SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: Mein Name ist Christina Hilker, ich bin Summeliere, habe viele Jahre in der Topgastronomie gearbeitet

00:00:18: und habe mich 2006 selbstständig gemacht.

00:00:21: Ich habe damals schon mit Christian Frenz zusammengearbeitet, das heißt ich habe Aufträge

00:00:26: angenommen von der Agentur Summeli Konzult und als 2008 dann Christina Fischer ihre Anteile

00:00:32: verkauft hat, also die Agentur Summeli Konzult bestand aus Markus del Monego mit seiner Firma

00:00:37: Kafka, Christian Frenz und Christina Fischer.

00:00:40: Da bin ich eingestiegen bei Summeli Konzult und habe die Anteile von Christina Fischer

00:00:44: übernommen und Christian kenne ich bereits seit 2001 und zwar Christian und ich, wir

00:00:52: waren beide in einem Programm, das nannte sich damals noch Nachwuchsförderprogramm

00:00:56: der Summeli Union.

00:00:57: Heute ist das Summeli College und dort wurden junge Summeliers gefördert mit Workshops,

00:01:03: mit Reisen etc.

00:01:05: Und Christian und ich waren die ersten, die davon profitiert haben, die da teilgenommen

00:01:10: haben.

00:01:11: Ja, da haben wir uns kennengelernt, ja, hatten damals schon ein sehr freundschaftliches und

00:01:17: schönes Verhältnis miteinander und ich habe dann auch angefangen, als ich mich dann eben

00:01:22: selbstständig gemacht habe, 2006 Aufträge anzunehmen von Summeli Konzult und ich hatte

00:01:27: damals den Christian auch vermittelt, als es darum ging, dass die Firma Unger einen

00:01:33: Moderator gesucht hat für die Bang- und Olufstour.

00:01:36: Das hat immer der Josef Schreibläner gemacht und die suchten nach einem Summeli, der das

00:01:40: übernehmen könnte.

00:01:41: Und da habe ich sofort an den Christian gedacht, den ich ja wie gesagt aus dem Nachwuchsförderprogramm

00:01:46: kannte, weil der Christian schon immer sehr smart war, sehr gut moderieren konnte und ich

00:01:51: fand auch von der Optik her, dass er da sehr gut reinpasst, ja, Produkte wie die Stereoanlagen

00:01:57: oder die elektronischen Sachen von Bang- und Olufstour zu präsentieren und das eben auch

00:02:01: in einer illustren und unterhaltsamen Art, wie man ihn halt kannte oder wie man heute

00:02:06: noch kennt.

00:02:07: Ja, und das glaube ich hat Christian auch so ein bisschen ermöglicht, dass er dann damals

00:02:11: als dann Christina Fischer und Markus Dämonegow nach einem Geschäftsführer für Summeli Konzult

00:02:16: gesucht haben, was er dann eben diesen Part übernommen hat.

00:02:20: Das war 2004, wenn ich mich recht entsinne.

00:02:23: Und ja, wie gesagt, das war so der Anfang von Summeli Konzult und als dann ich mich

00:02:29: selbstständig gemacht habe, habe ich das sehr gerne genutzt, dort eben mit Christian

00:02:33: oder mit dem Team von Summeli Konzult zusammenzuarbeiten.

00:02:36: Und 2008 bin ich dann Gesellschafterin geworden.

00:02:40: Also ich bin eingestiegen sozusagen, habe die Anteile von der Christina Fischer übernommen,

00:02:44: gerade dann mit Markus Dämonegow, mit Christian Frenz eben Gesellschafter bei Summeli Konzult

00:02:51: und als Markus Dämonegow dann seine Anteile in 2018, also die Anteile der Firma KfK

00:02:57: verkaufte.

00:02:58: Da blieben der liebe Christian und ich übrig.

00:03:01: Das heißt, wir sind die alleinigen Gesellschafter dieser wunderbaren Agentur.

00:03:04: Und wir haben schon viele große Projekte auf die Beine gestellt miteinander, ob das Hotspot

00:03:09: Pino war, ob das die Zusammenarbeit mit der Schweiz war, ob das unsere jährliche Veranstaltung

00:03:16: der Signature Wine Show, die immer Samstag vor der Pro Weinstadt findet, war oder auch

00:03:23: Weinreisen, die wir gemeinsam organisiert haben und realisiert haben.

00:03:28: Also wir betreuen ein breites Feld miteinander.

00:03:32: Und was ich an Christian so schätze oder was die Zusammenarbeit so angenehm macht, dass

00:03:37: er eigentlich immer positiv ist und dass er immer lösungsorientiert ist und dass er

00:03:42: alles auch, sag ich mal, er kann super improvisieren, er kann super Konzepte schmieden und er hat

00:03:52: einfach einen wunderbaren Humor.

00:03:53: Also egal, wir haben natürlich auch schon Projekte gehabt, wo wir dachten, ja, wir haben

00:03:58: den Auftrag im Kasten und wir waren so sicher, dass das alles klappt und dann haben wir schon

00:04:03: unseren Champagner drauf getrunken, aber dann ging es doch schief.

00:04:07: Und ja, aber wir haben immer weitergemacht.

00:04:10: Also wir haben uns irgendwie davon nicht abschrecken lassen und wir haben nicht nur viel Arbeit,

00:04:15: die wir gemeinsam realisieren und große Projekte, die wir stemmen, sondern wir lachen auch hier

00:04:20: miteinander.

00:04:21: Und Christian ist auch immer zu haben für netten Scherz und es macht es einfach sehr

00:04:26: angenehm zusammenarbeit und über die Jahre, die wir uns kennen, sind wir nicht nur Geschäftspartner,

00:04:32: sondern eben auch gute Freunde geworden.

00:04:34: Also wir tauschen uns auch durchaus mal aus, wenn es im privaten Rahmen hängt oder wenn

00:04:40: irgendwie Sorgen im Raum stehen.

00:04:42: Und das bestärkt uns zum einen, dass wir sehr vertrauensvoll miteinander umgehen in unserer

00:04:48: Freundschaft und das ist für mich auch sehr wichtig, jemanden zu haben, dem ich vertrauen

00:04:54: kann, dass ich auch aufzählen kann, wenn man vielleicht mal gesundheitlich ausfällt.

00:05:02: Oder wenn es mal Schwierigkeiten gibt oder man sich mal zurückziehen muss und sich auf

00:05:08: was anderes konzentrieren muss.

00:05:09: Und das ist sehr viel wert, finde ich.

00:05:12: Und ich denke, das geht Christian ähnlich.

00:05:14: Dass er weiß, wenn er mir was anvertraut und sagt, du, Christina, ich brauche da jetzt

00:05:19: mal eine Auszeit oder kannst du dich mal darauf fokussieren oder kannst du das bitte übernehmen?

00:05:23: Ich muss gerade irgendwas anderes parallel regeln, dann läuft das eigentlich perfekt mit uns

00:05:28: beiden.

00:05:29: Jeder kennt so die Stärken und die Schwächen des anderen und was ich da sehr angenehm finde

00:05:34: an Christian ist, dass das nie thematisiert wird, sondern wir sprechen uns da fast plint

00:05:40: ab.

00:05:41: Wenn man weiß, das liegt dem einen nicht so besonders, sondern übernimmt das der andere.

00:05:44: Und ja, so kleine Erektoten kann man schon erzählen.

00:05:48: Also ich habe eine ganz fürstellige Orientierung.

00:05:50: Also ich verlaufe mich immer, immer, immer.

00:05:52: Und Christian thematisiert das nicht.

00:05:54: Ich sage, Christina, ich bring dich geschwind, weil er, glaube ich, weiß, dass ich nie ankomme,

00:05:58: wenn ich den Weg alleine suchen gehe, aber das nur so am Rande.

00:06:02: Ja, und Christian und ich, wir haben viel vor, wir haben uns auch von Corona nicht abschrecken

00:06:07: lassen.

00:06:08: Wir haben auch in dieser Zeit andere Formate entwickelt, ob das Video-Geschichten waren

00:06:14: mit Kunden, ob wir uns auf andere Sachen fokussiert haben, wo wir auch Ideen geschmiedet haben,

00:06:20: wie geht es weiter, wenn dann Corona vorbei ist.

00:06:22: Und das hat uns, glaube ich, auch über diese doch flaute oder diese schwere Zeit von Corona

00:06:29: hinweg geholfen.

00:06:30: Und Christian, und das schätze ich auch sehr an ihm, der behält auch immer die Zahlen im

00:06:34: Blick.

00:06:35: Also er schaut halt auch, dass wir uns nicht verspekulieren oder verkalkulieren.

00:06:39: Und deswegen gibt es uns auch nach wie vor und ich freue mich schon auf die nächsten 20,

00:06:45: 30 Jahre, in denen ich mit Christian weiter zusammenarbeiten kann und darf.

00:06:50: Und wir haben sehr viel Projekt in der Pipeline.

00:06:53: Manchmal ist es zu viel, aber auch da gilt tief durchatmen, man gemeinsames Glas Wein

00:06:59: trinken und mal drüber lachen und dann einfach weitermachen.

00:07:02: Ein herzliches Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Somelje, die interessantesten

00:07:27: Weinkeller unserer Zeit.

00:07:29: Mein heutiger Gas ist eloquenter, ist lustiger, ist amüsanter, ist tiefsinniger, ist wesentlich

00:07:35: gedankenkomplexer als ich es je war und hat es zum Beruf gemacht.

00:07:38: Also ich meine, jeder Somelje redet viel.

00:07:41: Das Kernaufgabe seiner Tätigkeit ist mehr oder weniger seine Jobdescription.

00:07:45: Aber er hat es geschafft, dem Wein zu nutzen, um zu unterhalten, zu entertainen.

00:07:48: Ich freue mich unfassbar auf Christian Frenz, Geschäftsführer von Somelje-Konsult und einer

00:07:53: der Weinpersönlichkeiten in Deutschland.

00:07:56: Seine wahrscheinlich berühmteste Anstellung als Somelje war bei Christina Fischer in

00:08:00: Fischer 2 Genussentafel Freuden in Köln und natürlich hat er Wettbewerbe mitgemacht.

00:08:04: Aber was sie ihn so besonders macht und warum er allein von der Wortgewalt eine einzigartige

00:08:10: Ausstrahlung hat, erleben wir gleich und darauf freue ich mich ganz besonders.

00:08:14: Bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei unserem Partner,

00:08:18: bei der Schlumberger Gruppe mit den Handelshäusern Konzi Jovini, Segnetz, Schlumberger und den

00:08:23: Privatkundenportal Bremer Weincollect für die händische und wirtschaftliche Unterstützung

00:08:27: ganz herzlich bedanken.

00:08:29: Dank Ihnen ist er heute hier.

00:08:30: Herzlich willkommen lieber Christian Frenz.

00:08:33: Bist du schon besoffen?

00:08:36: Das Datum deutet darauf hin, dass man da schon sein kann.

00:08:41: Ja, ich habe auch schon einen 3 Kapultino bei dir gehört.

00:08:44: 3 Kapultino und Champagner macht man das bei euch so am...

00:08:47: Das ist ein Standard.

00:08:48: Donnerstag ist immer Kapultino, Champaus, Frühstück.

00:08:53: Heute ist Weiberfassendag.

00:08:54: Und Weiberfassendag ist alles anders in dieser Stadt.

00:08:58: Und immer in der Stadt.

00:08:59: Nettart.

00:09:00: Du erinnerst dich sicherlich.

00:09:02: Grau.

00:09:03: Vier zu lange her.

00:09:04: Ich muss es mal wieder, aber ich glaube es wird mittlerweile wirklich zur Turinummer,

00:09:07: oder?

00:09:08: Es ist nicht mehr das, was du in Erinnerung hast.

00:09:12: Es ist sicherlich in gewissen Fedeln, also in manchen Stadthallen, auch hier in der Südstadt

00:09:16: noch recht muckelig.

00:09:17: Also da geht man in eine Karschemme und Schunkel mit fremden Menschen und singt Lieder und

00:09:23: trinkt viel Kölsch.

00:09:24: Das ist auch wunderbar und auf der Straße ist es, wenn man an den Richen klats ist, ist

00:09:29: es toll.

00:09:30: Und besonders.

00:09:31: Aber es hat auch skurrile Züge angenommen, wenn ich so auf die Studenten-Ecke gucke, die

00:09:40: Zürbische Straße, die erinnert...

00:09:42: Menschliche Entgleisung ohne Ende, glaube ich.

00:09:47: Aber auf 24, fast sieben, oder?

00:09:49: Da gibt es keine Nachtruhe, oder?

00:09:53: Nee, morgen gibt mir einer Jungs noch einmal schlafen, dann ist Aschermittwoch.

00:09:57: Sehr gut.

00:09:58: Und ich kenne Leute, die haben das geschafft, also fast.

00:10:03: Die sind mal in der Karschemme und in der Ecke eingeschlafen.

00:10:05: Ich kenne noch ein paar alte Körner, die wirklich Donnerstag bis Dienstag bis Nubbelverbrennung

00:10:11: durchgezogen haben.

00:10:12: Aber die Jungs sind heute, die fahren...

00:10:14: Ich kenne sie sehr gut, was ein guter Freund ist, die fahren heute weg.

00:10:17: Also, die haben zwei, drei Jahre...

00:10:18: Ja, viele.

00:10:19: ...volles Programm gemacht und jetzt sind wir null.

00:10:21: Gibt ja...

00:10:22: Ja.

00:10:23: Aber es wird dort eigentlich nur so aus Interesse oder aus meiner Erinnerungshalt, ich weiß

00:10:27: nicht, ob sich das geändert hat, nur Kölsch und Bier getrunken, ne?

00:10:30: Weil das gar kein Thema.

00:10:31: Nee, auch Vorsicht.

00:10:33: Es gibt Sitzungen im Black Tie.

00:10:36: War ich auch schon ein, zwei Mal, lange her, aber habe ich auch schon mitgenommen.

00:10:40: Wirklich?

00:10:41: Ja, ja, da musst du dann noch gucken, dass die Fliege vernünftig gebunden bekommst

00:10:44: und dann man schätten Knöpfe rein und auf geht's.

00:10:46: Und das sind dann so meistens Veranstaltungen, die mittag losgehen mit Weinsfang.

00:10:50: Mit Weinsfang?

00:10:51: Ja, ja.

00:10:52: Da gibt's kein...

00:10:53: Da gibt's im Froyer, gibt's Kölsch, aber im Saal selber gibt's nur Wein.

00:10:57: Bin ich auch mal mächtig.

00:10:59: Ja, abgestoffelt.

00:11:00: Aber es war sehr feuchtfuldig.

00:11:02: Und was gibt's ja für Weine?

00:11:04: Also, und passt das?

00:11:05: Also, kann man so mit Wein feiern oder ist das dann eigentlich despektierlich und es

00:11:09: geht eigentlich nur um den Alkohol?

00:11:11: Oh, man kann gut feiern.

00:11:15: Also, da waren exzellente Redner, also wirklich so die Größen, die man aus dem Fernsehen

00:11:19: kennt, von daher war das auch unterhaltsam.

00:11:21: Da waren tolle Bands und das war schon auch nicht, also es war schon Feierstimmung.

00:11:26: Der Wein war auch trinkbar, weiß ich nur, es war weil.

00:11:29: Ja, und das war ähnlich wie mit den Grenzen in der Kascheb, also in der Kneipe.

00:11:37: Wir waren glaube ich 15 Leute und die Leute haben schneller Flaschen bestellt, als wir

00:11:41: trinken konnten.

00:11:42: Also, da stand da ja irgendwann unglaublich viele Flaschen auf dem Tisch.

00:11:44: Das ist ja so eine Umsicht beim Kanaball.

00:11:46: Ich kenne das auch so in meinem Freundeskreis, wenn man dann irgendwie feiert, dann bestellt

00:11:50: jeder einen Kranz nach dem anderen und irgendwann stehen die Grenze, also die Hälfte der Gläser

00:11:55: sind nach abbevoll und da kommt schon der nächste, da hat das immer so ein bisschen.

00:11:58: Und so war das auch mit dem Riesling und dementsprechend viel wurde konsumiert.

00:12:02: Du hast aber kein Mitleid mit dem Riesling.

00:12:04: Der passt dann schon dahin und also so grundsätzlich, dieses Exzessive darf man mit Wein saufen,

00:12:10: wäre eigentlich mehr die Frage, die ich hätte stellen dürfen.

00:12:13: Das verträgt der Riesling schon.

00:12:14: Und Herr Weich versteckt das auch.

00:12:16: Der stört sich nicht.

00:12:17: Der schubt dann die Paletten, der durchgeht.

00:12:20: Und Bill hat auch kein Beleidigungsschreiben geschickt.

00:12:23: Das ist sicherlich nicht.

00:12:25: Macht mal, der hat sich wieder machten.

00:12:27: Ich war nie da, aber ich denke mal, wenn du nach Mainz gehst, ich glaube, da wird ja

00:12:31: viel Wein getrunken.

00:12:32: Also das ist halt jetzt hier in Köln mit unserem eigenen Kölsch halt so ein Thema.

00:12:36: Aber ich glaube, andere kannevalistische Kulturen haben andere Getränke und am Ende kommt das

00:12:42: her.

00:12:43: Im hadischen Jahr.

00:12:44: Ich kann das nur so vom Hören sagen, das ist ja noch viel mehr ritualisiert da, soweit

00:12:48: ich das gehört habe.

00:12:50: Und ich glaube, Alkohol ist da auch mächtig im Spiel.

00:12:52: Und die trinken dann heute Wein, oder?

00:12:54: Stimmt.

00:12:55: Schönes Spiel.

00:12:56: Du bist ja ja richtig reingewachsen auch in diese Kannevalskultur.

00:12:59: Also eben auch allgemein die Zommlerie.

00:13:01: Das aus dem Eisladen in Serbs?

00:13:03: Geht das überhaupt?

00:13:04: Das ist ein Ding.

00:13:05: Ist ja legendär, oder?

00:13:06: Euer Eisladen, euer Heimschald.

00:13:07: Aber die Nährung ist ja nicht, aber die Geschichte.

00:13:10: Bisschen Gastdruck hindurch und durch eigentlich.

00:13:13: Ja, wobei ich ja bin ich.

00:13:16: Wobei ich ein bisschen späte Erweckung war.

00:13:20: Also meine Eltern handen ja erst in den 80er Jahren die Idee und da war ich ja auch schon

00:13:25: zehn Jahre, elf Jahre alt.

00:13:30: War sehr traurig meines Vaters.

00:13:31: Der war eigentlich als Ingenieur in einem Unternehmen, in einem Industrieunternehmen

00:13:37: und hatte immer irgendwie so die Idee, will mal selber Eis produzieren.

00:13:40: Meine Großmutter hat dann erzählt, dass er da schon zu Abitzeiten vorhin gesprochen

00:13:43: hat.

00:13:44: Echt?

00:13:45: Ja, das war, ich habe das gar nicht so als Kind so richtig wahrgenommen.

00:13:48: Aber meine Großmutter und meine Mutter haben ja sieht, das war immer so sein Ding.

00:13:51: Und dann haben wir dann ein Haus.

00:13:53: Meine Eltern besagen das in den Haus, da hatten sie aber keinen Zugriff, weil da noch

00:13:56: ein Konsum drin war.

00:13:58: Du kannst damit was anfangen.

00:13:59: Ich weiß nicht, ob jeder hier damit was anfangen kann.

00:14:01: Das sind diese Lebensmittel oder diese Einkaufsgeschäfte in der DDR gewesen.

00:14:06: Und als die dann praktisch rausgegangen sind, also wir, unser eigenes Haus, was mein Urgroßvater

00:14:11: gebaut hatte, wiederbekommen, hat mein Vater gesagt, nee, hier ziehen wir nicht ein, hier

00:14:14: bauen wir einen Kaffee rein.

00:14:15: Und dann war das nicht so einfach in der DDR, weil du musstest Anträge stellen und eine

00:14:20: Selbstständigkeit als Gastronomor sowieso nicht so gerne gesehen und auch äußerst

00:14:25: schwierig.

00:14:26: Und man hat ihm auch tatsächlich zweimal abgelehnt.

00:14:28: Also, da gibt es Ordner zu, mein Vater hat das alles dokumentiert, das hoch unterhaltsam.

00:14:34: Und dann kam irgendwann eine Rede von Honnicker, wo er irgendwie '87 oder so in einem Nebensatz

00:14:45: gesagt hat, dass zukünftig das private Handwerk und der Handel, der private Handel mehr zu

00:14:51: unterstützen ist, los, die DDR stand ja wirtschaftlich mit dem Rücken zu Wand.

00:14:54: Und das Ding war abgedruckt irgendwie im neuen Deutschland.

00:14:57: Das hat mein Vater dann ausgeschnitten, hat das irgendwie nochmal in seiner Bewerbung

00:15:00: aufgegriffen und dann haben sie ihn tatsächlich erlaubt, sich selbstständig zu machen.

00:15:04: Im tiefsten, na, tiefsten Sozialismus.

00:15:07: Und dann mit Handwerkern im Freundeskreis mit Elektrikermeister als Großvater und Beziehungen

00:15:16: in Westen, wurde dann eben ein Kaffee gebaut und das musste erstmal Eismaschinen kriegen

00:15:21: und so weiter und so weiter.

00:15:22: Das stell ich mir schwer vor.

00:15:24: Ja, was die da improvisiert haben und was die so Kontakt, dieses Waden, die die anbaut,

00:15:29: man braucht Kontakt.

00:15:30: Krass, die Nebensätze, also beim nächsten Nebensatz wurden ja die Mauern aufgemacht.

00:15:35: War ja auch nur Nebensatz, der für Baremünze genommen wurde.

00:15:39: Stimmt, der ergenommen.

00:15:40: Dann war dann irgendwie frei und keiner wusste, was eigentlich passiert.

00:15:44: Aber ich finde es schön, dass diese Geschichten, dass die nicht verloren gehen.

00:15:48: Ich habe ja die Weingeschichte der ehemaligen DDR so ganz, ganz akribisch damals zusammen

00:15:54: interessanterweise mit der Super-Elo aufgearbeitet.

00:15:57: Echt?

00:15:58: So eine Reportage über ganz, ganz viele Ausgaben.

00:16:01: Das war jetzt bestimmt auch schon sechs, sieben Jahre her.

00:16:03: Total interessant, auch so mit Zeilen zu reden, also auch diese Kreativität, die damals gelebt

00:16:07: wurde.

00:16:08: Deswegen fühle ich das gerade sehr, wie das Ding mit der Eismaschine war.

00:16:11: Hast du noch eine Erinnerung an das Eis?

00:16:13: War das irgendwie interessant, vermutlich gut, vergleichbar?

00:16:16: Ja, also da war ja, glaube ich, sein Meisterschück.

00:16:19: Hat er einen alten Conditor aufgetan, der war schon in Rente, der hat nach ganz traditionell

00:16:25: Eis gemacht mit so einem Vollmilch, Voll-Ei-Ansatz, nur Eimel-Tucker, aber alles frisch.

00:16:31: Also ich kann mich sehr genau erinnern, wie wir in der Saison irgendwas zwischen 500

00:16:35: und 800 Eier mit der Hand am Tag aufgeschlagen haben.

00:16:38: Opa und ich, uah, täglich, täglich, auch mal an die Sonnenalarm, Wahnsinn.

00:16:43: Und mehr kam da nicht ran und dann kam halt Früchte ran, dann kam ein bisschen nach

00:16:46: oben ran, Schokolade, Kakao war ein Riesenthema, erst mal Kakao bekommen, dann kam aus Kuba

00:16:49: damals.

00:16:50: Ja, der war aber qualitativ excellent, also dann kam mein Vater auch ein Buch drüber

00:16:53: schreiben über Kakao-Qualitäten und es gab drei Sorten.

00:16:57: Mein Vater hat immer Vanille, Schokolade und eine Fruchtsorte gemacht.

00:16:59: Einfach weil die Produktionskapazitäten nicht mehr hergegeben haben, weil wenn du heute

00:17:05: in so einer modern, sagen wir mal, modernen Eismaschine in fünf, sechs Minuten deine

00:17:10: acht Liter Eis produziert hast, dann hat das damals eine Viertelstunde oder länger gedauert

00:17:14: und wenn das richtig heiß war und die Maschinen, die waren ja damals noch extern, also wir

00:17:18: hatten noch eine Maschine aus, wenn das zu warm war, dann hat das auch mal eine halbe

00:17:23: Stunde gedauert und da gibt es, um mal so ein Bild zu skizzieren, auf das du mich gerade

00:17:26: ansprachst.

00:17:27: Da gibt es Erinnerungen, wie mein Vater damals zu mir gesagt, Chrisin, gehen wir mit einem

00:17:32: Garten-Schlauch raus und spritze das Maschinenhaus an, damit das Hauskühler wird, damit die

00:17:37: Eismaschinen ein bisschen mehr ziehen.

00:17:39: Also so abenteuerlich, das kann man sich gar nicht vorstellen, dann haben wir versucht,

00:17:44: dieses Haus ein bisschen abzukühlen, weil die Hitze, die die Eismaschinen produzieren,

00:17:48: dass sich so drin gestaut haben, dass praktisch die Kühlung nicht mehr richtig funktioniert

00:17:52: hat.

00:17:53: Und draußen vorm Kaffee standen die Leute 50 Meter Schlange.

00:17:56: Das konnten wir ja im Osten, da waren wir ja gut.

00:18:01: Und das war echt so.

00:18:02: Meine Mutter hat dann um 13 Uhr die Lücke aufgemacht und dann wurde der Mama Schoko Vanille Erdbeere

00:18:07: verkauft und dann war Erdbeere aus, dann war Schoko aus, kurz vor zwei war dann die Vanille

00:18:15: oder Schokolade, also letzte Sorte aus und dann, ja, das Mokroladen runter und ein Zettel

00:18:23: dran gemacht, in einer Viertelstunde geht es weiter oder so.

00:18:26: Ich glaube, da ist einer gegangen, ich kann es vergessen, als Ossy ist man stehen geblieben.

00:18:30: Und dann, das waren ja auch noch richtig große Kugeln, die waren ja fast so groß wie Tennisbälle,

00:18:35: das kann man sich ja heute kaum noch vorstellen und dann ging die Lücke wieder hoch und dann

00:18:39: ging es weiter.

00:18:40: Und dann muss man wissen, das war ja so ein technischer Aspekt, ich, nicht dass ich noch

00:18:43: richtig eine Änderung habe, durftest du in der DDR, glaube ich, Eis nicht einfrieren.

00:18:47: Also du musst es als zumindest mit der Erlaubnis, die mein Vater hatte, das kann ich jetzt aber

00:18:52: so nicht mehr ganz genau wiedergehen, durftest du nur das Eis verkaufen, was du am selben

00:18:56: Tag produziert hast.

00:18:58: Also mein Vater war es nicht erlaubt, am Tag vorher vorzuproduzieren.

00:19:02: Ah, das war ein hygienischer Themen auch gewesen.

00:19:04: Das heißt, du hattest halt auch nur eine gewisse Menge, die du eben verkaufen konntest und

00:19:12: das war halt so die Herausforderung damals und dann, ja, dann hat mein Vater angefangen,

00:19:16: Spaghetti Eis zu machen.

00:19:17: Ich glaube, vielleicht war er der erste im Osten, ich weiß es nicht.

00:19:20: Und Spaghetti Eis braucht ja erstmal eine Spaghetti Presse, die es so nicht gab im Osten.

00:19:24: Da wurde von Tante Marcin aus Stuttgart eine Spätzlepresse besorgt.

00:19:29: Dann brauchste noch Erdbeermark.

00:19:31: Glaubst du auch nicht in der DDR, das war doch schwierig.

00:19:33: Dann hat mein Vater so eine Quelle aufgetan.

00:19:35: Irgendwo ein Rostock, gab es eine Fabrik für Erdbeermark, die haben, glaube ich, fast

00:19:39: nur für den Westen produziert.

00:19:41: Aber wenn die Dosen irgendwie in den Dach hatten oder das Etikett falsch draufgeklebt

00:19:45: war, dann haben die das nicht abgenommen und dann gab es da jemand, der hat das gesammelt

00:19:49: und zweimal im Jahr hat mein Vater das Telefon geklingelt.

00:19:52: Wir haben wieder genug.

00:19:53: Dann ist er mit seinem Lader und einen Anhänger nach Rostock gedüßt.

00:19:56: Das war so eine 4-Stunden-Auto-Fahrt.

00:19:57: Er hat Kofferraum, Beifahrersitz, Rücksitz, Anhänger voll geknallt mit Erdbeermarkdosen

00:20:03: und dann hatten wir wieder für ein halbes Jahr genug Erdbeermark.

00:20:05: So hat man eine Eisdiebel in der DDR betrieben.

00:20:08: Warum bist du jetzt Weinaffin und nicht Eisaffin und machst in Spiegel Italiens ins Herbst?

00:20:17: Ja, das ist die Frage.

00:20:18: Du bist halt abgebogen, oder?

00:20:22: Irgendwo stand mal links, Bein, rechts, Eis und ich hatte eine rechts, links, Fächer.

00:20:27: Und deswegen bist du jetzt nicht reich, sondern zommel je.

00:20:32: Genau.

00:20:33: Aber...

00:20:34: Und versorgst du das Geld was andere dann irgendwie ja genau, was andere irgendwie genießen?

00:20:38: Ja.

00:20:39: Wie kam das bei dir?

00:20:40: Also wie bist du aus Serbstan in Westen?

00:20:43: Also du bist ja jetzt schon fast in Köln eingebürgert, oder?

00:20:46: Ja, ja.

00:20:47: Ich weiß nicht, ob man heute ja dann irgendwann dazu hier in Köln ist jetzt bei mir ja auch

00:20:52: schon 25 Jahre.

00:20:54: Oh, ich glaube, dies ist ja am September 25.

00:20:58: Ja, irgendwann stellte sich die Frage, wie es nach der Schule weitergeht und meine Eltern

00:21:05: haben halt so schon gedacht, na ja, wenn der junge Gastronomisch ein bisschen was kann,

00:21:09: das kann nicht schaden, vielleicht will er es ja mal machen.

00:21:11: Da war es ja auch so die Zeit, wo mein Vater dann erkannt hat, so wie es jetzt läuft,

00:21:16: also die Bedingungen, die im Osten funktioniert haben ja im Westen nicht mehr funktioniert,

00:21:21: also man musste ja auch expandieren, man musste ja dann auch eine neue Technik investieren,

00:21:26: in weitere Cafés, da hat er ja auch gut losgelegt und am Ende dann auch recht erfolgreich.

00:21:32: Aber als Einzelkind war dann so dieser Frage, macht das, macht das nicht?

00:21:37: Und wenn das macht, soll das richtig machen?

00:21:39: Also dann mal Gastronomie lernen.

00:21:40: Ja, dann ging das halt los, ne?

00:21:42: Dann bin ich in die Lüneburger Heide in so ein gutes Hotel mit einer sehr anständigen

00:21:48: Küche und einem Pipapot, wie das so war und da habe ich dann so die Gastronomie von der

00:21:52: Pika aufkennen und erleben gelernt.

00:21:55: Also wirklich, es war auch schmerzhaft so, manche.

00:21:58: Lüneburger Heide, klingt aber nicht nach Weinzentrum.

00:22:01: Null.

00:22:02: Null?

00:22:03: Null?

00:22:04: Ja, ach du, die Weinkarte war gar nicht so schlecht, also ich kann mich erinnern, da gab es,

00:22:07: also wir hatten den Namen ja schon Wein und so und die Bürgerspital, dann konntest

00:22:11: du auch mal, wenn du wolltest, jetzt auch Mutant trinken können, ne?

00:22:15: Also das hatte der Chef dann auch im Keller und das war standauf auf der Karte.

00:22:19: Ja, damals ja für lächerliche Preise, 200 Mark oder was so was damals noch gekostet hat.

00:22:26: Oder Kugschampagne, das gab es da schon und dieses Hotel war, das Schwerpunktthema USP

00:22:32: war da weit, also es war ein Hotel mit einem riesen Stall und da waren viele große, so

00:22:41: die Fuchsjachten, also das sind so Jagdveranstaltungen, wo eine Mäute hinter so einem Pseudofuchs

00:22:46: hinterherrennt und die Reiter dann im feinsten Frag dann auf ihren, so roten Frag auf ihrem

00:22:52: Fernsehts und hergaloppieren und da kamen die Reiter aus ganz Europa, da waren also Haufen

00:22:57: Ihen und Österreicher und Schweizer, wo die alle herkamten.

00:23:01: Und das waren ja oft auch Leute, die ja Genusser fienen waren, Weiner fienen waren, in der

00:23:09: Welt rum kamen und die haben natürlich dann in erster Linie ihre Pferde im Blick gehabt,

00:23:14: aber am Abend wurde auch gut gegessen und gut getrunken und dann wurde auch gut Wein

00:23:16: getrunken.

00:23:17: Also Wein spielt da schon eine Rolle, aber im Rahmen meiner Ausbildung war ich da zu weit

00:23:23: weg.

00:23:24: Also ich war vielleicht unter den Auszubildenden schon der, der sich dafür am meisten interessiert

00:23:28: hat.

00:23:29: Da ist aber auch kein richtiger, es gab, also zumal die sowieso nicht, aber es gab jetzt

00:23:32: auch kein, der so das Thema da richtig gemanagt hat und somit gab es auch keinen Guide, der

00:23:38: mich an die Hand genommen hätte.

00:23:40: Braucht man, ne?

00:23:41: Also man braucht jemand, der dich irgendwie erstmal einführt oder der, der das vorlebt,

00:23:45: der eine Präsenz hat und wer war es dann bei dir?

00:23:50: Wer war der?

00:23:51: Wer war der?

00:23:52: Der war der, der war in der USA, der war in der Schweiz.

00:23:53: Eindeutig.

00:23:54: Auch da?

00:23:55: Also ich bin ja da dann...

00:23:56: Bist du zum Geldverdienende hin oder weil jemand so die gesagt hat, "Jung, wenn du einmal

00:23:59: Italien nah sein möchtest, dann musst du erstmal die Schweiz".

00:24:02: Ja ja, ja so.

00:24:03: Ich habe ja nie einen Masterplan gehabt, ob das geht sicher, wie so ein roter Fahnen

00:24:08: durch mein Leben.

00:24:09: Also Geschäftsideen und neue Projekte fallen mir immer zu, ich weiß nicht so, dass ich

00:24:14: jetzt darauf gezielt hin arbeite.

00:24:17: Das ist natürlich schon ein bisschen so meine Lebenslinie, aber da war es halt so...

00:24:22: Ist das gut, wenn ich fragen darf oder ist es besser, wenn man sich am Anfang seiner

00:24:25: Karriere Gedanken macht und sagt, das möchte ich gerne machen.

00:24:28: Ich meine, du hast damit jetzt Leben gelernt und du, bei mir war es ja ähnlich, witzigerweise,

00:24:32: aber letztlich kommt man weiter, wenn man plant?

00:24:37: Ich glaube schon.

00:24:41: Also ich denke mal, es gibt ja so ein, zwei Kollegen in unserem Umfeld, wo der ja schon

00:24:46: in...

00:24:47: Also guck mal, Christina, meine Geschäftsfalt.

00:24:48: Die haben einen Plan.

00:24:49: Die haben einen Plan.

00:24:50: Die haben einen Plan.

00:24:51: Ich hätte einen, der einen Plan hat.

00:24:53: Sag ich jetzt auch, wenn die sich das hört, dann sind die Quatsch.

00:24:56: Christina, glaube ich, die war ja in Amerika und dann haben sie sich mit dem Eltern zusammen

00:25:01: gemacht, was machst du denn?

00:25:02: Und dann, ja, du kannst das Sprach affinieren, in einer Gastronomie hilft ihr das, willst

00:25:05: ihr nicht mal in der Gastronomie angucken?

00:25:06: Und dann hat die, glaube ich, ein Praktikum gemacht und dann ist die ins Baarreis und

00:25:09: so.

00:25:10: Also die ist dann schon sehr gezielt.

00:25:11: Also die hat schon, sich glaube ich, sehr genau überlegt, wo sie ihre Ausbildung macht,

00:25:15: was das von...

00:25:16: Von Haus ist und was danach kommt.

00:25:18: Und dann hat sie einen jungen Fan kennengelernt, dann ging es auf die Sommelier-Schule, da

00:25:21: hat sie ja, glaube ich, einen 1a-Abschluss gemacht als Jahrgangsbeste und so.

00:25:25: Also wenn du auf ihre Wiede guckst, dann siehst du halt, das sieht ein bisschen nach einem

00:25:29: Masterplan aus.

00:25:30: Wenn du auf meine Wiede guckst, das ist eher so, da geht eine Tür auf und ich gucke mal,

00:25:34: ich gucke mal durch, ob ich durchgehe.

00:25:36: Und dann, meistens, bin ich dann so neugierig, dass ich durchgehe und dann bin ich halt in

00:25:40: einer neuen Situation, die ich dann annehme.

00:25:43: So, dass sie dann so meinen, sieh.

00:25:47: Aber um deine Frage vorher zu beantworten, also in der Schweiz war es halt so, der gab's

00:25:50: zumindest einen Restaurantleiter, der sehr Wein affin war.

00:25:54: Der Weinkeller war da so ein Heiligtum.

00:25:56: Und er hat dann irgendwann, der 2. oder 3. Saison, mich so als Komi an seine Seite genommen.

00:26:03: Was erst mal bedeutete, du durftest die Weinkühlschränke auffüllen abends, dann alle beim Feierabend

00:26:08: Bier saßen, bist du nochmal abgestiegen in den Keller und hast die Liste dann von

00:26:12: der Rezeption bekommen, musstest die Weine wieder auffüllen.

00:26:15: Das war also eher Arbeit, aber das fand ich cool, das hat mir Spaß gemacht.

00:26:18: Das finde ich auch ganz gut.

00:26:19: Also es war für mich damals in der Speisemeisterin Stuttgart, wo Christina auch war, einen

00:26:24: der ersten Aufgaben, ich durfte den Keller aufräumen, ich fand das großartig, hab das

00:26:28: mit ganz, ganz viel Liebe gemacht und damit warst du mit den Eliketten vertraut, konntest

00:26:31: dir eine Ruhe anschauen.

00:26:32: Was ist eigentlich ein Casalernischen von Kesselstadt oder was ist denn, keine Ahnung,

00:26:38: Mutorn, warum sind die Bilder so lustig und dann fängst du an darüber zu lesen und

00:26:41: dann entdeckst du ein Interesse, du kannst natürlich noch nicht verkostet und das kommt

00:26:46: dann so nach und nach und von dem her, I feel you.

00:26:49: Aber Interesse, jetzt wo du das sagst, fällt mir gerade so, das ist aber ganz tief aus meinem

00:26:53: Stamm hier und raus gekrampt.

00:26:54: Ich kann mich erinnern, dass ein Gast, ein Stammgast, es war auch so ein Reiter aus

00:26:58: Berlin, der war die Hälfte des Jahres in der Lüneburger Heide, könnte dir sogar noch

00:27:03: sagen, was der jeden Tag gegessen mit getrunken hat, aber der hat mir zum Abschluss der Ausbildung

00:27:07: einen Weinbuch geschenkt, nämlich hier diesen Weinatlas, den wir irgendwie alle mal bekommen

00:27:11: haben, von Johnson.

00:27:14: Also muss der ja irgendwie doch schon damals gemerkt haben, dass ich so eine gewisse Affinität

00:27:18: zu dem Thema Wein habe.

00:27:20: Schön.

00:27:21: Ja, ja.

00:27:22: Ja, irgendwie war da eine Bezüge, aber die Erweckung war noch nicht da, die kam dann

00:27:26: erst in der Schweiz.

00:27:27: Genau wie bei dir.

00:27:29: Es war dann spannend im Keller und dann fügte sich da einen zum anderen, dann hast du irgendwie

00:27:35: mal im Buch was nachgeguckt, wo das ist, Google, Google gab es ja noch nicht.

00:27:39: Und dann, ja, dann kam das.

00:27:43: Wie hieß der, der Mietere, weißt du es noch?

00:27:46: Markus Kohler.

00:27:47: Oh, Kohler, nicht Kohler.

00:27:49: Markus Kohler, der hat das Feinkostgeschäft seines Schwiegervaters in Interlaken übernommen.

00:27:56: Ich weiß, ich habe den seitdem nie wieder gesehen, ich habe irgendwann mal Google,

00:27:58: dann habe ich auch gedacht, wenn du irgendwann mal ins Berne Oberland kommst, besuchst du

00:28:01: die.

00:28:02: Sollte ich jetzt mal machen.

00:28:04: Mal gucken.

00:28:06: Bestimmt witzig.

00:28:07: Also da hat du den ersten Weinkontakt, den ersten ernsthaften, wo du langsam vom Bier

00:28:11: weggeführt und durftest Flaschen auffüllen und dann warst du Kommissor Mehl.

00:28:17: Und dann warst du ja, du kannst dich besser, ich glaube du warst da mal sogar in, was

00:28:22: ist nicht in Kalifornien in den 90ern, Ende der 90er war das bei dir.

00:28:25: Ja, Ende der 90er bis 2000, ja.

00:28:27: Und da war es so, das war ja, wann war ich denn da, 95, 96 war ich da, 94, 95, 96, da

00:28:33: kam die ersten neuen Weltweine.

00:28:35: Und das war ja irgendwie so, also für mich damals völlig krass.

00:28:40: Was ist das, wo kommt das her, wie schmeckt das und viel Holz und was mir brauch ich

00:28:43: in der Runde nicht erzählen.

00:28:45: Aber das war so spannend und dann, ja, dann war es auch so für die Jungs, die Weinerfina

00:28:52: waren, als ich für die war das auch neu und dann hat man das so gemeinsam entdeckt.

00:28:56: Dann ist man nach Bern zu einer Verkostung gefahren und dann, das war schon irgendwie,

00:29:00: und das fand ich irgendwie damit, damit zu ziehen und dabei zu sein fand ich irgendwie

00:29:04: spannend.

00:29:05: Und dann habe ich das so ein bisschen für mich festgehalten.

00:29:08: Und das Thema Eis war dann irgendwie nicht mehr, um nochmal zurückzukommen, weil er dann

00:29:12: keine Rolle mehr gespielt hat.

00:29:13: Ja.

00:29:14: Ja, genau.

00:29:15: Finde ich ganz wichtig, also auch wenn man selber die Position hat, die wir dann irgendwann

00:29:19: hatten, dass man sich Leute an die Hand nimmt und einfach diese Begeisterung weiter trägt

00:29:25: und andere damit inspiriert und infiziert und das eben nicht nur für sich selber macht.

00:29:30: Das können manche ganz, ganz gut, wie eine spätere Lehrmeisterin von dir ja auch, die

00:29:34: Christina, die hat ja ganz, ganz viele mehr oder weniger infiziert, aber manche vernachlässigen

00:29:40: auch so, das ist auch so ein wenig.

00:29:42: Und du hast ja auch ganz viele mehr oder weniger schon begeistert in deiner lebendigen Art.

00:29:46: Aber ich wollte dich nicht unterbrechen, du bist in der Schweiz.

00:29:48: Was kam danach?

00:29:49: Bundeswehrleit, oh das war hart.

00:29:52: Ich stand, also es war richtig so, ich hätte da einen großen Sprung machen können, weil

00:29:58: am Ende der Saison sind so viele im Service die wichtige Positionen begleitet haben ausgeschieden

00:30:06: und man hat mit mir ein Gespräch geführt, ob ich da zweiter Serviceleiter werden wollte

00:30:11: und das Thema Wein auch noch mehr begleite und da hatte ich richtig Bock drauf und ich

00:30:16: fühlte mich da auch echt wohl.

00:30:18: Aber dann kam eine Schreiben vom Kreiswehrersatzamt, dass ich zweimal zurückgestellt wurde, also

00:30:23: ich war noch nicht gemustert und dass ich jetzt, wenn ich wieder in Deutschland bin,

00:30:29: nicht im Ausland arbeiten darf, bevor ich gemustert bin.

00:30:32: Vor allem war es ein bisschen schön, da habe ich mich mit dem Kreiswehrersatz auseinander

00:30:38: gesetzt, habe da mal angerufen und dann haben die gesagt, sie müssen jetzt erst mal gemustert

00:30:42: werden und dann kann es sein, dass sie eingezogen werden, oder auch nicht.

00:30:46: Aber vorher kriegen sie jetzt keine Freigabe mehr für die Schweiz.

00:30:49: Und dann habe ich gesagt, ja dann machen wir doch mal jetzt eine Musterung und dann haben

00:30:52: die gesagt, nee, nee, nee, den Tag geben wir vor, das kann dauern.

00:30:54: Und dann hockte ich in Serbs und wusste nicht so richtig, was jetzt als nächstes kommt

00:30:58: und dann war vielleicht so der entscheidende Moment, dann rief eine treuere Weggefährte,

00:31:03: mit der ich in der Ausbildung war, der damals auch die Türen in der Schweiz geöffnet hat,

00:31:06: der René Wippich rief mich an und sagte, ich bin hier im Fürstenhof in Leipzig, den wir

00:31:11: haben gerade eröffnet.

00:31:12: Wir brauchen noch Leute für das Thema Wein, wir sind hier, wir haben ein Zommelier, den

00:31:19: Grundbischler, der war da, aber wir haben viele Veranstaltungen und wir brauchen Leute,

00:31:24: haste Bock, uns zu unterstützen.

00:31:25: Und dann bin ich da hin, weiß ich noch genau, wie ich da im Gespräch mit der FMB-Bundetschau

00:31:32: und der Personalleitung geführt habe, dann haben die gesagt, was ich nur verdienen würde

00:31:36: und dann habe ich gesagt, das ist schwierig, weil mein Arbeitslosengeld ist höher als

00:31:39: das, was sie zahlen.

00:31:40: Dann hatte die eine echt geile Idee, dann hatte die gesagt, sie bleiben arbeitslos, wir

00:31:43: kümmern uns, dass sie hier ein Praktikum machen und dann können sie uns bei den ganzen

00:31:47: Weinveranstaltungen hier unterstützen.

00:31:48: Und Ende offen, also die haben gesagt, wenn die Bundeswehr anruft, dann sind sie weg,

00:31:56: aber so lange können sie erst mal hier mitmachen.

00:31:58: Wir besorgen ihnen hier eine Wohnung, eine Personalwohnung, haben sie keine Kosten und

00:32:01: dann war das ein echt interessanter Deal.

00:32:02: Und das war klasse, in der ersten Woche, weiß ich noch, war Heger und Keller da, in der

00:32:07: zweiten Woche war Caroline Krug da, in der dritten Woche war Lünn Spaß, es ging, jede

00:32:12: Woche war da irgendwann los.

00:32:13: Alle wollten nach Leipzig und ich bin da so reingel, war da dann sogar als...

00:32:18: Komi, Komi, Somelier irgendwie mit dabei und hab dann den Jungs da zugearbeitet und das

00:32:25: war spannend.

00:32:26: Also das war Zufall, das war vielleicht ein bisschen Glück, aber es war für diesen Moment

00:32:32: genau das Beste, was mir passieren konnte.

00:32:34: Hast du das Gefühl, du konntest Wein damals schon verstehen?

00:32:37: Also in diesen Jungen Jahren kann man Wein ergreifen oder ist es bunter, lustige Welt

00:32:40: und man wird auch betrunken?

00:32:42: Ja, das war auch der Fall.

00:32:45: Nee, ich hab das nicht getroffen.

00:32:48: Nee, da fehlt mir das Rüstzeug.

00:32:49: Also ich fand das noch zu kontinuierlich ein bisschen Wein vor Kosten und hatte so ein

00:32:52: bisschen Ideen, weil ich in der Schweiz ja ein bisschen was gelernt hatte, aber ich bin

00:32:56: da eher fasziniert mitgelaufen und hab diese bekannten Namen dann eben mal persönlich

00:33:03: kennengelernt und dass die Weine bewundert und...

00:33:05: Ja, Wein, nee, ich glaub so richtig verstanden hab ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, würde

00:33:13: ich sagen.

00:33:14: Das dauerte dann noch eine Weile, bis ich mich dann wirklich theoretisch schon mit beschäftigt

00:33:18: hab und dann auch sensorisch irgendwie fitter wurde.

00:33:20: Aber...

00:33:21: Weil in all diesen Zeitrauben war da jemals, weil du ja in diesem Epicenter mehr oder weniger

00:33:26: bist oder da auch herkommst, Sahle und Strutenthema oder Sachsen, weil die waren ja gerade am

00:33:32: Aufblühen.

00:33:33: Ich mein es gab damals Lützendorf, es gab Pawe, es gab ein paar Kleine, es hat sich entwickelt

00:33:36: auch aus diesem eingeschlafenden und man redet manchmal ein bisschen zu wenig, gerade

00:33:42: jetzt eben auch in diese neuzartigen Entwicklungen.

00:33:44: Wir hatten jetzt gerade mit Janik Schumann ja den Podcast, der ja Sachsen sehr, sehr

00:33:49: stark beriegt mit Wackerbad und manchmal noch ein bisschen zu unterblichend wahrscheinlich

00:33:54: damals ja auch, oder?

00:33:56: Naja, in den 90ern, ich war ja 96 bis...

00:33:59: Also 96 bin ich da hin und dann war Bundeswehr und dann bin ich tatsächlich noch auf die

00:34:04: Hotelverschule in Leipzig, also von daher war ich 4,5 Jahre in Leipzig, war ja Broschwitz

00:34:09: auf diesem Thema, also der Broschwitz war auch in Campi Hauswein, in Leipzig wie in Dresden

00:34:16: oder in Taschenberg-Palle auch und dadurch gab es so eine gewisse Affinität zu Broschwitz

00:34:21: und das hat mich dann auch irgendwie, das hat mich sofort erreicht, das fand ich auch

00:34:26: spannend, dass das ganze Produkt und die Geschichte, wie der da durchgestartet ist, aber so das

00:34:35: drum herum habe ich nicht so viel mitbekommen.

00:34:37: Das hat noch lange gedauert bis ich so richtig erst geblickt habe, was im Osten an Wein

00:34:43: so abgeht.

00:34:44: Das muss ich ehrlich sagen, ja.

00:34:46: Broschwitz war omnipräsent, weil es einfach eine wirtschaftliche enge Kooperationen gab

00:34:51: zwischen Kempinski und ihm, aber...

00:34:54: Wo man auch ganz klar sagen muss, was der Georg Prinz zur Lippe Ende der 90er oder Mitte

00:35:00: der 90er, Ende der 90er zusammen mit seinem Team, mit Martin Schwart und Peter Bohnen,

00:35:06: was Deutschland weit ins Leben gerufen hat, das war schon, also allein diese beiden Regionen,

00:35:13: sehr federführend, sehr großartig.

00:35:17: Schade, dass es jetzt mittlerweile, die sich sehr schwer tun, aber damals also für den

00:35:23: Osten müsste man so ein kleines Nachträgeres denken, mal letztlich, bloß Broschwitz irgendwie

00:35:29: hinstellen.

00:35:30: Das sehe ich auch so wie du.

00:35:31: Das habe ich aber schon so ein bisschen damals schon erkannt.

00:35:35: Da waren schon Leute drum herum, die das auch so gesehen haben, wie du das jetzt...

00:35:39: Gut, jetzt im Nachhinein kann man das immer noch besser schildern, aber damals gab es

00:35:42: schon nur die, die dachten, also das, was die hier leisten, was die an Know-how mitbringen

00:35:47: und an Türen öffnen, das ist schon schon außergewöhnlich.

00:35:52: Das habe ich irgendwie schon auch mitbekommen, ohne dass ich das richtig bewerten konnte

00:35:55: zu der damaligen Zeit.

00:35:56: Ja.

00:35:57: Ja, und dann Hotelverschule und dann kam Christina Fischer.

00:36:03: Sie kam zu dir oder kamst zu ihr?

00:36:07: Also wie kommt man von der Hotelverschule Leipzig zu Christina Fischerfeld?

00:36:09: Da brauchst du ja auch ein Ticket oder brauchst du zumindest irgendwie...

00:36:13: Google war da ja immer noch nicht.

00:36:14: Stimmt.

00:36:15: Das war so, dass ich eigentlich was ganz anderes vorhatte.

00:36:18: Eismach.

00:36:19: Ne, ne, ne, immer noch nicht.

00:36:21: Vielleicht nicht immer ein bisschen.

00:36:24: Ne, ich wollte...

00:36:26: Manchmal habe ich so gedacht, weil ich jetzt dann anfangen soll mit Eismach.

00:36:30: Aber na ja.

00:36:31: Ne, liebe, man lernt dann niemand kennen und dann irgendwie nach Berlin oder wenn man

00:36:35: nach Berlin und kurz bevor wir dann eben dann angefangen haben, dass die eigentlich

00:36:38: in Rheinland habe ich noch einen besseren Job, ich gehe jetzt natürlich durch.

00:36:41: Ja, aber dann komme ich mit und dann, ja, was machst du im Rheinland?

00:36:45: Und dann war wieder Renny Wippich, wie immer.

00:36:46: Das ist ja so ein bisschen mein Job-Hunter gewesen.

00:36:49: Der sagte, ich fasse mal auf, ich bin jetzt beim Hendrik Thomas.

00:36:52: Also der war dann, Renny war mittlerweile im Luiz-Jacob als Kommissomalie beim Hendrik

00:36:57: gelandet und der sagte, ich frage jetzt mal Hendrik ob der mal mitgekommen ist.

00:37:01: Und dann kann ich mit Christina reden.

00:37:02: Ich muss dazu sagen, ich war ja vorher auf der Probein und da war ich abends auf einer

00:37:05: Party bei Christina.

00:37:06: Das war ja damals so, dass man dann das Mann und Maus nach Köln gefahren sind und dann

00:37:11: bei Christina versackt sind.

00:37:12: Und da kannte ich schon das Fisch aus weingenussend Havelfreunden und ich habe dann auch schon

00:37:16: Christina erlebt, ohne dass ich jetzt mit ihr dann irgendwie groß was geredet hätte.

00:37:20: Aber das war dann so die Idee.

00:37:22: Und dann hat die Christina gesagt, ja, dann komm noch mal.

00:37:26: Übrigens, da gibt es eine kleine Parallel zu unseren VT.

00:37:30: Ich war eine Woche vorher in Lerbach und habe dann Gespräche geführt.

00:37:34: Was war das?

00:37:37: 98, 99?

00:37:38: Das war 99.

00:37:39: 99.

00:37:40: Falsch.

00:37:41: Das war 2000.

00:37:42: Das muss ich auch gut August sein.

00:37:45: Da war ich schon da.

00:37:46: Oh wow.

00:37:47: Ja, das war der Grund.

00:37:48: Mit dem hast du dann Gespräch gehabt.

00:37:50: Also war es im RDR, das Rund der Müller oder war es mit Schloss Lerbach?

00:37:54: Er war Schloss Lerbach.

00:37:56: Also wir wissen nicht, wer das war, weil das Gespräch dann was geführt hat.

00:37:59: Ich kriege das nicht mehr so ganz zusammen wie...

00:38:02: Ja bist du vorbereit heute, oder?

00:38:04: Nee, das ist 30 Jahre her.

00:38:06: Ich kann mich erinnern, ich war Beenzberg und habe zwei Gespräche an dem Tag geführt.

00:38:12: Ein Gespräch war ein Desaster, weil die mich...

00:38:13: Ich glaube, das war Schloss Beenzberg.

00:38:15: Und Lerbach war ein nettes, gutes Gespräch.

00:38:17: Da gab es aber irgendwie keine Option.

00:38:19: Ja, logisch.

00:38:20: Da gab es keine Option.

00:38:21: Wir haben so ein paar Minute und haben zwei so ein paar Minuten.

00:38:24: Was weiß ich da?

00:38:25: Also dich habe ich nicht getroffen.

00:38:27: Wenn ich mich natürlich daran erinnert...

00:38:29: Aber...

00:38:30: Der kleine Zwerg, der darum läuft...

00:38:33: Die nämndt mich.

00:38:35: Wer redet denn da mit den Marken und wofür?

00:38:36: Wovor?

00:38:36: Ich ist gar keine Markin.

00:38:37: Sie ist so klein.

00:38:38: Sorry.

00:38:39: Wir können jetzt gleich noch genug.

00:38:42: Also was...

00:38:43: Pass auf.

00:38:43: Das war irgendwie...

00:38:45: Das war irgendwie...

00:38:45: Wir kamen dann nicht weiter und dann war ich kaum wieder

00:38:48: in Serbs, dann sagte Renny "Fahr mal nach Köln zu Fisch" und dann ich dann "Glasse, echt?"

00:38:53: Ich bin gerade 500 km hin und zurückgefahren, jetzt grock ich da wieder hin.

00:38:56: Und dann weiß ich noch, es war warm und ich saß auf der Terrasse mit Christina und...

00:39:00: Wir haben uns unterhalten und dann sagte sie zu mir "Ja, was soll ich denn jetzt mit nem...

00:39:05: Absolventen von der Hotelverschule..."

00:39:08: "Frends, ich hab endlich, ehrlich gesagt, keine Verwendung."

00:39:11: Und ich hab auch schon vier Somelis hier...

00:39:13: Oder ne drei mit ihren und vier...

00:39:16: Ach, kommen Sie mal, hat der ganze gesagt.

00:39:19: W-Wahr machen wir schon irgendwas.

00:39:21: Also...

00:39:22: Was ja auch in der Zeit war, ist, dass man nicht vergessen...

00:39:25: Entschuldigen, wenn ich immer wieder reinkrätsche...

00:39:26: Bitte.

00:39:27: Aber damals war das nicht so, dass...

00:39:29: Das Fachkräftemangel war, sondern...

00:39:31: Da gab es Wartelisten, gerade beim Namen wie Christina Fischer,

00:39:34: die ja damals im Fernsehen wahnsinnig präsent war,

00:39:37: ähnlich wie eben Schloss Leerbach, da hat man großen Stapel mit Bewerbungen gehabt.

00:39:41: Und morgens beim Kaffee hat man irgendeine von unten oder von der Mitte rausgezogen,

00:39:45: gesagt "Den hören wir uns heute mal an."

00:39:47: Und da rutschte man rein oder nicht und das war ja dann ein Riesenglücksfall,

00:39:51: dass sie gesagt hat "Na kommen Sie doch mal bitte."

00:39:53: Also das war ja dann in der Tat dann...

00:39:55: Glück.

00:39:56: Also nicht wie heute, wo man...

00:39:57: Ja, und ich habe mich so komisch gesagt, wie der Freisigner.

00:39:59: Die Kölner sagen ja auch "Jude", also die sagen ja statt...

00:40:04: Also nicht alle, aber die einen sagen so...

00:40:06: Statt gut "Jude", also mit dem "J".

00:40:09: Ob warum Christina das macht, die ist ja gar keine Reihenländer, weiß ich gar nicht.

00:40:12: Aber die hat zumindest immer gesagt "Na jude, dann machen wir das."

00:40:15: Und dann habe ich so noch gedacht, die verarschte einen Dialekt.

00:40:18: Ich bin noch weiß, wenn es Auto gestehen hatte.

00:40:21: Die braucht dich nicht und jetzt sagte "Na dann kommen Sie mal, machen wir schon, jude."

00:40:26: Irgendwie habe ich ein ganz komisches Gefühl gehabt, das war seltsam.

00:40:29: Aber am Ende dachte ich "Na ja, komm hast du nichts zu verlieren."

00:40:33: Und meine Eltern waren völlig von Kopf gestoßen.

00:40:36: Was machst du denn jetzt mit Wein?

00:40:38: Und du bist ja ein bisschen auf der Hotelverschule gewesen und du hast es doch ins Kontrolen.

00:40:41: Und da war es so...

00:40:43: Die konnten überhaupt nicht...

00:40:45: Also was macht der denn da jetzt?

00:40:46: Warum geht der denn jetzt in Service?

00:40:50: Wieder, ne? So, die waren jetzt so...

00:40:53: Ehr irritiert.

00:40:54: Ich glaube die ganze Manöver-Hotelverschule dann nach Berlin.

00:40:58: Ach nee, doch nicht Berlin, jetzt doch Rheinland.

00:41:00: Das war für meine Eltern ein bisschen...

00:41:02: Das war den Suspekt.

00:41:04: Und ehrlich gesagt, als ich dann hier war,

00:41:06: war ich auch völlig...

00:41:08: ...verschuldig gar gar gar.

00:41:10: Also die Liebe, wegen der ich dorthin ging ins Rheinland, oder hierher kam, muss man ja sagen,

00:41:14: die war sehr schnell verloschen.

00:41:16: Also da war ich auf einmal wieder Single und Curlen war fürchterlich.

00:41:20: Also diese...

00:41:20: Du kennst ja ja, Curlen ist ja nun nicht gerade erstmal eine schöne Stadt, hörte ich.

00:41:24: Nee, nee, oder dann dachte ich, ach, doch Scheiße, jetzt hängst du hier.

00:41:29: Und bei Christina ist ja auch nicht Zuckerlenken, da ist ja Action.

00:41:32: Also die Bude ist ja mittags und abends bumsvoll.

00:41:35: Haufen Veranstaltungen und immer Action.

00:41:37: Die Chefin ist, sie ist immer am Anschlag, weil sie natürlich Fernsehen, Buchprojekte, Kochkurse, Wein, Simmeln...

00:41:44: Wow, was da geleistet wurde.

00:41:46: Ja, Alter, Alter, Alter.

00:41:46: Allein die Wein-Seminare, da war ja, glaube ich, jeden zweiten Tag war da...

00:41:50: Frau Maakristin, meine ich.

00:41:51: ...in dieser Galerie, in diesem Nebenraum und das alles und das darf man nicht vergessen, reingebastelt.

00:41:56: Also da war ja nichts für ein Restaurant gemacht.

00:41:59: Du gängst durch eine Hausflur und was...

00:42:00: Wünschest du das sagst, nicht ich?

00:42:02: Ich kann es sagen, ich war Beobachter, genau.

00:42:06: Aber Christina war schon bei dir im Podcast, oder?

00:42:07: Ja, ja.

00:42:08: Ja, dann kannst du ja nicht mehr absagen.

00:42:12: Das war gewundertswert, es war wirklich großartig, da war unter einer normalen Kellertreppe war das Weinlager mehr oder weniger.

00:42:19: Also es war, was ich halt als Einblick hatte und ich hatte nicht viel.

00:42:22: Ja, wir haben viel Wugel.

00:42:23: Aber bei dem, was ich hatte, dachte ich also, boah, und das machen die hier.

00:42:27: Mittwoch war Lagerntag, da bist du mit dem Vito, also so ein kleines Vito-Transporter halt, ne?

00:42:35: Sag mal, in so einer Bulli-Größe bist du dann nach Ehrfeld ins Lager gefahren, bei 12 Grad, in riesen Lagerhalle, da waren, weiß ich nicht, wie viele hunderte Paletten da standen und weiß ich nicht, 4, 5 Fruchigale gehörten uns, da standen im besten Zeiten bestimmt.

00:42:51: Also ich würde mal sagen, 35 Paletten hatte Christina da zu stehen und dann hast du praktisch Weine für die Woche zusammengesucht, also da praktisch stehen Bestand im Fischers aufgestockt.

00:43:02: Dann bist du mit einem, bist du mit einem dekkefolgeladenen Vito auf dem hohen Staufenring, eines der meist befahrensten Straßen in Göln gefahren, hast in 2. Reihe geparkt.

00:43:10: Ist da nie was passiert, das ist ein Wunder.

00:43:14: Ja, auch wenn 4 Sommies beschäftigt sind, dann weißt du, was da gedreht wurde.

00:43:18: Also das da nicht bei Glasbegleitung und 5 Flaschen am Abend, die man da auf Insta ablichten kann.

00:43:24: Also das war ein bisschen anders klar, glaube ich.

00:43:26: Ja, der war schon, also hat Spaß gemacht.

00:43:29: Also die hat ja, warum nicht drüber reden, die hat unglaublich viel bewegt.

00:43:32: Ich habe extremst viel gelernt, wirklich, da muss man alle superlativer anwenden.

00:43:36: Ich habe Tag einen Tag aus bei ihr nur gelernt, ob das die Petra Morva oder GLRW oder wer auch immer da als Sommelier vor mir stand und wo ich mir viel abgucken konnte.

00:43:45: Natürlich Christina an allererster Front, also fachlich am Gast im Keller, wie ein Schwamm, kannst du alles aufsaugen.

00:43:55: Das war super, nicht alles war richtig, also manche Sachen würde ich vielleicht im Nachhinein anders machen, aber so wie das damals lief, hat das gut funktioniert.

00:44:05: Und dann auch wiederum im Rahmen dieser Überforderung, dass es dann trotzdem so funktioniert und dass sie dann trotzdem auch die Leute so geprägt hat, die dann wiederum erfolgreich wurden, das fand ich dann auch.

00:44:14: Wie du sagst, es dauerhaft überfordert mit Buch, mit Fernsehen, mit Seminaren, mit Leuten koordinieren, mit...

00:44:21: Ja, die war schon immer am Anschlag, muss ich ehrlich sagen.

00:44:24: Also gesund war das nicht, das Pensum, was sie gefahren hat, das weiß ich selber, das ist ja auch kein Geheimnis, dass Christina...

00:44:32: Also sie hat auch immer versucht, alles möglich zu machen, ob das für Winzer oder für Kollegen war oder wen auch immer, wo geht nicht, gibt es eigentlich einen.

00:44:40: Also irgendwie hat man dann gesagt, ja komm, das machen wir noch, oder das kriegen wir auch noch hin.

00:44:42: Und das waren natürlich oft nicht immer für sie und auch für das Team nicht so gesund.

00:44:46: Aber am Ende, und das will ich auch noch anfügen, sind es ja nicht nur die fachlichen Themen, die man da lernt.

00:44:52: Das Netzwerk ist natürlich unschlagbar, ne?

00:44:55: Du siehst wer da ein und aus ging und wie man da alles kennengelernt hat und welche Leute heute noch in meinem beruflichen Umfeld eine wichtige Rolle spielen, da muss ich ehrlich sagen, war Christina für mich Goldstaub.

00:45:06: Das ist so.

00:45:07: Und dann kam halt 2001 und das war sicherlich dann das Entscheinende, die Gründung des Zommeliers, heute heißt das Zommeliers College, das hieß damals noch Förderprogramm oder Junior,

00:45:19: Nachwuchsförderprogramm der Zommelier Union, so war der damalige Titel unter der Leitung von Markus Demonego und G. Bonfer, genau die haben das damals.

00:45:28: Und da hat sie dann auch mich reingehieft, also ich musste dann dann diese Aufnahmeprüfung teilnehmen, irgendwie habe ich nicht alles falsch angekreuzt und dann war ich dabei.

00:45:38: Und die Leute, die ich da kennengelernt habe, zum Beispiel Christina, zum Beispiel Thomas Sommer, zum Beispiel Jan Wimbös und wie sie alle heißen, das sind ja noch Wegeferten, die bis heute da sind und wichtig sind.

00:45:50: Und ja, und das ist alles, muss man am Ende sagen, Netzwerk Christina.

00:45:55: *Klopfen*

00:45:58: Eigentlich dürfte Breuer kein Wein mehr im Keller haben, denn egal welchen Zommelier man fragt, rankt dieses Weingut immer ganz, ganz weit oben, im Bewusstsein, in der Anerkennung, in Maronomé, in der Tople, Pfeife, eines jeden Zommeliers.

00:46:23: Steht das Weingutgeorg Breuer in Rüdesheim. Und es mag wahnsinnig exponierte Weine in diesem Weingut geben, aber das Großartige ist, also egal welchen Weimarm probiert man hat, immer einem Breuer im Glas.

00:46:33: Man kann ihn wieder erkannt, man kann ihn schmecken, man hat eine Identität. Woher kommt das?

00:46:37: Also die Wurzeln des Weinguts reichen bis ins Jahr 1880 zurück, als es von Bernhard Scholl und Albert Hildebrand als Teil einer Weinhandlucke gegründet wurde.

00:46:47: Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Familie Breuer Peter Breuer, übergabe später seinem Sohn Georg, der es von 1910 bis 1908 begleitete, und der nicht nur den Namen des Weinguts prägte, sondern auch den Export und das Ansehen des Hauses maßgeblich ausbaute.

00:47:03: Etwas über 100 Jahre nach der Gründung in den 1980er Jahren führte Bernhard Breuer Georg Sohn, das Weingut zur internationalen Anerkennung, mit seiner Vision seinem Engagement sind sehr neue Maßstäbe für die Qualität der Rheingauer Weine.

00:47:18: Nach seinem frühen Tod im Jahr 2004 übernahm seinen Tochter Theresa, die Leitung des Weingutes, mit Unterstützung des langjährigen Betriebsleiters Hermann Schmorranz und des Kellermeisters Markus Luden führte sie die Familie in Tradition fort und verbindet dabei traditionelle Werte mit modernen Ansätzen.

00:47:34: Es klingt furchtbar technisch, auch wenn es im gewissen Weise imposant ist, aber jemand der Berne hat, vor allem der Theresa kennengelernt hat, weiß wie viel Leben diesem Weingut steckt, wie viel Vision, wie viel Besonderheit, wie viel Außergewöhnlichkeit und spürt es dann wiederum in den Wein, das finde ich so großartig.

00:47:50: Man schmeckt die Handschrift von Theresa Breuer in den Wein, auch wenn sie natürlich nur sinnbildlich für die Betriebsführung steht, aber ist es nicht in jeder Küche auch so?

00:47:58: Erstaunlich.

00:47:59: Manchmal schreibt das Leben Drehbücher, die Hollywood nicht besser hinkriegen würde.

00:48:03: Da wächst Theresa Breuer in einem der berühmtesten Weinregion Deutschlands auf, der Rheingau-Klassiker schlechthin und eigentlich wollte sie über was ganz anderes machen, Tourismus oder ihre Leidenschafts-Sport ausleben, die große weite Welt entdecken und dann klopft das Schicksal an die Tür und ihr Vater Bernhard Breuer, einer der großen Visionäre des modernen deutschen Weinbaus, stirbt plötzlich.

00:48:23: Theresa gerade mal 20 Jahre alt, 20, das muss man sich überlegen. Was macht sie? Sie übernimmt das Wein ohne zu zöger.

00:48:30: Und Theresa hat das Weingut nicht nur übernommen, sie hat es komplett neu erfunden. Also, die alten Werte, die alte Großartigkeit beibehalten, aber es neu definiert.

00:48:38: Und es ist zu ganz neuen Hüllen geführt.

00:48:40: Mit einem Weitblick, der weit über die Hügel des Rheingaus hin ausreicht, mit einer Hingabe, die man in jeder Flasche Breuerwein schmeckt und mit einer Haltung, die keine Kompromisse kennt.

00:48:51: Und seitdem steht fest, diese Frau spielt nicht auf Sicherheit. Sie setzt auf Tyroir, auf Handwerk und auf Nachhaltigkeit.

00:48:58: Und sie macht es mit einer Mischung aus Wissen, Mut und ganz viel Herzblut.

00:49:03: Riesling, Riesling, Riesling, aber bitte mit Charakter.

00:49:07: Rheingau und Riesling, eine Liebesgeschichte für die Ewigkeit. Und natürlich ist Riesling mit 86% der Rebfläche der unangefochten Star im Hause Breuer.

00:49:16: Der Rest, vermutige Experimente mit Spätbogunder, mit Weißbogunder, sogar Orlearn.

00:49:21: Ja, dort wird noch weiße Orlearn angebaut.

00:49:23: Und dann gibt es dort den Gebes zur Warschriesling.

00:49:27: Trocken, Spontangärung mit wilden Hefen, Ausbau im Edelstahl, keine Schönung, keine Filtration, minimaler Eingriff, maximaler Ausdruck.

00:49:34: Die Böden, Schiefer, Quarziet und Löse.

00:49:37: Diese unverkennbar salzige Mineralität geben.

00:49:40: Theresa Breuer ist nicht nur eine der wichtigsten Frauen des deutschen Weinbaus.

00:49:45: Sie ist auch eine globale Botschafterin für den Rheingau, für den Riesling.

00:49:49: Ihre Weinerreise um die ganze Welt, von New York bis London über Tokio, hin nach Singapur.

00:49:55: Und wer glaubt, dass sie nur Winzerin ist, hört sich gewaltig.

00:49:59: Sie gibt Seminare, hält Vorträge, fördert Nachwuchswinzer und diskutiert über nachhaltige Weinbaupraktiken.

00:50:05: Eine Frau mit einer Mission.

00:50:07: Doch das letzte Wort hat bei ihr immer der Wein.

00:50:09: Und der 2023er Gebysauvarschriesling trocken von Theresa Breuer, vom Weingut Georg Breuer, vermarkt das, was nur ganz wenige Weine können.

00:50:19: Er ist auf der einen Seite groß, auf der anderen Seite unkompliziert.

00:50:22: Er ist tiefsinnig, aber eben auch faszinierend.

00:50:25: Er ist fruchtig und trotzdem von Würze und Tiefe geprägt.

00:50:29: Er ist mineralisch aber nicht anstrengend.

00:50:31: Er kann jung getrunken werden, er kann reifen.

00:50:33: Er ist ein toller Solist, aber ein großer, der Speisebegleiter.

00:50:36: Er ist nicht abhängig von der Temperatur oder vom Glas.

00:50:39: Er ist immer das, was er ist, egal wo, wie und wann er serviert wird.

00:50:44: 100% Riesling, 100% Reingau, 100% Breuer.

00:50:48: Vielen Dank für dieses Statement.

00:50:51: Dem Hause Breuer und nicht zuletzt, ob gleich am Schluss, dem Handelshaus Schlumberger.

00:50:56: Warst du dann auch so ein typisches Wettbewerbskind,

00:51:08: das dann von Wettbewerb zu Wettbewerb geschleudert wurde

00:51:12: und möglichst ein Gewinnen sollte, oder das dann eher nicht?

00:51:16: Also magst du auch Wettbewerbe? War das ein Thema bei dir?

00:51:20: Ist es noch ein Thema, was ...

00:51:22: Ja, das war ja damals, das war ja Pflicht im College-Atom.

00:51:25: Das du mitmachst bei Wettbewerben?

00:51:27: Ja, das stand in der ...

00:51:29: Ich glaube heute ist das sogar noch anders geregelt, aber damals war es so ...

00:51:33: Ich weiß nicht ob es drin stand, aber es wurde so ein bisschen gefordert.

00:51:37: Und ich habe dann beim DVI da zweimal teilgekommen, bin zweimal dritter gewonnen.

00:51:43: Das war schon cool, das lag mir, glaube ich, dann auch ein Stück weit.

00:51:50: Als ich das erste Mal, ich nahm einmal teil, war im Finale und bin dann dritter gewonnen

00:51:54: und dachte, okay cool, hätte ich jetzt nie gedacht.

00:51:56: Und dachte dann, nächstes Jahr gibt es Gas, aber dann war nicht genug Gas.

00:52:00: Also dann war wieder dritter und dann habe ich gedacht, ja, das ...

00:52:03: Das kommt ja manchmal auch auf die Mitbewerber drauf an.

00:52:06: Also das ...

00:52:07: Ja, die war natürlich stark.

00:52:08: Im Folgejahr war da, ich meine, wenn Thomas mitmacht oder wenn da ...

00:52:11: Ja, Georgie hat gewonnen, glaube ich, in dem Jahr, wo ich dritter gewonnen habe.

00:52:13: Ah, ja.

00:52:15: In ersten Jahr hat Georgie ...

00:52:18: Der hat Platz eins und ich Platz drei.

00:52:21: Das ist für Christina auch cool, ne? So mal ihre zwei Sommeliers.

00:52:24: Haben ja den gerockt.

00:52:26: Also ich finde Wettbewerbe wichtig für die Karriere.

00:52:29: Du siehst es in meinem Umfeld, muss ich es ganz klar sagen.

00:52:32: Sommelierkonzert hat den Vorteil, wenn wir einen Sommelier vermitteln, der Wettbewerbe gewonnen hat.

00:52:41: Und allerbeste Beispiel ist meine geschätzte Geschäftspartnerin.

00:52:44: Christina hat ja ziemlich alles gewonnen, wo sie irgendwann mal angetreten ist.

00:52:48: Und wenn das dann in der Witter steht, das verkauft sich natürlich anders.

00:52:53: Also wenn jetzt eine Agentur oder ein Industrieunternehmen einen Sommelier anfragt und du sagst,

00:52:58: das ist die Christina Helker und die war beste Sommeliere des Jahres.

00:53:02: Und die hat der Tier, die, weiß ich nicht, Trophé Barron Rothschild gewonnen.

00:53:05: Und das ist hier gewonnen und war dann im Halbfinale der Europameisterschaft und so weiter und so weiter.

00:53:11: Das ist dann für die natürlich ein klares,

00:53:14: oftmals ein Argument, die oder denjenigen zu buchen.

00:53:18: Von daher kann ich nur sagen, aus meiner unternehmerischen Perspektive junge Sommeljies,

00:53:24: liebe junge Sommelier, macht Wettbewerbe.

00:53:27: Es hilft euch in der späteren Vermarktung.

00:53:29: Thomas Sommer ist ein Musterbeispiel und viele andere mehr müssen wir jetzt nicht alle einzeln aufziehen.

00:53:34: Wenn ich mir manchmal den Ablauf der Wettbewerbe angucke, dann bin ich mir so,

00:53:38: ich denke, das ist natürlich brutal schwer.

00:53:43: Ich hol mal ein bisschen weiter aus.

00:53:45: Die Vorrunde des Wettbewerbs Sommelier Trophé, bester Sommelier Deutschlands,

00:53:51: findet dann verschiedene Standorten in Deutschland statt, manchmal auch in Köln.

00:53:55: Und dann machen wir das bei uns in den Konferenzräumen in der Lindenstraße.

00:54:00: Und dann bin ich auch mal derjenige, der diese Prüfung überwacht.

00:54:05: Und dann gibt es dann mal diesen heiligen Moment, wo man den Umschlag aufmacht mit dem Fragebögen.

00:54:09: Die kennt ja keiner vorher, auch wir kennen die nicht.

00:54:11: Die werden ja von einer Jury erstellt, meistens unter der Leitung von Marc Eimert.

00:54:15: Und dann machst du den Umschlag auf und ziehst das raus und verteilt dann eben die Fragebögen.

00:54:20: Und dann ist immer einer über und dann guckt man sich dann natürlich auch an.

00:54:23: Und dann sitze ich mal davor und denke, oh Alter, wer soll denn das wissen?

00:54:26: Das hat ja heute ein Niveau.

00:54:28: Das ist ja so tricky teilweise.

00:54:33: Also ich glaube, wenn ich da 20 Prozent weiß, dann bin ich schon richtig gut.

00:54:38: Und dann siehst du halt, wie so ein vorherigen Richter dann damit 60, 75 Prozent richtig beantwortet,

00:54:43: auf Fragen rausgeht.

00:54:44: Und dann bin ich immer schon, dann muss ich schon gut, das beeindruckt mich.

00:54:48: Aber, und das ist ja die Kerseite, ich sage halt auch, ja, wow, was die Mädels und Jungs drauf haben,

00:54:53: ist beeindruckend, was die von Wissen haben.

00:54:55: Aber mit dem Thema am Tisch, mit das alles überragende Thema Gastgeber zu sein, hat der Wettbewerb erstmal wenig zu tun.

00:55:07: Das gibt sicherlich dann im Finale und im Halbfinale Prüfungen, die auf der Wüne stattfinden,

00:55:12: wo kritische Gastrosituationen abgebildet werden, wo die dann auch richtig abliefern.

00:55:18: Aber wenn ich mir mal angucke, wie die Kollegen dann überhaupt erstmal den Weg ins Halbfinale schaffen

00:55:23: über diesen Fragebogen, dann muss ich sagen, ja, da kommen nur die weiter, die richtig, richtig, richtig viel Fachwissen haben,

00:55:29: sonst würden sie dann diesen Fragebogen nicht so toll ausfüllen können.

00:55:33: Aber mit dem Alltag am Tisch oder im Keller hat es wenig zu tun.

00:55:38: Das ist halt so ein bisschen mein Blick auf das Thema Wettbewerb.

00:55:41: Darf ich den dann mal zwischen kräschen und bitte vergiss deine weiteren Ausführungen nicht?

00:55:46: Was ist denn der große Unterschied?

00:55:48: Also, was muss der denn am Tisch leisten, liefern, wenn das Fundament nicht Fachwissen sein soll?

00:55:54: Das sollte ja eben... Das ist ja die Souveränität, die du irgendwo hast, um in die Kommunikation mit dem Gast zu gehen.

00:56:00: Und selbst wenn du keine Ahnung, wenn der aus der Südwest-Hoskane einen Weingut aufgegraben hat,

00:56:05: dann weißt du zumindest, die vier Städte sind drum herum und kannst mit ihm eine Kommunikation aufbauen, die dann wiederum hilfreich ist.

00:56:10: Und der Rest ist dann menschliche Kompetenz, die man irgendwo aufbringen muss, wo es egal ist,

00:56:15: ob du Fachwissen hast oder nicht, wenn du Nasenbär bist, bist du Nasenbär.

00:56:18: Aber letztlich spricht ja eigentlich nichts dagegen, sich dieses Fachwissen anzueignen

00:56:23: und dort mit einer gewissen Souveränität dann auch auszustrahlen.

00:56:27: Oder habe ich dich da falsch verstanden?

00:56:29: Nein, nein, das ist natürlich recht natürlich.

00:56:30: Also Fachwissen ist das Fundament, ohne funktioniert es nicht, wie in allen anderen Berufen auch.

00:56:37: Und wo ist dann der Unterschied zum Alltag?

00:56:40: Ja, ich meine, Fachäthioten gibt es ja in vielen Bereichen.

00:56:43: Also, wenn du die letzte auch doch Tone riebst, dann geh Orgien weißt, aber kein Blick für deinen Gast hast.

00:56:52: Und der verdustet.

00:56:53: Oder trinken wir einen, den er nicht will.

00:56:55: Oder was weiß ich?

00:56:56: Also, ich glaube, dass das Thema Dienstleistungen in der Summlerie in einem ganz wichtiger Aspekt ist

00:57:05: und die Affinität zu dem Thema hast du oder hast du nicht.

00:57:11: Oder du hast jemand, der dich da ran führt.

00:57:13: Also, das hast du ja vorhin so schön geschüttert.

00:57:15: Es gibt ja diese tollen Kolleginnen und Kollegen, die einen so unter die Fittiche nehmen

00:57:21: und dann guckst du dir das ab, wie du mit einem Gast umgehst und dann bist du auch ein guter Gastgeber.

00:57:26: Das sind, glaube ich, ganz wichtige Eigenschaften.

00:57:29: Und wenn du das nicht hast, dann kannst du sonst wie viel über Wein wissen.

00:57:34: Ich glaube, du wirst als Weinkerne noch nicht sehr erfolgreich sein, weil du einfach dieses Gespür für die Situation und für den Gast nicht mitbringst.

00:57:47: Hör ich daraus, dass zu wenig Praxis Lastigkeit in dem Wettbewerben ist?

00:57:53: Oder interpretiere ich das der Fall schreien?

00:57:55: Oder kann man was aus den Wettbewerben an Praxis mit einem Alltag nehmen?

00:57:59: Oder sind es zwei verschiedene Welten, die man überhaupt nicht miteinander vergleichen kann?

00:58:03: Nein, ich glaube, da ist ganz viel passiert.

00:58:06: Ich bin jetzt bei den großen Wettbewerben wie Weltmeisterschaft, eine Obermeisterschaft nicht dabei.

00:58:10: Da fahren andere Kollegen hin.

00:58:12: Bei uns im Verein, jetzt in der Sommelierunion, da gibt es zwei, drei Verantwortliche für unsere internen Wettbewerbe.

00:58:20: Und die fahren dann auch zu den großen internationalen, um da immer so den aktuellen Trend mitzubenehmen.

00:58:26: Da bin ich jetzt nicht dabei.

00:58:28: Aber wenn es zum Beispiel um die Trophy, die beste Sommelier Deutschland geht, bin ich natürlich auch im Publikum.

00:58:32: Und da muss ich sagen, hat sich ganz viel getan.

00:58:35: Die Organisatoren, also sprich die Jury und der Jurypräsident, die gucken schon, dass das Thema Praxis mehr und mehr implementiert wird.

00:58:47: Also das ist schon, glaube ich, in den letzten Jahren hat sich da ganz viel getan.

00:58:51: Und das sind auch realistische Situationen, wie sie, glaube ich, auch in einem Restaurant tatsächlich stattfinden.

00:58:56: Aber das Problem ist auch immer, das objektiv zu bewerten.

00:59:03: Weil das Subjektiv natürlich immer mit dabei ist.

00:59:06: Was auch wichtig ist.

00:59:08: Ja, weil das ist natürlich auch eine gewisse Gefahr.

00:59:10: Dann ist der eine Kollege sympathischer als die andere Kollegin, weil der vielleicht gerade einen frechen Spruch macht und dann kriegt er den halben Punkt mehr.

00:59:18: Und wenn das natürlich dann ausschlaggebend ist, dann muss ich sagen, aber gut, das ist wie im Fußball.

00:59:22: Der eine Ball geht gegen Infos und rollt Richtung Spielfeld.

00:59:26: Und der andere geht gegen Infos und rollt rein.

00:59:28: Und dann ist halt dann manchmal einfach nur Glück.

00:59:31: Hört vielleicht auch dazu.

00:59:32: Und ich kann mich an eine, ohne dass ich aus dem Nähkästen plaudere, ich kann mich an eine Trophi erinnern, wo die beiden Finalisten, glaube ich, punktgleich oder so, 0,25 Unterschied waren.

00:59:45: Also wo die Jury echt dargesetzt sind.

00:59:47: Boah, das ist aber knapp.

00:59:49: Und dann muss man halt sagen, der eine gewinnt alles und steht morgen in allen Zeitungen und der andere ist halt nur Platz 2.

00:59:59: Und das ist dann schon echt halt ...

01:00:02: Kann ich mich erinnern, das haben alle gesagt, oh, das ist jetzt echt krass.

01:00:07: Aber zwei Sieger können es auch nicht geben.

01:00:09: Und ich wurde dann entschieden, dann doch Sympathie und wer hat die bessere Souveränität und das ist einfach nochmal alles gescheckt.

01:00:16: Oder die Wessizzeit.

01:00:18: Genau.

01:00:19: Also ich war jetzt nicht eine Jury, ich war jetzt nur durch ein Organisationsteam und dadurch war ich in der Jury-Sitzung mit dabei und konnte das von der Seitenlinie aus beobachten.

01:00:27: Die haben dann nochmal alle Punkte durchgerechnet.

01:00:29: Und dann wurde ich noch mal geguckt, okay, wie hast du das bewertet?

01:00:35: Ja, ja, hier war er für mich von, hier war der für mich von.

01:00:38: Also, da wurde schon sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen.

01:00:43: Aber am Ende habe ich so gedacht, nein, ich war nicht gleich gut.

01:00:47: Gab es für dich da mal eine Person, die du erlebt hast, in diesen Werben, die jetzt nachhaltig für dich immer noch prägend herausgestochen ist, wo du sagst, das was der Mark damals geliefert hat, das war ...

01:01:01: Ja, Mark war immer eine eigene Liga.

01:01:03: Ja, Mark war immer eine eigene Liga.

01:01:05: Das muss mich ganz klar sagen.

01:01:07: Also, bei der Weltmeisterschaft war ich nicht dabei, das habe ich im Livestream geguckt, kann mich gut erinnern.

01:01:12: An dem Tag, das war der Samstag vor der Proveien, haben wir, nee, das war der Freitag vor der Proveien, da haben wir unsere eigene Veranstaltung, die Signature Wine Show, aufgebaut.

01:01:22: Und wir kamen überhaupt nicht voran, weil wir ständig am Rechner gehangen haben und den Livestream geguckt haben.

01:01:27: Und der Mark ist ja irgendwie, ja, er war am Halbfinale und Deutschland war glücklich.

01:01:32: Und dann auf einmal, wow, er ist im Finale und äh, das gibt es ja gar nicht.

01:01:37: Der kleine Kerner Bub jetzt im Finale und dann rockt der das Ding.

01:01:40: Wir waren alle wie verzauberte und ...

01:01:45: Ich weiß nicht, ich musste mich dann an die, die damals, als wir in Deutschland Papst hatten, hat auch die Bildzeitung geschrieben, wir sind Papst.

01:01:54: Wir sind Papst, genau.

01:01:55: Und ich habe dann geschrieben, wir sind Storm of the World, weißt du?

01:01:57: So haben wir uns irgendwie alle gefühlt und uns für Mark gefreut und das hat uns schon alle sehr beeindruckt, was er da abgeliefert hat.

01:02:03: Das muss man ganz klar sagen, aber ich kann mich auch an das Finale von Thomas damals in Burg Schwarzenstein erinnern.

01:02:10: Naja, so ein bisschen Kopf an Kopfrennen mit, das war auch, da waren beide stark und Thomas war echt auch ...

01:02:16: Thomas war, war, war witzig und auch, ja, es gibt schon ein paar Sachen, wo ich da im Motto war.

01:02:23: Ich kann mich auch so was im realen Leben auch schon mal, dass du in einem Restaurant fast ein Zoll jedi mit seiner Leistung unfassbar beeindruckt hat.

01:02:32: Ja, wenn ich jetzt ...

01:02:35: Marco, Franz, Entschuldigung.

01:02:39: Ich habe Marco neulich im Sonora erlebt, was das neulich war im Sommer.

01:02:43: Seine lockeren, coolen Art und hat ganz gut gesessen.

01:02:48: Ich konnte so sehen, wie er da den Laden im Schuhn gehalten hat und das hat mich schon mal eindruckt, wie er auf der einen Seite dieses ...

01:02:54: ... lockerer in diese 3 Sterne Bruder reinbringen und auf der anderen Seite einfach wirklich perfekt an jedem Tisch irgendwie abliefert, so weit man das ...

01:03:00: ... die Gespräche konnte man ja da nicht so hören, aber man hat ja so ein bisschen gesehen, wie die Organisation funktioniert und das fand ich schon so.

01:03:06: Ich dachte, da kann sich der Clemens aber sehr glücklich schätzen, dass er so einen coolen Sommelheder für sich gewinnen konnte.

01:03:14: Ja, aber es ist immer schwierig, einen herauszustellen.

01:03:18: Was du bei dem Wettbewerben hast, dir dein eigenes Bild davon gemacht, was im Sommelhedisch, und ...

01:03:27: ... warst offizieller Sommelhedisch von Christina Fischer, was für dich ja dann schon mal ein riesen Meilenstein war.

01:03:33: Also es war ja dann mehr oder weniger in dieser Sommeltätigkeit schon mehr oder fast der Höhepunkt deiner Karriere.

01:03:40: Ja, danach habe ich auch gesagt, dass mit dem Tisch ist jetzt genug, aber vier Jahre da im Fischers ...

01:03:46: ... im Fischers gerockt und ...

01:03:50: Was eine lange Zeit ist, also das glaubt man nicht, aber mit diesem Pen, so was man normalerweise auch zu dieser Zeit damals, teilweise sieben Tage, die man auch wenn man die Weinreisen mitnimmt ...

01:04:00: ... und dann jeden Tag 15, 18, 20 Stunden, 20 vielleicht nicht ganz, aber schon ein paar mehr, da sind vier Jahre, das ist fast ein Drittel der Lebenszeit.

01:04:09: Ja, ja, er war, vorgegen wie im Fluss.

01:04:14: Du musst dich gleich in die Japanie einschätzen, ohne mich das zu hören.

01:04:18: Ja, das wird noch nicht.

01:04:20: Aber wir haben ja mal gelernt in der Lidio, dass man sich, wenn man eine kritische Frage hat, erst mal ein Glas trinkt, ...

01:04:25: ... erst mal ein Stück Wasser trinkt, damit man Zeit zum Nachdenken hat, das war keine kritische Frage.

01:04:29: War cool, also war natürlich irgendwie immer was los, also das Tagesgeschäft im Restaurant habe ich dann so im Jahr drei und vier ein bisschen zurückgefahren, ...

01:04:40: ... weil ich zunehmend die Armveranstaltung moderiert habe, auch Seminarer dann mehr gemacht habe, im Keller halt viel gemacht habe, ...

01:04:49: ... dann war ich jetzt nicht mehr jeden Abend am Tisch, aber das war intensiv, klar.

01:04:59: Also man hatte dann eben irgendwie permanent mit Top Winzern zu tun und hatte mit wichtigen Händlern zu tun, ...

01:05:08: ... die standen ja Schlange und genauso wie du sagst, man war dann halt Teil des Fischersteams und war dann da irgendwie der Sommel, ...

01:05:17: ... einer der Sommeliers und damit hatte man schon auch ein bisschen Status.

01:05:23: Was ja übrigens für mich ja so ein, also eines meiner Lieblingsthemen ist, dass viele Sommeliers, ...

01:05:30: ... die in einem renommierten Restaurant tätig sind, ihre Position falsch bewerten, um das mal ganz vorsichtig auszudrücken, weil ...

01:05:41: ... man drückt es mal direkt aus, um das auch krasser Themen zu nehmen.

01:05:46: Sie nehmen sich selber für wichtiger, als sie eigentlich sind oder aufgrund des Renommés des Restaurants wird ihm mehr Kompetenz zugesprochen, ...

01:05:53: ... als sie eigentlich haben.

01:05:56: Na Kompetenz will ich ja mal, Kompetenz ist ja durchaus da, aber ...

01:06:02: ... Wichtigkeit und Status und Einfluss, da glaube ich, überschätzen Sie Sicherheit.

01:06:09: Das ist halt immer so, wenn du dann bei den berühmten Koch der Sommelier bist und alle wollen irgendwie auf die Karte ...

01:06:17: ... dieses Restaurants, dann bist du als Sommelier dieses Restaurants natürlich ein sehr wertvoller Gesprächspartner ...

01:06:23: ... und wirst gerne zu Verkostung, zu Weinreisen und Co. eingeladen, mit der Hoffnung, dass du dann ...

01:06:29: ... das ein oder andere Neue entdeckst und über deine Personen der Weg auf die Weinkarte führt.

01:06:35: Ja, und wenn du das ein, zwei, drei Jahre machst, dann hast du natürlich, völlig normaler Prozess und auch völlig legitim, ...

01:06:41: ... dann hast du natürlich auch so, merkst du halt schon, okay, du kommst durch Türen, wo vielleicht andere nicht so schnell durchkommen.

01:06:48: Das stimmt.

01:06:49: Und dann gibt es die Sprungbrett.

01:06:50: Absolut.

01:06:51: Ja, und so, jetzt passiert aber Folgendes.

01:06:53: Ja, so mein Lieblingsthema, Lieblingsthema, das Quatsch aber etwas, was ich oft angesprochen werde, ...

01:06:58: ... ich glaube, wir haben auch schon mal drüber gesprochen, vor ein paar Jahren, und das hier ist Folgendes.

01:07:02: Also die ersten Stammgäste sagen, Mensch, kannst du nicht mal eine Weinprobe bei uns zu Hause machen, ...

01:07:06: ... mit einem kleinen Anwaltskanzlei, und wir haben ein paar Geschäftspartner, und das trinken alle gerne Wein.

01:07:10: Vielleicht mal so mal zwei, drei Stunden, um ein kleines Interessante Probe, und dann machst du das, dann kriegst du da irgendwie 500 Euro für ...

01:07:17: ... und dann fragt der nochmal an, und dann kriegt er nochmal 500 Euro, und dann ...

01:07:21: ... irgendwann kommt man natürlich dann, und dann merkt man dann auch, dass der ganz interessantes Nebengeschäft oder so, ...

01:07:27: ... und dann kommt ja oft der Moment, wo man sagt, ja, ist jetzt die Gastronomie das Thema, was ich mein Leben lang machen will, ...

01:07:33: ... will ich in 20 Jahren noch um Mittag nach Bläser polieren, und so weiter, und dann ist ...

01:07:40: ... ja, bei vielen dir Gedanken, ja, ich könnte mich doch ein, ihr ist homologisch selbstständig machen, ...

01:07:45: ... gut, man kann natürlich aus dich als Gastronom selbstständig machen, viele Kolleginnen und Kollegen ...

01:07:51: ... sehen sich dann eher als Referenten, als Moderatoren, als Seminarleiter und so weiter, was es da so an Dienstleistungen gibt, ...

01:07:58: ... und dann wagt man halt den Weg in die Selbstständigkeit, ...

01:08:03: ... und der ist steinig und oft auch zum Scheitern verurteilt, weil ...

01:08:10: ... in dem Umblick, wo der große Name nicht mehr strahlt, wo du nicht mehr der aktive Sommelier im Restaurant XY bist, ...

01:08:19: ... sondern der ehemalige Sommelier aus diesem Restaurant verblasst natürlich die Attraktivität.

01:08:25: Das geht nicht von heute auf morgen, Netzwerke funktionieren dann teilweise noch, ...

01:08:30: ... aber ich habe halt dutzendfach erlebt, wie die Kollegen dann eben durchstarten, dann melden sie ihr Gewerbe an ...

01:08:39: ... und dann kriegen sie irgendwie noch so eine Unterstützung am Anfang, ...

01:08:42: ... so eine Existenzgründung darlehnen, oder du kannst bis dann von einer Sozialversicherung befreien, ...

01:08:48: ... oder Krankenversicherung kannst du dann über Zeit um das Arbeitsamt ein bisschen und so, ...

01:08:52: ... was ist da alles so für ein Tunisier?

01:08:54: Was, wo ich sagen würde oder prognostizieren würde, 90 Prozent aller Kollegen von 98 bis 2010, ...

01:09:01: ... die irgendwie im zwei, drei Sterne Restaurant tödlich waren.

01:09:05: Ist hochgegriffen 90 Prozent, aber würde ich jetzt aber teile ich so ungefähr?

01:09:10: Ja, viele gehen auch in Handel, ne?

01:09:12: Ja, es ist aber trotzdem, dass du dann halt, es geht ja auch um die Situation, ...

01:09:15: ... dass du nicht mehr das bist, was du eigentlich bist und damit erst mal klarkommen musst.

01:09:20: Dass du aus dem Scheinwerfer dich komplett rauskommst, ...

01:09:22: ... mit einmal dich auch komplett neu definieren, neu aufstellen musst und einen neuen Weg finden musst ...

01:09:26: ... und mit einmal nicht mehr herblabbern oder Frau blabbern, ja, ja.

01:09:31: Und dann ist die 500 Euro, die du da vielleicht noch, die du vom halben Jahr noch neben deinem Einkommen ...

01:09:37: ... als Taschengeld hatte, sage ich mal, die, wo du jetzt leben musst.

01:09:42: Und dann bist du mal alle, wie viel du da an vater Start abdrückst und so weiter.

01:09:47: Und dann hast du halt nur noch 300.

01:09:49: Und dann merkst du auf einmal, oh, du machst keine sechs Veranstaltungen im Monat, ...

01:09:54: ... sondern nur drei.

01:09:55: Klar, das heißt du hast keine 3000, sondern du hast nur 1500.

01:10:00: Und der Preissprung auf 1000 oder so ist dir auch nicht so richtig geglückt.

01:10:04: Und dann merkst du auf einmal, oh, der bucht ja nicht mehr mich, der bucht ja mein Nachfolger, ...

01:10:08: ... weil der liebe Rechtsanwalt, mit dem ich ja eigentlich doch so einen guten Draht hatte, ...

01:10:15: ... um sich dann vielleicht doch mehr für den Zommelier aus dem Restaurant interessiert ...

01:10:19: ... als für mich, als Person, muss nicht so sein, aber habe ich halt oft beobachtet.

01:10:23: Und dann wird es halt schwierig.

01:10:24: Und dann geht der Preiskampf los, dann fängst du an, dich für 400 Euro zu verkaufen ...

01:10:27: ... oder für 350 und so.

01:10:29: Und damit bist du eigentlich im Scheitern verurteilt.

01:10:34: Und das habe ich halt ehrlich, ich will da jetzt auch nicht draufhauen ...

01:10:37: ... und ich will das auch nicht verurteilen.

01:10:39: Und ich habe höchstens Respekt für jeden, der diesen Schritt wagt.

01:10:42: Und die Eier hat das mal zu machen.

01:10:45: Und es gibt ja auch Beispiele, wo es langfristig funktioniert hat.

01:10:48: Aber der Weg ist hart und nicht unumrutsch.

01:10:52: Und da muss ich ganz ehrlich sagen, habe ich ganz, ganz viel von euch gelernt ...

01:10:55: ... bzw. euch bewundert, weil vielleicht um den Sprung hinzubekommen ...

01:10:58: ... und ich hätte aber noch zu dieser Fischersache eine Frage, die ich ganz, ganz wichtig finde.

01:11:02: Vielleicht können wir das nochmal aufgreifen.

01:11:04: Ich habe das ja dann mehr oder weniger das Unternehmen, was du dann später begleitet hast.

01:11:09: Nämlich Sommekonselt, was von Markus de Monega und Christiana Fischer ins Leben gerufen wurde ...

01:11:13: ... und was dafür mehr oder weniger verantwortlich war, dass diese Preistabilität zum einen gehalten wurde.

01:11:19: Dass die Leute, die engagiert wurden, wirklich das Geld bekommen, was sie verdienen, auch aufgrund ihrer Historie verdienen.

01:11:26: Und die Branche zumindest bis 2020, keine Ahnung, bis 2024 oder wie auch immer ...

01:11:32: ... hat dem Unternehmen sehr viel zu verdanken, welts für preistreue Stand und für Wirtschaftlichkeit.

01:11:40: Habe ich dir jetzt zuvor gegriffen?

01:11:43: Nein, das ist eine schöne Analyse.

01:11:46: Also war nicht immer ganz so einfach, wie sich das jetzt so anhört, wenn es wieder schön ist.

01:11:49: Ja, also erstmal richtig, das ist nicht auf meinem Mist gewachsen.

01:11:54: Da gab es halt Markus und Christiana, die die Idee hatten, auch Hans-Jahner Bendig ...

01:11:57: ... soll man an der Stelle mal erwähnen.

01:11:59: Markus hat ja auch einen wichtigen Geschäftspartner, der dann ganz federführend war.

01:12:04: Und dann ging das '99 los.

01:12:06: Ich glaube Markus wurde '98 in Wien Weltmeister und dann '99 entstand die Idee.

01:12:10: Christiana ist glaube ich seit '99 bei Wox gewesen, im Kochduell.

01:12:14: Und dann kam ja diese Popularitätsschub bei den Beinen und dann kamen diese vielen Anfragen ...

01:12:19: ... und dann haben sie halt diese Idee entwickelt.

01:12:21: Komm, lass uns doch eine Geschäftsmodelle daraus entwickeln.

01:12:24: Wir können ja eh nicht alle Anfragen selber bedienen, wollen das auch nicht, ...

01:12:27: ... weil wir das Kapazitäten gar nicht haben.

01:12:30: Und dann vermitteln wir halt geschätzte Kolleginnen und partizipieren dann der Vermittlung.

01:12:34: So war da die Idee.

01:12:36: Und das kann ja nur funktionieren, wenn du in einem gewissen Preissniveau arbeitest.

01:12:41: Also da bleibt ja nichts kleben.

01:12:43: Und das haben wir eigentlich versucht, konsequent fortzuführen.

01:12:48: Und wir sehen auch, dass uns das gelungene, angemessene Honorare zu generieren.

01:12:58: Ich kann ja ehrlich sagen, ich plaudere ja mal, weil wir sind ja hier unter uns ...

01:13:02: ... so ein bisschen aus dem Näklästchen.

01:13:04: Ich kann mich an erste Veranstaltungen oder Anfragen erinnern.

01:13:07: Da kam mal was von Volvo, die wollten irgendwie eine Roadshow machen ...

01:13:13: ... und da wollte ich ein Zommelier vormitteln.

01:13:15: Das war für mich so, das Ding musste ich jetzt nagem, den Auftrag brauchste.

01:13:19: Und das war damals, ich weiß nicht, wie wir auch in der anderen Zeit ...

01:13:21: ... da waren wir irgendwie noch mit 600, 700 Euro so, 100 war unterwegs.

01:13:26: Und ich wollte das durchsetzen.

01:13:29: Dann habe ich gemerkt, irgendwie klappte das nicht.

01:13:31: Und dann habe ich mir überlegt, gehst du jetzt auf 650 oder gehst du auf 600 oder ...

01:13:35: ... gehst du auf 580 so, so wie kriegste die noch?

01:13:38: Aber ich weiß nicht so, ich wollte unbedingt diesen Auftrag, das ist vorbei.

01:13:43: Wir haben heute ein klar kalkuliertes Honorar.

01:13:46: Wir wissen, was die Kolleginnen und Kollegen wert sind.

01:13:49: Und wenn der Kunde das nicht zahlen kann, dann ist das halt so.

01:13:52: Dann bräuchte ich da auch nicht krummbar.

01:13:54: Da kommt es auch nicht weiter.

01:13:56: Und dann macht sich ja auch nach, darüber hinaus dann auch unglaubwürdig.

01:13:59: Wenn du jetzt hier in der Ravad gibst, dann musst du ja wissen, ...

01:14:01: ... ja alle, wir kennen diese Mechanismen, die man ja beim nächsten Mal auch geben ...

01:14:03: ... oder musst du denen anderen geben.

01:14:04: Und dazu ist der Markt ja viel zu transparent.

01:14:06: Also da bin ich auch so ein bisschen abgehärtet im Laufe der 20 Jahre.

01:14:11: Ich kann jetzt draußen mir kommen zu sagen, dass sind die, ich bin ja im 21. Jahr der Selbstständigkeit.

01:14:15: Und hast du das aber auch vermittelt?

01:14:16: Das finde ich eben ganz wichtig.

01:14:17: Also du hast mir beigebracht, wie man eigentlich auch diesen Betrag XY sehen sollte.

01:14:22: Also dass man da nicht ein Abend ist und dann keine Ahnung, du hast vorhin 500 Euro genannt ...

01:14:26: ... oder 600 oder 700 oder was auch immer.

01:14:29: Das runtergerechnet auf die Stunden, die man dort ist, inklusive dem, ...

01:14:33: ... dass man danach dann vielleicht noch mit dem ein oder anderen Pleuschchen hat, ...

01:14:37: ... die Abfahrt, die Anfahrt nimmt, die Vorbereitung, fünf Jahre Schulung, ...

01:14:41: ... dann die drei Tage Vorbereitung, um sich auf das Thema vorzubereiten, ...

01:14:44: ... dass man das alles mit rein rechnet und dann bist du dann irgendwann, ...

01:14:47: ... nicht gerade bei Mindestlohn, aber weit unter dem Stundenlohn eines Kfz-Mechanikers in Nordrhein-Westfalen.

01:14:53: Und das ist dein Schulgang?

01:14:59: Also du hast es weitergegeben in genau dem Bereich.

01:15:01: Ja, also sehr gut zusammengefasstet ist, genau unser Ansatz.

01:15:07: Du musst das ganz dich nicht verschärbeln, das funktioniert nicht.

01:15:11: Und ich verstehe aber natürlich auch, ach jetzt ist das Chance bei Herz in meiner Brust.

01:15:15: Also die junge Kollegin, der junge Kollege, der jetzt wirklich mit voller Energie ...

01:15:20: ... sich in diese Thema Selbstständigkeit stürzt und der sagt natürlich dann, ...

01:15:24: ... "Oh, komm, wenn ich den habe, dann könnte langfristig was draus werden."

01:15:28: "Komm, ich habe zwar ausgerechnet, ich brauche 700, ...

01:15:31: ... wenn ich das jetzt für 550 mache, dann habe ich es natürlich nach hinten raus, ...

01:15:34: ... könnte sich das ausdahlen."

01:15:35: Und da muss ich sagen, das kann strategisch auch aufgehen.

01:15:38: Das kann aufgehen.

01:15:39: Wenn du dann natürlich da dann einen Fuß in der Tür hast ...

01:15:43: ... und ein gewisses Volumen an Veranstaltungen generierst, ...

01:15:46: ... dann hast du vielleicht auch an dem Punkt alles richtig gemacht.

01:15:50: Aber verschärbeln darf man sich halt nicht.

01:15:53: Und grenzt dann eventuell auch Veranstaltungen aus, die dann vielleicht mehr bringen?

01:15:57: Also das muss man strategisch, wie du sagst.

01:16:00: Da habe ich nochmal zurück rudern in die Fischerszeit, ...

01:16:03: ... als du anfingst zu moderieren, ist jeder Somelier, ...

01:16:06: ... der am Tisch dann irgendwie einigermaßen souverän bis dreizehn kann, ...

01:16:09: ... automatisch auch ein guter Moderator für keine Ahnung, ein Seminar, ...

01:16:14: ... für fünf Leute, zehn Leute, 50 Leute, was die ja teilweise gemacht hat.

01:16:19: Also bist du ein Naturtalent, musstest du dir Skills irgendwie aneignen, ...

01:16:23: ... das heißt teilweise Rhetorische oder wie bist du die Sache rangegangen ...

01:16:26: ... oder wie sollte man vernünftigerweise mit der Thematik umgehen, ...

01:16:29: ... dass du mit ein paar gefragter Fachmann bist und Seminare abhältst?

01:16:34: Das sind zwei Fragen. Also die erste Frage ist ja ...

01:16:37: Es waren mehr als zwei, aber drei ist das.

01:16:40: Schreib ja mit hier.

01:16:42: Schreib Protokoll.

01:16:44: Schreib Protokoll.

01:16:45: Schreib Paniatrige und mitschreib. Du bist noch bei mir, ja?

01:16:48: Von dem Beis schreib ich ein Angebot und ...

01:16:51: Du bist selbstständig halt.

01:16:54: Ja, genau.

01:16:57: Also es gibt mega Zommeliers am Tisch und du kannst die nicht auf die Bühne stellen.

01:17:04: Ja, das ist so.

01:17:06: Wir fangen im Gotteswillen nicht an hier ...

01:17:10: ... Namen zu nennen, aber es gibt Zeit wirklich.

01:17:13: Ich habe Zommeliers erlebt, ich dachte, wie witzig ist der Typ denn?

01:17:17: Und dann habe ich den ein paar Wochen später auf einem Messer moderieren sehen ...

01:17:20: ... oder hören oder dann dachte ich, was macht er?

01:17:23: Was tut er?

01:17:25: Das geht es da nicht.

01:17:27: Das geht ganz anders, was wir das nie machen.

01:17:29: Der ist ja nicht mal mehr witzig in der großen Runde.

01:17:32: Nee.

01:17:34: Ist er witzig?

01:17:36: Ist er vielleicht auch kein Substanzteil?

01:17:38: Nein, manchmal ist es, dass sich Retaud seines Restaurants fehlt ...

01:17:41: ... oder dass er keinen Gespür für größeres Publikum hat ...

01:17:44: ... oder dass er die Message oder die Aufgabe des Auftraggebers nicht verstanden hat.

01:17:47: Also was er eigentlich präsentieren soll, das gibt ja auch Zommeliers.

01:17:50: Die sind durchaus interessant als Moderatoren ...

01:17:53: ... und haben einen gewissen Charme und eine gewisse Energie ...

01:17:56: ... in ihren Moderationsstil.

01:17:59: Aber präsentieren nicht ihren Auftraggeber.

01:18:02: Wenn im Weinregion XY dir 1000 Euro gibt, damit du auf der Probe ...

01:18:06: 40 Minuten lang deren Philosophie transportierst ...

01:18:09: ... und du machst alles, aber nicht deren Philosophie transportieren, ...

01:18:12: ... sondern erzählst ja deine Weinanechtoten ...

01:18:15: ... oder was du da auch nicht tun kannst.

01:18:18: Und dann erzählst du ja deine Weinanechtoten ...

01:18:21: ... oder verlierst dich in irgendwelchen Themen, ...

01:18:24: ... dann ist das einfach nicht professionell oder egal.

01:18:27: Du weißt, worauf ich hinaus will.

01:18:30: Also das habe ich halt erlebt und um die andere ...

01:18:33: ... also da muss man halt genau hinschauen, ...

01:18:36: ... was ist das für einen Mensch und was kann der ...

01:18:39: ... und was kann der nicht, ohne dass das während ist.

01:18:42: Und dann kann man das lernen, ...

01:18:45: ... weil ja so ein bisschen die zweite Teil der ...

01:18:48: ... einer Frage, ja, ich glaube, ...

01:18:51: ... dass es einfach Naturtalente gibt, die ...

01:18:55: ... haben halt so ein gewisses Gespür für Publikum ...

01:18:59: ... und die haben halt den Gespür für die Situation ...

01:19:02: ... und wissen, wann ist zu viel, ganz, ganz, ganz wichtig, ...

01:19:06: ... wann ist weniger mehr, ...

01:19:09: ... wenn du in deiner, wenn du in deiner, ...

01:19:12: ... auf mit deiner Moderationskarte, ...

01:19:15: ... vier Themen zu diesem Bein hast ...

01:19:18: ... und du merkst beim zweiten Thema, oh, die brechen dir weg, ...

01:19:21: ... dann kannst du vielleicht das dritte Thema noch anreißen, ...

01:19:24: ... weil es dich gehört, ...

01:19:26: ... aber du solltest dich einfach damit abfinden, ...

01:19:29: ... dass das vierte Thema jetzt mehr kaputt macht, ...

01:19:32: ... als dass du das gewinnst. Und das muss man auch können.

01:19:35: Und ich kenne halt, ...

01:19:37: ... ich kenne halt Leute, die ziehen dann halt Thema 4 ...

01:19:40: ... unterhaltungswert über ...

01:19:42: ... unterhaltungswert überwissenswert, ...

01:19:45: ... wenn du das so ranken würdest.

01:19:48: Also wenn du natürlich in der Masterclass ...

01:19:51: ... als Fachreferent gebucht bist ...

01:19:54: ... und du hast Freaks vor dir, ...

01:19:56: ... dann musst du Content liefern, dann musst du halt richtig ...

01:19:59: ... musst du halt Daten zahlen, Fakten ...

01:20:02: ... unterbrücken, weil du das einfach ...

01:20:05: ... das Publikum, das von dir erwartet in der Position ...

01:20:08: ... ein lockeres Wein in deinem Vor- ...

01:20:10: ... jetzt letzte Woche bei mir vor 100 ...

01:20:13: ... Verlagsmitarbeiter, ...

01:20:15: ... wo du bist, die eigentlich gekommen sind, ...

01:20:17: ... um einen schönen Abend zu haben, ...

01:20:19: ... dann ist das Fachwissen völlig nehmendesslich, ...

01:20:22: ... die wollen einfach einen guten Abend haben.

01:20:24: Und da musst du das ...

01:20:26: ... das Beispiel mit der Moderationskarte angebracht hast ...

01:20:29: ... und gesagt hast du hast vier Themen ...

01:20:31: ... und wenn die Leute wegbrechen, ...

01:20:33: ... oder wie brechen sie dann wegfangen, anzureden, ...

01:20:36: ... an Substanz, dass du es nicht verwendetest ...

01:20:38: ... in der Masterclass oder unterhaltsungswert, ...

01:20:40: ... wenn du ein Wein dein hast, also deine Vorbereitung ...

01:20:42: ... ist einfach scheiße und du musst dann nicht weiter ...

01:20:44: ... durchziehen, oder habe ich das falsch verstanden?

01:20:46: Also die Situation ist abhängig.

01:20:48: Also das eine ist natürlich, dass du ein Thema ...

01:20:50: ... daneben liegst, ne?

01:20:52: Also, hast du ein Thema, was dich nicht interessiert, ...

01:20:54: ... hast Weine, die dir nicht schmecken, hast du ...

01:20:56: ... einen Setting, was nicht funktioniert, ...

01:20:58: ... also mal mal mal so hin gucken, woran liegst du denn?

01:21:00: Du kannst ja durchaus in einer Moderation ...

01:21:05: ... die sensationelle Weine haben, du kannst ...

01:21:07: ... eine perfekte Spannungsbogen ...

01:21:10: ... in deiner Moderation vorbereitet haben, ...

01:21:13: ... aber die Akustik ist scheiße.

01:21:16: Oder die Zuhörer sehen dich nicht, weil der Raum ...

01:21:19: ... halt irgendwie, habe ich auch schon erlebt, ...

01:21:21: ... einfach so ist das nur 30% der Anwesenden, ...

01:21:24: ... die ich richtig sehe, alle anderen stehen so blöd, ...

01:21:26: ... dass er dich irgendwie nicht sehen ...

01:21:28: ... dann hast du halt auch echt schwere Karten, ne?

01:21:30: Also das Gesamtpaket ist ja ein bisschen ...

01:21:33: ... das, was es am Ende ausmacht. Also das eine ist ...

01:21:36: ... Inhalt und das andere ist ...

01:21:38: ... das Setting. Also wie sehen dich die Leute, ...

01:21:40: ... wie hören dich die Leute, wie nehmen die sich wahr?

01:21:44: Und da kann man ...

01:21:46: ... da kann man nur einen Einfluss drauf nehmen.

01:21:48: Also ich habe oft bei meiner Roadshow, bei B&O, ...

01:21:50: ... habe ich geguckt, wenn der Veranstalter gedacht, ...

01:21:52: ... sie stehen dann hier. Und ich dachte, okay, ...

01:21:54: ... jetzt stehe ich hier in der Ecke und ich weiß jetzt schon, ...

01:21:56: ... der erwartet 60 Gäste und 30 von den 60 ...

01:21:59: ... können mich kaum sehen, dann habe ich gesagt, ...

01:22:00: ... nee ich stelle mich da nicht hin, ich stelle mich woanders hin.

01:22:02: Ich stelle mich hin, die fand ich nicht immer gut, ...

01:22:04: ... aber am Ende hat es halt funktioniert.

01:22:06: Und das sind so die Kleinigkeiten, die es dann ausmachen, ...

01:22:08: ... ob es eine gute oder eine sehr gute oder vielleicht auch ...

01:22:10: ... eine schlechte Veranstaltung wird.

01:22:12: Wo sowas ist. Das muss man halt ...

01:22:15: ... das könnte man ganz im Podcast sogar machen.

01:22:19: Wie inszeniert man die perfekte Weinmoderation?

01:22:24: Da muss man wirklich ...

01:22:25: Wir haben gerade ein Podcast, also dann lass laufen.

01:22:28: Ja, ich weiß, es soll ja folgen, weil dir geben die ...

01:22:30: ... neuen Stunden dauern.

01:22:33: Da muss ja noch mal ein Keller, muss ja eine Flasche hochholen.

01:22:36: Nein, schau.

01:22:39: Ich werde jetzt auch nicht als Ohrlehrer und Belehrentier ...

01:22:41: ... daherkommen, es gibt ja auch ...

01:22:43: Kannst du, also wirklich?

01:22:44: Aber Fakt ist, ich mache das seit 20 Jahren so.

01:22:46: Ich habe ja auch ein bisschen mit, ...

01:22:48: ... habe ja auch eine 5 von da, also ein paar Tage habe ich ...

01:22:50: ... ja auch schon Lebenserfahrungen mit und ich habe, ...

01:22:52: ... glaube ich schon ein Gespür für die Situation, ...

01:22:54: ... was funktioniert und was nicht funktioniert.

01:22:56: Und was erfolgreich sein kann und was ...

01:22:59: ... und ich habe auch Lehrgeld bezahlt, ich habe auch ...

01:23:01: ... auf Messen moderiert und bin abgesoffen.

01:23:04: Ich stand auf einer ...

01:23:08: ... Messe in Frankfurt und da waren 100 Leute auf dieser Party ...

01:23:14: ... und wir haben am Anfang 50 zugehört, nach 10 Minuten ...

01:23:17: ... haben wir noch 20 zugehört und dann gar keiner.

01:23:19: Und das ist hart.

01:23:21: Und dann musst du überlegen, ob du das noch mal willst.

01:23:24: Und dann bin ich aber auch so, dass ich mittlerweile auch ...

01:23:26: ... aufgrund meiner Erfahrung mit den Organisatoren ein ganz ...

01:23:29: ... klares Gespräch führe und sage, glauben Sie, ...

01:23:31: ... dass die Idee so gut ist oder ich glaube, ...

01:23:33: ... das könnte schwierig werden und damit ist ...

01:23:35: ... Ihnen auch nicht geholfen und dann organisiert man ...

01:23:37: ... das halt anders.

01:23:39: Das verfränzt man so ein bisschen.

01:23:44: Also es ist, ich will jetzt nicht sagen, es ist eine Kunst, ...

01:23:47: ... aber es ist ein Handwerk so.

01:23:49: Und ich will auch nicht sagen, dass ich es perfekt beherrsche, ...

01:23:52: ... weil ich es gibt Dinge, die moderiere ich nicht, ...

01:23:54: ... das habe ich auch keine Lust zu. Es gibt Themen, ...

01:23:56: ... die ich nicht mache, logischerweise, aber das geht ja ...

01:23:58: ... jedem so und dann gibt es aber auch Situationen, ...

01:24:00: ... die ich nicht mache. Also ich moderiere auch ungern.

01:24:02: Machen wir mal ein Beispiel, einen Zominierwettbewerb.

01:24:08: Auch mal ein Thema, ob ich so einen Zominierwettbewerb ...

01:24:10: ... als Gastgeber moderiere.

01:24:12: Und das mache ich halt ungern, weil da ist eine ganz klare ...

01:24:14: ... Dramaturgie gefragt.

01:24:16: Also du musst ja damit alle Wettbewerber oder ...

01:24:19: ... alle Teilnehmer des Wettbewerbs eine faire Chance haben ...

01:24:22: ... und dann musst du ja eine ganz klare, ...

01:24:24: ... einen roten Fahnen folgen.

01:24:26: Und das liegt mir nicht.

01:24:28: Also ich improvisiere auch gerne mal oder mache auch mal ...

01:24:31: ... so eine kleine Anekdote.

01:24:33: Und das ist dann einfach nicht passend oder ...

01:24:36: ... das könnte Probleme bereiten.

01:24:38: Und das weiß ich und dann habe ich damals auch gesagt, ...

01:24:41: ... ich glaube, da gibt es Leute, die können das besser.

01:24:43: Und das muss man halt auch mal akzeptieren ...

01:24:45: ... und dann auch sich eingestehen und nicht unbedingt auf ...

01:24:47: ... ich moderiere euch alles weg.

01:24:51: Und das ist, glaube ich, so der Anfang von einem ...

01:24:54: ... von einem gewissen beruflichen Erfolg in diesem Bereich, ...

01:24:57: ... dass man halt sagt, das kann ich, das kann ich nicht, ...

01:25:00: ... das kann ich gut, das kann ich weniger gut.

01:25:02: Und das wird auch honoriert.

01:25:05: Also der Kunde ist dankbar, wenn man ihm ganz klar sagt, ...

01:25:08: ... was er kriegt und warum man es lieber nicht macht, ...

01:25:11: ... weil er eben das nicht kriegt, was er erwartet.

01:25:13: Und dann sind wir wieder bei "Zurück zur Frage".

01:25:15: Was ist damals gelernt?

01:25:17: Also du hast es damals gelernt oder du hast es ...

01:25:19: ... und Christine hat es dir beigebracht oder ...

01:25:21: ... es war abends keiner da und das ist Christine moderierbar.

01:25:24: Also und etwa, ich habe natürlich schon gesehen, was sie macht.

01:25:27: Ich habe ja gesehen, wie sie da die Kochkurse moderiert ...

01:25:30: ... und habe auch gesehen, wie Christine Ballet ...

01:25:33: ... ihre Seminare vorbereitet und nach welcher Dramaturgie sie ...

01:25:37: ... aufbaut und dann war ich, ich glaube, ich habe einen Talent, ...

01:25:41: ... ich kann ganz gut beobachten.

01:25:43: Und habe gesagt, okay, das machst du so, das machst du so ...

01:25:46: ... und das habe ich mir dann angenommen ...

01:25:49: ... und dann einen eigenen Stil entwickelt.

01:25:51: Und dann war bei mir natürlich, das war wieder mal ...

01:25:55: ... so eine Tür, die aufging und ich hatte die Eier durchzugehen.

01:25:58: Ich habe dann dieses Angebot von Ungerweine angenommen, ...

01:26:01: ... das kennen wir ja, viele werden es kennen, Ungerweine, ...

01:26:04: ... ein Fraßdorf, die hatten ein Projekt mit Bang und Olufsen, ...

01:26:07: ... diesen Sound-Steller aus Dänemark, die haben Roadshows ...

01:26:11: ... in Bang und Olufsen Stores organisiert.

01:26:15: Da gab es immer ein Weinthema, ...

01:26:18: ... war mal Champagner, war mal ein bekanntes ...

01:26:21: ... Rotweinweingut oder wie es ja ein anderes Thema ...

01:26:24: ... und das waren dann im ersten Jahr, glaube ich, 56 ...

01:26:27: ... Veranstaltungen am Stück, im zweiten Jahr war es dann ...

01:26:30: ... schon knapp 70, im dritten Jahr ging es über 80, 85 ...

01:26:33: ... und dann bin ich dann praktisch von Mitte August ...

01:26:36: ... bis Anfang Dezember in einem kleinen Transporter ...

01:26:39: ... durch Deutschland gefahren, später dann auch durch ...

01:26:42: ... und habe aber am Veranstaltung moderiert, ...

01:26:45: ... immer dieselbe Show, immer dieselbe Weine ...

01:26:48: ... und immer dieselbe Herausforderung, ...

01:26:50: ... du musst dir mit der Umgebung klar kommen, ...

01:26:52: ... du musst mit den Veranstaltern vor Ort ...

01:26:55: ... eine klare Strategie entwickeln, eine Konzeption, ...

01:26:58: ... wie der Abend zu laufen hat und das alleabendlich, ...

01:27:01: ... teilweise, in einer Woche war Hammer, ...

01:27:03: ... habe ich Montag angefangen, habe Samstagssonatag ...

01:27:06: ... durchmoderiert und dann ging es noch mal die ganze ...

01:27:08: ... Woche glaube ich bis Freitag durch, da habe ich ...

01:27:10: ... die Veranstaltung am Stück gemacht. Und wenn du das mal ...

01:27:12: ... so durch hast, dann lernst du halt ganz viel ...

01:27:15: ... und kriegst einen Blick für die Veranstaltung, ...

01:27:19: ... für den Raum, für das Publikum, ...

01:27:21: ... entwickelst du ein Gespür für die Situation, ...

01:27:24: ... lernst was funktioniert, was funktioniert nicht, ...

01:27:28: ... wo schießt man über das Ziel hinaus, wo ist ...

01:27:31: ... vielleicht zu locker und so weiter und das war halt eine, ...

01:27:34: ... das war die perfekte Schmiede, das war damals 2004 ...

01:27:38: ... und dann kam das Angebot von Christina, die ...

01:27:40: ... Agentur zu übernehmen, dann kam Bang und Olofsen ...

01:27:43: ... mit Ungerweiner gesagt, wir machen das weiter, das war super ...

01:27:45: ... und dann wuchs das von Jahr zu Jahr, das ging ja dann ...

01:27:47: ... im dritten, vierten Jahr glaube ich über 100 Veranstaltungen, ...

01:27:50: ... das war natürlich auch wirtschaftlich für uns, ...

01:27:52: ... ja wirtschaftlich halt auch ungewöhnlich wichtig.

01:27:54: Du alleine.

01:27:55: Nee, da brauchte ich dann Hilfe. Unser gemeinsamer Freund ...

01:27:57: ... Matthias Dattern war dabei, Axel Biesler hat ...

01:28:01: ... Veranstaltung modiert, also ich habe dann Leute mit dazugeholt, ...

01:28:03: ... weil ich das gar nicht mehr leisten konnte.

01:28:05: Das war für mich eigentlich so der perfekte Stadt in die ...

01:28:10: ... Somerilie-Konzert-Selbstständigkeit, ich hatte A) ...

01:28:13: ... ein hochattraktives Projekt, aus dem ich sehr wertvolle ...

01:28:16: ... Kontakte mitnehmen konnte, ich habe heute noch Kunden, ...

01:28:19: ... 25 Jahre später, oder, na das stimmt nicht, 20 Jahre später, ...

01:28:23: ... die mich buchen, ich habe damals das Geld verdient, ...

01:28:26: ... um die anderen Tore zu kaufen und ich hatte die perfekte ...

01:28:28: ... Plattform, um meinen Stil zu entwickeln und zu lernen, ...

01:28:32: ... zu lernen, zu lernen, zu lernen und zu lernen.

01:28:35: Und ja, das war halt, ja, noch ein Glück haben, ne?

01:28:40: Und wie gesagt, es gibt heute noch Kunden, die kenne ich aus dem ...

01:28:44: ... Jahr 2004 und die buchen mich, oder uns.

01:28:47: Könntest du wieder zurück ins Restaurant? Also einmal ...

01:28:53: ... Somerilie gewesen, immer wieder Somerilie, also wie Fahrrad ...

01:28:55: ... gepannt lernen oder, wenn so in die Richtung, wo du jetzt ...

01:28:58: ... bist, hast du ja gesagt, muss man es lernen, braucht ...

01:29:01: ... auch Erfahrung, braucht eine gewisse Sensibilität für die ...

01:29:04: ... Situation oder für dieses Business-Modell, aber andersrum geht das, ...

01:29:07: ... also wenn es mal Scheiße läuft, Restaurant geht immer.

01:29:11: Ja, weil, ich habe jetzt so ...

01:29:17: [Motor]

01:29:33: Weine, natürlich auch manche Weingüter und da herausresortieren, ...

01:29:37: ... deren Besitzer haben manchmal etwas richtig Faszinierendes.

01:29:41: Sie können Geschichten erzählen und nicht selten ...

01:29:45: ... Geschichten von einer Reise. Das haben wir natürlich auch beim ...

01:29:49: ... Wein, wir haben die sensorische Reise im Glas, aber dann gibt es ...

01:29:53: ... manchmal auch diese unfassbaren Geschichten wie die von Joseph Babbage, ...

01:29:59: ... der im Jahr 1916 als 14-jähriger Junge aus Dalmatien die Küsten ...

01:30:05: ... Neusselands erreichte. Wie unfassbar ist das denn? Alleine als ...

01:30:10: ... 14-jähriger Junge hatte Joseph schon damals eine unbeirrbare Vision.

01:30:15: Mit 14 Jahren. Und so legte er in Henderson Oakland den Grundstein ...

01:30:20: ... für das, was heute der einen der angesehensten ...

01:30:23: ... Weingüter Neusselands ist. Babbage Wines. Kaum ein Weingut geht so ...

01:30:28: ... mit der Geschichte Neusselands ein Herr wie Babbage.

01:30:32: Und um die Besonderheit Neusselands zu verstehen hilft ein Blick zurück.

01:30:35: Diesmal geht es relativ einfach, denn es ist kein Riesenrahr der Geschichte, ...

01:30:39: ... denn ausnahmsweise haben mal Römer und Griechen nichts damit zu tun.

01:30:42: Die Geschichte des Weinbaus in Neusselands ist grad mal 200 Jahre alt.

01:30:47: Um begann 100 Jahre bevor Joseph Babbage den Boden Neusselands betrat.

01:30:52: Um begann im Jahre 1819 als der anglikanische Missionar, ...

01:30:57: ... Samuel Martin die ersten Reben in Neusselands pflanzte.

01:31:01: So richtig los ging es dann erst 1933, als James Babsey ein im Bordeaux ausgebildeter ...

01:31:06: ... Inologe, Rebstöckgewinn nach Neusseland brachte und somit den Grundstein ...

01:31:10: ... für den professionellen Weinbau legte. Das waren natürlich ganz viele ...

01:31:13: ... missionarische Tätigkeiten, ganz viel geistiger Hintergrund.

01:31:16: Vielleicht ist der nächste Meilenstein 1851 als Missionare die Mission Estate Winery ...

01:31:21: ... in Hawkes Bay gründeten. Das älteste noch existente Weingut in Neusseland.

01:31:26: Ja und dann 1916, wie gesagt, kam schon Joseph Babbage, der mit Sicherheit ...

01:31:31: ... keinen leichten Start hatte. Und die Erklärung dafür ist eigentlich relativ einfach ...

01:31:35: ... und interessanterweise weiß die kaum jemand. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts ...

01:31:40: ... also in der Zeit als Joseph Babbage sein Weingut etablierte, erschwerten ...

01:31:44: ... abstinenzbewegungen und strenge Alkoholgesetze den Weinverkauf in Neusseland erheblich.

01:31:49: Und erst 1960 und das gilt mehr oder weniger als die Geburtstunde des modernen ...

01:31:54: ... Neuseeländischen Weins, wurde der Ausschank von Wein bzw. Alkohol ...

01:31:59: ... in Restaurants wieder regulär erlaubt. 1970 dominierten noch die deutschen ...

01:32:04: ... Rebsorten wie zum Beispiel in Möller-Togau. Die Neuseeländischen Weinberge ...

01:32:08: 1990 war der Schadonni die absolut führende Weiswein-Rebsorte in Neuseeland ...

01:32:14: ... und seit 2005 ist der Sauvignon Blanc die unangefochtene Nummer 1 ...

01:32:19: ... in Neuseeland, in der Rebsortenkultur dort und das wahrscheinlich ...

01:32:23: ... weil sie es ganz einfach schaffen einen ganz eigenen Stil zu etablieren.

01:32:27: Und parallel mit diesen eigentlich internationalen Rebsorten ...

01:32:31: ... entwickelte sich auch die weltweite Präsenz der Neuseeländischen Wein ...

01:32:34: ... 1982 exportierte Neuseeland 0,5 Millionen Liter Wein.

01:32:38: 2011 waren es bereits 179 Millionen Liter Wein, was damals 70 Prozent ...

01:32:44: ... der Produktion entsprach. Heute sind es 85 Prozent.

01:32:48: Und mitverantwortlich dafür zeichnet sich ohne Frage Joseph Babbage, der junge Mann, ...

01:32:53: ... der große Junge, der damit die ersten Weinberge mit eigener Handpflanze ...

01:32:59: ... und mit mutigem Pioniergeist und einem unfassbar schlichten Edikett ...

01:33:03: ... es wirklich geschafft hat, den Neuseeländischen Sauvignon Blanc weltweit zu etablieren.

01:33:08: Heute wird das Feingut von den Söhnen des 1983 leider verstorbenen Joseph Babbage geführt ...

01:33:13: ... um Peter und Joe, schein den gleichen Pioniergeist und Innovationsgeist ...

01:33:18: ... an den Tag zu legen, wie einst ihr Vater.

01:33:20: Natürlich, wenn man von Neuseeland redet, muss man vom Marlboro reden.

01:33:24: Mit dem Sonnenreich Neuseeland, 2400 Sonnenstunden, ein dramatisches Wechselspiel aus Maritime und Kontinental im Klima.

01:33:32: Denn dort in den Tee-Land zwischen den Southern Alps und der Pazifiküste entstehen Sauvignon Blancs, ...

01:33:38: ... die ziemlich seit Beginn an, seit Mitte der 90er Jahre die Welt in Stauern versetzt hat.

01:33:44: 70 Prozent der gesamten Rebfläche, 23.000 Hektar, finden sich dort.

01:33:48: 85 Prozent der Rebfläche sind mit Sauvignon Blanc bestückt.

01:33:52: Es ist Sauvignon Blanc-Land und es ist Babbage-Land.

01:33:55: Es ist ein trockenes Land, ist definitiv nicht viel, aber die Chance ist dabei, die Vorteile daraus zu rekrutieren.

01:34:03: Und so arbeiten bereits 80 Prozent der Weingüter nachhaltig, bis 2030 sollen 80 Prozent der Weingüter zertifiziert sein.

01:34:11: Ja, was ist ein Thema?

01:34:12: Aber wahrscheinlich sind genau deshalb diese Schwemmlandböden auf der einen Seite, ...

01:34:16: ... auf der anderen Seite die Kalk- und Kiesablagerung so absolut perfekt für die Entwicklung des Sauvignon Blancs.

01:34:21: Die einen Böden regulieren die Feuchtigkeit, die anderen sorgen für Frisch und Präzision in den Wein, was man schmeckt.

01:34:28: Babbage-Land, das finde ich wiederum so faszinierend, schafft es mit seinem Sauvignon Blanc, ...

01:34:32: ... einen ausdruckstarken, einen charaktervollen, einen expressiven, einen aromenstarken Wein zu erzeugen, ...

01:34:38: ... der aber nicht kitschig wirkt.

01:34:40: Der nicht wirkt wie Disneyland im Glas, sondern der eine Authentizität hat, wo man sagt, so etwas kann nur aus nur Seeland stammen.

01:34:47: Und wenn man das schafft, dann ist es großartig.

01:34:50: Vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank für den Weg für ihr. Dank für die Energie.

01:34:54: Vielen Dank für diese besonderen Weine.

01:34:56: Dem Hause Babbage aus Neuseeland.

01:34:58: Und natürlich auch dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.

01:35:02: Ja, man denkt ja immer, ja klar geht, kannst du, wie es geht?

01:35:16: Aber ich glaube, man unterschätzt das. Also, ich glaube, was man am allermeisten unterschätzt, ...

01:35:20: ... ist die Kondition, die man braucht. Also dieses stundenlang auf den Weinen, lange Wege, immer unter Strom.

01:35:28: Ja, die Stress.

01:35:31: Ja, man ist ja permanent auch am reagieren. Also, man passt sich ja einer Struktur an.

01:35:38: Also die Küche, der Gast. Und man hat ja überhaupt keine Chance, sich daraus zu nehmen.

01:35:44: Man muss ja wirklich fünf Arme oder fünf Tage am Stück dann eben einfach abliefern.

01:35:49: Also, wenn jetzt jemand sagt, kannst du mal eine Woche mich als Normalier vertreten, ...

01:35:54: ... dann würde ich das wahrscheinlich machen und brauche danach eine Kuh.

01:35:57: So ungefähr, ja. Aber richtig dauerhaft.

01:36:00: Aber du mittels malen bist, du bist niemals Endpunkt.

01:36:03: Du bist immer zwischen einem, zwischen Gast und zwischen Küche oder zwischen Winzer ...

01:36:08: ... und zwischen dann letztlich Chef, wenn dich selber der Chef bist.

01:36:12: Du bist immer nur springbar zwischen allen, was man glaube ich nicht unterschätzen darf ...

01:36:16: ... und dieses nicht allein sein.

01:36:18: Diese ständigen Kommunikation mit dem Service Team, mit dem Gas, mit der Küche und so weiter.

01:36:23: Und dieses eigentlich zehn Stunden am Tag oder acht Stunden am Tag, reden, reden, reden, reden, ...

01:36:28: ... sich austauschen, agieren, reagieren und so weiter.

01:36:32: Und das ist glaube ich das, was ich auch mal sehr, was ich auch im Leben hält.

01:36:37: Aber wo du die Lebensenergie noch für brauchst, die wir als U50 vielleicht nicht mehr ganz so haben.

01:36:45: Alles gut zusammen.

01:36:47: Ich glaube so dieses einmal machen, dass das kann schon jeder, ...

01:36:49: ... weil so ein bisschen plappern und unterhalten und so weiter oder begeistern.

01:36:52: Aber die Kontinuität, dann auch Stammgäste immer wieder zu verzaubern, zu begeistern.

01:36:57: Was man ja auch nicht unterschätzen darf.

01:36:59: Die kommen einmal die Woche rein und du brauchst jedes Mal einen neuen, weinen, ...

01:37:02: ... neue Geschichte, in der im Geschmacksbild oder eben auch eine Betrachtung.

01:37:05: Du hast so halt 60!

01:37:07: ...

01:37:09: Du hast das jetzt noch besser umrissen als ich, aber ich weiß gar nicht.

01:37:13: Also das, was du beschreibst, find ich cool, weil so tief bin ich jetzt gedanklich gar nicht drin,

01:37:18: aber ich hab noch so einen Aspekt, den ich glaube ich unterschätzen würde,

01:37:23: vielleicht du nicht. Ich glaube die Abläufe, wo es so wichtig ist, dass die reibungslos funktionieren,

01:37:33: damit du nicht völlig absäubst oder damit du den anderen in deinem Umfeld gerecht wirst.

01:37:38: Das ist allen voran den Leuten in der Küche. Das darf man nicht unterschätzen. Wenn da Routine fehlt,

01:37:43: glaube ich, kann es sehr schnell holprig werden. Und das glaube ich, da man jetzt so einfach mal

01:37:53: einen Top-Laden einsteigen und sagen, ich mach jetzt hier mal 14 Tage das Firmel,

01:37:56: das kann auch in einem Desaster enden und ich glaube, du bist abends völlig im Marsch.

01:38:00: Das braucht doch nicht mal ein Top-Laden sein und ich glaube da, genau mit diesen Ausführungen

01:38:05: und mit diesen Auslöserflören von dem Ablauf kann ich nachvollziehen, was du gesagt hast,

01:38:10: dass es eben auf der einen Seite Wettbewerbsgrößen geben kann, die aber eine ganz andere Aufstellung

01:38:15: brauchen, wenn sie dann irgendwann im Laden funktionieren, weil du ja als Zombie alles aufhalten kannst.

01:38:20: Du kannst dir sagen hier, keine Vorspeise bevor nicht mein erster Wein drin ist,

01:38:24: wenn du aber nicht hinterherkommst mit dem Wein, dann bringst du alles zum Stocken bzw. andersrum,

01:38:30: wenn du halt nicht die Kompetenz, die Autorität hast, das klar zu definieren und die Vorspeise

01:38:34: kommt und dein Wein von dem Weinmenü, deine ersten zwei Weine sind nicht im Glas, dann

01:38:39: hängst du da und dann ist mehr oder weniger gerade am Anfang oder von mir ist auch am

01:38:43: Schluss oder von einfach noch immer alles im Eimer. Nur weil du selber nicht auf die Reihe

01:38:47: kriegst, dich nicht in dieses Team eingelittern kannst bzw. die Abläufe nicht liefern kannst.

01:38:51: Ja, ich glaube auf diese Schlachten, na ja, keine Lust. Aber würdest du gerne mal in

01:38:58: irgendeinem Laden nochmal arbeiten? Also hast du da irgendwie ein Traumladen, wo du sagst,

01:39:01: boah, das wär schon mal richtig cool? Im Norma oder im Granium oder was auch immer. Also da in der,

01:39:09: nicht im Norma, im Norma. Im Norma. Du trinkst doch halbens mit.

01:39:17: Ich würde gerne was trinken, aber du bietst mir nichts an, ich hab hier ein Rotwein vorbereitet,

01:39:22: ich fahr die ganze Zeit auf deine Freizeitung, aber du bist ja noch im Shampoos beschäftigt.

01:39:26: Aber ich trink zwischen euch auf Wasser. Also nicht jeder Schluck, jeder Schluckgeräusch,

01:39:31: der du hörst, ist Shampoos. Ich denke auch, ich hab fast ein Liter Wasser schon weggeblichtet.

01:39:35: Im Norma würde ich auch mal. Ja, im Norma. Peinlich, schön.

01:39:42: Mega. Aber die Gebäste an Laden, wo du sagst, hör auf, es reicht, Schätz vorbei.

01:39:49: Wollt ihr gerne mal deinen Können, deinen Wissen oder dich selber an die Grenze bringen würdest?

01:39:58: Ja, ich glaube, ich bin oft genug mit anderen Themen an der Grenze, da muss ich jetzt nicht noch.

01:40:03: Nee, vielleicht mal eine Weinbar, irgendwie hier so, was du so umfüllst. Ihr wisst,

01:40:10: die Valentinen mit ihrer Bariks, das ist ja schon echt cool und nett. Und dann sehe ich ja auch das

01:40:14: Freunde von ihr und dass die auch mal sagen, Valentine, wenn du um Urlaub bist, mach ich mal

01:40:18: drei Tage deine Bar und dann denke ich, das könntest du auch mal machen. Da hätte ich auch mal Bock drauf.

01:40:22: So in diesem bescheidenen Rahmen könnte ich mir das vielleicht auch vorstellen. Aber ich

01:40:28: bin nicht so vermissen, dass ich sage, ich gehe jetzt hier in irgendein international renommiertes

01:40:35: Spitznastoren und erfülle mir hier meinen Trauben und mache hier einen auf Somalia ein paar Tage.

01:40:40: Ich glaube, da bin ich zu euch. Aber rein vom Traum, also was dich rein? Nee, gar nicht.

01:40:45: Ich weiß nicht, was ich oft gefragt werde. Könntest du dir vorstellen, Winzer zu werden?

01:40:50: Nein, keine. Kannst du nicht? Also deinen eigenen Wein mal machen und selber mit dem wissen,

01:40:55: was du auch hast. Du hast ja von der Seite auch eine ganz andere Tiefsinnigkeit, als vielleicht

01:41:00: mancher Winzer es hat. Also glaubst du nicht, dass du es ganz überreichern könntest?

01:41:03: Ich sehe aber die Arbeit in Umwartungen. Also es gibt Handwerkliche Berufe,

01:41:10: die mich vielleicht eher reizen als Winzer. Bei Winzer habe ich auch ein bisschen Schiss

01:41:14: davor. Du hast ja nur einen Schuss im Jahr. Bist ja den ganzen Jahr am Acker und im Weinberg.

01:41:19: Dann hast du deine ganzen fortieblichen Themen. Dann hast du deine Personal-Themen und was

01:41:22: war alles? Und ich glaube, administrative Sachen. Was Winzer heute machen wird. Das sieht kein Mensch,

01:41:27: was da alles auf die einprasselt. Und dann hast du diesen einen Schuss.

01:41:30: Und dann siehst du, dass der Kram dir verfault, weil gerade irgendwie...

01:41:32: Genau, dann hast du den Scheiß spätfroß. Wir waren ja vorhin in Sachsen, was da letztes

01:41:36: Jahr abging. Also dann hast du, bist du aufgestellt, hast eine Strategie, hast gerade was angepflanzt

01:41:41: und hast dann "Hey, in drei Jahren machen wir diesen Wohnzimmer." Und dann funktioniert

01:41:43: das auf einmal alles nicht, weil ein Jahr lang fehlt und du wirtschaftlich total in die

01:41:46: Knie gehst. Boah, oder die Eier und diese Nerven musst du erst mal haben. Das ist...

01:41:51: Nee, ich glaube, da wären Berufe, die mich mehr reizen würden, weil...

01:41:56: Zum Beispiel? Weil du sagst handwerklich, was wärst du? Was wär ein Beruf, wenn du jetzt

01:42:01: Monkrismoderationsverbot, weil du doof warst?

01:42:05: Weil mein Beispiel hier, das hat vielleicht ein bisschen was mit diesem Eisthema meines

01:42:10: Vaters zu tun. Also was ich total bewundere, ist diese Brotschmiede hier in Köln. Brot,

01:42:15: PR, UT, irgendwie Norwegen, glaube ich, geschrieben, die machen nur Brot, keine Brötchen, keinen

01:42:21: Kuchen. Ich glaube, 6, 7, 8, ne handwerklich High End. Also was du Gerzeiten betrifft und

01:42:28: so, das ist alles ganz alte Schule und aber sehr, sehr schick in seiner gläsernen Backstube

01:42:34: insiniert und die Leute stehen Schlange, das Brot kostet unglaublich viel Geld, aber

01:42:40: alle wollen's haben. Und wenn du ein Handwerk so perfekt beherrschst und so gut darstellt,

01:42:47: dass dir die Leute einfach die Wude einrennen und jeder schätzt das Produkt, was du tag

01:42:51: ein tag aus solide produzierst, das finde ich. Das finde ich, weil, oder ich war mal, ich

01:42:59: hatte mal das Glück beim Urmacher, da war, wir haben für das Sommelierkonzert für eine

01:43:05: große Urnschmiede aus der Schweiz, haben wir Veranstaltung moderiert und da sind wir

01:43:08: bei Juwelio gelandet, die unter anderem auch eigene Urmacher hatten. Also da gab's eine

01:43:12: Urnabteilung und da gab's einen Urmachermeister, der eben so die teuren Urnen gewartet hat.

01:43:17: Und der hat mir einmal erlaubt, da mal so ein paar Stunden zuzugucken. Ich mir mir selber

01:43:21: die Spucke weggeblieben, also wie die da so mit dieser fantastischen Motorik so unglaublich

01:43:28: komplexe Urwerke da mit winzigsten Instrumenten bearbeiten, das habe ich so gedacht, boah,

01:43:36: das ist groß. Oder so Goldschmiede, die beeindrucken mich auch solche Leute. So, solche Sachen,

01:43:43: das fasziniert mich.

01:43:44: Hast du eher vorstellen als Winzer?

01:43:46: Ja, ja, du warst da, ja, Winzer ist natürlich ein großer Wein, ist beeindruckend und ich

01:43:52: war ja nicht umsonst zu frei, nicht umsonst zu gerne zu winzeln und steht dann da und

01:43:56: erstaunen, was die hier, der Jahr einen Jahr aus muss man ja sagen, dann eben produzieren

01:44:00: und wie die mit dem Wetter Capriolen umgehen und so weiter, alles bekannt, das beeindruckt

01:44:06: mich. Aber ich glaube, es wäre nicht mein Beruf. Ich glaube, es gibt die Sachen, die mich noch

01:44:12: mehr faszinieren, aber ja, mit falsch abgebogen, da hatten wir heute schon mal.

01:44:17: Zurück zum Sommi, hattest du mal ein schönstes und schlechtestes oder schrecklichstes Sommi-Erlebnis?

01:44:23: Schlimmer. Ja, schlimmer, nicht. Ich habe mal an einem Tisch ein Wein präsentiert und

01:44:30: eigentlich sehr positiv besprochen den Wein auch. Aber es ist schon auch eine gewisse Euphorie

01:44:36: für dieses Produkt transportiert, aber fachlich glaube ich ein paar Sachen durcheinander gebracht

01:44:41: und hat nicht geschmackert, dass am Nachbar-Tisch der Winzer sitzt.

01:44:45: Oh nein!

01:44:46: Da konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen. Da heißt, ich habe wirklich, ich habe da

01:44:52: eine Nacht gelegen und jetzt musste ich über dich gedacht haben.

01:44:54: Ja, du wusstest das nicht, das nenne ich nicht den Namen, aber er war wirklich so. Ich stand

01:45:00: da an dem Tisch und habe den Wein gesprochen und also ich habe den Wein nicht zum Tisch

01:45:05: überhat, weil ich den Feinen blöd fand, sondern ich habe den Mittagabfall, weil ich den Wein

01:45:07: cool fand und habe dann meine Euphorie vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen und

01:45:12: ich glaube ein paar Sachen erzählte ich nicht ganz korrekt waren und im Nachhinein, eine

01:45:16: Stunde später habe ich geschnackert, dass der Winzer am Nimmentisch saß und das alles

01:45:18: zugehört hat und das ist krass, dieses Gefühl packt mich jetzt wieder, da habe ich mich

01:45:24: echt ein bisschen geschämt und dachte, wie doof, also ist er doof gelaufen.

01:45:29: Und du wusstest es nicht anders oder du hast improvisiert oder nein, hattest du falsche

01:45:32: Informationen oder hast du improvisiert? Man kann ja manchmal auch so alle weil...

01:45:36: Weil er musste in einem Euphorie und dann hat er dann der Gast eine Frage gestellt und

01:45:40: dann geht er auf allen und dann wusstest du nicht die Antwort, dann wirst du natürlich

01:45:43: auch kein, wirst du auch nicht sagen, das weißt du nicht und dann hast du irgendwie so aus

01:45:47: der Lamenke was rausgehauen und dann denkst du ja, vielleicht jetzt nicht ganz richtig

01:45:51: oder eigentlich war es auch falsch und wenn ich, ich wusstete, dass der daneben,

01:45:57: das hat einfach meine Gosche gehalten. Das war so, naja, haben wir alle mal.

01:46:01: Krass, ja. Schönstes? Hast du irgendwas, wo du mit dem Tränchen nach Hause gegangen bist

01:46:07: und gesagt hast, juhu, schön, dass ich Berufslebe? Ähnliche Situationen, die ganz

01:46:15: ...ein Wein, also wenn ihr auch keine Namen, Weinkritiker oder der Chefredakteur eines

01:46:24: Weingites war im Restaurant, wobei ich den als solches, ich wusste, dass er das ist,

01:46:28: aber da habe ich da in dem Moment gar nicht so richtig auf dem Schirm gehabt und eines

01:46:34: deutschen Weingites und ich habe dann am Nachbarzisch auch Weine, irgendwie das war

01:46:40: wie Lamm und so und dann ging es so ein bisschen was man machen wollte und dann habe ich

01:46:43: gesagt, wir machen Deutsch, wir machen Lemberg, habe das dann glaube ich auch recht nachvollziehbar

01:46:48: argumentativ aufgebaut, also es war dann eben so, dass die Gäste dann auch geil, das wollen

01:46:52: wir probieren und das hat er natürlich auch mitbekommen und dann passierte folgendes,

01:46:55: dieser Gast, der am Nachbarzisch startet, der uns allen, allen sehr bekannter Kritiker und

01:47:02: Chefredakteur damals war, hat dann meine Chefin Christina angerufen und hat gesagt,

01:47:05: das hat er ja nicht mehr super gefallen, dass dein kleiner junger Assemble die da wieder da

01:47:11: eine Lanze für deutschen Wein gebrochen hat und einfach, ich glaube die Gäste wollten auch,

01:47:15: wollten auch Ruhe oder so, keine Ahnung, wollten irgendwas Französisches trinken, kriege jetzt

01:47:19: nur nach 25 Jahren nicht mehr so zusammen, aber ich habe dem Gast aus vollster Überzeugung

01:47:25: nachvollziehbar erklärt, warum er doch jetzt mal eine Lemberger trinken soll so und das scheint

01:47:31: Eindruck hinterlassen zu haben, dass am nächsten Tag Fischerin zu mir kam und gesagt,

01:47:35: übrigens, habe ich gerade einen interessanten Anruf bekommen und das fand ich dann halt cool,

01:47:40: euch dachte okay, wird honoriert, deine Idee und deine, dein Engagement und deine Leidenschaft

01:47:51: für das Thema, ich will ja nicht sagen, dass es die perfekte Kombination war, aber zumindest

01:47:56: gab es Leute, die gesagt haben, dass sie das sehr bereichern und sehr wertvoll fanden,

01:48:00: dass ich mich halt hier so für diese Wein-Stilistik eingesetzt habe und das fand ich so,

01:48:04: das hat mich dann auch ein Stück weit getragen und ich dachte, ja cool, großartig, schön berührend.

01:48:09: Also jetzt kannst du ja relativ gut quatschen, auf der anderen Seite hatten Zomin natürlich

01:48:12: eine andere Aufgabe, also sprich sollte kombinieren, würdest du es grundsätzlich unterteilen und

01:48:17: unterscheiden, dass du sagst, auf der einen Seite gibt es eben die Handwerker, die hingehen und die

01:48:22: Speise sehen und sagen, das ist der perfekte Wein dafür und auf der anderen Seite gibt es die

01:48:26: Laversäcke, so wie jetzt vielleicht du einer bist, warst jetzt direkt, also wo siehst du dich da

01:48:33: oder findest du, du kannst alles oder kannst beides oder hast du eine klare Ausrichtung,

01:48:38: sollte man dir haben? Ja, es gab ja schon so die Fischerschule, also da gab es ja schon so,

01:48:42: ohne dass ich die jetzt noch so... Sie war ja mit Wein und Speisen da ganz

01:48:47: extra, oder? Ja, das war ja, ich war ja jetzt nicht so... Hat ja auch Pücher geschrieben und war ja

01:48:51: sicherlich auch eine der ersten, die das so richtig aufgefächert hat und ich meine letztendlich

01:48:56: war es bei ihr das Kochtuell, ihre Aufgabe war ja am Ende der Sendung zu den zwei Gängen,

01:49:02: die die Kollegen da sich gerade erkocht haben, einen Wein zu präsentieren, das war ja ihre

01:49:09: Visitenkarte und das hat sie perfektioniert, dann auch in dieser Sendung über die Idee der Sendung

01:49:16: perfekt inszeniert und ja so ein Gesicht gegeben, Hendrik und Kai Schadner dann später auch,

01:49:24: aber Christina war ja die erste und das war dann praktisch so ihr USP und das hat sie im Fischers

01:49:29: mit ihrem Service und Formuliertiemen mit der Glasweise Weinbegleitung aber dann auch später

01:49:35: in ihren Seminaren und in ihren Büchern hat weiter gespielt so und das hab ich natürlich

01:49:43: eingetrichtert bekommen, das war ja so die DNA des Hauses. Jetzt unter uns, das lange noch her,

01:49:51: wir haben natürlich dann auch irgendwann... Ja, anders auch Leid, also weißt du, wenn du jahrelang

01:49:57: jeden Abend mit den Flaschen unter den Armen zum Tisch rennst und dieselben Nummer erziehst,

01:50:02: du kannst ja selber nicht mehr zuhören, du glaubst ja selber nicht mehr, also machst

01:50:07: er das dann halt? Also ich war so und ich glaube Sebastian hatte ehemalige Spielchen. Also ich

01:50:11: hatte dann oft noch so ein Spaß, ja die Stammkunden die kümmer ich, ja die, vielleicht haut mir mal

01:50:18: irgendjemand gegen Schienenbein auf der Straße, dann weiß ich warum, ja den Fortgast gehört,

01:50:22: aber ich hab mir dann oft so den Spaß, ich hab die Flasche weingeschnappt und hab mir auf dem Weg

01:50:27: zum Gast überlegt was erzähle ich dir? Also ich hab jetzt nicht überlegt was passt zu dem Essen,

01:50:31: also ich hab jetzt jetzt, also völlig absurden Quatsch hab ich jetzt auch nicht gemacht,

01:50:35: aber ich wusste so, das könnte halt was passen und hab dann mir so erst auf dem Weg dahin oder

01:50:39: kurz vor dem Gast oder am Gast überlegt was erzählst du dir jetzt, warum passt das? Einfach

01:50:43: um selber nochmal so einen Spannung da reinzubringen, damit er auch irgendwie... Das ist natürlich

01:50:50: echt krass, aber das war halt so, du kannst nicht jeden Abend immer das selber erzählen.

01:50:55: Es gibt ja so Zeiten, da hast du halt so aufgrund der Jahreszeit gewisse Speisen und du hast

01:51:01: gewisse Weins, die du immer erzählst und wenn du das das 500. Mal erzählt hast, dann kannst du

01:51:05: dich selber nicht mal hören, dann halt okay, sind's mal in anderen Weiden und guckst ob der Gast

01:51:09: den wir genauso schmeckt, der Gast war glücklich, der war zufrieden, für den war es vielleicht sogar

01:51:12: besser, weil er mal was anderes erlebt hat und das habe ich dann so ein bisschen, so Sebastian und

01:51:17: ich haben da so mal unsere Speße gemacht, das war so mein Umgang mit der Situation, wie gesagt,

01:51:27: wir haben keine Weine serviert, die nicht passen, sondern wir haben einfach mal, guck mir nehmen

01:51:33: wir mal das mit, mal gucken wie wir das interpretieren und mal ein bisschen sportlicher rangehen und

01:51:38: das war dann so unsere Art der Weinansprache. Es war ja auch schön, weil du dich dann selber auch

01:51:45: erweiterst und dich selber experimentell und eben auch wenig trainierst dann irgendwo, was ja

01:51:51: wichtig ist um deine eigene Identität dann auch letztlich zu bekommen. Hatte man eine Weinspeisen

01:51:56: Kombination, wo du sagst, boah, das war es ultimative, dass wenn ich so was nochmal probieren kann,

01:52:03: manchmal ist ja auch ein Spiel der verschiedenen Situationen, aber jetzt ist es rein auf dieses

01:52:07: technische runtergebrochen, wie es vielleicht Christina gelebt hat oder wie ihr es dort erlebt

01:52:13: habt oder selber inszeniert oder selber definiert habt. Ich glaube es ist eher so Momente so wurde,

01:52:19: wo es halt so ein perfektes Essen gab und dann kam der Summeli mit einem Wein,

01:52:25: den du nicht auf den Schirm hattest und dachtest, wow, also so aus der Jüngstenvergangenheit,

01:52:31: den Namen hatten wir heute schon mal. Marco Franzelin. Ja, ich war mit dem Sonora. Da geht es

01:52:41: irgendwie da. Aber hey mir zu sein. Und da war es so, wir haben das Menü hoch und

01:52:48: runter gegessen und dann gab es irgendwann Klassiker, so Lammkarre, Limousinlamm, war das

01:52:54: irgendwie, genau. Und dann kann ich mich erinnern, es gab irgendwie geschmorte Paprika und so

01:53:03: eine Tortellinie, so eine Oberginentortellinie gefüllt, das habe ich noch ganz gut im Kopf.

01:53:07: Und dann kam der mit einer Flasche, eine Mattenung, weiß ich noch. Und ich sah ihn schon anlaufen,

01:53:13: dachte, was will er denn, da hast du ja eh, erst mal so, hast du ja eh, wie ich nicht probiert.

01:53:19: Und was ist denn, also so ein, so erste dachte ich, was hier langweilig ist, dass er jetzt

01:53:25: damit kommt. Er hatte, ich heiße San Marco von Castello de Rampolla, San Marco. Aber

01:53:32: 96, also richtig reif. Wow, schön. Wow. Ich so, wann hast du denn das, also der muss

01:53:39: jetzt schon Jahrzehnten überlegen, wann er das letzte Mal betonen hat. Also ewig nicht,

01:53:42: Castile hatte das viel auch alt. Ja. Und dann checkt er das aus und ich dachte, ist das

01:53:48: krass. Also erst mal war das viel, viel, viel frischer als in meiner theoretischen Herangehensweise.

01:53:53: Ich hatte also eine ganz andere Stilistik erwartet, also viel reifer, viel oxidativer,

01:53:57: viel mehr Unterholz, ganz andere Farbe. Also der Wein als solches so, richtig, ey cool,

01:54:05: krass. Und dann haben wir das halt so sukzessive und zum Essen rangearbeitet und das hat echt,

01:54:15: das hat halt einfach von diesen so leicht Mürbengärbstoffen, das hat da so richtig reingepasst

01:54:20: und das war so, wo ich dachte, dafür machst du das, weil du würdest diesen Wein wahrscheinlich

01:54:26: nie bestellen. Du hast es ewig nicht getrunken und jetzt kommt er da um die Ecke mit so einer

01:54:33: super perfekt gereift Macken, um wo immer er die her hat, denn die war einfach, die Flasche

01:54:37: war perfekt. Und ich, das hatte er ja auch, ich habe ja gesehen, es hat dann vielen Tischen

01:54:41: gemacht. Also das war ja eine ganz klarer Strategie, denn das hat er jetzt nicht irgendwie

01:54:43: aufgemacht und dann ist man zählst du den Pferd, sondern der hat das, das war das Thema

01:54:48: des Amts da. Und ich habe nur so gedacht, ey wow, das war jetzt irgendwie, war schön.

01:54:54: Also da habe ich mich gefreut, meine Freundin kannte den Wein nicht und ich habe ihnen erzählt,

01:54:58: dass wir das für Fischers hatten. Ich habe auch einen Freund aus selbst, der ist sehr

01:55:01: Weinerfiend, der hat das auch viel gekauft, da haben wir das tatsächlich in den 90ern,

01:55:06: Anfang der 2000er haben wir das da getrunken und jetzt kommt er da und serviert uns diesen

01:55:10: Warten. Da habe ich so, das fand ich, so mal ein Beispiel, aber es gibt ja auch so Beispiele,

01:55:15: wo die Situation einfach stimmt. Also ich bin ja sehr gerne in den Bergen unterwegs

01:55:20: und versuche dann eben mit meiner schlechten Kondition irgendwie den Berg hochzukommen.

01:55:25: Und wenn du dann, was ich nicht, sechs Stunden bergaufgelaufen bist und anderthalb tausend

01:55:28: Höhenmeter in den Waden hast und du kommst auf so einer Hütte an und der wird, stellt

01:55:32: dir eine, eine Platte mit Thüringer Speck, Thüringer Speck ist auch geil. Mit Thüringer

01:55:39: Speck hin und serviert dir ein solides Glas Wearnatsch. Das ist auch perfekt, ne? Da brauchst

01:55:45: du auch nichts. Also dann denkst du auch, die Luft, das Licht, der Speck, der Wein, hier

01:55:53: ist alles eins, hier ist alles perfekt. Und das ist so...

01:55:57: Wie viel Prozent beim Weintrinken macht das, macht die Umgebung aus. Beim absolut perfekten

01:56:02: Weintrinken. Also sowohl jetzt als das, was es dort ist, dass du, ich glaube, wäre es

01:56:08: ein wirklich scheiß Wein, dann würdest du trotzdem nicht gerne trinken oder nicht als

01:56:14: Weinwerten oder als Weinerlebniswerten, der Wein muss einen gewissen Grundanspruch haben.

01:56:17: Dann trotz allem. Würde ich mal prognostizieren. Und dann auf der anderen Seite, wie stark

01:56:23: kann man das beeinflussen? Also die Grundstruktur, also das, was wir so von den Wein erwarten,

01:56:35: muss natürlich da sein. Da brauchen wir nicht so ein Bewegen dazu, sondern wir Profis genug.

01:56:38: Das Setting beeinflusst dich, das ist klar. Dann haben wir ja diese ganzen Urlaubsthematiken,

01:56:46: das eben im Sonnenuntergang und was weiß ich, was wir so für Bilder dann eben gerne inszenieren,

01:56:55: das eben dann alles irgendwie perfekt ist. Und das wird den, das Getränk, was wir da wahrnehmen,

01:57:00: 14 Tage später bei uns zu Hause am Küchentisch auf einmal anders schmecken. Weil eben nicht

01:57:07: die Vögel zwitschern und ja die Sonne mittelmehr versinkt und so. Also das ist Vätern und

01:57:13: dann auf einmal denkt man, was hast du denn da wieder gekauft? Das haben wir alle. Und

01:57:18: in unserem Umfeld hier. Sogar wir. Ja sogar wir. Nämlich, also wenn irgendein Sommer um

01:57:24: die Ecke kommt oder ein Beinhändler sagt, also würde mir niemals passieren, oder weiß

01:57:29: es nicht, aber das ist komisch. Wir sind alle nur Menschen. Aber, ich habe da mal was gehört

01:57:36: von einem sehr, sehr, sehr geschätzten Kollegen, der leider, glaube ich, momentan nicht so

01:57:42: gut geht. Gibonfer. Kann man über die Gibonferschule mit den Aromen halten, was man will. Er war

01:57:51: aus meiner Sicht ein ganz großer Weinkenner und er war einer, der wirklich Leute anstechen

01:57:56: konnte. Also der konnte Weinbegeisterung transportieren und konnte junge Leute auch

01:58:01: motivieren. Das war, glaube ich, eine Gabe, die er hatte. Der hat uns im Zominik College

01:58:05: mal was erklärt und das habe ich eigentlich für mich so mitgenommen. Der hat uns einfach

01:58:11: erklärt, wenn du sitzt im Urlaub und du ist da ein Stück Brot, was dort gebacken wurde

01:58:17: und du ist das von einem Teller, der dort gewaschen wurde, mit einem Besteck, was dort gewaschen

01:58:21: wurde und mit einer Serviette, die dort gebacken wurde und trinkst dazu einen Wein, der dort

01:58:28: entstanden ist. Denn hast du ein Setting, das von einem gewissen mikrobakteriellen Ambiente

01:58:37: geprägt wurde. Also Hefen und so weiter, die das Brotreifen ließen, hatten im Kontext

01:58:43: auch Einfluss auf den Wein und beeinflussen das Spülwasser und so weiter und so weiter.

01:58:47: Die sind in der Luft, die sind auf dem Tisch und die sind überall dran. Das heißt, alles,

01:58:50: was du da in diesem Setting konsumierst, siehst und rießt und schmeckst, gehört,

01:59:00: beinflusst dich gegenseitig und gehört dadurch den Stück weit zusammen. Und wenn du jetzt

01:59:06: ein Stück da rausnimmst, also das Stück Käse oder das Stück Speck oder die Flasche Wein

01:59:14: und nimmst das mit zu dir nach Köln, hier in die Kölner Südstadt und es hast eben nicht

01:59:19: mehr das Finchgauer aus Südtiro dazu oder den Speck oder eben das Wasser, was du dazu

01:59:25: trinkst und diese Werte, die dort gewalt, sondern du konsumierst das in einem anderen

01:59:30: Kontext. Dann fügt sich das eben nicht mehr so perfekt zusammen und dann schmeckt das

01:59:36: und riecht das halt auch anders. Und dann ist es eben nicht nur die Luft, das Licht,

01:59:42: die Urlaubsatmosphäre und das Ambiente im Großen, sondern es sind halt auch chemische

01:59:48: Themen, die hier mit rein spielen. Und das hat er uns mal, ich kann nicht leider nicht

01:59:53: so gut wiedergeben wie er, aber das hat er uns damals für mich zumindest sehr nachvollziehbar

01:59:59: erklärt und das erklärt auch oft diese leichte Enttäuschung, die man dann eben hat und dann

02:00:04: ist das für mich auch okay. Ich habe oft Sachen, wo ich denke, du musst diesen Käse mitnehmen,

02:00:11: da musst du und dann sitzt du damit freud und denkst, oh, alter, wie war der besser

02:00:19: für letzte Woche im Urlaub? Und dann sagen wir, ja klar, da war es eine Urlaubsstimmung.

02:00:23: Und da gebe ich mich eben nicht mit zufrieden. Ich finde diesen Ansatz von Bonn vor eben echt

02:00:28: hoch interessant und ich glaube, dass er einen sehr großen Einfluss hat.

02:00:32: Ich glaube, ich habe es so in dieser Akribie noch niemals durchdacht, durchdekliniert und

02:00:40: ja, stimmig zu einem Milliarde Prozent bei ist ja nichts anderes als wahrscheinlich,

02:00:44: als wenn du einen Zaun im Wald ziehst und das gesamte Ökosystem komplett durcheinander

02:00:48: gebracht wird. Und so ist es da wahrscheinlich auch, also das eine in der Makroversion und

02:00:53: das andere dort in der Mikroversion, glaube ich, ist es so. Und manchmal ist es dieses

02:00:58: unbewusste Fühlen, was man überhaupt nicht in Worte kleiden kann, wo halt verschiedene

02:01:01: Enzyme und Bakterien mit einmal nicht miteinander reagieren. In deinem Gaumen oder in deinem

02:01:07: Sinn oder in deiner Nachhaltigkeit oder im Glas und wo auch überwinden. Das ist so komplexes Thema.

02:01:11: Und das hat dem ja mir uns das mal so erklärt hat. Ich gehe damit auch anders um. Also ich weiß

02:01:16: so, als wenn ich eine Flasche Wein im Urlaub kaufe und denke, oh, da muss ich so meine Flasche mitnehmen,

02:01:20: dann weiß ich schon, mal sehen, da bin ich immer schon gespannt, wie die zu Hause schmeckt. Aber

02:01:23: die Enttäuschung ist dann eine andere, ne? Dann nehme ich das so wahr und denke, oh ja, klar,

02:01:28: macht Sinn. Kann jetzt sich nicht so präsentieren. Super. Aber dann ist es für mich okay. Und es gibt

02:01:33: ja Leute, da wollen wir noch nicht mal auf klimatische Bedingungen, wie der Körper sich fühlt. Also

02:01:38: gar nicht Urlaub, sondern allgemein Luftschwurfen, das kommt ja auch nicht so richtig. Wenn ich jetzt

02:01:45: zum Beispiel jetzt einen dieser beiden Rotweine, die wir ja angedacht haben, dass wir die probieren,

02:01:50: zum Beispiel in Ziziana, war für mich eine totale Überraschung. Ich kann mir vorstellen,

02:01:57: wenn man den auf die Zige im Probiert, dass man diesen Wein ganz anders wahrnehmen würde.

02:02:04: Bestimmt. Aber was heißt bestimmt? Hundertprozentig. Die Erklärung haben wir ja beide jetzt gerade

02:02:12: runtergebetet. Wollen wir probieren? Gerne. Die gucken mich so an hier. Ich kann ja eh nicht bloß Wasser

02:02:22: und Kaffee und das andere zu mich treten. Fangen wir mit denen. Du bist ja rein flüssigheitsmäßig,

02:02:27: bist du ja da gerade völlig überfordert. Ja, ja, ich muss mal gucken, wie lange die Sendung ist.

02:02:31: Sollte man das? Also ist Kaffee gut beim Wein probieren oder ist das eigentlich egal? Oder

02:02:36: du probierst ja rein analytisch wahnsinnig viel, weil du auch labortechnisch probierst. Und

02:02:42: das wäre vielleicht ganz cool, wenn du den Wein mal labortechnisch einfach betrachtest und sagst,

02:02:46: dass ich den an den Beinen randschreiten würde. Aber ist da Kaffee etwas, was du... Stimmst du was

02:02:53: überhaupt? Wir haben uns ja hier zur Frühstückstation verabredet und damit habe ich halt einen Kaffee

02:03:02: gemacht. Aber eigentlich geht das nicht. Also auf keinen Fall. Bei uns im laborumsansorischen

02:03:11: Labor brauchen wir das gar nicht verbieten, weil die Prüfer sowieso von sich aus wissen, dass sie

02:03:18: vorher keinen Kaffee... Also die können morgens ein Kaffee trinken, aber die sollten jetzt nicht,

02:03:22: wenn sie ankommen, erstmal sich ein Espresso reinziehen. Das ist natürlich in so einen Stand schon

02:03:26: noch großer Klamauk. Weißt du, was der Kaffee macht? Ich denke mal, die Säuren und Gerbsäure,

02:03:37: beeinflussen natürlich schon extrem die Wahrnehmung der Zunge oder belegen gewisse Teile der Zunge,

02:03:43: die du dann eben in der Weineanalyse nicht zur Verfügung hast und damit verfälzt du deinen

02:03:49: Ergebnis. Nicht nur Kaffee, hier ist es selber, Schokolade, Kohle, ganz viele Sachen. Zampasta?

02:03:58: Zampasta Brot. Also alle, die so einen ähnlichen Effekt haben wollen, meines Wissens nach. Also

02:04:03: beim Kaffee war auch meiner Erfahrung die Gerbsäure ganz krass. Die Öle, die Phinolik, die da drin

02:04:10: steckt, dass das so extrem ist und dem Wein maßgeblich beeinflussen, jemand, der das beim

02:04:16: Kaffee vielleicht nicht so empfinden kann, sollte sich vorher mal die Zähne putzen, dann ein Glas

02:04:20: Orangene Saft trinken. Das muss ja nicht immer Wein sein, aber dann... Ich spür das gerade. So schön.

02:04:27: Ja, ja, das ist ein riesen Thema. Wie stellst du sicher, dass die eine Objektivität bei Sensori

02:04:39: ist sowieso ein Thema, was sehr schwierig ist, aber wie du eine gewisse Grundsituation schaffst,

02:04:45: dass du ein reproduzierbares Verkostungsergebnis hast. Also dass wenn wir beide heute den Wein

02:04:51: probieren, dass wir morgen an einem anderen Tag mit anderer Wetterbedingung, an einem anderen Ort

02:04:55: möglichst nah an das Ergebnis wieder rankommen. Was ist deine Lösung dabei? Ja, was ist deine

02:05:01: Lösung? Also brauchst du eine bestimmte Farbe zum Beispiel, eine bestimmte Wandfarbe, um da auch

02:05:04: so ein bisschen nördiger zu werden. Also muss es weiß sein, muss es blau sein, damit es kühl ist,

02:05:10: ist es vielleicht gelb oder... Neutralität ist natürlich das Wohl. Also bei uns... Weiß.

02:05:14: Ja, ja, ja, ja, ne weiß das nicht gleich weiß, ne Vorricht. Also wir haben unser Verkostungslabor

02:05:20: nach einer Dienenorm eingesichtet. Also es gibt gewisse Weißtöne, viel wichtiger, es gibt gewisse

02:05:26: Lichttemperaturen, also Licht. Wie sagt man bei Licht? Also Lichttemperaturen, also es gibt

02:05:31: Weiß, Licht, Tageslicht. Lumen. Ja genau, danke. Lumen. In dem Bereich musst du dich bewegen,

02:05:38: damit du eben diese Grundlichtstimmung hast. Luftfeuchtigkeit, Rauntemperaturen,

02:05:47: Riesenthema, wobei... Wie guilliert wir das bei euch im Labor? Es wird gemessen und gespeichert und...

02:05:55: Irre. Ja, ja, da kriegst du... Wir kriegen eine WhatsApp, eine Krine SMS, wenn wir die Traumtemperatur

02:06:01: unter oder überschreiten oder wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu niedrig ist. So weit geht das für uns.

02:06:06: Wow. Wobei, interessanterweise, die Norm nicht sagt, die Norm sagt nicht, die Dienorm sagt nicht,

02:06:15: dass du dann die Verkostung abbrechen musst, sondern du musst eine Entscheidung fällen. Und die

02:06:19: Entscheidung fällt immer der Verkostungsleiter. Das heißt, wenn in deiner Verfahrensanweisung definierten

02:06:26: Luftfeuchtigkeit eine Unter- oder Überschreitungsstand findet, muss der Penneleiter entscheiden,

02:06:35: ob die Prüfer noch in der Lage sind, objektiv zu bewerten. Und wenn er der Meinung ist,

02:06:41: das funktioniert nicht, kann er die Prüfung abbrechen. Also du kannst durchaus auch mal einen zu warmen

02:06:48: Raum haben, wenn die Prüfer sich wohlfühlen. Das ist immer das entscheidende Kriterium, wenn die

02:06:53: Prüfer sagen, noch ich fühle mich in der Lage oder ich fühle mich wohl und ich bin konzentriert und

02:06:57: ich rieche und schmecke gut, dann kann man das machen. Wenn allerdings einer der Prüfer sagt,

02:07:03: oh, ich habe echt ein Problem. Also ich merke, ich kann mich nicht mehr konzentrieren oder ich

02:07:10: habe das Gefühl, dass meine nasale Wahrnehmung irgendwie verschwommen ist, da muss abgebrochen

02:07:17: werden, weil dann kriegst du ja kein reproduzierbares Ergebnis mehr zustande. Und dazu brauchst du

02:07:22: halt diese technische Unterstützung, damit du halt sagst, das mitteilte die Technik, pass mal auf.

02:07:26: Es ist geradezu hohe Luftfeuchtigkeit und dann kann der Penneleiter sagen, hey, Kollegen,

02:07:31: wie ist es? Und dann wenn die alle sagen, ne, wir sind gut überwunderbar, dann kannst du weitermachen.

02:07:36: Aber wenn dann einer sagen, ja, ich habe jetzt echt ein Problem, ja, dann ist Schluss. Ja, Wahnsinn.

02:07:42: Und was sonst noch? Also Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Raum, Farbe oder Lichtfarbe dabei?

02:07:50: Und was noch? Musik? Wer Musikenthema, oder Geräusche überhaupt? Nein, es sollte eigentlich,

02:07:58: Konzentration ist das höchste Gut, also keine Ablenkung. Jetzt nicht irgendwie nebenbei noch

02:08:05: Podcasts, Musik im Allgemein würde das Ergebnis auch verfälschen, wenn ich da jetzt die Toten

02:08:14: Hosen spielen würde, aus dass jemand Würgerreflexe bekommt.

02:08:17: In Düsseldorfer Band in Köln? Nee, ich glaube grundsätzlich ist es ja so, ja,

02:08:26: meine, gut, wenn du dich beim Musik gut konzentrieren kannst, wo sollte das eigentlich,

02:08:30: glaube ich, keinen Schaden? Habe ich mich, das ist eine interessante Frage,

02:08:33: die du noch nie mitgefasst. Wir sagen Ruhm.

02:08:36: Ja, jetzt zum Beispiel, Winzer machen es ja auch teilweise in, also es mit dem,

02:08:41: mit der Flüssigkeit, was es macht aufgrund verschiedener Strömungswellen oder eben auch

02:08:47: Energiewellen etc., das könnte ja dann letztlich eben auch bei der Verkostung als solches sein.

02:08:52: Da, Musik wäre schon krass. Ja, ich finde Restaurant und Musik auch ganz schrecklich,

02:09:01: also da macht es ja auch ganz viel. Ja gut, das ist natürlich ein Kompetent.

02:09:05: Ja, es ist natürlich ein Unterschied. Also in der Restung bist du natürlich ein Gesamtambiente

02:09:11: schaffen oder, sagen wir mal, eine Gesamtinszenierung bei der sensorischen

02:09:17: Qualitätskontrolle, das was wir da machen, geht es ja um den maximalen Fokus auf

02:09:23: die Präsentation des Produktes und alles, was ablenkt. Gerüche sind das allerschlimmste Fremdgerüche.

02:09:31: Zu warm, zu kalt, zu feucht, zu laut, das hat Einfluss und das müssen wir halt ausschließen.

02:09:41: So, das ist so ein, wenn du kannst was du nicht machen kannst, du kannst nicht in den Kopf

02:09:44: des Prüfers reingucken. Ist klar, ich glaube, wir hatten auch eine geschätzte Kollegin,

02:09:51: die war auch mal so ein bisschen durch den Wind und das mehrere Tage hintereinander und dann

02:09:55: stellte sie raus, dass ihr so ein sehr krank ist. Und dann haben wir auch gesagt, ja gut,

02:10:00: ist das vielleicht jetzt nicht so gut, dass du hier kommst, weil wir merken halt einfach,

02:10:07: du bist nicht bei der Sache. Also wir monitoren ja die Ergebnisse, also es gibt immer,

02:10:11: man muss das erklären. Wir bewerten auf noch 100 Punkte Scala, das ist jetzt wahrscheinlich

02:10:17: für die meisten so weit nachvollziehbar, aber wir haben einzelne Parameter in jedem Produkt,

02:10:21: die auf einer Scala von 0 bis 12 quantifiziert werden. 0, wenn es überhaupt nicht da ist, also

02:10:25: ich sag mal Farbe und du probierst einen Gin und den Gin ist wasserklar, dann gibst du immer

02:10:32: einen 0, weil keine Farbe da ist ja wasserklar. Wenn du allerdings einen Iolicoer probierst im

02:10:38: Gelb, dann hat er wahrscheinlich eine 11 oder eine 12, weil der halt dort der Gelb ist. So,

02:10:41: um ein ganz krasses Beispiel zu nehmen. Und da sind wir halt, weil wir da Toleranzbereiche definiert

02:10:48: haben, sind wir darauf angewiesen, dass die Prüfer sich halt hoch konzentriert, dem einzelnen

02:10:52: Parametern widmen, damit du die halt dann auch, ich sage es wieder, reproduzierbar quantifizieren

02:11:00: können. Und wenn du dann in dem Monitoring merkst, dass die Kollegin am Dienstag den Iolicoer nach

02:11:07: Farbe eine 9 gegeben hat und am Donnerstag eine 11, dann denkst du, das ist das selbe Produkt und

02:11:15: zwei Punkte nicht. Dann muss man halt mal nachfragen, was ist los? Also,

02:11:18: hast du die Augen hier aufgemacht oder? Und dadurch ist ja alles im Prinzip keine analytischen,

02:11:25: sondern rein. Sensorisch. Sensorisch. So Wahrnehmungen sind, ist es natürlich maßgeblich

02:11:32: wichtig, dass diejenigen fit sind. Ja, ja, genau. Ja. Und wie macht ihr es mit den Gerüchen,

02:11:41: weil es gibt ja im Allgemeinen, es gibt ja Körpergerüche, es gibt ja Waschmittelgerüche, es gibt

02:11:47: Weichspülergerüche, was teilweise auch bei Weinproben, wenn du unterwegs bist, wo du dicht

02:11:50: beieinander stehst, meinst du Weinbörse, noch nicht mal das Papar, sondern der eine hat eine

02:11:55: heftige Anreise, der andere weniger, der eine nimmt halt Kuschelweich oder was auch immer.

02:11:59: Ah, stehst da neben und denkst, boah, bitte. Ja. Also hier auch nochmal, das liegt in der

02:12:08: Verantwortung der Prüfer, ich glaube, da sollten sie alle ein bisschen, oder nähen

02:12:12: ich ein bisschen damit. Alle unsere Verkosterprüfer sollten damit verantwortungsbewusst umgehen.

02:12:20: Parfum, sowieso schlicht sich generell aus. Ja, also wenn jetzt wirklich einer, also hat man

02:12:29: eigentlich nicht, dass jetzt irgendjemand so mit einem Wollpulti kam und der roch wie

02:12:32: eine Flasche Weichspüler. Wie die Katze aus der Karm. Ja, genau. Also das, weißt du,

02:12:40: hast ja manchmal so Wolle, nimmt ja so Weichspüler, wie man Weichspüler bei Wolle,

02:12:44: ich bin ja eigentlich hier auch für die Wäsche verantwortlich zu Hause, aber da weiß ich jetzt

02:12:48: gerade bei Wolle bin ich jetzt nicht so fit. Nee, weißt du so was, da musste jetzt,

02:12:52: er musste dann vielleicht auch mal sagen, irgendwas steht hier, haste aber auch mal.

02:12:57: Manchmal ist es irgendwie, dass irgendjemand, keine Ahnung, irgendwas in der Tasche hat,

02:13:01: irgendwie oder aber eigentlich, nee, die lassen die Sachen draußen.

02:13:07: Nee, wir haben eher mal das Thema, dass die Mitarbeiter im Customer Service, also die jetzt

02:13:16: praktisch vor dem Prüfraum sitzen und die Ergebnisse in den Rechner eingeben und die

02:13:19: Prüfberichte verschicken, dass die sich einen schönen Kaffee machen und dann mit ihren Kaffee

02:13:22: Tassen da sitzen und dann die Tür auf und zu und dann sagt der Panel-Liter schon mal,

02:13:26: ey, das riecht hier so nach Kaffee, das haben wir öfters. Und das ist krass, also wenn du

02:13:31: einen neutralen Raum hast und du hast genau diese Reine. Genau, boah. Also das habe ich oft,

02:13:37: gerade da haben wir einen Prüfer, also einen Panel-Liter, der ist da sehr pingelig und der

02:13:40: kommt doch oft zu mir ins Büro und sagt, ey, das riecht schon wieder so nach Kaffee drin,

02:13:44: wenn da drei, vier Leute vor, also so drei Meter vor dem Eingang sitzen und sich gerade einen Kaffee

02:13:50: machen und einen Kaffee auf den Schreib zu stellen, das geht nicht, das zieht hier rein. Oder wir haben

02:13:58: auch, gut, wir haben natürlich die Klimaanlage und Fenster, haben wir da keine Probleme, aber

02:14:02: es gab auch schon Situationen, wo eben die Prüfer sagen, wir brauchen frische Luft und du kriegst

02:14:07: ja in die Klimaanlage nicht die Frischluft wie durch den Fenster und dann machen die das Fenster

02:14:11: auf und irgendeiner im Nachbarhaus brät sich gerade Zwiebeln an. Das ist so krass, das riecht dann

02:14:18: so intensiv, dass sich alle angucken, jetzt brauchen wir auch nicht weiter machen. Oder wenn gerade

02:14:25: Karneval ist, weil ich mich dann hochziehe, ist der in den Schreib. Aber jetzt, wir haben Nerodavila

02:14:32: im Glas, also wisst ihr vorher, was ihr habt oder probiert ihr egal was, also irgendjemand schenkt,

02:14:37: nee ihr wisst, was ihr habt, um es ordnungsgebnis einzurordnen oder einzutaxieren und du wüsst es

02:14:43: jetzt, ist Nerodavila aus Sizilien vom Weingut Regaliari 2020er Jahrgang, das weißt du nicht,

02:14:50: okay. Nee, wir wissen, also bei unseren, also wenn wir bei unserem Hausverfahren Sensitoreanalytics

02:14:55: wissen wir Jahrgang, den musst du wissen, wir wissen die Rebsorte oder die Kywe,

02:15:01: wir wissen die Herkunft Sizilien, wir wissen nicht den Produzenten, wir wissen nicht den Ansteller,

02:15:08: was wir machen, ist ja oftmals ins Kellerwein oder große Apfel, das wissen wir nicht, weil das

02:15:14: hätte, könnte ja gegebenenfalls Einfluss auf den Prüfergebnis haben, aber du kannst ja nicht

02:15:19: den Rotwein einschenken und dem Prüfer sagen, das ist Rotwein. An was soll er sich denn orientieren?

02:15:26: Ob es so typisch ist, ob es authentisch ist, der Nerodavila mit dieser Kirschroten.

02:15:32: Herkunft typisch und so, das sind ja so die Aspekte, die dann, ich mach noch mal rein, die dann eine

02:15:39: Rolle spielen. Ganz ganz großes Thema bei uns ist Frische, Jahrgang, weil wir ja empfinden,

02:15:45: wir kann ich ja sagen, wir arbeiten für einen großen Discounter und da ist halt das Thema Frische,

02:15:50: großes Thema und wenn du ein Jahrgangswechsel hast, also jetzt kommt ja gerade Massi 24

02:15:56: in den Markt und du hast schon kurz nach der Füllung Reifetöne, was ja bei so,

02:16:02: bei den gigantischen Mengen und diesen recht einfachen Qualitäten nicht ganz so einfach

02:16:10: zu managen ist. Also ich muss, man muss halt einfach auch mal die Erzeuger und Schutzen,

02:16:13: das ist nicht so einfach, da Reifetöne zu vermeiden und manchmal sind es halt auch

02:16:20: Jahrgangsaspekte, aber dann wollen wir jetzt wahrscheinlich abdrücken und das, da gucken wir

02:16:23: halt hin und wir gucken halt, okay, das ist jetzt der 24er und wenn der in dem Thema Reife

02:16:29: bei uns eine 3 kriegt und der müsste eigentlich eine 0 haben oder eine 1,

02:16:33: dann haben wir ein Problem und das melden wir und dann muss halt,

02:16:36: dann muss halt der Einkäufer oder der, so, dann müssen dann halt entscheiden, wie sie damit umgehen,

02:16:42: das heißt nicht, dass die den Wein nicht verkaufen können, aber man muss halt wissen,

02:16:44: bei der nächsten Füllung müssen wir gucken, dass das frisch ist, da gibt es ja durchaus technische

02:16:49: Möglichkeiten oder Küvitiermöglichkeiten, aber das ist halt so der Kern unserer Aufgabe,

02:16:56: dass wir einfach gucken, sind die vom Händler definierten Parameter hinsichtlich Qualität

02:17:03: und Typizität, Typizität meint Herkunft, Frische, Rebs und so weiter, sind die erfüllt.

02:17:08: Okay, eine Bitte, vergess bitte alles, was ihr bisher über italienischen Wein zu wissen glaubt,

02:17:30: denn umrühren ist hier und das schlägt richtig ein und Schulterrand ist ein Wein,

02:17:36: der umrühren auf die Weltkarte gebracht hat, der Lungerrott, die Robesco, Reserver,

02:17:41: Vigni Monticchio 2018, er ist die Antwort auf alle, die denken, nur Toscana und Piermont hätte was zu

02:17:48: bieten, es geht hier nicht um Trends, es geht um Jahrhunderte alte Weintradition, geballte Handwerkskunst

02:17:55: und ein Terror, das so einzigartig ist, dass selbst die Wein erschaffenen Götter neideschwerden,

02:18:01: einschluck und du spürst, wie Song Jovese in seiner absolut besten Form explodiert,

02:18:08: dazu jeder, der diesen Wein probiert, redurch oder verpelt in Erfurch und Pures genießen und jeder,

02:18:14: der er möchte nur eins, mehr, das ist umrühren, das ist klasse, das ist der Wein, der alles komplett

02:18:20: neu definiert, er ist kühn, er ist mächtig, er ist der König von umrühren, der Lungerrotti, Robesco,

02:18:29: Reserver, Vigni Monticchio 2018, er ist kein Rotwein für schwache Nerven, er ist ein Statement in

02:18:36: der Flasche und das Geheimnis, es klingt so einfach, perfektes Terror, optimales Klima,

02:18:41: meisterhafte Handwerkskunst, aber wäre es so einfach, wäre wahrscheinlich jeder andere

02:18:45: Wein auch im Wein Olymp, also was ist wirklich das Geheimnis, es fängt oft an mit Geschichte,

02:18:51: unser Blick zurück begibten in späten 1950er Jahren in Toschado, ein malerischem, mittelalterlichen

02:18:58: Dorf in Umbrien, hier hatte Georgio Lungerrotti, ein visionärer Agrarunternehmer, den Mut und

02:19:05: die Weizig, das Potenzial dieser Region zu erkennen, aus einer Familie von Landbesitzern

02:19:09: stammend, also ein Bewusstsein für Landwirtschaft war, schon da verwandelt er das traditionelle

02:19:13: landwirtschaftliche Gut in ein spezialisiertes Weigut, das heute als synonym für umbrüche

02:19:19: Weinechsel entsteht, Georgios Philosophie war geprägt von einem tiefen Respekt vor der Tradition,

02:19:26: der umbrüchen Weinkultur, gepaart mit einem unermüdlichen Streben nach Innovation,

02:19:32: er setzte auf die Wiederbelebung autotuneräblich und experimentierte gleichzeitig mit neuen

02:19:37: Anbaumethoden, sein Engagement für den 1968 wiederhole sein Engagement für den 1968 zur

02:19:45: Anerkennung der DOCG für Toschano Weine, der ersten in Umbrien und der fünften in Italien,

02:19:52: das mag man sich mal überlegen, irre. 1990 folgte die DOCG für den Toschano Rosso Reserver,

02:19:59: eine Auszeichnung, die die Qualitäten und Authentizität der Weine unterstrich,

02:20:05: betont der hervorhob, exponierte oder was auch immer, wow, Giorgio Longarotti, doch er war

02:20:12: nicht nur ein pioniertes Weinbaus gemeinsam mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Maria Grazia

02:20:18: Marchetti gründete 1974 das Weinmuseum von Toschano und später das Olivo- und Öhmuseum.

02:20:25: Diese Institutionen zeugten von der tiefen Verbindung zwischen Wein, Kultur und der Geschichte

02:20:32: der Region. Also es geht nicht nur um Wein, es geht um dieses gesamte Erlebnis, bemerkenswert.

02:20:37: Der Rubezco Reserver Vina Monticchio 2018 ist das Flagship des Hauses Longarotti.

02:20:43: Diese Wein stammt aus den renommierten Monticchio Weinbergen auf dem Brufa-Högel,

02:20:49: eine Einzellage auf 300 Meter Höhe, die sich über 15 Hektar erstreckt. Die Böden sind viel

02:20:55: zeitig, bestehen aus Merkel, Ton und Sand, was dem Wein seine einzigartige Komplexität, Kraft und

02:21:03: Tiefe verleiht. Die QW besteht zu 80% aus Sangevesa und zu 20% aus Canaiollo. Zwei Rebsorten

02:21:10: sind in der umbrüchen Weintradition verwurzelt. Die selektive Handlese erfolgt im Oktober,

02:21:16: gefolgt von einer 15-20 Meisterstandszeit in den Edelstein-Tags. Anschließend reift der Wein

02:21:22: für 12 Monate in Eichenfässern und weitere vier Jahre auf der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt.

02:21:28: Den Wein zu beschreiben, während Kratzer einer Oberfläche man muss ihn einfach erleben.

02:21:33: Doch warum ist er so außergewöhnlich? Es ist wahrscheinlich umbrieren. In Kombination mit

02:21:39: Sangevesa. Ich meine, ohne Grund hat Luca Maroni den 2018er mit 99 von 99 Punkten bewertet.

02:21:47: Was für ein Ritterschlag und eigentlich interessant, dass viele von uns umbrühen gar nicht auf dem

02:21:52: Schirm haben. Das grüne Herz Italiens, geprägt von atemberaubter Schönheit, perfekt für den

02:21:58: Weinbau, das nicht nur wegen der Kalk-Lehmhügel, wegen dem kontinentalen Einfluss, wegen den

02:22:04: warmen Tagen und Kühlenächten. Es ist etwas in dieser Region, was man sonst nirgends in Italien

02:22:10: wahrscheinlich in Europa findet. Und Luca Rotti hat es erkannt. Vielen Dank dafür,

02:22:14: doch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Konziu Vini.

02:22:19: Da gucken wir dann halt genau hin und sagen halt, in unserer Skalierung passt es ins Profil, bewegt

02:22:36: sich im Toleranzbereich oder ist zu dunkel, ist zu hell, ist zu sauer oder zu wenig Säure,

02:22:42: präsentiert sich zu süß und so weiter solche Sachen. Oder ist zu reif, hat zu viel Kohlensohre,

02:22:48: hat zu grobe Kohlensohre, zu feine gibt es ja nicht. Oder Gerbstoff. Man weiß,

02:22:57: wenn Pinot Noir in seiner samtigen, ihm Natur gegebenen zarten Gerbstoffstruktur liegt,

02:23:05: hat dann, sagen wir mal, in der Tarnitenbewertung bei noch vier bis fünf auf einer Skala von

02:23:11: zwölf. Wenn da auf einmal in der austrockenen, der astrigierenden Wahrnehmung von sechs, sieben,

02:23:18: acht wahrgenommen wird, dann passt das nicht zu diesem Produkt. Und dann spiegelt sich das in

02:23:24: unserem Prüfbericht wieder und die Entscheider, das sind nicht wir, wir machen nur darauf aufmerksam,

02:23:28: wir entscheiden nichts, die sagen dann, okay, hier müssen wir mal gucken, was los ist. Oder

02:23:31: wir müssen im Auge behalten. Oder umgekehrt. Was dann ein Gerbstoff intensiven Rotwein,

02:23:36: von dem jeder in der Tarninstruktur eine Acht oder Neun erwartet und der kommt jetzt mit seiner

02:23:42: Zarten Vier daher, dann passt das nicht zu dem Produkt und laufen. Machen wir aufmerksam und dann

02:23:48: geht man das Thema an. Um mal so eine grobe Idee zu skizzieren, wie wir sensorisch arbeiten. Und das

02:24:00: immer unter maximalen Laborbedingungen, soweit das Thema Sensorik das hergibt. Wie würdest du den

02:24:12: Wein jetzt... Ich habe gehört, du hast es schon probiert. Ich war schon dabei, du hattest ja einen

02:24:18: anderen Vorlauf mit Schaumwein, aber ich lag trocken. Du lagst trocken. Lassen wir dich mal zu Wasser.

02:24:26: Ja, dunkelkräftige konzentrierte Ehrenfrucht, das was man vom Neodabula erwartet mit einer gewissen

02:24:40: ganz leichten eingekochten Note. Dieses Gekochte finde ich hier eher zurückhalten, was ihnen mir sehr

02:24:52: sympathisch macht. Das ist jetzt hochgradig subjektiv, das hat im Labor nichts zu sagen. Aber ich

02:24:59: mag diese marmeladigen konzentrierten Töne nicht so. Es ist einfach nicht meine Weinwelt. Und hier

02:25:12: ist das nur angedeutet. Was erstmal für mich cool ist, weil ich diesen Wein jetzt so... Lass

02:25:22: ich dann mehr an mich ran, weil ich dann denke, das geht schon für mich in die richtige Richtung.

02:25:25: Wenn der dann so so dicht und eingekocht daherkommt, dann merke ich schon oft. Das kann ein toller

02:25:32: Wein sein, aber ich merke, ich selber finde mich hier nicht wieder in einer Labor-Situation. Hat

02:25:37: das überhaupt nichts zu suchen? Das musst du ausblenden. Wenn ich jetzt hier mit meinem Freund

02:25:41: Silvia ein Wein trinke, gehört es schon dazu. Und da muss ich sagen, spricht mich das sehr an.

02:25:45: Ich habe gerade mal zurückgeguckt, aus Rückwählte Kette hatte ich nur 13 Alkohol,

02:25:49: was hier echt mal geil ist. Was überraschend ist zum einen für Sizilien. Vielleicht ist es auf

02:25:55: grund der Höhenlagen, der wächst in 600 Meter Höhe. Wahrscheinlich. Ich glaube, das macht sehr,

02:26:00: sehr viel aus. Und dann die Frage, wann sie lesen. Vielleicht auch die Frage, wann sie lesen.

02:26:06: Aber ich finde, er hat keinen Gründöne und daher ist es auf keinen Fall zu früh lesen,

02:26:12: sondern es wirkt schon relativ punktiert. Ich habe mich nicht probiert, ich rieche nur noch.

02:26:16: Aber sowas nimmt ihr allgemein gar nicht in die Überlegung rein, sondern bei euch ist es rein

02:26:21: über Analythik, wo ihr sagt. Kirschrot, Berndfrucht. Wir haben Marmelade als Marker. Also Marmeladich

02:26:30: kann durchaus ein Parameter sein, den wir aufnehmen. Weil ja, gewisse Weine das haben,

02:26:36: sollen und der Markt ist verlangt. Das gibt ja die Erfolgswelle des Primitivos,

02:26:43: beruht ja auf diese süßlich Marmelade. Ja, genau. Danke. Wenn der Markt das verlangt,

02:26:52: wenn das Konzept dieses Weines so aussieht, dass genau dieser Aspekt sein muss, damit der

02:27:01: Markt ihn gutiert, dann müssen wir den natürlich auch bewerten. Aber das habe ich jetzt hier in

02:27:08: der Nase überhaupt nicht. Das ist nur ganz leicht. Ich finde ihn eher eine frische fruchtige

02:27:16: Anmutung und weniger dieses schon leicht oxidierte Geschweige, denn eingekochte. Und das finde ich

02:27:24: auch. Also wenn er es gar nicht hätte, wäre er eben auch so eine Frage, ob er das Thema da nicht

02:27:27: verfehlen hätte. Als Zizijana natürlich dann auch eine gewisse Herkunftstreue haben muss und eine

02:27:34: gewisse dicke und dicht dichte Arbeit. Es kann ja auch sein, dass der Wein irgendwo auf einer

02:27:39: Weinkarte steht. Es gibt kein Zomeg, der den irgendwie bestellt oder einfach aus dem Handel

02:27:46: oder aus der Online bestellt. Und wenn er halt nur brillant, frisch geradlinig klar, 11,5 Volumenprozent,

02:27:53: knackig wäre, dann wäre es ja auch nicht so. Ich weiß ja kein Nirodago aus der Zige. Ja,

02:28:00: genau. Ich weiß genau, was du meinst. Also da bin ich 100 Prozent bei dir. Und am Gaumen hat er

02:28:06: die Kraft und er hat auch den Schmelz. Aber er hat natürlich eins. Und das ist schon cool. Er hat

02:28:11: auch eine gewisse Frische über eine doch recht lebendige Säure und damit auch einen gewissen

02:28:17: Trinkfluss. Und damit kommt er mir dann schon wieder entgegen. Hast du ein anderes Vokabular,

02:28:23: wenn wir bei dir jetzt den Wein besprechen als wenn du das professionell, nicht nur Labor,

02:28:31: natürlich, aber in dieser professionellen Ebene? Im Labor sprechen wir fast gar nicht. Wir machen,

02:28:37: also ja, wir reden auch natürlich über Wein, aber es ist eigentlich so, dass wir uns versuchen,

02:28:42: aus dieser beschreibenden Analyse rauszuhalten. Also unser System ist so bewusst so aufgesetzt,

02:28:52: dass die Beschreibung durch Vokabular oder durch diese üblichen Sätze komplett wegfällt. Und

02:29:05: wir nur einzelne Parameter rauspicken und die quantifizieren. Also es gibt in unserem Labor

02:29:10: Bericht, in unserem Prüfbericht, fast kein Text. Es gibt eine Zusammenfassung des Panelleiters. Da

02:29:19: wird aber dann eher so eine übergreifende Analyse. Also wenn dann wirklich mal, also da steht dann

02:29:26: halt der Wein entspricht seinen regionaltypischen Kriterien und bla bla bla, aber da wird jetzt

02:29:34: nicht reingeschrieben, die Reife Erdbeere erinnert an weiß ich nicht, bla bla bla. So was wollen wir

02:29:40: da nicht sehen, weil das ist schwer reproduzierbar. Wir versuchen uns wirklich auf die Parameter und

02:29:48: deren Intensität zu konzentrieren und das was wir gerne machen, also du und ich und unsere

02:29:54: Berufssumpf, dass wir über Formulierungen uns erklären, wie wir den Wein wahrnehmen,

02:30:00: das versuchen wir da eben bewusst auszublenden. Da muss man sich ein bisschen reinfuchsen.

02:30:05: Wie das Formulier ist natürlich schon dazu neigen, so in unseren Sprechen zu verfallen und uns

02:30:13: Informationen über dieses uns gelernte Vokabular zu transportieren, das sind halt zwei Welten,

02:30:22: aber das eine schliegt das andere nicht aus. Also ich kann den Wein auf Sensitore Analytics

02:30:27: analysieren und danach mit meinem Freund Sivir eine Flasche trinken und dann über den Wein

02:30:31: sprechen. Kannst du auch, du kannst dich darin fallen lassen. Ja natürlich, ja ja. Wann trinkst du

02:30:36: Wein? Also wann ist für dich Moment für Wein? Außer jetzt gerade oder wenn Karneval ist? Ja,

02:30:42: du nix anderes zu tun hast. Nee, es ist ja doch schon so, dass ich merke, dass ich weniger Wein trinke,

02:30:49: das ist wegen deinem Kreisenalter oder wegen Übersättigung? Nein, warum wissen wir auch nicht.

02:30:55: Merkst schon, dass ich jetzt gerade so in so sehr intensiven Zeiten, wo viel im Büro ansteht,

02:31:03: dass ich die Energie maximal brauche und wenn ich abends dann noch zwei Gläser,

02:31:10: drei Gläser Wein mit Freunden trinke, dass das am Morgen dann eben nicht so super funktioniert

02:31:14: oder vielleicht funktioniert es am Morgen noch, aber ich merke, dass ich dann am Mittag echt

02:31:17: müde werde und darum fällt das irgendwie weg. Ich trinke sehr gerne Wein in Gesellschaft mit

02:31:24: Freunden, ob im Restaurant oder zu Hause, das ist schon so ein Moment, wo das irgendwie dazu gehört,

02:31:31: beim Kochen auf jeden Fall. Das ist übrigens schwierig, wenn man unter der Woche mal kocht und

02:31:36: dann eigentlich keinen Wein trinkt, dann denke ich, ich muss es dir jetzt beim Schnippeln

02:31:39: ein Glas Wein trinken, aber muss man sich dann irgendwie wegdrücken. Das gelernte Wein trinken,

02:31:46: wo man sagt, man hat diese Gesamtsituation auch mit dabei. Aber am Wochenende, wenn man sich darauf

02:31:51: - Ja, genau. Aber genau das, was du gerade gesagt hast, wenn man sich dann so, weil man weiß,

02:31:56: das wird jetzt ein toller Abend und man fängt jetzt an hier irgendwie seine Mies on Place in der

02:31:59: Küche zu machen und dann ist das das schönste Glas Wein dazu zu trinken. Da gehört es hin.

02:32:07: Ich trinke auch gerne zu Hause mit meinen Eltern. Wenn man dann so was ich nicht im Garten sitzt und

02:32:14: versagt, dann finde ich auch immer so ein Glas Wein irgendwie, das ist irgendwie so und das gehört

02:32:17: dazu. So, das sind die Momente, wo ich gerne, gerne Wein trinke. Das sind dann Alltagsweine oder

02:32:25: sind das immer die Riesengranaten, die du aufziehst oder sammelst du Wein und dann wird der Keller

02:32:31: leer geplündert oder? Es sind eigentlich Alltags, also das wandelt sich gerade. Also du stichst

02:32:41: da so ein bisschen in so ein bisschen, du kommst in eine interessante Zeit mit deiner Frage. Also ich

02:32:45: merke, dass ich früher, wenn ich jetzt so sage, ich trinke mal ein Glas Wein, dass ich den Schrank

02:32:51: aufgemacht habe und geguckt habe. Was muss denn jetzt weg oder was ist denn, was ist denn jetzt

02:32:56: nicht so ganz, dass, also es gibt ja so Sachen, wo man so, oh, das muss aufheben und das ist so

02:33:00: großartig. Und dann hast du vermeintlich immer so ein bisschen eher die kleineren Sachen getrunken.

02:33:04: Mittlerweile ist es so, dass ich denke, ja, wie lange willst du noch warten? Was wartest du denn jetzt?

02:33:10: Wie lange lieb ich denn noch? Ja, ich weiß nicht. Und dann, ey, nee, jetzt günstete ich jetzt mal,

02:33:17: also da merke ich schon, so eine gewisse Veränderung in der Strategie. Ich sammle kein Wein, ich habe,

02:33:24: weiß ich nicht, ich brauche nur Flaschen Wein im Keller, aber es ist nicht so, dass ich wie

02:33:28: manche andere Kollege jedes Jahr die Holzkisten staple und dann eben in der Subscription dann eben

02:33:34: über Jahrzehnte hinaus plane und da irgendwie den Anspruch habe, einen tollen repräsentativen

02:33:43: Weinkeller aufzubauen. Das brauche ich nicht. Wenn ich dann in so einem Weinkeller stehe,

02:33:48: dann denke ich immer wow und geil und großartig, aber ich, also bei mir verdrusted keiner. Es gibt

02:33:55: genug leckere Sachen zu trinken. Es sind dann meistens halt Einzelflaschen oder eben Sachen,

02:34:00: wo ich dann mal eine Sechserkiste gekauft habe, weil ich ihn gerade cool finde und dann trinkt man

02:34:04: das halt. Es ist jetzt nicht so, dass ich in den Keller gehe und dann über Jahrzehnte hinweg die

02:34:09: Wein schätze dann eben zu den Gimborzjahren der Gäste aussuchen kann. Ja, das habe ich nicht.

02:34:20: Aber hier unten ist die Rodavola, also diese Frische, die ist schon beeindruckend. Ja, man ja so,

02:34:25: wenn man sich nachhaltigt. Also ich glaube, dass der sich auch, also sich säure bild und die

02:34:30: Entwicklung doch mal maßgeblich verändern und dass man gerade den Wein am Anfang wahrscheinlich

02:34:38: auch noch ein wenig anders taxierend einschätzen würde. Ich glaube, dass der große Unterschied

02:34:41: zu den Wein, die du eben für den Discounter bewertest, da hat man einen Moment Aufnahmen und

02:34:45: da wird nicht viel passieren bzw. sind die wahrscheinlich direkt nach dem Aufmachen

02:34:49: in ihrer optimalen Form und bauen danach ab und bei so einem Neuro, also es ist jetzt einfach dir in

02:34:56: den Mund gelegprognostiziert. Bei den Nerodavola ist es, glaube ich, so dass der einfach, wie wir es

02:35:01: auch beim Wein gelernt haben, sich entwickelt, vielleicht auch das richtige Glas nochmal dankend,

02:35:07: wertschätzt und sich dann nochmal anders präsentiert und mit ein bisschen Luft nochmal komplett

02:35:12: verändert. Also gutes Glas, ein bisschen Luft, perfekte Temperatur, wenn das Paket stimmt,

02:35:22: super. Habt ihr bestimmte Gläser bei euch beim Verkosten? Ja, es gibt einen Diener.

02:35:28: Natürlich wahrscheinlich immer Standardgläste. Ja, okay, Diener genaumte. Was ist das?

02:35:32: Es gibt zwei Gläser, das eine ist das sogenannte Kentierter, also die Leute, die fach Leute,

02:35:37: die können es ihr in der O-Glas, das ist ein perfektes Kölner. Also ich muss anders anfangen.

02:35:42: Die Idee dahinter ist absolut nachvollziehbar, man einigt sich auf ein uniformelles Glas,

02:35:47: damit jeder in der Welt zumindest über das Glas hin erstmal die identische Wahrnehmung hat. Also

02:35:51: der Weinmaker im Keller in Sizilien oder ich weiß nicht, in Schiele sollte den Wein so wahrnehmen,

02:35:59: wie das Labor in Köln. Dazu braucht es dasselbe Glas und da hat man dann zumindest in Europa

02:36:06: Norm formuliert, wo die Gläser in ihrer Größe, Länge und Kehschform definiert sind. Und da gibt es

02:36:16: zwei Gläser und diese, das eine ist das Sensors, das andere ist das die in der O-Glas und diese

02:36:19: zwei Gläser kriegt man überall bei verschiedenen Herstellern, die produzieren diese Größen und

02:36:24: damit ist man dann erstmal safe. Ich selber finde die Gläser nicht ideal, weil wir alle aus anderen

02:36:31: Gläsern trinken, aber für den Zweck und für diese Arbeit, die wir da verrichten, sind sie völlig okay.

02:36:38: Und wie gesagt, sie sollen halt genormt sein. Daher gibt es doch, brauchen wir noch nicht diskutieren,

02:36:43: weil um als akkreditiertes Prüflabor agieren zu können, muss man sich halt an diese Normen

02:36:49: orientieren und da die Norm nun mal so ist, wie sie ist, ist sie gesetzt und es wäre vergeben,

02:36:54: liebes Mühe sich jetzt Gedanken zu machen, ob diese eine Wein vielleicht aus diesem Glas sich

02:36:57: besser präsentiert. Das ist mir sicher also und jeder so liefert ihr das perfekt auseinandernehmen,

02:37:02: aber es spielt bei uns keine Rolle. Ja, was ja auch Sinn macht, also was ja letztlich geht es

02:37:10: jetzt bei euch um Normung und um Rasterdenken und da ist das Glas natürlich, wie ist es mit

02:37:17: der Temperatur? Habt ihr da strenge Vorgaben, dass ihr immer konzentriert bei acht Grad probiert,

02:37:23: also Weintemperatur, nicht Außentemperatur und den Rotwein bei perfekten 18 Grad oder wie sehen

02:37:29: eure Temperaturfenster da außen, wie halten ihr die ein? Wir haben kalibrierte Kühlschränke mit

02:37:35: Sensoren. Das ist wirklich wahr. Wir haben nicht, ich kenne das so letztlich. Gestern war erst die

02:37:40: Techniker da, wir müssen die einmal im Jahr, müssen wir die Sensoren kalibrieren lassen,

02:37:44: kosten eine Schweine Kohle, ich muss unbedingt, also da muss ich aber also. Und ja gerade,

02:37:49: ich bin da immer ein bisschen sackig, weil du baust diese Fühler dann aus, die steckst du zu

02:37:54: einem Kalibrierungslabor und die gucken dann, ob die Fühler das messen, was wirklich gegeben ist.

02:38:02: Also theoretisch, du kannst ja den Fühler in den Kühlschrank hängen und der Kühlschrank steht

02:38:05: bei 14 Grad und dann zeigt ihr das Messgerät 14 Grad an. Es kann natürlich auch sein,

02:38:09: dass der Kühlschrank 15 Grad hat und das Messgerät kaputt ist und dir trotzdem 14 Grad anzeigt und

02:38:13: damit das ausgeschlossen ist, musst du das einmal im Jahr, das gibt die Norm vor, kalibrieren lassen.

02:38:17: Und das kostet vierstellig. Und dann baust du deine 8 Sensoren aus und schickst die dann eben

02:38:25: zum Kalibrierungslabor, die sind dann auch vier Wochen weg, das heißt du brauchst ein zweites

02:38:29: Set, also das ist alles ein Riesenterra. Und ja, und da muss man halt auch sagen,

02:38:34: ist das für die Weinprüfung so entscheidend, ob der Wein 14 oder 15 Grad hat, das kann man mal

02:38:41: diskutieren. Fakt ist, wenn ich unseren Nerodagula bei 6 Grad verkoste und danach bei 26, dann haben

02:38:49: wir zwei komplett verschiedene Produkte. Weil einfach diese Kühnentemperaturen,

02:38:53: die gab es auch ganz anders, herausstechen als 26. Bei 26 wird er breit, der Alkohol spielt eine

02:39:00: große Rolle. Alkohol transportiert Aromen, Alkohol transportiert Textur, suggeriert Wärme

02:39:06: im Mund und damit wirkt der Wein komplett anders. Das ist schon klar, dass man, dass man,

02:39:11: dass das nicht funktioniert, aber ob der Mensch zwischen 14 und 15 oder sagen wir mal zwischen

02:39:15: 13 und 16 Grad so richtig in seiner Aromen oder Texturwahrnehmung unterscheiden kann,

02:39:21: wage ich zu bezweifeln. Aber die Norm sagt, das muss alles gemessen und dokumentiert werden und

02:39:28: darum richten wir uns halt danach. Ein spannendes Feld kann ich sagen. Und welche Temperaturen

02:39:34: habt ihr da? Also was ist bei Weißfeld, was bei Rotwein? Ich kann dir sagen wie die Lagern,

02:39:39: die alle Wein, Kühlschränke für Weißwein stehen bei 9 Grad, die relativ kühl. Neun relativ kühl,

02:39:47: es ist eigentlich, also kühl wäre bei mir 6 bis 5 bis 6. Ja, aber schauen wir mal,

02:39:50: wenn wir die bei, also wir wollen die gerne bei 10, 11 probieren, weil sie dann was ja optimal

02:39:56: eigentlich stimmt. Ja, du hast recht, ich muss mich, ich muss mich revidieren. Und die Roten

02:40:00: stehen bei 15, weil wir die gerne bei 16, 17 probieren. Und die Raumtemperatur wird über die

02:40:07: Klima-Lage relativ konstant gehalten. Und wir sind auch die Gläser relativ konstant in der,

02:40:11: also wenn wir natürlich, können wir ja alle, wenn man einen kühlen Wein, einen warmen Glas gibt,

02:40:15: wird er halt sehr schnell warm. Klar, ja. Wobei jetzt sagen wir mal, für uns das Thema Temperatur

02:40:24: waren nicht mal so ganz, da sind wir so gut organisiert, dass es eigentlich ganz gut durchläuft.

02:40:30: Also was nicht passieren darf ist, dass jetzt der, wir nennen ihn immer Spaß, ist aber Muncheng,

02:40:34: das ist der Customer Service, der für uns die Probenvorbereitung macht. Wenn der die Flasche

02:40:39: zu früh aus dem Kühlschrank nimmt, aufmacht und serviert, dann wird natürlich das Produkt

02:40:42: aufwärmer. Da die Panelleiter dann Kontrollblick drauf haben, funktioniert das eigentlich relativ

02:40:48: gut oder eigentlich immer gut. Womit wir eher Probleme haben, sind Gerüche im Glas. Also wir

02:40:54: haben ja neueste Spültechnik mit Osmosanlage und Almpie-Papode, die wird regelmäßig gewattet und

02:40:59: wir haben so ziemlich alles, was es an Qualitätssicherung in diesem Bereich gibt. Da implementiert

02:41:06: kostet eine Schweine, Kohle muss ich auch wieder sagen, also so eine Spülmaschine, weil man sie

02:41:09: richtig wartet in der Gläschleimmaschine, das ist auch kein, kein, kein weniges Projekt. Und

02:41:18: trotzdem, obwohl wir alles machen, was geht, hast du immer mal wieder einen Rek, riecht das Glas.

02:41:24: Und du kennst das ja sehr gut. Und wo riecht, denn da riecht das Glas. Und riecht rein, also

02:41:29: wir hatten, wir hatten Frühjahr in unserem Prozess vorgeschrieben, das Customer Service,

02:41:33: wenn ein neues Rekord in das Glas rein riechen soll, aber das ist quatsch, weil so lange da

02:41:37: kein Getränk drin ist, riecht es ja nicht, meistens nicht, manchmal schon, aber in der

02:41:41: Null von zehn, fänd ich. Diese verdammten Gerüche entstehen ja erst, wenn irgendwie das Getränk

02:41:45: aus der Oberfläche was raus saugt. Und somit haben wir jetzt, hat das ein bisschen verändert,

02:41:52: der Penneleiter, der dann rein riecht, sagt, ob es okay ist. Wenn der das Gefühl hat, dass mit dem

02:41:57: Glas was nicht stimmt, er wird ein neues Rek geholt und er wird neue Gläser eingeschränkt.

02:42:03: Aber die Klimaanlage als solches ist kein Problem, weil dir mehr oder weniger die Nasenschleimhäute

02:42:09: gravierend austrocknet und du dann noch mal eine ganz andere Wahrnehmung hast. Also ich würde

02:42:13: eher bei der Klimaanlage stocken, als bei dem, was man irgendwie ausschwenken kann.

02:42:17: Okay, alles klar. Ich hätte gedacht, es wäre trotzdem ein Problem, dass dieses, aber egal,

02:42:23: das würde jetzt wahrscheinlich... Es gibt, wir haben einen Zufall, der sagt,

02:42:26: wenn die Klimaanlage so lange läuft, kann er nicht mehr verkosten.

02:42:29: Der Mietgänger ist so. Also ich bin immer relativ sin, aber mein persönliches Leid interessiert

02:42:34: dir keinen. Daher, wo persönliches Leid, was ist Wein eigentlich für dich?

02:42:38: Kein Leid.

02:42:40: Aber kannst du Wein in einen Wort pressen? Jetzt auch nach dem ganzen auch technischen

02:42:46: Erfahrungen, die du hast und auch mit der Emotionalität, die du gelebt hast. Gibt es für dich ein Wort für Wein?

02:42:52: Ja, ich glaube, das Wein schon für mich ein... eine Art Lebensgefühl ist. Also ich mag es schon

02:43:05: am Ende eines schönen Tages, wenn man jetzt eine schöne Wanderung gemacht hat und ich gehe

02:43:11: für Fisch, ich habe einen tollen Fisch gefangen oder ich war schief. Also irgendwas, was so schön

02:43:15: ist, dass ich dann gerne noch abends ein Glas Wein trinke und dann irgendwie so nochmal

02:43:19: innehalte und auf dieses Erlebnis zurückblicke und da trinke ich gerne ein Glas Wein. Natürlich

02:43:27: nicht unbedingt ein Bier oder so, das mag ich dann irgendwie, diesen Schluck Wein dazu.

02:43:33: Und damit verlängert das für mich, dieser Weingenuss verlängert so ein bisschen diese Emotionen

02:43:39: oder macht das dann irgendwie nochmal vollendet so und von diesem Kontext gehört irgendwie

02:43:48: Wein für mich so ein Stück zum Leben dazu und dann ist er auch sehr wertvoll. Aber in

02:43:55: ein Wort ist es ein schöner Gedanke. Das ist schwierig. Hast du aber im Prinzip perfekt dekliniert.

02:44:02: Also könntest du dir das also dein Leben doch ohne Wein vorstellen. Nicht nur diesen beruflichen

02:44:09: Aspekt, wo du sagst, okay ist meine Lebensgrundlage, weil ich analysiere jeden Tag Weine oder

02:44:14: ich moderiere Weine, sondern reinformen. Nicht beachtet, du müsstest es gesundheitlich,

02:44:19: aber ist Wein für dich so wichtig, dass es unbedingt zum Leben dazu gehört, wie zum

02:44:25: Beispiel Lesen, Bücher etc., Musik oder was auch immer. Oder sagst du, ne, hatte ich genug,

02:44:31: Spiel habe ich durchgespielt. Wenn es die Gesundheit verlangt, glaube ich.

02:44:38: Ja, das sind immer extrem Zustände, dann kannst du ja mehr oder weniger aufbauen als

02:44:42: immer. Ja, gibt es aber Leute, die können das nicht. Da wissen wir ja auch, sie dürfen

02:44:45: da nicht kein Argument tun. Ja, gut, die haben ein anderes Problem. Und die können

02:44:50: aus anderen Gründen nicht und nicht und sage ich mal aus den schönen Gründen, die wir ja

02:44:55: mit Wein irgendwo dann einher bringen. Was wärst du eigentlich für ein Wein, wenn du

02:44:59: ein Wein wärst? Ein Klopp. Schon irgendwas mit viel Säure, so ein bisschen ADAS in flüssiger

02:45:10: Form. Also immer ein bisschen unter Strom und immer ein bisschen Action und ...

02:45:19: Echt, du bist für mich eine der ruhigsten und gesetzten Leute, die ich kenne. Total.

02:45:28: Du hast für mich auch eine so wahnsinnig ruhige Ausstrahlung und du redest zwar schnell

02:45:32: und auch lebendig, aber für mich rußt du immer, egal wie viel Stress oder Arbeitsanfall

02:45:38: ist oder was auch immer, du hast eine Grundruhe und das finde ich, das wertschätzt dich schon

02:45:42: immer an dir. Daher du brichst mein Christian Weltbild grad komplett durcheinander.

02:45:47: Ja, also was, ich hab so eine, ja ich, oha, jetzt wird es dünnes Eis. Mein Arzt sagt was

02:45:59: anderes genau als du. Es gibt ja schon so, es gibt auch Kollegen, die sagen, ich gehe

02:46:05: manchmal auch ein bisschen sportlich so an Veranstaltungen. Also Vorbereitung ist wichtig,

02:46:07: aber ich hab auch schon, ich hab dann auch manchmal auch eine gewisse Ruhe und ein Gnerdeskrima

02:46:12: alles hin. Und da gab es auch schon Leute, die gesagt haben, Christian, jetzt war ein

02:46:16: bisschen mehr Knallgas und so, wo ich dann denke, so, dann passieren, dann kriegen wir

02:46:21: alles schon hin. Das ist dann wahrscheinlich die Wahrnehmung, die du hast, aber ich kann

02:46:26: auch so, ich bin auch so ein Typ, gerade im Büro, so 7, 8 Bälle gleichzeitig in der Luft,

02:46:35: da ist dann auch schon mal ein Tagesgeschäft. Also dass ich sehr viel in den Gleichzeiten

02:46:40: arbeite und echt auch so getrieben bin und sehr unter Strom stehe und am liebsten dann

02:46:47: auch noch allen gerecht werde und dann kommen halt noch so Anfragen von Freunden. Er kann

02:46:52: es ja machen und wo jeder normale Mensch sagen würde, er, das schaffst du jetzt nicht, hast

02:46:55: dir keine Kapazitäten und immer, ja, krima schon hin mache ich auch noch mit. So und

02:46:58: das bin ich halt auch, dass ich dann eben, vielleicht auf einmal, auf ein, zwei Hochzeiten

02:47:05: so viel tanze. Was ja aber nicht, nichts mit einem Grundgemüt zu tun hat und daher die

02:47:10: Frage, was wärst du für eine Rebsorte? Oder was wärst du für ein Weins? Muss er keine

02:47:16: Rebsorte sein? Ist keine auch eine Gewähne, herkunft, eine Machart, eine gemischte Satz

02:47:21: der Kader Rebsorte. Vielleicht bist du ja ein gemischter Satz?

02:47:24: Also, gemischter Satz samt es, hab ich so gedacht, vielleicht bist du wirklich ein gemischter

02:47:28: Satz? Entschuldigung, ich wollte dir jetzt nichts in den Mund legen. Oh, ich glaube, ich

02:47:36: wär gerne Weltlinie, hab ich. So, schon auch bisschen Aroma, also ein bisschen Pfeffer

02:47:43: ist im Spiel. Holzkangen muss aber nicht, schmeckt zum Essen, also ist auch einer der

02:47:51: was bereichert. So, das, glaube ich, das wäre so, könnte ich mir vorstellen, aber nicht

02:47:56: rot. Also, ich, Christgang, also wenn du mich nach einer Rebsorte fragst, würde ich nicht

02:47:59: auf die Idee kommen, über eine rote Rebsorte nachzudenken. Ich bin sofort gedanklich im

02:48:03: weißen Kontext. Das ist vielleicht auch bezeichnend.

02:48:06: Hm, sehr interessant. Aber wer wird sich gerade bei dieser Frage-Anfort-Nummer

02:48:12: bin, wer wir gerade bei dieser Frage-Anfort-Nummer sind, digital oder analog? Jetzt nicht beruflich

02:48:19: und du brauchst alles digital, sondern rein aus dem Gefühl heraus.

02:48:22: Ich bin totaler Analog, ich lese Bücher, Produkt und bin auch jetzt...

02:48:28: Klar, ich hab ja auch mein Handy permanent im Hand, geht's ja nicht ohne und...

02:48:35: Aber ich hab schon gerne, schon gerne den Buch in der Hand und ich koche auch lieber

02:48:43: als wenn ich mir was zu essen bestelle und...

02:48:45: Ja, ich...

02:48:46: Auch lieber Buch als Film oder ist Film dann doch Inspiration auf einer anderen Ebene?

02:48:52: Ich hab Buch.

02:48:53: Fernseher hab ich nicht, hab ich nicht. Ohne Fernseher.

02:48:56: Ich fand so vielen witzigerweise.

02:48:58: Ich hatte lange Zeit gehabt.

02:48:59: Ich weiß auch nicht, wann ich das...

02:49:02: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal analog Fernsehe geguckt habe, aber ich höre

02:49:06: für ganz vielen, dass Fernsehe abgeschafft wurde und bei mir ist das eigentlich auch was,

02:49:10: was an der Wand klebt und eigentlich schwarz ist.

02:49:13: Ja, der klebt die hier an der Wand.

02:49:14: Was ich auch genieße. Der klebt bei mir an der Wand.

02:49:17: Ja, aber der ist abgenommen, weil das Buchegal woanders hin sollte und das Buchegal passt

02:49:21: nur an der Wand irgendwie oder das sollte dahin, wo der Fernseher hing und der ultragroße

02:49:26: und schicke moderne Fernseher ist seit vier Jahren im Keller und dem geht's da gut.

02:49:32: Ich guck ab und zu mal vorbei.

02:49:34: Wenn ich eine Flasche Wein hole, schau ich mir den Fernseher, da geht's dir gut.

02:49:38: Ja, hab nicht viel zu tun, aber soweit ganz gut und dann lass ich ihn wieder in Ruhe.

02:49:42: Nee, ich brauch das nicht.

02:49:43: Also momentan guck...

02:49:44: Ja, wir gucken mal, wir streamen ja mal irgendwie auf...

02:49:47: Ah, wir ist ja schon lächerlich, dann auf den Laptop gucken wir dann auf den Quatsch.

02:49:50: Aber ich bin ein großer Radiohörer, allerdings dann digital.

02:49:57: Ich höre viel Nachrichten und hab so meine Sendung und die guck ich höre ich dann halt,

02:50:05: so die stream ich mir dann halt rein.

02:50:07: Also das mein ich schon viel.

02:50:08: Tolle Entscheidung, das ist wirklich...

02:50:10: Und auf hier morgens morgens höre ich halt Nachrichten.

02:50:13: Also halt...

02:50:14: Was ist halt die Blingsblume?

02:50:16: Blume?

02:50:17: Hm?

02:50:18: Ich hab ein Lieblingsbaum mit Abstand, eine Lieblingsblume...

02:50:23: Wow, welcher Baum?

02:50:25: Ein Ahornbaum, also das ist...

02:50:27: Ich verschenke auch Ahornbäume, es gibt ein paar Freunde, wenn die das jetzt hören,

02:50:31: wenn die was eigentlich sich freuen.

02:50:32: Ich hab neun...

02:50:33: Du hättest jetzt sagen müssen, ich hab's an einen Freund verschenkt, damit der eine sich

02:50:38: auf den Haufen geführt.

02:50:39: Ich kann von dir was lernen.

02:50:43: Nee, ich hab als Erstklässler vom Fußballplatz kleine Ahornbäume mit nach Hause geführt.

02:50:48: Dann hab die auf dem Balkon meiner Eltern im Blumenkassen gezüchtet.

02:50:53: Fünf Stück?

02:50:54: Ja.

02:50:55: Und zwei sind eingegangen, drei hat mein Vater dann im nächsten Sommer im Garten eingepflanzt.

02:50:59: Der eine ist unglaublich gewachsen, den muss da dann fallen, der andere war eher so klein

02:51:06: und knochig, aber ganz hübsch.

02:51:07: Und einer ganz am Ende des großen Garten, meine Eltern haben sehr großen Garten, der

02:51:10: Wuchs da.

02:51:11: Und dieser Baum ist mittlerweile, lass mich mal überlegen, der ist dann jetzt 40 Jahre

02:51:17: alt, hat einen Durchmesser vom halben Meter, also ein richtig ordentlicher Baum, der ist

02:51:21: der Schrecken aller Nachbarn, weil er gigantische Mengen Laub produziert.

02:51:24: Meine Eltern zählen jedes Jahr die Säcke, diese Kern, also wir sind dann irgendwann

02:51:29: so an die 50 Laubsäcke, die geführt werden und weggefahren werden.

02:51:32: Und dieser Baum ist auch sehr produktiv und produziert jedes Jahr gigantische Mengen

02:51:37: an kleinen Ahornbäume.

02:51:38: 99 Prozent werden von meinen Eltern im Frühjahr rausgehackt, aber in der einen oder anderen

02:51:42: Ecke wächst dann mal einer und die lasse ich dann zwei, drei Jahre im Garten stehen bis

02:51:50: die so einen halben Meter groß sind und die verschenke ich dann.

02:51:53: Ich habe immer mal wieder Freunde von mir, kriege dann einen Ahornbaum.

02:51:56: Toller Gedanke.

02:51:57: Und ich habe auch so mein Freund Klaus, der hat den im Garten, der ist mittlerweile auch

02:52:01: schon beachtlich nach 15 Jahren, also ich verschenke gerne Ahornbäume, es gibt auch

02:52:05: ein paar Ahornbäume, die leider eingegangen sind, weil es einfach zu trocken war in den

02:52:08: letzten Sommern.

02:52:09: Das ist so mein Baum, passt auch ein bisschen zu meinem Lieblingsland Kanada, ich mag Kanada

02:52:14: sehr, ich gehe auch wieder zum Fischen hin, zum Lachsfischen, ist ja dann die Landesflagge

02:52:19: der Ahorn.

02:52:20: Also das ist so mein Baum.

02:52:23: Blume, ich gehe jeden Freitag Blumen kaufen, das ist ein Ritual.

02:52:28: Also schön, ja, Freitag kaufe ich Blumen.

02:52:31: Bist du selber oder kaufst du die dann?

02:52:33: Ich kauf die so, was gerade gibt und dann, was mir gefällt, so in einer Farbkombination

02:52:41: und dann guckt man zu Hause, wie kurz man die dann abschneidet und in welcher Wase die

02:52:44: sich am besten präsentieren.

02:52:45: Das ist so dieses Freitag Ritual, das mache ich eigentlich schon immer.

02:52:50: Manchmal kommt auch was dazwischen, dann gefällt er immer Freitag.

02:52:54: Kanawalmorgens.

02:52:55: Ja, jetzt Kanawalm ist natürlich Strüstier, da haben wir in den Töten geboren.

02:52:59: Die wollen ein bisschen Strüstier, die halten.

02:53:04: Die fangen ich dann genau, aber die kannst du ja nicht sehen.

02:53:08: Ne, also eine Blume, ich finde diesen, da bin ich wahrscheinlich einer der wenigen

02:53:15: im Restaurant, will man die ja nicht lilen?

02:53:16: Ich mag den Geruch von dir hier, ich weiß das im Restaurant, will man sie nicht haben,

02:53:21: weil sie viel zu penetrant riechen.

02:53:22: Meine Freunde finden sie auch nicht so schön, ich finde sie cool, aber traue ich mir halt

02:53:26: zusätzend zu kaufen, ansonsten halte ich es bei Blumen eher so mit der Saison.

02:53:31: Also Blumen schwierig, kann ich nicht so richtig benennen, bauben ganz klar Aachen.

02:53:37: Ja gut, aber mit Liege bist du ja ganz weit vorne.

02:53:40: Welche aktuelle oder historische Persönlichkeit unserer Zeit hat am meisten für den Wein

02:53:45: oder für die Kulinarität getan?

02:53:47: Ja, ich glaube das waren schon so die Jungs um Breuer, meiner Breuer, für die die so

02:53:55: in den End 80, andner 90er, die so damals im Rheingau den Grundstein für das große

02:54:03: Gewächs gelegt haben, mit der Katerbewegung, den Erfolg der großen Gewächse, der ist

02:54:08: ja hinlänglich bekannt und...

02:54:10: Krass, aber dass du die beiden in einem Atemzug nennst, weil die ja völlig konträr gearbeitet

02:54:16: haben und sich trotzdem bereichert haben und gleichermaßen am GG Wunder jeder auf seiner

02:54:24: Ebene gearbeitet haben.

02:54:25: Ja, da kommen wir noch ein paar andere, aber das ist jetzt sehr subjektiv.

02:54:31: Also ich habe die relativ zeitgleich kennengelernt auf der Natur Ende der 90er mit René damals

02:54:37: von Hendrik Thoma organisiert, sind wir so eine Woche lang durch die deutschen Weinbaugebiete

02:54:40: gerast und haben halt die damaligen deutschen Spitzenwinzer besucht und das sind so Persönlichkeiten,

02:54:46: die mir irgendwie besondere Erinnerungen geblieben sind, nebenan dann auch.

02:54:49: Ja, aber ich glaube so die Jungs, die um die Jahr 1000 Wände sich für die großen Gewächse

02:55:00: stark gemacht haben und damit vielleicht auch die Basis für die heutige Qualitätspyramide

02:55:05: gelegt haben, diese haben schon für den deutschen Wein großes bewirkt.

02:55:09: Welcher Koch dürfte, wie gehen wir davon aus, dass er in 40 Jahren noch lebt, bei deinem

02:55:18: Begriebnis kochen und welchen Wein wird es so?

02:55:21: Ja, da muss Clemens kochen.

02:55:25: Okay, Clemens welchen Wein gäbe es und welche Speise gäbe es?

02:55:33: Also Klassiker.

02:55:34: Ja, Klassiker natürlich ist nicht auf seinem Mist gewachsen, ist glaube ich so alt wie er.

02:55:38: Die Tat ist natürlich jetzt ein alter Schuh und alle, es gab ja auch Leute die Schmunzeln,

02:55:44: ich finde es ja einfach genial, sein Vorgängers Tat mit der Creme fraiche und dann Kaviar

02:55:53: drauf.

02:55:54: Ich habe ja, jetzt treffen sie ja ab und zu zum Fischen und dann haben wir mal so in

02:56:00: der Ufterwiese gelegen, da ist man eingedrunken und dann habe ich in meiner Naivität gesagt,

02:56:06: ja diese Tat, das muss ich auch mal probieren und was muss man denn da beachten, da hat er

02:56:10: mich angeguckt, so, Clemens hast du nur alle Latten am Zaun, ich glaube so, du kannst

02:56:14: das.

02:56:15: Also wir reden mal nicht über die Konsistenz der Creme fraiche, weil das kriegst du schon

02:56:21: mal gar nicht in Deutschland, dass ja allein den Röschli so cross-Tag-eintag aus hinzubekommen

02:56:27: ist, ich will nicht sagen 'ne Kunst, aber das ist schon ein richtiges Handwerk, also

02:56:33: die Hamburg hat er mir erzählt, acht bis zehn Sorten Kartoffeln im Keller und gucken

02:56:36: jeden Tag wie der Wassergehalt von welcher Kartoffel ist und machen dann Test.

02:56:40: Ist es so?

02:56:41: Ja, zumindest hat er es mir so verkauft, ich gehe mal davon aus als Kaffee.

02:56:44: Also wenn mir kein Klamot erzählt, er sagt, also es glaubt man nicht, dass du mal so

02:56:47: eben die unterste Schicht dieser Tat hinkriegst in der Konsistenz wie sein Anspruch ist, ich

02:56:53: muss natürlich sagen, ich hätte niemals den Anspruch das so gut hinzubekommen wie er,

02:56:56: aber zumindest in die Richtung wäre ja schon mal cool und dann habe ich mir so gedacht,

02:57:01: mein Gott, ey, was für ein geiles Handwerk, wir hatten es ja heute schon mal, ich finde

02:57:04: ja Köche, die beeindrucken mich ja einmal mehr in dieser Liga.

02:57:09: Ja, das glaube ich ein cooles Gericht.

02:57:12: Das, wenn das alle auf meiner Beernigung essen, das finde ich völlig, das finde ich gut.

02:57:18: Welchen Wein?

02:57:20: Oh.

02:57:21: Gebe es jetzt unabhängig davon, also von dem Passungsgrad dazu oder dem Harmoniegrad

02:57:27: zu dem Gericht, sondern was würdest du gerne servieren, wenn du in großen rohen Mengen?

02:57:33: Ich glaube schon dann doch rot vielleicht, Pino Noir, wird es am Ende dann wohl werden,

02:57:43: irgendwas.

02:57:44: Ja, machen wir hier, Schweiz, Litwahn, Tom Litwahn.

02:57:48: Schön.

02:57:49: So was, also jetzt schon auch ein bisschen herausfordern, ein bisschen auch in seiner Wildheit und in

02:57:58: seiner Säure außerhalb des klassischen Pino Schemas, aber am Ende dann eben doch Pino,

02:58:04: so, das könnte ich mir vorstellen, das ist was, wo ich mich freuen würde, wenn die Leute

02:58:08: daran ein bisschen Spaß haben.

02:58:10: Most overrated Weintool, was ist es für dich?

02:58:13: Also weißt du, was ich über seit Jahren nicht mehr verwende, obwohl es hinter mir hier

02:58:18: am Frank steht, sind Dekantas.

02:58:20: Dekantas?

02:58:21: Du warst gerade zu dich am Mikro, du hast keine gehört, sag doch mal, was du dich seit Jahren,

02:58:26: Dekantas?

02:58:27: Du verwenden keinen Dekantas mehr?

02:58:28: Nein, weißt du, ich habe mittlerweile, also wir haben eine gute große Gläser, ohne dass

02:58:34: ich jetzt Namen nenne, das ist aus strategischen Gründen, du kannst auch, ah nee, du darfst

02:58:39: keine Namen nennen, okay?

02:58:40: Aber du mit zuvielem Glashersteller und so intensiv, dass ich das abgewöhnt habe, da

02:58:43: eine Empfehlung auszusprechen.

02:58:45: Aber die Welt ist voll, du kennst dich ja sehr gut aus Silvio, die Welt ist voll mit hervorragenden

02:58:52: Weinglesern, die so unglaublich viel mit den Weinen machen.

02:58:56: Ich finde es super spannend, wenn der Wein ins Glas kommt und wir in den nächsten Minuten,

02:59:01: manchmal auch in der nächsten Stunde im Glas beobachten, was der Wein so an Facetten

02:59:07: heraus schält.

02:59:08: Und ich habe da so ein Spaß dran, dass ich sage, ich nehme mir eine gewisse Erfahrung

02:59:16: oder eine gewisse Wahrnehmung oder ich nehme mir eine gewisse Phase der Weinentwicklung,

02:59:22: in dem ich den vorher in die Karaffe gebe.

02:59:26: Ich habe die und die stehen hier und die waren hundertfach im Einsatz, aber seit Jahren

02:59:30: irgendwie nicht, weil ich irgendwie denke, guck mal hier, wie verschlossener er ist

02:59:34: und dann sehe ich auf einmal, wow, guck mal jetzt kommt so langsam die Frucht oder das

02:59:38: Holz verändert sich oder was auch, oder ich fange an und stelle drei Gläsern nebeneinander

02:59:42: und gucke mir an, wie die Weine sich in den unterschiedlichen Gläsern, wie die zu mir

02:59:48: sprechen und was da so an Facetten sich herausbildet.

02:59:52: Und das finde ich so spannend, dass ich irgendwie nicht mehr die Kantille.

02:59:57: Das ist völlig voll.

02:59:58: Früher war das so gerade Weißwein, auch können wir ja alle ein bisschen zu Champagner

03:00:02: erwähnt, oh, da braucht es Luft.

03:00:03: Ja, ja, dann kommt es schon her.

03:00:04: Mach mal schon mal.

03:00:05: Und hat sich irgendwie, hat sich komplett gewandelt in meiner Wahrnehmung.

03:00:10: Ja.

03:00:11: Sprich, dafür dich, weil du mit einer anderen Sensibilität letztlich und Beobachtungsfreude

03:00:16: und letztlich auch einfach noch zugehst und nicht alles, letztlich ist ja die Kantille

03:00:19: ja nur das zeitgemäße Element, welches die Weine punktuell zu dem Punkt bringt, wo

03:00:26: wir es einfach haben wollen.

03:00:27: Und wir uns gar nicht mehr die Zeit nehmen, mit Ruhe und mit Besonnenheit, uns auf den

03:00:31: Wein einzulassen, den Wein zu beobachten und aufmerksam bei dem Wein zu sein.

03:00:34: Was wiederum für deine Langsamkeit spricht, was wiederum für meinen Theorie spricht,

03:00:38: ja, ich meine ohne mich da selber zu Bauchpinseln.

03:00:43: Ja, wenn da vier Gäste sitzen und du musst den Wein jetzt auf dem Punkt servieren und

03:00:48: du merkst, oh, das ist aber ein...

03:00:49: Ja.

03:00:50: Und dann ist natürlich so ein Decanter, warum nicht erklären.

03:00:53: Restaurantalltag, unerlässlich, dann ist wichtig, wenn der Wein meist nur eine Chance

03:00:56: hat.

03:00:57: Der wird probiert und der Gast sagt, super, gut oder nicht und der kriegt doch keine

03:01:01: zweite Chance, es wird nicht revidiert, wenn der sagt Scheiße.

03:01:03: Ja, aber wenn wir noch mal auf deine Frage kommen, ich weiß, viele denken jetzt über

03:01:06: hochtechnische Dinge, ich finde einfach so, der Decanter hat sich in meinem Leben irgendwie

03:01:11: erübrigt.

03:01:12: Ja, ein bisschen erübrigt.

03:01:13: Ich schmeiße ihn nicht weg, vielleicht kommt der Tag, wo ich ihn immer wieder brauche,

03:01:18: aber ich brauche ihn aktuell irgendwie gar nicht.

03:01:23: Ja.

03:01:24: Welche Region ist unterbewertet?

03:01:27: Weltweit.

03:01:28: Ja, ja.

03:01:29: Also du kannst auch Thailand sagen oder Japan oder...

03:01:34: Was mir so auffällt in der Zeit ist, ich habe jetzt aus Zufällen heraus ein paar Mal Mittel

03:01:45: reingetrunken und mir ist...

03:01:48: Aus Zufällen.

03:01:49: Ja, es ist irgendwie so, das gab es dann irgendwie...

03:01:51: Ja, das klingt immer so.

03:01:53: Ja, warum?

03:01:54: Ich fass es anders.

03:01:55: Du hast eine Karte und dann ist Mittel rein und ich muss leider...

03:01:59: Ich überblätter es.

03:02:00: Ich bleib jetzt mein Deutschland und dann hast du irgendwie so die Ecken, wo du so hinrenst

03:02:06: und dann denkst, oh, guck mal hier, oh, dieser Jagern von dem, das ist aber...

03:02:10: Das hast du jetzt lange nicht getrunken und dann noch aus der Martinum, guck mal mal

03:02:13: auf das...

03:02:14: Und das bleibst du bei...

03:02:15: Also ich bleib da nicht hängen, es gibt andere Leute, die sehen das anders, aber es gab

03:02:19: jetzt immer mal wieder irgendwie Situationen, wo es das gab und ich immer wieder gedacht

03:02:22: Alter, ist das lecker und vielleicht doch ein bisschen Klimawandel, Gewinner, keine Ahnung

03:02:29: und so.

03:02:30: Und das ist jetzt aber, das ist eine Momentaufnahme, das war so in den letzten Wochen mehrfach

03:02:35: die Situation, dass ich gedacht habe, Christian, dann kannst du auch mal wieder...

03:02:38: Und ich weiß auch, viel im Auto unterwegs und bin dann immer am Mittel rein vorbei gedüßt

03:02:41: und habe mich gefragt, warum hältst du hier nicht mal an?

03:02:44: Was ewig nicht mehr bei einem Mittel rein, kann man sich auch mal wieder machen.

03:02:49: Schön.

03:02:50: Ja.

03:02:51: Welche Auspostel preferierst du?

03:02:56: Ich habe in letzter Zeit wieder von mehr Jura getrunken, weil mich dieses Oxidativ-Wilde

03:03:07: echt anspricht.

03:03:10: Ich...

03:03:11: Auch bei Cremance, wo man ja dann eher so ein bisschen vorsichtig ist, das war das Oxidatives

03:03:17: im Ufobar, ich gebe ja zunehmend viele Champagner, wenn wir da dieses auch so handhaben, aber

03:03:21: da gehört es hin, aus meiner Sicht war, die haben sich ja nie in der Mode angepasst,

03:03:24: die haben das immer so gemacht und jetzt trifft es gerade in den Zeitgeist und da muss

03:03:28: ich sagen, finde ich mich aktuell wieder.

03:03:30: Also das sind so Sachen, wo ich denke, das entspricht meiner Trinklaune.

03:03:35: Das ist ein bisschen wildere.

03:03:38: Ziel und Wünsche?

03:03:42: Im beiden Kontext oder grundsätzlich?

03:03:45: Allgemein überhaupt.

03:03:46: So als Schlusswort, als letzte Frage, als du darfst es noch sagen, bevor wir den Tat

03:03:51: rausholen und den Pinot Noir.

03:03:53: Aber wie gesagt, auch der Zuge, den kriege ich gar nicht.

03:04:00: Ja, das ist Donnerstag.

03:04:02: Ja, das ist Donnerstag.

03:04:04: Ja, weibersfassend.

03:04:05: Also je nachdem waren derjenige, den Podcast zu hören, das ist ja, wir sind eigentlich

03:04:10: zeitlos.

03:04:11: Ja, wir haben ja mit ihm...

03:04:12: Jeder liebt in seiner Welt.

03:04:14: Ich glaube, Reisen ist ein Thema, was ich intensivieren möchte.

03:04:23: Ich merke, dass ich, wenn ich in andere Regionen komme, immer, ja, das Aufsauge und wenn wir

03:04:34: dann Leute begegnen, die viel mehr reisen und die auch mutiger reisen als ich, also

03:04:40: auch mal sich ins Auto setzen und zwei Jahre nicht nach Hause kommen, immer so ein Extrembeispiel,

03:04:44: da habe ich so das Paar kennengelernt.

03:04:46: Wow, kenn ich keinen.

03:04:47: Ich habe ein paar Geogien getroffen, die so sehr, sehr lange unterwegs sind und sehr

03:04:53: ambitionierte Reiseziele hatten und da war ich nur auf so Stationen.

03:04:56: Also diese Menschen haben mich beeindruckt.

03:04:58: Und ich merke in meinem Nutzungsverhalten von Instagram als auch so, wenn wir dann mal

03:05:03: das Laptop aufklappen und irgendwas gucken, dass ich sehr gerne so Reise-Dokus gucke, also

03:05:08: so Leute, die mit ihrem VW-Bus um die Welt reisen oder mit ihrem Motorrad oder ich habe

03:05:12: eine Lesung bei Globetrotter Live erlebt von einem, der mit dem Fahrrad um den nördlichen

03:05:18: Polarkreis gefahren ist.

03:05:19: Das war ein Erfotorgeografiestudent, der es einfach losgefahren Richtung Warsaw, dann

03:05:23: ist er nach Moskau und hat jetzt, jetzt macht er die ganz große Runde und dann war er nach

03:05:27: dreieinhalb Jahren wieder da.

03:05:30: Das fasziniert mich.

03:05:32: Jetzt will ich um Gottes, ich werde das nie machen, weil ich nicht der Typ bin und weil

03:05:36: ich meine Lebenssituation dann nicht reinpasst, vielleicht doch mein Alter und so weiter.

03:05:40: Aber diese Menschen faszinieren mich und ich merke, dass ich, ja ich habe kein Fernwehre,

03:05:45: aber ich würde schon ganz gerne das ein oder andere noch sehen und dabei auch ein bisschen

03:05:52: mehr Zeit haben.

03:05:53: Also abseits der touristischen Fade, so ein bisschen in die Kultur, in die Essens-Trinkkultur

03:05:59: eintauchen und so ein bisschen mehr über das Leben in der großen weiten Welt erfahren.

03:06:05: Das wäre so ein Traum.

03:06:06: Wenn man das dann vielleicht noch so ein bisschen mit meiner Leidenschaft fischen verbinden

03:06:09: kann, also Patagonien will ich mal, das ist noch ein Ziel und so, wenn das alles mal so

03:06:16: vielleicht sich noch realisiert, dann wäre ein Träume wahr.

03:06:19: So habe ich mir das gewünscht und ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß wie ich dabei.

03:06:29: Es ist toll, wenn man auf der einen Seite lachen kann, wenn man Späße machen kann, trotzdem

03:06:33: sehr viel Ernsthaftigkeit transportieren, sehr viel Tiefsinn und sehr viel Gedankenansätze

03:06:37: einfach ausspinnen oder mal darüber nachdenken, wie du so viel in Tiefsinnen kannst.

03:06:41: Mit Christian konnte ich das.

03:06:42: Vielen lieben Dank, dass du unser Gast fasziniert hast.

03:06:44: Danke, dass du aus dem Nähkästchen geplaudert hast.

03:06:46: Danke, dass du uns an deiner für unsere Tätigkeit teilhaben lassen und uns diese Einblicke gewährt

03:06:53: hast.

03:06:54: Vielen lieben Dank dafür, dass du unser Gast fasziniert hast.

03:06:56: Und dass du die Weinwelt, die Sommergewelt einfach ein bisschen bunter machst, mit deiner

03:07:00: besonderen Arten, mit deiner Liebenswürdigkeit.

03:07:02: Und noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, dafür, dass ihr da seid.

03:07:09: Ich freue mich dann wirklich darüber.

03:07:10: Ich freue mich super darüber, wenn ich die Hörerzahlen sehe und ich freue mich darüber, dass ihr

03:07:14: uns die Treue haltet.

03:07:15: Ich würde mich auch sehr freuen, wenn ihr uns bewertet, ob Apple Podcast auf Spotify,

03:07:19: ich weiß gar nicht, ob es irgendwo anders noch geht.

03:07:22: Aber vielen lieben Dank für gegebenenfalls jede Anerkennung.

03:07:25: Und noch ein großes Dankeschön für die Begleitung auf Social Media.

03:07:28: Für mich ganz wichtig, ganz besonders, weil da sehe ich auch euch.

03:07:31: Also es ist keine Einbadstraße, wo ich immer nur Output generiere.

03:07:35: Sondern da kann man interagieren.

03:07:37: Danke für die Nachrichten per E-Mail oder per die MPM oder wie auch immer.

03:07:41: mag es mit euch zu interagieren.

03:07:43: Daher gerne weiter so.

03:07:45: Vielen lieben Dank dafür.

03:07:46: Und natürlich auch ein großes Dankeschön unseren Partner, der Schlumbergergruppe.

03:07:50: Mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnes Konziowini und dem Privatkundenportal Bremer

03:07:55: Weinkolleg für die händische und auch für die wirtschaftliche Unterstützung.

03:07:59: Und dank ihnen dürfen wir nächste Woche wieder eine Episode unserer neuen Rubrik "Somie

03:08:06: & Friends" präsentieren.

03:08:07: Und jedem in der Branche, jedem Somie, bin ich sicher, ist er ein Begriff.

03:08:12: Und für jeden, der ihn vielleicht nicht kennt, will er einfach gerne Weintrinker ist, will

03:08:17: er vielleicht nicht diesen tiefen Einblick in die Branche hat, der kann sich auf nächste

03:08:20: Woche freuen und kann sich darauf freuen, eine ganz besondere Weimpersönlichkeit kennenzulernen.

03:08:24: Ich freue mich sehr auf die kommende Woche und auf Sascha Speicher.

03:08:28: Mein Name ist Jörg Linke.

03:08:43: Ich habe das für Gnügen und die große Ehre, heute ein paar Worte über meinen lieben Freund

03:08:47: Christian Frenz zu sagen.

03:08:50: Christian und ich, wir kennen uns seit 25 Jahren, damals haben wir uns kennengelernt

03:08:55: bei Fischer's Weingenuss und Tafelfreuten, wo er so militärlich war.

03:08:59: Und da war von Anfang an eine große Sympathie da.

03:09:03: Das lag vielleicht auch ein bisschen an meinem nostalgischen Fußball-Trikot, das ich damals

03:09:08: anharte, wie ich ein paar Kartonwein in den Laden geschleppt habe.

03:09:12: Aber auch darüber hinaus war man uns sofort sympathisch und auf einer wählen Länge auch,

03:09:19: was den Umgang mit Wein betrifft, eben dieser Blick immer hinter die Kulissen auf, die

03:09:27: Menschen, die da dahinter stehen, die die Weine produzieren, die die Weine verwagten.

03:09:32: Es war uns immer, beidens sehr wichtig, diese menschliche Komponente, die dahinter steckt

03:09:41: und nicht nur der sture Blick auf das Produkt.

03:09:44: Und so sind wir über die Jahre immer in engem Kontakt gewesen.

03:09:49: Natürlich war für mich immer ein Highlight nach Köln zu kommen, um da gemeinsam Dinge

03:09:57: zu tun, zu essen, zu trinken, zu feiern.

03:10:01: Und umgekehrt war der Christian oder ist der Christian nach wie vor ein sehr gängig gesehener

03:10:09: Gas bei mir in München.

03:10:10: Und bei allen möglichen Projekten, die wir gemeinsam getan haben oder die wir gemeinsam

03:10:21: begleitet haben.

03:10:22: Eines der wichtigsten Projekte, das uns auch sehr zusammengeschweißt hat, war die Blindprobe

03:10:28: oder die Blindprobesensorium, die wir 2006 auf die Beine gestellt haben zusammen mit

03:10:33: einem blinden Freund mit Florian Derobey.

03:10:36: Da haben wir das Ganze ausgetüftelt, das ist ein Wahnsinnsorik-Seminar in völliger

03:10:42: Dunkelheit.

03:10:43: Das Ganze war erst mal als Roadshow konzipiert, wo wir eine große Spazikiste gebaut haben,

03:10:52: 10 Meter lang, 3 Meter breit, 3 Meter hoch.

03:10:55: Und in dieser Blackbox haben wir diese Wein-Degustationen, diese Wein-Seminare in völliger Dunkelheit

03:11:02: veranstaltet.

03:11:03: Damit waren wir in München, in Köln, in Berlin, in Weinhaussteins, in der Steieramark, in

03:11:09: Südtirol.

03:11:10: Später hat das Ganze dann festes Zuhauseinfülls am Schlern gefunden.

03:11:14: Mittlerweile ist es in Köln angekommen bei Christian Frenz und als Highlight 2025 auch

03:11:24: auf der Proveien, wo man einen Seminar teilnehmen kann.

03:11:28: Und das war schon eine sehr, sehr besondere Zeit über die Blindprobe und wie ich schon

03:11:34: gesagt habe, hat uns auch noch mal zusätzlich zusammengeschweißt, dieses gemeinsame Projekt.

03:11:39: Bei allen Hüren, die wir damit übersprungen haben, kann ich mich nicht an irgendwelche

03:11:46: Konflikte erinnern.

03:11:47: Das war immer so ein Konsens und ich denke, das ist auch etwas, was Christian sehr auszeichnet,

03:11:54: dass er immer diesen Konsens sucht, immer diese freundliche menschliche Komponente mit

03:12:04: sich trägt und darüber auch natürlich sehr viele Kontakte geschaffen hat.

03:12:09: Wenn ich alleine an den Verfasser dieses Podcast denke, den ich dankenswerterweise auch über

03:12:16: Christian kennengelernt habe und über dieses Thema blindprobe, aber eben auch viele andere

03:12:22: Menschen, die mir wichtig sind, die eine Bedeutung haben in meinem Leben, wo ich die Kontakte

03:12:29: auch den Christian zu verdanken habe.

03:12:32: Und das ist etwas, was ich wirklich sehr, sehr an ihm schätze, diese verbindende Art,

03:12:39: diese, ja, dieses immer wieder auf andere zugehen.

03:12:43: Und damit ist er für mich einfach eine ganz besondere Persönlichkeit in der Weinbranche,

03:12:54: genau die ich sehr schätze.

03:12:56: Ja, was gibt es sonst noch zu erzählen?

03:12:59: Natürlich seine fachliche Kompetenz und Bestritten in Sachen Wein und damit auch für mich immer

03:13:07: ein guter Ratgeber, wenn ich etwas Weinwissen von Außen brauche, worüber ich auch immer

03:13:17: sehr dankbar bin, wenn er da mit seiner Expertise zur Verfügung steht.

03:13:24: Und natürlich immer wieder bei dem Thema Veranstaltungen, wo er immer ein offenes

03:13:29: Ohr hat und auch die verrücktesten Dinge bereit ist mitzumachen.

03:13:34: Auch darüber bin ich sehr dankbar.

03:13:36: So, jetzt hoffe ich, dass er auch selber mit dem Zufrieden ist, was ich hier so über

03:13:43: ihm berichte und denke, dass es einen spannenden Podcast gibt, wenn sich Silvia Nietzsche mit

03:13:53: Christian Frenz unterhält.

03:13:54: [Musik]