Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit
00:00:00: Hallo, mein Name ist Joachim Frank. Ich bin Journalist und arbeite in der Chefredaktion
00:00:17: als Chefkorrespondent des Kölner Stadtanzeiger. Wir haben über zehn Jahre beim Kölner Stadtanzeiger
00:00:22: mit Romana zusammengearbeitet. Sie kam als Weinkolumnistin zu uns, hat ungezählte Kolumnengeschwieber
00:00:29: über Weine aus aller Welt, spannende Tipps, Neuentdeckungen, Schätzchen, Raritäten und auch
00:00:36: immer den Menschen was erklärt, was mit Wein zusammenhängt. Romana zeichnet eine unglaubliche
00:00:42: Begeisterungsfähigkeit aus, also sie kann die Menschen mitreißen. Als wir sie verabschiedet haben,
00:00:48: hat sie wirklich den Saal gerockt in einer Weise, in der die Kolleginnen und Kollegen, die dabei waren,
00:00:53: dass selten erlebt haben. Was mich mit Romana verbindet, sind viele gemeinsame Projekte.
00:00:59: Also sie hat nicht nur Kolumnen geschrieben, sondern wir haben zum Beispiel eine Serie aufgesetzt,
00:01:04: die hieß "Wein und Sein". Da hat Romana prominente Menschen, die irgendwie eine Verbindung zu Wein
00:01:10: haben, sei es professionell, sei es aus Liebhaberei, Interviewt. Und mir kam dann immer die Freude zu,
00:01:17: das abzuschreiben und in Form zu bringen und ich durfte auch immer dabei sein, habe jede Menge
00:01:22: dabei gelernt. Da waren so spannende Sachen dabei wie Wein zur Gültezeit oder die Suche nach einem
00:01:29: Pomeroll für unter 20 Euro, was sich als recht schwierig erwiesen hat. Wir haben über Klimawandel
00:01:36: und die Folgen für den Wein geredet und wir haben mit dem Trierer Bischof Stefan Ackermann in dessen
00:01:42: Besitz das letzte bischöfliche Weingut ist mit riesigen Weinkellern in Trier da selbst,
00:01:48: also in so einem Kellergewölbe über Wein und Religion philosophiert. Ein ganz besonderes
00:01:55: önologisches Abenteuer waren die regelmäßigen Supermarkt-Weintests, die wir im Sommer oder
00:02:02: insbesondere auch vor den Weihnachtsfeiertagen gemacht haben, um Menschen, die jetzt nicht
00:02:06: wahnsinnig viel Geld für Wein ausgeben wollen und das gewohnt sind vielleicht im Supermarkt und
00:02:10: beim Discounter einzukaufen, gute Tipps zu geben, Empfehlungen zu geben. Und was ich da bewundert
00:02:16: habe war, dass Romana als eine Spitzenzommelier, die in der höchst dekorierten Gastronomie und mit
00:02:23: den teuersten Weinen gearbeitet hat, überhaupt nichts Herablassendes oder Verächtliches gegenüber
00:02:28: dieser Form des Weintrinkens hatte, sondern immer auch nach den Schätzchen gesucht hat,
00:02:33: nach den verworbenen Tipps, aber immer auch erklärt hat, wie es zustande kommt, dass es einen Melofi
00:02:38: 1999 beim Aldi gibt, dem sie dann übrigens manchmal gar nicht so schlecht fand. Aber sie hat eben erklärt,
00:02:44: wie das sein kann, dass Weine so viel kosten und immer auch das Auge drauf gehabt hat, dann
00:02:49: vielleicht doch den Gutswein zu finden, das von einem Weingut hergestellte Produkt, das dann am
00:02:55: Ende des Tages auch nicht so viel teurer ist. Also wir haben viele, viele, viele, ich kann fast sagen
00:03:00: hunderte von Weinen probiert in dieser Zeit und manche Sommeliers zeichnen sich ja dadurch aus oder
00:03:07: viele Sommeliers zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders präzise und blumige Begriffe für
00:03:13: Wein finden, um ihn zu preisen, um ihn hochleben zu lassen. Manchmal muss man auch Begriffe finden,
00:03:19: um wirklich ganz, ganz schlimme Beine eben auch zu charakterisieren. Also was wie Humibärchen oder
00:03:27: Schmecknatterpendien und so, das sind mir dann so auch Erlebnisse, die so in Erinnerung geblieben sind
00:03:33: und Begriffe, die man sich gemerkt hat, auch wenn die am Ende des Tages dann vielleicht nicht zu
00:03:37: vernichten in der Zeitung gestanden haben. Also kurz und gut, mit Romana kann man jede Menge Spaß
00:03:42: haben, man kann unglaublich viel lernen, sie ist ein toller Mensch.
00:04:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
00:04:12: Meine heutige Gästin ist Romana Echensberger, Master of Wine und einen der renommiertesten
00:04:17: Weinexpertinnen. Ihre Spezialisierung in der Biodynamie ist einzigartig und sie vermarkt das
00:04:24: auf eine Weise zu erklären, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Die Chefredakteurin der
00:04:30: Weinsparte des Fallstaff, wohnt in Deutschland durch ihre Anstellung als Sommliere im Brandenburger Hof,
00:04:36: bei Christian Bau im Pearl Nenning und im Restaurant von Dom im Berges Glattbrach bei Joachim
00:04:41: Wissler weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bevor wir gleich ins Gespräch einsteigen,
00:04:46: möchte ich mich bei unserem Partner der Schlumberger Gruppe, mit den Handelshäusern
00:04:49: Segnetz, Konziu Vini, Schlumberger und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollig aufs
00:04:54: allerherzlichste für die händische und wirtschaftliche Unterstützung bedanken. Und nicht zuletzt dank
00:04:59: ihnen ist sie heute hier. Herzlich willkommen, liebe Romana Echensberger!
00:05:03: Du hast mich dermaßen beeindruckt, als ich bei einem Seminar bei der Vivinum im letzten Jahr
00:05:10: bei dir zusätzlich sein durfte und du hast für mich dieses Thema Biodynamie in der Betrachtung,
00:05:17: in der Entwicklung, in allem komplett neu beleuchtet und wie kein anderer und das fand ich so so
00:05:24: überwältigend erklärt, weil ich finde, es kann niemand erklären und ich frag mich immer, was
00:05:29: muss man als Sommi eigentlich über das Thema Biodynamie wissen? Ja, das ist ein interessanter
00:05:35: Punkt, da ich mich ja immer auch für das Thema interessiert. Ich beschäftige mich schon seit
00:05:39: über 13 oder fast schon 15 Jahre mit dem Thema Biodynamie. Ich wollte da übrigens auch meine
00:05:45: Master of Wine Abschlussarbeit darüber schreiben, das ist aber leider, hat das nicht geklappt, weil
00:05:49: damals das Thema noch total kontrovers und auch im Institut sehr negativ behaftet war. Heute
00:05:58: kommt man ja auch nicht mehr daran vorbei. Und ich mich hat immer gestört, auch diese
00:06:05: Kommunikation über Biodynamie, weil es ist total diffus, wenn Leute oft viele können das nicht
00:06:11: gut erklären, das endet dann immer in so einem erkenntnistheoretischen Delirium, wo man danach
00:06:15: irgendwie mehr verwirrt ist, als dass man irgendwann ein Erkenntnis gewinn hat. Und ich wollte
00:06:23: aus der Perspektive an das Thema rangehen mit der Frage, was finden Winzer, die ja an den besten
00:06:31: Universitäten studiert haben und Top-Weine machen und auch finanziell und auch Kapitalisten sind und
00:06:37: hier also auch richtig ein Unternehmen leiten, was finden die an 100 Jahre alten Ideen, die ja
00:06:45: angeblich total bescheuert und esoterisch sind. Das hat mich interessiert. Und in dem Zusammenhang
00:06:52: bin ich dann auf die Agrarhistorie gestoßen und das ist für mich so ein Schlüssel, um die
00:06:59: Biodynamie zu verstehen und auch warum das heute so aktuell ist, weil die Fragen, mit der sich
00:07:06: Steiner vor 100 Jahren beschäftigt hat, sind heute noch so aktuell wie vor 100 Jahren. Das heißt,
00:07:12: wie versteht man Bodenfuchbarkeit und kann man die Arbeit mit der Natur einfach so runter
00:07:21: so so so einen reduktionistischen Blick reicht es aus, um die ganze Zeit der Natur zu begreifen.
00:07:28: Und man sieht ja einfach, dass es nicht ausreicht und das auch, ich muss ja immer ein bisschen
00:07:34: lachen, wenn ich mir Leute sagen, die Biodynamie ist ja nicht wissenschaftlich, dann ergegege ich
00:07:40: immer, ja die Agrarwissenschaft war auch nicht sonderlich wissenschaftlich die letzten 100 Jahre,
00:07:45: weil sonst hätte man zum Beispiel in der Mechanisierung nicht 30 Zentimeter durch den Boden
00:07:50: geackert, einfach ohne zu wissen, was man damit anrichtet zum Beispiel. Da gibt es 100.000 Beispiele.
00:07:56: Und die Biodynamie und auch das, was Steiner da versucht ist, Wissenschaft und einfach die
00:08:05: Geistessissenschaft zusammenzudenken. Eigentlich das, was auch schon Goethe immer versucht hat,
00:08:11: dass man sagt, man kann nicht die Natur immer nur ganz reduktionistisch runterbrechen und dann die
00:08:17: Teile betrachten und daraus einfach den Rückschluss aufs Ganze zu ziehen, sondern es braucht den
00:08:22: Menschen, der die ganze Zeit betrachtet und auch mit so einem Blick darauf die Teile zusammenfügt und
00:08:29: daraus Handlungsanleitungen sich für sich rauszieht. Und das fand ich eben super, super interessant.
00:08:39: Also im Prinzip ist die Biodynamie eine Frage, ob die Erkenntnistheorie, wie wir sie heute haben,
00:08:47: dass wir die Wissenschaft betreiben, sagt, es ist total wichtig, das brauchen wir auch, aber es braucht
00:08:53: auch immer noch den Menschen, der das Ganze in ein Verhältnis bringt und anwendet. Und wenn ist
00:09:00: die aktuelle? Da habe ich zwei Fragen. Zum einen war Steiner der Erste, der es in irgendeiner Form
00:09:04: kombiniert und zum Besten gegeben hat und davor eigentlich die restlichen 8.000 Jahre, wo es
00:09:12: Weinbau gibt, noch niemand. Weil der ja eigentlich der Einzige ist, der immer zitiert wird oder der
00:09:17: immer dargestellt wird. Und zum anderen, wenn ich mich intensiv und ernsthaft mit dem Thema
00:09:23: beschäftigen möchte, reicht es, wenn ich mir die Vorträge, die es ja auch auf YouTube gibt,
00:09:27: aus den 20er Jahren alle anhöre und dann bin ich, so wie du, ein Expertin oder ein Expertin.
00:09:32: Also erstens mal war Steiner überhaupt nicht der Erste, der das aufgebracht hat. Das ist hoch
00:09:37: interessant auch, wenn man sich mit der aufkommenden Agrarwissenschaft in den 1920er Jahren auch
00:09:45: beschäftigt. Da gab es sehr, sehr viele tolle Wissenschaftler, übrigens auch zum Beispiel
00:09:50: Anfang 20. Jahrhundert in Russland, in St. Petersburg, die sich mit diesen Schwarz-Erdelböden
00:09:58: beschäftigt haben und eine Bodenfruchtbarkeitstheorie aufgelegt haben, wenn du das heute liest. Denkst du,
00:10:06: das steht im Parteivokram der Grünen. Also es ist unfassbar. Es hat alles auch verschüttgegangen
00:10:12: und diese Leute sind nicht durchgedrungen mit Bodenbiologie, Bodenphysik, Bodenaufbau, weil
00:10:18: die nichts hatten, was sie kommerzialisieren konnten. Der Grund, warum die Agrarchemie,
00:10:25: die Hegemonialwissenschaft in der Landwirtschaft ist, ist, dass man mit Kunststünger im Produkt
00:10:32: hatte, das man verkaufen konnte. Und als sich die Agrarwissenschaften so formiert haben,
00:10:37: war deshalb einfach der Punkt, wo die dann so richtig sich durchsetzen konnten, weil sie
00:10:44: einfach viel mehr finanzielle Power hatten. Und mir ist auch ganz wichtig, dass sich jetzt
00:10:50: schnell so anhören, oh, das ist jetzt so eine Lobbykacke und so. Ich finde, man muss diese
00:10:56: Sachen kritisch beleuchten, ohne zu urteilen, weil wir können nicht mit dem Blick von heute
00:11:04: Sachen von vor 100 Jahren schlecht oder sagen, das waren alles Deppen und so weiter. Man
00:11:10: muss immer sehen, vor 100 Jahren, wir hatten noch mit Hungersnöten zu kämpfen, die Leute
00:11:15: wollten was essen, die wollten nicht mehr so hart arbeiten, auch wenn es um die Thema
00:11:21: Mechanisierung geht. Kein Mensch will heute noch im Ochsenfuhrwerk irgendwie ein Acker
00:11:26: beackern. Also man muss schon auch immer dann das große Ganze sehen, aber das hilft dann
00:11:32: eben auch, dass man sich kritisch damit auseinandersetzt und sagt, wo sind wir in der Agrarhistorie,
00:11:37: was haben wir da einfach zu weit getrieben und wie können wir jetzt eine Entwicklung
00:11:43: anstoßen, die wieder in eine andere Richtung geht. Und ich spreche explizit von Entwicklung und nicht
00:11:48: von Revolution. Es geht um Evolution und nicht um Revolution. Man kann nicht alles einfach über
00:11:54: einen Haufen schmeißen, sondern man muss einfach zusammen gucken. Alle zusammen in der
00:12:00: Landwirtschaft, wie können wir einfach gemeinsam die Dinge weiterentwickeln und überhaupt nicht so
00:12:06: ein Schwarz-Weiß denken. Das lehne ich in absolut ab. Wir müssen einfach gemeinsam gucken, wie wir
00:12:11: weiterkommen. Ich denke, das ist für die Gesamtheit der Branche auch nicht wirklich gut von jemand.
00:12:16: Dieses, sage ich mal, radikale Schwarz-Weiß-Denken hat das oftmals sowohl von Sonnenseite als auch von
00:12:23: Winzerseite nicht selten gelebt wird, dass man das andere verteufelt und nicht versucht einen
00:12:28: Mittelweg aus beiden Welten zu gehen, weil das ja eigentlich letztlich die Erkenntnis sein sollte,
00:12:33: die uns dann irgendwo auch weiterbringt. Und auch die letzten 50 Jahre, in dem die Industrialisierung
00:12:41: ja radikal vorangetrieben wurde, hat ja trotzdem Erkenntnisse mit sich gebracht, wenn man an dem
00:12:46: anderen vielleicht irgendwo integrieren kann. Und so dieses Reine, natürlich sind jetzt auch wieder
00:12:50: Ochsen und Pferde in den Weidenbergen oder in den Weinfeldern zu finden. Und es gibt viele,
00:12:57: die das vorantreiben oder eben auch gut heißen, Bodenverdichtung etc. Aber es muss ja sowohl
00:13:04: das ein als auch das andere oder je Erkenntnisse aus dem einen, dem anderen vielleicht eine ganz
00:13:08: neue Zukunft bringen. Wie siehst du die Zukunft? Also da ist es auch so, wenn mir jetzt überlegt,
00:13:14: was hat denn die Biodonomie, was kann die für Antworten liefern für die Fragen der Zukunft?
00:13:18: Weil das ist ja die entscheidende Frage. Und auch jetzt mit dem, was du sagst, man kann nicht
00:13:24: mit dem Mindset, das ist da hart für mich auch so bisschen diese Umweltdebatte, wenn man das auch
00:13:31: anschieht. Man kann nicht mit dem Mindset von 1986, Chernobyl und Reinkatastrophe und so weiter
00:13:39: die Probleme von heute lösen. Das ist erstmal für mich ein ganz wichtiger Punkt. Man muss
00:13:44: einfach gucken, wie bringen wir das in die Zukunft? Und man muss auch sehen. Also das ist auch
00:13:52: ein Punkt, was ich an der Biodonomie finde, was ein wichtiger Punkt ist, was wir auch lernen können
00:13:57: daraus und der mich auch total überzeugt. Das Steiner geht davon aus, dass die Welt, wie sie ist,
00:14:04: für den Menschen gemacht ist. Also der Mensch, die Welt ist ein Abbild des Menschen und umgekehrt.
00:14:11: Singulär ohne Betrachtung der Tierwelt und ohne Respekt auf die Tierwelt?
00:14:15: Doch, doch, doch. Es geht immer um Respekt, dass der Mensch innerhalb dieses Dings auch dann innerhalb
00:14:21: dieser einfach eine gute Rolle findet. Am Schluss geht es um die Freiheit des Menschen und Freiheit
00:14:29: aber nicht Ego-Trip, sondern Freiheit in Verantwortung. Und das ist ein Gedanke, den ich total toll
00:14:36: finde, weil was mir man in der Umweltdebatte, auch wenn du so diese Klima-Kleber sag ich jetzt mal oder
00:14:42: diese, da denkt man ja oft, die haben so den Eindruck, wenn es die Menschen nicht geben würde,
00:14:50: wäre die Welt eine bessere. Und das ist ja Bullshit, weil der Mensch, wenn keiner Menschen da
00:14:56: werden, könnte niemand sagen, dass die Welt ist. Und das ist ein Punkt für Steiner, das ist
00:15:02: essentiell bei Steiner. Und das ist eine Idee, dass man sagt, Mensch, der Mensch hat eine ganz
00:15:10: wichtige Rolle, um die Fortentwicklung der Welt weiterzumachen. Wir können auch nicht
00:15:16: konservieren. Also zum Beispiel ist das auch so ein Thema. Die Welt ist immer dynamisch,
00:15:23: auch die Natur ist immer dynamisch, sonst würden ja heute noch die Nussauere hier rumrennen. Es geht
00:15:28: nur darum, dass der Mensch in dieser Dynamik eine positive Rolle einnimmt. Und wie die positive
00:15:35: Rolle aussieht, da wird ständig daran verhandelt und gearbeitet. Und das wird sich immer weiter
00:15:41: entwickeln. Und diese Entwicklung kann man auch nicht einfrieren und stark machen, weil dann geht es
00:15:45: total in die falsche Richtung, weil der Mensch nicht so ist. Es geht immer weiter. Und wenn man
00:15:50: mal so eine Umweltdebatte hört oder auch so, wenn ich jetzt auch so mir das anschaue, was so die
00:15:55: Grünen so machen, dass man fast so diese Umweltdebatte nutzt, so mit der Hintertür,
00:16:03: irgendwie so eine Kommunismusidee, da so ich übertreibe jetzt mal abbewusst, so ein bisschen
00:16:07: so ein Sozialistennummer da durchzudrücken, das halte ich für grundfalsch. Das lehne ich
00:16:12: absolut ab. Und ich finde auch, dass verschiedene Punkte so ein extrem diskutiert werden, was
00:16:19: der ganzen Sache nicht hilfreich ist. Sprich jetzt auch diese Thematik Klimaveränderung. Natürlich
00:16:24: gibt es Klimaveränderungen. Die gab es die letzten, keine Ahnung, 50 Millionen Jahre schon. Es ist nur
00:16:29: grad radikal und falsch, wie der Mensch das Ganze unterstützt und verändert und auch zu einem
00:16:36: nicht kontrollierbaren dann letztlich führt und wir dann wieder darunter leiden müssen. Wir
00:16:41: sollten eigentlich mittelweg finden, dort diese Klimaveränderungen vielleicht zu begleiten oder
00:16:47: eben auch der Lösung draus zu finden und nicht noch so intensivieren oder anzuhalten. Ja, ich
00:16:52: glaube, dass es also einfach ein Thema ist. Es gibt so viele Herausforderungen im Moment. Weißt
00:16:56: du, ich glaube, man kann auch nicht immer nur so eine Sache bedenken, weil der Klimawandel ist ein
00:17:01: Riesenproblem. Wir müssen da auch was machen. Aber andererseits muss man sagen, wenn wir jetzt
00:17:06: unsere Wirtschaft ruinieren und Europa, wir sind der wichtigste Anker in Europa, wenn unsere
00:17:13: Wirtschaft kaputt ist, ist die europäische Wirtschaft am Boden und wenn die Wirtschaft am Boden ist,
00:17:18: werden wir Freiheit und Demokratie nicht erhalten. Und das ist genauso wichtig wie der
00:17:23: Schutz vorm Klimawandel. Wie kann man dann auch in diesem Spielball zwischen diesen
00:17:28: geopolitischen Sachen, man muss das alles zusammen denken, weil ich finde Europa darf
00:17:33: jetzt auch nicht der Spielball zwischen China und USA und Russland werden. Und das werden wir,
00:17:38: wenn wir keine starke Wirtschaft mehr haben, da darf man, finde ich, auch nicht naiv sein. Und das
00:17:43: gilt es gemeinsam zu überlegen und nicht einfach sagen, okay, jetzt schalten wir die Erdumkraftwerke
00:17:48: ab und jetzt finden wir uns ganz toll und hat einfach einen Riesenratenschwanz, nicht bedacht,
00:17:54: der uns total vor die Füße fällt. Also, und das ist die Aufgabe, die wir haben und dass wir nicht
00:18:00: so immer, die Welt ist wahnsinnig komplex und wir müssen versuchen, nicht nur eine Sache zu
00:18:07: bedenken, sondern einem größeren Kontext zu denken. Ich glaube, das Grundproblem auch in
00:18:13: den Diskussionen, keine Ahnung, auf der Straße oder beim Glaswein, ist zum einen dieses
00:18:17: segmentierte Halbwissen, was man hat, was man irgendwie aufgeschnappt hat. Also jetzt sind
00:18:21: nicht nur dieses große klimapolitische, wirtschaftspolitische, sondern eben auch wieder zurückgerollt
00:18:28: in diese Richtung Biodynamie, wo jeder mal irgendwas gehört hat, da wird irgendwas vergraben,
00:18:33: da wird irgendwas weitergemacht. Das ergibt dann irgendwas, was man sowieso nicht versteht,
00:18:37: sondern dass man sich dann mit diesem Thema, und ich finde, das ist auch eine gewisse Grundaufgabe
00:18:41: letztlich, der Sommys mit diesem Thema ein bisschen tiefsinniger beschäftigt, denn nicht ohne
00:18:45: Grund, und das ist ja eigentlich fast auffällig, ist nahezu jeder Topwinzer in diesem Thema
00:18:51: integriert. Also es gibt ja kaum einen Winzer, der noch richtig radikal konventionell arbeitet,
00:18:55: groß Spritz und sonstiges, sondern zumindest 98 Prozent aller Topwinzer, die Weine über
00:19:02: 10 Euro erzeugen, beschäftigen sich mit dem Thema. Wo kann man sich da am besten informieren?
00:19:09: Hast du da irgendwelche Hinweise, Gedanken oder?
00:19:11: Das sind nicht auch wahnsinnig schwierig, weil einem auch so viel Quatsch erzählt wird.
00:19:16: Da muss man auch immer durch dieses Marketinggedöns erst mal durchkommen. Deswegen kriege ich
00:19:22: auch mal, weil du gerade auch noch mal erzählt hast von diesem Ackert in Pferden und so. Da
00:19:27: kriege ich ehrlich gesagt auch immer so ein bisschen einen Anfall, weil ich mir denke immer,
00:19:31: oh, da siehst du so ein Biodynamiekatalog, wie da so ein Pferd durch die Welt ackert,
00:19:36: dann denken viele ja, der Biodynamiker wird am liebsten noch mit dem Faust-Keil hinter
00:19:41: Mamut herrennen, aber das ist Bullshit, weil vielleicht gibt es auch zum Beispiel in Zukunft
00:19:46: Drohnen, die besser spritzen können oder irgendeine agrar technologische Entwicklung,
00:19:54: die der Hammer ist, wo man einfach den Boden nicht mehr verdichten und das, weißt du das?
00:19:58: Dafür muss man total offen sein und dieses Bild vom Ackert Pferd vermittelt für mich was,
00:20:04: was die Biodynamie für mich absolut nicht ist, so ein rückwärtsgewandtes, konservierendes Bild.
00:20:10: Ja, und ja, wie kann man sich gut informieren? Ich glaube, einmal muss sich immer mit allem
00:20:17: beschäftigen. Also, das ist auch so ein Herzensangelegenheit. Also, ich habe mich sehr intensiv mit der Biodoniebe
00:20:24: beschäftigt, aber ich beschäftige mich auch mit der ganzen Weinbranche. Also, zum Beispiel,
00:20:30: ich bin im Tasting-Team für die Lufthansa und da suchen wir auch die Weine zum Beispiel für
00:20:37: die Economy Class aus und da werden wahnsinnig große Mengen gebraucht, die dann im PET-Flaschen
00:20:44: an Bord ausgeschenkt werden und viele Menschen finden es toll, wenn die da an Bord eben aus
00:20:49: der PET-Flasche einen soliden Wein trinken und so ein Wein, wir kann nicht produziert werden,
00:20:55: indem man beim Pferd durch die Weinberge Ackert. Also, weißt du, was ich mein? Aber
00:21:00: das sind wahnsinnige Mengen, das ist ein Riesenhebel, wo man auch was verändern kann. Und da kann
00:21:07: man ja sagen, hey, wenn jetzt die Winzer, die solche Weine produzieren, schon mal keinen
00:21:13: Glyphosat mehr verwenden, dann ist es doch schon mal ein Fortschritt. Und da muss man doch nicht
00:21:17: sagen, jetzt hatte aber irgendwie was weiß ich gespritzt, der kann, der, der, der, man muss
00:21:23: auch immer sehen, wie ist denn die Weinwelt? Und die Weinwelt ist nicht nur, wir trinken jetzt
00:21:29: 60 Euro Barolo, der biodynamisch erzeugt worden ist, sondern die Weinwelt ist riesengroß und
00:21:35: da hängen ganz, ganz viele Existenzen daran. Und ich finde, da muss man sich immer offen mit den
00:21:43: Leuten, die auch solche, also wirklich von A bis Z die Weinbranche im Blick behalten und mit den
00:21:51: Leuten sprechen, was die umtreibt. Und dann, finde ich, kriegt man vielleicht einen Eindruck, wo
00:21:59: irgendwo die Wahrheit liegen könnte. Also auch da wieder im Mittelweg finden und nicht verurteilen.
00:22:04: Nicht verurteilen. Weißt du, du hast auch Erzeuger, die Trauben liefern, die das irgendwie
00:22:12: übernommen haben, schon seit Generationen, die wurden halt dann da, du übernimmst es jetzt,
00:22:18: dann tun die Trauben produzieren. Die haben jetzt nicht in Geisenheim studiert und die haben auch,
00:22:24: zum Beispiel, geh mal nach Bordeaux, wenn du jetzt kein super Gistig Shasti-Château bist,
00:22:30: das sieht es wirklich finanziell und sozial ganz schlimm aus, weil die Leute,
00:22:36: Katastrophal, ja, die leben seit Jahrzehnten von der Substanz, dann sollen die diesen Betrieb
00:22:41: übernehmen, die können den auch nicht verkaufen, weil das keiner, versuchen mal 20 Hektar in der
00:22:49: Cote d'Aubelay oder irgendwie einen Ente de Merf zu verkaufen, weil du kriegst dann auch irgendwas
00:22:54: dafür. Also da werden auch Leute, die dann in Rente gehen wollen, die haben keine Rente,
00:22:58: weil sie einfach das gar nicht mehr kapitalisieren können. Und jetzt diesem Winzer vorzuschreiben,
00:23:04: hey, du nimmst Glyphosat, du bist eine Umweltzao, das finde ich, das ist menschenfeindlich. Also ich
00:23:12: finde, man muss schon, das ist eine Verantwortung, die wir haben, dass wir das ganze Blick, dass man
00:23:17: versucht, wie kann man da weiter machen? Wo sind die Grenzen da oder wie kann man sich dann ernsthaft
00:23:22: mit dem Thema beschäftigen? Zum einen hast du Grenzen, wo du sagst, jetzt diese Weine würde ich
00:23:27: nicht trinken, sowohl nach unten als auch nach oben. Wäre das oder wo sind da die Grenzen jetzt
00:23:32: so direkt gefragt? Und wie gehe ich als, von mir aus auch junger Sommelier, der sagt, okay,
00:23:40: ich möchte eine ernsthafte Weinkarte zusammenstellen, soll ich, wäre ein erster Schritt es zum Beispiel
00:23:45: zu deklarieren auf der Weinkarte, wo ich sage, das sind konventionelle Weine, das sind biologisch
00:23:49: oder biodynamisch produzierte Weine. Nein, das würde ich gar nicht. Was würde ich gar nicht so machen.
00:23:55: Also ich glaube, was ich da eher sehen würde, ist, dass man neugierig bleibt. Also ich habe
00:24:04: oft mal den Eindruck, dass man zu wenig neugierig ist auch in der Branche. Zum Beispiel wenn ich jetzt,
00:24:12: an dem wenn ich sage, ich will Winzern und ich will eine Partnerschaft für Winzer haben, aber ich
00:24:17: will ja auch, dass das meine Karte toll ist und Ausdruck stark ist. Warum geht man nicht immer auf
00:24:22: eine Messe und sagt, okay, ich habe jetzt da drei Tage, zwei Tage probiere ich, was mich, wo ich sage,
00:24:29: das wollte ich schon über. Und einen Tag nehme ich mir für Entdeckungen zu machen. Ich war jetzt
00:24:34: zum Beispiel letztes Jahr auf der Mille Symbiou in Montpellier und das finde ich eine tolle Messe,
00:24:39: weil zum Beispiel da die Stände nicht so aufgebaut sind. So jetzt da sind alle Griechen und da sind
00:24:46: alle Franzosen, sondern da steht halt ein Wein aus Lamprosko, also Lamprosko aus der Emilia Romagna,
00:24:51: die eben einem österreichischen aus dem Vagramm und dann machen die Stände, die sind auch alle
00:25:00: gleich, nach der Anmeldung, wann die Anmeldung reinkommt. Und das finde ich total interessant,
00:25:06: weil du dann auch mal gezwungen wirst, Sachen zu probieren, die du nicht auf dem Schirm hast oder
00:25:12: wo du Vorurteile hattest. Also ich habe zum Beispiel dann ein Lamprosko probiert, der hat mich total
00:25:17: umgehauen, das sieht mich total wahnsinnig aus. Dann komme ich ins Gespräch mit denen, das sagt er,
00:25:22: ja, wir haben eine Genossenschaft geliefert und das hat uns überhaupt nicht mehr gefallen und wir
00:25:27: haben jetzt hier drei und ein halb Hektar und wir machen jetzt diesen Line. Das ist doch mal, weißt
00:25:32: du, da denkst du, Mensch, wenn man jetzt ein Someli hätte, der hat ein kleines Restaurant oder eine
00:25:36: kleine Weinbar und ihr würdet die jetzt hier weine von dem importieren. Das wäre doch eine tolle
00:25:41: Partnerschaft, wo man jemanden, der unternehmerischen Mut hat und einen Change machen will, auch
00:25:48: belohnen kann oder sagt, das finde ich toll, das will ich unterstützen. Und da fehlt mir manchmal,
00:25:53: ist ja auch keine Kritik, man hat auch, ich weiß, ich habe es selbst lange als Someli gearbeitet.
00:25:57: Das ist ja eine wahnsinnige Arbeitsbelastung und dann hat man nicht auch immer noch Antennen
00:26:01: für sowas. Aber das wäre vielleicht mal eine Anregung zu sagen, Mensch, bleibt neugierig,
00:26:08: probiert mal was. Oder auch das Thema Peavies, da beschäftige ich mich. Ich habe jetzt ein ganz
00:26:14: tollen Rotwein probiert, weil ich habe oft mal das Problem. Bei Peavierotweinen ist es oft so,
00:26:19: Kabe ne Sovignon Lastig, dann ist es immer irgendwie, riecht es immer so nach Kassis und
00:26:23: grüner Paprika, aber schon so, das ist mir echt oft schon zu too much und ich habe jetzt so ein
00:26:29: Divico probiert von Theos Wein und Gut. Das ist ein Wein, der ist ein Winzer, der hat gesagt,
00:26:35: ich habe mich damit beschäftigt. Ich wollte einen Rotwein machen, der eben nicht so Kabe ne
00:26:40: Lastig ist und ich bin damit, ich bin in die Schweiz gefahren und habe das probiert und so.
00:26:44: Und jetzt habe ich dann halt ein Hektar gepflanzt und probieren, ich habe von dem Weingut noch
00:26:49: nie was gehört. Und dann dachte ich, jetzt probiere ich jetzt mal, es ist echt toll,
00:26:53: was dieser Winzer macht und das finde ich toll. Die Leute probieren was, die machen was, aber sie
00:26:57: haben oft das Problem, dass sich die Leute nicht dafür interessieren und dann hängt man oft
00:27:02: auch immer so ein, so ein Image nach, dann wird halt ein Weingut ist geheilt und ah,
00:27:07: und jetzt laufen alle dahinterher, dass man da mal ein bisschen neugieriger bleibt. Das würde ich mir
00:27:13: ein bisschen wünschen. Er gilt als flüssiger Bernstein, in dem die Zeit ihren Geschmack hinterlassen hat.
00:27:35: Berm Whiskey und ein Apparateproduzent für Berm Whiskey's Heaven Store. Die Geschichte von
00:27:41: Heaven Store ist nicht nur eine Geschichte, eine Brennerei, sondern ein Zeugnis von Vision, Kunst
00:27:46: und einer tiefen Verwurzelung zur amerikanischen Kultur. Gegründet wurde die Marke von Bob Dylan.
00:27:52: Ja, richtig, Bob Dylan. Einem der einfluchsreichsten Musiker, doch Heaven Store ist mehr als
00:27:58: ein prominenten Label. Es ist ein Ort, an dem Handwerk Innovation und Kreativität so etwas
00:28:02: außergewöhnlichen verschmelzen. Bob Dylan hatte eine klare Vision. Er wollte einen Whiskey
00:28:08: schaffen, den nicht nur durch seinen Geschmack, sondern auch durch seine Philosophie beeindruckt.
00:28:12: Diese Philosophie ist in der Brennerei tief verankert. Heaven Store ist kein typischer
00:28:17: Produktionsbetrieb für eine Spiritose, er ist ein Refugium für Handwerkskunst. Jede Entscheidung,
00:28:23: eine Auswahl der Zutat bis hin zur Gestaltung der Flasche wurde mit Sorgfalt und Leidenschaft
00:28:27: getroffen. Die Brennerei befindet sich im Herzen des amerikanischen Mittleren Westens,
00:28:32: eine Region, die seit Jahrhunderten für ihre Getreideproduktion bekannt ist. Die Auswahl des
00:28:37: Standorts war kein Zufall. Die Fruchtbahnböden und das temperierte Klima bieten ideale Bedingungen
00:28:42: für den Anbau von Rocken, Mais und Gerste. Den Grundpfeilern der bourben Whiskeyherstellung.
00:28:47: Doch Heaven Store geht ein Schritt weiter. Die Brennerei ist jetzt auf lokale Partnerschaften
00:28:51: um sichertzustellen, dass nur die besten Rohstoffe verwendet werden. Diese enge Verbindung zur
00:28:56: Region spiegelt sich in jedem Tropfen des Whiskeys wieder. Ein entscheidender Aspekt der Brennerei
00:29:01: ist ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Heaven Store hat sich zur Aufgabe gemacht, die Umweltbelastung
00:29:08: so gering wie möglich zu halten. Die Brennerei verwendet erneuerbare Energie und effiziente
00:29:13: Wasseraufbereitungssysteme. Darüber hinaus werden die Fässer, in denen der Whiskey reift,
00:29:18: aus nachhaltig bewirtschaften Wäldern hergestellt. Heaven Store benutzt zwei unterirdische Grundwasserleiter
00:29:24: für unberührtes Kalksteinwasser und geothermische Heizung und Kühlung für seine Gebäude. Die
00:29:30: Brennerei baut ihr eigenes Erbstückgetreide an und recycelt proteinreich Brei aus Regierungen,
00:29:36: um Rinder auf den umliegenden Bauernhöfen zu ernähren. Diese Maßnahmen sind nicht nur
00:29:41: umweltfreundlich, sondern tragen auch zur einzigartigen Qualität der Produkte bei.
00:29:46: Die Flaschen von Heaven Store sind ein Kunstwerk in sich. Sie sind mit Elementen aus denen es
00:29:51: Metallarbeiten verziert, die seine künstlerische Vision und seinen persönlichen Stil widerspiegeln.
00:29:56: Diese Kunstwerke, oft inspiriert von den Songtexten, geben dem Whiskey eine visuelle Identität,
00:30:03: die ebenso einzigartiges wie sein Geschmack. Die Kombination aus Kunst und Handwerk macht
00:30:09: Heaven Store zu einem Symbol für die Verschmelzung von Tradition und Innovation. Die Besonderheit
00:30:15: von Heaven Store liegt jedoch nicht in seiner Optik, sondern vor allem in seiner Herstellung.
00:30:19: Der Whiskey wird in kleinen Chargen hergestellt, um die Qualität zu maximieren. Dabei werden
00:30:25: ausschließlich Kupferbrennenblasen verwendet, die für ihre Fähigkeit bekannt sind, die
00:30:30: Reinheit und Komplexität des Distillates zu bewahren. Erst im letzten Jahr wurde der
00:30:35: offizielle Teil der Brennerei im Pleasureville, Kentucky eröffnet. Das malerische Anwesen
00:30:41: liegt auf über 160 Hektar högliegem Land am Six-Migreek und gehörte 1 Squire Boon, dem
00:30:49: Bruder des Legenden-Grenzgänger Daniel Boon. Die Brennerei verfügt über zwei separate
00:30:54: Reiferhäuser. Heaven Store steht für die Essenz der amerikanischen Whiskey-Kunst. Nicht
00:30:59: zuletzt deshalb wurde Ken Pierce, ein Branchenveteran, als Meisterbrenner eingestellt, um das Projekt
00:31:04: vom Design bis zur Distillation zu leiten. Und das merkt man beim Kentucky Straight Riversky.
00:31:09: Die Herstellung des Straight Riverskis unterlegt strengen gesetzliche und technischen Anforderungen,
00:31:14: die sowohl die Qualität als auch die Authentizität des Produktes sicherstellen sollen. Ein Straight
00:31:19: Riversky muss zumindest 51% aus Rocken bestehen. Dies ist der gesetzlich festgelegte Mindestanteil
00:31:25: und dient dazu, das charakteristische Aromenprofil von Rocken sicherzustellen, das durch würzige,
00:31:32: verfrische und komplexe Noten gekennzeichnet ist. Die restlichen 49% der Getreidemischung
00:31:37: können aus Mais, Gerste oder anderen Getreidesorten bestehen. Meistens wird gemelsterter Gerstenanteil
00:31:43: zugefügt, um die Fermentation zu erleichtern, da Gerstenmals natürlich vorkommende Enzyme
00:31:47: enthält, die die Umwandlung von Stärke in Zucker unterstützen. Der Whisky darf bei der
00:31:51: Distillation nicht höher als 80 Vol.% Alkoholgehalt erreichen. Die Obergrenz ist entscheidend,
00:31:56: um die Aromen und Geschmackstoffe des Rockens zu bewahren, die bei höherer Alkoholkonzentration
00:32:01: verloren gehen könnten. Und ein Straight Riversky muss mindestens 2 Jahre in 9 ausgekohlten
00:32:07: weichen Eisfässern gereift sein. Diese Anforderung geht für alle Straight-Klassifikationen und
00:32:13: dient dazu, dem Whisky die typischen Noten von Vanille, Karamell und geräucherten Holz
00:32:17: zu verleihen. Der Whisky darf nicht mit mehr als 62,5 Vol.% in die Fässer gefüllt werden.
00:32:23: Die Beschränkung dient dazu, die in der Aktionsverstehende Silat in dem Holz zu optimieren, da ein höherer
00:32:28: Alkoholgehalt die Extraktion vom Bitterstoff aus dem Holz verstärken könnte.
00:32:32: Nach der Reifung muss der Whisky mit mindestens 40 Vol.% abgefüllt werden, um als Whisky
00:32:37: vermarktet werden zu können. Ein Straight Riversky darf keine Zutatstoffe enthalten,
00:32:41: weder Farbstoffe, Aromen oder Geschmacksverstärker sind erlaubt.
00:32:44: Das kann man nachempfinden, wenn man ihn einmal im Glas hat, dieses intensive Aroma an Orangeschal
00:32:50: und Koriander erinnern. Dieser weiche Gaum, dieser herrliche Schmelz, diese ausgeprägte
00:32:54: Würze, diese Fruchtigkeit, diese Zugänglichkeit, dieser lang anhaltende Komplexe, feinwürzige,
00:33:00: pfeffrige Zimtige und in sanfte Holznoten übergehende Nachgang, der ewig den Gaum
00:33:06: zu streichen scheint. Vielen lieben Dank für dieses besondere
00:33:09: Produkt, für diese Innovation, der Heaven Store Distillery und dem deutschen Importeur, dem
00:33:15: Handelzausch Schlumberger.
00:33:16: Ich dachte, dass die beiden Weine vielleicht irgendwie interessant sein könnten für dich.
00:33:32: Ich wusste auch nicht wohin das Gespräch geht in welche Richtung.
00:33:36: Und zum einen, ich weiß nicht, also den einen wirst du kennen, den anderen wahrscheinlich
00:33:40: nicht oder den anderen hoffentlich nicht.
00:33:42: Da würde ich mich freuen, wenn du ihn nicht kennst.
00:33:45: Alper Gretitschig ist im Prinzip so das älteste Weingut, das es in Walte-Lina gibt und das
00:33:50: besondere ist dabei, dass es in NiBiolo weiß gekältert.
00:33:54: Und ich finde, es war für mich so einer der Vorreiter dieser blonde Noir Bewegung oder
00:34:00: dieser Interpretation, die teilweise eben auch farbübergreifend ist, wo man eine
00:34:05: rote Rebsort weiß kälter, die versucht irgendwie Eigen zu interpretieren, trotzdem zwei Seelen
00:34:12: in einem Weinschlummern hat.
00:34:13: Also auf der einen Seite schon die Charakteristik, teilweise das Arombild eines NiBiolos herauslösen
00:34:20: greifen kann, aber dann trotzdem die Authentizitäten, die Typizität eines Weisfreinens.
00:34:25: Das fand ich so unfassbar spannend dabei.
00:34:27: Total, es ist ein toller Wein.
00:34:29: Wahnsinn.
00:34:30: Also ich mag jetzt, also ich habe jetzt, gestern das Praktische im Winter, finde ich, da kann
00:34:37: man immer alles vor die Tür stellen und brauchen, weil der Kühlschrank bei uns ist
00:34:41: immer so rappelvoll.
00:34:42: Das stimmt, ja, wir haben zwei Kinder.
00:34:44: Da brauchst du auch Futter, ja.
00:34:46: Und jetzt ist es ein bisschen zu kalt.
00:34:48: Ich glaube, den muss man fast ein bisschen wärmer servieren.
00:34:51: Aber es ist ein, finde ich, was ich auch mag, es ist jetzt nicht so ein plakativer Primärfrucht,
00:34:57: sondern es ist so eine feine Dezente, gell?
00:35:00: So eine feine Aromatik.
00:35:02: Ah, toll, ja.
00:35:04: Und auch dieses bisschen Florale.
00:35:06: Ich finde die Aromen auch schwer zu beschreiben.
00:35:11: Also ich bin ganz, ganz schwer zu greifen und man hat dann nicht so dieses typische Arom-Muster,
00:35:15: wo man sagt, oh, da rieche ich jetzt die Himbeere vom NiBiolo raus oder rieche ich halt irgendwie,
00:35:20: keine Ahnung, irgendwelche gelfruchtigen Aromen oder sonstiges, sondern er hat für mich nichts
00:35:24: für jetzt aufgrund dieser ganz leichten Reife, die er hat mit zwei Jahren, als 22er, schon
00:35:29: eine gewisse Fülle, aber auch Leichtigkeit.
00:35:34: Er hat leicht Floralearomen.
00:35:36: Er hat, finde ich, ganz viel Substanz und für mich hat er das, was du vorhin bei der Besonderheit
00:35:43: vieler natürlicher Weine beschreibst, dieses entdeckungswürdige und nicht greifbare.
00:35:48: Genau, wo man so sagt, oh, da kann ich mir jetzt auch ein bisschen beschäftigen mit dem
00:35:52: Wein.
00:35:53: Ich finde das so was Anisartiges, Fenchel, dieses gelfruchtige, aber Orange, Orange ist
00:36:01: auch so bisschen drin, ist auch so bisschen gewürzig auch.
00:36:05: Und ich mag das Mundgefühl von dem Wein.
00:36:07: Ich bin auch eher so ein Struktur-Tränker.
00:36:09: Ich finde, auch in der Weinbegleitung, das ist vielleicht auch noch ein Punkt, den ich
00:36:17: vielleicht bei der Biodynamie noch sagen möchte, dass man da auch mit unserer Art Wein zu beschreiben,
00:36:24: finde ich, auf den Wein nicht gerecht wird.
00:36:26: Weil ich finde, diese Aromenreiterei kommt eigentlich aus so einer industrialisierten
00:36:32: Weinbereitung heraus.
00:36:33: Und wir sollten eigentlich mehr Begriffe finden, um die Strukturen des Mundgefühls eines
00:36:40: Weines zu beschreiben.
00:36:41: Weil alles, was man in der Nase riechen kann, kann man ja im Keller manipulieren.
00:36:45: Aber das, was so ein Mund-Gefühl ist, das kommt irgendwie so aus dem Weinberg.
00:36:50: Und da könnte man sich nochmal mehr Mühe machen.
00:36:55: Ich glaube, da gab es vor ein oder zwei Wochen extrem interessanten Artikel im Dekanter
00:37:02: über diesen Ansatz, dass man sagt, die Nase kann täuschen, der Mund nicht.
00:37:06: Wenn man Wein bewerten sollte, sollte man eigentlich nahezu niemals über die Nase gehen, wenn
00:37:11: man da natürlich auch immer momentane Entwicklungsphasen manipuliert oder nicht.
00:37:17: Aber das Wein es hat, auch verschiedene, nicht unbedingt qualitativ fundamentierte Qualitätsansätze
00:37:26: oder Gegebenheitsansätze des Weines.
00:37:29: Und das ist beim Mund aber nicht so.
00:37:30: Du kannst ihn kaum, du kannst ihn natürlich auch in gewisser Weise schon beeinflussen
00:37:34: durch verschiedene Gegebenheiten.
00:37:36: Aber es ist wesentlich schwerer und es ist auffälliger.
00:37:40: Wenn du am Gaumen, wenn du Säure zusetzt, wenn du keine Ahnung den Wein irgendwie gußertorisch
00:37:47: versuchst zu manipulieren, dann merkt man das eher, als wenn man es eben von der Aromatik
00:37:52: her macht.
00:37:53: Absolut.
00:37:54: Was ich jetzt an dem Wein unglaublich mag, dass es sich im Rachenraum so schön entwickelt.
00:37:59: Du schluckst ihn runter und dann kommt im Rachenraum eben so eine Seidigkeit, so eine
00:38:07: Kalkigkeit, Kreidigkeit.
00:38:10: Diese Gelbfrucht kommt am Rachenraum richtig heraus und hast so eine ganz angenehme feine
00:38:15: Würze.
00:38:16: Der kleidet den mittleren Gaumen sehr schön aus und hast so eine angenehme Balance von
00:38:22: Grip.
00:38:23: Also da hat es so einen schönen Grip auch.
00:38:25: Und die Säure ist auch gut eingewoben, ist auch nicht zu Säurelastik oder so.
00:38:29: Das ist ein ganz toller Wein.
00:38:32: Also danke für diesen Wein.
00:38:34: Großartig.
00:38:35: Super, super gerne.
00:38:36: Und was ich eben toll finde, 11,5 Volumenprozent.
00:38:38: Und das schmeckt man nicht.
00:38:44: Er schmeckt so viel eigentlich, so gehaltvoll, so komplex, so intensiv, so präsent.
00:38:52: Ganz toller Wein.
00:38:54: Bin ganz begeistert.
00:38:55: Die Entwicklung wird großartig.
00:38:57: Also wenn du den heute Abend mit deinem Mann probierst, wirst du nochmal eine ganz andere
00:38:59: Wahrnehmung dafür haben.
00:39:00: Und das finde ich macht ihn in der Tat sehr besonders.
00:39:05: Das war für mich eine große Entdeckung.
00:39:06: Und ich finde, heutzutage werden zu wenig Klassiker probiert oder eben auch besprochen.
00:39:12: Jeder braucht irgendwie was Hippis oder irgendwas, was man noch durch Insta noch mit durchbalantern
00:39:16: kann, wo man sagt, meine Entdeckung.
00:39:17: Und damit meine ich auch nicht, diese Riesenklassiker, wo man dann mehr oder weniger das dann irgendwie
00:39:22: als Flaschenleiche dann noch abfotografiert, sondern die Weine, die gesetzt sind, die für
00:39:28: ein Gebiet stehen, die für einen Stil dann irgendwo auch stehen, die das ganz klar tragen
00:39:33: oder eben auch mit beständig halten.
00:39:37: Die werden zu selten wahrgenommen.
00:39:41: Wolltest du irgendwie auch langweilig erscheinen?
00:39:43: Da rennst du bei mir sowas von offener Tür ein.
00:39:46: Ich bin ein Riesenbordeaux-Fan.
00:39:48: Auch wieder geworden.
00:39:50: Ich habe mir die Zeit genommen, kurz nachdem die Corona-Sache so abgeklungen war, eine
00:39:58: Bordeauxreise zu machen.
00:40:00: Zusammen mit Tobias Lassac, der ist der Bordeauxbeauftragte von Le Grand Ché-de-France.
00:40:07: Und der hatte auch so den Kenne-Ich-Gut-Nin, ich mag den total gerne.
00:40:11: Der ist super, dass wir mal so Weine probieren, "Ups, Off the Beatentrack".
00:40:16: Und ich habe auch gesagt, ich möchte da eine Sache im Biodynamie und das sagt, Mensch,
00:40:19: da gibt es so tolle Weine, mittlerweile kommen und schautet es an.
00:40:24: Und dann waren wir fünf oder sechs Tage unterwegs und ich habe so fantastische Weine probiert.
00:40:30: Ich bin so begeistert.
00:40:31: Die haben alles geändert.
00:40:33: Also wenn man denkt, das ist immer noch irgendwie Robert Parker und ich auch noch mal Holz drauf.
00:40:39: Und es gibt so tolle Weine für überschaubares Geld.
00:40:44: Also zum Beispiel, was ich liebe ist Chateau-Mango.
00:40:46: Das gibt es auch bei Visanteur, glaube ich, hat das ein Programm.
00:40:50: Das ist Todeskini, ist die Familie.
00:40:53: Die haben 80 Hektar arrondiert, ins Sondemilion, an der Grenze, rüber zu Cote Castillo.
00:40:59: 80 Hektar komplett biodynamisch.
00:41:02: Die arbeiten top und da kann es halt irgendwie für 20 Euro, Sondemilion und Cue so geiles Zeug.
00:41:09: Ich war beim Graf Neiberg, ich habe nirgendwo so geile Weinberge gesehen.
00:41:18: Die sind, der ist auch bio.
00:41:20: Das ist so tolle Weinberge.
00:41:23: Die Reben, die waren so vital, die standen da im Saft.
00:41:27: Das war hammerg und die Weine sind geil.
00:41:29: Ich mag diesen Stil, der hat immer so ein bisschen mehr Gerbstopfen.
00:41:32: Das ist so zupackend und so.
00:41:34: Ich liebe Utbarsch Liberal im Puyac.
00:41:37: Also das ist Claire Villard und auch ihr Mann, Gonzac Lodin, der macht du fort.
00:41:43: Vivan Cine-Mango.
00:41:44: Das ist so toll.
00:41:46: Also ich bin ein totaler Bordeaux-Fan.
00:41:50: Und es lohnt sich da wieder hinzufahren und mit offenen Augen da durchzugehen.
00:41:55: Und du kannst...
00:41:56: Und dieser Wein, den du mir jetzt hier geschenkt hast, Chateau-Dépès.
00:41:58: Das wurde damals bei der Klassifikation leider nicht berücksichtigt.
00:42:02: Aber man würde es heute mit dem Bewusstsein relativ hoch einstufen.
00:42:07: Die sind nicht klein, haben 200.000 Flaschen ungefähr, Gesamtproduktion.
00:42:11: Ganz, ganz klassisch eigentlich.
00:42:13: Ich glaube, es besteht so in der Regel aus 45 Prozent Cabernet-Soméon, 44 Prozent mehr
00:42:21: Lodin.
00:42:22: Das ist recht ungewöhnlich auch für Sandra Stéph.
00:42:24: Und der Rest dann eben Cabernet-Front-Pétit-Verdot.
00:42:27: Daher hast du aber diese zwei Säulen, eben auf der einen Seite das Gelett, den Cabernet-Soméon
00:42:33: und dann dieses fleischige Meloge.
00:42:35: Dadurch ist der Wein relativ außergewöhnlich in seiner Reife-Fähigkeit.
00:42:39: 40 Hektar haben sie, recht lehmkies, kalklastig, vom Bodenfundamenten.
00:42:47: Ich finde es für mich so eine ganz, ganz schundmodernere, aber auch sehr authentische
00:42:52: Interpretation eines.
00:42:53: Total.
00:42:54: Und du merkst sofort, Son de Stéph finde ich dieses Erdige.
00:42:56: Finde ich toll, ne?
00:42:58: Das Geheimnisvolle, dieses Trüffelige, bisschen zu Trüffel, Unterholz, bisschen diese Würze
00:43:03: dann drin.
00:43:04: Der hat auch so ein bisschen so was Herbes.
00:43:07: Also ich finde, wenn du jetzt Pouillac trinkst, das ist ja auch, das hat mal der Hütt-Schonsten
00:43:14: gesagt, Cabernet-Soméon schmeckt ja immer total kräftig durch.
00:43:19: Es gibt nur eine Region, wo das nicht der Fall ist und das ist Pouillac.
00:43:25: Pouillac zähmt den Cabernet.
00:43:27: Und du hast eine Süße im Wein, obwohl der Wein Knochen trocken ist, eine Süße, die
00:43:32: nicht süß ist.
00:43:33: Und was ich ansäunte, Steffliebe ist diese herrliche Herbreit, dieses herzhaft Herbe.
00:43:41: Das liebe ich.
00:43:42: Also es ist ein ganz toller Wein.
00:43:44: Was ich interessant fand, ich war vor zwei Jahren da im Bordeaux seit langmals wieder.
00:43:49: Also man muss viel, viel öfters nach Bordeaux allein, wenn die Stadt großartig ist, aber
00:43:52: es gibt auch die Gegner und vor allen Dingen auch die Winzer und die Menschen, da sich
00:43:56: damals erfahren hat, dass 80 Prozent der Weinküter in der Umstellung sind.
00:43:59: Da sind noch nicht komplett zertifiziert, aber es ist ja ein Riesen-Movement, ein Riesenbewegung,
00:44:03: die in Richtung Natürlichkeit dort geht, war auch überrascht von diesem teilweise extrem
00:44:09: spannenden Preis-Leistungsverhältnis, was du eben auch ausgelobt hast, dass du dort
00:44:13: richtige Schätze und Entdeckungen machen kannst.
00:44:16: Da war ich nur in diesem großen Weingut-Bereich, wo es um die 200-500.000 Flaschen geht, sondern
00:44:23: teilweise Weingüter, die auch im kleinen Segment produzieren.
00:44:28: Und was ich jedem ans Herz legen möchte, für mich eines der beeindruckendsten Museen,
00:44:33: war Lisettin, war es halt nicht großartig.
00:44:37: Da war ich noch nicht drin.
00:44:38: Ah, da musste unbedingt, da wird Wein multimedial inszeniert und das so großartig und so verständlich
00:44:44: war für mich so eins, wo ich sagte, boah, warum war hier nicht schon jeder.
00:44:48: Also da haben sie es wirklich verstanden, dieses eigentlich komplizierte Thema Wein
00:44:52: runterzubrechen, attraktiv zu inszenieren, zu gestalten, fand ich ganz großartig.
00:44:57: Also da, wenn du es nicht mal da bist, unbedingt ist ein Muss.
00:45:00: Ja, wir fahren jetzt mit der Familie hin im Sommerurlaub und haben dann auch noch Sulak
00:45:05: fahren und wir fahren mit dem Zug.
00:45:09: Also auch ganz, wir fahren mit dem TGW nach Vize.
00:45:11: Wow.
00:45:12: Ja, mit der Familie.
00:45:13: Ach, krass.
00:45:14: Ja, super, haben wir schon mal gemacht.
00:45:15: Das ist total toll.
00:45:16: Wir fahren mit dem TGW rüber erst nach Paris.
00:45:20: Wir bleiben jetzt zwei Tage in Paris, weil mein Mann möchte unbedingt Notre Dame sehen,
00:45:23: ich möchte es auch sehen, aber er ist auch Hitech, der hat da irgendwie will unbedingt
00:45:27: es da rein.
00:45:28: Ja, natürlich.
00:45:29: Das ist totalismus und dann fahren wir weiter nach Bordeaux und dann wird bei uns ein Auto
00:45:33: da und fahren nach Sulak.
00:45:35: Und ...
00:45:36: Total.
00:45:37: Auch sehr vernünftige Ansatz, also das ist vor allen Dingen ein stressfreier Ansatz.
00:45:40: Total.
00:45:41: Also zwei Kinder, wenn die da hinten im iPad zwölf Stunden zugespielt werden, das ist
00:45:45: ja ordentlich im Sinne der Sache.
00:45:46: Nee.
00:45:47: Und so kannst du entspannt irgendwie noch eine Runde Uno spielen oder kannst du noch
00:45:51: arbeiten oder was auch immer.
00:45:52: Ja, das ist total toll.
00:45:53: Und der TGW ist auch noch verlässlich zeitlich, also da weißt du, der kommt.
00:45:57: Der kommt nicht so wie die Deutsche Bahn.
00:46:00: Ja, genau.
00:46:01: Absolut, absolut.
00:46:02: Aber danke für diesen tollen Wein.
00:46:06: Also ich breche auch eine Lanze für den Bordeaux.
00:46:09: Da sind wir total auf der gleichen Welle.
00:46:11: Schön, dass wir Bordeaux mal wieder neu entdecken.
00:46:15: Nicht auch.
00:46:16: Das ist auch ein bisschen ein Problem, wenn du so Fachbücher kaufst.
00:46:19: Die sind oft lieblos und dann merkst du oft, oh Gott, dann schaust du die Klimadaten an
00:46:24: und sagst, oh Gott, die Klimadaten sind ja noch aus den 50ern.
00:46:27: Hat einer von einem alten Sachbuch, der schon aus einem alten Sachbuch abgeschrieben hat.
00:46:31: Das ist wirklich ...
00:46:32: Alles, was man von Bordeaux aus alten Sachbüchern weiß, kann man wegschmeißen.
00:46:39: Wirklich.
00:46:40: Du musst da neu hin und dich neu inspirieren lassen.
00:46:44: Und wir sind auch manchmal Opfer von unserem Ego, weil dann hat man vielleicht drei Tage
00:46:48: im Bordeaux, aber dann will man ein Selfie aus dem neuen Schreib und Chevrolet Blanc machen
00:46:53: und fährt dann wieder zu diesen ganzen Turbo-Weingütern und hat dann keine Zeit mehr, sich auch mal
00:47:00: mit was neuem zu befassen.
00:47:02: Da müssen wir uns alle an der reine Nase fassen.
00:47:03: Aber die man auch kennen muss, also ich finde, man muss einmal bei Großnässeln vor diesem
00:47:07: Fancy-Schloss stehen oder man muss einmal keine Ahnung auch in den Gärten von in die
00:47:12: Cam gestanden haben und das einfach so um dieses Gefühl und sich auch diese Verbindung und
00:47:17: diese Emotionen auch lebendig zu halten.
00:47:20: Also ich finde, das gehört auch dazu.
00:47:22: Es ist natürlich immer, wo man sagt, muss man das unterstützen und es ist ja Kommerz,
00:47:27: aber doch ja, es gehört zum Stück weiter zu.
00:47:29: Und es sind manchmal auch diese Meilensteine, in denen man sich nach 20, 25 Jahren gerne
00:47:34: noch zurück erinnert.
00:47:35: Total, ja, ja.
00:47:36: Wir leben, also ich finde, Planet Wein ist toll.
00:47:40: Ja, weil du gerade über das Probieren redest, kann man biodynamische Weine schmecken?
00:47:47: Könntest du es heraus schmecken, wenn du zwei, ein konventionell und ein biologisch
00:47:51: und biodynamisch produzierter Wein, ich weiß, das beides kann man auch nicht in einen Top
00:47:55: werfen, biologisch und biodynamisch produziert.
00:47:57: Also jetzt einfach so in dieser Dreierkonstellation, kann man dann Unterschiede rausschmecken
00:48:02: oder worauf müsste man achten?
00:48:03: Ah, okay.
00:48:04: Ich finde, was schmeckt da anders?
00:48:06: Ich finde, da kann man jetzt erstmal so diesfrage technisch beantworten.
00:48:11: Du hast halt im biodynamischen viel weniger, also wenn du zertifiziert bist, viel weniger
00:48:16: Mittel, die du einsetzen kannst.
00:48:18: Und wenn du diese Zusatzstoffe im Keller betrachtest, für was werden die verwendet?
00:48:25: Da gibt es drei Gründe dafür.
00:48:27: Einmal, wenn im Weinberg was schief gelaufen ist, dass du halt irgendwas korrigieren musst.
00:48:33: Wenn du Prozesse beschleunigen willst, weil man jetzt schon den neuesten Wein auf den
00:48:38: Markt bringen will.
00:48:39: Und wenn du den Stil in eine Richtung drücken möchtest.
00:48:44: Das heißt, wenn du, also Sauvignon Bleu ist ein gutes Beispiel, Sauvignon Bleu, Modell
00:48:52: Tutti Frutti machen willst, dann hättest du Schwierigkeiten, das zertifiziert biodynamisch
00:48:58: zu machen.
00:48:59: Du kannst vielleicht biodynamische Trauben erzeugen und dann sagen, okay, die Trauben
00:49:04: sind biodynamisch erzeugt, aber ich will ein Tutti Frutti Cloudy Basestyle machen.
00:49:08: Dann kannst du auch da irgendwie Mittel draufhauen.
00:49:12: Also weißt du, was ich meine?
00:49:13: Es ist ja immer dann so ein Spiel.
00:49:15: Also da könntest du schon mal einmal das so beantworten.
00:49:19: Ich finde die Kunst von biodynamischen Wein oder überhaupt von handwerklich erzeugten
00:49:24: Wein ist es, Trauben zu erzeugen, die in ihrer biologischen Zusammensetzung, also
00:49:30: sagen wir mal Säure, Zucker und so weiter und in ihrem mikrobiologischen Besatz so sind,
00:49:36: dass sie nur noch Schwefel brauchen, um einen komplexen, terrorbezogenen Wein zu erzeugen.
00:49:44: Das ist die handwerkliche Kunst.
00:49:46: Und das ist für mich auch so ein bisschen das Geheimnis von Biodenamie, wenn man dann
00:49:51: so Spitzenweine erzeugt, dass das der Anspruch ist.
00:49:54: So, das ist mal vorausgeschickt.
00:49:56: Jetzt darf man wieder mit dem Brechstange diese Sachen anwenden.
00:50:03: Es gibt mal Probleme im Weinberg.
00:50:05: Da kann auch der beste Winter ist nicht gefeiert davor, dass du ein regnerisches Jarrah hast.
00:50:10: Wir sprechen ja vom Klimawandel, du hast regnet, es schimmelt alles.
00:50:13: Keine Ahnung, dann ist es ja vielleicht doch besser, man nimmt mal eine Reinstuchthebe,
00:50:18: anstatt dass man das jetzt vielleicht irgendwie total umher werden lässt.
00:50:21: Da muss man wieder so sein.
00:50:23: Aber jetzt nochmal auf die Frage zurückzukehren, kann man es schmecken.
00:50:26: Ich finde ja, die Weine haben für mich nochmal mehr Lebendigkeit.
00:50:31: Die behören mich nochmal anders und ist es jetzt so, dass ich nur noch biodynamische
00:50:38: Weine trinke oder verurteile ich jetzt andere absolut nicht, weil ich halt auch sehe, wie
00:50:45: der Markt funktioniert.
00:50:46: Und ich finde, man muss auch ja da vielleicht ein Stück weit auch aufpassen, dass wir uns
00:50:51: nicht total verrennen.
00:50:52: Wir haben ja auch allgemein die Thematik, dass immer weniger Wein getrunken wird.
00:50:58: Das bringt die Weinbranche jetzt auch richtig in Druck.
00:51:02: Die Zahlen gehen ja weltweit zurück.
00:51:04: Es gibt eine riesige Anti-Alkohol-Lobby.
00:51:08: Und wir müssen halt auch gucken, dass wir junge Leute und Wein-Einsteiger für Wein
00:51:15: begeistern.
00:51:16: Und ich weiß nicht, das ist eine Frage, die ich mir darstelle.
00:51:22: Und da habe ich auch noch keine abschließende Antwort gefunden.
00:51:24: Wenn wir jetzt das alles so auf die Spitze treiben und sagen ja, nur natural Wein und
00:51:29: so organic und nur, können wir da Leute ansprechen, die sich noch nie mit Wein beschäftigt haben?
00:51:37: Oder müssen wir vielleicht auch eher so Crowd-Pleasing-Weine auch machen, um Leute für das Thema Wein
00:51:43: zu begeistern?
00:51:44: Erst mal so einen Einstieg zu schaffen.
00:51:46: Es ist interessant, irgendwie auch zu entlocken, dass jemand, der Holunda Blüte schmecken möchte,
00:51:51: auch Holunda Blüte schmeckt, die identifizieren kann und sagen kann, okay, so was kommt auch
00:51:56: im Wein.
00:51:57: Wie kommt das da rein?
00:51:58: Wie kann man jemand eine Holunda Blüte reinfallen lassen?
00:52:00: Nein, das kommt aus der Traube und eben dieses ganz, ganz Bodenständige erklären, was man
00:52:05: zum einen selber ja irgendwann gelernt hat, aber ja auch tagtäglich im Restaurant dann
00:52:09: irgendwo praktiziert.
00:52:10: Aber letztlich ist es mehr eine Gefühlssache, wenn ich das hinter richtig interpretiere,
00:52:15: mit dem Schmecken eines biodynamischen Weines als wirklich explizit, dass ich sage, der
00:52:20: muss immer nach Schachtelheim schmecken.
00:52:23: Dann weiß ich, das ist ein Blabberblabber.
00:52:26: Ja, ich finde das eine gefühlssache.
00:52:28: Also so was.
00:52:29: Gibt es da für dich eine Preiseorientierung?
00:52:32: Weil es klingt ja immer so, als wäre dieser Gesamtaufwand bei einem doch naturorientierten
00:52:39: Wein, wenn man dem produziert höher wäre, als wäre der höher als bei einem konventionellen
00:52:45: produzierten Wein, wo ich einfach mehr oder weniger mit mittelchen arbeite.
00:52:50: Das wird ja irgendwo dann auch wirtschaftlich umgelegt oder sollte wirtschaftlich umgelegt
00:52:54: werden.
00:52:55: Wo wäre für dich da ein Preis, wo du sagst?
00:52:58: Ich glaube, es kommt auch auf die Reaktion darauf an, wo du bist.
00:53:01: Also ich sage mal, wenn du…
00:53:02: Das ist ganz wichtig für dich.
00:53:03: Das vergisst man.
00:53:04: Vergisst man auch.
00:53:05: Total.
00:53:06: Dass halt in Südspanien wesentlich einfacher ist, sich biologisch zertifizieren zu lassen
00:53:10: als an der Art.
00:53:11: Genau, absolut.
00:53:12: Wo du steil lagen hast und so weiter.
00:53:14: Also das ist auch so.
00:53:18: Das muss man sich eher fragen.
00:53:19: Ich glaube aus Chile gibt es glaube ich…
00:53:21: Das müssen wir nochmal nachrecherchieren.
00:53:23: Das ist ja auch das größte biodynamische Weingut.
00:53:26: Da kannst du ein Cabernet Sauvignon, das ist ja auch noch beispielsweise eine Traube,
00:53:29: die viel weniger anfällig ist.
00:53:31: Und da kannst du auch mit der Maschine lesen, weil Cabernet Sauvignon mit der dicken Schale
00:53:35: qualitativ völlig okay, sage ich jetzt mal.
00:53:39: Und dann kannst du im Bio-Laden, im Bio-Supermarkt, im guten chilenischen Cabernet Sauvignon
00:53:46: schon für 6-7 Euro bekommen.
00:53:47: Also wenn du sagst, ich will jetzt einen Riesling haben oder ich will jetzt einen Pinot Noir,
00:53:54: die viel empfindlicher ist, mit einem affengeiles Zeug aus dem Elters probiert, dann ist das
00:54:00: irgendwie eine Grand-Grühlage, Steilhang, dann hast du die Schanklone, die wenig Ertrag
00:54:05: liefern, die viel mehr Aufwand brauchen.
00:54:08: Dann muss man halt da einen anderen Preis ansetzen.
00:54:12: Ja, ich glaube so muss man es sehen.
00:54:14: Was soll man sehen?
00:54:15: Die Zertifizierung, was ja ganz viel extrem diskutieren, die einen sagen, okay, ich arbeite
00:54:20: so, aber ich möchte mich nicht zertifizieren lassen, um eben in den gewissen Jahren, die
00:54:25: du vorhin geschildert hast, auch flexibel zu sein und auch eingreifen zu können, dass
00:54:29: mir nicht mein Jahres-Ertrag dann irgendwo flöten geht.
00:54:32: Auf der anderen Seite sagen viele, es gibt zu viele Tricksereien und entweder lebst du
00:54:37: es oder lebst du es nicht.
00:54:39: Dann eben auch welche Art der Zertifizierung, da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten,
00:54:44: sich zertifizieren zu lassen.
00:54:45: Das lässt denjenigen, der sich nicht intensiv damit beschäftigt, manchmal auch so ein bisschen
00:54:49: ratlos zurück.
00:54:50: Wie siehst du das?
00:54:51: Ist das unabdingbar, sich zertifizieren zu lassen?
00:54:54: Ja, das ist jetzt auch eine super spannende Frage, die du mir da stellst.
00:54:57: Also ich glaube, Zertifizierung ja oder nein, es gibt so einen Knackpunkt, an dem sich jetzt
00:55:03: auch entscheidet, wie die Zukunft der Biodenomie ist, ist, ob Kaliumphosphonate wieder zugelassen
00:55:08: wird.
00:55:09: Weil das hat man ja bei einem Bio-Anbau mal erlaubt.
00:55:12: Das ist ein Mittel, das hilft gegen falschen Mehltaus, den man ja sonst nur mit Kupfer
00:55:19: bekämpfen kann.
00:55:20: Und Kupfer ist ja ein Kontaktmittel, was dann, wenn da irgendwie 18 Milliliter Regen kommen
00:55:26: wird, das abgewaschen, du musst es neu auftragen.
00:55:28: Und es gibt Jahre wie Jahre, 21, wo Bio-Winzer halt dann über 20 Mal spritzen müssen.
00:55:35: Und da muss man sich dann echt fragen.
00:55:37: Ist das jetzt noch Bio?
00:55:39: Das ist ja die große Achillesferse.
00:55:42: Und da kann man jetzt aber auch die Bio-Winzer nicht in die Pfanne hauen, weil es so eine
00:55:48: Lobby-Interessensgeschichte ist.
00:55:50: Da haben auch die Bio-Verbände geschlafen, als man das Kaliumphosphonate, v.a. von der
00:55:55: Europäischen Union da rausgestrichen hat.
00:55:57: Und jetzt sind die Verbände eben dran, mit Druck auch in der Europäischen Union, jetzt
00:56:03: das wieder reinzubekommen, als Mittelumhalt eben den falschen Mehltau damit auch zu bekämpfen.
00:56:11: Und jetzt eben auf diese Zertifizierung zu sprechen zu kommen.
00:56:16: Also die Zertifizierung haben ja verschiedene Funktionen, einmal auch zu sagen, hey, wir
00:56:20: nehmen die Sache ernst.
00:56:22: Es ist auch so, dass man damit auch, wenn man jetzt bei so einem Verband sich zertifizieren
00:56:27: lasst, auch die Verbandsarbeit unterstützt.
00:56:31: Das ist schon auch wichtig, dass man politischen Einfluss dann hat, weil sonst, ich weiß nicht
00:56:37: in Brüssel, wie viele Lobbyisten da rumschwirren.
00:56:40: Da ist schon gut, auch wenn die Bio-Verbände mit ihren Themen und ihren Anliegen auch
00:56:45: dort gehört werden.
00:56:47: Und diese Arbeit muss finanziert werden, das geht nicht anders.
00:56:51: Und andererseits muss man aber schon die Frage stellen, wie so Zertifizierungen sind.
00:56:57: Und da komme ich wieder von dem Mindset 1986.
00:57:00: Also, EcoVin wurde 1986 gegründet und was war das für eine Zeit?
00:57:05: Das war die Zeit der großen Umweltbewegung.
00:57:07: 1986 ist Chernobyl in die Luft geflogen.
00:57:11: Es war die Sandusreinkatastrophe, wo irgendwie Chemieumfall, die Fische sind nur noch rückwärts
00:57:16: in die Nordsee gekommen.
00:57:17: Und diese Zertifizierung atmen diesen Ungeist des Misstrauens.
00:57:24: Also, man geht immer so davon aus, die Leute sind die größten Umweltverbrecher und eigentlich
00:57:31: wollen sie alles totspritzen und alles vernichten.
00:57:34: Und nur wenn wir jetzt hammerhart alles aufschreiben, kriegen wir die dazu, dass sie auch das einhalten.
00:57:39: Und da frage ich mich, ich übertreibe jetzt mal auch ein bisschen, da frage ich mich, sind
00:57:44: wir heute nicht schon viel weiter?
00:57:46: Es ist in Zeiten, wo Klimawandel ist und wo wir Probleme haben, da regnet es einmal
00:57:53: wie Hölle und dann regnet es wieder drei Monate gar nicht, ist es wirklich den Winzern
00:57:59: und auch den Landwirten nicht bewusst, dass Boden total wichtig ist, um überhaupt ekonomisch
00:58:05: wirtschaftlich zu sein?
00:58:06: Und da glaube ich, dass wir heute im Mindset von den Leuten viel weiter sind und dass wir
00:58:15: viel mehr vertrauen wagen.
00:58:22: Und auch die Winzer entlasten von dieser Bürokratie-Wahnsinn, weil das hat sich so
00:58:26: verselbstständig, dass wir nur noch irgendwelche Formulare ausfüllen und Excel-Tabellen und
00:58:32: irgendeinem Bullshit.
00:58:33: Das Pendel ist so in diese Richtung gelaufen, dass man sagt, hey Leute, weniger Dirigismus
00:58:41: wagen und Kontrolle ist gut.
00:58:45: Wir könnten uns aber auch mehr Vertrauen jetzt mal leisten.
00:58:48: Und in dem Blickpunkt müsste man mal die Zertifizierung auf dem Prüfstand stellen, auch wenn man
00:58:55: jetzt auf den Hof geht und sich das anschaut, wie arbeitet der Winzer, das nicht mit so
00:59:04: Kontrolle, jetzt Schulaufgabe schreiben und dann kriegst du eine Sex-Unfälzdurch, sage
00:59:08: ich jetzt mal, sondern auch mit so einem Blick drauf gehen, hey, was kann der Winzer denn
00:59:13: besser machen?
00:59:14: Könnte man ihm denn helfen, so ein Betriebsgespräch führen, zu sagen, ich finde supergeil, wie
00:59:22: du jetzt die Kompostwirtschaft machst, aber hast du dir mal überlegt, da und da, was weiß
00:59:28: ich, könnte man was einsparen oder da und da könnte man mit einer kleinen Investition
00:59:34: dir die Arbeit erleichtern und das wäre auch umweltfreundlicher.
00:59:37: Zum Beispiel, so könnte man ja auch Zertifizierung gestalten, dass es Hofgespräche sind, die
00:59:45: auch eine Entwicklungsmöglichkeit bieten, die auch nützlich ist, dass man das irgendwie
00:59:50: anders denkt.
00:59:51: Das machen die Organisationen auch nicht, also die gehen auch nicht auf den Hof und beraten
00:59:57: begleiten, sondern kontrollieren auch nur und vergeben entweder ein Stempel oder nicht.
01:00:01: Genau, so habe ich das auch, ja.
01:00:03: Also da ist echt noch Luft nach oben, ich glaube, Demeter macht das auch ein Stück weit
01:00:07: und EcoVin macht das ein Stück weit, aber da ist definitiv noch Luft nach oben und
01:00:11: wir müssen vom Bürokratie entlastet werden, weil das, den Unternehmergeist und die Kreativität
01:00:18: erstickt, man erstickt darunter und das soll so nicht sein.
01:00:25: Aber ist das etwas, wo ich als Sominie darauf achten sollte, ob da ein Label hinten dran
01:00:31: klebt oder?
01:00:32: Ja, das ist schwierig, also.
01:00:33: Oder nicht.
01:00:34: Das ist ja manchmal so eine erste Orientierung, wo man vielleicht auch sagtlich unterstützt
01:00:37: das Gesamtkonzept und ich versuche diejenigen, die sich da mit einer ganz anderen Ernsthaftigkeit,
01:00:43: ich möchte ja in anderen keinen Ernst absprechen, aber es ist ja doch ein zusätzlicher Aufwand,
01:00:47: sich da zertifizieren zu lassen, die Formulare auszufüllen, diesen dreijährigen Weg zu
01:00:52: gehen, sich so offenbaren offen zu legen.
01:00:55: Es ist sehr wahnsinnig viel Arbeit, um letztlich das zu erzählen, was man vielleicht aus einem
01:00:59: intuitiven Heraus auch machen würde, sollte man die nicht unterstützen, in dem man ganz
01:01:03: einfach diese Weine nimmt, auf die Karte nimmt und das kritisiert.
01:01:06: Also ich finde, wenn der Winzer sagt, er ist biodynamisch, dann soll er sich bitte auch
01:01:10: zertifizieren.
01:01:11: Sonst soll er es einfach nicht sagen.
01:01:13: Das ist mein Anliegen.
01:01:14: Also so würde ich das machen, so sehe ich das, weil das wäre auch einfach, finde ich, auch
01:01:20: schwierig für die Leute, die dann die Arbeit auch machen und die auch den Beitrag bezahlen,
01:01:25: damit Lobbyarbeit passiert, damit wir auch im Bio-Anbau auf EU-Ebene da auch weiter kommen.
01:01:34: Also das gehört dann auch dazu.
01:01:38: Und andererseits hätte ich schon auch einen Wunsch.
01:01:40: Ich habe jetzt ein sehr tolles Gespräch mit Axel Neiss gehabt, den ich sehr, sehr schätze.
01:01:45: Das ist Weingut Ludi Neiss.
01:01:46: In der Pfalz findet es einen ganz tollen Unternehmer auch, der ist ja jetzt CO2-neutral zertifiziert
01:01:53: und er ist ein großer Verfechter von Fair & Green.
01:01:56: Und er wird ja oft auch in der Branche schnell so der Stab gebrochen, er heißt, wir alles
01:02:01: Greenwashing.
01:02:02: Aber ich habe mich dem wirklich auch mal sehr lange unterhalten und er hat mir das auch
01:02:06: alles gezeigt.
01:02:07: Der hat damit angefangen mit dieser Fair & Green Zertifizierung, ist ja im Betrieb der
01:02:13: relativ große, ich weiß nicht genau, zahl aber ich glaube, an die 40 Hektar hat der
01:02:18: und der produziert zum Beispiel auch so Literware, die ja auch in der Pfalz, in der Gastronomie
01:02:23: unglaublich wichtig ist.
01:02:25: Weißt du, da treffen sich die Leute, da gibt es halt einen Doppelglas mit sonst was,
01:02:29: irgendwie Schorle oder sonst was.
01:02:31: Das heißt, da werden ja Mengen produziert, die auch zum bestimmten Preispunkt auch treffen
01:02:36: müssen.
01:02:37: Und er sagt, das war für ihn so augenöffnet mit Fair & Green, weil die sind da zum Beispiel
01:02:41: durchgegangen und da wird ein punktesystem kreiert, da schaut man sich an, auch bei den
01:02:48: Spritzmitteln, wie giftig sind die?
01:02:51: Das ist zum Beispiel das Kaliumphosphonat, der hat null Punkte, weil das irgendwie gar
01:02:56: nicht giftig ist.
01:02:57: Und dann hast du halt irgendwie keine Ahnung, so ein Mittelchark, also wenn es schon so
01:03:01: ein Mittelchark heißt, wie so Haifisch, ich glaube, der ganze, irgendwie, ganze Dörfer
01:03:07: er vergiften damit.
01:03:08: Also das hat dann irgendwie so, sag ich mal, ich kann jetzt den genauen Zahlen nicht, aber
01:03:12: sagen wir mal 100 Punkte.
01:03:13: Und er sagt halt, das hat ihm total geholfen, dass da so, weil du bist ja oft, also wenn
01:03:19: es auch betriebsblind, du Acker hast, du fährst auf 115 Messen, dann musst du noch hier und
01:03:23: Hofwesern so.
01:03:24: Dann kam eben dieser Berater ins Haus und hat gesagt, guck mal, du kannst die mit dir
01:03:29: im Mittel austauschen, dann hast du die Toxiditätslast schon mal total runter reduziert.
01:03:34: Und das ist doch schon mal ein Anfang, dass man sagt, hey, bei diesen Flächen, die für
01:03:39: eine Literware, da hat man jetzt schon mal einen Pluspunkt.
01:03:43: Und dann ging es so weiter und so weiter und er sagt, es hat ihm total geholfen, seinen
01:03:49: Betrieb weiterzuentwickeln und er ist jetzt mittlerweile biozertifiziert, weil das für
01:03:54: ihn dann am Schluss noch nur noch so ein kleiner Schritt war.
01:03:57: Und ich finde, das ist eine tolle Geschichte, oder?
01:04:02: Dass man sagt, du...
01:04:03: Der Einstieg einfach zu wagen und dass nicht die große Hürde, sondern das Step by Step
01:04:07: absolut.
01:04:08: Und dein gewusstsein für Öffene.
01:04:10: Und dem nehme ich das auch ab.
01:04:12: Das ist ein ganz ehrlicher Typ und dem nehme ich, für den will ich die Hand ins Feuer legen.
01:04:17: Ja, genau.
01:04:18: Und du kannst auch zum Winzern nicht gehen, du hast 40 Hektar, du verkaufst einen Großteil
01:04:23: in Literware zum günstigen Preis, du musst jetzt bio, sonst bist du die Umweltsau, das
01:04:28: ist doch nicht realistisch, oder?
01:04:30: Gibt es...
01:04:31: Da kann man doch gar keinen Urteil fehlen.
01:04:33: Verstehst du, was ich meine?
01:04:34: Da sind wir oft sehr schnell zu sagen, äh, äh.
01:04:37: Sondern das fand ich einen sehr, sehr interessanten Punkt, der mich sehr beeindruckt hat.
01:04:41: Gehe ich ganz, ganz doll mit oder bin ganz doll bei dir.
01:04:46: Dieses schwarz-weiß-denken, was man eben oftmals hat, resultiert meistens, glaube ich,
01:04:50: auch aus der Überforderung.
01:04:51: Ja.
01:04:52: Die sowohl auch Somnys als auch Winzer haben, weil sie halt unglaublich viel leisten müssen.
01:04:55: Genau.
01:04:56: Dann doch schnell irgendwie sich quer informieren müssen und dann ist dieses, ähm, da brauche
01:05:02: ich schnell eine Meinung für und dann wird irgendwas herkonstruiert, was vielleicht
01:05:07: auch kein, kein tiefen Verständnis, noch nicht mal Wissen, sondern Verständnis für
01:05:11: die andere Seite, für die andere Branche oder für die Mitmenschen dann irgendwo hat.
01:05:15: Also das, was du vorhin eigentlich auch schon mehrfach gesagt hast, einfach diese Offenheit,
01:05:19: dieses Graudenken zwischendrin und sich vielleicht nach und nach und nicht mit dem Brecheisen
01:05:26: dort durch diese, diese Thematik zu kämpfen.
01:05:34: Egal ob Dry Generary, ob die Fastenzeit, das Auto fahren oder ob es der schönste Grund
01:05:51: ist auf Alkoholsversichten, die Schwangerschaft gibt es hier die gute Nachricht.
01:05:55: Auch wenn man auf den Alkohol verzichten muss oder möchte, muss man nicht auf den Geschmack
01:05:59: verzichten.
01:06:00: Alkoholfreie Weine waren viele Jahre keine rumreiche, aber sind mittlerweile eine faszinierende
01:06:06: Kategorie in der Welt der Getränke und verantwortlich dafür zeichnen sich großartige Produzenten
01:06:11: wie Oddbird aus Schweden.
01:06:12: Was sie mit ihrem Oddbird-Spumante erschaffen haben, definiert die Welt der alkoholfreien
01:06:18: Genussgetränke komplett neu.
01:06:20: Sie haben es geschafft, eine perfekte Balance zwischen Tradition und Technologie zu erschaffen.
01:06:25: Das heißt auch hier beginnt im Kern alles mit einem klassischen Wein.
01:06:29: Und genau hier wird es tricky.
01:06:31: Alkohol ist ein Trägerstoff für Aromen und gibt den Wein Struktur und Fülle.
01:06:35: Entfernt man ihn, riskiert man das der Wein flach und leer wirkt.
01:06:38: Und wenn wir total ehrlich sind bei den meisten Weinen ist es leider auch so.
01:06:41: Es braucht deshalb hochpräzise Methoden um den Alkohol schon zu entfernen, ohne die
01:06:45: komplexen Aromen und die Textur des Weines zu zerstören.
01:06:48: Das Ziel ist es, das Geschmacksprofiere des ursprünglichen Weines so authentisch wie
01:06:53: möglich zu bewahren.
01:06:55: Gesetzlich sind die Vorgaben in der EU relativ klar.
01:06:58: Der Begriff "alkoholfrei" darf nur verwendet werden, wenn der Alkoholgehalt unter 0,5
01:07:04: Vol.
01:07:05: Prozent liegt.
01:07:06: Denn diese Grenze stellt sicher, dass der Alkoholgehalt vernachlässigbar ist und keine
01:07:09: physiologischen Effekte hat.
01:07:11: Ferner muss der Ursprung des Weines ganz klar deklariert werden.
01:07:15: Die Bezeichnung Wein darf nur verwendet werden, wenn das Produkt tatsächlich aus Trauben
01:07:18: hergestellt wurde und die gesetzlichen Anforderungen an Wein erfüllt, bevor der Alkohol entfernt
01:07:23: wird.
01:07:24: Wenn die Aromen und Süßungsmittel sind erlaubt, müssen aber angegeben werden, was aber bei
01:07:28: Oddbird absolut undenkbar ist.
01:07:31: Und so ist alkoholfreie Wein nicht mehr nur ein Nischenprodukt.
01:07:34: Es ist eine Chance für Menschen, die auf Alkohol verzichten möchten, sei es aus gesundheitlichen,
01:07:38: religiösen oder persönlichen Gründen, trotz allem einen genussreichen Moment zu erleben
01:07:42: und einen gesellschaftlichen, ritualen Teil zu nehmen, ohne Kompromisse einzugehen.
01:07:47: Und ja, es gibt alkoholfreie Weine und es gibt Oddbird.
01:07:50: Oddbird ist die Geschichte einer Idee, die nicht nur eine Marke, sondern eine Bewegung
01:07:54: ins Leben gerufen hat.
01:07:55: Es beginnt im Jahr 2013, als Moa Gebürser eine Familientherapeut mit über 20 Jahren Erfahrung
01:08:02: beschließt, etwas zu verändern.
01:08:04: Nach unzähligen Gesprächen mit Familien und Einzelpersonen, die durch alkohol geprägte
01:08:09: Konflikte erlebt haben, erkennt sie ein gesellschaftliches Muster.
01:08:12: Alkohol ist nicht nur ein Getränk, sondern ein fest verankerter Bestandteil sozialer
01:08:17: Rituale.
01:08:18: Und Moas Vision war, Genuss und Gemeinschaft von Alkohol zu entkoppeln und dabei eine
01:08:24: echte Alternative zu schaffen, die Idee war radikal.
01:08:27: Kein Ersatzprodukt, das nur halbwegs an echte Weine heran reicht, sondern etwas, das sich
01:08:33: in dem Maßstäben traditioneller Weinkunst stellt, zu erschaffen.
01:08:36: Moa wollte den Menschen ermöglichen, hochwertige Weine zu genießen ohne den Einfluss von Alkohol,
01:08:41: Weine, die Respekt vor Handwerk und Geschmack haben.
01:08:45: Oddbird war geboren.
01:08:46: Der Name steht im traditionellen Englisch für einen Außenseiter von etwas anders denkenden
01:08:51: Menschen und spiegelt die Philosophie wieder, die Oddbird leben möchte, sich gegen den
01:08:56: Strom zu stellen.
01:08:57: Es ist eine Umarsch an diejenigen, die mutig genug sind, etwas Neues zu wagen, ohne sich
01:09:02: den Erwartungen der Gesellschaft zu beugen.
01:09:04: Das Besondere an Oddbird ist, dass sie keine Abstriche machen.
01:09:08: Moa und ihr Team arbeiten mit renommierten Winzern in dem besten Anbau-Region Europas
01:09:13: zusammen, von den sanften Hügeln Venezien bis hin zu den kalkhaltigen Böden Südfrankreichs.
01:09:18: Die Weine werden nach demselben Standardzeit gestellt, wie ihre alkoholischen Prendance,
01:09:23: mit Leidenschaft, Geduld und Präzision.
01:09:26: Erst nach der vollständigen Winifikation wird der Alkohol entfernt und zwar so schonend,
01:09:31: dass Aromen und Struktur des Weines erhalten bleiben.
01:09:33: Der Protest der Endalkoholisierung ist ein Meisterwerk der Technik.
01:09:38: Mittels Vakuumdyslation wird der Alkohol bei niedrigen Temperaturen entfernt, dabei
01:09:42: bleiben die komplexen Aromen, die die Traube durch ihre Reise von den Weinbergen bis ins
01:09:47: Glas entwickelt haben, vollständig ent- und erhalten.
01:09:51: Und darum möchte ich hier und heute exemplarisch den Oddbird Spumand empfehlen.
01:09:55: Seine Einzigartigkeit liegt in einer Vielzahl von Faktoren, die sowohl in den Weinbergen
01:10:00: als auch in der Veredelung in Schweden verurzelt sind.
01:10:04: Die Herkunft, die Kläratraube und das Theroa Veneziens.
01:10:08: Was Klärra besonders macht, ist ihre Fähigkeit, die Essenz ihres Anbaugebietes einzufangen.
01:10:13: Die kalkhaltigen Böden der Region Venezien in der Provinz Treviso kombiniert mit einem
01:10:17: militäranen Klima bieten zusammen mit den subtilen mineralischen Kalkböden der Region
01:10:23: eine perfekte Umgebung.
01:10:25: Und was den Oddbird Spumante wirklich heraushiebt, ist der Prozess der Endalkoholisierung.
01:10:31: Anders als viele alkoholfreie Weine, bei denen der Alkohol durch Erhitzen entfernt wird,
01:10:36: nutzt man bei Oddbird die Vakuum-Distillation.
01:10:39: Im Vakuum verdampft Alkohol bereits bei 30 Grad statt der üblichen 78.
01:10:44: Dies minimiert den Verlust von flüchtigen Aromen, die für das Geschmacksprofil entscheidend
01:10:48: sind.
01:10:49: Durch die Methode bleibt nicht nur das Aromen erhalten, sondern auch die Textur des Weines.
01:10:54: Und gerade für Schaumweine ist dies enorm wichtig, da die Feine per Lasch und das Mundgefühl
01:10:59: maßgeblich den Genuss beeinflussen.
01:11:00: Und dann haben wir ihn im Glas.
01:11:02: Mit seinen herrlichen Aromen, an Apfel, an Böhren, an Hüll und Blüte, an Grappleur
01:11:07: der Inland.
01:11:08: Mit seinem frisch lebendigen Gaumen und seiner bemerkenswerten Struktur.
01:11:12: Mit seinem Geschmacksfinale, das erstaunlich lange anhält, mineralisch ist.
01:11:16: Und die subtilen Noten der kalkhaltigen Böden wenigstens perfekt widerspiegelt.
01:11:20: Moa Geböse.
01:11:21: Und ihr Team wollten keinen Wein ohne Alkohol, sondern einen Wein, der Genuss neu definiert.
01:11:26: Vielen lieben Dank dafür.
01:11:28: Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
01:11:31: Wie gehst du?
01:11:42: Also was ich immer sehr schwierig finde, ist, dass man ganz selten einfach erzählen
01:11:49: kann, ohne politisch zu werden.
01:11:51: Also du hast jetzt auch, ich habe lange überlegt, ob ich jetzt zum Beispiel einen Namen Steiner
01:11:55: erwähnen soll.
01:11:56: Weil der ja auch sehr stark, wo man sich auch informiert, man hat unterschiedliche Informationen,
01:12:00: die einen sagt, er wurde instrumentalisiert.
01:12:02: Die anderen sagen, er hatte ein gewisses Gedankengut, was heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist.
01:12:08: Auf der anderen Seite hat er natürlich sehr viele Dinge konstruiert, zusammengefügt,
01:12:16: die vorher nur wenige bis keiner dann irgendwo so dokumentiert haben.
01:12:22: Und somit ist er schon ein recht wichtiger Mensch in dieser gesamten Branche.
01:12:25: Aber es ist ja nur ein Name, eine Person.
01:12:28: Ich hatte das auch, ich glaube, eineinhalb Monate davor, wo ich einen Posting hatte
01:12:33: und mit Steiner.
01:12:34: Und ich hatte so viele Nachrichten bekommen, ob ich mir meiner Verantwortung bewusst bin
01:12:39: und diesen Namen und so weiter.
01:12:41: Du bist ja täglich damit, wenn du einen Thematik dann auch politisierst, dass du dafür angreifbar
01:12:49: bist und sollte man das.
01:12:50: Oder ist das auch unsere Aufgabe?
01:12:52: Wie gehst du damit um?
01:12:53: Ja, das ist eine sehr, sehr interessante Sache.
01:12:55: Denn da gibt es so regelrechte Hater, die dieses total hassen und sich an irgendwas da hochziehen.
01:13:03: Das ist ganz interessant, weil zum Beispiel es gibt auch oftmals beim öffentlich-rechtlichen
01:13:10: Rundfunk, dann gab es so eine Berichterstattung über Steiner, biodynamisch.
01:13:14: Und dann wird immer irgendein so ein Blogger immer zitiert, der da als Experte auftritt
01:13:23: und der erzählt seit 20 Jahren den gleichen Scheiß, also auch immer in den gleichen Sätzen.
01:13:29: Und das ist irgendwie auch so schlecht recherchiert, dass ich mir immer denke, hey Leute, und
01:13:36: dann wird das nachgeplappert und dann wird dann so die Nazikäule rausgezogen und dann
01:13:41: hat man ja sowieso dann bis dahin raus aus der Diskussion.
01:13:45: Also da kannst du ja dann immer die Nazikäule schwingen und fertig.
01:13:48: Ich bin immer dafür, also ich gehe jetzt mal von mir aus, ich bin ein mündiger Mensch
01:13:56: und ich habe hier in meinem Kopf so eine Masse mit der ich denken kann und ich benutze
01:14:03: mir meinen Verstand und meinen Geist und bilde mir mein Urteil selber.
01:14:08: Und ich glaube, dass es im Umgang mit dieser Thematik unglaublich wichtig, dass man immer
01:14:14: ein kritischer Geist bleibt und immer selbst denkt.
01:14:19: Das ist auch die Aufgabe, so habe ich das auch verstanden, wie ich mit den Schriften
01:14:24: von Steiner auch beschäftigt habe, wir müssen selber denken und nicht einfach glauben,
01:14:29: dass jemand, was er vor 100 Jahren gesagt hat, wie so guhomäßig, jedes Wort total richtig
01:14:35: und sonst was ist.
01:14:37: Also das ist, du musst einfach selber denken, das gilt aber auch für alles andere auch.
01:14:43: Alles was einem erzählt wird, also muss man immer hinterfragen, ja ist das jetzt, kann
01:14:48: ich dem zustimmen, bin ich der gleichen Meinung, höre ich mir nochmal eine andere Meinung
01:14:52: ein und bild mir dann meine eigenen Gedanken und das ist ganz essentiell.
01:14:57: Ja und ich finde auch, wenn man sich jetzt zum Beispiel auch mit diesem langwirtschaftlichen
01:15:04: Kurs beschäftigt und das liest, deswegen finde ich auch, wenn man jetzt auf YouTube
01:15:09: da sich die Vorträge anhört, dann versteht man original null.
01:15:14: Es ist wirklich schwierig, ich habe mir das angetan vor 10 Jahren.
01:15:16: Du brauchst jemand, der dir das entschlüsselt.
01:15:20: Also was meint er damit?
01:15:21: Zum Beispiel, es gibt den Satz,
01:15:23: die Kunst des Düngens ist das riechend,
01:15:28: der zusammen zu halten.
01:15:29: Und dann denkst du, Alter, was ist denn jetzt hier schon wieder los?
01:15:31: Und dann weißt du aber, Ammoniak,
01:15:34: also wenn du jetzt zum Beispiel ein Mishaufen da hast,
01:15:37: dann ist es immer wichtig, die Torausscheidungen
01:15:40: irgendwie an Kohlenstoff zu binden,
01:15:41: weil sonst hast du den Ammoniak in der Luft,
01:15:44: und wenn dann der Luft ist, ist er weg.
01:15:45: Das heißt, wenn du ein Komposthaufen aufsetzt,
01:15:48: ist es wichtig, dass du das riechende Zusammenhältst.
01:15:52: Das ist eben dann der Stickstoff eben noch im Komposthaufen ist
01:15:56: und nicht in der Luft.
01:15:57: So.
01:15:58: Und Streiner denkt ja phänomenologisch.
01:16:03: Das heißt, er guckt sich an, wie Dinge wachsen,
01:16:07: was hat die Pflanze, wie verwext die,
01:16:09: was hat die dafür einen Ausdruck,
01:16:11: und kann ich da Dinge ableiten davon.
01:16:13: Und das formuliert er oft in einer Sprache,
01:16:17: die man dekodieren muss.
01:16:19: Und wenn man das dann sofort ins Lächerliche zieht,
01:16:22: dann finde ich das auch schwierig, zum Beispiel, er spricht
01:16:26: immer von den naturintimen Wechselwirkungen,
01:16:30: die wir oft auch noch nicht verstanden.
01:16:31: Und da hat er 100%ig recht, weil zum Beispiel
01:16:36: gibt es eine interessante Studie,
01:16:39: dass zum Beispiel Kühe, wenn die Grasfressen in der Natur draußen
01:16:44: besser verdauen können und gesünder sind.
01:16:46: Und dann hat man lange überlegt und hat dann gefunden,
01:16:49: dass irgendwie auf Blumen so bestimmte Bakterien sind.
01:16:52: Und dann hat man weitergesucht und hat mal rausgefunden,
01:16:55: dass Hummeln, die ein Erdlöchern überwintern,
01:16:58: wenn die dann so eine Blume anfliegen,
01:17:00: dann sind die Bakterien drauf, die Kuh frisst es,
01:17:03: die hat lustige Darmbakterien und kann besser verdauen,
01:17:06: und dann ist die Kuh happy.
01:17:07: Also ich sage es jetzt mal, das ist jetzt sehr wissenschaftlich
01:17:10: ausgedrückt, aber es geht...
01:17:12: So hilft es aber manchmal.
01:17:13: Also wenn man es wirklich so blümelig mit Bildern arbeitet.
01:17:17: Und das meint man damit.
01:17:19: Und dann hat einfach...
01:17:21: Das ist ja so diese interessante Sache.
01:17:24: Die Wissenschaft ist hergegangen und sagt,
01:17:25: die Kuh braucht irgendwie so und so viel Hals-Jurgen,
01:17:28: bla bla bla in der Ernährung.
01:17:30: Und dann kann die 10.000 Liter geben.
01:17:33: Und dann sagt er nicht, dass Steiner es gibt,
01:17:34: natürlich, und da ist auch Wurst,
01:17:36: dann kannst du einfach Sojabonen aus Brasilien,
01:17:38: der Kuh füttern, weil es scheißegal ist,
01:17:41: die es dann trotzdem mit Nährstoffen versuchte.
01:17:43: Und das sagt der Steiner, nein, es gibt
01:17:45: naturintime Wechselwirkungen.
01:17:47: Die wissen wir oft noch gar nicht.
01:17:49: Die haben wir noch gar nicht wissenschaftlich erkundet.
01:17:51: Und das ist schon die Stärke auch von der Biodänomie,
01:17:53: dass man mit dieser Sichtweise auf die Natur, aufs Ganze,
01:17:57: den Dingenraum gibt, die man noch nicht weiß.
01:18:00: Die es aber gibt.
01:18:01: Und in der Agrarwissenschaft hat man oft Dinge,
01:18:05: die der Ökonomisierung,
01:18:07: die dem Prinzip alles ökonomischer,
01:18:10: ökonomischer zu machen,
01:18:12: dieses Wissen, auch dieses Praktikerwissen,
01:18:14: was diesem Prinzip entgegengestellt war,
01:18:17: hat man, dieses Wissen, hat man marginalisiert
01:18:19: und dann tischgekehrt, ins Lächerliche gezogen,
01:18:21: da ist man drüber gerannt
01:18:23: und ist damit voll gegen die Wand gefahren.
01:18:26: Und das ist eben, man muss schon immer, finde ich,
01:18:29: bevor man jetzt den Stab bricht und alles ins Lächerliche zieht,
01:18:33: überlegen, was hat er damit gemeint?
01:18:37: Wo stehe ich da?
01:18:39: Und es ist auch völlig zu okay, so zu sagen,
01:18:40: damit kann ich jetzt nichts anfangen.
01:18:42: Es ist völlig okay.
01:18:43: Aber ich finde, man muss schon sich die Mühe machen,
01:18:47: sich damit zu beschäftigen und nicht einfach,
01:18:49: ja, das ist die blöde Sprache und alles dumm
01:18:51: und es sind alles isoterische Deppen und so weiter.
01:18:55: Ja.
01:18:56: Aber wie gesagt, immer gucken und auch wirklich kritisch hinterfragen.
01:19:01: Ja, nur als Gedanke.
01:19:03: Mir hat es damals geholfen,
01:19:05: als ich mich auch mit den Schriften
01:19:06: zumindest exemplarisch beschäftigt habe,
01:19:08: dass ich die nicht Deutsch oder Englisch gelesen habe.
01:19:11: Okay, das ist interessant.
01:19:12: Wenn jemand, der es ins Englische übersetzt hat,
01:19:14: der hat ja nicht Wort für Wort Übersetz, macht man ja nicht,
01:19:17: sondern der versucht den Sinn herauszulösen
01:19:19: und gibt dem dann natürlich auch mal eine Interpretationssache.
01:19:23: Sehr spannend.
01:19:24: Aber ich habe wesentlich mehr dabei verstanden,
01:19:26: als ich es Deutsch gelesen habe.
01:19:28: Ja, total interessant.
01:19:29: Und das war, also hatte mir damals geholfen.
01:19:32: Aber man, man, also ich finde es dann,
01:19:34: wenn man sich mit den verschiedenen Mechanismen
01:19:36: in verschiedenen Ebenen beschäftigt,
01:19:37: wird es richtig spannend.
01:19:39: Und dann sieht man, wie übergreifend beeinflussend das ist.
01:19:41: Also das ist, wenn ich einen Zaun im Wald ziehe,
01:19:44: dann wird mit einmal eine gesamte,
01:19:47: eine gesamte, ein gesamte Ablauf in der Tierwelt
01:19:49: komplett durch den Ellenbeer gebracht,
01:19:50: was man komplett vergisst.
01:19:51: Und so ist es dann eben im Kleinen,
01:19:53: eben auch wie mit der Hummel und der,
01:19:54: mit der Kuh dann, wie du es gerade geschildert hast.
01:19:58: Ja, auch.
01:19:58: Aber wenn man so tief sich mit dem Thema beschäftigt,
01:20:02: wie sieht man dann Wein?
01:20:03: Was ist Wein für dich?
01:20:04: So in einem Wort gepresst.
01:20:05: Wein ist für mich...
01:20:07: Also vielleicht sage ich jetzt ein bisschen,
01:20:10: was für viele erst mal komisch klingt.
01:20:14: Aber ich bin gläubiger Christ.
01:20:16: Und in der Bibel kommt sehr viel Wein vor.
01:20:20: Und da ist oft Brot und Wein.
01:20:22: Und Brot stillt deinen Hunger.
01:20:25: Und Wein sagt ja, du bist mehr als ein Tier,
01:20:28: das nur Hunger und Durst hat.
01:20:30: Und das ist für mich Wein.
01:20:31: Super Ansatz.
01:20:33: Also eigentlich ist es Wein Mensch,
01:20:34: wenn man so möchte.
01:20:35: Genau. Also ich finde, das ist so eine ganz tiefe Bedeutung
01:20:41: auch fürs menschliche Miteinander.
01:20:44: Es wird ja immer sofort das Thema Alkohol und so bla.
01:20:48: Und so ist...
01:20:49: Da bin ich wieder bei der Freiheit in Verantwortung.
01:20:52: Wein ist eben der Mensch...
01:20:57: Es ist eine Anforderung an den Menschen,
01:20:59: verantwortungsvoll damit umzugehen.
01:21:02: Auch mit dem Rausch.
01:21:04: Ist ja mit vielen Dingen, also mit Zucker ja zum Beispiel auch.
01:21:07: Zucker wird ja auch völlig überproportioniert,
01:21:10: genossen, gefressen, was auch immer, oder konsumiert.
01:21:13: Das ist vielleicht die bessere Bezeichnung
01:21:14: oder die elegantere Bezeichnung.
01:21:16: Aber wo ist da die Grenze?
01:21:18: Zucker im gewissen Maße, zum einen kann es der Körper
01:21:20: gut verarbeiten, braucht es, es bereichert uns,
01:21:22: es kann unser Leben bereichern.
01:21:24: Aber in dem Übermaßen, wie wir es konsumieren,
01:21:26: ist es mit Sicherheit nicht mehr gesund.
01:21:28: Und so vielleicht auch mit dem Alkohol,
01:21:29: vielleicht kann man es so runterbrechen oder so eben auch...
01:21:31: Aber was verliert man jetzt, wenn man den Wein
01:21:36: völlig, also so Verteufel, so dieses Zusammensitzen
01:21:43: bei einem Glas Wein.
01:21:45: Und dann kommt man auf Gespräche, das geht uns doch...
01:21:47: Also, Mist, ich kann schon 100.000 Beispiele sagen,
01:21:50: wo Wein einfach total verbindet, wo du sofort,
01:21:54: wo du einfach ins Gespräch kommst,
01:21:56: und dann nimmt man sich ein Thema, redet über Gott und die Welt
01:21:59: und hat oft auch so Gedanken, die man vorher noch gar nie gedacht hat.
01:22:05: Weil man eben zusammensitzt und ein Glas Wein trinkt
01:22:09: und auf einmal, weißt du, kommt...
01:22:12: der Geist geht irgendwie auf und man ist empfänglich
01:22:16: und hat auf einmal Gedanken, die man vorher noch nie hatte.
01:22:20: Ich habe beim Glas Wein mit meinem Mann zusammen gesessen,
01:22:24: da haben wir ganz viele Sachen beschlossen,
01:22:29: wie wir unser Leben weiter gestalten wollen.
01:22:31: Und da haben wir oft auch Sachen gedacht,
01:22:33: Mensch, wir können doch in das, das können wir noch mal...
01:22:35: Da haben wir auch gar nicht darüber nachgedacht,
01:22:37: aber das ist es jetzt.
01:22:39: Und ich weiß ja, das ist jetzt nur ein Beispiel,
01:22:41: mir geht das ganz oft so.
01:22:43: Ich bin zum Beispiel auch sehr engagiert
01:22:45: für die deutsch-israelische Freundschaft,
01:22:48: weil als mündiger Bürger setzt man sich natürlich
01:22:52: mit unserer Geschichte zusammen auseinander.
01:22:55: Und mir war immer wichtig,
01:22:57: also ich bin aus einem kleinen Dorf in Bayern groß geworden,
01:23:00: da triffst du kein Juden.
01:23:02: Also wo trifft man da mal in Bayern auf dem Dorf in Juden?
01:23:05: Da gibt es keine.
01:23:06: Und es hat mich irgendwie immer interessiert,
01:23:08: ich wollte, dass diese Kultur mal kennenlernen
01:23:10: und dann hat sich die Möglichkeit ergeben,
01:23:12: dass ich mit diesen Twin Wineries,
01:23:15: wo sich deutsche und israelische Weingüter,
01:23:17: also quasi wie so Städtepartnerschaften,
01:23:19: Verbrüdern und den Austausch pflegen,
01:23:21: da habe ich die René Salzmann kennengelernt,
01:23:23: das mittlerweile einer meiner besten Freundinnen,
01:23:26: die in der Nähe von Tel Aviv da eben wohnt
01:23:29: und die das initiiert hat.
01:23:31: Und das sind unglaublich tolle Freundschaften,
01:23:33: entstanden von Menschen,
01:23:34: die vielleicht vorher noch gar nie Kontakt hatten.
01:23:38: Aber das Wein verbindet die.
01:23:41: Und dann treffen sich die, trinken ein Glas Wein
01:23:44: und man kommt ins Gespräch.
01:23:46: Das ist was, was ich wahnsinnig toll finde.
01:23:49: Und wenn man jetzt wieder so reductionistisch,
01:23:52: wissenschaftlich, Alkohol und bla bla bla,
01:23:55: das so eindimensional betrachtet,
01:23:58: dann wird man dem nicht gerecht.
01:24:00: Kann man eventuell sagen,
01:24:02: das Wein ein Opfer des Alkohol- oder der Anti-Alkohol-Bewegung
01:24:07: ist, wie es, also viele spiegeln das zurück
01:24:10: in die 20er Jahre USA, wo man die Prohibition hatte
01:24:15: und letztlich der Leidtragende darunter war.
01:24:18: Also auch die Weinkultur.
01:24:20: Und viele versuchen im Nachhinein zu rekonstruieren,
01:24:25: dass es wesentlich sinnvoller wäre,
01:24:29: dem Wein separat zu sehen.
01:24:31: Es ist natürlich Alkohol,
01:24:32: aber es ist eine andere Art von Alkohol-Konsum
01:24:35: oder eine andere Art von Alkohol-Bewusstsein,
01:24:38: die auch viele Weintrinker letztlich leben.
01:24:41: Natürlich gibt es da auch Alkoholik,
01:24:43: wo man auch ein Problem damit haben muss.
01:24:45: Man braucht es dann nicht irgendwie
01:24:47: dann auch Greenwashing oder Schönreden.
01:24:49: Es kann auch ein Problem sein,
01:24:51: aber das kann es eben auch mit Fleisch- und Zucker-Konsum auch.
01:24:54: Und wenn man die Kultur des Ganzen betrachtet,
01:24:57: nimmt man den Menschen eigentlich so viel
01:24:59: von dem, was er eigentlich durch den Wein geschenkt bekommt.
01:25:02: Wenn man es ihm nimmt.
01:25:04: Also wenn man es ihm auch verbal oder mental oder ideologisch nimmt.
01:25:07: Also insofern, dass man schlechtes Gewissen hat,
01:25:09: dass man ein Glas Wein trinkt.
01:25:11: Man kann schnell den Schneid abkaufen.
01:25:13: Oder? Findest du nicht?
01:25:15: Wir lassen uns immer total schnell den Schneid abkaufen.
01:25:17: Da kommt so ein selbstgerechter,
01:25:19: der jetzt sagt,
01:25:21: "Wein ist ja Alkohol, ist ja voll schlimm."
01:25:24: Und dann kommt der gleich so die Totschlag-Akkurschein.
01:25:27: Es gibt 150.000 Verkehrstote.
01:25:30: Und dann wird er gleich mit so Hammer-Dingern
01:25:32: da draufgeschlagen.
01:25:34: Und wir stehen dann in der Ecke und sagen,
01:25:36: "Oh Gott, ich will jetzt auch nicht politisch unkurekt sein."
01:25:39: Und ich will ja, das sage ich lieber nichts.
01:25:42: Und ich finde, das können wir uns in keinem Bereich mehr leisten.
01:25:47: Also da ist das Wein nur so ein Thema.
01:25:50: Ich finde, wir können es uns keinem Bereich,
01:25:53: in edelich ja politischer Klimawandel,
01:25:55: in Richtung mehr Erlauben, aus Bequemlichkeit den Mund zu halten
01:26:00: und uns billig den Schneid abzukaufen.
01:26:05: Ich finde, da muss man sich hinstellen,
01:26:07: hör mal zu, Wein ist ein soziales Schmiermittel.
01:26:14: Es geht darum, verantwortlich damit umzugehen.
01:26:18: Da kann die Walmrosche auch immer noch besser werden,
01:26:21: dass man mehr Aufklärungskampagnen hat und so weit und sofort.
01:26:24: Aber ein Glas Wein zum Essen beim guten Gespräch ist Kultur
01:26:27: und wenn das fehlt, dann haben wir ein Riesenproblem auch gesellschaftlich.
01:26:31: Du siehst ja auch, es hängt ja wieder alles mit allem zusammen.
01:26:34: Das sind wir wieder bei den naturintimischen Wechselwirkungen.
01:26:37: Zum Beispiel ein großes Thema ist, wenn die Gastronomie stirbt.
01:26:41: Was passiert denn dann?
01:26:43: Gerade auf dem Dorf, ich komme vom kleinen Dorf.
01:26:45: Wenn da die Gastronomie stirbt, wo man sich trifft,
01:26:48: und jetzt bin ich in Bayern, da trinkt man kein Wein,
01:26:51: da trinkt man halt ein Bier zusammen und dann redet man,
01:26:54: dann gibt es keine Gastronomie mehr,
01:26:56: dann hockt jeder zu Hause vor seinem Schachtal in seiner politischen Blase
01:27:01: und versteift total auf seine Ansichten.
01:27:05: Und dann heißt die Gesellschaft ist gespalten und bla bla bla
01:27:09: und alle drehen nur noch durch und wählen irgendeinen Scheißdreck.
01:27:12: Wo kommt es denn her?
01:27:15: Gastronomie und auch zusammensitzen beim Glas Wein
01:27:19: und sich auch mal die Meinung zu sagen und das auszuhalten und das auszudiskutieren,
01:27:24: das ist doch elementar wichtig für uns als Gesellschaft.
01:27:28: Und das ist das, was wir jetzt auch in der Gesellschaft haben.
01:27:31: Wir haben uns auch mitgebracht, die Kommunikation dabei zu pflegen,
01:27:34: also auch zu kommunizieren und auch miteinander und eine Antwort zu bekommen
01:27:38: und nicht, was ja dann letztlich auch im heutzatlichen,
01:27:41: noch mal eine ganz andere Entwicklung wäre,
01:27:44: wenn man zu Hause und alleine sitzt, sich in den sozialen Medien komplett fallen zu lassen,
01:27:48: die Blase immer kleiner werden zu lassen.
01:27:51: Und vor allen Dingen auch nur einerseits zu kommunizieren
01:27:54: und keine Antwort zu akzeptieren,
01:27:56: denn jetzt hast du Bier gesagt, also ist Bier ein vergleichbares Element
01:27:59: oder ist Wein in seiner Art so einzigartig?
01:28:02: Ich finde Wein schon sehr einzigartig.
01:28:04: Ich hatte mal ein ganz tolles Interview mit Hans-Josef Orteil,
01:28:07: das ist ja so ein Schriftsteller aus Köln,
01:28:09: mit dem wir für den Kölner Stadtanzeiger Interview haben.
01:28:12: Und der hat das so gesagt, also das fand ich so überzeugend.
01:28:16: Also guck mal, wenn du Bier trinkst, dann gehst du aufs Oktober.
01:28:18: Ich liebe das Oktoberfest, gehierts ja hin, auch mit den Kindern,
01:28:21: Vormittags, Esfma, Hinchel, vor allem Karo Sel, fahren wieder nach Hause,
01:28:24: das ist super.
01:28:26: Aber wenn du jetzt irgendwie so ein, so später,
01:28:28: und dann hocken die alle so gebückt über ihrer Maß,
01:28:30: und die Körperhaltung ist schon so nach unten, so irgendwie, ja?
01:28:34: Ja, ja, ja.
01:28:37: Und dann trinkst du ein Glas Wein,
01:28:39: und da geht die Körperhaltung nach oben, so irgendwie.
01:28:42: Das ist eine ganz andere Körperhaltung.
01:28:44: Tolle Betrachtung.
01:28:46: Und dann hat der Hans-Josef Orteil gesagt, also er hat ja einen ganz tollen Weinkeller,
01:28:49: und wenn er dann schreibt, dann hat er eine Roman,
01:28:51: und dann wach er nach zum Drei auf, und dann kommt ihm ein Gedanke,
01:28:54: und dann geht er ein Weinkeller, und öffnet sich eine Flasche Wein,
01:28:58: und schinkt sich ein Glas ein, und geht ihm seinem Weinkeller auf und ab,
01:29:02: und schreibt und formuliert es, und dann geht er wieder ins Bett.
01:29:06: Und dann am nächsten Tag steht er auf und denkt, was habe ich denn da geschrieben,
01:29:10: und dann, ja, das muss ich jetzt noch weiterentwickeln und so.
01:29:13: Aber das ist oft so ein kreativer Prozess ist.
01:29:16: Und das hat er so toll beschrieben, dass er genau so ist,
01:29:19: und dann ist er wirklich so, oder?
01:29:21: Er findet es nicht, wie der Phänomenologisch, wie Steiner betrachtet,
01:29:24: wie ist die Körperhaltung, die ist beim Bier anders als beim Wein.
01:29:27: Und das sehe ich ganz genauso.
01:29:29: Ja, na klar.
01:29:31: Aber geht mir genauso. Also ich habe ja oft gefragt,
01:29:33: wann trinkt jemand Wein bei den vorangegangenen Gästen,
01:29:36: 99% trinken Wein in Gesellschaft.
01:29:39: Ich mag es manchmal auch den zu Hause, wenn ich irgendwas schreibe,
01:29:42: oder wenn ich irgendwas über irgendwas grübeln,
01:29:44: keine fünf Flaschen, sondern dann in der Tat auch dieses eine Glas,
01:29:47: geistesöffnend ist, im wahrsten Sinne des Wortes,
01:29:50: und lass mich da total drauf ein, trinkst du Wein lieber alleine,
01:29:53: also nicht alleine, sondern singulär oder mit Speisen.
01:29:56: Also magst du es mehr zu kombinieren,
01:29:58: oder magst du den Wein als solches zu deklinieren und zu entdecken?
01:30:03: Also ich mag ganz gern, also ein Glas Wein zum Essen,
01:30:08: das ist für mich kürz so zusammen.
01:30:11: Aber auch, also zum Beispiel mein Mann und ich,
01:30:14: und wir sind beide ja selbstständig, wir arbeiten sehr viel,
01:30:17: ich habe auch noch zwei kleine Kinder,
01:30:19: und das ist ja auch immer riesen viel zu tun auch,
01:30:23: und das ist auch total schön.
01:30:24: Das ist eine Aufgabe, zwei Selbstständigkeiten, zwei Kinder, das ist ...
01:30:27: Genau, das ist echt, aber wir lieben das auch, ich arbeite auch total gerne,
01:30:30: ich mag das total, ich bin gerne unter Strom,
01:30:33: und finde es irgendwie toll, und liebt es so, mitten im Leben zu stehen.
01:30:37: Und dann, wenn mein Mann und ich dann,
01:30:39: der Kinder sind im Bett, und dann hock mal an unserem Küchentil,
01:30:42: und machen noch vielleicht Brotzeit, oder ...
01:30:45: und dann trinken wir zusammen eine Flasche Wein,
01:30:48: und das sind immer auch die tollsten Gespräche,
01:30:51: und das ist auch so, dass man ins Gespräch,
01:30:53: dann weißte jeder ist gerade noch so, die letzten E-Mails,
01:30:56: und morgen, also mein Mann ist Architekt,
01:30:58: und dann, morgen früh sind wir auf die Baustelle,
01:31:00: da habe ich das dabei, und oh Gott, der kommt schon wieder nicht,
01:31:02: und so, und dann sollst du irgendwie Gespräche führen,
01:31:06: dann ist ja jeder noch in seinem Ding da drin und so,
01:31:09: und dann hocken wir uns hin, und dann kommt man irgendwie so,
01:31:13: oh jetzt kommt man so hoch, und dann kann man ganz toll gespeichern,
01:31:17: was einen auch so bewegt, dann kommt man auch so wie der Mensch reflektierend,
01:31:22: der Korbinen, also ein Sohn, der hat jetzt das mir gesagt,
01:31:26: und das irgendwie, da müssen wir jetzt vielleicht mal ein bisschen aufpassen,
01:31:30: oder da müssen wir ihn unterstützen, oder den Ludweg,
01:31:33: das ist mein kleinerer Sohn, der hat das und das,
01:31:36: und wie kann man da, und da müssen wir mehr das machen,
01:31:39: oder einfach sich auch witzige Geschichten erzählen,
01:31:41: was man jetzt mit den Kindern erlebt hat, die da andere nicht erlebt hat,
01:31:44: oder einfach was ein bewegt, und mal diskutieren,
01:31:47: und ins Gespräch kommen.
01:31:49: Und da wage ich zu behaupten, das kann nur Wein, also das kann,
01:31:53: also wenn du jetzt einen Abend hättest ohne Wein,
01:31:56: dann würdest du nicht in diese Stimmung, in diese Situation,
01:31:59: du hättest nicht dieses Rituelle dabei,
01:32:01: du könntest das nicht mit Fruchtsaft machen,
01:32:03: oder mit, keine Ahnung, mit Traubenschwolle,
01:32:05: dass du sagst, okay, jetzt setzen wir uns hin, jetzt reden wir,
01:32:08: jetzt haben wir dieses, auch im Alltag Stress, gedankenlose, zeitlose,
01:32:11: und lassen einfach den Tag sanft und entspannt ausklingen.
01:32:15: Ja, das ist auch ein Interesse, was du sagst,
01:32:17: das kann man nicht mit Fruchtsaft, ich habe noch eine andere Sache,
01:32:20: also ich bin auch im Mitglied der Gesellschaft katholischer Publizisten,
01:32:26: und das ist ja oft auch ganz interessant,
01:32:28: wenn man mal so außerhalb seiner Bubble mal Leute kennenlernt,
01:32:32: und da habe ich die Chefin vom Konat Adenauer Archiv getroffen
01:32:38: und kennengelernt, und da werde ich jetzt auch bald hinfahren,
01:32:42: und Adenauer war ein großer Freund vom Wein,
01:32:46: und er hat Wein auch immer als Geschenk mitgebracht,
01:32:51: und ist auch ganz interessant, dass der deutsche Wein ja eigentlich
01:32:54: erst so in den Ende 50er, 60er Jahren,
01:32:58: dass er so erstmal total untergegangen ist,
01:33:01: also als die Bundesrepublik gekündet worden ist,
01:33:04: gab es noch diese alte Wein-Faszination mit die besten Weine der Welt,
01:33:09: und er hat zum Beispiel Bernd Kastler-Doktor mitgenommen,
01:33:13: als er nach Kurschschoff gereist ist,
01:33:16: um die letzten Kriegsgefangene nach Hause zu holen,
01:33:19: und da saßen die Wolle in der Dutchin,
01:33:21: und da war das einfach ein Geschenk,
01:33:23: und um einfach da auch Eindruck zu machen, ein gutes Atmosphäre zu eröffnen,
01:33:28: und das hätte er nicht gekonnt mit Apfelsaft,
01:33:31: und das fand ich irgendwie, das möchte ich raus recherchieren,
01:33:35: ich werde da jetzt mal hinfahren in das Archiv,
01:33:37: und mich da mal eingraben,
01:33:39: und das ist so fahr-, das finde ich auch so ein Thema,
01:33:44: dass man der Anti-Alkohol-Lobby mal wirklich entgegenschleudern kann,
01:33:48: und sagen, hör mal zu, Leute, was wollt ihr eigentlich?
01:33:53: Witzigerweise wird die,
01:33:55: es war gerade gestern in den Nachrichten,
01:33:57: wird die Lage aktuell verkauft, Bernd Kastler-Doktor,
01:33:59: also eben auch diese Parzelle,
01:34:01: wo der Wein herausresortiert, den er damals mitgenommen hat,
01:34:04: die vom Haken vom Schloss Lise be-be-be-stellt wird,
01:34:08: und mal schauen, was draus wird,
01:34:11: aber da sieht man eben auch, wie geschichtsträchtig so eine Lage wie der Wein,
01:34:15: als solch, also die Frage, ob du dir ein Leben ohne Wein vorstellen kannst,
01:34:19: kann ich mir sparen, oder?
01:34:21: Nein, ich kann mir das nicht vorstellen.
01:34:23: Ich kann auch mal wirklich auch ganz gut ohne Wein auskommen,
01:34:25: wenn man sagt, du Mensch, wir sind ja beruflich viel unterwegs,
01:34:28: und jetzt, dann kann ich auch mal unter der Woche oder mal zwei Wochen,
01:34:33: oder ich kann auch wirklich, ich brauche das nicht,
01:34:35: ich kann auch einen Monat, ein zwei Mon-
01:34:37: ich brauche nicht, wir waren jetzt auch im Urlaub im neuen Jahr,
01:34:40: waren wir jetzt mit den Kindern unterwegs,
01:34:42: im Bayerischen Wald, da gab es keine tolle Weinkarte,
01:34:45: wir waren in so einer kleinen Pension, wurscht, brauchen wir nicht,
01:34:49: da habe ich überhaupt kein Problem damit,
01:34:52: aber wenn ich jetzt sage, ich müsste jetzt ganz darauf verzichten,
01:34:55: da würde das, finde ich, traurig.
01:34:58: Ich habe mir zum Beispiel auch abgewöhnt, Diäten zu machen,
01:35:02: weil ich habe irgendwie, als Frau manchmal,
01:35:05: irgendwann muss er schlank sein, und irgendwie, und so,
01:35:08: und dann in unsere Branche, dann bist du wieder irgendwie eingeladen,
01:35:10: bei Fresco Baldi, und er lädt dich in so eine dreistärne Putze ein,
01:35:14: und dann denkst du, oh Gott, eigentlich will ich jetzt Low Carb machen,
01:35:17: aber da steht da so Teller Nudeln vor dir,
01:35:20: und Teller hat nicht das so deprimiert, ich war so depressiv,
01:35:25: ich war so schlecht gelaunt, dass mein Mann so mehr gesagt haben,
01:35:28: Schatzi, bitte, ist jetzt was, es ist unerträglich,
01:35:32: ich habe dann nicht gesagt, okay, ich schau,
01:35:35: dass ich irgendwie halbwegs im Rahmen bleibe,
01:35:37: aber es ist mir scheißegar nicht,
01:35:39: ich habe keine Kleidergröße, 36, ich finde, dass ich trotzdem gut aussehe,
01:35:43: ich habe mir das abgewöhnt, ich will keine Zeit mehr damit verschwenden,
01:35:47: mit irgendeinem Scheiß.
01:35:49: Wie ist das bei dir überhaupt gekommen, also wie hast du dich in dieses Thema
01:35:53: Weinrein gearbeitet, das ging bei dir extremst früh los,
01:35:58: also direkt nach der Ausbildung, hattest du ja,
01:36:00: soweit ich das zumindest weiß, direkt eine relativ hochdottierte Anstellung?
01:36:05: Ja, das hat sich immer so entwickelt, also ich komme aus so einem kleinen Dorf,
01:36:09: wie gesagt, und ich habe irgendwie auch nie so gewusst,
01:36:13: was ich jetzt machen soll, und meine Eltern,
01:36:17: ich liebe meine Eltern über alles, aber meine Mutter hat zu mir gesagt,
01:36:21: ach du brauchst kein Abitur und Gymnasium, weil du wirst immer heiraten,
01:36:24: dann kannst du auf Latein die Knödel ins Wasser drehen und so,
01:36:27: also es war immer so, ja du machst halt irgendwie eine Ausbildung,
01:36:31: und dann wusste ich auch nicht, ich wollte irgendwas Kreatives machen,
01:36:34: und da bin ich aus so Praktischkeitsgründen in der Trockerei gelandet
01:36:39: und habe dort Schriftzettel gelernt, weil die Trockerei war in der gleichen Straße,
01:36:43: wo mein Vater in der Maschinenbauffirma hat,
01:36:46: und da konnte er mich morgens mitnehmen, konnte ich da hinlatschen, meine Lehre machen, so.
01:36:51: Und das war so überhaupt so was von falsch für mich,
01:36:55: ich habe dann immer angefangen, nebenbei zu shoppen,
01:36:58: ich wollte immer auch noch zusätzlich Geld so verdienen und so,
01:37:01: und bin dann irgendwie in der Gastronomie gelandet
01:37:04: und erstmal in so einer Vereinsgaststätte,
01:37:07: weißt du wo so Fußballer sich treffen,
01:37:09: und da irgendwie so nach so C-Klassenspiel, so völlig hammerhard,
01:37:14: weißt du wo dann irgendwie, du kommst mit einem Tablett Weißbier,
01:37:17: irgendein so ein Depp schießt ein Tor und alle springen auf
01:37:20: und du schattest das Weißbier immer, alles drüber,
01:37:23: also das war irgendwie, also das waren meine gastronomischen Anfänge,
01:37:28: und dann bin ich irgendwie in so einem anderen Restaurant gelandet,
01:37:32: da haben sehr viele Hochzeiten und so gemacht,
01:37:35: und das hat mir total Spaß gemacht, ich habe unglaublich gern mit Leuten zu tun.
01:37:38: Und dann habe ich mit 21 nochmal gesagt, ich mache nochmal eine Lehre,
01:37:43: ich habe dann mit Königshof in München, Restaurantfach, Frau gelernt,
01:37:46: und das war mein großes Glück, das war damals geisel,
01:37:49: und die Ausbildung war fantastisch, also ich liebe ja den Herrn Friedl,
01:37:55: das war damals der Metre, eine richtige Leben der Legende,
01:37:59: diese totale Kombination aus Menschlichkeit,
01:38:04: aber auch eine positive Stränge und Disziplin, aber auch so eine Menschlichkeit,
01:38:11: also das war für mich so, auch im Rückblick muss ich sagen, genial,
01:38:18: es hat mir total geholfen, und total auch mich da irgendwie,
01:38:23: das ist meins, das will ich machen, und da war im Königshof immer Wein,
01:38:28: total ein großes Thema, und das hat mich auch dann total geflasht,
01:38:33: und dann habe ich ja meine Ausbildung, das ist jetzt auch der Restaurantfach Ausbildung,
01:38:38: ich habe dann die Ausbildung mit 1,0 abgeschossen,
01:38:41: das ist aber jetzt nicht so sonderlich schwer,
01:38:43: und da gibt es ja vom im Bayerischen Staat, wurde man dann gefördert von der IHK,
01:38:48: und da hatte man so ein 3000 Mark damals bekommen für Ausbildungszwecke,
01:38:53: und dann habe ich das in meine Weinausbildung gesteckt,
01:38:56: und dann habe ich schnell, dann auch bin ich nach dem Königshof zum Christian Bau,
01:39:01: und da war dann der Sommelier weg, und dann konnte ich die Sommelierstelle übernehmen,
01:39:05: und dann ging es halt los.
01:39:07: Kast, direkt nach der Ausbildung oder?
01:39:09: Ja, da war ich erstmal in der Kombi, und dann bin ich da so reingerutscht,
01:39:12: war aber allerdings im Rückblick zu früh, muss ich sagen, ich habe zu früh...
01:39:16: Wir haben eine nächste Frage gewesen, also fällst du das dann hilfreich,
01:39:19: wenn man so ein Frühstück schlussrecht hat?
01:39:21: Ja, das war schon eine wahnsinnige Überforderung auch, das muss man schon sagen.
01:39:24: Also da hast du ja dann auch die ganzen fetten Bordeaux,
01:39:27: und dann liest du immer den Parker da rauf und runter,
01:39:29: und dann hast du eigentlich keine Ahnung, aber trotzdem irgendwie...
01:39:35: ich habe mich da durchgebissen, wirklich, und dann war ich ja in Berlin,
01:39:41: bei Brandenburger Hof, genau, ja, das war auch eine Hammerart.
01:39:47: Das war noch vorderein deutschen Weinkarten?
01:39:49: Nein, nein, nein, ich bin nach Matthias' Datan gekommen.
01:39:52: Ah, so rum war das ja? Genau, okay.
01:39:54: Ja, das war eine tolle Karte, der Betrieb war ja so ein bisschen schwierig auch,
01:39:57: ist das ja nochmal ein anderes Thema, aber ich habe sehr viel mit deutschen Weinen dazu tun gehabt,
01:40:02: das war natürlich spitzell.
01:40:04: Und dann war ich auf Mallorca, also ich wollte immer mal im Ausland arbeiten,
01:40:09: aber Mallorca weiß ich nicht, ob das so auswandt ist, weil ich war...
01:40:14: Und ich kann sagen, hast du ja nicht geschafft?
01:40:17: Das war wirklich lustig, weil ich habe irgendwie versucht, spanisch zu lernen,
01:40:21: ich bin ja mit meinem Auto runtergefahren, und ich hatte damals eine Stammbärgernummer,
01:40:26: und dann bin ich da so ein Bäcker und habe mir ein Abgemurkst auf Spanisch,
01:40:31: da meine Bestellung, und die Frau hinterm Dresen,
01:40:34: "Ja, mein Sancti, das ist mit der Stammbärgernummer, ja, wo sind Sie denn hier?"
01:40:39: Das war nicht so aufweirisch, auch noch so...
01:40:41: Ich dachte, ah, das ist mit Spanisch, das kannst du echt vergessen,
01:40:44: da hat sich hier Spanisch lernen vergessen, einfach.
01:40:47: Das war so lustig, also ich habe da bei der Schörkurve Gruppe gearbeitet im Hotel Madaval,
01:40:52: es war so easy, also um 5 Uhr musste ich anfangen abends,
01:40:56: und da so ein paar Fläschern aufmachen, da waren so viele russische Leute,
01:41:00: so Russen, Gäste, die konnten immer nur so zwei englische Wörter, so "bring, bring, put, put",
01:41:05: das war das einzige, und dann hat man da irgendwie so Weinchen aufgemacht,
01:41:09: ah, und Röderer Kristalle ausgeschenkt und so,
01:41:12: und dann morgens bist du dann Strand, und da hast du ja irgendwie so eine Melone gekauft,
01:41:16: es war wirklich toll, es war so cool, das war die relax der Arbeitsstelle aller Zeiten,
01:41:23: war so fast so hippiemäßig.
01:41:27: *Klopfen*
01:41:30: Okay, stellt euch vor, ihr steht irgendwo in Nordspanien,
01:41:46: vor euch diese riesigen Pyrenäen, wie eine Mauer zwischen Frankreich und Spanien,
01:41:52: und unten, ganz am Rand liegt Empoda, dort treffen Berge auf Mittelmeer, klingt malerisch, oder?
01:41:58: Aber was da abgeht, ist pure Naturgewalt, es gibt einen Wind,
01:42:01: die Transmontane, der pustet mit über 120 Stundenkilometer durchs Land, der trocken alles aus,
01:42:07: und du denkst dir, wie um alles in der Welt wachsen hier überhaupt Trauben?
01:42:11: Aber genau dieser Wind ist das Geheimnis, er schützt die Reben vor Krankheiten
01:42:16: und bringt diese unglaubliche Klarheit in die Luft,
01:42:19: und das Beste, die Trauben, die hier überleben, sind pure Konzentration, Geschmack, pure,
01:42:24: kein Schnickschnack, nur Natur und Kampfgeist, und dann das Weingut Perilader.
01:42:29: Seit 1923 gibt es das, und dahinter steckt ein Mann namens Miguel Mateo, der hatte richtig was vor.
01:42:36: Er wollte die alte Weinbautradition der Mönche aus dem 14. Jahrhundert wieder beleben,
01:42:40: also hatte die Burg von Perilader gekauft, eine Burg, nicht nur mit Weinbergentrum herum,
01:42:46: und auch mit einer Kunstsammlung historischen Dokumenten, um so einen Ort nicht nur für Wein,
01:42:50: sondern für Wein und Kultur zu schaffen. Hier denkt man Gesamtheit auf jeder Ebene.
01:42:55: Also auch wie man im Einklang mit der Natur arbeitet, minimaler Wasserverbrauch, erneuerbare Energien,
01:43:00: Schutz der Böden, das Weingut ist ein Paradebeispiel für ein gesamtheitliches Denken,
01:43:05: und dann diese einzigartigen Weinberge.
01:43:08: Lehmböden, Schiefer, vulkanischen Ursprung, da ist alles dabei.
01:43:12: Es ist sogar einen Weinberg, direkt am Mittelmeer, unfassbar wie die salzige Brise, die Reben überzieht.
01:43:18: Und genau das macht die Trauben so einzigartig.
01:43:21: Dieser Ort ist Faszination, ist Geschichte pur.
01:43:24: Und Miguel Mateo hat diesen Ort nicht nur bewahrt, er hat ihn weiterentwickelt.
01:43:28: Er wollte das Wein mehr als so ein Getränk, und so ist Wein bei ihm, Kunst, Kultur, Tradition und Innovation in einem.
01:43:35: Und das spürt man.
01:43:37: Das spürt man, wenn man den Perelada Tintur Reservas Cinco Finques 2019 probiert.
01:43:42: Es ist nicht nur ein Wein, es ist die Essenz der Empodar.
01:43:45: Von diesen krassen Naturgewalten, von Böden, den Menschen, die alles dafür geben, dass dieser Geschmack in die Flasche kommt.
01:43:52: Es ist das Beste von Geschichte und Moderne.
01:43:55: Wie großartig ist das denn bitte?
01:43:57: Und so haben wir in diesem Wein auch wieder das Gesamtheitsdenken.
01:44:00: Die Gesamtheit aus fünf Rebsorten.
01:44:02: Wir haben auf der einen Seite Cabernet Sauvignon.
01:44:04: Der sorgt für Struktur und Ordentlichtanin.
01:44:06: Das rückt gerade im Wein.
01:44:08: Und dann haben wir Ganache.
01:44:09: Die liebt die Sordene und die trockene Hitze, schmeckt nach roten Beeren und hat so eine intensive Würze.
01:44:15: Syrativ, dunkel, ein bisschen Pfeffer, gemacht für kräftige Aromen.
01:44:19: Wir haben dem erloh.
01:44:21: Der bringt die Eleganz rein.
01:44:22: Das Weiche, das Harmonische, das den Wein so geschmeidig macht, ihn untermalt fundamentiert, ihm die Fleischigkeit gibt.
01:44:29: Und dann ist er noch Samso, auch Carinio genannt, die heimliche Helden.
01:44:33: Die hat eine dicke Schale, kommt mit allem klar, was die Natur ihr entgegenwirft und liefert diese mineralische Tiefe, die so richtig begeistert.
01:44:41: Und jetzt zu den Weinbergen.
01:44:43: Das sind die Cinco Fingis.
01:44:45: Also fünf verschiedene Lagen, jede mit einem eigenen Charakter.
01:44:48: Zum Beispiel Malavienna.
01:44:50: Da ist der Boden voll von Eisen und Leben.
01:44:53: Perfekt für kraftvolle Weine.
01:44:55: Oder Spoiler, vulkanischen Ursprungs.
01:44:57: Das bringt so richtig Kraft und Intensitäten, die Mineralität.
01:45:00: Und nicht zuletzt die Finkachewert.
01:45:02: Wir erwähnt direkt am Mittelmeer.
01:45:04: Und das sind ein Jahr wie 2019.
01:45:06: Erst milde Winter, dann früher Austrieb im Sommer, heiß und trocken wie die Hölle.
01:45:10: Die Reben mussten tief graben um Wasser zu finden.
01:45:13: Und das hat die Trauben noch mal intensiver gemacht.
01:45:15: Später im Jahr kam kühle Winter und klare Nächte.
01:45:17: Das hat die Reife langsam und gleichmäßig abgeschlossen.
01:45:21: Ein Jahrgang mit einer absolut perfekten Balance und Konzentration.
01:45:25: Im Keller, Temperatur kontrolliert die Vergierungen, damit die Arroben halten bleiben, wo sie hingehören.
01:45:30: Der Ausbau 18 Monate in französischen Eichenfässern.
01:45:33: Eine Mischung aus neuen und gebrauchten Fässern, um Holz und Frucht perfekt auszubalancieren.
01:45:38: Und dann das Erlebnis im Glas.
01:45:40: Tiefes Rubinrot, leichte Violette Reflexe.
01:45:43: Was für ein Anblick.
01:45:44: In der Nase Reife kürschen schwarze Johannesbären.
01:45:47: Ein bisschen Vanille, Zehen an Holz und diese mediterranen Kräuter,
01:45:50: die so faszinierend das Ganze ergänzen.
01:45:53: Am Gaum, kraftvoll aber elegant.
01:45:55: Feinkönigentaninen und einer feinen Säure, die den Wein trotz seiner Kraft frisch erscheinen lässt.
01:46:00: Der Abgang lang, komplex, mineralisch mit einer perfekten Balance.
01:46:04: Der Perilade Tinte Reserver Schinkofinges 2019 ist kein einfacher Wein.
01:46:09: Er ist ein Statement.
01:46:10: Er ist ein Sinnbild für die Region Empoda.
01:46:12: Und es ist unfassbar, was die Familie so ge Matheos über Generationen hier erschaffen hat.
01:46:16: Denn wenn man diesen Wein trinkt, schmeckt man die salzigen Küstenwände,
01:46:20: die tiefen Wurzeln der Reben und die unbärndige Suche nach Perfektion.
01:46:23: Vielen lieben Dank dafür.
01:46:25: Und noch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
01:46:30: Und dann hat mich der Anruf ereilt aus Schloss Beensberg vom Restaurant Van Do.
01:46:48: Die brauchen 9 Sommelier und ob ich da Interesse hätte.
01:46:51: Und da war ich dann fast vier Jahre.
01:46:53: Und das war auch nochmal so ein letzter Schliff.
01:46:56: Das war auch sehr anstrengend.
01:46:59: Es war wahnsinnig viel Arbeit.
01:47:01: Wir haben ja Teildienst gearbeitet.
01:47:03: Und dann gab es ja auch dann dieses 21-Gang-Menü,
01:47:06: das mittags und abends serviert wurde.
01:47:08: Also da hast du eigentlich rund um die Uhr geackert nur noch.
01:47:11: Und trotzdem war das ...
01:47:13: Was für ein Pensum, was man da absolviert, oder?
01:47:16: Wahnsinn.
01:47:17: Das war ein Mittags in kompletter Vollanspannung.
01:47:20: Und dann abends gleich nochmal, also zweimal, drei, vier Stunden,
01:47:24: richtig extrem konzentriert.
01:47:26: Das waren ja auch die Zeiten dann noch, wo die Restaurants noch anders besucht wurden.
01:47:30: Wo Wissler ja da gerade extrem gehypt wurde in dem oder seine erste Hypephase.
01:47:36: Wo er im Fokus von allen war, mehr oder weniger als bester Deutscher Koch,
01:47:41: neben Harald Wulfer damals gefeiert wurde.
01:47:43: Und du da mittendrin.
01:47:46: Du warst ja da auch noch extrem jung.
01:47:48: Da ist man natürlich belastbar.
01:47:50: Aber parallel dazu lernt man natürlich noch ganz krass.
01:47:53: Und dann merkt man, okay, da hat mich jemand was nach ...
01:47:56: keine Ahnung, Schattelkeer Warn gefragt.
01:47:58: Den haben wir jetzt nicht auf der Karte noch nie gehört vielleicht,
01:48:00: weil der erst 25 warst.
01:48:03: Man liest dann in den Zwischenzeiten, hat irgendwelche Weinreisern,
01:48:06: hat dort die Einladung, weil du natürlich dann auch im Fokus stehst.
01:48:09: Absolut.
01:48:10: Und diese Einladung, die man dort bekommt,
01:48:12: natürlich dann auch wahrnehmen möchte zu der Probe oder zu der Veranstalte.
01:48:15: Du bist ja im wahrsten Sinne des Wortes vielleicht nicht 24/7,
01:48:19: aber 20 und 7 unterwegs.
01:48:21: Ja, absolut.
01:48:22: Aber es war wirklich toll auch ...
01:48:26: war nicht alles toll, aber nirgendwo ist alles toll.
01:48:29: Aber es war im Rückblick, muss ich schon sagen, war das eine ...
01:48:32: Da hat mir unglaublich geholfen auch danach.
01:48:36: Ich bin ja der Master auf Wein geworden.
01:48:38: Und ein Thema ist ja Master auf Wein zu werden,
01:48:40: aber es ist andere auch, was daraus zu machen.
01:48:43: Und da haben wir diese Kontakte, die ich da in dieser Zeit auch geknüpft habe.
01:48:47: Und auch dieses, das mich dann schon viele Leute kannten,
01:48:51: als Chefsommelier im Dreier-Sterne-Restaurant,
01:48:54: hat mir dann unglaublich geholfen.
01:48:58: Ja, ich fand die Zeit toll.
01:49:00: Mir haben die ersten zwei Jahre deutlich mehr Spaß gemacht.
01:49:04: Da gab es noch nicht dieses ...
01:49:06: Die ersten zwei Jahre beim Bau oder beim Vando?
01:49:08: Beim Wissler, die ersten zwei Jahre.
01:49:10: Da gab es noch eine Allerkartkarte, da gab es auch noch ein kleineres Menü,
01:49:14: also so sieben Gänge halt, klassisch.
01:49:17: Und das fand ich als Sommelier viel interessanter.
01:49:20: Weil da auch noch nicht so diese Weinreisen ...
01:49:24: Weil wenn du 21-Gang-Menü hast, dann bestellen alle Weinreise,
01:49:28: weil sie völlig überfordert sind,
01:49:30: weil da steht ja auch keine Ahnung, auch diese Produkte.
01:49:33: Und so, da weiß ja dann immer keiner,
01:49:35: oh Gott, da ist jeder unsicher, was soll ich denn jetzt da trinken?
01:49:38: Und viele sind dann hingekommen, sagen,
01:49:41: ich will die Küche vom Wissler erleben.
01:49:43: Und der Wein interessiert mich jetzt eigentlich gar nicht so wirklich.
01:49:47: Und da war das als Sommelier dann irgendwie Fahrt, muss ich sagen.
01:49:51: Da hat man dann immer diese Weinreisen gemacht.
01:49:54: Und das ist ja auch Wahnsinn.
01:49:56: Du kannst ja auch 21 Gänge, du kannst ja nicht 21 Weine.
01:49:59: Also, wenn du sieben Weine aussteigst, das war eh schon zu viel,
01:50:02: weil da sind die Leute ja nach dem ...
01:50:04: Das waren ja alle dann ... Das war auch zu viel.
01:50:06: Macht das heute auch gar nicht mehr.
01:50:08: Ja, also besoffen und zwar der Aromenoberflow.
01:50:10: Also, dass man dann halt eigentlich zu viel konsumiert hat,
01:50:13: sich auf zu viele Sachen einstellen musste
01:50:15: und das dann irgendwann nicht mehr verarbeiten kann.
01:50:17: Und am Schluss dann fast entweder betrunken oder missmutig wird.
01:50:20: Wenn man dann irgendwie das Gefühl hat, ich kann das sowieso alles nicht mitnehmen.
01:50:23: Also, das wäre so die Frage dann auch gewesen,
01:50:25: wie macht man das dann mit 21 Gängen, fügt man dann 3 Gänge zusammen?
01:50:28: Ja, man macht das zu sehr genau.
01:50:30: Man macht das zusammen dann auch.
01:50:32: Da kannst du es ja dann ohnehin mehr oder weniger nur mit der Schrotflinte
01:50:35: beschießen, die verschiedenen Gänge, wo du sagst,
01:50:38: irgendwas passt dann dort und trinkst du selber Weinmenü,
01:50:41: wenn du im Restaurant bist oder ...
01:50:43: Nee, gar nicht.
01:50:45: Also, weil ...
01:50:47: Ich hab dann so Bock auf einen Wein.
01:50:49: Und den möchte ich dann in die Flasche nehmen.
01:50:51: Auch, weißt du, damit mein Mann zusammen, wenn wir dann essen gehen,
01:50:55: und dann finde ich auch, dass man einen Wein dann auch richtig kennenlernt.
01:50:59: Immer nur so ein kleines Schluck, und dann kommt schon der nächste.
01:51:02: Das finde ich manchmal auch ...
01:51:04: Ich find's auch schön, wenn man mal so eine Flasche bis zum Schluss,
01:51:08: jetzt nicht alleine, sondern halt zu zweit oder auch zu dreht,
01:51:12: dann kannst du den Wein ...
01:51:14: Dann, ah, wie entwickelt er sich?
01:51:16: Wie ist der, wie erlebt ist denn auch der Gast?
01:51:18: Und so, das finde ich irgendwie viel spannender.
01:51:22: Und ja ...
01:51:24: Wie man sagt, das ist eine Berufskrankheit,
01:51:26: weil die Tame ist eigentlich selten Weinmenüs nehmen,
01:51:29: weil sie den Wein dann nicht so als Erlebnis wert,
01:51:32: sondern einfach als Begleitelement nehmen.
01:51:34: Oder manchmal einfach dann eine Trophäe trinken wollen,
01:51:37: wo sie sagen, die hab ich sonst selber nicht auf der Karte,
01:51:40: oder die kann ich mir sonst, wer, keine Ahnung, nicht leisten oder nicht suchen,
01:51:43: oder was auch immer,
01:51:45: anstatt sich von einem Kollegen inspirieren und begeistern zu lassen.
01:51:48: Gut, also, man kann ja trotzdem sagen ...
01:51:50: Dass der Wein wieder zur Arbeit wird?
01:51:52: Ich finde, man kann trotzdem ja sagen, Mensch,
01:51:54: wir haben ja jetzt auf diesen Rieslingen hin,
01:51:56: und der ach, guck mal, die haben hier Jahrgang 17 und 8,
01:51:59: und dem, da hab ich jetzt Bock, den Kauber.
01:52:01: Aber dann kann man ja trotzdem so ein Someli sagen,
01:52:03: Mensch, wir kriegen Zwischengang,
01:52:05: das und das, oder der Someli sagt,
01:52:07: Mensch, da kann man ja einen Glaster zunehmen,
01:52:09: zu dem Eingang, kann man ja trotzdem machen,
01:52:11: dass man so ein bisschen kombiniert,
01:52:13: dass der Someli auch zeigen kann,
01:52:15: oder dass man sagt, ah, Mensch, da hab ich jetzt wieder was Neues,
01:52:18: und da entdeckte ich das, mach ich schon.
01:52:20: Ich meinte damit auch mehr, dass wenn wir diese Weinreise,
01:52:23: dieses Weinmenü dann nehmen,
01:52:25: dass wir automatisch diesen Arbeitsmotor zu haben.
01:52:28: Ja, genau.
01:52:29: Also dann wieder anfangen zu bewerten,
01:52:31: und wieder anfangen zu kategorisieren,
01:52:33: und hat das jetzt gut gemacht oder nicht gut gemacht.
01:52:35: Oder hätte ich das anders gemacht,
01:52:37: und dann ist man raus aus der totalen Entspannung,
01:52:39: also gar nicht despektierlich, den Kollegen gegenüber zu sein,
01:52:42: oder zu sagen, ich trinke lieber meine drei Flaschen alleine,
01:52:45: sondern einfach, dass man entspannen möchte.
01:52:47: Und da hilft es dann schon mit Wein,
01:52:49: weil wir das ja irgendwie alle wertschätzen,
01:52:51: aber sich darin dann im wahrsten Sinne des Wortes fallen zu lassen,
01:52:54: und dahin rieseln zu lassen.
01:52:56: Ja, weil ich finde auch,
01:52:58: also Wein ist für mich Warn,
01:53:00: ist ein ganz wichtiges Thema,
01:53:02: aber ich mag auch über andere Dinge sprechen können.
01:53:05: Das ist ja auch ganz witzig oft,
01:53:07: also wenn man jetzt so maßdorfwein wird,
01:53:10: dann ist das ja für viele Leute ja irgendwie interessant,
01:53:14: und dann ist es mir oft passiert,
01:53:17: dass Leute sich so mit einem anfreunden wollen,
01:53:19: und dann findet man die auch Sympathis,
01:53:21: und dann kommen die zu mir nach Hause,
01:53:24: und die denken dann, wenn die bei mir sind,
01:53:27: wir trinken nur Kostürie und Romani Conti,
01:53:30: und weil Romani Conti aus ist, trinken wir halt Mutton Rutschelt
01:53:33: und zwar Jahrgang 45,
01:53:35: weil das 47er Chevrolet Blanc jetzt aus ist, ja.
01:53:38: Und dann reden die noch,
01:53:41: mein Mann ist da auch da, der wohnt auch hier, ja.
01:53:44: Und die interessiert sich,
01:53:47: die interessiert sich null für mein Mann,
01:53:50: der ist ja auch ein interessanter Mensch,
01:53:52: der ist Architekt, der macht ganz tolle Sachen,
01:53:55: und dann wollen die nur über Wein reden,
01:53:57: und das würde ich da irgendwie gruselig,
01:53:59: weil ich sage, Mensch, mach doch noch andere Interesse,
01:54:02: wir haben zwei Kinder, wir reisen viel,
01:54:04: wir haben irgendwie ein Riesenumfeld,
01:54:06: ganz verschiedene Leute, die wir kennen,
01:54:08: da habe ich überhaupt keinen Bock drauf.
01:54:11: Lehne ich auch kategorisch ab, also auch wenn wir Familienfeiern haben,
01:54:14: und jemand fängt mit dem Weintema an, bin ich raus.
01:54:17: Also dann wechsle ich sofort das Gespräch,
01:54:19: weil das ist für mich in dem Sinne, ich liebe das Thema,
01:54:22: ich liebe es immer, aber es ist bei mir sonst der Rest des Tages,
01:54:25: und ich möchte mich mit anderen Dingen beschäftigen,
01:54:28: als im Wein.
01:54:30: Absolut, absolut.
01:54:32: Ich sage, wenn jetzt mein Mann irgendwo eingeladen ist
01:54:34: und mich anerfragt, und was machen Sie,
01:54:36: ich sage, ich bin Hausfrau,
01:54:38: dann bin ich raus.
01:54:40: Es funktioniert super, also,
01:54:44: da wird man so ein bisschen mitleidig angeguckt und so,
01:54:47: aber ist egal.
01:54:49: Was ja auch schade ist, ein Ehembe hat ja so ein Ruf.
01:54:53: Absolut, absolut.
01:54:55: Hast du einen Alltagswein zu Hause, also wenn du dann Gäste hast,
01:54:58: der wird schon Alltagswein, oder ist es dann,
01:55:00: wenn halt mein 45er Blanc aus ist, dann doch 45 Mutant.
01:55:03: Ja, also ich habe schon einen Weinkeller,
01:55:06: der sich aber nie fühlt, weil ich immer so viel Wein verschenke,
01:55:09: weil da bin ich immer so begeistert,
01:55:11: und dann komme ich immer so, Mensch, da habe ich den, wo du probierst,
01:55:14: und ich verschenke immer alles.
01:55:16: Und ich habe aber schon,
01:55:18: mein Mann liebt Silvana, der ist ja Frank,
01:55:21: und wir haben aber so ein Haustilvana.
01:55:23: Also das wechselt dann auch immer.
01:55:25: Also ich habe jetzt schon vom Ökowheingutzang,
01:55:29: der reine Zang aus Nordheim,
01:55:31: oder dann halt irgendwie vom Luka-Zähenthof.
01:55:34: Aber jetzt nie das große Gewächs oder so,
01:55:37: sondern irgendwie so ein schöner Silvana,
01:55:39: oder Ups, vom Weingut Wirsching,
01:55:41: oder von den Knolls, die liebe ich ja ohne Ende.
01:55:44: Das Weingut Knoll finde ich auch immer so toll.
01:55:46: Und dann, oder vom Bürgerspital,
01:55:48: weil meine Schwiegermamma, die war aus Würzburg,
01:55:51: der war immer der Inbegriff der Kultiviertheit,
01:55:54: irgendwie erst mal in die Kirche zu gehen,
01:55:56: und dann irgendwie am Friedhof vorbei zu gehen,
01:55:58: und danach Mittagessen im Bürgerspital
01:56:00: und ein Silvaner trinken.
01:56:02: Und das pflegen wir auch.
01:56:04: Also ich habe, wir haben so ein Bild von meiner Schwiegermamma,
01:56:07: die ist leider schon verstorben, aufgestellt,
01:56:09: und da stelle ich immer eine Flasche Bürgerspital zu Weihnachten,
01:56:12: neben das Bild, weil der weiß, da gehen wir immer vor,
01:56:15: an den Bild vorbei, weil man hat nicht, ach, Mumi,
01:56:18: das war der Spitzname, der würde jetzt schmecken,
01:56:21: aber wir trinken ihn irgendwann an Weihnachten für dich.
01:56:24: Das ist irgendwie, das ist so ein Running Gag auch.
01:56:27: Aber Wein ist ein gutes Geschenk.
01:56:30: Also wonach suchst du den aus?
01:56:32: Versuchst du deinen Geschmack dann zu repräsentieren
01:56:35: oder versuchst du den Beschenken zu erkennen
01:56:38: oder zu sehen oder was Besonderes?
01:56:41: Oder ist das, ah, und der Wein ist dann
01:56:44: mehr oder weniger im Mittel des dazu?
01:56:47: Ja, absolut. Ja, finde ich auch.
01:56:49: Also such mal aus, auch Mensch, was könnte,
01:56:51: oder man weiß, ach, der hat gern Rotwein oder so,
01:56:54: ach, Mensch, was habe ich im Gerichenland so viel probiert,
01:56:57: ich habe da einen tollen Eichhittiko, das könnte dem schmecken
01:57:00: und dann brich ich das mit.
01:57:02: Und dann, ja, also ich bestelle auch immer dann
01:57:05: verschiedene Sachen, also ich trinke im Moment total gern Lack rein.
01:57:08: Gott, ich fuhre überhaupt gar nichts mit anfangen,
01:57:11: Lack rein, was haben die denn immer mit ihrem komischen Lack rein
01:57:14: und eben als Klick gemacht, ist das lecker.
01:57:17: Und dann trinke ich, ich trinke im Moment viel lieber Rotwein
01:57:20: als Weißwein. Ja.
01:57:22: Bist du das oder ist das die Entwicklung?
01:57:24: Weil das habe ich manchmal auch, dass man sagt,
01:57:26: okay, früher bin ich da nie dran gekommen
01:57:28: und mittlerweile habe ich zu der und der Rebsorte
01:57:31: zu dem Gebiet eine gewisse Affinität oder Begeisterung
01:57:34: und ich stelle dann irgendwo fest, manchmal bin ich das,
01:57:37: dass ich mich in meiner persönlichen Entwicklung
01:57:40: mit einmal auf einer ganz anderen Ebene befinde.
01:57:42: Manchmal ist es aber eben auch die Entwicklung,
01:57:44: zum Beispiel beim Lack rein um die Rebsorte
01:57:46: oder im Laufe von Ränkischen ist ja auch so etwas,
01:57:48: was die letzten zehn Jahre eine wahnsinnige Entwicklung
01:57:50: vollzogen hat und durchlaufen ist.
01:57:52: Und da ist immer die Frage, wer ist das?
01:57:54: Ich glaube, es bauscheidlich beides auch.
01:57:56: Oder findest du nicht auch? Ja, irgendwie, ne?
01:57:58: Ich finde auch, wenn du "Somily" anfängst,
01:58:03: dann ist ja eigentlich Bordeaux,
01:58:06: ist ja Baby einfach, eigentlich im Prinzip.
01:58:09: Deswegen, ich sage immer, das ist das, ich trinke auch,
01:58:11: die Yuppies, alle Bordeaux, weil das ist ja total Baby einfach.
01:58:14: Das checkt die da. Weißt du, weißt du,
01:58:17: weißt du Jahrgang, weißt du, Schattöchen,
01:58:19: bist du fertig, so.
01:58:21: Und dann musst du dich aus "Somily" mit Burgund beschäftigen.
01:58:25: Was ja in unserer Zeit oder Silvia, wo wir angefangen haben,
01:58:28: noch wesentlich einfacher war, weil die Dinge noch halbwegs bezahlbar waren.
01:58:31: Heute ist es ja wahnsinnig.
01:58:33: Dann hast du mit "Pinot Noir" zu tun, völlig kompliziert.
01:58:36: Irgendwie 150 Weingut, 57 Millionen verschiedene Lagen,
01:58:41: die Jahrgänge, alle total krass.
01:58:43: Und dann die Entwicklung auch von "Pinot Noir".
01:58:46: Und dann ist ja da, dann ist er wieder weg im Glas.
01:58:49: Und dann sollst du "Somily" in der Empfehlung machen.
01:58:53: Und dann gerade diese Burgundertrinker, wo ja viele total die Weingicks sind,
01:58:57: das fand ich mit das Schwierigste.
01:59:01: Da hab ich echt geschwitzt, wie blöd.
01:59:03: Burgund hat mich, bringt dein echtes Schwitzen.
01:59:05: Und dann musst du wirklich, also Bordeaux kannst du dann auch so vielleicht
01:59:10: hier arbeiten, aber Burgund, da musst du ein paar Mal hin und paar Mal...
01:59:14: Freak werden.
01:59:15: Ja, und dort sein Vorort, sein Verstehen.
01:59:17: Genau. Und dich auch mit der Reb-Sorte anfreund, damit du die Qualität checkst.
01:59:21: Weil ich finde, Bordeaux, also früher, also als...
01:59:27: Ich hörte es hier an, die Oma erzählt vom Krieg, ich komm immer schon mal so vor.
01:59:31: Aber damals war das so, Qualität hat sich dann so mit Konzentration gleichgesetzt.
01:59:36: Das hat sich ja jetzt auch geändert, Gott sei Dank.
01:59:38: Aber da konnte man das die Qualität auch leichter beurteilen so.
01:59:42: Aber Burgund ist ja die Qualität, dass es einfach der Wein mehr Schichten bekommt
01:59:46: und nicht unbedingt fetter und kräftiger wird.
01:59:48: Und das muss doch Someli erstmal diese kapieren.
01:59:51: Was ist denn da eigentlich jetzt Qualität in Pino Nora?
01:59:54: Weil da trinkst du dann, am Anfang denkst du das, ja, irgendwie so eine dürre Plöre.
01:59:58: Manches ist ja auch eine dürre Plöre.
02:00:00: Das muss man jetzt auch mal ganz ehrlich sagen, oder?
02:00:02: Man muss auch sagen, das 95-alter produzierte Burgund hat wirklich schrotzen in seinem Namenleben.
02:00:06: Also das ist halt in der Tat so.
02:00:08: Also das Gebiet ist ja auch relativ groß.
02:00:10: Und es gibt ja auch viele Produzenten, die nicht wirklich glänzen.
02:00:13: Und wenn man das in seinem Glas hat, dann fragt man sich auch, okay, dreistellig.
02:00:19: Der Preis war jetzt nicht wirklich angemessen und das finde ich jetzt irgendwie schade.
02:00:23: Und ich finde es auch sehr, sehr schwer, das dann irgendwann zu erkennen.
02:00:26: Also da ein Bewusstsein für Qualität, für Besonderheit, für Außergewöhnlichkeit.
02:00:31: Aber noch schwerer.
02:00:32: Und das finde ich, ist so die ganz, ganz große Kunst, es zu vermitteln.
02:00:36: Also als Sommi begun zu erklären ist für mich die aller, aller schwierigste Aufgabe.
02:00:39: Du hast nicht bestimmte Aromenfelder, die du deklinieren kannst, wo du sagen kannst, okay,
02:00:43: wenn man darauf achtet, es hat nur der Wein.
02:00:45: Darum schmeckt ein Rhumier so oder ein Kompogysch so.
02:00:48: Und darum ist es ja so außergewöhnlich, dass der Gast es übersetzen und eben auch verstehen
02:00:53: und dann auch wertschätzen kann.
02:00:55: Total.
02:00:55: Weil ich ja nicht immer unbedingt auch die Erfahrungen seitens des Gastes habe.
02:00:59: Und der sagt, okay, ich möchte jetzt gerne mal 200 Euro für eine Flasche Wein ausgeben
02:01:03: oder 500 oder 1000 Euro.
02:01:05: Und möchte die Wertigkeit greifen und ihm das dann verbals begleitend darzulegen,
02:01:11: dass das eine gute Wahl war, dass er darauf achten muss, dass genau darum dieser Wein
02:01:16: diese Einzigartigkeit ist.
02:01:18: Ich finde, das ist das Schwere.
02:01:20: Ja, absolut.
02:01:21: Und darum wird eigentlich zur Königsklasse.
02:01:24: Also nicht wegen der Weine oder das schon auch und auch von Winzer Seite oder wie auch immer.
02:01:28: Aber für uns Sommi ist es zur Königsklasse.
02:01:30: Und wenige finde ich, können das die meisten gehen dann irgendwie hin und sagen,
02:01:34: das Wein gut bla bla bla oder eben die Lage oder die Klassifikation
02:01:39: oder der Jahrgang, der sowieso bei jedem Wein gut dann irgendwie gut war.
02:01:43: Aber du hast auch nicht mehr die Keller.
02:01:45: Du hast auch nicht mehr die Keller.
02:01:46: Weißt du, diese Weinkeller, wo gibt es denn die noch, also wer kann sich noch so viel Kapital binden?
02:01:51: Also da gibt es vielleicht noch die Traube Thumbach, die haben Riesenkeller
02:01:55: oder ich weiß nicht auch, wo noch so Riesenkeller sind,
02:01:59: wo du auch so eine Jahrgangstiefe hast und wo auch Stefan Gass ist für mich einer der besten.
02:02:04: Ja, es ist unglaublich.
02:02:05: Der kann das alles.
02:02:07: Ja, auch.
02:02:08: Der kann wirklich die ganzen...
02:02:09: Du hast auch die Personen, die das vermitteln können.
02:02:11: Wahnsinnig unglaublich.
02:02:13: Das finde ich unglaublich beeindruckend.
02:02:16: Aber du musst auch Sommi die Möglichkeit haben.
02:02:19: Und dann auch, ich finde, das ist so ein bisschen auch,
02:02:25: dass wenn man, das gibt eine sehr hohe Fluktuation in diesem Job.
02:02:29: Und die Weinkarten, eine Weinkarte aufzubauern, dauert ja auch ein paar Jahre.
02:02:34: Und das merkst du halt dann auch.
02:02:38: Also das ist halt dann, ich habe auch noch vier Jahre,
02:02:41: hatte ich, konnte ich nicht mehr, ich war einfach durch beim Wissle.
02:02:45: Also das war einfach dieses Arbeitspensum.
02:02:47: Und ich wollte ja dann auch Master auf Wein machen.
02:02:49: Und ich war dann auch 32.
02:02:51: Wolltest du damals schon?
02:02:52: Ja, ja.
02:02:53: Dann hast du das damals schon?
02:02:54: Ich habe das dann auch aufgehört, um mir ein Jahr Auszeit für den Master auf Wein zu nehmen.
02:02:58: Ich habe das da schon alles vorgeplant gehabt.
02:03:01: Also ich habe gesagt, so, da höre ich jetzt auf.
02:03:03: Das erste Jahr habe ich noch berufsbegleitend gemacht.
02:03:06: Und dann habe ich gemerkt, der Job und dann noch das Studium vergiss es.
02:03:10: Das wirst du niemals, das geht einfach nicht.
02:03:12: Du kannst dich 20, 7 und dann noch ein Master auf Wein machen.
02:03:15: Das geht einfach nicht.
02:03:16: Und dann konnte ich mir das damals leisten und konnte mir ein Jahr Auszeit nehmen.
02:03:20: Und warum?
02:03:22: Ich wollte halt immer auch Kinder haben.
02:03:25: Und ich wollte immer eine Familie haben.
02:03:27: Und ich dachte, wenn ich jetzt hier so weiter mache, ich bin 32.
02:03:30: Und ich will aber trotzdem auch meinen Job haben.
02:03:33: Ich will auch eine Karriere machen.
02:03:35: Aber Gastronomie bietet einem da nicht so viel.
02:03:39: Und dann habe ich viel zu tun.
02:03:41: Ich fand es schon ganz wichtig, was du erwähnt hast, Master auf Wein zu werden.
02:03:45: Das ist eine, das ist ja schon eine riesen, riesen Leistung.
02:03:47: Also ich glaube, 400 gibt es in der ganzen Welt davon.
02:03:50: Auf der anderen Seite Master auf Wein zu sein, findest du, wir haben in Deutschland die Möglichkeit, Master auf Wein zu sein.
02:03:57: Denn meinem Bewusstsein nach gibt es eigentlich lediglich Länder wie zum Beispiel,
02:04:02: vielleicht China, Amerika, teilweise Japan, die die Möglichkeit auf dem Bahn,
02:04:08: das, was man dort an Zeit und an Geld reinterpretiert, das wirklich auch irgendwo umzusetzen.
02:04:13: Und diesen Beruf eben auch mit der Anerkennung und auch mit der Bühne dann eben auch entsprechend zu leben.
02:04:18: Wenn du es bist, ist ja auf der einen Seite, aber die Frage ist ja eben auch, will dich jemand?
02:04:21: Und in Deutschland ist es glaube ich ganz schwer, da Orte zu finden, wo dich jemand will.
02:04:26: Wie zum Beispiel diesen Fachvortrag bei der Vivinum, wo du für mich unglaublich viele wichtige Sachen, die Augen öffnen, waren gesagt hast.
02:04:33: Aber diese Plattform findet man kaum in Deutschland oder sehe ich das falsch?
02:04:38: Ja, das ist jetzt auch eine sehr spannende Frage.
02:04:42: Also ich bin ja viel international unterwegs, eigentlich eher mehr international als national.
02:04:49: Also ich habe viele Kunden, also ich habe einen Kunder, der ist die Napa Valley Wine Academy in Kalifornien.
02:04:57: Für dich auch Online-Kurse mache, für dich Reisen organisiere.
02:05:01: Ich bin jetzt im Juni in Japan, wo wir fürs Deutsche Wein-Institut was machen.
02:05:06: Ich bin in Schweden viel unterwegs, ich bin in Holland auch viel unterwegs.
02:05:13: Da hilft dieser Titel ungemein.
02:05:16: Ich würde die Sachen nicht machen, wenn ich nicht Master of Wine wäre.
02:05:19: Könnte man es rein in Deutschland sein?
02:05:21: Ich glaube schon.
02:05:22: Also könnte man, hat Deutschland eine Plattform?
02:05:24: Ich glaube schon.
02:05:25: Ich glaube, dass wir viele Sachen auch gar nicht auf dem Schirm haben als Someli.
02:05:30: Also ich war zum Beispiel vorgestern eingeladen auf einer Schiffstaufe.
02:05:36: Und zwar bei so einer...
02:05:37: Habe ich gesehen, fand ich toll.
02:05:39: Das war nicht total irre.
02:05:41: Ich fand es auch toll, wie du es beschrieben hast, also auch mit der Schere und so weiter.
02:05:45: Auch dass der Champagner warm sein muss und so.
02:05:47: Das ist ja auch so eine Aufgabe, so was zu vermitteln.
02:05:49: Es ist ein Teil der Weinkultur dann auch irgendwo.
02:05:51: Total.
02:05:52: Da ist ein Gut Wein.
02:05:53: Ja, total.
02:05:54: Ich war nicht Taufpartin, ich war nur eingeladen als Gast und fand es aber trotzdem hinreißend.
02:05:58: Und das ist ein Unternehmen.
02:06:01: Sküller heißen die, ist eine Rederei aus der Schweiz.
02:06:04: Die haben 50 Flusskreuzfahrtschiffe.
02:06:06: Und die haben jetzt drei hammerharte, megageile Kreuzfahrtschiffe da gebaut,
02:06:12: wo die so Gourmetreisen auch da jetzt anbieten wollen.
02:06:15: Und jemand suchend, der so übergeordnet auch für ein internationales Publikum
02:06:20: und Standing für Wein hat.
02:06:22: Das werden Maas da auf Wein.
02:06:24: Und ich glaube, da müsste den Titel noch ein bisschen bekannter machen
02:06:28: und auch noch mehr promoten.
02:06:30: Ich glaube, da müssten auch noch mehr junge Leute auch noch mal nachkommen,
02:06:35: die auch, sagen wir mal, auch eine, ich formuliere es jetzt mal ein bisschen diplomatisch,
02:06:44: die auch, sagen wir mal, eine Qualität in der Zusammenarbeit erkennen.
02:06:49: Also auch Nutzen in der Zusammenarbeit erkennen,
02:06:51: dass man als Maas auf Wein zusammen vielleicht mal guckt, dass man Dinge voran bringt.
02:06:56: Und dann glaube ich, dass es da sehr viel Platz auch dafür gibt.
02:07:00: Also ich fand das Studium, da kann man jetzt immer diskutieren, ist das jetzt,
02:07:04: also aber es geht ja jetzt nicht immer nur um, dass man jetzt Wein verkosten kann.
02:07:10: Es können ganz viele Tollwein verkosten.
02:07:12: Es geht um das Netzwerk.
02:07:14: Und ich finde auch diesen englischen Ansatz sehr interessant, dieses Essay-Schreiben.
02:07:17: Das können wir in Deutschland ja gar nicht.
02:07:19: Aber ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:22: Ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:25: Ich finde, das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:28: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:07:42: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:07:52: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:54: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:56: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:07:58: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:00: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:02: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:04: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:06: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:08: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:10: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:12: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:14: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:16: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:18: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:08:22: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:08:26: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:28: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:30: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:32: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:34: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:08:40: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:42: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:08:46: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:48: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:08:50: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:09:00: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:02: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:04: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:09:32: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:34: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:36: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:38: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:40: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:42: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:44: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:46: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:48: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:50: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:52: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:54: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:56: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:09:58: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:00: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:02: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:04: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:06: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:08: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:10: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:10:24: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
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02:10:32: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:34: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:36: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:38: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:40: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:42: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:44: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:46: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:48: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:50: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:52: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:54: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:56: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:10:58: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:11:00: Das ist ein sehr, sehr wichtiges Thema.
02:11:02: Hat es du ein Vorbild?
02:11:04: Wie ist es bei dir so gekommen, wie es ist?
02:11:06: Wie ist es bei dir so gekommen, wie es ist?
02:11:08: Braucht man ein Vorbild?
02:11:10: Es gibt zu wenig Vorbilder,
02:11:12: weil es zu viele Sommys gibt.
02:11:14: Da will ich uns nicht ausnehmen.
02:11:16: Es wird zu schnell erfolgreich.
02:11:18: Du hast direkt nach der Ausbildung,
02:11:20: ich wurde auch relativ schnell erfolgreich.
02:11:22: In noch recht jungen Jahren,
02:11:24: wo ich noch gar nicht die menschliche Erfahrung hatte.
02:11:26: Ich finde schon jemand wie Stefan Gass.
02:11:28: Was finde ich schon?
02:11:30: Du hast gesagt, ich möchte sein wie Stefan Gass.
02:11:32: Ja.
02:11:34: Ich habe den damals junger Sommelier kennengelernt.
02:11:36: Dann war ich irgendwie so voller Ehrfurcht.
02:11:38: Ich dachte, oh Gott, ich traue mich gar nichts zu sagen.
02:11:40: Weil er bestimmt denkt, dass ich bei der Päne oder so.
02:11:42: Ich habe den auf einer Weinreise erlebt.
02:11:44: Da habe ich ihn mit Sebastian Wiesentau an der Rhone erlebt.
02:11:46: Ich habe den auf einer Weinreise erlebt.
02:11:48: Ich habe ihn mit Sebastian Wiesentau an der Rhone erlebt.
02:11:50: Ich finde diese Art, wie er auch Wein beschreibt,
02:11:52: das ist phänomenal.
02:11:54: Ich finde diese Art, wie er auch Wein beschreibt,
02:11:56: das ist phänomenal.
02:11:58: Ich habe den Blindenverkoster vor dem Herd.
02:12:00: Den stest irgendwo ein August Klapp und Kornas.
02:12:02: Ja, was weiß ich.
02:12:04: Ja, ging 1708.
02:12:06: Dann checkt er das halt.
02:12:10: Da merkst du einfach so eine ganz tiefe,
02:12:14: ernsthafte Auseinandersetzung mit Wein.
02:12:18: Das finde ich das Tolle, diese Profession.
02:12:22: Dass man sagt, das ist meine Profession.
02:12:24: Ich setze mich so intensiv und ernsthaft damit in Perfektion.
02:12:28: Das ist wie jemand, der Pianist ist.
02:12:32: Wie einer der besten Pianisten,
02:12:35: Egoer Levitt oder so,
02:12:37: der dieses Instrument beherrscht.
02:12:40: Man kann ja schon sehr viel klimpern.
02:12:43: Kannst du ja irgendwie so eine,
02:12:45: keine Ahnung, mit den Flo-Walzer.
02:12:47: Kannst du ja schon mal sehr überzeugt spielen.
02:12:50: Der Klassiker.
02:12:52: Aber dann,
02:12:54: und das ist für mich schon Stefan Gass,
02:12:57: dieses wahnsinnige Auseinandersetzen
02:13:00: mit diesen Top-Weinen.
02:13:02: Ich habe einen anderen Blick auf Wein.
02:13:05: Ich habe ja auch Lufthansa,
02:13:07: Economy Class im Blick.
02:13:09: Das weiß ich nicht, ob er das könnte.
02:13:11: Vielleicht kann er bestimmt auch, er kann alles.
02:13:13: Ich habe einen anderen Blick auf Wein,
02:13:15: weil ich eine andere Zielgruppe und ein anderes Marketing
02:13:19: und ein anderen,
02:13:21: das gibt ja nicht nur eine Weinbranche,
02:13:23: das gibt ja Zick-Breinbranche.
02:13:25: Der Weinwelt ist ja so fragmentiert.
02:13:27: Das gibt ja so eine,
02:13:29: aber das,
02:13:31: das ist das, was ich bei Stefan Gass,
02:13:34: dieser wahnsinnige Blick auf Wein
02:13:36: und dieses Können.
02:13:38: Hättest du gerne mal bei ihm gearbeitet?
02:13:41: Ja, das hat sich wie nie ergeben.
02:13:43: Und ich weiß auch nicht, ob man dann so eine Chance hat,
02:13:46: aber das wäre dann so eine Masterclass.
02:13:49: Also das ist eigentlich der Enbegriff von Masterclass.
02:13:52: Wenn du, sagen wir mal, bei Stefan Gass,
02:13:54: eine Masterclass machst.
02:13:56: Und jetzt nicht irgendwie da ein paar Boa-Boobus hier,
02:13:59: sondern einfach wirklich mein Jahr mitläufst
02:14:02: und das erleben kannst.
02:14:04: Da musste aber vorher schon ein Master-Student sein,
02:14:07: der schon ganz viel kann.
02:14:09: Dass du dann auch, sagen wir mal, das Privileg hättest dich dann da,
02:14:13: um so zu kommen.
02:14:15: Und ja, vielleicht bräuchte man,
02:14:17: ja, aber die Gastronomie leidet eben an diesen Personalmangel.
02:14:21: Es gibt sehr viel Fluktuation
02:14:23: und da baut sich so viele Möglichkeiten,
02:14:26: können sich gar nicht aufbauen.
02:14:28: Und ich kann ja auch,
02:14:30: ich sehe sie an mir selber.
02:14:32: Ich könnte mir jetzt heute nicht mehr vorstellen,
02:14:34: mit zwei kleinen Kindern in der Gastronomie zu arbeiten,
02:14:36: die Arbeitszeiten sprechen dagegen
02:14:38: und hat sich ja Gott sei Dank schon viel geändert.
02:14:41: Also sind ja nicht mehr Mittags- und Abendservice
02:14:44: und zwar mal, wenn 21 Gänge serviert.
02:14:46: Das könntest du heute,
02:14:48: dann bräuchtest du drei Mannschaften dafür.
02:14:50: Wahrscheinlich ja.
02:14:52: Gibt es sonst einen Laden, wo du gerne noch mal arbeiten würdest,
02:14:54: sei es für eine Woche oder für einen Tag,
02:14:56: oder wo du einfach mal reinschauen würdest, wie es dort läuft,
02:14:58: der dich so als gastronomisch
02:15:00: und als Vino-fiele-Einrichtung interessiert
02:15:02: oder begeistern würde?
02:15:04: Also ich weiß, was wäre das irgendwie,
02:15:06: ja, irgendwie in so ein Frankreich,
02:15:08: irgendwie nochmal, irgendwie so bei Torghroh oder so.
02:15:10: So Old Style?
02:15:12: Ja, irgendwie so Old Style, würde ich mir immer antun.
02:15:15: Aber dann auch, wenn ich jetzt nochmal die Karriere
02:15:18: nochmal machen würde heute,
02:15:20: weiß ich nicht, ob ich mir nochmal
02:15:23: so ein Dreisterne-Laden antun würde.
02:15:25: Ich weiß es nicht. Keine Ahnung, kann ich das so gut im Wahljahr?
02:15:27: Findest du nicht, man braucht das für eine wirklich
02:15:29: erfolgreiche Karriere,
02:15:31: dass das so entweder als Schmuckstücke
02:15:33: oder als harte Prüfung da irgendwie mit beiseinem muss.
02:15:37: Das müssen die über drei Sterne, das kann auch zwei Sterne,
02:15:39: oder wie auch immer, so ein relativ hoch dotiertes,
02:15:42: diskonligiertes Restaurant mit einer großen Weinkarte.
02:15:45: Das sollte schon, ne?
02:15:47: Ja, ich finde auch, das hat mir unglaublich viel gebracht,
02:15:51: diese Resilienz zu entwickeln.
02:15:54: Also du kannst, viele Leute in so einem Dreisternerestaurant,
02:15:58: da geht es ja immer lustig zu,
02:16:00: und es ist ja auch viel Druck,
02:16:02: der da auch ausgeübt wird,
02:16:04: seitens der Gäste, seitens der Tester, dieser Druck, der da ist.
02:16:09: Manche brechen auch da dran, die ist einfach zu viel,
02:16:14: die schaffen das nicht, das ist auch völlig okay,
02:16:17: kann ich verstehen.
02:16:19: Ich habe unglaublich viel Resilienz entwickelt.
02:16:22: Und die bringt mich, das ist für mich,
02:16:26: empfinde ich als große Stärke für mich jetzt.
02:16:29: Die bringt mich unglaublich weiter.
02:16:31: Ich kann sehr gut organisieren, ich kann gut mit Stress umgehen.
02:16:35: Und was mir auch unglaublich hilft, ist diese Menschenkenntnis.
02:16:39: Also wenn du 13 Jahre in der Gastronomie gearbeitet hast,
02:16:42: dann kann dich nichts mehr schocken.
02:16:44: Und du hockst Leuten gegenüber, und du redest drei Sätze,
02:16:48: und du weißt genau, wie du den zu nehmen hast.
02:16:52: Und das meine ich jetzt gar nicht irgendwie so.
02:16:54: Stumpfen man da ab?
02:16:56: Nein, ich habe aufgehört, um nicht abzustumpfen.
02:16:59: Ich glaube, wenn ich da in diese Mühle weitergetrieben wäre,
02:17:03: dann wäre ich abgestumpft.
02:17:06: Und so habe ich, glaube ich, nochmal richtig den Abstrumpf gefunden,
02:17:09: um mir auch so, ich wollte mir auch so eine Naivität auch noch so behalten,
02:17:16: so ein Stück weit Naivität auch noch behalten,
02:17:19: dass man nicht so völlig abgebrüht ist irgendwann.
02:17:22: Ich glaube, da habe ich einen richtigen Abstrumpf geschafft.
02:17:24: Aber trotzdem finde ich das irgendwie diese Menschenkenntnis,
02:17:28: die ich finde, die hilft mir unglaublich weiter.
02:17:31: Ich weiß, wie ich die Leute zu nehmen habe.
02:17:33: Ich habe irgendwie, jetzt war ich auch bei diesem Kreuzfahrtschiff,
02:17:36: ich bin ja auch mittlerweile Chefredaktion im Fallstaff,
02:17:39: ich bin ja weiterhin selbstständig, aber einer meiner Posten ist da eben
02:17:42: Chefredaktion Wein, Fallstaff zusammen mit Uli Sauter,
02:17:45: und ich soll eben auch in den Eventbereich stärken.
02:17:50: Und die haben sehr viele Kunden, die eben auch jemand aus der Redaktion,
02:17:54: an Boa Zähne wollen, und diese Kreuzfahrtlinie ist eben Kunde von Fallstaff,
02:17:59: und zur Taufe habe ich eben für viele Gäste, Presseleute,
02:18:05: dann eben eine Weinverkostung gemacht.
02:18:07: Und das erlebe ich total gerne, weil ich bin dann so mittendrin,
02:18:12: und merke dann so, hey krass, diese ganzen Abläufe, die du 13 Jahre gemacht hast,
02:18:17: du gehst da rein, du siehst sofort, okay, Miesham Plasmus dahin,
02:18:20: hier Musterkühler hin, da und da,
02:18:23: dann kommen die Leute, du weißt sofort, den musst du so nehmen,
02:18:26: mit denen kannst du einen Witz machen, da musst du eher zurückhalten,
02:18:30: und das ist so wie Radfahren.
02:18:32: Und das macht mir so uns Spaß, das zu erleben.
02:18:36: Also deswegen, ich bin total happy über diese Sache,
02:18:39: auch mit dieser Eventsgeschichte bei Fallstaff, weil ich das total gern mache.
02:18:43: Die Hohekunst dann irgendwann, also aus dem Restaurant heraus,
02:18:46: ja, und das dann so in dieser Event-Ebene dann trotzdem besonders zu machen,
02:18:50: aber eben nicht gewöhnlich erscheinen zu lassen, was ja im Restaurant
02:18:53: eigentlich auch jeden Tag gefordert wird, jeden Tag eine absolute Höchstleistung zu bringen,
02:18:58: ist niemals routiniert werden zu lassen, trotzdem eben diesen Zauber mitzutragen,
02:19:02: den die Gäste ja in dem Augenblick haben, wenn sie sich schon seit Wochen darauf freuen,
02:19:07: und man sie da abholen kann, weiter begleiten kann.
02:19:11: Absolut, nee, absolut.
02:19:13: Nee, es ist ein toller Top.
02:19:15: Ich habe es sehr, sehr geliebt, im Restaurant zu stehen.
02:19:19: Es ist auch wie eine Bühne.
02:19:21: Ich bin auch eine Rampensau.
02:19:24: Vielleicht sag mal, ich bin eine Rampenpfau, ich hört sich vielleicht irgendwie netter an.
02:19:29: Ich mag das einfach, und ich mag gerne auch mit Leuten zu tun haben,
02:19:40: und dann mit denen sprechen, und das ist wie eine Bühne ein Restaurant.
02:19:44: Das habe ich sehr, sehr genossen.
02:19:47: Habs für dich da mal ein besonders schönes und besonders schreckliches Erlebnis?
02:19:51: Ja, ein besonders schönes, gab es ja viele.
02:19:55: Es ist ja oft sehr interessant, dass man, wenn man sich mit Kollegen trifft,
02:20:00: spricht man ja immer über die blöden Gäste, sag ich jetzt mal.
02:20:07: Aber wenn du jetzt mal ehrlich bist und du machst ja wieder eine Statistik,
02:20:10: dann würde es sagen, 3% sind echt blöd, und es gibt aber so viele tolle Gäste,
02:20:16: wo man sagt, wow, und da waren schon immer so,
02:20:21: wenn die Leute dann rausgegangen sind und gestrahlt haben.
02:20:24: Das hat einem irgendwie total viel gegeben, man hat auch tolle Leute kennengelernt.
02:20:31: Total, vor allen Dingen auch in einer ganz eigenen Situation.
02:20:34: Sie sind ja dort privat, sie geben sich auch privat, und sie öffnen sich,
02:20:38: weil sie sich eben auch, also sie lassen einen Einblick in ihr Inneres,
02:20:42: also in ihrer Wahrnehmungswelt, in ihrer Empfindung, reden über ihre Gefühle,
02:20:46: was ja eigentlich, also man erlebt die Gäste so unfassbar persönlich,
02:20:50: was ein solches Geschenk ist, und was so viel Spaß macht.
02:20:53: Also daher bin ich da ganz doll bei dir, dass man sehr viele tolle Menschen
02:20:57: und das vor allen Dingen, und das finde ich eben so besonders in unserem Beruf,
02:21:00: von einer tollen Seite kennenlernt, ein tollen Moment in einem Moment,
02:21:03: wo sie in der Regel, wenn sie nicht gerade irgendwie ein Businessgespräch haben,
02:21:06: wo es um viel Geld oder Stress geht, von einer schönen Seite dann irgendwo kennenlernt.
02:21:10: Total, also ich habe auch viele tolle Sachen, guck mal, ich komme aus einem kleinen Dorf in Bayern,
02:21:15: und dann arbeitest du in Berlin und du machst Catering und Kanzleramt,
02:21:22: und bist dann in der Kanzlerwohnung, weißt du, ist das, wie geil ist das denn jetzt,
02:21:27: bitte schön hier an. Und der Kanzler ist noch da, kannst du auch mal kurz auf den Balkon,
02:21:31: schaust du auf den Kanzleramt vom Balkon, da, ah, so ist das alles,
02:21:35: wenn man da runter guckt, und das ist, das fand ich immer mega, oder, ist doch geil.
02:21:44: Also, ich habe den Herrn Alfred Nebentumot damals kennengelernt,
02:21:50: das ist der leider schon verstorbene Verleger vom Kölner Stadtanziger.
02:21:56: Den habe ich auch kennengelernt, und die hat mir eine Flasche,
02:21:59: eine halbe Flasche 45er Kludler-Rosch-Geschichte.
02:22:02: Den habe ich auch bekommen von ihm.
02:22:04: Nein, nein, nein, das gibt es ja nicht.
02:22:08: Das ist so lustig, und weißt du, wie die Geschichte war?
02:22:14: Nein.
02:22:15: Das ist gibt's nicht, ich habe die leere Flasche noch, ich mache ein Bild und schickst dir,
02:22:19: es gibt's nicht, aber ich, warte mal auf, ich habe den kennengelernt,
02:22:23: und dann, witzig, und dann habe ich den Weinkeller begutachtet von dem,
02:22:29: der hat einen riesen Weinkeller, und da weint ich, witzig,
02:22:33: und da weint diese Ecke, diese Kludler-Rosch, kannst du dich ja erinnern, diese Kleine,
02:22:36: und dann habe ich die Augen nicht mehr zubekommen,
02:22:39: und dann haben sie den den hier, weißt du was er gesagt hat,
02:22:43: ich glaube den hat Francois mit der Romar mitgebracht.
02:22:46: Und das ist der Wein, ich blip aus, okay.
02:22:51: Was so was?
02:22:52: Nein, ich schieb dir ein Bild davon, entschuldige jetzt,
02:22:58: dass ich deinen Mythos kaputt gemacht habe.
02:23:00: Das ist überhaupt kein Bild, das ist jetzt auch größer, aber Mythos ist das unglaublich.
02:23:05: Unfassbar.
02:23:06: Ja, Wahnsinn.
02:23:07: Ja, cool.
02:23:08: Aber ich habe auch mal nicht jedem geschenkt, also ist das super, da haben wir einen Eindruck.
02:23:13: Nein, das ist ja...
02:23:14: Weil du weißt ja, im Lehrbach, und ich war in der Nachbar, Bude.
02:23:18: Genau, genau, tolle Zeit.
02:23:20: Genau, genau, genau.
02:23:22: Wahnsinn, schön.
02:23:25: Super.
02:23:27: Selten findet man einen Experten, einen Expertin,
02:23:34: die so authentisch, so fundiert, so voller Wissen,
02:23:39: und trotz allem so lebensfroh, ihr im Beruf zu leben vermag,
02:23:43: dein lachen ist ansteckend, dein lachen ist wahnsinnig betörend,
02:23:46: und vielen lieben Dank dafür.
02:23:48: Danke dafür auch, dass du deinen Wissen, deinen Emotionen,
02:23:50: deine Erfahrung mit uns geteilt hast,
02:23:52: und uns gezeigt hast, dass Biodynamie eben nicht verkauft sein muss,
02:23:55: sondern ein ganz unkompliziertes Lebensgefühl sein kann.
02:23:59: Vielen lieben Dank, liebe Romana.
02:24:01: Und noch ein großes Dankeschön an euch fürs Zuhören, fürs Begleiten, fürs Unterstützen, fürs Kommentieren, fürs Liken, fürs Bewerten.
02:24:07: Vielen Dank für jede einzelne Bewertung, und dafür, dass ihr einfach bei uns seid.
02:24:11: Und ebenfalls ein großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe,
02:24:15: mit den Handelshäusern Conzio Vini, Schlumberger Segnetz und den Privatkundenportal Bremer Weinkornek.
02:24:21: Dank ihnen ist dieses Projekt jetzt seit über einem Jahr möglich,
02:24:24: und ich freue mich auf viele neue Sommies und Gäste, damit ich wieder sagen kann,
02:24:29: nach dem Podcast ist vor dem Podcast.
02:24:31: Und ich freue mich auf die kommenden Freitag, und freue mich auf sie, die großartige und liebe Susanne Spies!
02:24:50: Hallo, mein Name ist René Salzmann. Ich lebe in Israel.
02:24:56: Seit 20 Jahren bin ich im Weingeschäft und exportiere israelische Weine nach Deutschland unter dem Firmennamen "Sug Wines".
02:25:04: Der Wein hat Romana Echensberger und mich vor 14 Jahren zusammengebracht.
02:25:10: Schon seit dem ersten Telefongespräch war eine gegenseitige Begeisterung.
02:25:15: Und nach der ersten persönlichen Begegnung in Deutschland war es lieber auf den ersten Blick.
02:25:21: Dann kam Romana nach Israel, lernte das Land, die Menschen und natürlich die Weine kennen.
02:25:27: Nach mehreren Besuchen in Israel und auch Treffen in Deutschland wurde Romana für uns die Weinbotschafterin der israelischen Weine in Deutschland.
02:25:37: Gemeinsam organisierten wir Verkostungen und Masterclasses in verschiedenen Städten Deutschlands.
02:25:44: Auch bei den deutsch-israelischen Weingipfeln, die abwechselnd in Deutschland, wie auch in Israel stattfinden, ist Romana immer dabei.
02:25:54: Mit Vorträgen und führt Podiumsdiskussionen, wie zum Beispiel über Riesling.
02:26:00: Das erinnert mich an eine interessante Geschichte.
02:26:03: Als Romana 2013 zum zweiten Mal nach Israel kam, fuhren wir zu einem neuen Weingut, das erst 2012 gegründet wurde und nur Weisweine herstellt.
02:26:15: Sphera Weine.
02:26:17: Romana war damals noch kein Master vorhin.
02:26:21: Wir verkosteten einige Beine und dann führte der Winzer sie durch die Kellerei und ließ Romana einige noch nicht fertige Beine verkosten.
02:26:31: Bei einem Stahltank, fragte er sie, möchtest du einen Riesling, den ich zu einem Qw hinzufügen werde, mal verkosten?
02:26:40: Romana verkostete diesen Wein und sagte dem Winzer.
02:26:44: Also, diesen Riesling musste unbedingt rein sortisch ausarbeiten.
02:26:49: Der ist viel zu gut, um in einem Qw zu landen.
02:26:53: Der Winzer hörte auf Romana und seit damals gibt es diesen rein sortigen Riesling, der in vielen Ländern genossen wird und von dem auch Stuart Piggit sagte, es wäre einer der besten Rieslinge, die er verkostet und getrunken hat.
02:27:10: Romana hat auch von Anfang an die Twin Wineries unterstützt.
02:27:16: Vor knapp 17 Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Mann die Twin Wineries Initiative gegründet.
02:27:23: Die Twin Wineries Initiative ist eine Partnerschaft zwischen Deutschen und israelischen Winzern und Weingütern.
02:27:31: Sie dient dazu, beide Länder und Kulturen besser kennen und verstehen zu lernen, Wein Know-How auszutauschen, Freundschaften zu entwickeln und die Weine beide Länder bekannt herzumachen.
02:27:47: Es dient also zur gegenseitiger Völkerverständigung und Wein ist der bester Botschafter, durch den Menschen in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen.
02:27:59: Heute gibt es 52 Winzer, die sich dieser Twin Wineries Initiative angeschlossen haben.
02:28:07: Natürlich gab es auf dem Laufe der Jahre viele persönliche Treffen, gemeinsame Erlebnisse und unglaubliche Erringerungen.
02:28:15: Und natürlich waren wir auch bei Romanas Hochzeit dabei und haben sie, ihren Mann Norbert und ihre später geborenen zwei tollen Söhne total ins Herz geschlossen.
02:28:28: Unsere Freundschaft ist in der Zwischenzeit so stark und unzerbrechlich.
02:28:34: Als Romana mit ihrem zweiten Sohn schwanger war, wünschten sie und Norbert die Taufe in Jerusalem in eine katholischen Kirche zu machen und zu feiern.
02:28:44: Als Gläubig Christen war so eine Taufe für beides sehr, sehr wichtig und emotionell.
02:28:52: Leider mussten wir wegen der Corona-Epidemie zwei Jahre warten bis wir alles gemäß ihren Wünschen organisierten konnten, aber die Geduld hat sich gelungen, denn es war ein unglaubliches Erlebnis für uns alle.
02:29:08: Bei jedem Treffen zwischen Romana und mir, ob per Telefon oder persönlich, ist immer so viel Freude verbunden und wir können das nächste Treffen kaum erwarten.
02:29:20: Was ich besonders an Romanas schätze, ihr unglaubliches Weinwissen und ihre Neugeher für neue Entwicklungen und Weine,
02:29:30: ihre Begeisterung und Leidenschaft für Wein, was dazu führt, dass wenn sie über Wein spricht, ob bei einem Vortrag oder bei einer Schulung oder einfach bei einer Diskussion, sie gleich jeden mitreißt.
02:29:44: Romana ist auch eine wahre, aufrechte, sensible und sehr loyale Freundin und hat einen unermüdlichen Romant.
02:29:54: Wir freuen uns schon auf zukünftig gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer innerhalb wie auch außerhalb der Weinrecht.
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