Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit
00:00:00: Herzlich Willkommen zu Sommi, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
00:00:04: Und im Endeffekt war das der Anfang für eine sehr, sehr interessante Zeit.
00:00:12: Unser heutiger Gast ist Kai Schattner.
00:00:15: Eigentlich gehören die Weine fünf bis acht Jahre weggelegt und dann werden sie ordnungsgemäß.
00:00:20: noch mal neu bewertet.
00:00:21: Aber es ist ja wie bei Alm, das wird dann praktisch.
00:00:23: Man muss das alles dann gleich im Mund haben und dann muss man gleich seine Meinung dazu abheben.
00:00:27: Wir müssen uns im Klaren sein, dass seit achtzig bis neunzig Prozent der Weine auf dem Markt nur durch das Etikett und durch den Preis gekauft wird.
00:00:34: Ich finde auch sehr gut, einmal den Jahrgang auseinanderzunehmen und sagen, wir nehmen jetzt mal die besten zwanzig und tun dann auch vielleicht noch zwei, drei Piraten von der, ich sage jetzt mal, von der anderen Seite rein.
00:00:45: Mellobetote Wein in dem Carbonä-Jahrgang oder anders drum.
00:00:47: Ich bin da mein, dass jeder in seinem Masen Wein kennenlernen soll, wie er das persönlich gut findet.
00:00:54: Und deswegen muss man nicht nur die Jahrgänger raussuchen, in denen das Chatonisch in Form war, sondern man muss natürlich auch wissen, was passt jetzt Cabernet, Cabernet-Form, Hallo, was passt besser in den Jahrgang und werden dem ja alles gemeistert, also auch.
00:01:09: In den Achtzigerjahren hat es dann ja deutlich zugenommen, die Qualität.
00:01:12: Aber wie gesagt, gerade mal die Siebzigerjahre und die Sechzigerjahre, da waren erstens sehr wenig sehr, sehr gute Jahrgänge.
00:01:17: Und noch dazu hatten sich viele Chateaubesitzer so ein kleines bisschen ausgeruht auf den alten Bewertungen und haben dann nicht alles investiert, was man hätte machen müssen, um die Qualität top zu halten.
00:01:31: Ich bin auch der Meinung, dass dass wir in der Thematik Wein zurzeit sehr, sehr viele verschiedene Wege gehen.
00:01:38: Ich kann jetzt nicht sagen, wir haben mit der Zeit eine Phase, da trinken, sagen wir mal, dreißigvierzig Prozent der Jugendliche gar kein Wein.
00:01:48: Dementsprechend muss man aufpassen, dass man da jetzt nicht das Thema Wein so wichtig macht, dass es an manchen Menschen vorbeigeht.
00:01:57: Für uns als Sormelis ist es natürlich extrem wichtig, für Gastronomie ist es sehr wichtig, für Weinliebhaber, Sammler, alles drum und dran.
00:02:05: Es soll immer noch im Endeffekt Spaß machen und es soll auch irgendwo, man soll über Wein lernen können und mit Wein irgendwie groß werden können, aber es ist nicht so, dass das Wein alles ist.
00:02:19: Also ich kenne viele Leute, die jetzt haben alles abgebrochen, alle möglichen Jobs und sind jetzt in der Weinbranche.
00:02:24: Also ich bin mal gespannt, ob die alle noch in zehn, fünfzehn Jahren noch dabei sind, weil das waren alles Leute, die halt sehr, sehr gut.
00:02:31: in guten Firmen waren und die halt jetzt gedacht haben, sie müssten sich mehr Wein spezialisieren.
00:02:37: und ich bin ein bisschen vorsichtig, weil ich glaube, dass wir es ein kleines bisschen übertreiben gerade und dass es auch viel zu viele Weingüter gibt, die denken, sie müssten jetzt in der neuen Generation alles anderes machen.
00:02:49: Also es ist schwer, ich zum Beispiel eine der Weine, die mich total abgeholt haben, ich sag mal eine der drei, vier Weine, war ein siebziger Petrus in der Magnum.
00:03:00: Danach gab es ... ... ein sehr gutes Jahr.
00:03:04: Danach gab es drei Katastrophenjahre.
00:03:06: Das war im Endeffekt ... Nicht der Rede, wer hätte da Petrus draufzuschreiben?
00:03:10: und auch sieben, siebzig und achten, siebzig, neun und siebzig war nicht annähernd so gut wie damals der Siebziger.
00:03:16: Das war so einer der Jahrgänge.
00:03:18: Wir kennen die Serie auch bei Lafidro Tilt, wir kennen die Serie auch bei Mutant.
00:03:21: Also es war leider nicht annähernd überall so eine gute konsequente Leistung bei Chateau Margot auch nicht.
00:03:27: Ich würde den Kurs auch niemals missen wollen, weil ich der Meinung bin, dass man als Sommelier schon gut ein bis anderthalb Jahre braucht, um dann in der Thematik drin zu sein und auch wirklich ein Restaurant und den Weinkeller dann halt in dem Sinne auch ein bisschen führen zu können, gerade mal den Weinkeller.
00:03:47: Also was mich am meisten beeindruckt hat, war natürlich die Jahrgangsunterschiede.
00:03:50: Also ich sag mal, es gab fünfundvierziger und einundsechziger, die waren Blut.
00:03:56: Dort jung die Weine, die haben geschmeckt, wie wenn sie gerade fünf, sechs, sieben, acht Jahre alt waren.
00:04:01: Und andere Jahrgänge, die natürlich dann irgendwie schwächer waren, die waren in der gleichen Zeit schon müde und waren dann nicht mehr so.
00:04:08: Präsent.
00:04:09: Das ist das Wichtigste gewesen, dass man ein Gefühl bekommt für die Jahrgänger.
00:04:12: Da gibt es einige Winzer, die ihren Wein preiswerterlos werden möchten, weil sie vielleicht ein bisschen Aufschub haben im Keller und einfach ein neues Etikett drauf machen.
00:04:23: Wir hatten damals Selektionen wie Petrus, Mutant, Palmer, Ikem, Mutant Rotschild mit bis zu vierzig verschiedenen Jahrgängen, La Fitlature.
00:04:34: Und da hast du ruckzuckt an vierhundert Positionen nur mit diesen sechs, sieben Weingüdern.
00:04:38: Romani Conti, Leroy, das waren also insgesamt auch hundert Weine auf der Karte, hundert verschiedene.
00:04:43: Und es war halt so, dass wir da die Weine zu einem guten Kurs verkaufen konnten.
00:04:47: Also wir haben Latasch damals für zweihundert neunzig bis dreihundert neunzig D-Mark verkauft und hatten uns da nichts Schlimmes dabei gedacht, weil es immer noch viel Geld war, aber im Vergleich zu heute natürlich Ja, sehr, sehr knapp bemissen war.
00:05:03: Wenn die Weine ehrlich und gut gemacht sind, dann sind sie für mich eher zu trinken, als wenn ich große Markenweine habe, die halt wirklich stark platziert werden.
00:05:16: Mein großer Traum war ja, es ja immer in die Ente zu gehen.
00:05:19: Als ich die Somelifachschule gemacht habe, gab es für mich nur eine Adresse.
00:05:22: Ich habe mich im ersten halben Jahr praktisch und dann habe ich meine Zusorge bekommen.
00:05:28: während der Sommelierfachschule und wollte da ganz normal als Kommissommelier anfangen.
00:05:33: Und wie das halt so ist, wir hatten ja in der Ende immer drei bis vier Sommeliers.
00:05:38: Ging dann die anderen so pöpö weg und also nicht wegen mir, sondern aus anderen Gründen.
00:05:45: Und dann war ich nach zwei Monaten erst mal übergangsweise Chefsommelier.
00:05:49: Wahnsinn.
00:05:50: Und das ist so wie beim Fußball, also wie dann habe ich mir einigermaßen gut geschlagen, habe dann halt in der Zeit wirklich versucht jeden Wein, den ich neu entdeckt habe, beziehungsweise noch nicht vorher verkostet habe, dann an dem Tag probiert habe, dann halt für den zweiten Einsatz dann halt so zu beschreiben, dass ich halt noch genauer auf die verschiedenen Aromen und die Zubereitungen eingehen kann und auch auf die... Die Gäste natürlich.
00:06:14: und so ging es dann, dass ich am Tag bis zu hundert verschiedene Weine beschrieben habe.
00:06:19: Kein Winzer, der einen guten Barolo macht, macht normalerweise auch einen guten Barbaresco.
00:06:23: Das ist oft genau das Gegenseh.
00:06:25: Du kannst nicht überall gleich gut arbeiten und dementsprechend musst du die Weine halt so bewerten und musst halt auch immer wieder versuchen, da für dich die richtige Handschrift zu entdecken.
00:06:38: Die Tage mal wieder meinen Weinkeller aufgeräumt und dann habe ich mal wieder von meinem letzten Ausflügen nach Kalifornien und Südafrika.
00:06:43: und alles habe ich dann so meine Unterlagen gesehen und ich habe damals wirklich akribisch meine fünfzig Lieblingsweingüder aufgeschrieben mit allen möglichen Hektarangaben und Rebsortenangaben und wer wann in welche Funktion da war und habe das wirklich dann so versucht, Vororten auch zu nutzen.
00:07:03: Ich habe da wirklich am Tag zwei, drei Stunden verbracht, nur um Notizen zu machen, nicht nur Weinbeschreibungen, sondern auch Informationen über die Weingüter.
00:07:13: Und das war unheimlich interessant und hat mir sehr viel gebracht, weil ich halt, ich musste halt relativ schnell lernen.
00:07:22: Was ich versuche, halt schon die Weine mit zwei, drei Setzen zu beschreiben und nicht nur mit englischen Punkten, das schütze, dass jeder denkt, er müsste Punkte geben und fühlt sich da keine Ahnung, wie der Star oder der Papst Das strecht, weil wir bei manchen Fachheften ja jetzt nur noch zwischen fünf, neun, zwischen hundert Punkten uns bewegen.
00:07:39: Finde ich also ziemlich lächerlich.
00:07:42: Was ja auch übrigens nachprobend zeigen, wenn man sie blind probiert, dass die Weine dann irgendwie teilweise komplett woanders landen.
00:07:48: Aber gut, das ist ein anderes Thema.
00:07:50: Das war natürlich schon super interessant, auch die ganzen Weine kennenzulernen.
00:07:54: Ich habe also ein Jahr lang in Wiesbaden gewohnt, ohne dass meine Frau nachgekommen ist.
00:07:59: Wir waren damals schon feiratet und ich habe gesagt, lasst mich erst mal ein halbes Dreifel hier wüzen und arbeiten.
00:08:08: Sechseinhalb Tagerohre gehabt damals und um die ganzen Weinen auch zu beschreiben und sie dann auch abends nochmal zu kurz zu kommentieren und auch die verschiedenen Flaschenqualitäten, die man ja bei alten Weinen hat.
00:08:20: Ja, haben wir dann natürlich immer, habe ich dann immer noch ein, zwei Stunden bei einer Kanathe gesessen und habe das dann alles nochmal noch beschrieben.
00:08:28: Und die gesamte Episode, Sommee, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit, findest du ab morgen hier oder überall, wo es Podcast gibt.
00:08:37: Ich glaube, wir waren schon mal deutlich besser in der Weinqualität in Deutschland.
00:08:41: Ich bin der Meinung, dass wir vor fünf bis zehn Jahren deutlich näher am Kunden waren, als wir es jetzt sind.
00:08:48: Weil halt doch ... Viele denken, sie kaufen, sie haben Weinahnung und kaufen dann aber trotzdem Weine, die in der Werbung stark sind oder im Marketing stark sind.
00:09:01: Wenige beschäftigen sich wirklich mit superinteressanten Wein, die jetzt vielleicht nicht überall präsent sind, sondern die halt einfach, denen das Marketing halt fehlt, weil halt einfach kleine Spitzen... Und das komplette
00:09:11: Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier.
00:09:13: Die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.
00:09:16: Auf dieser Plattform.
00:09:17: Auf der
00:09:17: Plattform, wo Sommelier entfohlen und haben die Chance, mit einem Sommelier über verschiedene Weine zu reden.
00:09:22: Das gehört einfach dazu.
00:09:23: Und das hat sich ein bisschen verschlechtert, meiner Meinung nach, die letzten Jahre.
00:09:49: Meiner Meinung nach ist es so, dass viele Weine einfach zu hochwertig hergestellt werden, dass sie auch für den Verbraucher am Endeffekt zu schwierig zu verstehen sind.