SOMMELIER

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Die interessantesten Weinkellner unserer Zeit

Transkript

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00:00:00: Herzlich Willkommen zu Sommi, die interessantesten Weinkenner unserer Zeit.

00:00:04: Ich kam ja gebürtig über meine Eltern aus der Astronomie.

00:00:09: Und auch wenn meine Eltern immer gesagt haben, Kind gehen nicht in die Astronomie, es hat dann genau diese zwei Jahre überstanden.

00:00:16: Unsere Gästin ist aus dem schwarzen Adler in Oberbergen, Melanie Wagner.

00:00:22: Anfangs sind wir schon natürlich auch nicht in der Selbstsicherheit vielleicht, wie ich das heute bin.

00:00:29: Aber gehört alles dazu.

00:00:31: War alles ein guter Lernprozess und hat relativ schnell umgeschaltet, dass du einfach den Respekt auch bekommst und das Feedback dann auch positiv bleibt.

00:00:46: Es war gut.

00:00:46: Ich war immer ein Typ, der nicht jetzt viel Hopping betrieben hat, wo du sagst, du musst jetzt möglichst viele Positionen in deinem Lebenslauf stehen haben, sondern mir war es irgendwie nicht wichtig, dass du dich wohlfühlst, da wo du bist und auch ankommst und auch mit den Jahren, die dann ins Land gehen, einfach auch eine Art Beständigkeit hast, für Geld, für Gäste, für dich selber.

00:01:07: und ja, da war ich auch außerhalb von unserem Betrieb, ich weiß nicht, ob ich damals die Gebrüder kiefe oder so.

00:01:14: Das war schon, ich fand das toll, was sie für ein Service geleistet haben, wirklich herrlich, klassisch vollendet, exzellent, einzigartig, das war... Das war Gas geben und dabei wirklich sich den Respekt auch verdienen.

00:01:30: Und ja, die Stimmungslage ist wirklich dafür entscheidend.

00:01:36: Und das ist ganz viel Gefühl.

00:01:38: Das kannst du ja nicht im Worte fassen und das kannst du auch nicht schematisieren und sagen, das und das ist Wein.

00:01:45: Sondern das, wie du sagst mit der Musik, du hast auch nicht jeden Tag Lust auf die gleichen.

00:01:51: auf die gleiche Schallplatte.

00:01:54: Also, was heißt beeindruckend?

00:01:56: Weil, sagen wir mal, emotional mitgenommen ist das natürlich immer, wenn du ... wenn Gäste auch wiederkommen und dann dir vertrauen und das Vertrauen schicken und sagen, sie gucken gar nicht mehr in die Weinkarte, mach einfach, ja.

00:02:11: Nicht weil sie nicht wissen, was sie aussuchen sollten, sondern weil sie dann einfach dir vertrauen und wissen, dass du ... dass du weißt, was sie schon alles getrunken haben auch und das dazu passt und du ihn einfach diese Aufgabe abnehmen kannst.

00:02:27: Und das ist für mich eigentlich jedes Mal die Bestätigung, dass man richtig am Platz ist und seinen Job auch gut macht.

00:02:36: Absolut.

00:02:37: Ja, man muss natürlich auch sehen, damals waren die Weinbereitungen ganz andere, zum Teil waren die Weine wahrscheinlich in den ersten, ja, fünfzehn, zwanzig Jahren untrinkbar aufgrund verschiedener Strukturen des Tannins oder der Capsar, oder und brauchten damit auch einen Wahnsinnsgerüst für eine lange Liebigkeit mitbekommen, wovon wir heute noch profitieren.

00:02:59: Und wie gesagt, zu Anfang war natürlich auch so ein bisschen eine Phase, da waren Frauen als Somniere noch relativ rar gesehen.

00:03:05: Dann hast du schon mal so einen Kommentar, natürlich bekommen, herrschticken Sie mehr mal den Sommelier und du zeigst dann so ein bisschen Diskret auf die Traube, die du am Revier trägst und sagst so, ja, wenn Sie, falls Sie über einen möchten, dann müssten Sie mit mir vorleben nehmen.

00:03:19: Das hat so viele Faktoren, dass du sagst, guck erst mal, was kommt auf den Tisch?

00:03:22: Und was machen wir schönes dazu?

00:03:24: Und wer sitzt an dem Tisch?

00:03:25: Welche Jahrgänge brauchen wir unter Umständen, um da ein bisschen auch den Leuten mit abzuholen?

00:03:33: Und wie gesagt, brauchst du auch ein bisschen Geduld.

00:03:36: Ja, nicht zu viel wollen ist, glaube ich, nicht zu begehen der richtige Ansatz, sondern wirklich viel mitnehmen und ja, auch von Erfahrungen anderer.

00:03:48: profitieren und auch zuhören können.

00:03:50: Ganz, ganz wichtig, ja.

00:03:52: Ja, also das A und O-Tool ist natürlich was, um den Korken bergen zu können.

00:03:58: Und ich bin ein großer Fan von diesen Lamellenkorkenziehern, diese ganz einfachen Geschichten.

00:04:02: Wenn man das mal ein bisschen geübt hat, damit umzugehen, ist das super praktisch.

00:04:08: Selbst für junge Weine auch.

00:04:10: End- und Fährkorker auch.

00:04:11: Also wenn du wieder was verkaufen möchtest, ist das auch gut.

00:04:14: Wie gesagt, zu Anfang war das natürlich... Riesenterrane, wo setzt ihr den ersten Schritt hin und wie baust du das auf?

00:04:22: Du musst einfach auf Wissenzogenleicht bleiben und das sind wir alle in der Branche, mehr oder weniger.

00:04:28: Ich muss immer nur lachen manchmal, wenn ich in Frankreich unterwegs bin und den Kontrast zum Beispiel... jetzt vier zu lange See oder auch in der Italien-Tour.

00:04:37: In Frankreich ist die Gläserkultur echt noch ein bisschen schleppend.

00:04:40: Manchmal muss ich wirklich lachen, wenn denn das Wasser grad das größer ist als das, was du für den Wein bekommst, obwohl es dann konkret ist.

00:04:47: Und auf Nachfrage, ob sie ein paar andere Gläser haben, dann kommen irgendwie aus einer Spezialschublade dann irgendwie.

00:04:55: Das ist echt ... Ja.

00:04:58: Das war mir wichtiger.

00:04:59: Und wenn du dich mal an dieses Reifweinthema reingetrunken hast, Dann gibst du das nicht mehr auf.

00:05:07: Kommt drauf an.

00:05:08: Gerade wir in der Gastung müssen natürlich entscheiden, was ist Praktikabel.

00:05:12: Super schön sind natürlich die Mutgeblasen, wie sie alle.

00:05:16: Aber wie praktikabel ist es auch und wie viel Bruch musst du mit einkalkulieren, dass du noch mit nem Lächeln Auge rausgehst.

00:05:27: Das ist immer eine Abwägung von Dingen und selbst die Maschinen, Geblasen, Qualitäten heute.

00:05:33: Ich sag mal mal für unseren normalen Umgang ist das natürlich schon sehr, sehr gut.

00:05:38: Wie gesagt, Erfahrungen ist das A und O in dem Segment, dass du sagst, welche Informationen hast du, klar erinnert sich die Winfigation, auch weil die Leute keine Jahrzehnte mehr warten, bis sie das Ganze angehen und die Flasche öffnen werden.

00:05:53: Solche Sachen musst du verfolgen und vor allem musst du auch verfolgen, was will denn der Gast, der zu dir kommt, welche Erwartungen hat der an die Flasche, die ihr bestellt?

00:06:00: und es gibt mehr drum.

00:06:03: Welche Erwartungen kannst du damit mit deiner Empfehlung auch erfüllen?

00:06:06: Weil die Geschmäcker sind ja sehr different, was das angeht und auch die Hintergründe, was weht ihr Gas, was hat der Gast schon getrunken und von bis zu alles dabei.

00:06:17: Und es ist wichtiger da wirklich gut zuzuhören und ja auch mit dieser Psychologie im Background vielleicht versuchen einzuschätzen, mit was du den Gas in dem Moment, an dem Tag in In der Kombination mit seinen Freunden oder seinen Gästen, dann auch Grenz, was das Passende ist.

00:06:38: Und das ist eigentlich das Schöne, wenn du gutes Feedback bekommst, dass du es einigermaßen getroffen hast.

00:06:44: Das Schöne daran ist, das Belebende, wenn du einen wirklich weinigen Typ haben möchtest, kannst du natürlich mit den Gläsern spielen und eben voller Luft geben, mit der Temperatur viel spielen, je nachdem ob du es halt begleitend wirklich auch zum Menü nimmst oder zum Essen.

00:06:58: oder ob das so ein bisschen ein Solo-Künstler bleibt am Abend.

00:07:03: Also ich fand es auch immer wichtig, einen Fokus zu behalten und nicht alles Mögliche zu machen, sondern einen kleinen Kompetenz zu entwickeln und darin wirklich sehr, sehr gut zu sein.

00:07:11: Ich habe gerne was mit viel Trinklos, wo man sagt, wie man Zeitersfläche noch kalt gelegt und mit guten Freunden genossen.

00:07:20: Ja, es lag uns immer am Herzen, dass es eben nicht Spekulationspreise sind, sondern... auch keine dekorativen Geschichten auf der Karte, sondern eine Weine, die gelebt werden, die getrunken werden.

00:07:33: Und eben, ja, das ist unser Verständnis der Trinkultur.

00:07:38: Und das ist aber was, was ich vom Charakter her, glaube ich, auch gut für mich beschreiben würde, wenn es was gäbe, was ich am liebsten mag, dann ist es wirklich was Bricklendes belebend.

00:07:55: Aber ansonsten bin ich fast eher so ein bisschen im spiritosen Bereich gerne mit Jeans, mit Wehrmuts und sowas unterwegs.

00:08:04: Da gab es alles, als ich angefangen habe.

00:08:05: Da habe ich um die Tausend und sieben Hundert gehabt.

00:08:08: Das ist natürlich so, dass wir immer auch viele Jahrgänge noch gar nicht auf der Karte hatten.

00:08:14: Zum Teil waren dann die Jahrgänge drüben bei unserem Bergheader zwischengeparkt und haben gewartet, bis der Trinkzeitpunkt da ist bzw.

00:08:22: bis wir so turnusmäßig wieder was nachgeschoben haben.

00:08:26: Und jetzt mittlerweile sind wir knapp an die viertausend.

00:08:28: Die Jungs sind fleißig dabei, den Keller in den Schuss zu halten, solange ich ein Jahr Auszeit mache mit der Elternzeit.

00:08:35: Und ja, ich glaube, knapp viertausend sollten es jetzt momentan sein, weil natürlich auch ein paar jüngere Jahrgänge jetzt mit drauf gekommen sind.

00:08:43: Das hat sich ein bisschen verjüngt, auch weil Friedrich natürlich da so ein bisschen den Anschluss gegeben hat, dass er gerne ein bisschen die jugendlicheren Jahrgänge direkt schon mit drauf hätte auch.

00:08:52: Und das weitet natürlich die Karte enorm aus, weil der Fundus ist da.

00:08:57: Und das ist natürlich auch wirklich ein großes Geschenk oder ein großer System, mit dem wir da umgehen dürfen im Sammeliebereichen.

00:09:08: Das ist schon einzigartig her.

00:09:10: Du sagst, es ist sehr, sehr viel Energie, die du da investierst, sehr viel Zeit, sehr viel wenig Privatsphäre manchmal.

00:09:17: Und das komplette Gespräch findet ihr ab morgen bei Sommelier, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit, auf dieser Plattform oder überall, wo es Podcast gibt.

00:09:25: Aber Champagner, mein Herz schlägt für Champagner und schauen weiter in der Tat.

00:09:33: Diese Ausgabe Sommelier, die interessantesten Weinkeller unserer Zeit, wird präsentiert und begleitet von dem für mich besten Wasser zum Wein.

00:09:40: Gerald Steiner Brunnen, dem Kult Weingut, Biondi Sandi aus der Toscana, dem Hause Chateau Pichon Long Ville Conteste de L'En, aus dem Proyac en Bordeaux und natürlich unserem Partner, der Schlumbergergruppe.

00:09:53: Vielen lieben Dank dafür.

00:09:55: Ja, ich weiß auch gar nicht, ob ich davon gehört haben möchte.

00:09:58: Das ist mir dann, glaube ich, too much.