: Zumindest ist das Klima ja das gleiche.

01:53:52: Und heute... umfasst das gut zweiundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

01:54:17: Die Farm liegt am Fuße des Castellbergs, ein Berg, der wie ein alter Wächter über die Rebentronen.

01:54:25: Die Böden sind schalig und sansteilig, mit einem Hauch von Eisen, der den Wein diese mineralische Sterfe schenkt.

01:54:32: Die Malans praktizieren nachhaltigen Anbau.

01:54:35: Kein übertriebene Bewässerung stattdessen Trockenlandbau, der die Reben zwingt, tief zu wurzeln und den Charakter zu entwickeln.

01:54:41: Sie haben sogar eine eigene Klonlinie entwickelt, TB-Achtunddreißig aus ihrem Tinder-Barocker-Stock von nineteenhundert-Achunddfünfzig, der jetzt Standard ist.

01:54:53: Und das ist nicht nur südafrikanische Weingeschichte, das ist Weing Wissenschaft.

01:54:58: Genetik die Resilienz schafft.

01:55:00: Und weißt du was das Verrückte ist?

01:55:02: In dieser Region, die früher wegen des Renosterbus gestrübst, als das dunkle Land bekannt war, haben die Mellons bewiesen, dass aus scheinbar unfruchtbar am Böden Gold entsteht.

01:55:14: Oder besser gesagt, Robinrot.

01:55:17: Und jetzt zum Star.

01:55:18: Tinder-Barocker.

01:55:19: Der Name klingt wie eine exotische Tänzerin.

01:55:21: Oder?

01:55:22: Aber lass dich nicht täuschen.

01:55:24: Diese Rebe hat mehr Power als ein Rock-B-Star aus dem Springbird-Team.

01:55:28: Ursprünglich aus dem Doroteil, wo sie seit dem dreizehnten Jahrhundert für Portwein verwendet wird.

01:55:33: Und dort heißt sie Tinterbrocke.

01:55:35: Was soviel wie tonige Tinte bedeutet, wegen ihrer tiefen, dunklen Farbe.

01:55:40: Sie ist eine Kreuzung aus Touriga, National Morisco, Tinto und in Portugal ist sie eine der fünf großen Portsorten.

01:55:46: Hochertragreich, zuckereich, mit hohem Alkoholpotenzial, aber niedriger Säure.

01:55:50: Die Bären sind dünnerheutig schwarz und sie reifen früh, was sie ideal für heiße Klimatonen macht.

01:55:57: In Südafrika landet sie in den neunzehnundzwanziger Jahren.

01:55:59: anfangs, verwechselten sie die Winter mit Shiraz.

01:56:02: Klassischer Fuppa.

01:56:04: Aber schnell merken sie, das ist was Besonderes.

01:56:07: Heute ist Tint der Barocka eine Rarität in Südafrika mit nur ungefähr dreihundert Hektar Bepflanz, hauptsächlich in Swatland.

01:56:16: Und alles verloren verheift, dieser Rebsort in Südafrika erwachsen zu werden.

01:56:21: Die Winification ist Oldschool, jedoch mit

01:56:23: modernem

01:56:23: Twist.

01:56:24: Minimale Intervention, Maischegärung, fünf bis sieben Tage bei fünfundzwanzig Grad, täglichere Montage und acht Monate in französischen Eichenfässern Neuen, welche mit Ersten welcher aus zweiter Belegung, Medium Toasted.

01:56:36: Sechs Monate Flaschenreife, minimal geschweffelt, minimal filtriert, haben wir einen Wein, den zu beschreiben, die Zeit leider nicht mehr reift, den man einfach erleben muss.

01:56:46: Vielen Dank für dieses ganz besondere Weinerlebnis, dem Hause alles verloren und dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:57:04: Und manchmal hat sowas ja auch ein Hintergrund, also keine Ahnung, auch der Wallentintagstrend, der irgendwann, neunzehnt zwanzig vom Blumenhändler New York initiiert wurde.

01:57:12: Der ist natürlich ein kernkommerzielles Ding.

01:57:16: Eigentlich in dem Sinne auf der einen Seite sinnlos, auf der anderen Seite, hey, haben wir einen Tag, wo wir uns konzentriert aufeinander freuen.

01:57:22: Und dann manche Jungs halt genügend werden, ein paar Blumen zu kaufen und von dem her auch der Kommerz dort angekobelt wird.

01:57:28: Also ich finde man kann in einem auch was was Positives und was Negatives sehen, aber manchmal hat es trotzdem einen für den einen oder anderen sinnvollen Hintergrund.

01:57:39: Aber dann ist das jetzt das mich auch was gebracht, was ich ein sehr sehr schwierigen Trend finde, ist diesen dieser Trend hinzu von mir aus Try January oder Sober Oktober und nicht weil die Menschen bewusster oder relevanter über das Konsumieren von Alkohol nachdenken sollen.

01:57:59: Das ist mit Sicherheit richtig.

01:58:00: Aber wenn man praktisch eine ganze Bevölkerung sagt, trinkt im Januar und dann vielleicht auch noch im Oktober am besten kein Alkohol, finde ich, ist das ein gefährliches Zeichen auch Richtung dann wieder der Gastronomie, den Betrieben, die davon auch leben, dass Alkohol verkauft wird.

01:58:18: Und wenn ich zwei von zehn Monaten in einer Bar Kein Alkohol verkaufe, weil die Leute alle sagen, sie wollen kein Alkohol trinken.

01:58:25: Kann man immer noch sagen, ja, man könnte natürlich auch alkoholfreie Alternativen anbieten in der Zeit.

01:58:30: Das ist mit Sicherheit auch richtig und das macht man auch.

01:58:32: Und wir haben ja auch hier im Seegut eine wahnsinnig große Karte an alkoholfreien... Alternativen, hört sich immer so blöd, an alkoholfreien Getränken.

01:58:42: Aber man muss natürlich auch sagen, diese Weinlaune mit den leicht... geröteten Kopf und der lockeren Zunge entsteht halt nicht bei drei Flaschen alkoholfrei, sondern halt bei drei Flaschen Wein.

01:58:55: Und ich glaube, ich möchte nicht in der Haut einer Bar stecken mit einer sehr, sehr hohen Miete, mit sehr, sehr hohen Verpflichtungen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitenden gegenüber.

01:59:07: Und dann muss ich mir anhören lassen von Industrie auch.

01:59:10: Es ist toll, wenn wir jetzt zwei Monate im Jahr kein Alkohol trinken.

01:59:13: Es ist viel zwei Monate.

01:59:15: Also das ist vielleicht ein Trend, den ich nicht so toll finde.

01:59:17: Ohne jetzt zu sagen, dass man nicht darüber nachdenken soll, wie man Alkohol responsible trinkt, auf jeden Fall.

01:59:25: Das ist mit Sicherheit auch eine Aufgabe von uns in unserer Porsche.

01:59:29: Finde ich auch, hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun.

01:59:31: Also das da rein oder das eine als Argument für das andere zu nutzen, bringt es überhaupt nicht.

01:59:36: Wir sind jetzt ja auch gerade mitten im Januar, also wenn die Folge ausgestrahlt wird, von dem her, passen diesen mahnenden Wort.

01:59:44: Perfekt dazu.

01:59:47: Was ich aber auf der anderen Seite, und ich glaube, das hast du auch gerade gesagt, ganz gut finde, dass die Möglichkeit, ein Interessensfeld für alkoholfreie Sachen zu schaffen und das Qualitätsbewusstsein dafür voranzutreiben, eigentlich ganz gut finde.

02:00:03: Und das wird ja meistens nur dann gemacht, wenn es intensiv konsumiert wird.

02:00:07: Und was da jetzt in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, finde ich schon teilweise ganz spannend.

02:00:13: Auch die Akzeptanz.

02:00:17: Wir haben unser erster Sohn ist im Dezember-Zweiteusendneunzehn auf die Welt gekommen und meine Frau und ich, wir haben uns beide, wir haben uns in der Gastronomie kennengelernt und haben mit Sicherheit auch bevor meine Frau schwanger war, natürlich dann das Leben so halt gelebt mit zusammen was trinken und zusammen essen gehen.

02:00:35: Und dann habe ich damals, habe ich ja für den Weinhändler in der Schweiz gearbeitet und habe gesagt, wir sollten uns unbedingt Gedanken über alkoholfreie Produkte machen.

02:00:43: Weil meine frau jetzt gerade das beste beispiel hätte gern mal diesen genuss nicht das getränkt sondern der stimmung.

02:00:51: kann aber oder will jetzt gerade kein alkohol trinken.

02:00:54: und da bin ich damals sage ich mal belächelt worden oder gesagt ja Wir sind ein weinhändler und wir verkaufen auch wein und mittlerweile ist die firma für dich gearbeitet habe einer der treibenden kräfte für alkoholfreie produkte in der höherwertigen Qualitätsstufe, ob das jetzt entalkoholisiert ist oder andere Produkte, die weinähnlichen Charakter bringen auf Frucht oder Tee oder oder oder Kombucha-Basis.

02:01:24: Und das finde ich halt schon.

02:01:25: Ich glaube, da hat ein Umdenken stattgefunden und das ist wichtig.

02:01:29: Und das ist auch toll.

02:01:31: Und ich glaube, das ist wie mit... Das ist wie mit pilswiderstandsfähigen Rebsorten, dem Elektroautor oder dem alkoholfreien Bier, wenn man von Anfang an immer sagt, das kann nicht funktionieren, wird es auch nie funktionieren.

02:01:42: Aber wenn ich eine pilswiderstandsfähige Rebsorte nur deswegen anpflanze, weil das die schlechteste Lage ist mit wenig Sonne und viel Feuchtigkeit, dann kann das nicht werden, aber da wächst auch ein Pino nicht drin gut.

02:01:55: Wenn ich aber die Pivi-Rebsorte in meinen Zahnestück setze und der zwanzig Jahre Zeit gebe, wird das vielleicht auch ein großer Wein oder eine große Rebe um einen dann aus einen tollen Wein zu machen.

02:02:09: Und ich glaube das ist bei allem die ersten Alkoholfreien Biere haben auch grauselig geschmeckt.

02:02:16: Mittlerweile würde ich behaupten gibt es alkoholfreie Biere, wenn man mir das nicht vor Augen führt merke ich gar nicht, dass es alkoholfrei ist, außer dass natürlich der Rausch nicht einsetzt.

02:02:25: Und ich denke, dass das mit diesen Weinalternativen mittlerweile halt auch ist.

02:02:30: erst mal ist dieser entalkoholisierungsprozess besser geworden wobei da mal immer sagen kann sollte man aus einem natürlich entstandenen produkt wieder irgendwas wegnehmen das mit sicherheit auch nicht unbedingt nachhaltig genug sind.

02:02:43: genug ist dann aber ich finde gerade diese alternativen ob das jetzt muris in kombucha oder diese ganzen sachen die auch von wiesen macht mit mit frucht auszügen mit t auszügen mit kreut auszügen das ist doch wahnsinn.

02:02:56: Die Tiefe die da entsteht ist unglaublich und das sie mir ganz am Anfang wenn wir da ist noch zwanzig Jahre lang weiter.

02:03:02: In Anführungszeichen experimentieren sie mir da glaube ich auf einem Stand der der Arten beraubend sein kann.

02:03:08: Wann trinkst du Wein.

02:03:09: um zurück zum Wein zu kommen?

02:03:10: Hast du Momente wo du sagst total gerne und einen rauen Längen?

02:03:14: Immer in Gesellschaft.

02:03:15: Ich trink eigentlich nie alleine Wein.

02:03:19: Ich bin ein.

02:03:20: ich trink sehr sehr gern Bier.

02:03:22: Für mich ist das Getränk.

02:03:24: dass ich zum Feierabend trinken würde, wäre immer ein Bier als ein Glas Wein.

02:03:29: Für mich muss Wein ist Gesellschaft.

02:03:31: Und nicht Gesellschaft, dass man sagt, man trinkt halt einfach so.

02:03:34: Ich liebe auch den Austausch.

02:03:36: Ich liebe das mit Freunden, mit Kollegen, zehn Flaschen Wein aufzureißen.

02:03:41: Und die müssen auch gar nicht alle ausgetrunken sein, sondern einfach, dass man sich immer mal wieder über was Neues Gedanken macht, über was Neues ausgesprochen hat, was nochmal was Neues probiert hat, was Neues gesehen hat.

02:03:53: zurückzuprobieren, vorzuprobieren.

02:03:55: Also es ist sicherlich auch ein für mich gesellschaftliches Ding.

02:03:58: Ich liebe, bei einer Gesellschaft zu trinken, um es zu entmystifizieren und trotzdem sehr sehr viel drüber nachzudrücken.

02:04:05: Gebe es trotzdem Grenzen bei dir, weil du entmystifizierend sagst.

02:04:09: Grenzen bei dir, die du niemals machen würdest mit Wein.

02:04:12: Also findest du, Wein verdient immer einen gewissen... Respekt und sollte in einer gewissen Form getreated werden.

02:04:21: oder sagst du nächstes alles pipapo.

02:04:24: Und je nachdem also flasche auf anhalts und los.

02:04:28: Genau das nicht.

02:04:30: ich finde das allerschlimmste was man im wein machen kann es in innerster flasche zu trinken.

02:04:34: Das ist für mich also das ja keine an weiß ich auch gar nicht warum.

02:04:40: aber das ist für mich das ist nicht das.

02:04:44: Da kann ich auch nicht.

02:04:45: Nicht sagen also wenn ich das sehe, dass irgendjemand einen Wein aus der Flasche trinkt, dann bricht das immer wieder aus mir raus und dann sage ich hey komm das nimmt den Glas.

02:04:55: Das finde ich das ist den Produkt nicht wirklich.

02:05:00: Das ist was was ich finde was man nicht machen sollte.

02:05:02: aber auf der anderen Seite muss ich auch da wieder sagen.

02:05:05: Es ist wahnsinnig schwierig irgendwie zu sagen das sollte man nicht machen nur weil man selber irgendwie eine gewisse Erwartungshaltung an ein Produkt hat.

02:05:12: Ich denke, wenn jemand der Eiswürfel in sein Wein reinwirft und er nicht mein mundgeblasenes Glas dafür verwendet, dann soll es so sein.

02:05:22: Ich muss es ja nicht trinken.

02:05:24: Und wenn ich würde mit Sicherheit, glaube ich, dem Gast nicht die Cola in sein Rotwein lernen, aber wenn er eine Flasche Rotwein bestellt und nebenher eine Cola weiß ich ja erst mal eh noch nicht, was er damit macht.

02:05:35: Denn wenn er es dann da rein lehrt, was soll ich dann machen, ihn von der Terrasse verweisen?

02:05:40: Nein.

02:05:41: Dann ist es halt so, dann ist es schade, dann habe ich vielleicht auch selber nicht unbedingt den richtigen Weg gefunden, den Gast abzuholen für einen Wein, der ihm schmeckt.

02:05:51: Aber tendenziell, wenn er die Flasche bezahlt, ist es ja auch sein Produkt, als er da vermachen.

02:05:57: In den, sage ich mal, gesellschaftlichen Rahmen, was er möchte.

02:06:04: Aber ich würde sicherlich nicht machen, also ich würde... niemals ein süß ein süßen sprudel in ein wein rein machen ja um irgendwas damit zu erreichen dann würde ich lieber den kabinett trinken und sagen damit habe ich riesengroße freute.

02:06:19: aber ich bin kein.

02:06:23: ich war früher da glaube ich zu extrem den menschen vorzugeben was sie machen sollen.

02:06:27: das finde ich nicht gut weil dadurch entsteht auch sehr sehr viel vielleicht missgunst oder oder oder

02:06:34: oder Inakzeptanz

02:06:36: und Verständnis gegenüber jemand anderen in Akzeptanz, das ich gar nicht gut finde, weil wir alle hoffen.

02:06:43: Und wünschen uns in einer gewissen Art und Weise hin und wieder Akzeptanz.

02:06:47: Und jeder macht irgendwas anderes.

02:06:48: Das ist auch wie gesagt, ich trink wirklich sehr, sehr gern Bier und habe da auch eine gewisse Freude da dran.

02:06:54: Und dann ist es genauso, wenn mehr Menschen immer wieder sagen, ja, da bist du ein Sommelje, wie kannst du Bier trinken?

02:06:59: Und dann denke ich mir so, okay, und du bist Versicherungsmarkler und.

02:07:03: ... hast trotzdem irgendwie auch noch ... ... einen Beruf der dich vielleicht irgendwie ... ... einem Risiko aussetzt, keine Ahnung, ... ... du mal vergleichest, aber ... ... lass doch die Menschen machen, ... ... was sie denken, ... ... und wenn sie jemand anders dadurch nicht ... ... in seiner Art stören, ... ... ist es doch völlig okay, ... ... lass doch machen, was du willst, ... ... trink was du willst, ... ... mach was du willst, ... ... beschäftige dich damit, ... ... ich beschäftige mich viel mit Bier, ... ... ist doch auch okay, ja also.

02:07:33: Gut, das sind teilweise negativ Beispiele, gibt es für dich auch positive Beispiele, also Rituale um Weinen, wo du sagst, boah, wenn das jemand macht, das finde ich beeindruckend, das finde ich schön, das finde ich ästhetisch, das finde ich berührend.

02:07:47: Ich finde, wenn jemand für seine Art und Weise einen tollen Weinservice macht, das finde ich sehr schön.

02:07:55: Was ist für

02:07:55: dich ein toller Weinservice?

02:07:56: Also, wie definiert?

02:07:58: Individualität.

02:08:00: Wenn der das, sage ich mal, so wie er es macht, hochwertig und immer macht.

02:08:06: Und da geht es gar nicht darum, dass das Etikett immer zu mir zeigt oder dass ihr die Flasche stehen lässt oder wie auch immer.

02:08:11: Wenn er irgendwie so in seiner Art und Weise, wie er den Service auch sonst am Tisch macht, diesen Weinservice macht, indem er die Flasche dann vielleicht in die Hand nimmt oder den Korken in einer gewissen Art und Weise rauszieht, das finde ich ganz toll, wenn man einfach sagt, okay, das ist dem sein... Markenzeichen.

02:08:31: oder das ist seine Art und Weise wie die Emotion zu dieser Flasche die ja nur verkauft in Anführungszeichen.

02:08:37: Trotzdem bis bis zum letzten Schluck auch erleben lässt und.

02:08:42: Ja also das Sebi für mich auch ein ganz ganz tolles Beispiel.

02:08:45: der macht es sicherlich sehr sehr unkonventionell.

02:08:47: Weil er aber halt auch oft in Betrieben gearbeitet hat wo er keine Gerrit aus hat oder wie auch immer wie Sebi eine Flasche Wein in der Hand.

02:08:55: Am Gast aufmacht das das hat was das.

02:08:58: Also Sebis Sebastian Westfall, ein Freund von dir.

02:09:01: Ja genau Sebastian Westfall, ja genau.

02:09:04: Also es ist für dich mehr Persönlichkeit als Technik.

02:09:08: Würde du sagen würdest, das was für mich ein Service ausmacht, einen guten Service ist eigentlich die Persönlichkeit der Person, die diesen Service ausführt, als die Technik und die Dinge die er selber macht.

02:09:18: Also das mit drei Meter abschließt.

02:09:21: Also natürlich Grundlagen sollte man... Genau, ja genau.

02:09:24: Grundlagen sollte man natürlich beherrschen.

02:09:26: Ich habe jetzt keine Lust, dass jemand so extravagant eine Flasche Schaumwein öffnet, dass mir der Korken entgegenfliegt.

02:09:34: Oder irgendjemand anders im Kopf trifft.

02:09:35: Klar, natürlich da mit Sicherheit irgendwie so ein bisschen halt auch auf die Daumen auf die Agraffe und solche Sachen achtet.

02:09:43: Aber sonst finde ich schon Individualität ist toll, solange es halt einfach passt, solange es funktioniert.

02:09:49: Und wir bei uns jetzt im Restaurant haben auch keine Geri daraus, also wir müssen zwangsläufig irgendwie ein Weg finden, wie man eine Flasche Wein wirklich wertig am Gast öffnet.

02:10:00: Und auch da finde ich immer wieder so, ich habe versucht den Menschen, die mit mir zusammengearbeitet, immer zu sagen Freunde.

02:10:08: Wenn ihr die Weinbegleitung erklärt, weil ich es nicht an jedem Tisch zu jeder Zeit erklären kann, nehmt niemals meine Worte, findet eure eigenen Worte.

02:10:16: Weil wenn eine neunzehnjährige Kollegin, die bei uns im Restaurant arbeitet, das erzählt, was ich erzähle, glaubt es halt kein Mensch.

02:10:24: Und auch zurecht nicht.

02:10:25: Und wenn sie aber dann sagt, diesen Wein durfte ich kürzlich mal probieren mit diesem Gericht und so, was habe ich vorher noch nie geschmeckt und das hat mir irgendwas gezeigt, das finde ich toll.

02:10:34: Dann glaube ich der Kollegin das und dann finde ich das auch.

02:10:37: Dann macht mir das auch Spaß, anstatt mit irgendwelche vorgefertigten, auswendig gelernten Keypoints vorzulesen.

02:10:48: Ohne Frage,

02:10:48: das ist aber glaube ich dann auch so, dass was du als Tommy können musst, den Mitarbeitern diese Sicherheit zu geben.

02:10:56: diese so zu begleiten, dass sie sich eigenkreativ entwickeln können und ihre eigene Interpretation letztlich auch dafür finden, weil sowas fällt einem ja nicht irgendwie den Schoß oder vom Himmel, sondern das ist ja dann auch wieder die Lehre, die du dann irgendwo vermittelt.

02:11:08: Aber wenn du selber in ein Restaurant gehst, ist es für dich wichtiger, welche Weinauswahl das dort gibt, also die Weinkarte oder ist es die Person?

02:11:16: Wenn wir was rein auf den Wein runterbrechen, also die Restaurantwahl, was fasziniert dich mehr, so wie jemand?

02:11:24: Eben dieser Persönlichkeit die Wein zelebriert vielleicht auch empfiehlt oder so sagst ich brauche da unbedingt fünfzehn Jahrgänge.

02:11:30: Schato schlag mich tot auf der Karte um.

02:11:33: Ich selber dort richtig ausleben zu können.

02:11:39: Ich glaube wenn ich jetzt mit meiner Frau wenn sie mal wieder ein Glas Wein trinken würde mit mir zusammen in ein Restaurant gehen würde nach.

02:11:51: Sehr sehr lange Zeit weil sie immer.

02:11:54: entweder gestillt hat oder fast schon, aber also das ist ein Betriebe, aber wir haben drei Kinder in den letzten sechs Jahren, also die Zeit, wo sie im Endeffekt nicht trinken wollte oder durfte, also dürfen tut sie ja, aber sie wollte es nicht und das finde ich auch toll, war eine sehr lange Zeit, dann würde ich ganz sicher irgendwo hingehen, wo die Person, die uns bedient, uns kennt, aber eher im Hintergrund wäre, weil dann soll an diesem Tag meine Frau und ich die Hauptrolle spielen.

02:12:18: Und dann würde ich mir wahrscheinlich den Seller einfach eine Flasche Beine aussuchen, die Die wahrscheinlich auch bekannt ist, die meine Frau unglaublich gut schmeckt und wir dann einfach diesen Tag.

02:12:27: Mit dem Wein, aber eigentlich mit uns genießen.

02:12:29: Wenn ich jetzt mit dir oder mit einem Kollegen irgendwo hingehen würde, würde ich glaube ich.

02:12:35: In erster Linie immer nach der Weinkarte gehen, weil man ja Menschen nicht unbedingt vorher kennt.

02:12:40: Aber ein wiederkehrender Besuch wäre für mich dann ganz sicher eher, wenn der Mensch, der den Wein präsentiert, einen sensationellen Job gemacht hat als die tiefste Weinkarte.

02:12:52: Ich

02:12:53: finde sowieso auch vielleicht, weil ich das in Vergangenheit hatte, sehr sehr große Weinkarten oft auch sehr belastend oder sehr doch belastend ist ein richtig richtiger Betrieb, weil ich mich dann auf der einen Seite mit der Weinkarte beschäftigen möchte und in dem Moment natürlich auch mich viel weniger mit meinem Gegenüber beschäftige und natürlich auch dann immer so das Gefühl habe, Wo soll die Reise jetzt hingehen?

02:13:20: Und wenn, sag ich mal, der Sommelier zu mir kommt und sagt, hey Tobias, du machst das schon dreimal bei uns.

02:13:26: Hier ist die Weinkarte, du kennst sie.

02:13:28: Aber ich hab irgendwas, was ich glaub, was euch zwei heute Abend richtig viel Spaß machen könnte.

02:13:33: Dann vertraue ich diesem Mensch, das find ich toll.

02:13:35: Dann lerne ich in der Regel auch was Neues, weil wenn man sich die Weinkarte auch so aufnimmt und was aussucht, ist die Gefahr, dass man was aussucht, was man irgendwie ja schon mal getrunken hat oder kennt.

02:13:48: natürlich schon sehr groß und das nimmt ihr dann auch irgendwie selber so ein bisschen die das die entdecker lust weg.

02:13:58: und wenn wir dann wenn du mir irgendwo wenn wir irgendwann mal zusammensitzen ein flasche hier guck uns wie la sparina heute ja ich hätte das mir niemals ausgesucht.

02:14:09: ich habe das jetzt probiert und muss ganz ehrlich sagen erst mal hat es mich emotional gepackt und zweitens mal gefällt mir der weihnachtgut.

02:14:15: ja man da habe ich jetzt heute mehr mitgenommen als wenn ich jetzt irgendwie den dritten Chardonnay von Conterno mir ausgesucht hätte, wenn ich in Italien heute bleiben hätte müssen.

02:14:25: Auch das ist ein guter Wein, aber das habe ich halt schon mal getrunken.

02:14:30: Und das finde ich, glaube ich, schon das in die Personen dahinter.

02:14:34: Das wünsche ich mir ja auch, wenn die Menschen zu uns ins Restaurant kommen, dass ich dann dahin gehen kann und sagen, hey, habt ihr nicht Lust?

02:14:41: Ich mache was Tolles.

02:14:43: Das wünschen wir uns doch, glaube ich, alle in unsere Branche.

02:14:45: Gibt es ein Weinladen, der dich nachhaltig beeindruckt hat?

02:14:50: Muss ich ein oder darf ich auch mehr?

02:14:53: Wir haben Stundenzeit.

02:14:54: Go ahead.

02:14:56: Okay, sehr gut.

02:14:57: Also was mir sehr, sehr gut gefällt, ist der Cloup Pot in der Champagne.

02:15:02: Dieses Papp, das eine wahnsinnige Champagner-Weinkarte hat, das finde ich einfach vom Viper geil.

02:15:08: Wenn ich irgendwann mal mich selbstständig machen würde, würde ich auch genau das machen.

02:15:11: Ich würde eine Papp-Atmosphäre machen mit einer tollen und lustigen Weinkarte.

02:15:16: Ich finde... Als wir damals, das ist natürlich auch ein paar Jahre her, aber wie gesagt, als wir in Irland gelebt haben, Stanleys Weinbarre, die gibt es so leider nicht mehr.

02:15:26: Die haben das perfekt gelebt, das war urban, da gab es irgendwie frische Austern.

02:15:32: Das macht natürlich auch Sinn direkt am Meer mit irgendwie einer richtig coolen, aber auch sehr progressiven Weinkarte.

02:15:39: Das war vielleicht die coolste Weinbarre um eines Lebens, weil aber natürlich auch damals das Lebensgefühl dazugepasst hat.

02:15:46: Die Zeit in Irland, meine Frau und mich sicherlich sehr geprägt haben unsere Kinder im irischen Namen bekommen.

02:15:53: Aber auch die Freundschaft zwischen Sebastian und mir, damit Sicherheit sehr, sehr intensiv, nicht intim, sondern intensiv geworden ist.

02:16:02: Und was ich in Deutschland im Moment mit Abstand die geilste Weinbar find von der Idee ist die Freundschaft.

02:16:09: Einfach dieses, jeder ist willkommen, wir machen.

02:16:15: Irgendwann irgendwann hat willy mal gesagt es gibt bei uns essen oder steht glaube ich sogar in der karte das essen bei uns wird nur deswegen angeboten dass der abend länger geht.

02:16:25: Das ist die geilste aussage die du überhaupt über eine weinbar treffen kannst mit essen.

02:16:29: ja es gibt einfach essen dass du noch eine flasche wein bestellen kannst.

02:16:32: das ist.

02:16:33: Und ob das jetzt willy oder shelly das weiß ich nicht jemand vorwerfen aber der der dieses hat sich ausgedacht hat das das.

02:16:40: Und das ist einfach geil ja.

02:16:44: Es ist einfach für unkomplizieren und sagen, hey, kommt her, genießt ein Glas, genießt eine Flasche, esst was dazu und wenn ihr um drei immer noch da sitzt, dann finden wir das richtig gut.

02:16:56: Wo würdest du gerne selber mal arbeiten?

02:16:58: Also wenn du die Chance hättest, auf ein Stash, auf einen kleinen Abstecher mal reinzuschauen, für einen Tag, für eine Woche, für einen Monat.

02:17:07: Gibt es einen Lokal, was ich total reizen würde?

02:17:11: Ich habe noch nie in der Weinbarge gearbeitet.

02:17:13: Also ich glaube, das würde mich reizen.

02:17:16: Einfach mal diesen Weib zu sehen, wie eine Weinbar funktioniert, wie die Gäste dort natürlich auch eine völlig andere Erwartungshaltung haben.

02:17:27: Und ich glaube, was ich unglaublich gern machen würde, wäre mit meinem heutigen Wissen, mit meiner heutigen Souveränität nochmal zurück in die Schwarzwaldstube zu gehen.

02:17:36: Und einfach zu sehen, wie es jetzt läuft.

02:17:39: Eine Seite von

02:17:40: Stefan oder Stadt Stefan?

02:17:44: Nein, nicht Stadt.

02:17:46: Aber mit Sicherheit natürlich in einer anderen, in einer anderen Souveränität, weil ich sage mal diese zwei Jahre, die ich dort verbringen durfte, die waren geprägt natürlich von maßloser und ständiger Überforderung von morgens bis abends und diese Überforderung würde ich heute wahrscheinlich anders haben und nicht mehr so haben.

02:18:05: Aber auch nicht die Schwarzwaldstube heute, weil die Schwarzwaldstube hat sich natürlich wahnsinnig verändert und es ist weniger offen, es wird sehr, sehr viel mehr.

02:18:14: auf die die die Mitarbeiter geachtet und das wird.

02:18:17: ich möchte, das nochmal zu erleben wie ich damals erlebt habe aber mit der superenität, die ich heute, das wäre glaube ich schon wahnsinnig spannend.

02:18:26: Schön, dass ich das jetzt... Ich finde

02:18:27: das ganz großartig,

02:18:28: einfach

02:18:29: diesen Schritt zurück nochmal zu gehen, um das anzufühlen und dann auch damit abzugleichen, wie man es eben... damals erlebt hat.

02:18:37: gerade so entwicklung sind toll.

02:18:38: ich meine du hast ja auch schon vieles bespielt was im restaurant was im handel bis jetzt in einer übergeordneten.

02:18:44: Situation was wäre nächstes der für dich vielleicht ein eigenes weingut.

02:18:50: Nein keine eigene weinbar aber kein eigenes weingut.

02:18:53: nein ich bin kein winzer ich kann das auch nicht.

02:18:57: ich will das

02:18:58: auch nicht als dein eigen wein zu produzieren und selber.

02:19:02: Habe ich aber auch schon gemacht, ich durfte mit vier Winzern zusammen schon Weinbauprojekte zusammen realisieren.

02:19:11: Das hat mich immer realisiert, das hat mich immer interessiert und das hat mich immer gereizt.

02:19:16: Da habe ich auch so viel wie möglich versucht mitzumachen, manchmal ging es mehr, manchmal ging es weniger.

02:19:21: Aber ich habe vor der Arbeit, die ein Weinbauer oder eine Weinbäuerin hat, viel zu viel respekt ob mir anzumaßen dass ich als quereinsteiger jetzt irgendwie was.

02:19:35: Mach und und und dann ja tendenziell ja auch damit irgendwie so ein bisschen vermitteln.

02:19:40: Ich kann es ja mindestens genauso gut wie ihr.

02:19:44: Und ich finde dieses dieses dieser Druck auch eine für mich ist.

02:19:48: jeden Abend geht da vorhin auf.

02:19:49: jeden Abend kann ich einen guten und schlechten Tag haben wenn ich heute einen schlechten Tag habe.

02:19:53: Aber ich morgen Abend die Chance den guten Tag den schlechten Tag wieder zu einem guten zu machen.

02:19:58: Als Winzer sind wir ehrlich, haben wir dreißig Jahrgänge vielleicht, also dreißig Chancen, die ich in einem Monat habe oder in zwei Monaten, haben die übers ganze Leben.

02:20:08: Das finde ich so einen unglaublichen Druck, den wählte ich glaube ich nicht.

02:20:13: Da bin ich vielleicht auch zu faul dafür oder zu bequem.

02:20:17: Aber ich finde, dass die Winzer, ja und die müssen ja tendenziell jetzt die Entscheidung treffen.

02:20:27: Oder im Januar, wie machen wir es das nächstes Jahr im Herbst und wir wissen ja gar nicht was passiert mit dem Klima, mit dem Regen, mit der Blüte.

02:20:34: Was nächstes Jahr auf die Flasche kommt, aber trotzdem müssen wir uns jetzt ja schon überlegen, was passiert.

02:20:38: Und da reden wir ja noch gar nicht von irgendwie Anpflanzen von neuen Weinbergen, in welchen Lagen auch immer.

02:20:44: Du musst da ja in eine Kristallkugel schauen und sagen, ja, in vierzig Jahren könnte das vielleicht die größte Lage sein, die ich habe, weil, wow, nein.

02:20:56: Weil du grad von Weinleben redest, was wäre dein Leben für ein Wein?

02:21:01: Ich glaube ... Ich glaube Sauvignon Blanc.

02:21:06: Manchmal so ein bisschen ... ... belächelt ... ... unterschätzt ... ... irgendwie, aber trotzdem präsent ... ... und ... ... einfach wahnsinnig ehrlich und ... ... und dann auch ... ... tiefgründig.

02:21:26: Wenn ... Boah, das ist eine schwierige Frage her, aber ich glaub das, also ... Ja.

02:21:31: Und dann aber ein Sauvignon-Blanc aus dem Loire-Atheid in Deutschland oder New Zealander Sauvignon-Blanc?

02:21:38: Ein Sauvignon-Blanc aus der Steiermark.

02:21:40: Ach, sehr schön.

02:21:42: Liebe Grüße, Armin.

02:21:45: Ja, oder die Sattlers oder wer?

02:21:49: Ich finde, der Ansatz der Steiermark-Winsor wie extrem sie das Terroir in dem Sauvignon-Blanc rausarbeiten, ohne dass sie die Ursprüngliche Geschmacksfarbe verlieren die die Sonne aus das Steinmark haben finde ich beeindruckend.

02:22:08: Ich finde es halt großartig weil sie es geschafft haben in einer Klassiklinie keine Ahnung Ende der neunziger Jahre Anfang der zweitausender Leute einfach zu catchen.

02:22:15: Vom Gebiet zu überzeugen neugierig zu machen und das dann immer weiter getrieben haben in diese urmineralische.

02:22:21: oder urmineralisierte Art, die sie dann teilweise heute leben.

02:22:24: und die viele Produzenten, das haben wir nur zwei genannt, aber es gibt ja viele großartige Produzenten dort, die das dort nochmal ganz ganz ganz anders interpretieren, zelebrieren und einfach zeigen, wie Entwicklung stattfinden kann und ständig gestreben dann irgendwo auch stattfinden kann.

02:22:44: Was ist Wein für dich, wenn du es in einem Wort definieren müsstest?

02:22:52: Erinnerung

02:22:54: großartig toll ja stimmt

02:22:59: schön mag ich finde das ich finde das kein getränk.

02:23:05: Oder sehr sehr wenig in unserem leben überhaupt.

02:23:07: natürlich auch momenten vielleicht noch die musik in einer gewissen art und weise erinnerung so präsent zurückbringen kann wie ja vielleicht auch eine flasche.

02:23:19: keine ahnung gabi die gabi oder logana die man halt irgendwann mal am garrasseer irgendwo in einen besonderen moment getrunken hat und einfach sagt unabhängig von der weinqualität habe ich in diesem moment eine wahnsinnig tolle flasche wein trinken dürfen weil der der moment gepasst hat weil weil alles drum herum einzigartig war.

02:23:42: ja schau mal was allein diese flasche will das barina heute in dir ausgelöst hat

02:23:45: Ja.

02:23:47: Also allein dieses und dann eben auch das Probieren, die Parallelen, wie du es heute interpretierst.

02:23:50: Also da wahrscheinlich auch diesen Sprung, den du eben skizziert hast, wie wär ich heute in der Schwarzwaldstube?

02:23:57: Wenn ich heute, das hattest du ja gerade mit dem Wein genauso.

02:23:59: Du hast den Wein probiert und du hast dir selber vorgestellt, wie war's damals und wie kann ich den heute wahrnehmen?

02:24:07: Und das finde ich toll.

02:24:08: Ich glaube, ich ist auch intensiver, weil du die Parallelen zur Musik gebracht hast als mit Musik.

02:24:13: Selbst wenn du mehr um Musik weißt.

02:24:15: und du das gleiche hörst oder im gleichen Konzert sitzt, wirst du nicht diese tiefe Komplexität, diese Wahrnehmung, weil Wein halt noch mehr anspricht.

02:24:25: Also zum einen durch diese verbindung, diese aromatische Verbindung rein komplett direkt ins limbische System, wo du dem Wein emotional wahrnimmst, hin zum geschmacklichen, hin zu den Erinnerungen, das Visuelle, was du dort hast, und dann eben noch das Akustische, also all die verschiedenen Sinneswahrnehmungen, die du dort... irgendwo greifen und dann eben auch verarbeiten kannst und ich darin auch vor allen Dingen fein lassen kannst.

02:24:47: Das finde ich kann weinen und das fand ich eben mit dem Gabi heute so, so außergewöhnlich und so besonders.

02:24:55: Gibt es für dich eine Person, wo du sagst, wow, was die für die Weinwelt geleistet und getan hat, egal ob lebend oder tot?

02:25:04: Ganz sicher Bernhard Huber, der ja leider nicht mehr lebt.

02:25:09: Es ist mit Sicherheit... Ja, unglaublich traurig und das hat mich auch damals sehr berührt, als ich das gehört habe, dass da das im Raum steht und das es dann irgendwann auch soweit war.

02:25:21: Aber Bernhard hat mir schon damals in meiner Zeit auf dem Weingut unglaublich viel gezeigt und mit seiner unglaublichen Ehrlichkeit und Offenheit und es ging gar nicht um um um um um um seine Person.

02:25:34: und und er hat glaube ich Er war immer eine eher ruhige Person, die natürlich aber auch einen Ein wahnsinniges Schaffen gemacht hat und eine wahnsinnige Generation vielleicht mit geprägt hat.

02:25:48: Von der nächsten Generation des deutschen Bogunders, ob das weiß oder rot ist, mit seiner Akribizität, mit seinem Wissensdurst, mit seinem sehr francophilen Arbeiten, auch was, was sage ich mal, im Keller anging, ohne dass man sich jetzt selber auf den Podest gestellt hat, weil ich glaube Bernhard Huber war auch bis zuletzt... immer einer der, der eher fast wie ein Phantom in der Weinwelt unterwegs war.

02:26:17: Seine Weine waren da und man hat über ihn gesprochen und sein Name stand ja auch immer auf dem Etikett.

02:26:24: Aber er als Person stand natürlich schon sehr, sehr gern eher in der zweiten Reihe und hat dann gesagt, okay, die Qualität des Weines ist für mich ausschlaggebend und das ist da, wo ich drüber Nachdenken muss und wo mein Handeln notwendig ist nicht unbedingt mich auf einen Protest stellen und sagen ich bin Bernhard Huber der Mitbegründer des vielleicht deutschen Bugunder Wunders, wenn man das jetzt ganz ganz ganz Salopp formulieren möchte.

02:26:55: Es kann nicht so Salopp, also würde ich unterstreichen und was ich an ihm immer so geschätzt habe, er war nicht... Er war ruhig, aber nicht leise.

02:27:04: Oder er hatte so ein unglaubliche Neugier in sich, mit der er auch andere inspiriert hat.

02:27:11: Und auch sein Erkenntnis hat er niemals irgendwie plakativ angebracht und das als die neue Lösung irgendwo gefeiert, sondern hat es einfach gelebten, aktiv nach außen getragen.

02:27:22: Und das war die Persönlichkeit selber, war neben dem, dass er in vielen Bereichen seiner Zeit voraus war, war... Eine, die ganz ganz viele berührt und sagt ja so viele.

02:27:36: Also was für ein toller Mensch er eben auch war.

02:27:38: Insofern man das natürlich als Mosterstehender beurteilen kann.

02:27:41: Aber nicht zuletzt finde ich den Weg, den das Weingut nach seinem Tod dann gegangen ist durch seinen Sohn, durch seine Frau.

02:27:50: Die kennen wahrscheinlich auch großartig.

02:27:53: Also dass das Erbe weiterentwickelt wurde, dass sie uns geschafft hat diesen noch gravieren eigenständigeren Stil zu leben.

02:28:04: Auf jeden Fall.

02:28:05: Und da du sie gerade erwähnt hast, ich habe einen der prägensten Weinmomente ohne eine Flasche Wein gehabt mit Ikem.

02:28:18: Das muss ich erzählen, das kriege ich heute noch.

02:28:23: Aber sie hat mich dahin gebracht, wo ich heute auch ein bisschen bin.

02:28:26: Ich habe während meines Praktikums, das war der erste oder zweiten Abend, haben wir Remontage und Pichage gemacht im Keller.

02:28:33: Und und und dann war ich mit ihm allein und und ihm, wir kennen sie alle eine wahnsinnige Korrifel.

02:28:41: aber.

02:28:42: Halt so wie sie ist und stand daneben mir und sagte du Tobias was weißt denn eigentlich über die alkoholische Gärung und die Weinbereitung?

02:28:50: und ich dachte so als Praktikant sagst du jetzt einfach mal.

02:28:55: Nichts weil du ja was lernen möchtest.

02:28:59: und ich sagte ja ich weiß wenig oder eigentlich nicht viel.

02:29:01: und dann sagte sie nur.

02:29:04: Schade, drehte sich um und lief weg.

02:29:08: Und ich habe gedacht, okay, alles klar, jetzt fahre ich nach Hause, pack meine Sachen und komme nie wieder.

02:29:14: Und am nächsten Morgen kam ich aufs Weingut und Ikem war da und hatte zu mir gesagt, so unter Bier sind.

02:29:19: jetzt bringen wir dir bei, dass du das nächste Mal alles weißt.

02:29:24: Und dann hat die mich an die Hand genommen zusammen mit Bernhardt und Julian war damals noch nicht auf dem Weingut, der war am Wochenende halt ab und zu da.

02:29:32: Und haben wir dann wirklich das gezeigt, was ich, also das Konstrukt Bernhard Huber, ich im Vierhaushalt damals, und dann in zweiter Instanz der Julian Huber, mit dem ich natürlich dann irgendwie über die Jahre immer wieder den Kontakt gefunden und gesucht habe.

02:29:48: Das ist schon mit am prägensten.

02:29:50: Und in der Summleriewelt sicherlich auch Stefan Gass, das muss man dazusagen.

02:29:55: Der natürlich ja omnipräsent ist.

02:30:00: und Allein schon dieser Lebenslauf.

02:30:05: Fünfunddreißig Jahre.

02:30:06: In der Schwarzwaldstube, ohne... ...alt geworben zu sein.

02:30:11: Einfach nur um... ...also auch weintechnisch.

02:30:15: Er bringt immer mal wieder irgendwelche Sachen dann auf einmal auf, wo du dir denkst... ...dein Ernst.

02:30:21: Wie findest denn du denn noch solche Sachen?

02:30:23: Und das finde ich sehr beeindruckend, weil es gibt genügend Menschen, die... Zwischen fünfzig und sechzig halt über ihren Ruhestand nachdenken und nicht darüber nachdenken, wie man noch weiter besser werden kann.

02:30:38: Und trotzdem sich selber treu bleibt und eine Handschrift hat oder ein Stil oder eine Authentizität.

02:30:43: und und das das?

02:30:45: mit wem würdest du gerne mal ein Wein trinken?

02:30:47: Da eben auch total lebendig.

02:30:50: Ein Abend ein bis acht Flaschen und einfach reden und sich austauschen.

02:30:58: Ich glaube, weil Das was man erfahren könnte unglaublich wäre, würde ich Helmut Schmidt sagen.

02:31:09: Weil es ein Mensch ist, den ich natürlich in meinem Leben nur bedingt wahrgenommen habe, der aber immer wenn man ihn irgendwo auch im Fernsehen gesehen hat, wahnsinnig bedacht, aber klar seine Meinung geäußert hat.

02:31:25: Und ich glaube in so einem leichten, rauschähnlichen Gefühl in einem völlig zugequalmten Raum.

02:31:34: Zu beobachten, ob er nach wie vor noch so bedacht ist und so Wort gewählt oder ob er dann auch mal aus sich rauskommen würde.

02:31:40: Das wäre, glaube ich, spannend.

02:31:42: Der auch mal krasse Sachen

02:31:44: gesagt hat.

02:31:45: Und ich glaube,

02:31:45: der war ja immer sehr, sehr direkt.

02:31:48: Es war ja immer, immer was, was er gesagt hat, wo du sagst, wow.

02:31:52: Ja.

02:31:53: Genau und auch denn entseht ja irgendwie was mich da beeindruckt hat das war ja oft schon auch Sachen die sage ich mal seine eigene politische.

02:32:02: Im background infrage gestellt haben weil er niemals über diese sage ich mal die partei nachgedacht hat sondern halt einfach schon auch.

02:32:14: Halt über die menschen über die menschen in deutschland natürlich das war halt seine aufgabe.

02:32:19: Ohne jetzt den den deutschen irgendwo irgendwo besonders hinzustellen.

02:32:22: aber er hat immer glaube ich oder hat versucht.

02:32:25: Hinbekommen hat er sicherlich nicht immer das bekommt nicht jeder immerhin aber hat versucht.

02:32:30: Irgendwie da eine eine Art und Weise der der sovereignität und der gleichen gleichstellung zu erreichen und in der zeit hat man über diese theme eigentlich noch nicht gesprochen.

02:32:42: Starker, starker Gedanke.

02:32:44: Toll.

02:32:45: Wow.

02:32:46: Toller bringender Abend.

02:32:47: Das ist bestimmt großartig mit so einer Person mal eine Plasche Wein zu teilen.

02:32:53: Also tolles Ziel.

02:32:55: Hast du sonst noch ziele Wünsche, Gedanken, irgendwelche vorhaben?

02:32:58: Jetzt hast du gerade das angefangen.

02:33:00: Dort am Bodensee.

02:33:02: Aber irgendwas, wo du sagst, das möchte ich gerne bewegen.

02:33:05: Vielleicht mittelkurz langfristig?

02:33:10: Also jetzt mittel- oder kurzfristig.

02:33:12: natürlich wünsche ich mir, dass mir hier unten am Bodensee diese Art und Weise, das Hotel, das wir haben mit der Regionalität, die wir haben nutzen können und ein tolles Team aufbauen werden für den nächsten Sommer, dass wir hier mit Sicherheit mit der Weinauswahl auch noch ein bisschen mehr in diese Richtung gehen, wo wir ja küchentechnisch auch schon sind, das heißt mit dieser sehr gelebten Regionalität, Nachhaltigkeit und Idee.

02:33:43: was was was nachhaltiges zu arbeiten.

02:33:47: mittelfristig bis langfristig ist dieser traum einer eigenen kleinen weinbar mit sicherheit was was mich nicht so richtig loslässt das ist das ist ein traum der den ich lebe obwohl ich ihr gar.

02:34:03: wie.

02:34:03: ich habe vorhin gesagt ich habe noch nie eine weinbar gearbeitet und habe natürlich das auch immer nur als gast gesehen aber irgendwie dieses dieses dann ist weinbar in irland mit diesem sehr, sehr einfachen, aber tollen Food-Konzept mit einer tollen Atmosphäre, mit einem sehr, sehr entspannten Umfeld, wo man die Weinbar auch eher als Kneipe wahrnimmt, als Bar mit einer Gemütlichkeit, mit einem schönen Drumherum.

02:34:32: Das ist, glaube ich, was, was... Wenn das irgendwann mal zu erreichen wäre, wäre das, glaube ich, ne, ne, ne.

02:34:39: Da könnte ich dann auch irgendwo alt werden und dann würde ich wahrscheinlich in dieser Bar Bis zum Schluss da sein so ein bisschen wie Schumann früher in München und einfach egal, ob es mich braucht oder nicht, aber halt einfach noch so wie zum Inventar gehören würde ich da sitzen.

02:34:53: Mit mit mit arbeiten die Gäste mit irgendwelchen Anekdoten begleiten.

02:35:00: Und und dann am liebsten da vielleicht auch.

02:35:02: Ja dann umfallen.

02:35:06: Also das wäre glaube ich eine coole Geschichte, aber das ist hoffentlich noch weit weg.

02:35:09: Im Moment geht es jetzt erstmal drum hier anzukommen hier was was Tolles zu erreichen.

02:35:13: Ich bin.

02:35:14: bin sehr glücklich hier sein zu dürfen und mit Sicherheit hier auch ein paar Events auf die Beine zu stellen, die unsere Branche auch vielleicht näher zusammenbringt und Kontakte, die man über die letzten Jahre gesammelt hat, zu nutzen und zu knüpfen, um daraus Mehrwerte zu schaffen für Gäste, für Mitarbeiter.

02:35:37: Ich glaube, das ist was, was man natürlich in einem gewissen Alter besser machen kann, weil man diesen In Anführungszeichen Konkurrenzkampf nicht mehr so ausgesetzt ist, wie man vielleicht in jungen Jahren war oder gedacht hat, man sein müsste.

02:35:51: Sondern dass man einfach sagt, man bietet eine Plattform einen gewissen Mehrwert für unsere Branche, für aber auch den Gast, vielleicht auch noch mehr zu verstehen, was es wirklich bedeutet, ein Somelier oder eine Someliere zu sein.

02:36:12: Tobias ist einer der Gastgeber, bei dem man Lust bekommt, Gast sein zu dürfen.

02:36:18: auf die man sich gerne einlassen möchte, wenn man das Gefühl hat, er lässt sich auf seine Gäste ein, er versteht seine Gäste, er führt seine Gäste an und er kann seine Gäste absolut perfekt begleiten.

02:36:28: Wahrscheinlich aufgrund seiner Erfahrung.

02:36:30: Die Traube im Biasbronn, das Praktikum bei Bernhard Huber, seine Stationen in der Schweiz.

02:36:37: Und er vermag es zu vermitteln, damit nicht hausieren zu gehen, sondern es einfach auszustrahlen.

02:36:43: Und das, was ich bei diesem Gespräch, was ich bei ihm großartig finde, ist, seine Offenheit.

02:36:49: Ich weiß, ich war provokant.

02:36:50: Ich weiß, ich habe ihn gefordert.

02:36:51: Ich weiß, ich bin im Gespräch nicht zimperlich mit ihm umgegangen und ich fand es interessant, wie er darauf reagierte, wie er sich auf mich auf das Thema eingelassen hat und es perfekt zu händeln wusste.

02:37:03: Vielen Dank lieber Tobias für dieses großartige Gespräch.

02:37:06: Vielen Dank für deine tiefsinnigen Betrachtung der gesamten Weinwelt und vor allen Dingen fürs Weiterdenken.

02:37:13: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, Gedanken mit dir zu teilen und weiterzuentwickeln.

02:37:18: Und noch ein ganz großes Dankeschön, deinem Arbeitgeber, dem Segu Zeppelin dafür, dass wir es präsentieren durften.

02:37:24: Und natürlich unserem Partner, der Schlumberger Gruppe.

02:37:27: Mit den Handelshäusern Konsejo Vini, Schlumberger, Segnetz und natürlich dem Privatkundenportal Prima Weinkolleg.

02:37:34: Dafür, dass sie jetzt schon fast einhundert Folgen an unserer Seite sind.

02:37:39: Danke Ihnen!

02:37:40: heißt es nach dem Podcast ist vor dem Podcast, nach dem Freitag ist vor dem Freitag und nach der neunundneunzigsten Folge mit Tobias Hess kommt ihr hundertste und da haben wir uns einen ganz besonderen Gast eingeladen.

02:37:53: Denn zu Beginn und am Ende des Podcasts manchmal zwischendurch erwähne ich immer die Schlumbeckergruppe.

02:37:58: Sie begleiten uns seit neunundneunzig Folgen und das freut mich zu hören weit darüber hinaus.

02:38:04: Und deren CEO ist Rudolf Knickenberg, eine der größten unserer Weinwelt.

02:38:10: Und Rudolf Knickenberg war selber einmal Sommie.

02:38:13: Viele wissen das gar nicht, er war einer der ersten richtig großen Sommies in Deutschland.

02:38:18: Und wie es dazu kam und was daraus wurde, das erzählt er uns in der einhundertsten Folge von Sommie.

02:38:26: Die interessantesten Weinkeller unserer Zeit.

02:38:30: Ich freue mich auf die kommende Woche und ich freue mich sehr auf Rudolf Knickenberg.

02:38:53: Aber dann ging es eigentlich um so schneller, also wir haben da wirklich, seitdem dann regelmäßigen Kontakt gehabt, unzählbare Verkostungen, sodass irgendwann sogar ein gemeinsamer Wein herausgekommen ist.

02:39:23: Das war ein

02:39:24: Zuge

02:39:26: von seinem Praktika, im Jahr twohundachzehn, also eines seiner Weinbaupraktikas bei uns gemacht hat, um nicht nur seinen Weindusch, sondern eben auch seinen unstillbaren Fragen dort zu stillen und einfach mal hinter den Kulissen zu schauen.

02:39:41: Unvergesslich an seinem ersten Arbeitstag, den Klamatisch Tennis Große,

02:39:45: Hagelkorn auf dem Himmel gefallen,

02:39:48: von der mehr willkommen den echten Willen zu erleben.

02:39:53: Ansonsten als überzeugter Tobias Kubi habe ich ihn auf sehr vielen aus seiner Station besucht, ob in Irland oder in diversen Stopps in der Schweiz.

02:40:03: Hat mir eigentlich schon immer riesigen Spaß gemacht, hier seinen Weg mitzuerleben.

02:40:08: Und an dieser Stelle

02:40:10: auch Danke dafür, dass du immer meine Weine mit dem Gepäck hattest.

02:40:15: Ja, dass es ihn dann vor geraumer Zeit wieder zurück in die Gastronomie gezogen hat.

02:40:20: Wundert mich jetzt nicht so arg, weil einfach schon immer ein Gastroherz in ihm schlägt und er ein geborener Gastgeber ist.

02:40:28: großen Respekt an dieser Stelle natürlich auch, das alles durchzuziehen als dreifache Familie fahre, aber an dieser Stelle natürlich auch liebe Grüße an seine E-Frau Pia, die das unantem auch alles möglich macht.

02:40:42: Ja, Tobi

02:40:43: ist ein strukturierter, fokussierter

02:40:44: Mensch, der sehr leidenschaftlich an seine Arbeit geht und definitiv auch sehr verlässlich ist.

02:40:53: Gleichzeitig aber auch gesegnet mit einem herrlich sakastischen

02:40:58: Humor,

02:40:59: mit dem man quasi stundenlang wunderbar Blödsinn reden kann.

02:41:03: Und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum wir uns so gut verstehen.