SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu Somme, die interessantesten Weinkellner unserer Zeit.

00:00:04: Und dann gab es einen Abritiv, das war in der Regel ein Champagner.

00:00:08: Dann gab es einen deutschen Wein, das war so in der Ente Usus, weil wir sind in Wiesbaden.

00:00:13: Das war schon hartes Brot manchmal, das so mit zu verkaufen.

00:00:17: Dann gab es einen weißen Bogunder oder Bordeaux, dann gab es einen roten Bogunder und Bordeaux.

00:00:21: Je nachdem wie viele Leute am Tisch schassen, gab es einen edelsüßen, deutsch oder so Tern und wer es dann noch noch wollte, In einer Rosé-Champagne.

00:00:30: Und natürlich gab es hinterher eine Zigarre und einen Digistief.

00:00:33: Und das war schon sehr exzessiv.

00:00:34: Unser heutiger Gast bei der einhundertsten Folge ist der CEO der Schlumbergergruppe Rudolf Knickenberg.

00:00:42: Und das zeigt mir, wie wichtig es ist, zwischenmenschliche Kontakte zu haben und auch Kontakte so zu halten, dass sie nach dreißig Jahren immer noch funktionieren.

00:00:51: Und irgendwann rief er dann an und sagt, sie müssen morgen ins Büro kommen.

00:00:56: Und dann hatte ich eine sehr unruhige Nacht.

00:00:58: Es gibt sehr besondere Plätze, wo auch man merkt, dass die Atmosphäre so ist, dass die Kunden gerne teuer und gut trinken, aber nicht, weil sie gezwungen werden, sondern weil sie diese Atmosphäre als ein besonderer Moment nehmen und dort auch dann ein besonderes Erlebnis haben möchten.

00:01:15: Es war wirklich beeindruckend und das zeigt mir bei allen Schwierigkeiten, die gerade durch den globalen Markt da sind.

00:01:21: Es gibt diese Plays to be.

00:01:23: Und von daher mache ich mir da auch keine Gedanken, dass es nicht weiter funktioniert.

00:01:27: Es wird nur etwas selektierter sein.

00:01:30: Auf einmal stand der Enhaber der Säkelerei Deinhardt vor mir, bei einem Empfang vom großen Zapfenstreich.

00:01:36: Und dann sah ich, Herr Wegler, es tut mir leid, sie müssen heute Kessler trinken.

00:01:40: Und er sagte, woher kennen wir uns?

00:01:42: Und dann hatte ich vier Wochen später einen Termin bei ihm.

00:01:46: Wenn heute Zehntische im Restaurant besetzt sind, dann möchten die Zehntische auch was trinken.

00:01:50: Und in der Regel, wenn ein guter Sommelier da ist, geht er nach Hause und sagt, das war ein perfektes Symbiose zwischen Essen und Trinkultur.

00:01:58: Und dann hatte ich den Herrn am Telefon und dann sagte er, sie sind der Sommelier aus der Ente, oder?

00:02:06: Ja, mein Bruder hat mir schon gesagt, sie rufen mich an.

00:02:10: Im Weinverhandel haben wir versucht solche Wege zu finden, haben sie aber nie gefunden, weil es nicht diesen Beruf des Premium-Weinverkäuvers gibt oder dergleichen.

00:02:19: Und von daher habe ich immer gesagt, wir müssen uns mehr um die Sommeliers gewonnen.

00:02:23: Zu der Zeit wusste ich es aber noch gar nicht, dass das so ist.

00:02:26: Und ich glaube, das ist extrem wichtig auch für uns, als Weinkultur Menschen zu haben, die es kommunizieren können.

00:02:34: Also die Ente hat mir auch nachhin sehr geholfen bei meiner Zukunft.

00:02:39: Das ist der richtige Weg, um einfach immer wieder den Top-Menschen auch und diesen großen Persönlichkeiten eine Bühne zu geben.

00:02:46: Eine Bühne, die hilft, dass die Wertschätzung größer wird für das, was dort geleistet wird, für das, was auch jede Nacht und jeden Tag geleistet wird, aber auch, dass die Anerkennung da ist.

00:02:58: Ich kann mich daran erinnern, wir hatten mal einen Mittagessen.

00:03:01: Da war ein Vorstand von einem DAX-Unternehmen da mit einem super wichtigen Gast.

00:03:06: Dann haben wir auch gewartet bis siebzehn Uhr weg waren, aber dann wurde auch für zwölftausend D-Mark damals Mittag gegessen.

00:03:12: Also nicht gegessen, sondern getrunken.

00:03:14: Der Sommelier ist dort einfach ein goldener Brückenschlag für diese Richtung.

00:03:19: Und ich habe immer wieder gemerkt, wie auch manchmal auch die Qualität der Sommelier ist nicht so richtig gepasst hat, wo ich immer gesagt habe, wir müssen was gemeinsam tun als Branche, um einfach diese Klientel weiter zu fordern, zu fördern.

00:03:34: um die Qualität für Top-Weine zum richtigen Essen in der richtigen Atmosphäre zu fördern.

00:03:41: Neunzig Prozent der Tische haben ein Menü gegessen.

00:03:44: Und das gehörte sich damals so.

00:03:45: Also wenn ein Tisch alakat bestellt hat, der wurde schon deklassiert vom ganzen Servicepersonal.

00:03:50: Das machte man damals nicht.

00:03:52: Was ich aber immer wieder gesagt habe, Und das habe ich ja gemerkt, als wir damals so jungfreulich Sommeliers waren, die dann so gefeiert wurden zu der Zeit, weil es noch nicht gab, wie wichtig es ist, Menschen zu finden, die den hochwertigen Wein lieben, konsumieren und helfen ihnen an die richtige Klientel zu bringen.

00:04:12: Und das war für mich extrem wertvoll.

00:04:14: Das war wie Weiterbildung hoch drei, mit diesen Menschen überhaupt mal offen reden zu können.

00:04:20: Also im Nachhinein waren es ja goldene Jahre.

00:04:22: Auch für Sensorik, wir haben morgens sind wir in den Rheingau gefahren oder in Hessen oder in die Pfalz.

00:04:28: Das war ja alles von Wiesbaden aus um die Ecke.

00:04:31: Wurden natürlich auch überall gegen die Türen auf, weil wir waren die Sommeliers der Ente.

00:04:36: Vielleicht geht man dann wieder mit einer neuen Euphorie in die Gastronomie und sagt, ich war ab jetzt gesehen, was ich nicht machen will.

00:04:42: Und ich glaube, hier ist der richtige Weg für mich.

00:04:45: Da kam ein Gast, weiß ich noch.

00:04:47: Ein großer Räder, der sagt Herr Knickenberg, ich komme zwölfmal im Jahr.

00:04:52: Und wir hatten auf der Karte das große Dutzend ein Sechzig aus Bordeaux und er sagte, sie legen bitte die Reihenfolge fest.

00:05:00: Und zum Schluss trinken wir den größten Wein in meinem Leben.

00:05:03: Und sie legen fest, welcher das ist.

00:05:05: Und da spielte das Geld an eine untergeordnete Rolle.

00:05:08: Das war toll.

00:05:09: Und ich glaube, diesen Mut zu haben, auch die kaufmündige Entscheidung zu treffen und dann auch die Verantwortung zu übernehmen, es zu verkaufen, dazuggen dann einige doch zurück.

00:05:19: Also ich glaube ein guter Sommelier ist heute ein Gastgeber.

00:05:23: Mit einem extrem guten profunden Wissen, aber dass er nicht unbedingt bei jedem Gast dokumentiert, was er für ein toller Kerl ist, sondern viel Empathie entwickelt, sich auf seine Gäste einstellen kann.

00:05:37: Und ein Gast, der einen Shoppen trinkt, genauso gerne betreut wie ein Gast, der einen großen, großen Bein trinkt oder auch zwei.

00:05:44: Und ich glaube, diese Gastgeberrolle ist für den Sommelier immer wichtiger.

00:05:49: Und diese Integration in ein Gesamteam, das der Sommelier ist heute nicht mehr ein Monothema.

00:05:55: Also, als ich Sommelier war, da waren wir drei Sommeliers.

00:05:59: Ja, wir waren schon die Könige, also nach dem Metre.

00:06:02: Der Metre war überall, natürlich, der hat es koordiniert.

00:06:06: Aber wir hatten den direkten Draht zu den Kunden, wir haben mit den Gästen extrem intin, auch private Gespräche geführt.

00:06:13: Aber ich glaube, heute muss man mehr Gastgeber sein, um dem Gast ein besonderes Erlebnis inklusive des Weines zu geben.

00:06:20: Und der Wein ist wichtig, aber er ist ein integraler Bestandteil heute des Gastgebertums.

00:06:25: Damals gab es viele Gäste, die nur wegen der großen Weinkarte bei Wodars kam.

00:06:30: Am Ende glaube ich muss jeder für sich da seinen eigenen Weg finden.

00:06:33: Und ich glaube viele Sommeliers haben das Pech, dass sie nicht die Freiheit bekommen im Handel, die sie eigentlich bräuchten, um ihr ganzes Wissen auch an den Verkauf zu bringen.

00:06:44: Sondern sie werden für irgendeine Position geholt, die ziemlich eingeengt ist.

00:06:49: Und wenn es dann eben jemanden gibt, der die Freiheit nicht zulässt oder die Möglichkeiten auch nicht zulässt, dann wird es ziemlich schnell eindimensional.

00:06:57: Aber es war eine extrem dankbare Zeit im Nachhinein, weil wir haben Weine getrunken, die man im Leben wahrscheinlich nur einmal trinkt und das dann relativ oft.

00:07:10: Wir haben sogar Geld bekommen für Taxifahrtenhause, weil das dann doch ein bisschen Alkohol war am Ort.

00:07:17: Also ich glaube, es ist gut, wenn es jeder mal ausprobiert, um einfach auch seinen Horizont zu erweitern.

00:07:21: Ja, zu der Zeit war Sommelier ja noch ziemlich unbekannt.

00:07:26: Wir hatten damals, damit man unsere Kante überhaupt ein Taster war, umhängen, damit wir die Weinkellen er waren.

00:07:32: Aber das zeigt eben, wie sehr man doch von Menschen geprägt ist, die einem vertrauen.

00:07:37: Und dieses Vertrauen hilft dann einem auch an sich selbst stärker zu glauben und vielleicht Dinge zu tun, die man so gar nicht für möglich gehalten hat.

00:07:45: Das war ja damals ein mit der Ente kein klassisches Restaurant, sondern das war ja eine moderne Interpretation.

00:07:52: Einer heute würde man sagen Event Location.

00:07:55: Es gab ein Restaurant im Stern und alles.

00:07:59: drei, vier Wochen wurde die Ente leer geräumt und dann gab es ein Event so wie es der Gast haben wollte.

00:08:05: Mal wurden zehn Tonnen Sand vor die Tür gekiebt und es gab arabische Nächte für den Baldesports danach.

00:08:11: Es gab legendäre Veranstaltungen für Tolle Gäste, die es anders haben wollten.

00:08:16: Und wo?

00:08:17: das konnte alles.

00:08:19: Ich habe ja ganz klassisch Kellner gelernt.

00:08:21: Das nannte sich damals noch Kellnern, kein Restaurantfachmann.

00:08:25: In einem damaligen Relais Château Hotel Krautkremer.

00:08:28: Und der damalige... Damals gab es so den Rieslingpreis von Feinschmecker dort oder Relais Château Veranstaltungen.

00:08:36: Und da habe ich die Liebe zum Bein entdeckt.

00:08:39: Als die Lehre dann so zu Ende ging, habe ich gesagt, da gibt es so etwas Neumodisches, Sommelier, da hätte ich Bock drauf.

00:08:46: Wir wurden auch sehr gefördert.

00:08:48: Wir wurden als Azubis, sind wir in den Rheingau gefahren, sind nach Baden gefahren, von der Firma aus, also vom Krautkremer aus.

00:08:58: Diese Ausgabe, Sommelier, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit, wird begleitet und unterstützt von den Weingütern.

00:09:04: Georg Breuer aus Rutesheim im Rheingau?

00:09:07: dem Champagnerhaus Louis Röderer aus der Champagne und von unserem Partner, der Schlumberger-Gruppe.

00:09:13: Vielen lieben Dank.

00:09:14: Ich habe

00:09:15: viel gelernt, wie man auch mit Menschen umgehen kann und wie die Menschen sich freuen, wenn sie besondere Erlebnisse in der Gastronomie erleben dürfen, inklusive Wein natürlich.

00:09:26: Und das komplette Gespräch findest du morgen bei Sommelier, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.

00:09:35: Bei unseren Projekten ging es ja auch immer um den Blick nach vorne zu gucken.

00:09:38: was kann man neu machen?

00:09:40: und solche Sachen wie Podcast war zu der Zeit ja noch ziemlich unig für uns eine unserer Branche und wirtschaftlich war das Risiko damals schon relativ groß zu überlegen was passiert denn wenn es nicht funktioniert.

00:09:53: aber am Ende haben wir gesagt werden sich nicht ausprobiert kriegt auch keine Antworten und deshalb bin ich super happy dass wir damals den Weg gegangen sind.