Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit
00:00:00: Herzlich willkommen zu Sommi, die interessantesten Weinkellner unserer Zeit.
00:00:04: An sich, weil ich finde, Wein ist oft so kompliziert und so schnöselig und so so intellektuell und schlau, dass es eigentlich oft gar nicht so wirklich Raum dafür lässt, dass man auch einfach mal sagt, mir macht das Spaß.
00:00:15: Ich muss jetzt ja jemanden, der Grauburg und der Literflasche leicht fein her trinken möchte, dem muss ich jetzt ja auch... Das klingt komplett scheiße, oder?
00:00:24: Unser heutiger Gast ist aus dem Kiosk in Hamburg.
00:00:26: Jonas Hauke.
00:00:28: Ich find lecker, ich mag das Wort, das ist schön.
00:00:30: Das ist einfach, das ist das Simpel, aber es beschreibt irgendwie ganz viel.
00:00:34: Darf natürlich jetzt keine Gäste zuhören, aber wenn man jetzt irgendwie sagt, pass auf, ich hab hier ein Weingut aufgetan.
00:00:41: Wo auch immer und das kennt noch keinen Schwein, dann ist es natürlich cool das zu probieren.
00:00:45: Aber ansonsten ist es, man kennt sich ja doch ganz gut aus, ne?
00:00:49: Und dann ist es eher so ein bisschen, was ich cool finde, wenn dann jemand um die Ecke kommt und sagt, pass mal, ich hab da was.
00:00:54: Vielleicht irgendwie einen Jahrgang, mit dem man jetzt nicht gerechnet hätte oder eine letzte Flasche oder irgendwie was Bestimmtes, was cool ist, weißte, wo du dann sagst, oh geil, da wär ich vielleicht gar nicht selber drauf gekommen, das machen wir.
00:01:05: Also als Thommelier ist es dein reiner Auftrag, dich mit dem Wein zu befassen.
00:01:10: Und auch wirklich im besten Fall, dich tief in die Materie zu begeben und genau wiederzugeben können, was für ein Boden, was für eine Lage, warum da großes Gewächs, warum genau machweise, wie genau der Jahrgang, diese Ausrichtung und die Kühle.
00:01:28: Und als Gastgeber hast du ja mehr den Fokus darauf ein... Allgemein schönes Erlebnis zu kreieren, weißt du?
00:01:36: Der Sommelier ist ja im Zweifelsfall nur für dir, also das heißt nur als super wichtiger Part, aber für den Wein zuständig.
00:01:41: Aber als Gastgeber oder als Wirt bist du ja dafür zuständig, dass es in dem Laden, wo die Gäste sich befinden, Schön ist, Spaß macht, warm ist, die gute Musik läuft, die Leute herzlich willkommen geheißen werden, dass das Team koordiniert wird.
00:01:56: So, das sind Sachen und das macht mir deutlich mehr Spaß, weil du dann noch mehr Bühne hast.
00:02:01: Weißt du, also du kannst auf noch mehr Partys gleichzeitig tanzen.
00:02:04: Äh, aber so, wenn ich hin, wenn man jetzt so, ich glaub, wenn man so diesen Go-to-Call hätte und sagt so, also, ich glaub, du kennst das, ne?
00:02:10: Du bist im Restaurant, du machst die Weinkarte auf, die Weinkarte ist groß und gut gefüllt und macht Spaß, dann guck ich eigentlich immer relativ schnell, was es in Italien und Frankreich so gibt.
00:02:21: Ich persönlich bin lieber Gastgeber als Formelier.
00:02:25: Aber ich bin unglaublich gerne Formelier.
00:02:27: Aber ich hab nicht das große Verlangen, alles... auf einen Punkt genau zu analysieren, zu degustieren und dann auch zu beschreiben.
00:02:35: Klar, wir alle lieben das begund und wir trinken total gern Pinot Noir.
00:02:38: und wenn man gerne Pinot Noir trinkt, dann trinkt man auch sehr, sehr gerne, finde ich, Piermont und Barberas und Dolcettos und Nebiolos.
00:02:47: und vom Piermont ist es dann auch nicht so weit in die Toscana.
00:02:50: und dann gibt es ja auch noch im Norden das Walte Lina.
00:02:52: Also ich bewege mich eigentlich schon sehr gerne in Italien und Frankreich.
00:02:56: Das ist aber natürlich immer Unfälldern, wieder ist gegenüber allen den anderen wunderschönen beiden Regionen.
00:03:01: Also ich meine, deutsche Spätburger sind brutal toll.
00:03:04: Ich glaube, dass wir in dieser Branche schon den großen Vorteil haben, dass es sehr wenig scheiß oder beschissene Arbeiten gibt, weißt du?
00:03:13: Ich könnte niemals in einem Büro sitzen, acht Stunden am Tag.
00:03:16: Wenn ich zwei Stunden E-Mails beantworte, bin ich danach am Ende.
00:03:21: Und wo auch eine Auszeit.
00:03:23: Ich fand, ich hatte irgendwann mal gesagt, also vor ein paar Jahren, ist so ein paar Sachen werden ja mal schön, ne?
00:03:29: Also, beruflich, karrieretechnisch, irgendwie, wo du sagst, wenn man irgendwann mal unter diesem Topf Fünfzig ist, wär das schon eine ziemlich coole Ehre.
00:03:38: Und auch eine krasse Anerkennung.
00:03:40: Und, äh, und das ist irgendwie, das ist schon cool, dass so was gekommen ist, aber ich wär jetzt auch weiterhin sehr glücklich gewesen, wenn das nicht so gewesen wäre, sagen wir mal so.
00:03:49: Ich fühl mich persönlich, hab sehr das Gefühl, angekommen zu sein, so, weißt du, man entwickelt sich ja auch weiter, man ändert Ansichten, wo ich sage, das was ich tue, jeden Tag, das macht mich sehr, sehr froh und da habe ich extrem viel Spaß dran.
00:04:06: Meine kleine Insel ist schön, ich fühle mich da wohl und wenn man hier und da mal ein bisschen was dazu lernt, ist das ja auch nicht verkehrt.
00:04:13: Die junge Leute, die anfangen sich mit Wein auseinander zu setzen, holst du mit Kabinett komplett ab.
00:04:18: Ich bin ja so über Umwege irgendwie nur so zum Thema Wein gekommen.
00:04:21: Also irgendwie klar, ich habe natürlich mal ein Restaurantfach, mal eine Ausbildung gemacht und eine Sommelierausbildung und so was gemacht.
00:04:26: Aber ich habe mich eigentlich nie so richtig in Sommelierkreisen bewegt, weißt du?
00:04:29: So, das ist, weiß ich nicht, ist irgendwie immer so an mir vorbeigegangen.
00:04:33: Ich stehe ja hinter jedem Wein, den ich auschenke oder an Frau und Mann bringen, weißt du?
00:04:39: Ich würde jetzt nicht sagen, und da sind wir vielleicht bei dem Thema Graubogunder-Liter-Pulle, zwölf Gramm Gibim.
00:04:46: Das würde ich nicht machen wollen.
00:04:47: So, weil da habe ich keinen Lust drauf.
00:04:49: Das finde ich nicht gut.
00:04:51: Also, ich weiß, ich glaube, das ist personenabhängig.
00:04:54: Das ist natürlich am Ende des Tages.
00:04:56: Aber ich glaube, jeder und jeder hat doch so ein bisschen vielleicht, und vielleicht bei einigen ist es ein bisschen heftiger bei anderen, vielleicht ein bisschen ruhiger und ein bisschen länger und ein bisschen kürzer.
00:05:06: Aber ich könnte mir vorstellen, dass wir alle eigentlich so einen kleinen Zeitraum im Leben irgendwann mal haben, ob der Frühjahr oder spät kommt, wo man vielleicht einfach mal ausprobiert, wie es funktioniert, wenn man immer zwanzig Prozent zu viel macht.
00:05:17: Da musst du nicht viel für tun, damit dir das Spaß macht.
00:05:20: Das ist einfach ein gutes Soul Food Essen, komplett Komfort Zone und ein Weißwein, der eigentlich die all die niedersen Gelüste befriedigt.
00:05:28: So, der hat eine schöne verspielte exotische Frucht, aber nicht so viel Säure.
00:05:33: So, das ist elegant, aber auch nicht zu präzise, weißt du so?
00:05:36: Und das ist, ich glaube, dass viele Leute auch einfach glücklich sind, wenn du dir was Schönes hast.
00:05:41: Hier, komm, Alter, trink, das macht Spaß.
00:05:43: Und das waren so zweieinhalb, drei sehr wilde Jahre, ja auch mit Corona, mittendrin und so ein Kram, wo man noch laut und immer alles muss noch geiler und größer und krasser sein und hauptsache Flex und groß und wild.
00:05:58: Und inzwischen denke ich mir ganz oft so, ach du, weißt du, bisschen ruhiger ist auch mal ganz nett, ne?
00:06:04: Was heißt glücklich?
00:06:06: Also ich liebe mein Job und ich mag was ich tue.
00:06:09: Und wenn ich nette Gäste habe, dann schenke ich den auch... gerne den Alvarino ein.
00:06:14: Wir nennen uns alle noch an Weinkarten, wo es ein weißwein Halbtrocken, ein weißwein Trocken und ein weißwein Feinherb gab oder so weißt du?
00:06:23: Oder Dornfelder Trocken, Dornfelder Lieblich.
00:06:27: Ich habe so ein bisschen die Erfahrung gemacht, dass wenn ich... Ich sag jetzt mal experimentelle Weine auf die Karte setzen.
00:06:34: Und experimentell meine ich jetzt noch nicht irgendwie am Fohre, sondern ich meine, ich nehme mal ein Beispiel, ich glaube der schlechteste, ich hab davon so viel noch rumliegen.
00:06:43: Palominofino, aber halt nicht aufgesprichtet, sondern als Stillwein gemacht.
00:06:48: Zehn Monate unter der Hilfe Flosch.
00:06:49: Das ist bumm, geil.
00:06:51: Und das funktioniert auch zu unserer Küche.
00:06:52: Mördergut.
00:06:53: Alter, ich glaube, ich hab davon, ich glaube, von den thirty-six Flaschen, die ich gekauft hab, vielleicht sechs verkauft.
00:06:58: Ähm, das läuft nicht.
00:06:59: Das funktioniert bei uns im Laden nicht.
00:07:02: Normal ein Restaurantservice, ne?
00:07:03: Gehst du an den Tisch, weiß, okay, kommen Gläschen, können wir mal gucken.
00:07:07: So, dann sagst du drauf, habt ihr Lust?
00:07:08: Ja, was weißes.
00:07:09: Ja, super.
00:07:10: Was frisches, leichtes mit Frucht oder bisschen Power und Kraft, äh, trocken.
00:07:15: Und bist du cool?
00:07:17: Und noch mal, leicht frisch oder bisschen mehr Kraft?
00:07:19: Weil beides kann trocken sein.
00:07:21: Und ich weiß auch nicht, woher das kommt, dass immer noch so in den Köpfen verankert ist, dass Weine... im tendenziellen eher als trocken bestellt werden, weil man sonst was Restdüses kriegen würde.
00:07:32: Ich tue mich immer sehr schwer, damit Weine für einen offenen Ausschlag auszuwählen, ehrlich gesagt.
00:07:35: Wir haben knapp sechshundert Weine auf der Karte und vier offene Schaum, fünf offene Weis, drei offene Rotweine.
00:07:41: Ich werde mich mit Freunden auf der Couch sitzen und... eine gute Flasche Wein aufreist, dann kann ich den auch einfach nur trinken.
00:07:47: Klar kann man jetzt irgendwie ausholen und Monologe und Dialoge führen und feinste Wörter benutzen, aber eigentlich ist so das Boah, lecker Alter.
00:07:55: So, finde ich, ich mag das Wort gerne.
00:07:58: Das wird wahrscheinlich gar nicht funktionieren, das wird die oder der eh nicht mögen.
00:08:01: Und dann kann man es dabei auch belassen.
00:08:03: Also fairerweise klar, unser tägliches Alltag ist einfach Rino... Null eins ausschenken, so.
00:08:10: Aber wir machen natürlich lieber den Burgunder auf, ne?
00:08:12: So.
00:08:13: Also, ich glaube, es kommt schon immer so ein bisschen drauf an, ne?
00:08:15: Aber ich glaube, das ist ja Gast oder Gäste lesen, wo du es ein bisschen merkst.
00:08:19: Wenn ihr jetzt guckt, sieht man es aus.
00:08:20: Ja, lecker.
00:08:21: Ich glaube, da kannst du aber abhaken und sagen, alles klar, die oder der ist super zufrieden mit irgendeinem einfachen... Wein, den sie einfach nur trinken wollen.
00:08:30: Und auch da kann ja für die Leute lecker sein.
00:08:33: So, und wenn man aber vielleicht dann mit ein bisschen mehr Intellekt an das Thema rangeht, dann kann man, finde ich, schon auch mal nachfragen, so, ja, Kie, komm, lecker, alter, was lecker.
00:08:41: So, ist das die Rebsorte?
00:08:43: Ist das die Herkunft?
00:08:44: Macht das der Ausbau?
00:08:46: Oder oder, ne?
00:08:46: Also von dem Wort kann man sich dann eigentlich ganz gut in mehr Tiefe reinreden.
00:08:51: Eigentlich, eigentlich war, habe ich mich einfach nur treiben lassen.
00:08:53: Und das komplette Gespräch findest du morgen bei Sommelier.
00:08:56: Die interessantesten Weinkellener unserer Zeit auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.
00:09:02: Aber muss ich dieser Person jetzt erklären, was Lagenrisling ist?
00:09:08: Nee, das wird wahrscheinlich gar nicht funktionieren.
00:09:10: Das wird die oder der eh nicht mögen.
00:09:12: Und dann kann man es dabei auch belassen.
00:09:14: Und genauso kann ich sagen, wenn ich mit Freunden auf der Couch sitze und... eine gute Flasche Wein aufreist, dann kann ich den noch einfach nur trinken und sagen, boah, das ist lecker, das macht richtig Spaß.
00:09:25: So, und wenn ich jetzt mit Zombie-Kollegen zusammensitze, dann können wir auch gerne mehr reden und tiefer gehen, aber auch das muss, finde ich, immer gar nicht sein.
00:09:32: Ich finde, eigentlich ist das Schöne, doch einfach gut zu saufen und Spaß zu haben.
00:09:37: Und fertig.
00:09:48: sowie dem Hause Red Moon Sparkling aus Südtirol und von unserem Partner, der Schlumberger Gruppe.
00:09:54: Vielen lieben Dank dafür.
00:09:56: Schlecker als Eis und blödes Wort.
00:09:57: Das ist super verhasst, ne?