Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit
00:00:12: In dem Heimatort von Gabriele war für mich die absolute Bibel.
00:00:22: Ich habe mit dem kleinen Ausrüstungsgehalt immer das Heft gekauft und dort hat Gabriele ja schon zu der Zeit gearbeitet, so hatten wir quasi schon Berührung.
00:00:30: Punkte ich als totales Fangirl.
00:00:31: Als ich dann später in einer großen Manufaktur gearbeitet habe, durfte ich tatsächlich mal bei ihr anklopfen und mit ihr zusammen habe ich dann ein Geschäftsessen gehabt und ich war einfach total geflasht und begeistert von ihrer Herzlichkeit, von ihrer Kompetenz und einfach von dieser wunderschönen Zusammenarbeit mit dieser großartigen Frau also von Tag eins ganz großer Gabriele-Fan.
00:00:53: Für mich ist das vor allem versteht es als total große Ehre und Freude, dass wir auch ein bisschen als Freundinnen zusammengewachsen sind.
00:00:59: Und das habe ich besonders gespürt, als ich dann tatsächlich nach einer kleinen persönlichen und beruflichen Krise nach relativ ein paar Jahren fungstille bei Gabriele wieder angeklopft habe Und gesagt hat, wie geht es dir eigentlich?
00:01:13: Was machst du?
00:01:13: und hat sie mich gefragt was machst du?
00:01:14: Und hat sie gesagt hast nicht Lust eine Reportage zu machen für den Foodie damals.
00:01:19: Das fand ich so lieb und vertrauensvoll!
00:01:21: Ich habe dann mit einer Freundin mich quer durch London gegessen und Gabriele betitelte meinen Artikel dann mit London All You Can Eat und das mit sehr viel herzlichen Lachen und einfach einem ganz viel Zuneigung.
00:01:33: Ich durfte mit Gabriele dann viele verschiedene Themen bearbeiten und begleiten durfte, mit ihr bei verschiedenen Essen dabei sein.
00:01:39: Wir haben zusammen sehr schöne Momente über grandiosen Tellern miteinander geteilt und ich weiß einfach dass sie so eine wunderbare Frau ist ob die man sich immer verlassen kann, die immer einen so tollen frischen Spirit gibt, ganz viel Weiß aber auch ganz viel weissheit in sich trägt und einfach ganz viel Erfahrung so viel Herzlichkeit und so viel Jugendlichkeit, die so wunderschön aus ihr raussprüht.
00:02:01: Also ich bin ein ganz großer Fan wie ihr Milch merkt von der großartigen Gabriele Heinz und schicke ganz, ganz herzliche Grüße auf diesem Weg und hoffe sehr dass wir bald wieder zusammen was Schönes essen gehen!
00:02:12: Ganz liebe Grüße von Antje de Vries!
00:02:37: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Sommi Die interessantesten Weinkände unserer Zeit.
00:02:42: Und diese Woche haben wir wieder die Kategorie Sommie and Friends und ich freue mich sehr, dass sie bei uns ist.
00:02:47: Gabriele Heinz, die Chefredakteurin des Feinschmecker hat sich die Zeit genommen um mit uns zu plaudern!
00:02:52: Ich fand es so besonders und so wertvoll das es nicht darum ging welche Essmann gegessen haben muss, welchen Restaurant man gewesen sein muss, welche Hotels man gesehen haben muss... Welche Weine Mann irgendwie mal getrunken haben muss?
00:03:03: Nein, es ging um Emotionen.
00:03:06: Das kam so unglaublich intensiv herüber Und bevor wir ins Gespräch einsteigen, möchte ich mich ganz herzlich bei der Schlumbergergruppe mit den Handelshäusern Kunsijovini segnet's Schlumberge und dem Privatkundenportal Bremer Weinkollekt dafür bedanken, dass wir heute diese Folge haben.
00:03:20: Dass wir dieses Format haben!
00:03:21: Dass sie uns begleiten, das Sie an unserer Seite sind.
00:03:24: Vielen lieben Dank dafür.
00:03:26: Denn dank Ihnen ist sie heute hier.
00:03:28: Ganz herzlich willkommen liebe Gabriela Heif!
00:03:33: Was sind Sommeliers für dich?
00:03:36: Sommelier sind für mich Botschafter Manchmal auch Lehrerinnen und Lehrer.
00:03:44: Und Menschen, die mich inspirieren.
00:03:48: Menschen,die mir Genussmomente verschaffen, die mir etwas Neues zeigen... ...und auch mit denen ich einen unterhaltsamen und im besten Sinne lehrreichen Abend haben
00:04:01: kann!
00:04:02: Gibt es irgendwie ein Erlebnis, einen Servicemoment an den oder an das du dich zurückerinnerst und wo du nach wie vor irgendwie berührt oder ergriffen bist?
00:04:10: Oder was nachhaltig geblieben ist.
00:04:14: Also ich finde es immer unheimlich schön, vielleicht auch berufsbedingt bei mir weil ich eben auch in der Branche arbeite und mich natürlich für Restaurants, für Gastronomie, für Wein, für Service, für Köchin und Köche interessiere.
00:04:30: Also ich finde es immer wunderbar, wenn ich im Restaurant bin und dann auch ins Gespräch komme mit dem Service.
00:04:36: Und meistens kommt man aber am meisten mit dem sommelier oder der sommelier in das Gespräch weil die natürlich oder der eine Beratungsfunktion hat und die versuche ich auch immer intensiv zu nutzen.
00:04:50: dann finde ich es immer toll, wenn man sich austauscht.
00:04:53: Und wenn so über den Abend hinweg ... Wenn ein Funke überspringt und in Kommunikation kommt.
00:04:59: Und weil man das Gefühl hat, man wird irgendwie auch als Mensch und als Weinaffiner Gast wahrgenommen.
00:05:08: Ich nehme den sommelier oder die sommelier auch so als Mensch wahr und als jemand, der mir etwas geben kann.
00:05:15: Ich gehe Bereich nach Hause und hab was Neues gelernt.
00:05:17: Das find ich eigentlich immer ganz toll!
00:05:20: Und deswegen, ich gehe auch sehr gerne alleine essen zum Beispiel.
00:05:22: Also habe ich früher noch viel mehr gemacht... als ich noch mehr Restaurants getestet habe für uns.
00:05:27: Aber jetzt, wenn sich die Möglichkeit ergibt, mache ich das aber sehr gerne.
00:05:31: Weil ich mich auch in Ruhe in die Weinkarte vertiefen kann – du kennst es ja vielleicht auch Silvio!
00:05:36: Wenn man zu zweit essen geht und dann liegt eine tolle Weinkart da ... Man hat immer trotz ein bisschen schlechtes Gewissen sein Gegenüber für längere Zeit alleine sitzen zu lassen.
00:05:48: Und so kann man dann in Ruha alles lesen und studieren und kann sich austauschen mit dem sommelier.
00:05:55: Neulich hatte ich ein tolles Erlebnis oder wir fallen jetzt eigentlich gerade zwei ein.
00:06:00: In dem Sinne war ich in einem Restaurant und dann merkte der sommelier natürlich, also in dem Fall war es ein sommelier auch dass sich interessiert bin.
00:06:08: das spüren die guten sommeliers natürlich.
00:06:10: Das gehört ja auch zu den berufsbild Dass sie merken.
00:06:13: wollen die Gäste in Ruhe gelassen werden wissen die was sie trinken Oder wollen die so bisschen sich austauschen fach simplen oder etwas neues erfahren?
00:06:23: Ich frag dann halt immer ganz viel.
00:06:24: Was haben Sie hier und da?
00:06:26: Und was haben Sie etwas Spezielles?
00:06:28: Dann hatte der auch Spaß daran, hat auch ein bisschen Zeit, weil das Restaurant nicht ausgebucht war.
00:06:33: Da hat er mir einfach tolle Sachen immerhin gesteckt.
00:06:36: Dann hatte ich einen sparkigen Sake.
00:06:38: Dann hatt ich einen Moskato Dasti.
00:06:40: Dann hatten wir einen dänischen Kirschwein als eine wilde Mischung.
00:06:44: Aber mich fand es toll!
00:06:47: Nach dem Motto probieren sie mal hier, probieren die mal da ... Und das hat unheimlich viel Freude gemacht.
00:06:52: und er hat mir dann halt auch immer viel erzählt über die Hintergründe, über die Pairings.
00:06:57: Das fand ich zum Beispiel ganz toll!
00:07:00: Ein unvergessliches Erlebnis ist aber auch schon viele Jahre her.
00:07:04: Da war ich bei Juan Amador in Mannheim und mit in der Woche da waren nicht viele Tische besetzt.
00:07:11: Dann kam ich ja auch mit dem Sommiliensgespräch Und ja, da hatte er halt Zeit und dann hing so an der Wand irgendwie ein Gemälde.
00:07:18: Und hab ich gesagt, sagen Sie mal ist das nicht Anselm Kiefer?
00:07:22: Es sieht aus wie ein Original.
00:07:24: Ja es ist original!
00:07:25: Wir haben auch noch mehr Gemäle von Anseln Kieffer.
00:07:27: wir haben auch Noch Boys.
00:07:29: Wollen sie die mal sehen?
00:07:31: Dann hat er mich mitgenommen also in der Pause zwischen zwei Gängen und hatten mir dann so die Kunstsammlung gezeigt des Inhabers des Restaurants und mir dann so viel von der Geschichte erzählt des Investors.
00:07:44: Und es hat jetzt zwar nichts mit Wein zu tun, aber ich will mal sagen, so finde ich das immer so idealtypisch dass man halt irgendwie ganz viel erfährt wenn man mit Menschen spricht natürlich weil man ein bisschen Zeit hat oder wenn man offen ist und das sind einfach so finde Ich für mich immer ganz bereichernde Momente.
00:08:03: also wenn man über die das reine Essen trinken hinaus und bitte die Rechnung einfach nochmal so sein Horizont öffnet, in welche Richtung auch immer.
00:08:14: Was finde ich also eins zu eins?
00:08:16: Und das habe ich als ich noch aktiv im Restaurant war auch unglaublich gewertschätzt, dass man den Wein eigentlich oftmals als Kommunikationsbasis nehmen kann um auch ins Gespräch mit dem Gast zu kommen und darüber hinaus ganz viel erfahren kann sich austauschen kann Bereiche, die ein im normalen Leben niemals berühren würden.
00:08:37: Also ich komme aus einem sehr einfachen Elternhaus wäre niemals in meinem Leben in Kontakt mit irgendwelchen super besonderen außergewöhnlichen Uhren gekommen.
00:08:47: Es ist einfach mein Bereich niemals gewesen.
00:08:49: und durch meine Tätigkeit halt in sehr hoch dekorierten Restaurants hast du ja einen Kontakt dann eben auch zu Gästen.
00:08:55: Und man sieht die Uhr, man interessiert sich dafür, man redet mal darüber.
00:08:59: Dann hatte ich selber eben auch ganz, ganz interessante Urnteilweise, die dann eher historisch waren.
00:09:03: Dann tauscht man sich mit einmal über Uhren aus oder über Füllfederhalter oder eben über Kunst oder über Bücher Und das, finde ich ist dann für mich so eine bereichernde Sache unseres Berufsbildes.
00:09:14: Dass wir zwar viel über Weinen wissen müssen aber im Weiterführenden Sinne ganz viel über Politik gehört zwar nicht ins Restaurant Aber trotzdem sollte man ja da ein gewisses Gefühl haben wie man den Gast anführen kann.
00:09:29: Kunst über Bücher also Die Aufgabe des Sommys find ich insofern interessant wenn man so viele Bereiche bespielen kann und über so viele Themen reden kann.
00:09:40: Über Theater, wenn jemand jetzt in Dresden hatte ich ja die Weinbar.
00:09:45: Wenn wir da Gäste hatten mit dem dann natürlich darüber zu reden was der in der Semper-Ober schauen kann.
00:09:50: Wenn er eine Oper erwähnt, sollte man zumindest ein gewisses Grundbewusstsein und Verständnis dafür haben.
00:09:56: Und das hatte ich... Ich war relativ jung als ich im Restaurant Dieter Müller war.
00:10:03: Da hatte ich innerlich so das Gefühl Das hatte ich für mich vermisst.
00:10:06: Ich war von zwanzig und wusste viel über Wein, weil ich mich dann natürlich reingedördet habe.
00:10:11: Aber diese eigentliche Lebenserfahrung, die führte mir da noch.
00:10:15: Und das fand ich da so ein bisschen schade also... Ich finde, ein Somnie sollte soviel mehr können als eigentlich nur Wein!
00:10:22: Das hast du völlig recht?
00:10:25: Also deswegen wage ich jetzt mal die These, dass der Sommelier-Beruf eigentlich der Anspruchsvollste im Restaurant ist.
00:10:34: Natürlich der Koch oder die Köchin geben die Linie vor, die Philosophie und werden auch bewertet.
00:10:40: Das ist natürlich auch das, worauf auch wir Kritikerinnen schauen auf den Teller.
00:10:46: Aber der Sommeilier muss ja noch viel mehr ausloten und erspüren.
00:10:51: Der ist ja so der Mittler zwischen Koch und Gast.
00:10:55: Und musst sowohl hineinspüren, was macht der Koch?
00:10:59: Wie stelle ich mich mit meinem Wein darauf
00:11:01: ein?".
00:11:01: Aber er hat dann noch die Rückmeldung durch den Gast, der vielleicht etwas ganz anderes will an dem Abend – das weiß er vorher ja nicht!
00:11:09: – wie der Gast gestimmt ist oder wie der jeweilige Gast einen Weingeschmack hat oder was für eine Wunschvorstellung.
00:11:19: Also, wie gesagt, hier ist man am meisten im Gespräch Und von daher finde ich, das ist wirklich ein hochanspruchsvoller Beruf der oftmals auch noch unterschätzt wird.
00:11:30: Das ist so meine Einstellung und meine Meinung also dass viele das gar nicht sehen wie wichtig diese Position ist und was man daraus eigentlich alles machen könnte.
00:11:39: Ich denke man darf dabei auch dem wirtschaftlichen Ansatz nicht vernachlässigen oder bei in die Überlegung mit einbeziehen.
00:11:45: Dass ein Zombie ja derjenige ist der fast allabendlich darüber entscheidet Wirtschaftlich erfolgreich der Abend war, weil das Menü ja meistens fest steht gerade nach heutigen Zeiten wo es dann noch ein Menü gibt.
00:11:56: Dann kann man zwischen drei und vierundzwanzig Gängen wählen.
00:12:00: Aber im großen Ganzen steht das fest, da kannte man als Kälner vielleicht eine Flasche Wasser mehr oder weniger verkaufen.
00:12:06: aber ob der Gast jetzt einen Wein mit einer... Umsatzspanne von hundert oder achtzigtausend Euro trinkt.
00:12:13: Das entscheidet dann letztlich der Sommier.
00:12:15: und dann aber eben auch das fein Gefühl haben, dass Umsatz nicht alles ist sondern das Wohlgefühl des Gastes und er versucht diesen Mittelweg dann irgendwo zu finden eigentlich alle glücklich zu machen ist, glaube ich auch eine Sache wo man auch erst rein wachsen muss also auch dieses Bewusstsein für Wirtschaftlichkeit.
00:12:32: Absolut!
00:12:33: Also es gibt ja oftmals den Fall dann lässt man sich hinreißen als Gast und weil das eben auch so schön ist und der sommelier ein so wunderbar also so betören kann und ein animiert einen ganz teuren und ganz besonderen Wein zu bestellen.
00:12:48: Und hinterher bereut man das nicht?
00:12:50: Also, das musste er dann auch erspüren ob das jetzt wirklich auch so im Budget oder in der Vorstellung des Gastes ist.
00:12:58: Da gehört ganz viel Psychologie- und Fingerspitzengefühl dazu.
00:13:02: Ich finde ja immer... dass ein guter Stammelier es auch mit Würde ertragen muss, wenn der Gast sagt ich möchte aber nur einen stramm Grauburgunder oder ein Logana.
00:13:13: Also das finde ich ist natürlich eine Kunst, wenn man es schafft wirklich auch mit Begeisterung auf die Wünsche der Gäste einzugehen, die einem vielleicht nicht so liegen.
00:13:23: Jetzt hast du ja eine unglaubliche Restaurant-Erfahrung, hast du das Gefühl?
00:13:26: Die Sommlerie hat sich in den letzten zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren geändert also ähnlich wie Das Aussehen des Restaurants, oder die Speisenkultur.
00:13:37: Also es gibt kaum noch Türschwäsche irgendwo in den Restaurants.
00:13:40: Viele Sachen wurden rationalisiert und Tommy ist mit einmal auch Metre
00:13:44: usw.,
00:13:44: also das sind ja ganz viele Sachen im Wandel.
00:13:48: Hast du, Tommy's?
00:13:49: In vielleicht deiner Anfangszeit anders in der Erinnerung als sie heute sind?
00:13:55: Ich habe sie in meiner Anfangszeiten beim Feinschmecker schon als einen Schüchtern da erlebt und als sehr viel strenger.
00:14:04: Und es waren auch sehr viele Männer natürlich dabei, also was ich sehr schön finde die Entwicklung ist dass wir ja auch ganz viele tolle Frauen haben in dem Bereich mittlerweile.
00:14:13: Also ich könnte jetzt aus dem Stand mindestens fünf und dann auch gleich zehn tolle Sommiliären aus Deutschland aufzählen.
00:14:21: Und so viele Köcheln haben wir zum Beispiel gar nicht, also da passiert viel mehr und das war früher zu meiner Anfangszeit nicht so.
00:14:29: Da gab es natürlich die fantastische Paula Bosch, die Maßstäbe gesetzt hat und ich denke auch für viele Frauen – und das ist sicherlich auch viele Frauen motiviert hat in den Beruf zu gehen – aber es war überwiegend männlich geprägt, es war sehr konservativ geprägt, es hatte für mich etwas Stränges Wie gesagt, etwas Einschüchterndes.
00:14:49: Heute sind die Sommeliers oft ganz coole Typen.
00:14:54: Aber auch wie die Köche hat sich alles sehr verändert.
00:14:57: mit den Tattoos und den Piercings, den individuellen Frisuren, der coolen Kochklamotte ... Wir haben letztes Jahr im Feinschmerker eine Geschichte gemacht und haben Fotos abgebildet, wie sich das äußere Bild der Köche verändert hat seit Boküs.
00:15:15: Und ich glaube, das kann man ganz gut auch auf die Formeliers übertragen.
00:15:19: Also wenn ich jetzt mal hier so nur die Männer sehe also eben wirklich ein bisschen ältere Herren strengen konservativ mit einer patriarchalischen Aura und heute ist ja der Street Style überall mit Snickers sehr locker aber trotzdem kompetent.
00:15:40: Auch eine sehr gute Entwicklung, was man auch in den Weinbars sieht.
00:15:43: Dass der Style und das Stil der Restaurants und der Bars lässig wird aber das Weinwissen die Weinkompetenz ist extrem hochwertig dabei.
00:15:54: Und das finde ich sind eigentlich immer sehr, sehr gute Adressen.
00:15:58: so also wo Weinengenuss nicht mehr so verkrampft ist und so streng.
00:16:02: Früher war das ja auch so, dass... Gut, das beklagen immer noch Frauen aber die Erfahrung habe ich jetzt nicht so gemacht, dass immer nur die Männer probieren dürfen, dass nur die Männer die Weinkarten bekommen.
00:16:12: Dass nur Männer die Rechnung bekommen.
00:16:14: also das sehe ich nicht so, aber ich höre das immer wieder oder lese es auch auf Instagram.
00:16:18: gerade heute war wieder ein Post, dass das immer noch so sei in den Restaurants vermarke ich jetzt nicht so beurteilen und zu bewerten.
00:16:26: aber früher war das natürlich viel extremer als.
00:16:28: ich habe das noch erlebt dass man als frau eine eine kart blanche bekam ohne preise Und das war halt alles sehr viel konservativer.
00:16:36: Das hat sich verändert.
00:16:39: Wobei ist natürlich immer noch die großen klassiker gibt auch in deutschland wo Der Sommelier oder auch natürlich der Service wirklich sehr formvoll, endet stilvoll.
00:16:50: Alterschule ist und ich finde das muss es auch geben.
00:16:53: also dass das Spande ist ja auch an unserer Branche die Vielfalt und dass es für jeden etwas gibt.
00:16:59: Dass es junge Gummellokale gibt wie gesagt wo die Leute die Deservice-Sommeliers in Jeans & Sneaker ankommen.
00:17:07: Aber das ist genauso gut, die gibt die mit diesem Trauben-Anstecker am River.
00:17:11: Mit Krawatte oder mit Fliege und Formvollende dekatieren also und das auch zelebrieren und wo es immer noch die gestärkten weißen Tischdecken gibt.
00:17:22: Also ich finde, dass gehört auf zur Gastronomie dazu Und das soll bitte nicht aussterben.
00:17:26: Das finde ich auch, das soll bittig nicht ausstärken und dass man eben zu dieses... Ich sag mal Neue extrem lockere oder teilweise auch richtig überspitzt lockere nicht als non plus ultra nimmt, sondern dass man so das jeder seine Schublade findet und diese dann vielleicht auch mit einer gewissen Perfektion auslebt.
00:17:42: Ich fand es interessant, dass es selbst über Flaschen öffnen ganz viele unterschiedliche Philosophien gibt.
00:17:48: also der eine sagt doch machen wir in der Luft ist kein Problem und dann stecke ich mir alles in die Tasche.
00:17:52: der nächste Erbrochen Geridon Ich möchte das haben.
00:17:56: Ich fand interessant von einigen Sommys jetzt in den Gesprächen, dass sie sagten manchmal finde ich schade, dass der eigentliche Wein gar nicht mehr so diese Aufmerksamkeit oder die Flasche oder Celebrieren gar nicht mit dieser Aufmerksamkeit bekommt und man sollte für sich selber wahrscheinlich eine Philosophie finden, die dann zum Restaurant, zum Kochtern auch oder zum eigenen Stil halt auch passt.
00:18:15: also dass nicht immer alles Insta-like sein muss sondern das ist eigentlich dass man echt damit Art, Form und Weise sind sich wohl mitfühlt.
00:18:23: Aber ich finde es manchmal schade, dass so manche Rituale oder manche Service-Praktiken dann auch gänzlich verloren gehen.
00:18:30: Gibt es irgendwas was du total wertschätzt wenn du das noch siehst?
00:18:34: Also ist es dann das Rannfahren mit Geridon da mit Kerze anzünden, tralalala... Oder ist es vielleicht irgendwie dann doch...?
00:18:42: Dass du für einen Wein sechs verschiedene Gläser bekommst?
00:18:44: oder worüber freust du dich?
00:18:46: Über welches Ritual?
00:18:47: um Wein in Restaurants, wenn du das erlebst.
00:18:51: Also ich finde es schon schön also so ein stilvollen Weinservice zu haben und Ich finde so dass muss auch das lockere Street-Style Ambiente nicht unbedingt ausschließen.
00:19:05: Das beobachte ich eigentlich auch immer noch gerne.
00:19:07: so.
00:19:07: das Öffnen der Weinflasche oder der Champagner Flasche Und das Dekantieren und das Bewusste einschenken, das Riechen am Korken.
00:19:18: Das finde ich eigentlich ist ein sehr schönes Ritual.
00:19:22: Also was ich mir auch noch mehr wünschen würde, ist dass man wenn man einen offenen Wein bestellt, dass sich dann auch die Flasche präsentiert bekommen.
00:19:29: Also ich finde, das ist immer noch so'n Manco... ...und das wertet für mich auch das Restaurant und den Weinservice total auf!
00:19:36: Und das ist finde ich ein Detail, was oft vernachlässigt wird.
00:19:40: Also weil, da denke ich immer naja ist es jetzt wirklich auch der Wein.
00:19:45: Ich weiß ja nicht nach Herrn Wieders verwechselt an der Bar.
00:19:49: Das schwingt aber so mit.
00:19:50: Aber ich finde das einfach schön.
00:19:51: dass auch ein offener Wein Dass er zelebriert wird, dass man mir das Etikett zeigt, dass der Sommelier die Flasche mitbringt Das find' ich einfach toll!
00:20:00: Also weil ich wie gesagt mir macht das dann auch Spaß aufs Etikette zu gucken oder noch Informationen abzulesen.
00:20:08: Das finde ich also etwas, was zu kurz kommt.
00:20:10: Genauso gut beim Champagner.
00:20:11: da möchte ich auch gerne dass die Flasche mit an den Tisch kommt wenn ich ein Glas Champagner trinke.
00:20:16: Es finde ich einfach schön als Stilvollenservice und ansonsten finde ich es einfach toll das durfte ich so ein zweimal erleben wenn im Restaurant so ganz alte Weine aufgemacht werden.
00:20:33: Ich hatte mal ein Wein von nineteenhundert sechsundsechzig.
00:20:38: Und der dann wirklich so ganz vorsichtig und dann wirklich, so der bröselige Korken... ...und das ist ja wirklich da braucht man sehr viel Feingefühl und Konzentration damit es nicht zu Bruch geht.
00:20:52: Das finde ich auch so ein besonderer Moment einfach!
00:20:54: So einen alten Wein zu öffnen.
00:21:13: Erlaube mir über Geduld zu sprechen.
00:21:17: Also nicht die Geduld des Heiligen, der auf den Klin wartet.
00:21:20: Das langweilig und richt nach Weihrauch!
00:21:22: Ich meine, die Gedult der Menschen wissen das das Beste noch kommt wenn man aufgehört hat danach zu suchen.
00:21:28: Die Art Geduld, die ein gutes Gespräch braucht.
00:21:31: Die ein guter Roman brauche.
00:21:33: Die einen Abendbrauch, der erinnerungswürdig werden soll.
00:21:37: Und nun lasst mich über den Apparativo sprechen, also den italienischen Apparativ.
00:21:40: Jenen kleinen bittersüßten Moment zwischen dem Ende des Arbeitstages und dem Beginn des Abendessens in dem der Italiener innehält das Leben mit Traten beschließt... Das ist sich lohnt!
00:21:51: ...und der Apparativos keine Erfindung der Werbebranche.
00:21:54: er ist eine zivilisatorische Leistung und wie alle Zivilisatorschenleistungen oder er leider irgendwann industrialisiert vereinheitlich im großen Mengen in orange roten Flaschen abgefüllt und auf den Weltmarkt geschickt wo er fleißig getrunken und nur noch entfernt an das erinnert, was er einmal war.
00:22:12: Und ich sag' das ohne böse Absicht!
00:22:14: Ich sage es!
00:22:15: Also es gibt ein kleines Dorf in Friaul am südöstlichen Rand Itains, wo die Alpen sich langsam entscheiden, flach zu werden... Wo die Luft von Weinbergen feuchten Wiesen und jenem unbestimmbaren Duft nach Geschichte riecht, den man nögendwo kaufen kann.
00:22:32: Dieses Dorf heißt Pekotto.
00:22:34: Es hat keine besondere Schönheit, keine Kathedrale.
00:22:36: Keine Aussicht auf einen See... Was es hat?
00:22:40: Ist eine Distillerie!
00:22:42: Und diese Distilleries hatte Geschichte des italienischen Schnapses, pardon, des idlats, auf eine Art verändert die man, wäre es in Frankreich passiert längst mit Briefmarken und Straßnahmen gefeiert hätte.
00:22:55: Ja ich weiß das ist keine außergewöhnlichkeiten.
00:22:58: Italien gibt's Distillerien wie Kirchen viele Alt- und Familiengeschichte die sich im Nebelhöhen Was bei Nonino anders ist, der Nebel lichtet sich.
00:23:07: Und darunter liegt etwas Überraschendes!
00:23:09: Wir schreiben das ja in den Jahr neunzehntreiundsiebzig genauer... ...der erste Dezember-neunzehnzehnteil.
00:23:13: Es ist Freitag.
00:23:14: Benito Nonino, dritte Generation geboren, und ist dann vierunddreißig im Percotto ein Mann,... ...der so scheu ist, dass er beim Reden lieber handelt... ...und beim Handeln gerne schweigt.
00:23:25: Steht eine Distillerie neben ihm Janola Bulfoni Nonino.
00:23:29: Seine Frau, seine Geschäftspartnerin Ja und der eigentliche Motor aller Ereignisse, die jetzt gleich passieren werden.
00:23:35: Beide wissen was sie vorhaben!
00:23:37: Weide wissen nicht ob es funktioniert Und was sie.
00:23:39: Vorhaben ist folgendes!
00:23:41: Grapper aus einer einzigen Rebsorte herzustellen Der seltenen und edelsten Frucht des Friauls Getrennt im eigenen kupfernden Brennblasenapparat Klingt simpel?
00:23:54: War's nicht... Und dann ließt er erste Tropfen aus dem Brennenblasembogen.
00:24:00: Cianolla Nonino greift nach dem Glas.
00:24:03: Sie riecht und sie ruft Benito, Benito!
00:24:06: Wir haben es geschafft!
00:24:08: Das ist der erste Dezember, neunzehnunddreien-siebzig.
00:24:11: das ist der Beginn von allem was danach kommt.
00:24:14: viele Jahre später kommt die Frau die diese Geschichte jetzt erst möglich macht nicht Cianolla?
00:24:19: Nicht Benito sondern Seviano Nino.
00:24:21: Antonio Noninos Frau wird fürgeworden.
00:24:24: Anno-Ninus-Frau Sie übernimmt die Distillerie als erste Frau in der Geschichte des Hauses und als eine der wenigen überhaupt in dieser Branche.
00:24:32: Und weil sie wie ein leidenschaftliche Köchin ist, weil sie die Kräuter und Wurzeln und Früchte es Friauns kennen?
00:24:38: Wie ihre eigene Handschrift schafft sich nebenbei etwas Bemerkenswertes!
00:24:43: Ein Apparativo.
00:24:45: Den Apparativobianco-Namino – einen Schluck für das Vergnügen des Gaumens und den Geist.
00:24:51: Es ist das erste Mal, dass in dieser Distillerie eine weibliche Hand in die Kunst der Kräuterliküre greift.
00:24:57: Sylvia wird nicht die Letzte sein.
00:25:20: was einen aufheuchen lässt.
00:25:22: In einer Welt voller Roter, bitter, voller Orangefarben der Schaumdrinks!
00:25:26: Voller Zuckersyre mit alten Kräuter-Image kommt nur Nino mit einer Farbe die sich nicht entscheiden kann zwischen Bernstein, zwischen Safran und dem Licht eines späten Friauler Nachmittags.
00:25:37: Diese Farbe ist nicht gemacht.
00:25:38: sie entsteht durch die Enfusion von Ringelblumen Die dem Distillat ihren warmen Ton schenken ganz ohne Farbstoff, ganz ohne Eingriff.
00:25:44: Achtzehn Botanicals.
00:25:46: Handgepflückt, morgens wenn die Blüten offen sind.
00:25:48: und Safran ist dabei das teuerste Gewürz.
00:25:50: Die Norninus bauen ihn selbst an weil es der einzige Weg ist sicher zu sein.
00:25:55: Und als gebrannte Grundlage Fragolino!
00:26:14: Seine Tiefe, jenes leise fruchtige Unterfutter das man schmeckt ohne es benennen zu können.
00:26:21: Der Lapparativo nonino ist nicht der Abschluss dieser Geschichte!
00:26:25: Er ist eine neue Seite geschrieben von den Töchtern und deren Enkelen auf einem Rezept der Großmutter mit Kräutern der Frienschen Erde, Safran aus eigenem Anbau und einer verbotenen Erdbeerspinne von einer Traube die sich nicht verbieten lassen will.
00:26:43: Vielen Dank für diese hundertundzwanzig Jahre Erfahrung und diese unglaublich tollen Produkte der Distillerino Nino, den deutschen Importeur dem Hanelshaus Schlumberger.
00:27:03: Und wenn man das denn ausgiebig zelebriert und da eine Show draus macht ohne vielleicht dann übertriebene Show daraus zu machen, hat es einen gewissen Mehrwert.
00:27:11: Ich finde das unglaublich wichtig was du erwähnt hast mit dem die Flasche an den Tisch des Gastes zu bringen Weil das zum einen, also wir sind visuelle Menschen.
00:27:20: Wir können es eher an den Wein erinnern wenn wir das Etikett sehen.
00:27:24: dann dieser Moment Wenn der Service am Tisch selber ist weil letztlich bezahl ich als Mehrwert ja auch Service im Restaurant und möchte den Service dann noch einmal in meinem Tisch haben Dann natürlich die Glaubwürdigkeit.
00:27:38: Also ich will da jetzt keinem Gläser serviert, Warnunterstiebungen unterstellen.
00:27:42: Aber es ist natürlich manchmal ... Wenn man den Wein anders in Erinnerung hat dann schon so ein komisches Gefühl und sich fragt, ist das jetzt wirklich raubekundig?
00:27:49: Genau!
00:27:49: Das schwingt irgendwie mit.
00:27:51: Es ist immer so ein kleiner Verdacht im Hinterkopf außer Man kennt den Wein wieder in und auswendig aber das ging mir auch so genau.
00:27:59: Und dann auch diskommunizieren dabei, dass man halt die Chance des Probeschlugs nimmt.
00:28:04: Also ich finde es auch mal ganz wichtig, dass mein Probeschlug verabreicht den Gast probieren lässt dazu noch was sagt und damit interagiert also menschlich das ist ja gastronomie und das wollen wir eigentlich in dem Sinne irgendwo auch haben und dann vielleicht irgendwie eine Geschichte vielleicht noch hört, was den Wein dann schon ein bisschen versymbolisiert, persönliches Bild gibt und das Restauranterlebnis damit steigert.
00:28:28: Das finde ich auch genau richtig, was du sagst Silvio.
00:28:31: Also ich find es auch mal toll wenn der Sommelier oder die Sommlier mir dann irgendeine Anekdote erzählt.
00:28:37: also ich muss jetzt nicht vielleicht unbedingt die dritte Gesteinsschicht erfahren aber irgendwas was mich so animiert also über die Persönlichkeit des Winzers oder der Winzerin oder von einem ja doch irgendwie eine interessante Anbaumethode was man gerade erzählen kann, dass sich so andocken kann.
00:28:58: So gedanklich und geistig.
00:29:00: Und sowas bleibt dann auch in Erinnerung.
00:29:03: Ich glaube das ist wichtig für Gäste die dann halt eine Art Smalltalk-Wissen weiter tragen können.
00:29:09: Dann sagen wir mal hier ich habe jetzt den Franchacorta von Caddel Bosco gehabt und stellt euch vor Maurizio Zanella hat eine Traubenwaschanlage gebaut.
00:29:20: Der wäscht die Trauben alle bevor er sie kelt hat Und die hat er selber entwickelt und irgendwie so.
00:29:27: Also das ist immer, finde ich ja auch interessant sich darüber auszutauschen oder sowas dann auch weiter zu erzählen.
00:29:33: Und sowas bleibt dann auch im Gedächtnis und ist auch unterhaltsam.
00:29:37: Man will ja auch ... Ein Restaurantbesuch ist ja auch manchmal wie ein Theaterbesuch.
00:29:43: Man geht rein!
00:29:43: Ich find es immer toll, wenn ich in ein neues Restaurant gehe.
00:29:46: Wie sieht's da aus?
00:29:47: Wie ist der Stil?
00:29:48: Gibt es Musik?
00:29:49: Was steht auf der Karte?
00:29:52: Und man will ja auch irgendwo unterhalten werden und das finde ich halt irgendwie dann auch immer schön, wenn der Sommelier das dann auch nutzt um halt auch so sein Wissen unterhaltsam gut verpackt mitzuteilen.
00:30:05: Das große Problem bei uns Sommys ist ja oftmals oder wir werden ganz oft gefragt ob wir einen Lieblingswein haben, ob wir ein Drehenstil haben und so meine... innerliche Überzeugung.
00:30:16: oder meine Antwort ist dann immer nein, weil dann versuchen wir jeden von unserem Lieblingswein von unserem Stil zu überzeugen.
00:30:23: Und empfehlen natürlich wenn ich hier Riesling ginge rauf und runter bin da muss natürlich jeder Rieseling trinken oder ich messe alles an Rieslingen was sich dann irgendwo probiere.
00:30:33: Ich glaube aber du hast es noch schwerer.
00:30:36: also welk?
00:30:37: Du solltest ja auf der einen Seite sehr offen sein und solltest dich auf die Empfehlung, die Gedanken des Restaurateurs einlassen.
00:30:47: Aber hast du einen Weinstier?
00:30:48: Hast du Lieblingsweine oder einen Vorlieben?
00:30:51: Oder versuchst du dich da auch komplett neutral zu halten?
00:30:54: Ja also... Also ich finde die Frage auch schwierig.
00:30:58: Da geht es mir wie dir Silvio!
00:31:00: Das ist auch mal so bisschen wie die Frage nach dem Lieblungsbuch- oder Lieblinssong.
00:31:06: Vielleicht kann man das am Ende seines Lebens sagen.
00:31:08: Es kommt ja immer noch viel Neues dazu Ähm, aber ... ja, Lieblingsstil.
00:31:14: Also ich sag immer so ... also wenn es nur eine Rebsorte wäre, die ich noch bis zum Ende meines Lebens trinken dürfte, würde ich den Riesling wählen.
00:31:22: tatsächlich?
00:31:24: Ist jetzt nicht besonders originell, ich weiß!
00:31:27: Aber naja, der Rieseling hat halt diese unglaubliche Vielfalt und das Alterungspotenzial und die verschiedenen Qualitätsstufen Europa, Deutschland und Übersee.
00:31:41: Ich denke schon, dass man sich allein mit Riesling fast ein halbes Leben oder ein ganzes Leben lang beschäftigen könnte ohne dass es einem langweilig wird.
00:31:52: aber ich bin halt natürlich von Haus aus und durch mein Beruf und meine Interessen natürlich offen und bin an allem interessiert also was das gibt und auch an neuen Weinstilen daran interessiert, Armenien Georgien zu probieren.
00:32:10: oder ich war letztes Jahr in Budapest und da hatte ich eine wunderbare ungarische Weinbegleitung aus ungarischen von ungarischem Winzern.
00:32:18: Und Weinen die gar nicht so nach Deutschland kommen kleine Weingüter das ist natürlich toll.
00:32:23: und ja ich liebe auch Spätburgunder oder auch die ja auch Chardonnay.
00:32:30: also das ist klar jetzt bin da recht klassischer unterwegs.
00:32:35: Aber wie gesagt, finde eigentlich alles interessant zu probieren und jede Flasche ist wieder irgendwie ein neues Abenteuer unter eine neue Überraschung.
00:32:44: Und es ist immer wieder spannend wenn einen rein eingeschenkt wird und dann zu gucken, ah, wie riecht der?
00:32:50: Wie schmeckt er?
00:32:52: Was ist das?
00:32:53: Wo kommt er her?
00:32:53: also Es ist immer so als würde man eine neue Insel betreten Und von daher ist ja auch dieses Thema Wein so spannend und so unendlich, weil man auch nie damit fertig wird.
00:33:07: Auch da wieder würde ich sagen, ist eben dieser Beruf des Sommeliers anspruchsvoll aber auch so toll und spannend, weil es immer weitergeht.
00:33:15: also die Weine verändern sich durch Phänomene wie den Klimawandel oder es kommen neue Appellationen dazu, neue Weiananbaugebiete.
00:33:26: Der Osten wird entdeckt, Rumänien habe ich gehört.
00:33:30: Ist auch so ein neues Weinland.
00:33:32: oder Polen hatten wir jetzt gerade im Heft auch Tipps von polnischen Weinanbaugebieten.
00:33:38: also so geht es immer weiter und das macht es halt auch wirklich so interessant.
00:33:43: und deswegen... Ich finde das immer so schade!
00:33:45: Also Leute in meinem Bekannten und Freundeskreis, die trinken nur ein Winzer.
00:33:51: Also immer wenn ich dort eingeladen bin zum Essen dann gibt es immer nur den Winzer XY.
00:33:56: der ist ganz gut.
00:33:58: aber ich sag mal mein Gott Kinder.
00:33:59: also Also die Weinwelt ist doch so groß und so spannend.
00:34:03: Soll ich euch mal was mitbringen?
00:34:05: Nein, wir hören auf ihn!
00:34:06: Wir fahren da auch immer hin und kaufen die Weine.
00:34:08: Ist ja auch schön für den Winzer.
00:34:10: Das ist eine tolle Beziehung auf der einen Seite.
00:34:12: Und das ist ja auch so ne klassische Beziehungen wie als früher vielleicht war.
00:34:16: Man hatte seinen Hauswinzer, seinen Hauswein zweimal im Jahr wurde der Kofferraum vollgeladen und dann war man ausgestattet.
00:34:24: aber irgendwie ist es doch auch sehr schade.
00:34:26: mir tut das immer ein bisschen weh sodass diese Freunde und Bekannten sich ja im Grunde nur so Null Komma, Null Null, Nulleins der möglichen Weinwelt nur das so erleben quasi.
00:34:39: Ich hab mal gehört dass es ganz viel mit Oxytorzine zu tun hat also dem Bindungshormon sozusagen in der Musik oder die bei Kunst.
00:34:47: Dass man in dem Augenblick also wenn man nicht jeden Tag von morgens bis abends Wein probiert dieses Wohlgefühl haben möchte.
00:34:56: Und man dann nach Elementen sucht, die einem diese Wärme vermitteln oder gerade eben weinen natürlich auch direkt ins limbische System geht und sofort die Emotionen ins Positive dann irgendwie oder Vertraute schwingen lässt, sucht man natürlich danach und deswegen haben ihm viele Lieblingswinzer oder hat so manch einer Lieblins Winzer oder ein Lieblungsweinstil den er dann in der Situation wenn er zu Hause Wein trinkt ganz gerne haben haben möchte oder spielen möchte.
00:35:25: Aber das finde ich das Spannende bei dir im Beruf und da muss ich mich selber, auch unsere Kollegen manchmal disziplinieren dass man nicht irgendwie dieses Gefühl hat euch habe schon so viel getrunken.
00:35:37: ich muss nicht alles in dieser Welt kennenlernen sondern diese Neugier, die erhält und eben auch diese verschiedenen Entwicklungen die manchmal aber auch neu in den Kinderschuhen steckt trotzdem akzeptiert die irgendwo wertschätzt die dann auch positiv bewertet.
00:35:53: Also ein Weinaus, keine Ahnung Norwegen oder Finnland kann noch nicht die Größe eines Rieslings aus Deutschlands oder eines Begründers haben will, die Erfahrung manchmal fehlt und das mit einer gewissen Kontinuität.
00:36:05: Manchmal kosten die aber trotzdem noch mehr.
00:36:07: und dass man dann aber trotzdem sagt natürlich probiere ich die gerne natürlich versuche ich das irgendwo einzuordnen oder eben Wein aus Polen oder was du alles erwähnt hast Und selber dann eben auch so seine eigene Geschmacks- und Wissensbibliothek so wenig erweitert.
00:36:24: Was ist denn dein Lieblingswein, Silvio?
00:36:26: Habe ich
00:36:27: wie gesagt keinen!
00:36:27: Also es ist eine Tat so dass sich da das mit aller Regerosität versuche zu vermeiden ein Lieblungswein zu haben wenn man sich dann automatisch darauf konzentriert Die üblichen Vorlieben, die viele haben, wo ich mich freue.
00:36:40: Wenn ich das probiere, sei es Bug und sei es Riesling ist glaube ich klar aber auch gereifte Portos, Italiener, Portugiesen... Über Seeweiner.
00:36:50: Also ich finde ganz, ganz viele Sachen total spannend und manchmal motiviere ich mich dazu eben auch in der Rebsorte die ich sonst immer wenig vernachlässigt habe sei es Solaris oder Bachus oder was auch immer irgendwas zu finden womit ich verstehen kann warum jemand anderes das interessant findet und dass ist dann auch wiederum eine Bereicherung.
00:37:08: selbst wenn ich sage Das würde ich mir jetzt alleine Zuhause nicht aufmachen es trotzdem zu entdecken den Reiz manchmal auch in der Entwicklung des Weins zu einer Kombination zu sehen oder als ich noch in der Weinbar war, dann in der Freude die er andere hatte.
00:37:24: Also mittels des Weines jemand anderes Freude zu schenken das zu erklären warum er den gut findet, den fand er dann gut und daraus eine Freude ziehen.
00:37:32: So jetzt wirklich, da ich sage.
00:37:34: Ich habe ein Wein ... Ich könnte noch nicht mal sagen, welcher Wein mich am meisten beeindruckt hat.
00:37:38: Es gibt zwar manchmal irgendwie besonders alte, besonders irgendwie imposante Entwicklungsfähige aber was für mich so als einziger Singulärer oder als Weinfamilie in ewiger Erinnerung bleibt dafür gab es eigentlich zu viel.
00:37:50: oder ist es ... Ist es so spannend?
00:37:52: das wo ich selber merke?
00:37:55: Wo ich so ein bisschen eingeschränkt bin mittlerweile is in der Tat dass sich nicht mehr zuviel Vielfalt möchte Wenn ich zum Beispiel im Restaurant bin, dass ich nicht unbedingt der größte Weinmenü-Trinker bin sondern dann manchmal lieber eine Flasche nehmen und die verfolge oder ein Zweigleschen.
00:38:10: Und dann lieber ein zweites Glas davon um mich auf die anderen Sachen ein bisschen intensiver einzustellen.
00:38:18: Das was du vorhin erwähntest das finde auch ganz gravierend wenn ich im restaurant bin mit einer Partnerin oder mit Freunden im Restaurant.
00:38:26: Irgendwas bleibt immer auf der Strecke, entweder der Wein oder das Essen oder die Kommunikation mit den Freunden.
00:38:31: und schlimmste sind für mich persönlich Geschäftsessen im Restaurant weil ich dann eigentlich nur Nahrungsaufnahme irgendwie betreibe und mich auf das Gespräch konzentriert wird es ja auch eine gewisse Wertlichkeit-Wichtigkeit hat.
00:38:42: und daher fand ich den Gedanken so schön... den du von erwähntest, alleine essen zu gehen.
00:38:46: Natürlich katastrophal für ein Restaurant wenn da zwölf Tische und
00:38:50: alle
00:38:51: nur mit einer Person besetzt.
00:38:53: Und natürlich auch dann vor der Personalbindung.
00:38:56: Das darf man auch nicht vergessen weil die einzelne Person redet mehr mit dem Zombie als wenn wir hier sie nach der Tisch haben.
00:39:01: Ja ich bin auf so einem Fall oh Gott!
00:39:03: Der Schreck aller Sommerjäse.
00:39:05: Nein gar nicht.
00:39:06: das ist ja... Ist ja auch schön und es ist ja das was für einen Zombie auch in nachhaltiger Erinnerung bleibt.
00:39:10: Wenn wir einfach irgendwo immer Wein einschenken willst halt nach der reden oder weniger reden, dann ist das für einen selber nicht so intensiv und zu prägend als wenn man eine Person hat die Wein ausgiebig erklären kann.
00:39:23: Das genießen kann.
00:39:24: Dann auch ein bisschen mit dem Wort, mit den Empfindungen spielen kann.
00:39:27: Ein Feedback bekommt.
00:39:28: bei acht Personen bekomme ich keinen Feedback.
00:39:30: Da probiert einer, sagt er es in Ordnung und dann schenke ich einen.
00:39:33: also da bin ja mehr oder weniger die Servicekraft.
00:39:37: Aber die Persönlichkeit kommt dir dann in der Kommunikation beim einer oder zweier Tisch zum Tragen.
00:39:41: Und wenn man eine Mischung im Restaurant hat, ist das eigentlich sehr gut?
00:39:46: Ich behalte auch viel mehr von einem Abend, wenn ich alleine essen gehe.
00:39:51: Das merke ich auch eben wie du sagtest.
00:39:54: Man konzentriert sich mehr, zwangsläufig ist nicht abgelenkt durch Gespräche... Also so die Arme, bei denen ich alleine essen war.
00:40:02: Die habe ich viel länger im Gedächtnis.
00:40:04: und auch die Aromen- und Geschmacksbilder von den einzelnen Gerichten oder vom Wein... Das ist schon so, dass man dann eine andere Aufmerksamkeit hat.
00:40:19: Ja genau aber ich sehe trotzdem wenige Menschen allein Essen.
00:40:24: also das ist immer noch einer Rarität Frauen noch weniger, die abends alleine im Restaurant sitzen.
00:40:30: Manchmal in Hotelrestaurants aber das ist doch immer noch eine Seltenheit.
00:40:38: Es geht einem dann auch was von dem Weinbeschreibung selber.
00:40:42: Wie magst du Weine am liebsten beschrieben haben?
00:40:45: Also du hast ja vorhin schon erwähnt Weniger rein technische Sachen sondern eher mit Geschichten.
00:40:50: Aber findest du es schön interessant wenn man mit Metaphern arbeitet wenn man versuchen dem weinten Gesicht zu geben.
00:40:57: Hast du Lieblingsmetapher, falls ja?
00:41:00: Oder gibt es gewisse Weinwörter die du total super findest wo dich drüber freust, die du vielleicht selber gebrauchst?
00:41:05: und manche wo du sagst Nee nicht auch noch mit dem Wort?
00:41:10: In der Zeit lang sagten alle Grip oder sagen sie immer noch.
00:41:13: Der Wein hat Grip- oder die berühmte Mineralität oder Mineralik Ja also Metaphern.
00:41:23: Also, wir schreiben beim Feinschmecker über Wein und auch über Essen.
00:41:27: Es ist gar nicht so einfach das in Worte zu fassen.
00:41:30: Ich würde fast sagen es ist noch schwieriger über Essen zu schreiben als über Wein weil es gar nicht viele Begriffe gibt und gar nicht viel Worte.
00:41:39: Entweder man wird unheimlich blumig und poetisch.
00:41:43: Da muss man natürlich immer sehr aufpassen dass man nicht so in die absolute rosa-rote Kitschwelt abdriftet.
00:41:52: Und oft haben wir auch nicht so viel Platz, aber dann immer ein treffendes griffiges Wort zu finden ohne dass man sich ständig wiederholt ist gar nicht so einfach kann ich dir sagen.
00:42:04: also das wirklich so unterhaltsam und genau auf den Punkt zu bringen.
00:42:08: Ich kann jetzt gar nichts sagen ob ich so Lieblingsweinbegriffe habe.
00:42:15: Es hängt ja immer von dem Wein ab, mit dem man beschreibt.
00:42:20: Ich fühle mich eigentlich... Also ich habe ja Germanistik studiert und von daher versuche ich immer also mich auch so vor allen möglichen Sprachbildern oder so abenteuerlichen Metaphern ein bisschen fernzuhalten weil das wie gesagt immer eine Gratwanderung ist, wenn man weiß nicht.
00:42:38: Es ist so wie mit der Ironie die man aufschreibt verstehe ich dass nur oder können auch die anderen darüber lachen also die Leserinnen und Lesern in dem Fall.
00:42:47: Also es ist nicht so einfach
00:42:50: Stimmt.
00:42:50: ja
00:42:51: Ich versuche das eigentlich relativ gerade auszumachen aber natürlich habe nichts dagegen Wenn man Metapher nimmt als er also das bietet sich natürlich auch an Eine Sinfonie der Aromen oder ein Wein wie einen Pautenschlag.
00:43:05: Oder wenn man die Auto-Welt nimmt, hier gibt es den Winzer Gas oder er hat ordentlich PS oder da gibt das ja ganz viele Möglichkeiten.
00:43:18: Es muss natürlich auch unterhaltsam bleiben.
00:43:20: Also ich denke mal um eine einfache Antwort auf deine Frage zu geben Metaphan Ja aber wohl dosiert
00:43:31: Und es stimmt, was du sagtest.
00:43:32: Dass es immer eine Wort-Saison gibt für Weinfachbegriffe.
00:43:38: Zum Moden!
00:43:38: Es
00:43:38: war ne Zeit lang ... Ja, ne gewisse Mode genau.
00:43:41: Was Mineralität oder Mineralik?
00:43:42: Wo ich immer noch nicht weiß, was davon richtig ist ob Mineralitäter oder Mineralik im Duden steht nichts von beiden.
00:43:49: Also wir haben uns beim Feinschmecker auf Mineralität geeinigt und haben irgendwann mal beschlossen, dass es Mineralik nicht gibt.
00:43:58: Das hilft mir schonmal!
00:44:00: Habt ihr auch nie eine plausible Antwort von irgendjemandem?
00:44:04: Aber jetzt gerade so trendy ist Salzigkeit oder Trinkfluss ... Oder
00:44:08: Stoff, sagen ja auch viele der Stoff.
00:44:11: Oder Gerät zum Wein, das hat sie eher aber dann schon ein bisschen männlich jung.
00:44:18: Was hatte ich noch neulich irgendwie gehört?
00:44:22: Nier, was mit Niagara oder
00:44:24: Schluck-Schwemse.
00:44:27: Trinkspaß!
00:44:28: Ach ja, was ich auch mal lustig finde ist wenn es heißt der Wein trinkig.
00:44:32: also das verstehen zum Beispiel glaube ich nur Menschen aus der Weinbubble.
00:44:36: Also so normale, natürlich sage ich ja trinke ich ja wieso wie denn sonst?
00:44:40: Wie soll man denn sonst wenn nicht trinken?
00:44:41: Also wie so trink ich?
00:44:44: Das ist aber auch so saftig Es ist ja auch ein Begriff.
00:45:05: Bist du etwa einer von denen, die glauben sie kennen schon alles was die Toscana zu bieten hat?
00:45:10: Also von fetten Supertaskens die mit französischen Rebsorten herum stolzieren bis zu dem Brunnelus die sich benehmen als hätten sie den Papst persönlich in der Flasche.
00:45:19: Dann lass mich dir diese Geschichte erzählen.
00:45:22: stell dir vor!
00:45:23: Du bist im Jahr nineteen-fünf-neinzig und zwei alte Haudingen aus zwei Welten treffen sich wie zwei Flusslotsen zufällig am selben Rufa.
00:45:32: Auf der einen Seite Vittorio Fresco Baldi Erbe einer Familie, die seit siebenhundert Jahren Weimar.
00:45:37: Seit die ersten Frauphan nach Florenz zogen und schon im Mittelalter Könige und Peps mit ihren Fässern versorgten!
00:45:43: Die Fresco-Baltis haben Bogen gebaut, Kriege geführt... ...und weinig gekeltert.
00:45:53: Auf der anderen Seite Robert Mondavi, der kalifornische Visionär aus dem Nabba, der den Überseewein mit offenen Armen und einem Lächeln begrüßte, das so breit war wie der Pazifilm.
00:46:04: Diese beiden schauten sich an und sagten, lass uns in Montalcino etwas machen.
00:46:09: Dass die Tradition ernt ohne sie zu erwürgen!
00:46:12: Keinen reinen Sanctovese der sich wie ein gerantiger Etrusker aufhört und keinen reinen Merlot, der wie ein Hollywood-Schauspieler glänzt.
00:46:20: Sondern eine Ehe Lutsche des Lichts das aus Sanctuveses und Merlot entsteht Ein Superdasken der die Grenzen der DOCG sprengt ohne sie zertrümmern.
00:46:30: Zehn Jahre später nach Mondavi's Tod übernimmt die Fresco Baldi-Familie allein das Ruder.
00:46:35: Lamberto Fresco Baldi, der Sohn für das heute mit der ruhigen Hand eines Mannes, der weiß dass man einen guten Wein nicht hetzt sondern ihn wie ein alten Freund behandelt.
00:46:45: Respektvoll geduldig und mit einem Augenzwinker.
00:46:50: Und genau dort in Castellovo de la Bata, südöstlich von Montalcino, wo die Hügel sich wie eine alte, faltige Großmutter ans Orchertal schmiegen und der Monte Amiata, wie ein schlafender Riese im Hintergrund wacht liegt den Nuda Lucha.
00:47:08: In einer Höhe von ungefähr dreihundertachzig Metern.
00:47:10: Kein flaches langweiliges Tal, wie in manchen anderen Ecken der Toscana!
00:47:15: Oder Wein nur so vor sich hindöst?
00:47:17: Hier peitscht der Wind aus dem Tal herauf, bringt kühle Luft vom Vulkanbäcker runter und sorgt für diese täglichen Temperatursprünge.
00:47:24: Tagsüber brennt die Sonne... ...wie ein Schmiedehammer.
00:47:27: Nachts fällt die Kälte wie einen Dieb, der die Säure wackelt und die Aromen festhält als wären sie Goldman's.
00:47:33: Aber es gibt nicht nur den Lutscher Es gibt auch Dem Brunello di Montalcino.
00:47:37: Und bitte Lass mich dir von dem erzählen!
00:47:40: Der Prunello selbst ist ihr Tribut an die Tradition.
00:47:43: Einhundert Prozent Sangiovese Grosso, hauptsächlich aus dem Madonino Weingärten.
00:47:48: Einer Parzelle, die so perfekt ausgerichtet ist... ...dass sie aussieht als hätte sie die Natur extra für diesen Wein angelegt.
00:47:56: Exposition Süd-Südost, ideal um die Sonne einzufangen und sie zu verbrennen.
00:48:00: Und die Rebenwurzel in tief In diesem so besonderen Galestro-Schieferboden natürlich der nichts freiwillig hergibt Genau wie ein alter Toscana Der ist nach dem dritten Glas redet.
00:48:11: Handlese?
00:48:12: Natürlich!
00:48:12: Bei Maschinen sind hier so viele am Platz, als wären sie ein Amerikaner in einer toskanischen Traturier... der Pasta mit Ketchup bestellt.
00:48:19: Niedrige Erträge, viertynamische Pflege, Respekt vor den Terror.
00:48:23: Das ist hier kein Keller-Trick das ist Philosophie.
00:48:26: und dann haben wir diesen Zwei-tausend-Einundzwanziger.
00:48:28: Ah da kommt ja Spaß an dieser ganzen Geschichte.
00:48:31: Zwei tausend Einen Zwanzig war kein Jahr der brüllenden Hitzebomben die Sofiele Brunnelos in überreife alkoholische Monstrositäten verwandeln.
00:48:39: Es war ein klassischer altmondesher Jahrgang, frisch elegant mit genau der richtigen Portion Regen im Juli.
00:48:46: Kühlenächten die die Säure wie Einwecker klingen ließen und einem September der die Trauben reifen ließ ohne sie zu ertränken!
00:48:54: Die Erträge niedrig.
00:48:55: diese Lektion gnadenlos wie ein Richter der Schmuggler verurteilt.
00:48:58: Und das Ergebnis?
00:48:59: Ein Brunnello den ich protzt wie einen Supertaskern aus dem Bäugereg sondern der stille Dasez und euch mit einem trockenen Lächeln ansieht.
00:49:08: Als wollte er sagen, ich bin der echte Toscana hier!
00:49:11: Der Rest ist nur Show.
00:49:12: Einhundert Prozent Zauberwiese pur, keinen Kompromisse, keine Mode.
00:49:16: Und natürlich, der Lutsche selbst, ihr Supertasker mit Merlot Ist die Brücke zur Welt.
00:49:21: Obbulent aber elegant.
00:49:23: Einen Kind der Fresco-Baldimon da wie jede Das Zeit war.
00:49:27: es passiert wenn Toscano und Kalifornien sich küssen Aber der Brunello, der ist der echte Tuscana.
00:49:32: Störisch!
00:49:33: Tiefgründig mit einem Augenzwinkern das sagt ich brauche keine französische Bereicherung Ich habe den Stein und die Sonne Und er eilert grandios.
00:49:42: zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre und plötzlich taucht ein Trüffel Leder- und Tabak auf Ohne dass die Frucht je stirbt.
00:49:49: Es ist ein Wein für die, die wissen Dass ein guter Wein eine gute Geschichte ist.
00:49:53: Er braucht Zeit um sich zu entfalten.
00:49:55: Wenn er es tut lacht ihr laut auf Wille euch Genau da trifft wo es wehtut.
00:50:02: Im Herzen!
00:50:04: Herzlichen Dank für diesen besonderen Brunello di Motalcino.
00:50:08: Nettinuta Luzsu und natürlich dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
00:50:22: Beschreiben Sommeliern die einen Wein anders als Sommelis oder... Ach ich glaube nicht.
00:50:27: Ist hier erstmal aufgefallen?
00:50:28: Nee okay.
00:50:29: Oder ich habe noch nicht so richtig drauf geachtet.
00:50:32: Ich würde aber mal sagen, ich glaube nicht dass es ein Unterschied ist zwischen Männer und Frauen.
00:50:38: Es ist vielleicht eher so die Persönlichkeit.
00:50:41: Aber es kann natürlich sein jetzt doch wenn ich drüber nachdenke das Männer vielleicht manchmal doch eher so eine Art maskuline kerligere Sprache haben beim Wein.
00:50:51: auch hier ohne zu verallgemeinern, aber vielleicht tendenziell.
00:50:57: Also,
00:50:57: habe ich auch noch nicht drauf geachtet und ich versuche jetzt so gerade die Gespräche der letzten Podcast ein bisschen Revue passieren zu lassen.
00:51:04: Eigentlich wenn man wahrscheinlich das mit einer Stimmverzerrung irgendwie drüber laufen lassen würde, sobald es um die Weinansprache geht glaube ich gäbe es da keine, keine gravierende Unterschiede ist auch interessant.
00:51:16: Weil sonst wenn man über Mode redet oder über Kunst glaube schon dass Frauen das anders sehen weil sie in anderen feinen sind an einem tiefen eine andere Komplexität in ihrer Wahrnehmung haben Und ich glaube auch schon, dass sie weit anders aufnehmen.
00:51:28: Aber in einer Weinbeschreibung bei einem Restaurantbesuch kann man das gar nicht ausspielen.
00:51:34: Glaub' ich ja auch nicht!
00:51:35: Also auch wenn ich jetzt an unsere Texte denke... also wir haben ja auch Weinautoren und Autorinnen.
00:51:43: Also würde ich jetzt auch keinen Unterschied sehen.
00:51:45: Wenn du den Namen verdeckst, könnte ich jetzt noch nicht sagen ob das von einem Mann oder von einer Frau geschrieben ist?
00:51:52: Also das ist dann wirklich eher so der individuelle Stil.
00:51:55: Schreibt jemand unterhaltsamer oder ernsthafter, oder tiefgründiger und ein bisschen lockerer... Da würde ich eher die Unterschiede sehen.
00:52:03: Oder ein bisschen saloper oder mokanter.
00:52:08: Also da sehe ich so die Unterschiedee unserer Autoren aber jetzt nicht... also Männer-Frauenee?
00:52:13: Ist mir auch in all den Jahren noch nicht aufgefallen Aber früher natürlich!
00:52:17: Wenn du dir einen alten Feinschmecker Wir hatten ja letztes Jahr unser fünftigjähriges Jubiläum.
00:52:22: Da konnte man schon, da haben wir auch überwiegend Männer über Wein geschrieben ... Es hatte schon so was gravitätisches.
00:52:30: Also wirklich sowas Pastoralis und etwas recht belehrendes.
00:52:38: Aber vielleicht hätten Frauen auch so geschrieben, wenn sie damals in dem Beruf stärker vertreten gewesen wären?
00:52:43: Vielleicht war das einfach nur der Stil der Zeit!
00:52:48: Aber ich begrüße schon, dass man versucht den Wein so wenig aus dem Heiligtum herauszunehmen und ihm eine gewisse Natürlichkeit zu geben.
00:52:55: Dann natürlich auch die Barrieren dann irgendwo einreißen kann und zeigen kann soll einfach Spaß machen auf der einen Seite.
00:53:04: Man darf aber auch nicht in zu einfache oder die zu einfacher Sprache dann irgendwo...
00:53:07: Nee also auch einfach nur dieses wie meine Mutter sagen würde Straßendeutsch.
00:53:14: Einfach schlagwortartig.
00:53:16: Das finde ich auch nicht richtig.
00:53:18: Ich finde, das wird dem Wein nicht gerecht, wenn es ein guter Wein ist natürlich.
00:53:24: Ein gewisses Maß einer Auseinandersetzung und man muss mal sagen der Winzer und die Winzlerin geben sich Mühe mit ihrem Wein und dann sollten wir uns auch Mühe geben den Wein auch adäquat zu beschreiben.
00:53:36: Wie findest du, sollte man am besten mit Wein beginnen?
00:53:39: Sollte man möglichst.
00:53:41: Weil du grad mit Winzer und Winzerinnen und geben sich Mühe und das spricht natürlich für eine gewisse Qualität, da stelle ich mir immer die Frage also was ist so ein guter Anfang fürs Weintrinken?
00:53:51: oder wenn man sich da versucht ernsthaft miteinanderzusetzen, solltet man gleich in die Vollen gehen und sagen Für mich das Beste dann versteh' ich was Gutes.
00:53:58: Oder sollte man sich langsam hoch trinken?
00:54:00: Es hängt natürlich auch so von den finanziellen Möglichkeiten ab, die man hat.
00:54:04: Davon
00:54:04: mal abgesehen!
00:54:05: Also das ist klar dass man...
00:54:07: Okay davon mal ab gesehen wird Zeit und Raum keine Rolle spielen?
00:54:10: Ja
00:54:11: natürlich nicht.
00:54:13: Also ja ich würde sagen also wenn ich jetzt so New-Kamerin bin würde ich mir eine Rebsorte schnappen sozusagen.
00:54:23: Also die, die ich aber gerne mag.
00:54:25: Das kann man ja vorher austesten.
00:54:27: also mag ich Sauvignon blanc, weiß Burgunder, grau Burgunder.
00:54:31: Mag ich Riesling oder mag ich Cabernet Sauvignon?
00:54:34: Also irgendeine Rebsorte.
00:54:38: und dann würde ich mich von dieser Rebsorte verschieden ... war einer verschiedener Winzer kaufen verschiedener Jahrgänge, verschiedener Herkünfte und dann würde ich mich erst mal nur mit dieser Rebsorte beschäftigen.
00:54:54: Und gucken wie sind da so die Unterschiede?
00:54:56: Die Ausprägung also und dann würd' ich genau mich daran... Also das Wichtigste ist ja denke ich oder vielleicht sind wir uns daher auch einigst, dass man herausfindet was einem wirklich schmeckt.
00:55:11: Ich hatte gerade heute Morgen ein Gespräch Sommelier aus dem Kör hier in Hamburg, Johannes.
00:55:17: Und er sagte ... Ich bin immer froh wenn ein Gast sagt nee der Wein schmeckt mir nicht hast du nichts anderes.
00:55:24: und er meint das ist eine tolle Aussage weil dieser Mensch hat schon seinen Geschmack gefunden.
00:55:30: Das würde ich auch so sehen.
00:55:32: also einfach herauszufinden dass es ja auch so bisschen verbindlich und was schmeckt mehr?
00:55:38: Und das gilt für viele Bereiche des Lebens.
00:55:40: oder beim Wein Was gefällt mir eigentlich?
00:55:44: Und was gefällt mich nicht, um das auch dann an den sommelier oder an die sommelier weiterzugeben Das finde ich ist schon ein schritt so in die richtige gerichtung sich ein bisschen mit wein auszukennen.
00:55:58: Also das wäre jetzt so mein weg.
00:55:59: also Ich glaube aber, dass die meisten Menschen den Fuß anfangen und so war das bei mir auch.
00:56:04: Also man stolpert so rein in die Weinwelt und dann trinkt man hier mal und dann trägt man dort mal und ... Dann denkst du irgendwann ah, das gefällt mir aber besonders gut!
00:56:12: Was ist denn das?
00:56:14: Und dann guckt man so in diese Richtung weiter... und dann gucken wir nach links und nach rechts.
00:56:19: Aber ich finde es immer sehr interessant, sich einfach mal mit einer Rebsorte zu beschäftigen.
00:56:23: Kann man übrigens auch immer mal machen?
00:56:25: War meine Empfehlung bei einigen Interessierten, die zu mir kamen und sagten, jetzt bin ich da so reingesteuert wie du es beschrieben hast.
00:56:33: Jetzt möchte ich mich etwas ernsthafter oder tiefsinniger damit beschäftigen, wie kann nicht das machen?
00:56:38: war meine Empfehlungen über die Rebsorte?
00:56:40: Weil dann versteht man auch die Komplexität des Weinswilders.
00:56:43: Da kann man verschiedene Jahrgänge probieren und merkt, okay ist da ganz anders.
00:56:47: Man kann einen alten neben dem jungen von mir aus riesling oder graube Grunde probieren.
00:56:51: Man kann verschiedene Regionen, verschiedene Stile ausbauweisen und so kann man sich ganz in seinem eigenen Geschwindigkeitsgefühl dem Ganzen und auch damit der Komplexität nähern.
00:57:03: aber wie kann man einem Nicht-Trinker, der vielleicht ganz wenig Erfahrung hat erklären warum Wein wirklich sowas besonderes ist?
00:57:11: Ja, das ist wirklich eine gute Frage.
00:57:14: Oder ich finde die ganz schwer?
00:57:16: Man kann ja mit Worten viel bauen als woher die Tiere nicht erzählen.
00:57:20: Aber damit es glaubwürdig ist oder auch leidenschaftlich und tiefsinnig ist, find ich das echt schwierig.
00:57:27: Das ist wirklich schwer!
00:57:32: Eigentlich ist es immer gut ein Lichtweintrinker hat mal einen Aha-Effekt aber es ist natürlich schwierig den zu produzieren wenn man gar nicht weiß, was würde diese Menschen nun schmecken der bisher immer nur Bier getrunken hat oder spirituosen?
00:57:48: Oder gar nichts.
00:57:52: Also Wein ist natürlich ein faszinierendes Getränk das wissen wir die wir uns in dieser Weinwelt bewegen sowieso.
00:57:59: also faszinisieren finde ich ja schon mal oder interessant am Wein.
00:58:02: es ist auch ein landwirtschaftliches Produkt Aber man könnte sagen, fast das einzige oder vielleicht sogar das Einzige, dass den Namen seines Schöpfers auf dem Etikett trägt.
00:58:13: Das ist ja bei anderen Produkten und Lebensmitteln, da steht ja auf keiner Kartoffel oder nicht auf einer Avocado oder nicht eine Mandarine aber wir sagen ja immer also ich trinke einen Knipser oder ein Wittmann oder einen Prüm.
00:58:31: Und das hast du aber bei anderen Produkten nicht!
00:58:32: Also der Winzer steht mit seinem Namen wenn wir uns über gute weine unterhalten natürlich mit seinem namen Für dieses produkt gerade und das ist schon mal etwas was den wein hervorhebt und auszeichnet Und so besonders macht gegenüber vielen vielen anderen produkten die aus der erde kommen sozusagen oder die in der Aus dem boden kommen und die aus, der landwirtschaft kommen.
00:58:59: Und ja wein ist etwas ein lebendiges produkt dass sich entwickelt.
00:59:04: es entwickelt sich am Abend im Glas.
00:59:06: Es entwickelt sich über die Jahre, also es lebt sozusagen und das trägt den... Die Handschrift des Winzers in sich, es trägt dem Charakter des Bodens in sich,... ...es trägt der Klima in sich.
00:59:22: Also alles fließt ein in den Geschmack, den ich dann im Glas habe.
00:59:28: Und diese Faktoren sind einzigartig!
00:59:32: Ob ich mit dieser Rede jemanden überzeugen kann, der noch nie Wein getrunken hat, Silvion.
00:59:38: Das weiß ich jetzt nicht oder ob das auch wieder etwas ist, worüber wir uns verständigen, die wir sowieso schon überzeugt sind vom Wein?
00:59:49: Also ich glaube man bekommt Leute, die Wein ervers sind und keinen Zugang haben vielleicht auch über Geschichten.
00:59:57: also so versuchen wir das auch immer bei uns im Heft dass wir einfach Wein über Geschichten erzählen, über die Persönlichkeiten, die dahinter stecken.
01:00:05: Versuchen auch einen anecdotischen Weg zu finden.
01:00:10: und ich merke auch immer wenn ich das so Freunden erzähle, die wenig Bezug zum Wein haben dann sagen sie auch mal ah das ist ja interessant.
01:00:18: achso und ja das ist eine interessante Geschichte.
01:00:21: also da kriegt man glaube ich die Leute schon.
01:00:23: Wenn dann parallel dazu der Wein im Glas ist erzählt das animierend, moderiert den Wein.
01:00:32: Erzählt was das für Leute sind.
01:00:34: oder zum Beispiel ich erzähle auch immer gern die Geschichte von Eva Fricke.
01:00:37: Die kommt nun aus Bremen oder Norddeutschland so wie ich auch.
01:00:41: Die halt als Quereinsteigerin angefangen hat ein ganz anderen Hintergrund und einfach mal in den Rheingau gezogen ist ohne irgendwelche Geräte und angefangen hat.
01:00:53: Also sowas interessiert dann Leute auch, die sonst keinen Weinbezug haben.
01:00:57: also ich denke man muss dann Geschichten finden mit denen sich jeder Mensch so identifizieren kann oder abgleichen kann Und die Weinwelt nicht als etwas darstellen was unerreichbar ist was unglaublich teuer ist Was Menschen machen für andere menschen die in einer anderen zähre leben sondern das hat genauso viel auch mit mir zu tun.
01:01:20: Also würde ich es dann versuchen.
01:01:24: Zum Beispiel in dem Fall von Eva Fricke oder eben auch anderen Quer-Einsteiger fragt man sich dann ja warum?
01:01:29: und dann macht man dieses Interessensfenster auf, wo man dann versucht Verständnis dafür aufzubauen.
01:01:35: Könntest du Wein in ein Wort pressen?
01:01:38: Also gibt es ein Wort für Wein?
01:01:46: Wein ist schon faszinierend könnte man sagen.
01:01:51: Ein Faszinosum also in dem was ich gerade beschrieben habe Ja, finde ich schon faszinierend.
01:01:58: Ich würde sagen ein fasziniendes Produkt.
01:02:02: Toll!
01:02:03: Du hattest gerade von dem AHA-Erlebnis dass manch einer der mit Weinbeginn gerne haben sollte oder einen das so richtig in den Sog ziehen kann?
01:02:10: Hattest du so'n AHA Erlebnis wo du Wein mal anders probiert hast und wahrgenommen hast
01:02:15: wow
01:02:16: auch das kann Wein?
01:02:18: Ja, ich würde sagen meine Weingeschichte fing tatsächlich also ganz klassisch so traumhaft an in Bordeaux.
01:02:30: Also ich habe in Bordau nämlich ein Jahr studiert und das war Ende der Achtziger, wo wir in Deutschland halt noch ganz anders gegessen haben also auch viel einfacher.
01:02:41: da gab es halt die ganze Vielfalt an Olivenölen, die wir heute haben oder ansalzen Und auch im Weinbereich, also ich hatte vorher in Göttingen studiert Und da habe ich immer so schreckliche Sachen getrunken, wie Altbibole oder Weißherbst.
01:02:59: Also das waren meine Studentengetränke und ... Oder ja genau sowas, solche Sachen aus den Studentenkneiben.
01:03:09: Naja dann war ich in Bordeaux und wollte mir etwas dazu verdienen und hab als Reiseleiterin gearbeitet Und hab dann so Bus, tatsächlich auch so Busse in die Weinregionen geführt.
01:03:23: Hab das dann moderiert und dann kam ... Wie gesagt, fuhren wir auch in die Weinregion und kamen dann auch mal ins Chathomago.
01:03:32: oder dann gab es dann halt auch so Lunchterminer- und Abendessen den Weinreben.
01:03:38: Dort durften wir Reiseleiterinnen mit essen.
01:03:43: Dann gab's auch ...
01:03:43: Das ist doch voll!
01:03:44: Bitte?
01:03:46: Ist ja katastrophal, du Arme.
01:03:47: Ja ... Siehst du?
01:03:48: In
01:03:49: jungen Jahren schon so
01:03:50: traumatisiert.
01:03:51: Traumatisiert!
01:03:55: Und da bekam ich dann eben auch ... Wir haben jetzt nicht die teuersten Chateau-Magoe eingeschenkt, ist klar.
01:04:01: Aber trotzdem waren diese Weine schon um divers und besser als das, was ich aus meiner Studentenzeit kannte oder ... Ich bin gebürtige Bremerin, ist eine berühmte Weinstadt aber ... Die haben damals, war das auch die Zeit gar nicht so Wein getrunken.
01:04:17: Und damals waren die Weine ja noch nicht so gut wie sie heute sind.
01:04:19: also der deutsche Weinboom glaube ich, der entwickelt sich damals gerade erst.
01:04:25: Also so guter Wein war gar nicht leicht verfügbar wie heute.
01:04:30: Naja und da hatte ich wirklich ein Aha-Erlebnis, dachte wow!
01:04:34: Also Puh, also ein Porto Unfassbar, also das fand ich schon toll.
01:04:39: Also so gepaart dann auch mit der ganzen S-Kultur dort und ich fand es immer toll.
01:04:45: Ich hab da in einer WG gewohnt mit zwei Studenten wie selbstverständlich die einfach mit Wein umgegangen sind.
01:04:53: Die haben abends eine Flasche Wein mitgebracht, dann hat man sie getrunken ... Dann sagte sie, ja, ich habe einen Mont-Basillac und dann wurde er ausgeschenkt und dazu gab's Käse kannte ich damals noch gar nicht so aus meinem norddeutschen Leben.
01:05:10: Und das hat mich halt unheimlich fasziniert und eben auch eigentlich bis heute, dass sie das auch gar nicht auf einen Alltag gehoben haben.
01:05:17: Sondern es war ein Teil des Lebens!
01:05:19: Auch wenn man damals nicht viel Geld hatte an der Uni aber trotzdem meine Mitkommiliton oder die Freunde, die ich da hatte... einfach versucht mit einfachen Mitteln, so das kulinarische Leben zu zelebrieren und selbst aus wenigen Zutaten sich ein kleines Menü zusammenzustellen abends.
01:05:39: Also nicht alles auf einen Teller zu legen sondern aus verschiedenen Komponenten also wie gesagt kleine unterschiedliche Gänge zu machen und eben auch selbstverständlich dazu abends ein Glas Wein zu trinken ohne dass man sagt oh willst du heute Wein trinken?
01:05:54: Heute ist aber doch Mittwoch und gar nicht Samstag.
01:05:57: Ja, ist das nicht zu teuer?
01:05:59: Also irgendwie so dieser ganz entspannte Umgang mit guten Produkten und eben auch guten Wein.
01:06:05: Das hat mich damals wirklich sehr geprägt und auf die Spur des Genusses gebracht.
01:06:42: Nicht geschniekelt wie ein Sauvignon Blanc der internationalen Komfortzone, sondern klar kühl und mit der unverschämten Direktheit eines Klimas das keine Kompromisse kennt.
01:06:54: Der Babbage Sauvignion Blanc is kein Wein der gefallen will!
01:06:58: Er ist ein Wein der überzeugt und zwar nicht durch Scham, sondern durch Präzision Und genau da es ist der Unterschiede was schmecken kann.
01:07:05: Also zunächst My Bro Oder genauer Maibore jenes windgepeite Stück Neuseeland, das in den neunzehnten siebziger Jahren noch mehr scharfer als Rebenkant und heute mit der Selbstverständlichkeit eines Naturgesetzes Sauvignon Blanc produziert.
01:07:19: Und hier passiert etwas, dass sich mit europäischer Weinromantik nur schwer erklären lässt!
01:07:24: Die Sonne scheint intensiv... fast aggressiv.
01:07:27: Und dann fällt die Temperatur nachts so weit ab, dass die Säure wie ein aufgezogener Draht stehen bleibt.
01:07:34: Das Ergebnis ist kein frischer Wein.
01:07:36: Das Ergebnis ist ein System unter Spannung.
01:07:39: Und genau dort setzt Babbage an!
01:07:41: Und... Babbage ist kein modernes Projekt, kein schnell zusammengezimmter Exportraum.
01:07:46: Dieses Weingut existiert seit über einhundert Jahren, seit dem Jahre in den letzten Jahren.
01:07:50: Gegründet von kroatischen Einwanderern.
01:07:52: Lange bevor Marlboro überhaupt wusste dass es einmal Sauvignon Blanc Weltmacht sein wird.
01:07:58: und das ist entscheidend Denn während viele Produzenten Marlborough den Stil verwalten hat Babbage ihn mit erledigt geformt mit aufgebaut.
01:08:07: Hier wird nicht imitiert, hier wird fortgeschrieben und jetzt haben wir uns dabei so etwas wie die ungeschminkte Version dieses Verständnisses kein Holz keine Ablenkung!
01:08:16: Kein Versuch etwas zu kaschieren was ohnehin offensichtlich wäre.
01:08:19: stattdessen Fokus.
01:08:22: Und im Glas beginnt alles mit einer fass provokativen Klarheit, limitte Stachelbeere und ja auch ein Haar von frisch geschnittenem Gras aber nicht dieses Klischeehafte sondern eher wie der erste Schnitt nach einem kalten Morgen.
01:08:37: Und dann kommt etwas, das vieles Sauvignon Blancs versprechen aber nur weniger einlösen.
01:08:41: Spannung ohne Hysterie!
01:08:42: Wie soll es da?
01:08:43: Aber sie schreit nicht.
01:08:44: Sie hält dem Wein zusammen wie ein gut gesetztes Argument Das keine Nachdruckbrauchrück zu wirken.
01:08:51: Man könnte sagen Dieser Wein hat Charakter Nicht im moralischen Sinne.
01:08:54: Es wird so einfach sondern im strukturellen.
01:08:57: Er weiß wo er hin will und er geht dorthin Ohne sich umzusehen.
01:09:02: Technisch betrachtet Alles kein Hexmerk.
01:09:05: Und gerade das macht es so bemerkenswert!
01:09:08: Kühlevergierungen im Edelstahl, um die Primärarum zu bewahren.
01:09:11: Früher Lese, um Säure und Frische zu sichern.
01:09:13: Sorgfältige Parzellen aus bei innerhalb Malbrews.
01:09:16: Oft in den kühleren Subregionen, wo Wind- und Temperaturunterschiede... ...die Trauben zum Meerdisziplin
01:09:22: zwingeln.".
01:09:23: Das klingt nach Lehrbuch?
01:09:25: Aber wieso oft ist die Kunst nicht in der Theorie sondern in der
01:09:28: Konsequenz?!
01:09:30: Denn MalbREW verzeiht viel – vielleicht zuviel….
01:09:33: Zu viel Frucht, zu viele Lautstärke.
01:09:34: Zuviel von dieser nervösen Citrus-Lychee-Aromatik die man inzwischen fast automatisch erwarten.
01:09:40: Babbage geht einen anderen Weg!
01:09:43: Der Sauvignon Blanc vom Babbage bekontrolliert er fast nicht denn am besten Sinne?
01:09:47: Er liefert alles was ein großer Sauvignon Blanc liefern soll und gleichzeitig lässt er alles weg das ihm banal machen würde.
01:09:55: Und genau hier wird es interessant für den der sich ernsthaft mit Wein beschäftigt Denn dieser Wein ist kein Statement gegen die Region Er ist eine Präzisierung innerhalb der Region.
01:10:05: Er zeigt das MyBrow nicht nur laut kann, sondern auch differenziert Das frisch-nichtzwangsläufig Simplizität bedeutet und dass Sauvignon Blanc mehr sein kann als ein aromatischer Reflex.
01:10:17: Was im Nachhalt bleibt?
01:10:18: es kein Feuerwerk.
01:10:20: Es ist einen Eindruck Zitrus?
01:10:22: Ja Ein Hauch von Salz Vielleicht Vor allem aber diese klare verschnörkelose Linie Die sich durchzieht Und den Wein zusammenhält.
01:10:33: Kein Überschwang.
01:10:34: Keine Süße als Sicherheitsnetz, nur Struktur!
01:10:38: Und vielleicht ist das der eigentliche Punkt?
01:10:41: Der Sauvignon Blanc von Babbage aus dem Jahre twenty-fünfundzwanzig aus dem Marlboro-Neuseeland ist kein Wein für diejenigen, die bestätigt werden wollen.
01:10:48: Es ist ein Wein für denjenigen, wie sie wissen wollen, wie Sauvion Blanc wirklich funktioniert wenn man ihn nicht dekoriert.
01:10:55: Er wirkt nicht wie ein Versprechen er wirkt wie ein Ergebnis.
01:10:59: Die meisten Beine bemühen sich klüger zu erscheinen als sie sind.
01:11:03: Dieser hier macht sich nicht die Mühe.
01:11:05: Und genau deshalb ist er es!
01:11:09: Vielen Dank, der Babbage Winery für diesen außergewöhnlich und trotzdem typischen Zovnion Blancs im Malbrew aus dem Jahre twenty-fünfundzwanzig und auch ein großes Dankeschön dem deutschen Importeur, dem Handelshaus Schlumberger.
01:11:32: Gibt's irgendwas was du da im achtzehnjährigen Echenbezug auf Feinraten würdest?
01:11:36: Ja... Ich würde sagen, keine Altgebohle trinken und kein Portugieser beisterbst.
01:11:43: Und auch keinen mit achtzehn.
01:11:45: Das weiß ich noch sehr gut zu meinem achtzehnten Geburtstag.
01:11:47: Gab's Blue Corazau mit Orangensaft, batida de coco, Campariosaft... So, da würde ich sagen also sucht ihr lieber schon mal tolle Weine!
01:12:00: Und vor allen Dingen würde ich heute sagen Kaufweine.
01:12:04: Also, denn ich kenne viele Leute die damals früher tolle und sehr, sehr gute Weine gekauft haben.
01:12:11: Die heute unbezahlbar sind.
01:12:15: also da wäre es natürlich schlau gewesen.
01:12:18: man hätte damals schon von sehr guten Bordeauxweingütern gekauft oder begund oder auch von sehr guten deutschen Weingütern, also mit weinen und hohem Alterungspotenzial.
01:12:30: Und hättet ihr jetzt noch im Keller so einen schönen Bordeaux neunzwertzeinachtzig?
01:12:34: Oder so, ne?
01:12:35: Und hätte ich den damals für ... nicht nur aufs Wurzeln, aber auch auf das Wurzelhandel, ja!
01:12:39: Ja, wow!
01:12:40: Herrlich!
01:12:41: So.
01:12:41: Ja,
01:12:41: O'Greon hat damals, glaub ich, fünfzig Mark gekostet.
01:12:43: Ja genau, genau.
01:12:46: Also so ähm... Ja, also das könnte man jetzt vielleicht sagen.
01:12:50: Damals hätte man sich da komplett noch mal anders aufstellen müssen.
01:12:54: Aber natürlich hat man auf der anderen Seite in dem Alter auch andere Dinge im Kopf und ... aber gut, also wenn du mich jetzt fragst... Manchmal
01:13:02: gar nicht die Weitsicht ja?
01:13:04: Genau!
01:13:04: Gar nicht so die Weitzicht und man hatte damals dieses Thema Wein gar nicht so im Kopf.
01:13:09: Also man hatte aber auch, wenn du heute siehst, was mit der Kaffeewelt passiert ist Also man hat ja auch gar nicht viel Kaffee getrunken, also es gab auch gar nichts die vielen Hippenröstereien und das war überhaupt kein Thema anders als heute.
01:13:24: Weil du gerade Bordeaux erwähnt bist.
01:13:26: und achtziger Jahre... Ich hab' das heut gelesen, es fand ich ganz interessant bis neunzehundertsechstenfünfzig ob das jetzt gut oder schlecht ist, egal wurde in Frankreich an Schulen zum Mittagessen bein serviert.
01:13:37: Das
01:13:37: wusste ich auch nicht!
01:13:38: Und dann bis neunsundhteinenachtzig Wein in Frankreich, Gang und Gebe an Schuhen.
01:13:43: Also wurde erst nasset Einen Achtzig verboten.
01:13:47: also fand ich so als es gibt so manche Geschichten um die Reihen die man nicht kennten die manchmal einen zum schmunzelt anregen wie gesagt ist natürlich Gründe aber fand ich fand mich ganz interessant.
01:13:59: das Bordeaux hat dich ja mehr oder weniger ein bisschen dazu gebracht dass du kulinarische reisejournalistin wurde habe ich natürlich die frage Welche Weinregion hatte ich am meisten beeindruckt?
01:14:10: Gibt es eine Wein-Region, wo du sagst, die müsst ihr bitte alle auf der Welt gesehen haben.
01:14:14: Die du am schönsten und imposantesten fandest?
01:14:16: war's Bordeaux oder war's dann doch im Nachhinein noch was anderes?
01:14:20: Also Bordeau würde ich jetzt gar nicht sagen von der Weinrektion.
01:14:23: aber also was ich faszinierend und wunderschön finde und da befinde ich mich mit einem großen Kreis von Liebhabern ist die südafrikanische Weinwelt.
01:14:34: Also einfach diese wunderschönen Weingüter und die so perfekt eingebettet sind in die Natur.
01:14:41: Und wo Wein einfach ... und die Weinkultur ein Teil der Landschaft sind, auch mit Restaurants... Das sind einfach tolle Erlebnisse dort, um diese Weingütter zu besuchen!
01:14:55: Aber was mich auch sehr fasziniert hat ist das Durotal also mit den Kindtas, mit den alten stattlichen Herrenhäusern und dann diese unglaublichen Steillagen wie man sie auch in der Mosel hat.
01:15:08: Also die Mosel sollte man auch einmal in seinem Leben gesehen haben um halt auch zu verstehen was Menschen auf sich nehmen um der Natur den Wein abzuringen oder um Wein anzubauen.
01:15:21: Also gerade auch im Duru-Tal wo es auch heiß ist, wo es steil ist zum Teil unwörtlich ist.
01:15:28: Sieht zwar wunderschön aus, aber es ist anstrengend natürlich diese Landschaft zu bearbeiten und da spürt man irgendwie was das auch bedeutet und wie hart dieser Beruf des Winzers ist.
01:15:42: Also Duro hat mich sehr fasziniert, aber auch Lanza Rote.
01:15:46: also ich finde die Lanza rote auch sehr spannend also diese Vulkanlandschaft Auch da ganz hartes Handwerk, die Weinpflanzen tief in diese Vulkanasche einzugraben.
01:15:57: Und dann werden dann ja immer so Mulden zu ganz große Muldengebaute und dann mit Stein versehen damit die WeinPflanzen geschützt werden.
01:16:05: Also immense Arbeit, die dahinter steckt!
01:16:09: Und wieder ganz anders, also auch wieder so eine ganz eigene Weinlandschaft.
01:16:14: Also das finde ich einfach auch faszinierend wie unterschiedlich Weinbau aussieht auf der Welt und... Ich muss sagen, Burgund find' ich auch interessant in dem Sinne dass man wenn man dort steht und diese
01:16:26: Klo,
01:16:27: also dieser eingekastelten Weinregio bei Berge sieht die Parzellen da versteht man das Burgund aus meiner Sicht.
01:16:36: Wenn man das mal wirklich gesehen hat Die Umfriedungen und die Kleinteiligkeit bekommt man noch mal ein anderes Verständnis für die Weine des Begunts, also ging mir auf jeden Fall so.
01:16:49: Ich finde auch, da muss man in die Region fahren und dafür ist das Begund exemplarisch.
01:16:54: Und eigentlich fast mit dem Weinatlas von Lage zu Lage gehen und da auch mal ein zwei Stunden drin verbringen um zu sehen wie andere Lagen, die daneben sind anders beschattet sind der Sonnenaufgang eher später ist Wie der Wind dort ganz anders ist wieder Regen sich verhält so habe ich zumindest damals begunden Verstanden.
01:17:12: beim Burgund es fand ich eigentlich ganz ganz interessant war für mich eigentlich das prägnanteste Die Enttäuschung Wenn ich anfange, du kennst diese ganzen Namen und du siehst die auf dem Weihenkarten.
01:17:23: Und du lebst damit und dann kommst du nach Volnae und stehst da auf den Marktplatz und sagst oh!
01:17:30: Die kennen sich hier bestimmt alle.
01:17:31: also man sieht es ja dann irgendwie so global und so überdimensioniert und dann ist das alles so klein und so bäuerlich
01:17:39: Ja oder?
01:17:39: Ich habe auch am Zaun von Romani Conti gerüttelt oder bin da mal hingelaufen.
01:17:45: Und das ist ja wirklich auch schlichter als Schlicht dort, also da ist dann so ein verwittertes Klingelschild ausgeglichen von der Sonne, dass man mit Mühe entziffert und da ist ja auch gar nichts.
01:17:57: Also, es ist irgendwie ... Man steht da auch und denkt, ja, also, hm, nun?
01:18:01: Was spüre ich jetzt?
01:18:05: Das fand ich auch, ja-ja!
01:18:06: Das kann ich nachvollziehen, das Phänomen, dass wir dann erst mal so... Man fährt dorthin mit einem Trommelwirbel und dann denkt man so nun, ja wo ist es denn nun?
01:18:16: Wo ist denn der Mythos.
01:18:19: Was ich im Weinregion immer sehr beeindruckend schön finde ist das es zum einen kaum wirklich super hässliche Weinregionen gibt und dass eine ganz eigene Kulinarik dort gelebt wird.
01:18:29: also selbst wenn jetzt aufgrund von Rotung
01:18:32: usw.,
01:18:32: was gerade ein riesen Thema ist, Weinregions wegfallen glaube ich auch, dass ein großer Teil der Kulinerik sterben wird, was sich sehr schade findet.
01:18:42: Ja, es ist ein ganz bedrückendes Thema finde ich.
01:18:44: Weil wenn wir jetzt davon strechen dann sprechen wir auch über die Gasthäuser in erster Linie also gerade so die guten Gasthäuser mit ihrer traditionsbezogenen Küche und eben den Wein aus der Region und das ist wirklich auch finde ich auch bedrückt muss ich sagen also dass da auch eine stökulinarische Kultur zu Ende geht Da gebe ich dir völlig recht.
01:19:09: Zurück zum Wein, so eine Region hat natürlich auch ... ... natürlich Winzer uns lieb von dem Winzer besuchen, dass man die dann eben dort auch sieht... Wie ist das für dich sowohl dort als auch im Restaurant?
01:19:21: Wenn du ein enttäuschendes Erlebnis hast also wenn beim Winter bist der servierte Weine und du kommst mit keinem Wein klar losgelöst auch davon, dass du natürlich Kritikerin bist, dass es dein Beruf ist.
01:19:33: Aber wie kann man das am besten vermitteln?
01:19:35: Soll man da direkt sagen, ist nicht meiner, finde ich doof gemacht oder hast du deine Empfehlung so vom professioneller Seite.
01:19:42: Wie man das elegant lösen kann.
01:19:43: Ich halte mich da eigentlich mit so offensiven Wertung zurück.
01:19:46: in dem Moment also weil ich trotzdem die Arbeit des Winzers respektiere und ich erst mal denke wenn er mir nicht schmeckt ist es ja vielleicht gar nicht seine Schuld, sondern vielleicht trifft es einfach gar nicht meinen Geschmack.
01:20:04: Außer ist es natürlich jetzt vielleicht minderwertige oder fehlerhafte Weine.
01:20:09: Klare Fehler ja?
01:20:11: Das kann ja auch sein!
01:20:12: Aber ich bin eigentlich jemand... Ich halte mich eher zurück.
01:20:14: also ich bleibe dann höflich und freundlich und ziehe dann im Nachhinein meine Schlüsse daraus.
01:20:23: aber ich gehe da nicht so in den offensiven Dialog mit dem Winzer oder äußere dann so Offensivkritik, das mache ich nicht.
01:20:32: Also wie gesagt außerhalb... Ich habe das Gefühl da liegt ein Wein Fehler vor.
01:20:38: aber wenn das jetzt zum Beispiel Weine sind eine Basiskategorie also dann denke ich auch ja mein Gott der muss seine Weine auch verkaufen und es ist ja auch nicht meine Rolle ihn zu belehren oder ihm Tipps zu geben oder ihnen zu coachen.
01:20:54: Der wird schon wissen, warum er das so macht.
01:20:56: Und wenn das jetzt nicht auf meine Begeisterung trifft ... Dann ist es ja wie gesagt.
01:21:03: aber, wenn er seinen Publikum hat und seine Kundschaft hat dann ist es gut, wenn der seine Weine verkauft.
01:21:10: Also bin ich die Letzte, die ihm sagen wird was er anders machen soll.
01:21:15: Jeder muss sein Wein finden.
01:21:16: also bei uns ist es auch grundsätzlich beim Feinschmecker.
01:21:21: wir sind ein positives Magazin.
01:21:23: Also wir sind ja nicht diejenigen, die ganz scharfe Kritik üben.
01:21:28: Die Weine runterschreiben.
01:21:31: Die sagen immer ihr müsst es so machen, ihr müsst die Weine anders ausbauen.
01:21:36: Natürlich gibt es immer schon mal leise Kritik oder leise mukante Kommentare.
01:21:42: aber wir sind ganz bewusst und dafür haben wir uns auch irgendwann einmal entschieden einen Magazin und ein Medium, was positive Botschaften verkündet.
01:21:51: Was den Lesern Tipps gibt, Empfehlungen gibt... ...was tolle Leute vorstellt, die etwas hervorragendes Herstellen, ein gutes Produkt,... ...gute Köche, gute sommeliers und die anderen verschweigen
01:22:05: wir.".
01:22:08: Gut wenn man so eine Grundausrichtung hat und einfach auch das Schöne in dem schönen dann letztlich sieht.
01:22:13: Wenn man so einen Gläschen Wein vor sich hat, dann hat das ja auch was Erfüllendes und Kommunikatives.
01:22:19: gibt es jemanden mit dem du total gern mal ein Flasche und Wein trinken würdest.
01:22:23: Also muss er auch nicht aus der Weihwirtschaft oder aus der Gastrobranche sein, tot oder lebendig, der dich total reizt wo du sagst, mit dem halt zwei drei Stunden und einer Flaschenwein?
01:22:33: Ja also leider verstorben zu früh... Aber wenn, wie gesagt so Raum und Zeit keine Rolle spielen.
01:22:42: Ich würde unheimlich gerne mich jetzt mal mit Roger Willemsons zusammensetzen.
01:22:48: Und mit ihm eine Flasche Wein trinken oder zwei.
01:22:50: also was ich gehört habe war Roger Williamson auch ein großer Genießer.
01:22:54: Ich weiß das er sehr gerne ins Mussionier ging.
01:22:56: da hab' ich ihn glaube ich auch mal gesehen aus der Ferne.
01:22:59: Und mich würde es unheimig interessieren was eher zu der aktuellen Lage sagt zu der aktuellen Lage in Deutschland und in der Welt, wie er vor zehn Jahren gestorben.
01:23:13: Gerade war sein Todestag.
01:23:16: Und ich finde, er hatte eine Stimme die man oder die ich heute vermisse.
01:23:24: Ich habe viele seiner Bücher gelesen und würde gerne mit ihm bei einem Wein über die Dinge sprechen, die in den letzten zehn Jahren passiert sind oder über den Zustand unserer Gesellschaft heute Und wie er das einschätzt.
01:23:38: Das würde mich sehr interessieren und ich glaube, der Wein wäre da ein guter ... eine gute Grundlage dafür.
01:23:47: Guter Geistesöffner auch als ... Ja,
01:23:48: Gegeistesöffner!
01:23:49: Das ist ein gutes Wort, Emilio?
01:23:51: Genau, genau.
01:23:52: Hab ich ja auch das Gefühl, dass er zu seiner Zeit gar nicht so gewertschätzt wurde, wie er im Nachhinein von vielen gesehen und besprochen wird.
01:24:00: also das kann ich teilen den Gedanken auch teilen.
01:24:04: Finde ich toll.
01:24:04: Und das wiederum Kann eigentlich fast auch nur wein also diese.
01:24:10: Die diese Ebene schaffen, dass man so miteinander kommuniziert.
01:24:12: ich finde das können Cocktails nicht es kann auch hier nicht.
01:24:15: Ich finde auch eine gewisse Einzigartigkeit
01:24:18: ja weil also ich denke auch das Wein macht Gespräche tiefgründiger und man kommt auf einer anderen Beziehungsebene.
01:24:27: Also der Meinung bin ich auch und dass ein Gespräch mit Weinen anders ist als mit Apfelschorle und das es einfach eine andere Tiefe bekommt.
01:24:38: Das ist auch meine feste Meinung.
01:24:39: Ich
01:24:39: finde Feinhard insofern die Eigenschaft, dass für mich so eines der wenigen oder das einzige Element ist was auch Ruhe gestattet Also was auch Schweigen gestattet, was ja manchmal in einem Gespräch auch schön ist.
01:24:51: Wenn man einfach mal so fünf Minuten nichts sagt das schafft noch nicht mehr die Hintergrundmusik weil man dann sich komplett verändert.
01:24:58: aber wenn so zwei gegenüber sitzt man hat ein schönes Gespräch und man schweigt einfach mal für fünf Minuten beschäftigt sich mit dem Wein kann sich da nochmal ganz neu sammeln finde ich eine ganz tolle Betrachtung beim Wein also wo es dann legitim ist und manchmal sogar gern gesehen wird.
01:25:12: Das stimmt, das ist ein guter Punkt.
01:25:14: Ja und allein dieses Anstoßen ... Ich meine, das Anstoß ist ja mittlerweile etwas verpönt also es gehört jetzt nicht mehr so zur Etikette dass man die Gläser klingen
01:25:23: lässt.
01:25:24: So schade!
01:25:25: Ich finde auch weil nämlich das ist auch eine Art Verbindung.
01:25:28: Also einfach so man berührt sich dadurch über die Gläsern und schafft damit auch so eine Beziehung zu seinem Gegenüber Finde ich, wenn man einmal anstößt.
01:25:38: Man hat dann irgendwie sofort ... Es ist wie so ein Auftakt und man öffnet sich dadurch.
01:25:43: Man öffnt den Geist, die Gesprächs-Ebene.
01:25:46: Und das finde ich auch unser schönes Ritual, was ja im Moment eher auf dem Rückzug ist.
01:25:54: Verstehe ich überhaupt nicht.
01:25:55: Auch im Restaurant, wenn da fünf, sechs Leute sind und die stehen von mir aus auch auf, gehen in dem Sinne symbolisch aufeinander zu.
01:26:03: Man schaut sich in die Augen also allein diese Augenkontakte man sonst vielleicht manchmal nicht hat.
01:26:07: Und durch das Anstoß öffnet sich ja auch körperlich füreinander, dass man so auseinander geht.
01:26:14: Ich finde es ist ein sehr wohlwollender Effekt der... Schade, dass der vernachlässigt wird.
01:26:19: Vielleicht sollten wir das einfach mal wieder einführen, Silvio?
01:26:22: Unbedingt!
01:26:22: Wir fangen mal damit an
01:26:24: und dann gucken
01:26:24: wir ... Wir machen einen neuen Trend.
01:26:28: Damit haben wir jetzt ein Ziel.
01:26:31: Gibt's sonst irgendwelche Ziele oder Wünsche, die schon spruchreif sind?
01:26:34: Na ja, ganz banal ist es.
01:26:36: Eigentlich wünsche ich mir im Moment wirklich sehr zufrieden mit meinem Leben.
01:26:42: Und würde mir wünschen, noch lange so anhält, natürlich die Gesundheit.
01:26:48: Und Roger Willimsen hat ja auch gesagt, wenn wir das Leben schon nicht verlängern können, so sollten wir es verdichten und ... Toll!
01:27:00: Genau, Roger Willemsen.
01:27:02: Das ist auch ein bisschen meine Maßgabe.
01:27:07: Wobei es Menschen in meinem engsten persönlichen Umfeld gibt, die immer sagen ich packe viel zu viel in mein Leben und ich sollte mal ein bisschen weniger, aber ich finde ja so viel wie möglich erleben.
01:27:23: Und wahrnehmen und ja also so viele Facetten des Lebens genießen das ist eigentlich auch so mein Motto und ein großer Wunsch.
01:27:37: man erlebt ja immer wenn etwas in dem Leben aus der Bahn gerät Also wenn man zum Beispiel sich von Menschen verabschieden muss, dann merkt man plötzlich lange Zeit ging es immer so weiter und plötzlich ist alles anders.
01:27:53: Und also diese Fähigkeit zu behalten, um hier und jetzt zu leben und das zu genießen was is und sich bewusst zu sein dass es eben nicht immer immer immer so geht.
01:28:09: Und einfach so dadurch das Beste aus jedem Moment zu machen aufmerksam zu sein.
01:28:15: Das würde ich mir wünschen, denn die Zeit vergeht so schnell.
01:28:20: Also wie wir alle wissen, je jemand sich versieht ist schon wieder Weihnachten und es rast oft an einem vorbei.
01:28:27: das geht uns allen ja so dass wenn man das Datum aufschreibt, dass man denkt ah jetzt ist schon wider der und der Monat oh Gott!
01:28:33: Und wo ist das Jahr geblieben?
01:28:37: Das würde mich schon wünscht manchmal Momente anzuhalten oder eben die Zeit wirklich Versuch und bewusst zu genießen.
01:28:50: Es war unglaublich emotional, es war leichtfüßig, es ist tiefgründig... Es war beeindruckend!
01:28:56: Vielen lieben Dank liebe Gabriele, dass du die Zeit genommen hast, dass Du uns Deine Gedanken, deine Erfahrungen, deine Emotionen mitgeteilt und diese geschenkt hast.
01:29:05: Eine ganz besondere eine tolle Folge Und ich finde dadurch hat man nochmal einen ganz anderen Einblick.
01:29:10: Mit wieviel Brunchenliebe?
01:29:12: Mit wie viel Produktliebe Ihr Euer Magazin gestaltet.
01:29:16: Und ja, der Feinschmecker begleitet mich eigentlich persönlich.
01:29:19: Meine gesamte Karriere schon!
01:29:20: Aber ich werde ihn jetzt nochmal mit einem ganz anderen Blick betrachten.
01:29:24: Vielen Dank für die Zeit, vielen Dank fürs tolle Gespräch und dass du unsere Gästin warst.
01:29:28: Und natürlich auch ein ganz großes Dankeschön an dich fürs Folgen, fürs bei uns sein.
01:29:34: Gerne auch fürs Bewerten.
01:29:35: Ich wäre für jede Bewertung sehr dankbar sowohl auf Spotify als auch auf Apple Podcasts.
01:29:40: Wenn ihr uns dort folgt dann bringt uns das unglaublich viel Reichweite letztlich auch digitale, sprich virtuelle Anerkennung.
01:29:48: Und wenn du magst, empfieh diesen Podcast gerne deinem Freund, deiner Lieblingswinzerin, dein Lieblinswinzer, deinem Weinhändler, einem anderen Sommee, einem Gastronom, einem kulinarisch Interessierten einfach jedem der dir in den Sinn kommt.
01:30:01: und das bringt uns ganz viel dabei dass wir wahrgenommen werden und dass wir eben die Besonderheit dieses Berufes Sommees noch besser darstellen können!
01:30:09: Und falls es nicht magst schreib mir warum Falls du irgendeine Anregung, eine Kritik hast, gerne auf Insta beziehungsweise per E-Mail.
01:30:16: Es interessiert mich wie die Folgen bei dir ankommen ob du diese Länge magst, ob du die Themen magst und ob du dir andere Fragen wünscht was dich bewegt, was dich berührt oder was du vielleicht doof findest.
01:30:27: Ich freue mich darauf von dir zu lesen.
01:30:29: Und in diesem Atemzug auch ein ganz großes Dankeschön an die Schlumbergergruppe.
01:30:33: Und mittlerweile weißt du es, dazu gehören die Handelshäusern Segnitz.
01:30:37: Dann ist er noch Schlumberger, Konzio wenig spezialisiert auf italienische Weine und für alle Privatkunden, die finden die Weine aus der Schlumbergagruppe im Online-Portal Bremer Weincolleg.
01:30:47: Es lohnt sich wirklich vorbei zu schauen!
01:30:49: Und dank dieser Unterstützung kann ich sagen nach dem Freitag ist vor dem Freidag, nach dem Podcast ist vor den Podcasts... ...und nach Hamburg geht's nach Köln Und dort treffe ich einen der erfolgreichsten Zombies unserer Republik.
01:31:01: Mit einer ganz, ganz eigenen Geschichte und mit einer ganz eigene Betrachtungsweise auf die Branche... ...und auf eine Karriere!
01:31:08: Ich freue mich sehr auf Sebastian Russel!
01:31:24: Ja hallo, ich bin Kerstin Wittenkamp, das Hoarleiter beim Feinschmecker und kenne Gabriele Heinz seit über zwanzig Jahren.
01:31:31: Sie ist imponierend präzise anspruchsvoll und sehr leidenschaftlich was Kulinarik angeht.
01:31:39: Das Besondere an ihr ist aber, dass sie immer diesen Humor hat.
01:31:42: Erfrischenden Humor zeigt und dass sie den Spaß am Genießen einfach immer wieder ausstrahlt.
01:31:52: Sie ist eine Geniesserin und das macht Spaß mit ihr zu arbeiten!